Dienstag, 11. August 2015

Superbike*IDM Assen: Superstock 1000 / Supersport 600 / SuperNaked

Superstock 1000: Leerer Tank verdirbt Trautmann den Doppelsieg
Lukas Trautmann vom Freudenberg Racing Team ist wieder hundertprozentig fit. Dass der 19-Jährige sich von seinem Wadenbein- und Mittelhandbruch vom Saisonbeginn endlich vollständig erholt hat, ließen schon seine Leistungen in Schleiz erahnen. In Assen setzte der Salzburger mit der Trainings-Bestzeit erneut ein Ausrufezeichen. Das Qualifying verlief jedoch gar nicht nach Wunsch und so musste Trautmann von Startplatz elf ins Rennen. Vor ihm Stefan Kerschbaumer (Leitwolf.cc Racing), der den fünften und besten Startplatz des Superstock-Feldes innehatte, Lokalmatador Danny de Boer (Team SWPN) und der Gesamtführende Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service).
Mathieu Gines (Yamaha YZF-R1M)
Foto: Superbike*IDM
Trautmann blieb aber nicht lange hinten, er arbeitete sich Runde für Runde nach vorn. Kerschbaumer fiel gleichzeitig im Feld zurück. Schließlich ging Trautmann auch an de Boer und Gines vorbei und übernahm die Führung in der Stocksportwertung. Absetzen konnte er sich nicht, das Trio fuhr dicht hintereinander. Zudem schloss Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing) nach und nach auf. In der letzten Kurve konnten Gines und de Boer plötzlich ungehindert an Trautmann vorbeiziehen und sich die Plätze eins und zwei sichern. Trautmann rettete auf den letzten Metern gerade so den dritten Platz vor Fritz. „Mir ist der Sprit ausgegangen. Ich dacht, ich zuck aus“, sagte Trautmann später fassungslos. „Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Der Tank war randvoll. Da dürfen wir uns für das zweite Rennen echt was einfallen lassen.“ Indes freute sich Gines, die Meisterschaftsführung weiter ausgebaut zu haben: „Ich bin fit und fühle mich auf der Strecke wohl. Der Fight hat sehr viel Spaß gemacht. Mein Team hat wirklich hart für dieses Rennen gearbeitet.“
Stefan Kerschbaumer (Yamaha YZF-R1M)
Foto: Superbike*IDM
Seinen Ärger über den verpassten Sieg in Durchgang eins ließ Trautmann beim Start des zweiten Laufs raus. Er schoss von der elf vor auf Position sechs. Hinter ihm reihten sich Kerschbaumer, Gines, Fritz und de Boer ein. In der fünften Runde ging Fritz an Gines vorbei und krallte sich bald darauf auch Kerschbaumer. Von hinten arbeitete sich Lonbois Vincent an das Spitzentrio heran. Drei Runden vor Schluss ging der Belgier an Gines vorbei auf Position drei. Trautmann siegte vor Fritz und Vincent.

„Mein Start war mörderisch gut“, sagte Trautmann. „Und dieses Mal reichte auch der Sprit. Wir haben was geändert, damit mehr in den Tank passt. Aber da müssen wir jetzt was machen. Es ist völlig unnormal, dass das Bike so viel schluckt.“

Rob Hartog holt in  Assen einen Heimsieg
Foto: Superbike*IDM
Supersport 600: Heimsieg für Hartog
Edgar Pons stand überraschenderweise nicht am Grid des Supersport 600-Feldes. Noch am Vormittag ließ der Spanier verlauten, dass er trotz seines Sturzes während des ersten Qualifikationslaufs starten wolle. Kurzfristig entschied er sich dazu, das Rennen, das für ihn ein Trainingslauf auf dem WM-Kurs sein sollte, lieber ausfallen zu lassen. Auf die Pole-Position rückte Local Hero Rob Hartog, der hochmotiviert war, seine Leistung aus den Trainings nun auch im Rennen abzuliefern. Den besten Start erwischte Jasha Huber (Kawasaki Schnock Team Motorex). Er fuhr von der sechsten Position vor auf die zwei und reihte sich hinter Hartog ein. Auf ihn folgten Marco Nekvasil (LSG Racing) und Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer). Der schwedische Gaststarter Alexander Lundh, der hinter Lauslehto an fünfter Stelle lag, stürzte in der vierten Runde. Nekvasil und Lauslehto gingen an Huber vorbei, doch der ließ zumindest Lauslehto bald wieder hinter sich. Während sich Nekvasil vorne absetzte, bildeten Huber und Lauslehto eine Kampftruppe, zu der sich bald auch Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha) gesellte. In der siebten Runde konnte Bühn an Lauslehto vorbei auf die vierte Position gehen, in der elften Runde ging Bühn auch an Huber vorbei. Der Schweizer konnte das Tempo plötzlich nicht mehr mitgehen und fiel zurück auf den fünften Rang. Es siegte Rob Hartog, der an der Spitze ein einsames Rennen fuhr, vor Marco Nekvasil, Jan Bühn und Tatu Lauslehto. In der Meisterschaft führt weiterhin Lauslehto mit 243 Punkten vor Bühn (235 Punkte) und Christian Stange (193 Punkte).

Kjel Karthin kampflos deutscher Meister 2015
Foto: Superbike*IDM
Kjel Karthin wird kampflos deutscher Meister in der Klasse SuperNaked
Kjel Karthin (Team KARTHIN MSB Suzuki) hatte sich den Kampf um den deutschen Meistertitel etwas anders vorgestellt. Die ohnehin dünn besetzte Klasse SuperNaked musste in Assen auf Udo Reichmann, Frank Behrje und Michael Galinski verzichten. Stattdessen kam ein neuer Fahrer dazu: Julian Neumann trat auf der Kawasaki Z800 für das Team Mct-Lohmann Racing an. Doch nach der Warm-up-Runde rollte Neumann erst einmal an die Box und nahm das Rennen verspätet auf. Karthin legte sich wieder mit den Supersport 600-Fahrern an, hatte auf dem schnellen Kurs jedoch keine Chance, an ihnen dranzubleiben. So fuhr der 26-Jährige auf dem TT Circuit Assen ein einsames Rennen und wurde am Ende kampflos deutscher Meister 2015. „Das war eine schnelle Entscheidung. Ich hoffe, dass sich im nächsten Jahr mehr Starter für diese Klasse entscheiden, damit die Kämpfe spannend werden“, sagte Karthin.


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