Dienstag, 17. Juli 2018

DTM-Begeisterung beim Goodwood Festival of Speed

  • Voll in Fahrt: Frank Biela im Audi RS 5 DTM und Ricky Collard im BMW M4 DTM
  • 200.000 Zuschauer feiern das 25. Jubiläum der Kult-Veranstaltung
  • Perfekte Einstimmung auf das DTM-Wochenende in Brands Hatch am 11. und 12. August
Der Audi RS 5 DTM in Goodwood
Foto: dtm.com
Englische Wochen in der DTM. Vor dem Comeback auf der Insel in knapp vier Wochen in Brands Hatch, war die DTM am vergangenen Wochenende zum ersten Mal als Rennserie auf dem legendären Goodwood Festival of Speed vertreten. Beim 25-jährigen Jubiläum des Motorsport-Spektakels auf dem Gelände von Goodwood House in Südengland begeisterten Frank Biela im Audi RS 5 DTM und Ricky Collard im BMW M4 DTM bei traumhaftem Wetter drei Tage lang mehr als 200.000 Zuschauer.
 
„Goodwood ist einfach legendär – schön, dass ich wieder mal dabei sein konnte“, sagte Biela, DTM-Champion von 1991. „Die britischen Fans sind total Motorsport-verrückt und sind auf die spektakulären DTM-Autos voll abgefahren.“ Für Biela glich das Wochenende einem Klassentreffen, begegnete er doch in Goodwood einer Reihe alter DTM-Weggefährten, wie Klaus Ludwig, Bernd Schneider, Tom Kristensen, Emanuelle Pirro, Steve Soper und SKH Prinz Leopold von Bayern. Biela ist seit seinem ersten Le-Mans-Sieg im Jahr 2000 regelmäßig in Goodwood zu Gast. Seine Premiere hingegen feierte der 21-jährige Engländer Collard. „Ein Mega-Wochenende“, strahlte der BMW-Motorsport-Junior und DTM-Ersatzfahrer. „Großartig, dass ich mit so einem fantastischen Auto hier dabei sein durfte.“
Frank Biela pilotierte den Audi RS5 DTM in Goodwood
Foto: dtm.com
So entspannt die Stimmung auf dem Festivalgelände bei strahlendem Sonnenschein war, so viel Respekt forderte beiden Piloten der 1,86 Kilometer lange Bergrenn-Kurs ab. „Es handelt sich nur um Demofahrten“, sagte Biela. „Aber sobald du den Helm aufhast, willst du auch Vollgas geben. Das ist hier allerdings nicht ganz ohne, denn es gibt nur Strohballen und keine Auslaufzonen. Der Grat zwischen Zero und Hero ist hier sehr schmal.“ Der 21 Jahre alte Collard schätzt den einzigartigen Charakter des Kurses in Goodwood: „Einmalig und einfach Old-School – das mag ich sehr.“
 
Der Auftritt der DTM in Goodwood war für die britischen Fans die perfekte Einstimmung auf das bevorstehende DTM-Wochenende am 11. und 12. August in Brands Hatch. „Ich glaube, dass wir den Zuschauern entlang der Strecke eine tolle Show geboten haben“, so Collard. Biela ergänzte: „Viele von ihnen werden sich die DTM auf dem Grand-Prix-Kurs in Brands Hatch nicht entgehen lassen.“

Montag, 16. Juli 2018

DTM Zandvoort: René Rast holt ersten Saisonsieg für den Audi RS 5 DTM

  • Titelverteidiger gewinnt Sonntagsrennen mit riskanter Strategie
  • Reifenwechsel bereits nach der ersten Runde
Renè Rast holt den ersten Saisonsieg für Audi
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians
Der amtierende Champion ist wieder da: Im zehnten Rennen des Jahres sorgte René Rast in den Dünen von Zandvoort (Niederlande) für den ersten Saisonsieg des Audi RS 5 DTM.
 
Was für eine Story! 2016 kam René Rast in Zandvoort im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht zu einem unerwarteten Debüt in der DTM. Damals ersetzte er im Sonntagsrennen den am Vortag verletzten Adrien Tambay im Audi Sport Team Rosberg. 2017 holte Rast als Rookie auf Anhieb den DTM-Titel, erlebte in Zandvoort aber ein schwieriges Wochenende. Zwei Jahre nach seinem Debüt beendete er auf der anspruchsvollen Strecke in den Dünen an der Nordsee nun die Durststrecke von Audi in der aktuellen DTM-Saison.

Seinen insgesamt vierten Sieg in der DTM holte der Titelverteidiger mit einer riskanten Strategie: Von Startplatz drei ins Rennen gegangen, wechselte der Deutsche schon nach der ersten Runde die Reifen und zog mit dieser Strategie an Gary Paffett (Mercedes-Benz) und Philipp Eng (BMW) vorbei. Nachdem auch Paffett seinen Boxenstopp absolviert hatte, konnte Rast seinen Vorsprung auf knapp drei Sekunden ausbauen, ehe eine Safety-Car-Phase seinen Vorsprung zunichtemachte. Doch auch beim Restart behauptete er die Führung und verteidigte Platz eins gegen den Tabellenführer bis ins Ziel.
Renè Rast
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians
„Die letzten 15 Minuten waren die härtesten, die ich je in einem Rennen erlebt habe“, sagte Rast, der auf der reifenmordenden Strecke 34 Runden mit einem Reifensatz absolvierte. „Vor dem Rennen hätte ich dieses Ergebnis nicht erwartet. Doch wir sind eine extrem riskante Strategie gegangen und ich hatte ein mega Auto, das konstant schnell war. So konnten wir mit Mercedes-Benz um den Sieg kämpfen. Nach dem vielen Pech in diesem Jahr ist dieser Sieg unheimlich erfrischend.“

„Was für ein Rennen, unglaublich!“ sagte Rasts Teamchef Arno Zensen. „Man kann René zu dieser Leistung nur gratulieren. Als ausgerechnet (sein Teamkollege) Jamie (Green) die Safety-Car-Phase ausgelöst hat, bin ich fast gestorben. Aber René hat den Sieg nach Hause gebracht. Natürlich sind wir überglücklich, endlich wieder ein Rennen gewonnen zu haben. Danke an Audi für das tolle Auto und die clevere Strategie!“

Mit derselben Strategie wie Rast kam Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline) von Startplatz 16 noch auf Rang sieben nach vorn und ebenfalls in die Punkteränge. Teamkollege Robin Frijns schied nach seinem starken Rennen vom Vortag dagegen nach nur zehn Runden wegen eines Defektes im Bereich der Elektrik vorzeitig aus. Jamie Green beendete das Rennen nach einer Durchfahrtstrafe infolge einer Kollision mit Bruno Spengler (BMW) auf Platz 14. Loïc Duval und Mike Rockenfeller (beide Audi Sport Team Phoenix) belegten nach Reifenschäden und zusätzlichen Boxenstopps die Plätze 15 und 16.

Nach einer kurzen Pause geht es am 11. und 12. August weiter in Brands Hatch (Großbritannien). Die DTM startet dabei erstmals auf der langen Streckenvariante, die als ähnlich anspruchsvoll gilt wie der Kurs in Zandvoort.

Audi Sport ABT Schaeffler ist Formel-E-Champion

  • Titelgewinn im Audi-Premierenjahr
  • Lucas di Grassi wird bei Saisonfinale Zweiter und noch Vizechampion
  • Daniel Abt als Dritter und mit schnellster Rennrunde erneut auf dem Podest
Daniel Abt (l.) und Lucas di Grassi sichern Audi den Meistertitel
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Mit einer beeindruckenden Aufholjagd hat sich das Team Audi Sport ABT Schaeffler beim Saisonfinale in seinem Premierenjahr in der Formel E noch den Titel in der Teamwertung gesichert. Vier Podestplätze am Wochenende, darunter ein Doppelsieg, und insgesamt 78 von maximal 94 möglichen Punkten machen aus einem fast uneinholbaren Rückstand von 33 Punkten am letzten Wochenende noch zwei Punkte Vorsprung.
 
Daniel Abt und Lucas di Grassi nach dem letzten Saisonrennen
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Herzschlagfinale in New York: Bis zur letzten Runde war die Entscheidung in der Teamwertung der ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft offen und hart umkämpft. Die Winzigkeit von zwei Punkten gab am Ende den Ausschlag. Lucas di Grassi überquerte im Sonntagsrennen nach 43 Runden auf dem Straßenkurs in Brooklyn mit Blick auf Downtown Manhattan als Zweiter die Ziellinie. Der Brasilianer machte sich mit seinem siebten Podestplatz in Folge zum Vizechampion. In den ersten vier Rennen der Saison fuhr di Grassi nicht einen einzigen Punkt ein, ab Rennen sechs stand er bei jedem Rennen auf dem Podium. „In vier Rennen keine Punkte und nun bin ich noch Zweiter der Fahrerwertung – das ist ein kleines Wunder. Es wurde für mich und auch für unser Team dann noch eine herausragende Saison. Wir geben niemals auf, der Teamtitel nach so einer unglaublichen Aufholjagd ist der beste Beweis dafür“, erklärte der Brasilianer. Di Grassi holte in den vier Jahren, die es die Formel E gibt, im Team von Audi Sport ABT Schaeffler mit 611 Punkten mehr Zähler und mit 27 Podiumsplatzierungen mehr als jeder andere Fahrer in der Elektro-Rennserie.
 
Teamkollege Daniel Abt steuerte zum sensationellen Gewinn der Teamwertung im Finalrennen einen dritten Platz und damit 15 Punkte sowie einen Zähler für die schnellste Rennrunde bei. Es war die insgesamt vierte des 25-Jährigen, er ist damit der Fahrer mit den meisten schnellsten Rennrunden in dieser Saison. Insgesamt gelang dies Audi Sport ABT Schaeffler sieben Mal in zwölf Rennen – Bestmarke aller Teams. „Wir hatten ein großes Ziel, und das haben wir geschafft. Was für ein Comeback – ich bin glücklich und freue mich für das ganze Team. Und das sind nicht nur alle hier an der Strecke, sondern auch alle Partner und die Mitarbeiter in Ingolstadt, Neuburg und Kempten“, erklärte Abt, der mit 120 Punkten, zwei Siegen und zwei weiteren Podestplätzen hier in New York seine mit Abstand erfolgreichste Saison in vier Jahren Formel E fuhr. In der Fahrerwertung belegt Abt den fünften Rang.
 
Teamchef Allan McNish erklärte: „Ja, wir mussten bis zur letzten Kurve und bis zur letzten Sekunde zittern, aber nun ist es wahr geworden: Team-Champion! Ich werde Lucas und Daniel nun ganz fest umarmen. Diese Saison war ein Auf und Ab, und sie haben immer ihr Bestes gegeben. Auch heute, als es wirklich drauf ankam, haben sie – wie heißt es so schön – ‚geliefert‘. Großes Danke auch an unser Basislager in Deutschland. Great job.“ Audi-Motorsportchef Dieter Gass ergänzte: „Als wir hier nach New York anreisten, war klar, dass das eine wirklich große Herausforderung wird. Dass es aber ein solcher Krimi werden würde, der bis zur letzten Kurve geht, hat uns allen den Atem geraubt. Ganz großes Danke an alle Mitarbeiter bei Audi Sport, ABT und Schaeffler auch daheim. Dieses Herzschlagfinale hat wirklich elektrisiert.“
 
Im Rahmen des Formel-E-Finales bot Technologiepartner Schaeffler einen Blick in die Zukunft der Formel E und lud am Samstagabend knapp 300 Gäste – darunter die deutsche Botschafterin in den USA Dr. Emily Haber – auf eines der typischen New Yorker Rooftops und zeigte einen Prototyp des spektakulären neuen Audi e-tron FE05, in dem erneut gemeinsam entwickelte Antriebstechnik von Schaeffler und Audi zum Einsatz kommt. Das erste Rennen Mitte Dezember in Riad/Saudi-Arabien läutet die zweite Ära in der Formel E ein.

Sonntag, 15. Juli 2018

Der Champion ist zurück: René Rast mit Arbeitssieg in Zandvoort

  • Titelverteidiger Rast erkämpft sich und Audi den ersten Saisonsieg 2018
  • Gary Paffett wird Zweiter und baut seine Tabellenführung weiter aus
  • Philipp Eng bester BMW-Fahrer auf Platz vier

Renè Rast (Audi) siegt vor Gary Paffett (Mercedes)
Große Erleichterung und Freude bei René Rast und Audi: Im zehnten DTM-Saisonrennen erkämpfte sich der DTM-Champion den ersten Sieg des Jahres für sich und seinen Hersteller Audi. Der Mindener, von Startplatz drei ins Rennen gestartet, überquerte nach 35 Runden als Erster die Ziellinie. „Das war wie ein Befreiungsschlag nach einer langen Durststrecke und viel Pech“, sagte Rast nach dem Rennen. „Gary war brutal schnell und mit einem Sieg habe ich nicht unbedingt gerechnet.“ Und das ausgerechnet an dem Ort, an dem er vor zwei Jahren sein DTM-Debüt feierte. Für den Audi-Piloten ist es der vierte Sieg in seinem 30 DTM-Rennen. Zweiter im Sonntagsrennen wurde Mercedes-AMG-Pilot Gary Paffett vor seinem Markenkollegen Paul Di Resta. Philipp Eng sah als bester BMW-Pilot auf Platz vier die Zielflagge.

Garant für den Erfolg von Rast war seine Boxenstrategie. Im Gegensatz zum Samstagsrennen steuerte er bereits nach Runde eins die Box zum Räderwechsel an. Der Plan ging auf. Nach dem Stopp von Paffett in Runde zehn übernahm Rast – im bereinigten Klassement – die Führung und baute diese zwischenzeitlich auf über zwei Sekunden aus. Der Einsatz des Safetycars in Runde 21, nach einer Kollision zwischen Jamie Green und Bruno Spengler, machte das Rennen an der Spitze noch einmal spannend. Doch beim Restart setzte sich Rast beherzt gegen Paffett durch und verteidigte Platz eins bis ins Ziel. „Die letzten 15 Minuten waren verdammt schwierig“, sagt Rast. „Vor allem für die Zuschauer war es sicher nochmal ein packendes Duell.“ Lob für den Arbeitssieg von Rast gab es anschließend auch vom Zweitplatzierten Paffett: „René hat den Sieg absolut verdient. Für mich war ein perfektes Rennen und ich bin mit Platz zwei zufrieden. Von so einem DTM-Wochenende – mit zwei Pole-Positions, einem Sieg und einem zweiten Platz – kann man nur träumen.“

Auch der viertplatzierte Philipp Eng im schnellsten BMW M4 DTM war mit dem Rennsonntag zufrieden. „Das Rennen hat sehr viel Spaß gemacht, Vollgas von der ersten bis zur letzten Runde. Ich konnte mit der Spitze mithalten, aber eine Attacke auf Paul war nicht möglich. Auf unsere Leistung können wir aufbauen.“ Di Resta, der als Dritter ins Ziel kam, ist zur Halbzeit der einzige Pilot, der in allen Rennen punkten konnte.

Die DTM-Fahrerwertung führt nach zehn von 20 Saisonrennen weiterhin Gary Paffett an. Mit 148 Punkten liegt der Brite auf Platz eins vor Paul Di Resta (121) und Timo Glock (101). Zur DTM-Halbzeit liegen Marco Wittmann (98) und Edoardo Mortara (97) auf den Positionen vier und fünf.

Nach einer vierwöchigen Sommerpause kehrt die DTM am 11. und 12. September 2018 zurück nach England. Auf der langen Variante der Traditionsrennstrecke Brands Hatch startet die DTM in der Grafschaft Kent mit den Saisonrennen elf und zwölf in die zweite Saisonhälfte.

DTM Zandvoort: Erneute Pole für Paffett

Pole für Gary Paffett
Foto: Mercedes-Motorsport
Das gab es in dieser Saison noch nicht sowohl am Samsataf als auch am Sonntag steht der selbe Fahrer auf Pohl. In Zandvoort gelingt das nun Gary Paffett. Er startet im heutigen Sonntagsrennen von Startplatz eins. 

Dahinter auch ein Bild was es in dieser Saison noch nicht gab die verbleibendenm Hersteller schaffen es auch in die Top-Drei. Auf Platz zwei startet heute BMW-Pilot Phillip Eng vor Audi-Fahrer und Vorjahreschampion Renè Rast. 

Der Brite Gary Paffett legte auf dem Dünenkurs eine Runde hin, an die die Konkurrenz nicht annähernd herankam. „Es fühlt sich fast so an wie gestern. Da standen allerdings noch zwei weitere Mercedes-Fahrer neben mir. Ich habe gestern schon gesagt, dass ich mich noch um ein paar Zehntel verbessern kann. Das habe ich geschafft. Ich habe jetzt die beste Ausgangslage und ein sehr schnelles Auto“, sagte Paffett.

DTM: Drittes Freies Training - Wehrlein mit Bestzeit

Pascal Wehrlein
Foto: Mercedes-Motorsport
Mercedes ist in Zandvoort eine Macht. Auch im dritten Freien Traing sichert sich mit Pascal Wehrlein ein Mercedes-Fahrer die Bestzeit. Dahinter allerding reihe sich mit Jamie Green, Renè Rast, Nico Müller und Loic Duval gleich vier Audi-Piloten ein. Der schnellste BMW-Pilot war Augusto Farfus als Achter.

„Es ist wie gestern, da war ich auch Erster im Freien Training. Im Rennen dann Vierter. Die zwei Sessions nachher zählen“, sagte Wehrlein.
Timo Glock, der im letzten Jahr in Zandvoort das Rennen am Samstag gewann, war trotz Platz elf. „Es war nicht so verkehrt. Ich hatte kein schlechtes Gefühl. Wir müssen mal abwarten, wie es im Qualifying aussieht. Mal schauen, ob wir heute eine Chance gegen die Mercedes-Mauer haben werden.“ 

Das zweite Qualifying beginnt um 11.20 Uhr.

Audi-Pilot Frijns glänzt bei seinem DTM-Heimspiel

  • Niederländer im Samstagsrennen in Zandvoort auf Platz fünf
  • Bisher bestes Ergebnis für den Rookie in der DTM

Starker fünfter Platz für Robin Frijns bei seinem Heimrennen
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians
Robin Frijns ist bei seinem ersten Heimrennen in der DTM ein starker Auftritt gelungen: Der Niederländer war am Samstag in Zandvoort sowohl im Qualifying als auch im Rennen bester Audi-Pilot. Mit Platz fünf gelang dem Rookie zudem sein bisher bestes Ergebnis in der DTM.

„Ich habe das Rennen genossen“, sagte Frijns. „Von Startplatz sieben hatte ich keinen guten Start, konnte in der ersten Kurve aber außen herum zwei Autos überholen und mir meinen Platz zurückholen. Danach war ich schnell unterwegs und konnte am Ende mit den Mercedes-Benz kämpfen. Leider ist das Überholen in Zandvoort schwierig. Der Speed war da. Jetzt müssen wir schauen, dass wir für morgen noch einen Schritt nach vorn machen.“

Ähnlich schnell war sein Teamkollege im Audi Sport Team Abt Sportsline, Nico Müller. Der Schweizer ging von Startplatz acht ins Rennen und kam nach seinem Reifenwechsel vor Frijns zurück auf die Strecke. Nach 17 Runden meldete Müller einen Druckverlust am linken Vorderrad. Der Versuch, sich einen zweiten Reifenwechsel zu ersparen, misslang: Infolge eines Reifenschadens rutschte Müller kurz danach von der Strecke und musste aufgeben.

Der Unfall sorgte für den Einsatz des Safety-Cars, der indirekt das Rennen von René Rast zerstörte. Der amtierende DTM-Champion aus dem Audi Sport Team Rosberg führte zu diesem Zeitpunkt das Rennen an, hatte als einziger Fahrer aber seinen Pflichtboxenstopp noch nicht absolviert. So blieb am Ende nur der 17. Platz.

Rasts Teamkollege Jamie Green holte einen Punkt: Der Brite stoppte bereits nach der ersten Runde und kämpfte sich mit dieser Strategie vom 17. Startplatz noch auf Rang zehn nach vorn. Ohne Punkte blieb das Audi Sport Team Phoenix mit den Plätzen elf (Loïc Duval) und 15 (Mike Rockenfeller). 

Das zweite Rennen in Zandvoort startet am Sonntag um 13.30 Uhr MESZ.

Audi startet mit Doppelsieg ins Formel-E-Finale

  • Lucas di Grassi gewinnt erstes Finalrennen in der US-Metropole
  • Daniel Abt macht zweiten Doppelsieg in der Saison perfekt
  • Rückstand im Kampf um den Teamtitel von 33 auf fünf Punkte verkürzt

Lucas Di Grassi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Mit einem souveränen Doppelsieg hat sich das Team Audi Sport ABT Schaeffler im Kampf um den Titel in der Teamwertung der ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft in eine deutlich verbesserte Ausgangsposition gebracht. Die Entscheidung fällt jetzt im zwölften und letzten Saisonrennen am Sonntag.

Traumkulisse für ein Traumfinale: Der Rückstand von 33 Punkten, mit dem das Team Audi Sport ABT Schaeffler zum Finalwochenende nach New York gereist ist, ist im Samstagsrennen auf fünf Zähler geschmolzen. Lucas di Grassi und Daniel Abt demonstrierten mit einem souveränen Doppelsieg die starke Performance des Audi e-tron FE04. Nach Berlin im Mai dieses Jahres ist es der zweite Doppelsieg. Eine längere Safety-Car-Phase für Aufräumarbeiten nach einem Unfall verkürzte das Rennen im Schatten der Skyline von Manhattan von 45 auf 43 Runden, im Ziel hatte di Grassi 0,965 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen.
Daniel Abt holt Platz zwei für Audi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Für di Grassi war es der achte Triumph in der Formel E und der sechste Podestplatz in Folge. Der Brasilianer begeisterte das Publikum mit spektakulären Überholmanövern, die ihn noch vor dem obligatorischen Autowechsel von Startplatz elf auf die zweite Position hinter seinen Teamkollegen brachten. Daniel Abt brauchte lediglich sechs Umläufe, um vom fünften Startplatz aus in Führung zu gehen. Kurz nach dem Autowechsel überholte di Grassi seinen Teamkollegen, nachdem dieser einen kleinen Fahrfehler gemacht hatte. „Ich hatte heute kein Rennauto, sondern eine Rakete“, jubelte di Grassi im Ziel. „Natürlich hätte ich mir heute den ersten Platz gewünscht“, sagte Daniel Abt, „aber wir haben ein großes gemeinsames Ziel – und das ist der Gewinn der Teamwertung. Wir haben auch für morgen ein Auto, mit dem wir gewinnen können.“ Mit der schnellsten Rennrunde sicherte der 25-Jährige seinem Team einen weiteren Zähler für die Aufholjagd in der Teamwertung.

Teamchef Allan McNish gab dafür auch schon die Parole aus: „Zunächst mal einen großen Glückwunsch an Jean-Éric Vergne, der Lucas heute als Fahrer-Champion abgelöst hat, aber seinem Team sind wir heute deutlich näher gekommen. Aus dem riesigen Rückstand sind jetzt nur noch fünf Punkte übrig geblieben. Damit sind unsere Karten deutlich besser, und wir haben es selber in der Hand. Ich freue mich auf einen ultimativen Showdown morgen beim Finale.“

Der zwölfte und letzte Saisonlauf der ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft 2017/2018 startet am Sonntag, 15. Juli, um 15 Uhr Ortszeit. In Deutschland zeigt Eurosport das Rennen live, das ZDF überträgt im Livestream auf zdf.de. Weltweit zeigen rund 70 Sender die Formel E. Eine vollständige Übersicht dieser Sender ist online unter www.fiaformulae.com verfügbar.

Formel E: Aktuelles und Buntes aus New York

  • Audi Sport ABT Schaeffler auf Titeljagd in der Teamwertung
  • Erstes Rennen für Lucas di Grassi als Vater
  • Nyck de Vries unterstützt das Team beim Finale als Reservefahrer

Audi Sport ABT Schaeffler in New York
Foto: Audi Communications Motorsport / Viktor Stark
Mit zwei Rennen beim großen Saisonfinale elektrisiert die Formel E New York. Dieses Final-Wochenende markiert zudem das Ende der ersten Ära in der innovativen Rennserie. Audi Sport ABT Schaeffler hat noch ein großes Ziel vor Augen: den Teamtitel.

Mit 33 Punkten Rückstand in der Teamwertung geht Audi in seiner Premierensaison mit dem Team Audi Sport ABT Schaeffler in das Finalwochenende. Samstag und Sonntag wird je ein Rennen absolviert und noch insgesamt 94 Punkte vergeben. Mit dem Rückenwind aus zuletzt sechs Podestplätzen in Folge – Rekord in der Formel E – strebt man den Teamtitel an. Nach einem dritten und zwei zweiten Plätzen soll es im vierten Jahr die Krone in der Teamwertung geben. Aktuell hält das Team zum Ende der vierten Saison in der Formel E uneinholbar mit 31 Podestplätzen in 45 Rennen die Bestmarke. Als einziges Team bisher schaffte Audi Sport ABT Schaeffler vor wenigen Wochen in Berlin zudem die Rekordmarke der maximal möglichen 47 Punkte in einem Rennen. Im Dezember 2018 in Riad (Saudi-Arabien) startet die Formel E mit dem völlig neuen und stärkeren Generation-2-Auto in die nächste Saison.

Für Lucas di Grassi ist der New-York-E-Prix sein erstes Rennen als Vater. Vor zehn Tagen brachte Ehefrau Bianca Sohn Leonardo zur Welt, das erste Kind der beiden. „Diese Geburt hat mein Leben verändert, ich bin wirklich aufgeregt, jetzt ein Vater zu sein. Meiner Frau und meinem Sohn geht es prima, sie unterstützen mich dieses Wochenende aus São Paulo“, sagt di Grassi. Auch im Cockpit des Audi e-tron FE04 seines Vaters ist Leonardo mit an Bord, zu Ehren seines Sohnes ziert ein neuer Aufkleber den Helm des Brasilianers.

Der Niederländer Nyck de Vries ist kein Unbekannter im Formel-E-Fahrerlager, aber hier in New York feiert er seine Premiere als Reservefahrer im Team Audi Sport ABT Schaeffler. Der 23-Jährige fuhr den Audi e-tron FE04 während des Rookie-Tests in Marrakesch und hat sich im Simulator in Neuburg an der Donau auf einen möglichen Einsatz in New York vorbereitet. „Toll, wieder beim Team zu sein. Hoffentlich werde ich nicht gebraucht, aber ich bin bereit, auf die Strecke zu gehen, wenn etwas Unvorhergesehenes an diesem Wochenende passiert“, sagt de Vries, der auch schon als Reservefahrer beim DTM-Rennen 2017 in Moskau für Mike Rockenfeller nach dessen Unfallverletzung am Norisring bereitstand.

Zwei Audi-Mechaniker haben auf eine ganz besondere Weise Werbung für den New-York-E-Prix gemacht. Ausgerüstet mit den Boxenstopp-Lollipops und in Mechaniker-Overalls machten sie sich am Mittwoch auf dem Weg nach Downtown Manhattan und sorgten dort für große Unterhaltung. Es gab lustige Begegnungen mit durch die Stadt eilenden Passanten, Batman sowie einem halbnackten Gitarre-spielenden Cowboy und vielen anderen. Spaß, Tanz und Gelächter – alles zu sehen im Video auf der offiziellen Facebook-Seite von Audi Sport.

Samstag, 14. Juli 2018

Vierfachsieg für Mercedes-AMG: Gary Paffett siegt in Zandvoort

  • 23. DTM-Sieg für Paffett, der dritte in der aktuellen Saison
  • Robin Frijns holt vor heimischer Kulisse sein bestes DTM-Ergebnis
  • Starke Leistung von René Rast wird nicht belohnt

Mit seinem Sieg baut Gary Paffet die Meisterschaftsführung aus
Foto: Mercedes-Motorsport
Dieser Rennsamstag in Zandvoort wird Gary Paffett noch lange in Erinnerung bleiben: Von der Pole-Position aus gestartet gewann der Mercedes-AMG-Pilot das neunte Saisonrennen in den Niederlanden und baute damit seine Führung in der DTM-Fahrerwertung weiter aus. Für den Briten war es der 23. Erfolg in seinem 174. DTM-Rennen. Mit seinem dritten Saisonsieg zog er zudem in der ewigen Statistik mit Audi-Legende Mattias Ekström gleich. Beide liegen nun gleichauf hinter Bernd Schneider (43 Siege) und Klaus Ludwig (37) auf Platz drei. Aber nicht nur Paffett hatte an der niederländischen Nordseeküste Grund zu jubeln: Mit Paul Di Resta auf Platz zwei, Lucas Auer auf Rang drei und Pascal Wehrlein auf der vierten Position feierte Mercedes-AMG in den Dünen einen Vierfacherfolg. Lokalmatador Robin Frijns fuhr im Audi RS 5 DTM sein bestes DTM-Ergebnis ein. Als bester Audi-Pilot wurde er Fünfter vor Timo Glock, der das Rennen im schnellsten BMW auf Rang sechs beendete.

„Das Ergebnis haben wir uns wirklich verdient“, freute sich Gary Paffett nach dem Rennen. „Ich hatte einen guten Start und konnte alles kontrollieren. Auch der Boxenstopp war wirklich gut. 28 Punkte an einem Tag zu holen, ist natürlich super, aber das kann man am Sonntag nicht unbedingt wieder erwarten. Es ist niemals einfach in der DTM.“ Das weiß auch Teamkollege Di Resta. Von Platz drei in das Rennen gestartet sah er als Zweiter die Zielflagge – und war mit dem Ergebnis zufrieden. „Es ist wichtig, konstant zu sein“, sagt Di Resta, der als einziger Fahrer in allen Rennen punkten konnte. „Am Ende des Jahres wird abgerechnet.“

Auch im Rennen wurde zum Schluss abgerechnet. Sehr zum Leidwesen von René Rast. Der Titelverteidiger wählte eine riskante Boxenstopp-Strategie, blieb lange draußen und wurde am Ende nicht belohnt. Nach einem Ausrutscher von Nico Müller musste das Safetycar auf die Strecke. Der von Rast herausgefahrene Vorsprung war dahin. „Das ist natürlich frustrierend“, erklärte Rast, für den eine Top-5-Platzierung möglich gewesen wäre. „Wir hatten die Pace, um vorne mitzufahren. Morgen probieren wir es nochmal.“

In der DTM-Fahrwertung hat Paffett seine Führung weiter ausgebaut. Zur Saisonhalbzeit liegt der DTM-Champion von 2005 mit 127 Punkten auf Platz eins vor Paul Di Resta (106), der sich um drei Positionen verbessern konnte. Timo Glock wurde im Rennen Sechster und belegt vor dem Rennen am Sonntag mit 100 Punkten Platz drei. Das zehnte DTM-Saisonrennen, das zweite in Zandvoort, startet am Sonntag wie gewohnt um 13:30 Uhr. 

DTM Zandvoort: Mercedes dominiert erstes Qualifying

Der Meisterschaftsführende Gary Paffett geht von Startplatz 1 ins Rennen
Foto: Jens Hawrda
Das Qualifying zum ersten Rennen am heutigen Samstag auf dem Dünenkurs in Zandvoort dominierte Mercedes. Sie besetzen die ersten zwei Startreihen. Schnellster und damit auf Startplatz ein im ersten Rennen ist der Tabellenführende Gary Paffet vor seinen Markengefährten Pascal Wehrlein,  Paul Di Resta und Lucas Auer.

Auf Platz fünf und sechs folgen etwas überraschend die ersten BMW mit Timo Glock und Marco Wittmann. 

Von Startplatz sieben geht der beste Audi-Pilot Robin Frijns ins Rennen, vor seinen Markenkollegen Müller und Rast. Auf Startplatz 10 steht mit Augusto Farfus ein weiterer BMW-Pilot. Das heutige Rennen startet 13.00 Uhr.

DTM Zandvoort: Mercedes auch im zweiten Freien Traing vorn

Schnellster im zweiten Freien Training: Pascal Wehrlein
Foto: Jens Hawrda
Auch im zweiten Freien Training von Zandvoort ist der Schnellste ei n Mercedes-Pilot. Diesmal ist es Pascal Wehrlein der die schnellste Zeit fuhr. Dahinter folgt sein Markenkollege Gary Paffett. „Der Kurs war heute schon viel besser zu fahren als gestern. Das Auto ist gut abgestimmt. Die Zeiten sind eng. Das Setup ist hier entscheidend. Ich bin davon überzeugt, dass auch BMW die fehlenden ein, zwei Zehntel Geschwindigkeit bis zum Qualifying noch finden wird. Das wird einen sehr harten Kampf um die Startplätze geben“, so Gary Paffett nach dem Training. 

Hinter Paffett folgt mit Jamie Green der schnellste Audi-Pilot auf Platz drei vor seinen Markenkollegen Loíc Duval und Robin Frijns auf den Plätzen vier und fünf. „Der Kurs hier ist sehr speziell. Du hast sehr viel Grip. Wir haben mehr Motorenpower als im letzten Jahr. Hier zu fahren, ist wirklich mega. Meine Rundenzeit war sehr schnell. Es war ein Vergnügen mit dem Auto“, so Green nach Abschluss des Trainings. 

Wieder nicht ganz überzeugen konnte BMW die ihren schnellsten Fahrer mit Rookie Philipp Eng auf dem achten Platz stellten.

Im ersten Qualifying geht es in Zandvoort ab 11:15 Uhr um die besten Startplätze für das erste Rennen, Rennstart ist um 13.30 Uhr.

Freitag, 13. Juli 2018

DTM Zandvoort: Erstes Freies Training Bestzeit für Auer

Die erste Bestzeit in Zandvoort setzt Mercedes-Pilot Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas Auer setze die erste Bestzeit in Zanvoort. Im ersten Freien Training am Freitag Nachmittag fuhr der Mercedes-Pilot die schnellste Runde vor seinen Markenkollegen Edoardo Mortara und Gary Paffet. Dhinter folgen mit Nico Müller und Loic Duval zwei Audi-Piloten. Für BMW lief das erste Freie Training nicht so gut, sie belegten die lezten Plätze, Norisring-Sieger Marco Wittmann wurde als bester BMW-Pilot Zwölfter.

Doppeltes Pech hatte Mike Rockenfeller, der Achter (1:32,795) wurde. Bereits in der ersten Runde verpasste „Rocky“ eine Kurve, er fuhr durchs Kiesbett und landete vor einer Leitplanke. Damit nicht genug. Vier Minuten vor dem Ende schlug er nach einem Fehler frontal in einen Reifenstapel ein.

Das zweite Freie Traing findet am morgigen Samstag um 9.20 Uhr statt, bevor um 11.15 Uhr das Qualifying für das erste Rennen startet.

Die DTM zu Gast beim Goodwood Festival of Speed

  • Frank Biela und Ricky Collard für Audi und BMW beim Bergrennen am Start
  • Das legendäre Event feiert an diesem Wochenende 25. Geburtstag
  • Am 11. und 12. August feiert die DTM ihr Comeback in Brands Hatch
Foto: Jens Hawrda
Die DTM ist an diesem Wochenende beim Goodwood Festival of Speed vertreten. Das prestigeträchtige Treffen für aktuelle und historische Rennfahrzeuge auf dem Gelände von Goodwood House in Westhampnett bei Chichester in Südengland ist ein absolutes Highlight für Automobil- und Motorsport-Freunde weltweit. Jährlich zieht die Veranstaltung des motorsportbegeisterten Charles Henry Gordon-Lennox, besser bekannt als 11. Duke of Richmond, etwa 180.000 internationale Besucher an.
 
Audi und BMW sind mit jeweils einem DTM-Boliden am Start. Für die „Herren der Ringe“ klettert Frank Biela ins Cockpit. Der 53 Jahre alte Neusser gewann 1991 die DTM mit einem Audi V8. Seit dem Ende seiner Rennfahrer-Karriere ist der fünfmalige Le-Mans-Sieger als Audi-Legende für die Ingolstädter im Einsatz. Zuletzt war er als Race-Consultant bei den DTM-Rennen am Norisring aktiv. Die Münchner setzen Ricky Collard hinter das Lenkrad. Der 21 Jahre alte Brite ist als BMW-Motorsport-Junior in der Regel an den DTM-Wochenenden vor Ort und fährt dort das BMW M4 DTM Renntaxi.
 
Das legendäre Motorsport-Event von Goodwood ist die weltweit größte Veranstaltung seiner Art und feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Das Rennen wird in Form eines Bergrennens ausgetragen. Die Strecke führt über 1,86 Kilometer einen Hügel hinauf und hat neun Kurven. Die Sunday Times nannte es einmal „eine Kreuzung zwischen dem Großen Preis von Monaco und Royal Ascot“ – dem ebenso edlen wie berühmten Pferderennen in Großbritannien.
 
Apropos Großbritannien: Am 11. und 12. August kehrt die DTM im großen Stil auf die Insel zurück, wenn in Brands Hatch die Saisonläufe elf und zwölf auf dem Programm stehen. In der englischen Grafschaft Kent, etwa 30 Kilometer südöstlich von London gelegen, fanden zwischen 2006 und 2013 bereits acht DTM-Rennen statt. Damals auf der nur 1,973 Kilometer langen Indy-Variante. In diesem Jahr startet die DTM hingegen zum ersten Mal auf dem 3,908 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs, der eine Berg- und Talbahn quer durch eine Waldlandschaft und sehr anspruchsvoll für Fahrer und Fahrzeuge gleichermaßen ist.

DTM in Zandvoort: Mehr Action am Meer geht nicht

  • Wittmann kommt mit Rückenwind nach Zandvoort
  • Lokalmatador Frijns hofft auf Heimsieg „für seine Fans“
  • Paffett ist der erfolgreichste aktive Fahrer in den Dünen
Foto: Jens Hawrda
Die DTM zieht es ans Meer. Auf dem Circuit Zandvoort steigt an diesem Wochenende (13. bis 15. Juli 2018) das fünfte von zehn Rennwochenenden der Saison 2018. Das Gastspiel an der niederländischen Westküste bedeutet: Sommer, Sonne, Rennaction – ist aber bei allen 18 Piloten nicht nur deshalb sehr beliebt. Die Fahrer von Audi, BMW und Mercedes-AMG freuen sich unisono auf die wohl anspruchsvollste Strecke des DTM-Kalenders. Der einzigartige Dünen-Kurs bietet einen abwechslungsreichen Mix aus schnellen und langsamen Passagen – asphaltierte Auslaufzonen sucht man hier vergebens. Jeder Fehler wird knallhart bestraft und hat nicht selten das Aus zur Folge.
 
Die Strecke in der niederländischen Seestadt bietet ein besonderes Flair. Und sie hat eine Besonderheit: Sand. Feinste Körner werden immer wieder vom unmittelbar hinter der Haupttribüne gelegenen Strand auf die Strecke geweht. Vor allem am Morgen, etwa beim Freien Training, ist der 4,307 km lange Kurs von einer feinen Sandschicht überzogen, die erst im Laufe des Vormittags verschwindet. Je mehr Sand auf der Strecke ist, desto mehr rutschen die DTM-Autos und desto höher ist der Verschleiß der Reifen, da die Lauffläche stark belastet und aufgeheizt wird.
 
Fünfkampf an der Spitze der Fahrerwertung

Nach den Rennen am Norisring ist die Spitze der Fahrerwertung enger zusammengerückt. Aus einem Zweikampf ist ein Fünfkampf geworden. Marco Wittmann, Edoardo Mortara und Paul Di Resta haben sich neben Timo Glock und Gary Paffett mit eingereiht. Die größten Gewinner der Rennen sieben und acht waren BMW-Pilot Wittmann und Mercedes-AMG-Fahrer Mortara. Auf Platz drei am Samstag folgte der Triumph am Sonntag für den Lokalmatadoren Wittmann. Er sammelte insgesamt 41 Punkte bei den Rennen zwischen Dutzendteich und Grundig-Kehre ein. Der zweimalige DTM-Champion ist mit 92 Punkten nun schon Dritter der Fahrerwertung, punktgleich mit Markenkollege Glock. „Zandvoort ist eine meiner Lieblingsstrecken. Auf kaum einem anderen Kurs war ich in der DTM bisher erfolgreicher. Ich habe dort schon einige Siege und Pole-Positions einfahren können und freue mich riesig darauf. Natürlich nehme ich viel Schwung vom Norisring mit. Nach meinen Heimrennen hatte ich eine Woche Urlaub, jetzt sind die Batterien wieder aufgeladen“, sagt Wittmann.
 
Mit beeindruckenden 46 von 56 möglichen Punkten am Norisring katapultierte sich Mortara auf Platz zwei der Fahrerwertung. Mit 93 Punkten lauert er nur sechs Zähler hinter Mercedes-AMG-Kollege Paffett, der in Zandvoort mit drei Siegen (2005, 2009, 2010) der erfolgreichste aktive Fahrer ist. „Zandvoort ist meine Lieblingsstrecke in der DTM“, sagt Tabellenführer Paffett. „Es ist ein großartiger Austragungsort und eine sehr fordernde Strecke, die viel Spaß macht. Unser Auto hat bisher in dieser Saison gut funktioniert. Hoffentlich können wir die Führung in Zandvoort weiter ausbauen. Ich würde gerne eines oder gar beide Rennen gewinnen und auf dem Podium stehen, da ich diese Strecke wirklich sehr mag.“ Mercedes-AMG führt vor den Rennen in Zandvoort die Fahrer-, Konstrukteurs- und Teamwertung an.
 
Audi-Piloten hatten viele emotionale Erlebnisse

Nachholbedarf in allen drei Wertungen hat der dreifache Titelverteidiger Audi. Lokalmatador Robin Frijns hofft, dass er auf der 4,307 Kilometer langen Rennstrecke in den Dünen mit seinem Audi RS 5 DTM keinen Sand ins Getriebe bekommt. „Die niederländischen Fans sind sehr enthusiastisch. Ich hoffe, ich kann ihnen einen Sieg schenken“, sagt Frijns. Für seine Audi-Kollegen bleibt hingegen vorerst der Blick in die glorreiche Vergangenheit, denn sie verbinden mit Zandvoort viele emotionale Erlebnisse. Mike Rockenfeller feierte 2011 an der Nordsee seinen ersten DTM-Sieg. Zwei Jahre später krönte er sich dort zum DTM-Champion. Teamkollege Loïc Duval holte in der vergangenen Saison in Zandvoort sein erstes Podiumsergebnis in der DTM und ist mit einer Zeit von 1.29,168 Minuten aktueller DTM-Rundenrekordhalter. Der aktuelle DTM-Champion René Rast kam 2016 in Zandvoort im wahrsten Sinne des Wortes „über Nacht“ zu seinem unerwarteten DTM-Debüt, als er für den im Samstagsrennen verletzten Adrien Tambay einsprang. Teamkollege Jamie Green schließlich bezeichnet seinen Triumph 2016 in Zandvoort als den wertvollsten seiner bisherigen 16 Erfolge in der DTM. „Ich wollte diesen Sieg unbedingt – und es hat zehn Jahre gedauert, bis es endlich geklappt hat“, sagt er. „Zandvoort ist eine der echten Fahrerstrecken im Kalender. Dort zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes.“
 
Hochkarätige Rennserien im Rahmenprogramm

Neben den Kämpfen der DTM-Piloten wird es auch in den Rahmenrennserien hoch hergehen. In der beliebten FIA Formel-3-Europameisterschaft trifft Mick Schumacher auf andere hochkarätige Nachwuchstalente wie Marcus Armstrong und Daniel Ticktum. Darüber hinaus sind die Boliden der Supercar Challenge und der GT & Prototype Challenge in jeweils zwei Rennen erstmalig bei der DTM zu bestaunen.
 
Den Besuchern wird auch über den Motorsport hinaus einiges geboten. Das abwechslungsreiche Programm macht jedes Rennwochenende zu einem familienfreundlichen Event. Im Fahrerlager gibt es zahlreiche Attraktionen wie Autogrammstunden der Stars oder Gewinnspiele. Daneben bieten Pit View und Pit Walk Einblicke hinter die Kulissen der DTM. Und wer zwischendurch eine Pause einlegen möchte, ist im Fan Village mit seinen Food-Trucks bestens aufgehoben.

Donnerstag, 12. Juli 2018

DTM: Stimmen der Mercedes-Piloten vor den DTM-Rennen in Zandvoort

Meisterschaftsführender Gary Paffett
Foto: Mercedes.Motorsport/Wolfgang Wilhelm
Gary Paffett (37 Jahre, England):
„Zandvoort ist wahrscheinlich meine Lieblingsstrecke in der DTM. Es ist ein großartiger Austragungsort und eine sehr fordernde Strecke, die viel Spaß macht. Unser Auto hat bisher in dieser Saison gut funktioniert und wir führen die Meisterschaft aktuell mit einem kleinen Vorsprung an. Hoffentlich können wir die Führung in Zandvoort weiter ausbauen. Am wichtigsten wird es sein, gute Ergebnisse einzufahren. Ich würde natürlich gerne eines oder gar beide Rennen gewinnen und auf dem Podium stehen, da ich diese Strecke wirklich sehr mag.“

Edoardo Mortara (31 Jahre, Italien):
„Wir haben ein konkurrenzfähiges Auto und waren bislang an jedem Rennwochenende gut dabei. Umso mehr Spaß macht es, die Rennen in diesem Jahr anzugehen. Alles in allem freue ich mich auf das kommende Wochenende in Zandvoort. Die Strecke hat mir in der Vergangenheit gut gelegen und ich habe dort auch schon gewonnen. Es ist ein wichtiges Wochenende für uns und ich hoffe, dass ich den Schwung der letzten Rennen mitnehmen kann.“


Paul Di Resta (32 Jahre, Schottland):
„An diesem Wochenende erreichen wir den Halbzeitpunkt in dieser Saison. Jetzt beginnt langsam die heiße Phase in der Meisterschaft. Ich freue mich darauf, wieder nach Zandvoort zu kommen. Die Strecke ähnelt der in Budapest und dort haben wir eine großartige Performance gezeigt. Aber in der DTM kommt es darauf an, konstant Leistung zu zeigen. Das Team arbeitet hart daran, weiterhin gute Ergebnisse zu erzielen.“


Lucas Auer (23 Jahre, Österreich):
„Zandvoort ist eine Mega-Oldschool-Strecke. Bei den ganzen heißen Kurven mit nur wenig Auslaufzonen kannst du zeigen, wo die Eier sind, wie wir in Österreich sagen. Aber im Ernst: Es ist eine coole Strecke, irrsinnig anspruchsvoll, mit dem neuen Asphalt brutal schnell. Ich bin richtig heiß darauf, jetzt mit dieser Generation an DTM-Fahrzeugen dort zu fahren und herauszufinden, wo das Limit liegt.“


Pascal Wehrlein (23 Jahre, Deutschland):
„Seit dem letzten Rennen auf dem Norisring hatten wir etwas mehr Zeit, weshalb ich mich freue, dass es am kommenden Wochenende endlich weitergeht. Schließlich sind die Rennwochenenden die schönsten des Jahres. Nach dem negativen Wochenende in Nürnberg gehe ich fest davon aus, dass ich mich in Zandvoort gestärkt zurückmelden kann. Dafür werde ich alles geben.“


Daniel Juncadella (27 Jahre, Spanien):
„Zandvoort gehört zu meinen Lieblingsstrecken in der DTM. Ich habe dort schon in der Formel 3 gewonnen und 2012 beim Formel 3 Masters einen meiner größten Erfolge gefeiert. Die Strecke gefällt mir super. Es ist eine echte Fahrerstrecke, auf der man sich keinen Fehler erlauben darf. Unser Auto ist in dieser Saison sehr schnell und wir sind auf das Wochenende gut vorbereitet. Auf dem Norisring hatte ich mein bislang bestes Rennwochenende in der DTM und daran möchte ich in Zandvoort nun gerne anknüpfen.“

Mittwoch, 11. Juli 2018

DTM: Drei Fragen an Lucas Auer

Die DTM gastiert seit der Saison 2001 auf dem Circuit Zandvoort. Seitdem hat Mercedes-AMG Motorsport sechs Siege auf dem Dünenkurs eingefahren. Gary Paffett ist mit drei Siegen (2005, 2009, 2010) der erfolgreichste aktive DTM-Fahrer auf dieser Strecke. Gleich bei der Rennpremiere im Jahr 2001 erzielte Uwe Alzen in einem packenden Finish den ersten DTM-Sieg für die Marke mit dem Stern in Zandvoort. Zwei Jahre später fuhr Christijan Albers bei seinem Heimrennen den ersten und bislang einzigen DTM-Sieg eines Niederländers auf dieser Strecke ein. Den bislang letzten Sieg des Teams in den Niederlanden feierte Robert Wickens im ersten Lauf 2016.

Das bevorstehende Rennwochenende war Anlass für ein kurzes Interview mit dem Mercedes-Piloten Lucas Auer:
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas, wie ist die Saison bislang aus Deiner Sicht verlaufen?
 
Lucas Auer: Bis jetzt gut. Ich sage bewusst nicht sehr gut, aber gut. Der Speed ist absolut so, wie er sein muss und ich habe riesige Schritte beim Reifenmanagement gemacht. Deshalb bin ich mit der aktuellen Position zufrieden. Am kommenden Wochenende in Zandvoort ist erst Saisonhalbzeit und es liegt noch ein langer Weg vor uns.
 
Du hast das Reifenmanagement angesprochen. Das wird in Zandvoort sicherlich einer der Schlüssel zum Erfolg. Worauf kommt es auf dieser Strecke noch an?
 
Lucas Auer: Das Qualifying ist in Zandvoort die halbe Miete. Wenn du dann auch noch das Reifenmanagement im Griff hast, sieht es gut aus. Wenn du allerdings Reifenprobleme hast, wird es interessant. Jetzt müssen wir abwarten, wie es mit der aktuellen Fahrzeuggeneration aussehen wird.
 
Du warst zuletzt auch beim Großen Preis von Österreich in Spielberg und hast Dich als TV-Experte engagiert. Wie viel Spaß machen Dir solche Aufgaben?
 
Lucas Auer: So ein Formel 1-Rennwochenende in Spielberg ist ja fast wie Urlaub. Das Drumherum ist richtig cool. Da fühlt man sich einfach wohl und kann sich entspannen. Schließlich bin auch ich ein Motorsportfan. Meine Arbeit beim ORF war eine sehr coole Erfahrung für mich. Es war sehr interessant und ich freue mich immer riesig, wenn ich Zeit habe und live dabei sein kann.

Die erste Saisonhälfte der DTM geht für die sechs BMW Piloten in Zandvoort an diesem Wochenende zu Ende

Foto: Jens Hawrda
Zum fünften Rennwochenende der DTM-Saison 2018 startet BMW M Motorsport an der Nordsee, wo die Rennen neun und zehn in Zandvoort (NED) ausgetragen werden. Der "Circuit Park" ist eine ikonische Strecke in den Dünen - anspruchsvoll und schnell in gleichem Maße.

Seit 2012 haben BMW Fahrer dort insgesamt vier Siege eingefahren und wollen die erste Hälfte der Saison 2018 mit einer starken Leistung beenden. Marco Wittmann (GER) ist derzeit der bestplatzierte BMW Fahrer in der Gesamtwertung. Mit 92 Punkten steht er auf dem dritten Platz. Sein Teamkollege Timo Glock (GER) hat die gleiche Punktzahl erreicht, liegt aber aufgrund einer geringeren Anzahl an Siegen auf dem vierten Platz (Wittmann zwei Siege, Glock ein Sieg). Besonders Wittmann fährt voller Zuversicht an die Nordseeküste er war dort dreimal hintereinander auf dem Podium, wodurch er sich immer wieder an die Spitze der Fahrerwertung setzen konnte.

GT-Masters: Interview mit Timo Scheider

Timo Scheider: "Gebe alles, um das ADAC GT Masters zu gewinnen"

Timo Scheider (l.) und Mikkel Jensen
Foto: ADAC-Motorsport
  •  Ex-DTM-Champion spricht im Interview über seine ersten Rennen im ADAC GT Masters 
  • Scheider von Leistungsdichte in der "Liga der Supersportwagen" beeindruckt 
  • BMW-Pilot will unter die ersten drei der Gesamtwertung

Ex-DTM-Star Timo Scheider (39/Lochau, BMW Team Schnitzer) blickt im Interview auf seinen Einstand im ADAC GT Masters zurück. Er erklärt seine Rolle als Mentor der BMW-Junioren und sagt, was seine Ziele bei den verbleibenden Rennen der "Liga der Supersportwagen" sind.

Herr Scheider, Sie haben Ihre ersten drei Rennwochenenden im ADAC GT Masters absolviert und sind zwei Mal auf das Podest gefahren. Zeit für eine Zwischenbilanz. Wie haben Sie sich im ADAC GT Masters eingelebt?

Scheider: "Ich fühle mich im ADAC GT Masters sehr wohl. Das Gesamtpaket auch mit dem BMW Team Schnitzer und der gesamten BMW-Crew passt. Für mich sind die Wochenenden im Vergleich zur DTM entspannt. Aber mein Ziel im ADAC GT Masters ist natürlich ebenfalls möglichst erfolgreich zu sein. Konsequentes Arbeiten hat dabei natürlich oberste Priorität. Ich muss jedoch auch sagen, dass ich mich noch - nach 16 Jahren in der DTM - in manchen Situationen an das GT3-Auto herantasten muss. Ich lerne immer noch das eine oder andere dazu. Aber es ist gut, wenn man auch im höheren Rennfahreralter noch etwas lernen kann. Mein Ziel bleibt natürlich, immer so schnell wie möglich zu sein."

Was hat Sie in der Serie am meisten überrascht?

"Auf jeden Fall die Ausgeglichenheit. In Spielberg lagen zum Beispiel mal 29 Autos innerhalb von einer Sekunde - und das bei acht verschiedenen Herstellern. Das ist wirklich sehr beeindruckend und zeigt die Qualität der Serie und die der Fahrer, die mittlerweile im ADAC GT Masters starten. Es sind große Namen aus der DTM, aus dem Sportwagenbereich oder aus anderen Serien dort unterwegs - und es kriegt niemand etwas geschenkt. Denn auch die anderen Teams und Fahrer arbeiten auf einem extrem hohen Niveau."

Sie arbeiten im BMW Team Schnitzer eng mit den BMW-Junioren zusammen. Wie sehen Sie da ihre Rolle?

"Es macht unheimlich viel Spaß mit den Jungs zusammenzuarbeiten. Ich bin zwar so etwas wie ihr Mentor, aber wir sind auch Teamkollegen und schon Kumpels geworden. Wir versuchen alle gemeinsam die Performance zu verbessern - sowohl auf als auch neben der Rennstrecke. Wenn sie eine Frage stellen, gebe ich gerne Auskunft. Wie gut unser Verhältnis ist, zeigt sich auch daran, dass die Junioren mich in Schweden in der Rallycross-WM mit einem Wohnmobil besucht haben. Wir sind mehr als bloß Teamkollegen."

Ein paar Sätze zu Mikkel Jensen, mit dem Sie sich den BMW M6 GT3 teilen. Wie schlägt er sich?

"Er schlägt sich unheimlich gut. Er ist sehr ehrgeizig und fokussiert. Er sagt, was er denkt. Das finde ich sehr positiv. Vom Speed her ist er unheimlich stark. Er weiß schon wirklich, wie man ein GT-Auto im Grenzbereich bewegt. Daher gibt es sogar die eine oder andere Situation, in der ich mir auch Dinge abschauen kann."

Anfang August geht es auf dem Nürburgring mit dem ADAC GT Masters weiter. Was erwarten Sie sich von der zweiten Saisonhälfte?

"Vor dem Wochenende in Spielberg hatten wir uns vorgenommen, möglichst viele Punkte einzufahren, damit wir im Titelkampf mitreden können. Das Wochenende dort ist sehr gut verlaufen. Wir sind jetzt Fünfte in der Gesamtwertung und noch in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Ich sehe für uns das Ziel, die Top drei der Punktewertung zu erreichen. Dafür ist es ganz, ganz wichtig, konstant zu punkten. Wenn das gelingt, hat man eine realistische Chance unter die ersten drei zu fahren. Und wenn es am Ende sogar eine Chance auf den Titel gibt, nehme ich diese gern an. Ich würde natürlich alles dafür geben, das ADAC GT Masters zu gewinnen."
 

Dienstag, 10. Juli 2018

Vorschau DTM Zandvoort - Audi unter Druck

  • Kurs in den niederländischen Dünen eine der herausforderndsten der Saison
  • Berg-und-Tal-Bahn besonders belastend für die Reifen
 
Wer DTM-Piloten nach ihrer Lieblingsrennstrecke fragt, bekommt fast immer dieselbe Antwort: Zandvoort. Die Berg-und-Tal-Bahn an der niederländischen Nordseeküste ist an diesem Wochenende (14./15. Juli) Schauplatz der DTM-Rennen neun und zehn.
Foto: Audi-Motorsport
Lokalmatador Robin Frijns kann es kaum erwarten, die 4,307 Kilometer lange Rennstrecke in den Dünen des populären Seebads mit seinem Audi RS 5 DTM in Angriff zu nehmen. Und auch seine fünf Markenkollegen schwärmen von der wohl anspruchsvollsten Rennstrecke der DTM. Die Audi-Piloten verbinden mit Zandvoort besonders viele emotionale Erlebnisse.
 
Mike Rockenfeller feierte 2011 an der Nordsee seinen ersten DTM-Sieg. Zwei Jahre später krönte er sich dort zum DTM-Champion. Teamkollege Loïc Duval holte in der vergangenen Saison in Zandvoort sein erstes Podium in der DTM und ist mit einer Zeit von 1.29,168 Minuten aktueller DTM-Rundenrekordhalter. Nico Müller zeigte auf dem Dünenkurs schon mehrere sehenswerte Aufholjagden und verpasste ein Podiumsresultat mehrmals nur ganz knapp.
 
Der amtierende DTM-Champion René Rast kam 2016 in Zandvoort im wahrsten Sinne des Wortes „über Nacht“ zu einem unerwarteten DTM-Debüt, als er für den im Samstagsrennen verletzten Adrien Tambay einsprang. Teamkollege Jamie Green schließlich bezeichnet seinen Triumph 2016 in Zandvoort als den wertvollsten seiner bisherigen 16 Erfolge in der DTM. „Ich wollte diesen Sieg unbedingt – und es hat zehn Jahre gedauert, bis es endlich geklappt hat“, sagt der Audi-Pilot. „Zandvoort ist eine der echten Fahrerstrecken im Kalender. Dort zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes.“
 
DTM-Neuling Robin Frijns kennt Zandvoort aus dem Formelsport und von seinen GT3-Einsätzen im Audi R8 LMS. „Die Strecke erlaubt keine Fehler, sonst landet man schnell im Kiesbett oder direkt in einer Bande“, sagt der Niederländer vor seinem ersten DTM-Heimspiel. „Die Streckenführung ist sehr eng, somit ist es schwierig zu überholen. Die besten Chancen hat man in der sogenannten Tarzanbocht und im Audi S.“ Ihm persönlich gefallen besonders die Hochgeschwindigkeits-Passagen wie die extrem schnelle Scheivlak-Kurve, die die Rennfahrer mit rund 240 km/h durchfahren.
 
Nicht nur wegen der schnellen Kurven gilt Zandvoort als besonders anspruchsvoll. Der gesamte Kurs liegt mitten in den Dünen direkt an der Nordseeküste. Häufig herrscht ein böiger Wind, den die Fahrer in ihrem Rennwagen spüren. Zudem wird immer wieder Sand auf die Strecke geweht. Das Grip-Level kann also von Runde zu Runde variieren. Auch die Reifen werden in Zandvoort stärker strapaziert als auf anderen DTM-Rennstrecken. Speziell der linke Vorderreifen ist hohen Belastungen ausgesetzt. „Durch den reduzierten Abtrieb dürfte der Reifenabbau in diesem Jahr ein noch größeres Thema sein als bisher“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Ich gehe davon aus, dass wir zwei klassische Rennen mit Boxenstopps zur Rennmitte sehen werden. Ohne großes Risiko ist strategisch nicht viel möglich.“ Gass wird die DTM-Rennen zur Frühstückszeit von New York aus verfolgen, wo parallel das Finale der Elektro-Rennserie Formel E stattfindet.

Superstars und super Stimmung bei der IDM in Zolder

Foto: Dino Eisele
Das dritte Saison-Event der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) hatte eine besondere Würze. Die Suzuki-Stars Kevin Schwantz, 500 cm³-Weltmeister von 1993, und der aktuelle MotoGP-Fahrer Alex Rins verfolgten das Geschehen in Zolder und mischten sich unter die Fans. In der IDM Superbike 1000 ist nach Nerven aufreibenden Szenen der Titelkampf neu entfacht. Und vor allem eines machte die Runde: Die IDM findet auch 2019 statt. Die Motor Presse Stuttgart gibt als Promotor und Ausrichter der Serie schon jetzt allen Beteiligten grünes Licht für die Planung einer weiteren Saison. 

„Die IDM 2019 ist ein fester Bestandteil im Geschäftsfeld der Motor Presse Stuttgart“, versichert Matthias Schröter, der als Leiter des MOTORRAD action teams die Fäden vor Ort zieht.  „Die ersten Termine und Rennstrecken sind schon fixiert. Wir werden auf jeden Fall in Hockenheim und in Assen fahren. Außerdem soll die German Speedweek in Oschersleben zu einem Motorrad-Festival ausgebaut werden, in dem alle IDM-Klassen vertreten sind.“


In Zolder hatten diese jede Menge Action zu bieten. In der IDM Superbike 1000 ist der Titelkampf neu entfacht. Nach dem Sieg von Ilya Mikhalchik im ersten Rennen sah es schon aus, als ob der Ukrainer ein Dauer-Abonnement für die oberste Podeststufe hat. Selbst sein größter Gegner, Lokalheld Bastien Mackels, war um 0,025 Sekunden an ihm gescheitert. Teamkollege Julian Puffe sorgte für einen BMW-Dreifach-Triumph auf dem Siegerpodium. Als Vierter brachte Stefan Kerschbaumer (MPB Racing) die erste Yamaha ins Ziel. Die Marken reihten sich auf wie am Schnürchen. Fünfter wurde Suzuki-Mann Dominic Schmitter, der sich Platz um Platz nach vorn gekämpft hatte. Mit Jan Halbich folgte auf dem sechsten Platz der erste Honda-Fahrer. Lucy Glöckner, die Power-Lady von Kawasaki, wurde Zehnte und ließ dabei selbst den Marken-Kollegen Mathieu Gines (Weber Motos) aus der Langstreckenweltmeisterschaft hinter sich.
 
Der zweite IDM Superbike-Lauf endete mit einer handfesten Überraschung, nachdem Mikhalchik gleich in der ersten Kurve von einem übermotivierten Konkurrenten in den Kies befördert wurde und eine Aufholjagd starten musste. Nach 17 Rennrunden stiegen Bastien Mackels und die Yamaha-Teamkollegen Stefan Kerschbaumer und Daniel Kartheininger (MPB Racing) aufs Podest. Für Kartheininger war es das erste Mal seit 2013. Mit dieser Konstellation hatte keiner gerechnet. Mikhalchik wurde Vierter und hatte noch zwei Plätze durch stürzende Fahrer geerbt. Die Turbulenzen treiben die Spannung im Titelkampf gehörig nach oben.
 
In der IDM Supersport 600 gibt es mit Marc Buchner einen neuen Spitzenreiter. Er verdrängte Kevin Wahr, der sogar auf den dritten Platz zurückfiel. Der Nagolder kämpfte in Belgien mit technischen Problemen, musste sich sogar ein Motorrad ausleihen, um Schadensbegrenzung zu üben. Auf Platz zwei rangiert der Sachse Max Enderlein, der beide Läufe in Zolder gewann.
 
In der kleinen 300er-Klasse standen nach beiden Läufen die gleichen Nachwuchsfahrer auf dem Treppchen, nur in anderer Reihenfolge. Toni Erhard, der als bester Deutscher Dritter der Gesamtwertung ist, wurde zwar auch im Rennen zweimal Dritter, aber Victor Steeman und Dion Otten teilten sich die Siege. Niederländer Steeman führt die IDM Supersport 300-Wertung nacch vier Läufen mit 90 Punkten vor seinem Landsmann Otten an, der 67 Meisterschaftszähler hat. Erhard ist mit 65 Punkten nur einen Hauch dahinter. 
 
In der IDM Sidecar führt Titelverteidiger Bennie Streuer mit seinem Beifahrer Gerard Daalhuizen die Tabelle an. Beide Rennen in Zolder wurden optisch von Josef Sattler/Uwe Neubert gewonnen, doch das deutsche Team wurde nach dem zweiten Lauf disqualifiziert. Bei der technischen Kontrolle wurde Unregelmäßigkeiten am Motor festgestellt. Sattler geht in die Berufung. Nach der jetzigen Lage ist Streuer der Sieger.
 
Mit dem Twin 700 Cup sowie auch dem Suzuki GSX-R 1000 Cup im Rahmenprogramm bot das dritte IDM-Wochenende den Zuschauern ein Rundum-Sorglos-Paket. Zumal sich Suzuki als IDM-Poolpartner entschieden hatte, das erste europäische Suzuki GSX-R-Treffen gemeinsam mit der IDM zu veranstalten. Besonders Stargast Kevin Schwantz zeigte sich begeistert, plauderte im IDM Paddock-Talk, signierte T-Shirts und Motorräder und beobachtete das Superbike-Rennen von der Sprecherkabine aus. Sein Kommentar: „Eine fantastische, durchstrukturierte Meisterschaft. Absolut.“