Mittwoch, 21. August 2019

Interview mit dem Teamchef des DTM-Kundenteams WRT Team Audi Sport

Vincent Vosse: „Wir sind sehr glücklich, ein Teil der DTM zu sein“

WRT Team Audi Sport Teamchef Vicent Vosse
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Das WRT Team Audi Sport ist das erste Kundenteam der neuen DTM-Ära und für viele eine der größten Überraschungen des Jahres. Die beiden DTM-Rookies Jonathan Aberdein (21) und Pietro Fittipaldi (23) fahren mit ihren Audi RS 5 DTM regelmäßig in die Punkteränge. Vor den beiden DTM-Rennen auf dem Lausitzring (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live auf SAT.1) spricht Teamchef Vincent Vosse über die Premierensaison des belgischen Teams.

Diesen Sonntag feiert die DTM auf dem Lausitzring ihr 500. Rennen. Können Sie sich noch daran erinnern, wann Sie begonnen haben, die DTM zu verfolgen?
Anfang der 90er-Jahre habe ich einige DTM-Rennen in Zolder gesehen. Vor allem erinnere ich mich aber an die DTM 1995. Das war die Zeit mit Alfa Romeo, Mercedes und dem Opel Calibra. Ich kam aus dem Formelsport. Jason Watt und Jan Magnussen waren gute Freunde von mir. Beide gingen gerade in die DTM. Der eine bei Alfa Romeo, der andere bei Mercedes. Es waren insgesamt großartige Jahre für die DTM.

Welcher DTM-Fahrer hat Sie am meisten beeindruckt?
Ganz klar Bernd Schneider – und er beeindruckt mich noch immer.

Hatten Sie jemals die Chance, selbst ein DTM-Auto zu fahren?
Leider nein.

Würde es Sie reizen, den neuen Audi RS 5 DTM einmal auszuprobieren?
Das wäre sicher interessant. Vielleicht frage ich mal Dieter (Gass). Wir bräuchten auch gar nicht viel Material für die Sitzeinlage ...

Wie gefällt Ihnen die DTM?
Die DTM ist sehr eindrucksvoll. Das Racing ist sehr gut und die Qualität der Teams und der Fahrer einfach großartig. Für mich hat diese Kategorie eine große Zukunft, weil die Bühne einfach fantastisch ist.

Die erste DTM-Saison für WRT geht bald zu Ende. War es die richtige Entscheidung, sich als Kundenteam in die DTM zu wagen?
Ja, ganz sicher. Das Umfeld stimmt. Und die Jungs von Audi haben uns ganz toll geholfen. Wir sind sehr glücklich, ein Teil der DTM zu sein.

Würden Sie sich in Zukunft weitere Kundenteams in der DTM wünschen?
Ja. Das ist das Ziel und das war das Ziel. Es war vereinbart, dass auch von BMW ein Kundenteam kommen würde, doch am Ende kam es nicht. Wenn es in der Saison 2019 etwas Enttäuschendes gab, dann war es das.

Abgesehen vom Norisring hat Ihr Team bisher an jedem DTM-Wochenende Punkte geholt. Sind Sie mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden?
Das ist immer schwer zu sagen. Intern würde ich wahrscheinlich sagen: Ja, wir sind zufrieden. Wir haben gutes Potenzial gezeigt und hier einen vierten und dort einen fünften Platz geholt. Aber wir haben auch gesehen, dass wir das Potenzial haben, ein Podium zu holen – und das hat noch nicht geklappt. Ein Podium wäre wirklich großartig und bleibt unser Ziel für die verbleibenden Rennen der Saison.

Ist das gegen die Werksteams überhaupt realistisch?
In der DTM ein Podium zu holen ist nicht einfach. Aber mit dem Potenzial, das Jonathan (Aberdein) und Pietro (Fittipaldi) haben, ist es definitiv möglich. Nehmen Sie zum Beispiel Brands Hatch: Drei Minuten vor Rennende lag Jonathan auf Platz sieben nur vier Sekunden hinter dem Führenden und Pietro ist die schnellste Runde gefahren. Das zeigt, wie stark wir dort waren. Ja: Ich bin mit unserer bisherigen Leistung zufrieden. Ich konnte das so nicht erwarten. Sich knapp hinter den sechs Werks-Audi zu qualifizieren, ja. Aber nicht, das eine oder andere Mal einige davon hinter uns zu lassen.

Jonathan Aberdein ist schon zweimal aus der ersten Reihe gestartet. Überrascht Sie seine Rookie-Saison?
Beide haben uns angenehm überrascht. Jonathan steht mehr im Rampenlicht, weil er im Qualifying schon zweimal Zweiter war und in Assen nur ganz knapp die Pole-Position verpasst hat. Aber auch Pietro zeigt starke Leistungen. Am Ende sind zwei Rookies für uns das perfekte Szenario. Es wäre schwieriger gewesen, zwei erfahrene Piloten zu haben, die erwartet hätten, dass wir vorne dabei sind. Wir lernen nach wie vor und entdecken die DTM noch immer. Wir sollten nicht glauben, dass wir schon am Ziel sind.

Was macht die DTM so schwierig?
Zum Beispiel die Boxenstopps. Bisher waren wir in jeder Kategorie, in der wir angetreten sind, der Maßstab. In der DTM haben wir mit den Boxenstopps ziemlich zu kämpfen. Man braucht vier Personen, die das dauerhaft machen. Die Menschen am Schlagschrauber und am Rad sind extrem wichtig. Training ist extrem wichtig. Für die Boxenstopps im GT-Sport braucht man vor allem Kraft. In der DTM ist das komplett anders. Da muss man hart trainieren. Jeder Millimeter zählt, jedes Detail. Es ist so schwierig. Daran zu arbeiten ist eines unserer Ziele für den Winter. In der DTM hat jeder dasselbe Material – es liegt also an uns.

War das in diesem Jahr am schwierigsten?
Das war nicht das Einzige. Die DTM zu verstehen ist am schwierigsten. Warum holt (BMW-Pilot Marco) Wittmann am Samstag in Brands Hatch die Pole-Position und warum steht er am Sonntag auf Startplatz zwölf? In der DTM geschehen seltsame Dinge und man muss versuchen, sie zu verstehen. Sonst bekommst du das Gefühl, dass du die Dinge nicht im Griff hast, sondern nur mitschwimmst.

Kam das überraschend oder hatten Sie das erwartet?
Ich habe damit gerechnet.

Gibt es etwas, was sie an der DTM verändern würden?
Ja. Unsere Positionen am Ende der Rennen ... Was ich hasse, ist das viele Geld, das wir für den Funk ausgeben müssen, ohne ihn richtig verwenden zu können, da wir nur in der Boxengasse mit den Fahrern sprechen dürfen. MotoGP hat großartige Rennen ohne Funk. Die Formel 1 hat großartige Rennen mit Funk.

Wie ist das Verhältnis zu den Audi-Werksteams?
Großartig, und das durfte ich nicht erwarten. Ich kannte Ernst Moser und Phoenix aus dem GT-Programm, aber ich hatte nie zuvor mit ABT oder Rosberg gearbeitet. Wir haben von allen drei Teams Hilfe bekommen. Bisher ist die Atmosphäre unter uns allen sehr gut. Sie sind sehr höflich und hilfsbereit zu uns. Das ist ein tolles Gefühl, ein typisches Audi-Gefühl.

Wird WRT auch nächstes Jahr in der DTM starten?
Das war immer unser Ziel. Als wir die Vereinbarung getroffen haben, sind wir von mindestens drei Jahren ausgegangen. Wir werden am Jahresende Analysen machen, sehen, wo wir stehen und ob das DTM-Engagement dem Team einen Zusatznutzen bringt. Aber mein Ziel ist ganz klar, dass wir in der DTM weitermachen.

Welches Ziel haben Sie für die verbleibenden sechs Rennen der Saison?
In Assen sind wir Vierter geworden. Aber für mich war Brands Hatch die bisher beste Teamleistung, als wir am Sonntag kurz vor Rennende auf dem siebten Platz lagen – nur vier Sekunden hinter dem Führenden. Das bedeutet mir mehr, als mit 20 Sekunden Rückstand Vierter zu werden. Es war eine großartige Leistung von allen, dass wir konstant schnell waren. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Rennen wieder in der Position sind. Wenn daraus ein Podium wird: großartig. Aber wir werden auch zufrieden sein, wenn wir das Podium verpassen, aber nur knapp hinter dem Sieger ins Ziel kommen.

Sie haben Brands Hatch erwähnt, als Sie im Qualifying zeitgleich zwei Unfälle hatten ...
Mit den beiden Unfällen im Qualifying am Samstag war Brands Hatch für uns ein dramatisches Wochenende. Wir haben Pietros Auto über Nacht wiederaufgebaut. Mit ihm hat er den siebten Startplatz geholt und die schnellste Runde. Das heißt, dass unsere Jungs beim eiligen Aufbau in der Nacht einen tollen Job gemacht haben. Überhaupt hatten wir bisher noch keine technischen Probleme mit unseren Autos. Es gab nichts, weshalb wir ein freies Training, ein Qualifying oder ein Rennen hätten auslassen müssen. Der Audi RS 5 DTM ist ein großartiges Auto, aber wir haben keine zehn Audi-Leute in der Box, die nach unseren Autos schauen. Das machen wir selbst. Und das macht einen sehr stolz.

BMW DTM Teams reisen für ein Meilensteinwochenende in der DTM auf den Lausitzring

Foto: Jens Hawrda
Die DTM kehrt nach Reisen nach Assen (NED) und Brands Hatch (GBR) nach Deutschland zurück. Dieses Wochenende (23.bis 25. August) wird der Lausitzring rund sieben der 2019 Saison bewirten. Bereits im April waren die BMW DTM Teams in der Lausitz, als sie mit dem neuen BMW M4 DTM und seinem Turbomotor einen umfassenden viertägigen Test absolvierten.

An sechs Rennwochenenden in der Saison ist Marco Wittmann (GER) mit 147 Punkten der aktuell bestplatzierte BMW Fahrer in der Fahrerwertung auf dem dritten Platz. Auf Platz vier folgt Philipp Eng (AUT) mit 129 Punkten. Der neue turboaufgeladene BMW M4 DTM hat in dieser Saison bisher sechs der zwölf Rennen gewonnen. Wittmann ist viermal auf die oberste Stufe des Podiums geklettert, Eng und Bruno Spengler (CAN) haben beide einen Sieg eingefahren. BMW hat weitere fünf Podestplätze geholt.

Die DTM erreicht einen besonderen Meilenstein auf dem Lausitzring , wenn das Rennen am Sonntag wird das 500 sein th in der Geschichte der populären Tourenwagen - Serie. Alles begann 1984 mit dem Sieg von Harald Grohs (GER) im BMW 635 CSi im belgischen Zolder. BMW war in den 1980er und Anfang der 1990er Jahre mit einem Werksteam beschäftigt, bevor es 2012 wieder in die Serie zurückkehrte. In dieser Zeit haben BMW Piloten 87 Rennsiege und insgesamt 295 Podiumsplätze eingefahren. Timo Glock (GER) wird diese Geschichte am Samstag auf dem Lausitzring wieder aufleben lassen, wenn er im Rahmen der Tourenwagen Classics in einem BMW M3 E30 aus den 1980er Jahren auf die Strecke geht.

Meilenstein und Titel-Endspurt – die DTM reist an den Lausitzring

  • Historischer Moment: Am Sonntag steht das 500. Rennen der DTM-Geschichte 
  • Kampf um Fahrerkrone spitzt sich zu: Tabellenführer René Rast gegen Audi-Kollege Nico Müller und BMW-Star Marco Wittmann
  • Volles Programm: Tourenwagen Classics, Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup und ADAC HAIGO Historic Cup
Foto: dtm.com


In der DTM geht der Wettstreit um den Titel 2019 in die entscheidende Phase. In Europas beliebtester Tourenwagen-Rennserie steht an diesem Wochenende (23.–25. August) auf dem Lausitzring die siebte von neuen Veranstaltungen auf dem Programm. Tabellenführer René Rast (GER, 206 Punkte) reist mit 37 Zählern Vorsprung auf seinen Audi-Markenkollegen Nico Müller (SUI, 169) nach Brandenburg. BMW-Werksfahrer Marco Wittmann (GER, 147) benötigt auf der 4,534 Kilometer langen Rennstrecke zwei Spitzenresultate, um das Titelrennen möglichst offen zu halten.

In der Markenwertung könnte Audi am Lausitzring schon alles klarmachen: Die Ingolstädter müssten hierfür ihren Vorsprung auf BMW um weitere 20 Punkte vergrößern, um vor den letzten beiden Rennwochenenden der Saison am Nürburgring (13.–15. September) und auf dem Hockenheimring (4.–6. Oktober) uneinholbar an der Spitze zu liegen.

Egal, wie die Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) ausgehen – Grund zu feiern hat die DTM am Wochenende allemal. Denn der Lauf am Sonntag wird das 500. Rennen in der 35-jährigen Geschichte der Rennserie sein.

Motorsport-Klassiker im Rahmenprogramm

Für reichlich Action bei der DTM ist also gesorgt. Darüber hinaus können sich die Zuschauer an der Rennstrecke auf die Rennen mit den 500 PS starken GT-Sportwagen des Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup freuen. Freunde historischer Rennfahrzeuge kommen am Lausitzring gleich in mehrfacher Hinsicht auf ihre Kosten. Die Tourenwagen Classics, in der u.a. DTM-Klassiker der Achtziger- und Neunzigerjahre eingesetzt werden, starten an diesem Wochenende zum zweiten Mal in diesem Jahr im DTM-Rahmenprogramm.

Außerdem ist auf Deutschlands östlichster Rennstrecke, die seit 2017 dem DTM-Serienpartner DEKRA gehört, zum ersten Mal der HAIGO ADAC Historic Cup bei der DTM zu Gast. Die „Historische Automobilrennsport Interessengemeinschaft Ostdeutschland“, kurz HAIGO, wurde 2004 gegründet, um eine Rennserie mit den inzwischen historischen Rennwagen aus den ehemaligen Ostblock-Staaten zu etablieren. Legendäre Formel- und Tourenwagen aus der Zeit vor der politischen Wende in Osteuropa treten unter Wettbewerbsbedingungen in Rennen gegeneinander an.

Ticket-Vorverkauf auf DTM.com

Am Samstagnachmittag wird der Schweizer House-DJ und Produzent Mike Candys für musikalische Unterhaltung am Lausitzring sorgen. Seit mehr als zehn Jahren ist Mike Candys eine feste Größe in der deutschsprachigen Clubszene. 2012 feierte er mit „2012 (If the World Would End)“ einen Top-3-Hit in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Zu dem Konzert im Fan Village an der Rennstrecke (Beginn: 17:45 Uhr) haben alle Inhaber eines am Samstag gültigen Tribünentickets freien Eintritt.

Tickets für das Rennwochenende am Lausitzring sind über die offizielle Website DTM.com/tickets und bei der DTM-Ticket-Hotline 0180 6 386386 (0,20€/Anruf inkl. MwSt aus dem deutschen Festnetz, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt. aus dem deutschen Mobilfunknetz) erhältlich. Die Hotline ist montags bis freitags sowie am Rennwochenende auch samstags und sonntags jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr geschaltet. SAT.1 berichtet am Samstag und Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr live vom Lausitzring. SPORT1 zeigt am Sonntagabend ab 23:00 Uhr die Höhepunkte des DTM-Wochenendes.

Dienstag, 20. August 2019

500. DTM-Rennen und Herstellertitel für Audi in Reichweite

  • DTM feiert auf dem Lausitzring ein rundes Jubiläum
  • Audi-Piloten über ihre ganz persönlichen DTM-Highlights
  • Chance auf vorzeitigen Gewinn der Herstellermeisterschaft
Foto: Jens Hawrda

Jubiläum in der DTM und erster Matchball für die Vier Ringe: Im 500. DTM-Rennen kann sich Audi am Sonntag (25. August) auf dem Lausitzring vorzeitig die Markenmeisterschaft sichern.

710 Punkte hat Audi in den ersten zwölf Rennen gesammelt, Verfolger BMW 426. Wächst der Vorsprung an diesem Wochenende um weitere 20 Punkte an, liegt die Marke vor den beiden noch ausstehenden Rennwochenenden auf dem Nürburgring (14./15. September) und in Hockenheim (5./6. Oktober) uneinholbar an der Spitze.

„Traditionell hat der Fahrertitel in der DTM den höchsten Stellenwert“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Doch auch der Herstellertitel ist sehr wertvoll. Er ist ein starker Indikator für die Arbeit der gesamten Mannschaft und auch dafür, wer das beste Auto hat. Wir sind mit der Performance unseres Audi RS 5 DTM und des neuen Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotors bisher sehr zufrieden.“

Auf dem Lausitzring hat Audi in der DTM bereits sieben Siege gefeiert, im vergangenen Jahr im Samstagsrennen aber auch eine Nullrunde einstecken müssen. Unvergessen sind dabei die Fernsehbilder des spektakulären Überschlags von René Rast. „Der Unfall sah von außen schlimmer aus, als er war“, sagt der DTM-Tabellenführer. „Aber dass ich im zweiten Rennen am Sonntag nicht starten konnte, hat mich möglicherweise den Titel gekostet. Schließlich haben am Ende nur vier Punkte gefehlt.“

Aktuell liegt Rast mit 206 Punkten an der Spitze der Fahrerwertung. Sein Markenkollege Nico Müller, der in diesem Jahr als einziger Fahrer bei allen zwölf Rennen gepunktet hat, liegt 37 Punkte zurück. Marco Wittmann hat als bester BMW-Pilot 59 Punkte Rückstand.

Der Lausitzring sei nicht gerade seine Lieblingsstrecke, sagt Rast. „Die Strecke ist sehr technisch und fahrerisch keine besonders große Herausforderung. Trotzdem: Der Lausitzring ist eine schöne Anlage und die Rennstrecke bietet eigentlich alles, was man als Rennfahrer braucht: langsame Kurven, schnelle Kurven und eine lange Gerade, auf der man mit DRS und Push-to-Pass gut überholen kann. Deshalb gibt es auf dem Lausitzring meistens sehr gute Rennen. Und von der Haupttribüne aus sehen die Zuschauer fast die gesamte Strecke.“

Die Audi-DTM-Piloten über ihre prägendsten DTM-Erlebnisse

Das 500. DTM-Rennen am Sonntag ist auch für den Tabellenführer ein Meilenstein. „Als Kind war ich beim Flugplatzrennen in Diepholz“, erinnert sich der Audi-Pilot. „Das war Anfang der 1990er-Jahre die Zeit mit Klaus Ludwig und Kurt Thiim und ein prägender Moment für mich. Später bin ich viele Jahre im Rahmen der DTM gefahren und habe immer davon geträumt, selbst DTM-Fahrer zu werden. Als der Traum sprichwörtlich über Nacht wahr wurde, hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben.“ Seine persönlichen DTM-Highlights: „Mein erster Sieg 2017 in Budapest und natürlich mein Titelgewinn.“

Das erste DTM-Rennen, das Verfolger Nico Müller selbst vor Ort erlebte, war das Finale der Saison 2005 auf dem Hockenheimring. „Am TV habe ich die DTM schon früher verfolgt. Mein persönliches Highlight war definitiv Norisring 2016 – mein erster Sieg, der hart erkämpft war. Beim Heimrennen von Audi vor den vielen Fans da oben auf dem Podium zu stehen, war wirklich etwas Unvergessliches. Das war der Lohn für viel harte Arbeit und hat sich megacool angefühlt.“

Mike Rockenfeller, derzeit Tabellenfünfter, sah sein erstes DTM-Rennen als Kind auf dem Nürburgring. „Das war Mitte der 1990er-Jahre“, sagt „Rocky“. „Alfa Romeo fuhr gegen Mercedes. Es hat geregnet und die Autos hatten alle Lichter an. So etwas kannte ich bis dahin nur von meiner Carrera-Bahn und hat es mich total fasziniert. Trotzdem konnte ich mir in den kühnsten Träumen nicht ausmalen, später einmal selbst DTM zu fahren. Mein erster DTM-Test 2007 war ein ganz besonderer Moment. Ich bin davor fast nur GT-Autos gefahren und der Wechsel von Porsche zu Audi war ein großer Schritt für mich. Ich habe damals nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde, in der DTM Rennen zu gewinnen und Meister zu werden. Umso schöner war der Titelgewinn 2013 in Zandvoort – und das, nachdem ich mir fast einen Frühstart geleistet hätte.“

Auch Robin Frijns, in seiner zweiten DTM-Saison aktuell auf dem sechsten Platz der Fahrermeisterschaft, träumte schon lange von der DTM, als er Anfang 2018 DTM-Pilot wurde. „Die Serie hat eine so lange Tradition und steht für spannendes Racing – genau das, was ich mag. Als ich erfuhr, dass ich zum DTM-Kader von Audi gehören werde, war ich überglücklich und baff zugleich.“ Sein persönliches Highlight sei bisher das Finalrennen in Hockenheim 2018 gewesen. „Ich bin als Letzter gestartet und am Ende Fünfter geworden. Ich bin spät in die Box und konnte danach wieder voll angreifen und viele Autos überholen. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“

Loïc Duval, der als Gesamtsiebter seine bisher beste DTM-Saison bestreitet, war 2004 und 2005 in der Formel 3 im Rahmenprogramm der DTM aktiv. „Ich erinnere mich vor allem noch an Zandvoort 2005“, sagt der Franzose. „Ehe ich nach Hause gefahren bin, habe ich mir am Sonntag das DTM-Rennen angesehen. Da gab es den massiven Unfall von Peter Dumbreck im Opel ausgangs der letzten Kurve. Das werde ich nie vergessen. Der Unfall war unglaublich, er selbst aber war okay. Das war das Wichtigste. Mich hat das enge Racing mit dieser Art von Autos schon immer beeindruckt und ich freue mich, heute selbst ein Teil der DTM zu sein.“

Jamie Green, derzeit Tabellenneunter, obwohl er wegen einer Blinddarmoperation die beiden Rennen in Misano auslassen musste, hat sich in der DTM vor allem mit seinen vier Siegen auf dem Norisring einen Namen gemacht. Vom Stadtkurs in Nürnberg stammt auch seine bisher beste DTM-Erinnerung. „Das war ganz klar mein Norisring-Sieg 2012“, sagt der Brite. „Ich habe kurz vor Rennende zwei BMW überholt — inklusive eines entscheidenden Manövers in der letzten Kurve.“ Auch auf dem Lausitzring hat Green schon dreimal gewonnen. Sein erstes DTM-Rennen sah er 2003 in Donington. „Das ist meine Heimstrecke. Es wäre cool, wenn die DTM vor dem Ende meiner Karriere dort noch einmal fahren würde.“

Die DTM-Highlights der Audi-Teamchefs

Auch Thomas Biermaier, Teamchef des Audi Sport Team Abt Sportsline, nennt ein Norisring-Rennen als prägendsten DTM-Moment: „2002, als Laurent Aiello in der letzten Kurve Bernd Schneider überholt hat. Ich bin vor diesem Rennen in die Position des Teammanagers gerutscht und der Druck war sehr hoch. Aber mit guten Boxenstopps und dem Sieg hat sich das Risiko für mich rentiert und war für mich so ein bisschen der Start meines Weges bei ABT. Unvergesslich war neben vielen anderen Momenten auch der erste Meistertitel 2002 in Zandvoort.“

Ernst Moser vom Audi Sport Team Phoenix beschreibt Valencia 2011 als persönliches DTM-Highlight: „Martin Tomczyk hat mit einem Vorjahreswagen und dem damals neu eingestiegenen Sponsor Schaeffler schon im vorletzten Rennen mit einer Traumsaison den Titel geholt. Besonders eindrucksvolle Momente sind für mich auch immer die Startaufstellungen in Hockenheim und am Norisring bei vollem Haus – das war und ist immer Gänsehaupt pur und macht stolz, in der DTM dabei zu sein.“

Arno Zensen, Teamchef des Audi Sport Team Rosberg, blickt noch weiter zurück: „Nie vergessen werde ich mein erstes Rennen als DTM-Teamchef 1995 in Hockenheim. Wir hatten mit Klaus Ludwig und Keke Rosberg ein Dream-Team und ich hatte Angst, dass wir schnell als Show-Team verspottet werden. Doch schon im ersten Rennen haben wir mit Platz drei ein Podium geholt. Unglaublich war natürlich, dass wir 2017 mit 21 Punkten Rückstand zum Finale nach Hockenheim gekommen sind und mit unserem Rookie René Rast neben dem Teamtitel auch noch den Fahrertitel geholt haben. Das zu erleben, nachdem wir in der DTM viele Jahre mit Vorjahresautos antreten mussten, war unbeschreiblich.“

Die persönliche Top 10 des Audi-Motorsportchefs

Audi-Motorsportchef Dieter Gass hatte in jungen Jahren selbst Ambitionen, DTM-Fahrer zu werden. „Während der Jahre meiner Teilnahme am Renault 5 Pokal und am Clio Cup waren die Rennen im Rahmenprogramm der DTM immer das Highlight“, sagt er. Letzten Endes entschied Gass sich dann aber für eine Ingenieurskarriere. Da er die DTM praktisch seit dem ersten Tag verfolgt, hat er eine persönliche Top 10 von Ereignissen zusammengestellt, die ihm anlässlich des 500. DTM-Rennens einfallen: „Der Gewinn aller drei Titel 2017 in Hockenheim mit René Rast als Rookie-Champion war ein ganz besonderer Moment. Aber auch der erste DTM-Titel für Audi 1990 mit Hans-Joachim Stuck oder der Titelgewinn 2013 mit Mike Rockenfeller in meinem ersten Jahr als Leiter DTM bei Audi Sport. Und die ersten acht Startplätze in Ungarn 2017 sowie zuletzt die Wiederholung dieses bis dahin einmaligen Kunststücks in Brands Hatch.“

„Natürlich kommen mir auch kritische Dinge in den Sinn, wie zum Beispiel ‚Schieb ihn raus‘, der Unfall von René Rast im vergangenen Jahr auf dem Lausitzring, die Kurbelwellen-Affäre 1992, die Audi für viele Jahre aus der DTM vertrieben hat, die Wasserflasche am Norisring, Barcelona 2007, als alle noch im Rennen verbliebenen Audi in die Box abgebogen sind, und last but not least Spielberg 2016 und 2017: Da hat jeweils ein Getriebeproblem Jamie Green zwei Jahre hintereinander in Führung liegend in derselben Kurve den Sieg und potenziell die Meisterschaft verhagelt.“

Audi hat 304 der 498 DTM-Rennen bestritten – zählt man die Starts von Privatfahrern vor 1990 mit, sogar 311. 108 Siege, 330 Podien, 99 Pole-Positions, 107 Schnellste Runden, zehn Fahrertitel, sechs Teamtitel und vier Herstellertitel gehen auf das Konto der Marke mit den Vier Ringen.

Vor dem 500. DTM-Rennen am Sonntag werden auf dem Lausitzring auch bereits am Samstag Meisterschaftspunkte vergeben. Beide Rennen beginnen zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr, SAT.1 überträgt am Samstag und am Sonntag jeweils ab 13 Uhr live aus der Lausitz. Die Rennstrecke liegt rund 120 Kilometer südlich von Berlin. Tickets für den Event sind online unter www.audi.com/dtm erhältlich.

Montag, 19. August 2019

Lamborghini dominiert am Sonntag beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring

  • Rolf Ineichen und Franck Perera siegen von der Pole-Position aus
  • Porsche-Fahrer Klaus Bachler und Timo Bernhard auf Rang zwei
  • Ineichen siegt in der Pirelli-Trophy-Wertung, Beretta in der Pirelli-Junior-Wertung
Frank Perera (l.) und Rolf Ineichen
Foto: ADAC-Motorsport

Lamborghini war beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring zu schlagen: Nachdem im Samstagsrennen Christian Engelhart (32/Starnberg) und Mirko Bortolotti (29/I) dominierten, ging der Sieg im Sonntagsrennen an ihre Teamkollegen Rolf Ineichen (41/CH) und Franck Perera (35/F). Die zweite Position holten zum zweiten Mal in dieser Saison das Porsche-Duo Timo Bernhard (38/Homburg/Saar) und Klaus Bachler (28/A, beide Küs Team75 Bernhard), die sich knapp gegen die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (23/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) im besten Audi R8 LMS durchsetzten. "Wow, was für ein tolles Wochenende für unser Team", jubelte Premierensieger Perera. "Gestern der Sieg und die Pole-Position unserer Teamkollegen und nun gelang uns das Gleiche. Einfach mega." 

Perera und Ineichen bleiben vorn

Nachdem das Qualifying am Morgen noch bei nassen Bedingungen stattfand, war der Nürburgring beim Start zum zweiten ADAC GT Masters-Rennen wieder abgetrocknet. Pole-Setter Franck Perera hatte im Lamborghini einen guten Start und setzte seine gute Ausgangsposition in die Führung um. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Lamborghini von Samstagssieger Christian Engelhart und des Audi von William Tregurtha (19/GB, T3 Motorsport), die in der Startrunde kollidiert waren, setzte sich Perera langsam von den Verfolgern ab. Bis zum Fahrerwechsel fuhr er einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Partner Ineichen kam danach souverän in Führung liegend auf die Strecke zurück und kontrollierte bis ins Ziel das Geschehen. Am Ende sah er mit 5,3 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge und sicherte sich und Startfahrer Perera den ersten Saisontriumph. Für den Franzosen war es zudem der erste Sieg überhaupt im ADAC GT Masters, für Ineichen bereits der vierte, der gleichzeitig auch Platz eins in der Pirelli-Trophy-Wertung für Nicht-Profis bedeutete. 

Während die Entscheidung um den Sieg eine klare Sache war, machten im Kampf um Platz zwei nur 0,4 Sekunden den Unterschied. Bis zu den Boxenstopps hielt Audi-Fahrer Kelvin van der Linde die erste Verfolgerposition, während dahinter Porsche-Pilot Klaus Bachler lauerte. Bachler absolvierte den Fahrerwechsel zur Rennmitte eine Runde später als van der Linde - das zahlte sich aus. Partner Timo Bernhard übernahm Rang zwei, Patric Niederhauser, der von van der Linde übernommen hatte, fuhr als Dritter auf die Strecke. Bis ins Ziel setzte Niederhauser den Porsche-Werksfahrer unter Druck, fand aber keinen Weg vorbei. Bachler und Bernhard kamen damit zum zweiten Mal in der Saison auf den zweiten Rang, van der Linde und Niederhauser wurden wie am Vortag Dritte. Dank ihrer achten Top-Vier-Platzierung der Saison bauten die Tabellenführer damit ihren Punktevorsprung bei noch vier ausstehenden Rennen auf 40 Zähler aus. 

Die Gaststarter Luca Stolz (24/Brachbach) und Maro Engel (33/Monte Carlo) hinterließen im Mercedes-AMG von Toksport WRT erneut einen starken Eindruck. Nach Position zwei am Samstag kamen sie diesmal als Vierte ins Ziel. Luca Ludwig (30/Alfter) und Sebastian Asch (33/Ammerbuch, beide HB Racing) holten als Fünfte im Ferrari 488 GT3 ihr bisher bestes Saisonergebnis. Nur 0,6 Sekunden dahinter belegten Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) in ihrem Mercedes-AMG Rang sechs. 

Eng ging es auch auf den weiteren vier Positionen zu. Vor allem in der Schlussphase sorgten die Kämpfe auf den hinteren Rängen der Top Ten für Kurzweil. Platz sieben holten sich schließlich Michele Beretta (24/I) und Marco Mapelli (32/I, beide Orange1 by GRT Grasser) in einem weiteren Lamborghini. Beretta gewann damit zum zweiten Mal in diesem Jahr die Pirelli-Junior-Trophy für Nachwuchsfahrer unter 25 Jahre. Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) zeigten erneut eine starke Aufholjagd. Die Tabellenzweiten fuhren von Startplatz 19 noch bis auf Platz acht nach vorn und sammelten so wichtige Zähler im Titelkampf. Die ersten zehn komplettierten zwei weitere Audi R8 LMS. Max Hofer (20/A) und Christopher Mies (30/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) wurden Neunter, Rang zehn ging an Jeffrey Schmidt (25/CH) und Christopher Haase (31/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport). 

Stimmen der Sieger: 

Franck Perera (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo:
"Mit dem Sieg haben wir gezeigt, dass wir bei unterschiedlichen Bedingungen wettbewerbsfähig sind. Erst die Pole-Position im Nassen, dann der Sieg im Trockenen. Es war nicht einfach. Beim Start wollte ich natürlich vorne bleiben, ohne allzu viele Risiken einzugehen. Das hat geklappt. Danach habe ich versucht, eine Lücke herauszufahren, aber gleichzeitig die Reifen für Rolfs Stint zu schonen. Er ist dann super gefahren und hat den Sieg ins Ziel gebracht." 

Rolf Ineichen (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo):
"Ich glaube, von außen machte es den Anschein, dass alles sehr entspannt und easy war. Für mich war es das aber nicht. Es war schon sehr tricky. Ich bin aus der Box herausgefahren und in Turn 1 außen auf den nassen Teppich gekommen. Da bin ich erst mal schön weggerutscht. Danach habe ich einfach versucht, das Rennen sicher nach Hause zu fahren. Franck hat einen Mega-Job gemacht. Er hat heute Morgen das Auto mit einer super Runde auf die Pole gestellt. Das war die Basis für den Sieg. Ich bin sehr happy über das Ergebnis. Für Orange1 by GRT Grasser ist das ein toller Erfolg."