Montag, 24. Juni 2024

IDM SBK Most: Alt besiegt Mikhalchik auf Messers Schneide

So schnell wie Ilya Mikhalchik seinem direkten Gegner Florian Alt im ersten IDM Superbike-Lauf die Führung abgenommen hatte, so schnell war er sie auch wieder los. Denn Alt gewann das zweite Rennen nach einem explosiven Duell mit dem Ukrainer mit einem Vorsprung von 0,031 Sekunden. Es war der erste Sieg des Deutschen in der aktuellen Saison.

Nach dem Start fädelten sich alle 28 Fahrer in die erste Kurve ein. Keiner stürzte oder fuhr gerade aus. Das ist an der zentralen Stelle wichtig. Mikhalchik (Champion Alpha BMW) konnte seine Pole Position nicht umsetzen, sondern Alt (HRP-Honda) übernahm das Zepter vor Toni Finsterbusch (GERT56) und Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport). Patrick Hobelsberger (GERT56) hatte den Start vermasselt, kam auf P 10 aus der ersten Runde zurück und versuchte zu retten, was möglich war.

In der dritten Runde hatte sich das Feld sortiert. Die ersten Lücken wurden sichtbar. Die erste Gruppe war mit Alt, Finsterbusch, Mikhalchik, Soomer und Lorenzo Zanetti (Triple M Ducati) besetzt. Den zweiten Zug führte Jan-Ole Jähnig (GERT56) an. Vorne konnte sich Alt nicht absetzen, dafür nahm Zanetti in der Kurve den Notausgang und fuhr geradeaus. Das kostete Zeit und damit war der weitere Kampf ums Podium gegessen. Finsterbusch verteidigte seine Stellung hinter Titelverteidiger Alt und vor dem dreifachen Champion Mikhalchik, doch dieser bremste sich später sauber am Sachsen vorbei.

Mikhalchik krabbelte Alt fast in den Auspuff, so eng ging es fortan um den Sieg zu. Aber der Ukrainer setzte lange nicht zur Attacke an. Beide fuhren unterschiedliche Linien. Mikhalchik zeigte sich zwar immer wieder, doch der richtige Angriff blieb zunächst aus. Bis es richtig losging. Den Zeitpunkt konnte Alt nicht ansatzweise erahnt haben. Was sich in den letzten Runden auf der Strecke abspielte, war eine Wucht. Zwischen den Gegnern ging es hin und her. Sie fanden bislang fast unmögliche Stellen zum Überholen. Mikhalchik und Alt wehrten sich beide vom Feinsten und erst auf der Ziellinie war klar, dass Alt am Ende mit 0,031 Sekunden Vorsprung gewonnen hatte. Teamchef Jens Holzhauer schwenkte ganz verzückt seine Fähnchen. „Ich bin absolut happy“, kommentierte Alt sein Rennen, „es war fairer von den Reifen her und ich habe alles gegeben.“ Im ersten Lauf war der 28-Jährige mit der härtesten und im zweiten Rennen mit der weichsten Reifenmischung ausgerückt. Die IDM-Führung hat er sich auch zurückgeholt. Es steht genauso wie es vor der Veranstaltung war: „Flo“ hat zwei Meisterschaftspunkte mehr als Mikhalchik.

Soomer hatte sich aus dem Trubel herausgehalten und war vielmehr glücklich, nach seinem fatalen Sturz im ersten Lauf nun endlich aufs Podium zu dürfen. Die BMW war nach seinem Abflug nicht mehr als ganzes Stück zurück in die Box gekommen. Seine Crew, die bis zum zweiten Rennen alles instand setzte, darf sich nun freuen, denn Soomer hat gesagt: „Da werde ich heute Abend wohl eine ganze Palette Bier spendieren.“

IDM Superbike, Rennen 2 (Top-Five)

1. Florian ALT (D/Honda)
2. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)
3. Hannes SOOMER (EST/BMW)
4. Toni FINSTERBUSCH (D/BMW)
5. Lorenzo ZANETTI (I/Ducati)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM SSP Most: Mehr Ausbeute als bei Kofler ist nicht möglich

Es war das beste Wochenende seiner Supersport-Karriere. Andreas Kofler hat im tschechischen Most auch das zweite Rennen in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) gewonnen. Dem aktuellen Vizemeister Twan Smits klebt das Pech dagegen weiterhin an den Fersen.

Für Twan Smits (Team Apreco) war der Start das Beste, was ihm passieren konnte. Der Niederländer preschte auf seiner Yamaha vom sechsten Platz direkt an die Spitze. Ausgerechnet der sonstige Schnellstarter Andreas Kofler (Yamalube Kofler Motorsport) ließ diesmal auf sich warten und musste als Polesetter Verluste hinnehmen. Vom Trubel dahinter bekamen beide Fahrer nichts mit. Gastfahrer Jonas Kocourek (SP Race Project, Ducati) kriegte die erste Kurve nicht und fuhr geradeaus. Gleichzeitig ratterte Kyle Smith (Weber Kawasaki) an anderer Stelle durchs Kiesbett. Für den Briten war der Event beendet.

Smits und Kofler wechselten sich anschließend mit der Führung ab. Dirk Geiger (MCA Racing, Honda) und Kas Beekmans (Team Apreco) dominierten in der Verfolgergruppe. Lennox Lehmann (Yamalube Kofler Motorsport) fiel aus und Filip Feigl (Genius Racing Team) fuhr auf seiner Heimstrecke auf den vierten Platz nach vorn. Der Tscheche hatte nach vorne und hinten Luft. Das Gute daran: Der Platz war sicher.

Ein Trio mit Smits, Kofler und Daniel Blin (AF Racing, Ducati) führte das Feld in die zweite Halbzeit. Das Rennen ging über 14 Runden auf der 4,212 km langen Strecke. Feigl war dahinter inzwischen nicht mehr alleine und gleich gar nicht mehr sicher. Seine Verfolger hatten die Lücke zu ihm geschlossen.

Dann der Schock: Smits stürzte in Führung liegend aus dem Rennen. Das konnte fast nicht wahr sein. Gestern stand der Vizemeister des vergangenen Jahres nach vielen Rückschlägen endlich einmal auf dem Podium und hatte seinen Befreiungsschlag genossen. Heute fiel er wieder ganz nach unten. Seinen Traum, in diesem Jahr den Meistertitel zu holen, dürfte er kaum noch verwirklichen können.

Kofler war der strahlende Sieger im Ziel. Der 19-jährige Sproß aus dem österreichischen Familienteam hatte ein astreines Rennen bis zum Schluss gezeigt. Er konnte die Führung in der Meisterschaft ausbauen. „Es läuft“, war sein knapper Kommentar, dem nichts hinzuzufügen ist. Beide Rennen in Most gewonnen, dritte Pole Position gehabt, Tabellen-Erster. Was will man mehr. Weil Luca de Vleeschauwer, der Triumph-Doppelsieger von Oschersleben, heute nicht den besten Tag hatte, beträgt der Vorsprung von Kofler auf den Belgier nun 31 Punkte statt bisher zwei.

Feigl wurde noch von den Gastfahrern Jonáš Kocourek (der sich nach seinem anfänglichen Umweg wieder erholt hatte), Marcel Brenner (VIAMO Racing by MTM) sowie Luca Göttlicher (Triumph Germany Supersport Racing geschnupft. Da Kocourek und Brenner außer der Wertung fuhren, erhielt Göttlicher Meisterschaftspunkte, als ob er als Dritter hinter Blin ins Ziel gekommen wäre.

IDM Supersport, Rennen 2 (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A/Yamaha)
2. Daniel BLIN (PL/Ducati)
3. Jonáš KOCOUREK (CZ/Ducati)
4. Marcel BRENNER (CH/Kawasaki)
5. Luca GÖTTLICHER (D/Triumph)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM SSP 300 Most: Doppelsieg für Gaggi, volle Punkte für Buis

Das zweite Rennen der Supersport 300 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) endete mit dem Gaststarter Marco Gaggi (BrCorse) auf dem obersten Podest. Der junge Italiener lieferte sich über die gesamte Renndistanz packende Duelle mit der orangefarbenen KTM-Armada, bestehend aus Jeffrey Buis, Ruben Bijman und Oliver Svendsen (alle Freudenberg KTM-Paligo Racing). Am Ende wusste Gaggi jedoch am besten, wie er den meisten Schwung aus der letzten Kurve vor dem Ziel mitnehmen konnte. Dadurch überquerte er trotz fehlendem Windschatten die Ziellinie einen halben Meter vor Jeffrey Buis. „Mit einer Pole-Position und zwei Siegen hatte ich definitiv ein tolles Wochenende“, bestätigte Gaggi und fügte hinzu: „Mit den Änderungen am Bike, die wir hier in Most vorgenommen haben, möchte ich in die nächsten Rennen der Weltmeisterschaft gehen.“

Jeffrey Buis belegte erneut den zweiten Platz. Der Niederländer demonstrierte mit beeindruckenden Überholmanövern seine Fähigkeiten als zweifacher Weltmeister. Dennoch reichte es am Ende nicht für den Sieg. „Es war heute wirklich knapp und es hat nicht viel gefehlt. Dennoch bin ich mit meiner Geschwindigkeit und dem Ergebnis an diesem Wochenende zufrieden“, kommentierte Buis seine Leistung. Da Gaggi als Gaststarter nicht gewertet wird, erhält Buis für seine beiden Platzierungen die volle Punktzahl und übernimmt wieder die Führung in der Meisterschaft.

Ruben Bijman wurde Dritter, hatte jedoch Glück, dass er überhaupt noch heil ins Ziel angekommen ist. “In der vorletzten Runde hatte ich einen Schockmoment und bin ich fast gestürzt”, sagte Bijman bei der Siegerehrung. Zwar konnte er die daraus entstandene Lücke zu den beiden Spitzenreitern wieder schließen, für ein Überholmanöver reichte es trotzdem nicht mehr.

Ruben Bijman wurde Dritter und hatte dabei Glück, überhaupt heil ins Ziel zu kommen. „In der vorletzten Runde hatte ich einen Schockmoment und bin fast gestürzt,“ sagte Bijman bei der Siegerehrung. Zwar konnte er die entstandene Lücke zu den beiden Spitzenreitern wieder schließen, doch für ein Überholmanöver reichte es nicht mehr.

Oliver Svendsen kam als Vierter ins Ziel und verpasste das Podium nur knapp. Den Kampf um die Meisterschaftsführung hat der Däne an diesem Wochenende zwar verloren, doch mit einem dritten und einem vierten Platz in beiden Rennen sammelte er wertvolle Punkte. Nach Most liegt er nun drei Zähler hinter Buis.

Für Dylan Czarkowski (DC Racing) verlief das Wochenende gemischt, aber er war mit seinem fünften Platz im zweiten Rennen durchaus zufrieden. „Ich hatte die gleiche Geschwindigkeit wie die Spitzengruppe, doch ein kleiner Fehler kostete mich entscheidende Meter, sodass ich nicht mehr mithalten konnte,“ erklärte Czarkowski im Anschluss. Dennoch gelang es ihm, sich gegen die WM-Fahrer Filip Novotny und Christopher Clark(veide Accolade Smrz Racing BGR) durchzusetzen, die auf den Positionen sechs und sieben landeten.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte hingegen Phillip Tonn (Freudenberg KTM-Paligo Racing). Nach einem unverschuldeten Ausfall im ersten Lauf am Samstag musste er am Sonntag einen weiteren Sturz hinnehmen. Zwar konnte er das Motorrad wieder aufstellen und weiterfahren, beendete das Rennen jedoch als Letzter auf Platz 13.

Für den Niderländer Senna van den Hoven (Molenaar Racing) endete der zweite Renntag bereits am Morgen im Warm-Up. Er stürzte schwer und wurde daraufhin ins Krankenhaus geflogen, wo er medizinisch versorgt wurde.

Ergebnis IDM Supersport 300, Race 2 (Top-Five)

  1.     Marco GAGGI (ITA/Yamaha)
  2.     Jeffrey BUIS (NLD/KTM)
  3.     Ruben BIJMAN (NLD/KTM)
  4.     Oliver SVENDSEN (DNK/KTM)
  5.     Dylan CZARKOWSKI (NLD/Yamaha)


Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

Sonntag, 23. Juni 2024

IDM SBK Most: Kein Soomer-Märchen, Mikhalchik gewinnt

Hannes Soomer begräbt seine Siegchancen im Kiesbett
Foto: Jens Hawrda

Der erste IDM Superbike-Lauf im tschechischen Most war ein Wechselbad der Gefühle. Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport) hatte wie schon so oft die Fühler nach dem ersten Sieg in der Top-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ausgestreckt, ohne Erfolg. Zum dritten Mal in diesem Jahr triumphierte Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW Racing), mit dem Titelverteidiger Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und Jan-Ole Jähnig (GERT56) aufs Podium stiegen.

Rundenlang hatte Florian Alt mit der Holzhauer-Honda in Führung gelegen. Auf der Geraden lief die Fireblade wie geschmiert. Aber im Geschlängel passierte ein Fehler, den der 28-jährige Engelskirchener nicht ausbügeln konnte. Patrick Hobelsberger (GERT56) und Mikhalchik nutzten die Situation gnadenlos aus und zogen vorbei. Auf der Bremse war die Konkurrenz in dem Moment stärker als der Titelverteidiger.

Hobelsberger übernahm die Führung, dann war Mikhalchik an der Reihe und schließlich mischte auch noch Hannes Soomer im Spiel mit. Der Este war zur Halbzeit richtig in Fahrt gekommen und konnte mit dem dreifachen Superbike-Meister Mikhalchik mithalten. Das Podium kennt Soomer schon aus der Vergangenheit. Ein Sieg in der Top-Klasse fehlt ihm aber bis heute. Die Zeit dafür war reif. In der zwölften Runde holte der 26-Jährige aus Tallinn zum großen Schlag aus. Mikhalchik hatte sich eben noch nach hinten versichert, als es passierte. Soomer ließ die schlumpfblaue BMW neben dem Ukrainer aufblitzen und zeigte ihm das Hinterrad. Jetzt hatte der Este noch vier Runden zu überstehen, um endlich seinen ersten Sieg klar zu machen.

Ein paar Meter weiter hinten tobte der Kampf um den vierten Platz. Als Hobelsberger von der Linie abkam, stach GERT56-Teamkollege Jan-Ole Jähnig in die entstandene Lücke hinein, was bei Hobelsbergers Rückkehr zu einer unsanften Berührung führte, deren Auswirkungen den anfänglichen Tabellen-Ersten auf Platz 17 zurück warfen. Das sah gar nicht gut aus für den Bayer, der schon zuletzt in Oschersleben schwer gebeutelt war und eigentlich um den Titel kämpfen will.

Zurück zur Spitze. Es war klar, dass von Mikhalchik noch ein Angriff auf den Führenden Soomer kommen würde. Es blieb nicht bei einem allein. Das Duell war kurz vor dem Ziel auf dem Höhepunkt als Soomer das Vorderrad der BMW wegrutschte und alle möglichen Punkte im Kies des Autodroms von Most versandeten. Fazit: Der dreifache IDM Superbike-Champion Ilya Mikhalchik ging zum dritten Mal in der aktuellen Saison als Sieger eines Rennens hervor.

Durch den Sturz von Soomer rückten Florian Alt und Jan-Ole Jähnig mit aufs Podium. Alt, der durch das Ergebnis die Gesamtwertung in der IDM Superbike an Mikhalchik verloren hat, sagte: „Wir hatten die bestmögliche Performance. Wenn wir damit nicht gewinnen, müssen wir eben solange Zweiter werden, bis alles stimmt. Aber unsere Zeit wird kommen.“ Insgeheim hofft er, dass die Temperaturen bis zum zweiten Lauf etwas steigen, um einen anderen Reifen einsetzen zu können.

Was sonst noch passierte: Bei den Verfolgern wurden etliche Plätze getauscht. Colin Velthuizen (RR Socia Racing) hatte sich krankheitsbedingt abgemeldet. Toni Finsterbusch (GERT56) machte nach einem hoffnungsvollen Beginn einen Umweg durchs Kiesbett und wurde am Ende Zehnter. Kevin Orgis (ORM Racing) war gleich in der Anfangsphase gestürzt. Und Thomas Gradinger (Eder Racing), der sich mit Ach und Krach über die Superpole 1 für die Superpole qualifiziert hatte und dort Achter geworden war, kam sogar als Sechster ins Ziel. Federico Caricasulo (Skach Motors Kawasaki) kam in die Punkteränge, erhält als Gastfahrer trotzdem keine Meisterschaftszähler. Und wie ging es bei Patrick Hobelsberger weiter? Der 27-Jährige rettete drei Punkte.


IDM Superbike, Rennen 1 (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

2. Florian ALT (D/Honda)

3. Jan-Ole JÄHNIG (D/BMW)

4. Lorenzo ZANETTI (I/Ducati)

5. Leandro MERCADO (ARG/Kawasaki)


Quelle: idem.de / Anke Wieczorek


IDM SSP Most: Zweiter Sieg bringt Kofler noch weiter nach vorn

Andreas Kofler #19
Foto: Jens Hawrda

Andreas Kofler hat den Bogen raus. Der 19-jährige Österreicher kann im Qualifying nicht nur exakt eine einzige Runde auf Befehl fahren, sondern er gönnt sich im Rennen auch den Sieg. Heute gelang dem Yamaha-Fahrer der zweite in der aktuellen Saison der IDM Supersport. Damit baute er seine Führung in der Gesamtwertung aus. Für Twan Smits (Team Apreco) war dagegen auch der zweite Platz ein Befreiungsschlag.

Kawasaki-Fahrer Marcel Brenner, aus der WM kommend, wollte die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) für Testzwecke nutzen und gestand: „Die Top 10 können problemlos in der Supersport-WM mithalten.“ Wie üblich gab es auch im Autodrom Most reichlich Turbulenzen. Auftaktsieger Stepan Zuda (AF-Racing-Team) musste aus der Boxengasse starten und dem Feld nachfahren, weil er im Qualifying bei der Boxenausfahrt über die weiße Begrenzungslinie gekommen war. Till Belczykowski (LJ Racing, MV Agusta) und Julius Caesar Rörig (MCA Racing) wurden in der ersten Kurve Opfer im Startgetümmel.

Andreas Kofler (Yamalube Kofler) legte von der Pole Position einen seiner Blitzstarts an den Tag. Marcel Brenner verteidigte seinen zweiten Platz und Kyle Smith (Kawasaki Weber) kam von der siebten auf die dritte Position nach vorn geschossen. Insgesamt 14 Runden waren zu absolvieren. In der dritten stürzte Smith aus dem Geschehen. Alles sah nach einer Soloflucht von Kofler aus, der im fünften Umlauf bereits 3,2 Sekunden Vorsprung vor dem ersten Verfolger hatte. Das war Marcel Brenner. Hinter diesem legte sich Daniel Blin (AF-Racing Team), der Trainings-Dritte, gerade mit Vizemeister Twan Smits an. Jener wiederum hatte in den letzten Wochen Pech am laufenden Band gehabt und ist seinem logischen Ziel, 2024 den Titel zu erringen, gerade weit entfernt. Doch der Niederländer gibt nicht auf, denn abgerechnet wird erst zum Schluss. Und es sah gut aus, was er heute machte. Smits nutzte alle Steilvorlagen, die sich ihm boten, zum Überholen aus und das galt letztlich für Blin wie auch für Brenner, der zum Schluss noch von Lennox Lehmann (Yamalube Kofler) auf den fünften Platz geschickt wurde.

Kofler hatte in der letzten Runde noch einen heftigen Rutscher, „ja, das Hinterrad hat a bissl angefangen zu tanzen“, aber 1,575 Sekunden Vorsprung waren im Ziel geblieben. Smits hat ihm für den zweiten Lauf am morgigen Sonntag eine Ansage gemacht: „Ich muss morgen am Start besser sein und dann werde ich mit Andy kämpfen.“

Das Feld war bunt durchgemischt. Luca de Vleeschauwer (MotoLife), der in Oschersleben für die ersten zwei Triumph-Siege gesorgt hatte, kam als Sechster ins Ziel, wurde aber als Fünfter gewertet, weil Marcel Brenner vor ihm als Gastfahrer keine Punkte bekam. Dirk Geiger brachte die Honda (MCA Racing) heute nur auf P10 über die 14 Runden. Aber der hinter dem Feld gestartete Stepan Zuda legte vom letzten Platz eine Aufholjagd hin, die sich sehen lassen konnte. Der tschechische Ducati-Fahrer sah die schwarz-weiß-karierte Zielflagge als Zwölfter.

IDM Supersport, Rennen 1 (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

2. Twan SMITS (NL/Yamaha)

3. Daniel BLIN (PL/Ducati)

4. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)

5. Marcel BRENNER (CH/Kawasaki)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek