Samstag, 2. Juli 2022

BMW-Pilot Theo Oeverhaus gewinnt spektakuläres Samstagsrennen der DTM Trophy auf dem Norisring

  • Von Startplatz 14 ins Rennen: 17-Jähriger holt seinen zweiten Sieg in der Talentschmiede
  • Tim Heinemann mit Platz zwei wieder alleiniger Tabellenführer
  • Viel Spektakel und vier Safety-Car-Phasen auf dem Stadtkurs von Nürnberg

T.Heinemann, T. Oeverhaus, T Vivacqua (v.l.)
Foto: dtm.com

Zahlreiche Rad-an-Rad-Duelle, vier Safety-Car-Phasen und viel Drama: Die DTM Trophy lieferte auf dem Norisring in Nürnberg ein spektakuläres erstes Rennen ab. Der Sieg ging an BMW-Pilot Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport). Der erst 17-jährige Deutsche war lediglich vom 14. Startplatz ins Rennen gegangen, kämpfte sich jedoch über die Distanz von 30 Runden bis ganz nach vorne vor. Zweiter wurde Tim Heinemann in der Toyota Supra von Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing. Der DTM-Trophy-Champion von 2020 übernahm damit wieder die alleinige Gesamtführung in der Talentschmiede auf der professionellen DTM-Plattform. Audi-Pilot Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport) aus Brasilien komplettierte als Dritter das Siegerpodium.

Größter Pechvogel des Rennens war Porsche-Fahrer Daniel Gregor (KÜS Team Bernhard), der von Platz zwei aus ins Rennen ging und am Start sogar die Führung eroberte. Der Deutsche hielt sich über weite Strecken in der Spitzengruppe auf und überquerte als Dritter die Ziellinie. Am Ende reichte es aufgrund einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für das Verursachen eines Unfalls nur zu Rang zehn. Gregor verlor seine Führung beim Restart nach der ersten Safety-Car-Phase im neunten Umlauf. Bei dieser Gelegenheit zog Heinemann an ihm in der ersten Kurve vorbei. Hinter der Spitze kam es jedoch zu einem Unfall, der erneut das Safety-Car auf die Strecke rief. Als das Rennen in Runde 14 erneut freigegeben wurde, hatte sich Oeverhaus bereits bis auf den zweiten Rang nach vorne gearbeitet.

Der von Gregor ausgelöste Unfall sorgte für die nächste Neutralisierung des Rennens. Nun war Oeverhaus zur Stelle: Der BMW-Pilot schnappte sich beim Neustart in Runde 23 die Führung von Heinemann und war damit endgültig auf Siegkurs. Der Toyota-Fahrer musste sich hingegen zunächst nach hinten orientieren, denn Vivacqua übte enormen Druck aus. Diesem Druck hielt Heinemann allerdings stand. Vivacqua ließ sich in dieser Situation aus dem Konzept bringen, was Gregor ausnutzte und den Brasilianer für Position drei überholte. Nach einem weiteren Unfall endete das Rennen schließlich hinter dem Safety-Car. Somit überquerte Oeverhaus die Ziellinie als Sieger vor Heinemann, Vivacqua übernahm Rang drei.

Die beiden Project-1-BMW von Colin Caresani (NLD) und Louis Henkefend (GER) landeten auf den Plätzen vier und fünf, gefolgt vom deutschen Aston-Martin-Fahrer Nick Hancke (Speed Monkeys) und von BMW-Pilot Moritz Löhner (GER, FK Performance Motorsport). Sophie Hofmann (GER), die einzige Dame im Feld, ging nach einer Strafe vom 17. Startplatz aus ins Rennen und arbeitete sich bis auf den achten Rang nach vorne. Damit sammelte sie mit ihrem Heide Audi ihre ersten Punkte in dieser Saison.

 

Porsche Doppelsieg am Samstag

Preining gewinnt actiongeladenes DTM-Rennen am Norisring

  • Österreicher holt den ersten Sieg für KÜS Team Bernhard und Porsche in der DTM
  • Doppeltriumph für Porsche: Platz zwei für SSR Performance-Pilot Olsen
  • Sheldon van der Linde verteidigt Gesamtführung vor Bortolotti, Rast neuer Dritter

Thomas Preining holt ersten DTM-Sieg für Porsche
Foto: Jens Hawrda

Thomas Preining hat das Samstagsrennen der DTM am Norisring powered by BMW M gewonnen. Der Österreicher holte damit den ersten Sieg für KÜS Team Bernhard und den ersten Sieg für Porsche überhaupt in der DTM. Preining triumphierte vor Dennis Olsen im SSR Performance Porsche, der den Doppelsieg für die Zuffenhausener perfekt machte. René Rast im ABT Audi komplettierte als Dritter das Podium. Preining fuhr auch die schnellste Rennrunde und holte sich den Extrapunkt für den Autohero Fastest Lap Award.

Der 23-Jährige war im Ziel überglücklich: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Wir mussten uns das die ganze Saison über verdienen, dieser Sieg ist eine große Erleichterung.“ Routinier Rast freute sich: „Heute war der Schlüssel, irgendwie im Rennen zu bleiben. Ich hatte beinahe das gesamte Rennen über einen schleichenden Reifenschaden, ich bin sehr glücklich mit dem Podium. Die Fans haben sehr viel Action gesehen heute, dafür sind sie gekommen.“ Der zweitplatzierte Norweger Olsen war ebenfalls hoch zufrieden: „Es ist alles sehr eng in der DTM. Hier ein Podest zu holen, ist super für mich als Rookie.“

27 Boliden gingen bei strahlendem Sommerwetter auf dem engen Stadtkurs in Nürnberg an den Start, boten den zahlreichen Fans an der Strecke jede Menge Action und harten Kontaktsport. Bereits direkt nach dem Start kam es in Kurve 1 zu Berührungen, am Ende mussten gleich sieben Fahrer ihre Wagen abstellen, unter ihnen auch der Gesamtführende Sheldon van der Linde (RSA/Schubert BMW) und Lokalmatador Marco Wittmann (GER/Walkenhorst BMW). Der Franke zeigte sich natürlich enttäuscht: „Es ist sehr schade für uns, beim Heimspiel vor unseren Fans auszuscheiden.“

Auch danach ging es auf dem engen Kurs ohne Auslaufzonen mächtig zur Sache, nach mehreren Zwischenfällen rückte das Safety Car insgesamt dreimal aus, dazu kam eine Full-Course-Yellow-Phase. Elf Autos erreichten am Ende des actiongeladenen Rennens das Ziel.

In der Gesamtwertung führt nach sieben von 16 Saisonrennen weiterhin Sheldon van der Linde mit 80 Punkten vor Mirko Bortolotti (ITA/GRT Lamborghini) mit 68 Zählern. Neuer Dritter ist jetzt DTM-Rückkehrer Rast mit 64 Punkten, die Top 5 werden komplettiert von Nico Müller (SUI/Rosberg Audi) und Lucas Auer (AUT/WINWARD Mercedes-AMG).

Kelvin van der Linde holt Pole für das Samstagsrennen am Norisring

Kelvin van der Linde holt die Pole fürs heutige Rennen am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Premiere auf dem Norisring: Erstmals wurde das DTM-Zeittraining in zwei Gruppen ausgetragen, um für alle Fahrer trotz des Rekord-Starterfeldes eine möglichst freie Runde zu ermöglichen. Schnellster am Samstagmorgen war der Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT Audi. Seine Zeit von 49,236 Sekunden in der zweiten Gruppe war die Bestzeit auf dem Stadtkurs, so dass van der Linde erstmals in dieser Saison und zum sechsten Mal in seiner DTM-Karriere von der Pole-Position starten wird. Neben ihm in der ersten Startreihe: Der Österreicher Thomas Preining im Porsche des KÜS Team Bernhard, der in der ersten Gruppe die schnellste Zeit herausgefahren hatte, die allerdings 0,016 Sekunden langsamer als van der Lindes Zeit war.

"Mir ist eine enorme Last von den Schultern gefallen", sagte van der Linde nach dem Zeittraining, das nach dem Regen am Freitag bei sommerlich-sonnigen Bedingungen ausgetragen wurde. "Die erste Pole des Jahres, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Im ersten Durchgang wechselten sich Preining und René Rast im ABT Audi an der Spitze der Rangliste ab, wobei Preining sich mit seiner Zeit von 49,252 Sekunden gegen den dreimaligen DTM-Champion durchsetze. In der Schlussphase rutschte Rast sogar auf Rang drei in seiner Gruppe, denn mit einer gekonnten Attacke fuhr Neueinsteiger Franck Perera im GRT-Lamborghini in letzter Sekunde auf Rang zwei. Hinter Rast beendete Arjun Maini (IND, HRT Mercedes-AMG) das Zeittraining als Vierter seiner Gruppe, vor Nico Müller (SUI, Rosberg Audi) und Felipe Fraga (BRA, Red Bull AF Corse Ferrari).

In der zweiten Gruppe legte Kelvin van der Linde schon bald das Tempo vor, während auch Dennis Olsen (NOR, SSR Porsche), Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG) und Ayhancan Güven (TUR, AlphaTauri AF Corse Ferrari) zeitweise die Führung innehatten. Letztendlich brachte es van der Linde auf eine Zeit von 49,236 Sekunden und sicherte sich damit die Pole-Position. Hinter ihm folgten Güven, Auer, Mirko Bortolotti (ITA, GRT Lamborghini), Ricardo Feller (SUI, ABT Audi) und Olsen auf den Positionen zwei bis sechs in der Gruppe. Damit stehen sie in der Startaufstellung in einer Reihe hinter van der Linde auf den ungeraden Plätzen. Hinter Preining auf Startplatz zwei stellen sich die Fahrer aus der ersten Qualigruppe auf den geraden Startplätzen auf.

Quelle: dtm.com

Besonderes Rennen, besonderer Helm

DTM-Star Marco Wittmann stiftet Helm für Wings for Life

  • Norisring: Lokalmatador Marco Wittmann stiftet Helm für Wings for Life-Auktion
  • Stolzer Besitzer: Geschäftsmann aus Hessen mit Höchstgebot für Helm von Meister Götz
  • Beachtliche Bilanz: Renn-Utensilien von van der Linde, Götz und Rast brachten insgesamt schon 12.500 Euro

Marco Wittmann (Walkenhorst Motorsport, BMW) stiftet Helm für Wings for Life © DTM

Im Rahmen der Charity-Partnerschaft zwischen der DTM und der internationalen Forschungsstiftung Wings for Life stiftet BMW-Werksfahrer Marco Wittmann seinen BMW M-Jubiläumshelm. Für Wittmann ist die DTM Norisring powered by BMW M ein sehr besonderes Rennen, da er nur wenige Kilometer von der temporären Rennstrecke in Nürnberg entfernt lebt.

Bei der letzten Auktion wurde der Helm des amtierenden DTM-Meisters Maximilian Götz für 5100 Euro ersteigert. Stolzer neuer Besitzer ist ein Motorsport-Fan aus Mittelhessen.

„Wings for Life ist eine gute Sache, ich habe lange Zeit selbst Radrennsport gemacht und habe mehrere Bekannte, die sich am Rückenmark verletzt haben und nun auf Hilfe angewiesen sind. Hoffentlich wird es früher oder später eine Lösung für solche Verletzungen geben“ äußert sich der Geschäftsmann. 

Die DTM-Organisation ITR unterstützt Wings for Life und organisiert an jedem Rennwochenende einen Auktionsgegenstand, der über United Charity ersteigert werden kann und dessen Erlös zu 100% der Stiftung zu Gute kommt.

Nächste Auktion ist der Helm von Marco Wittmann, der dem oder der Meistbietenden im Rahmen der offiziellen Siegerehrung des DTM-Events am Nürburgring (26. - 28. August) überreicht wird, zwei DTM-Tickets inklusive.

„Das ist für mich ein ganz besonderer Helm, wir feiern dieses Jahr 50 Jahre bei BMW M und deswegen gibt es auch nur in diesem Jahr das spezielle BMW M Retro-Logo auf dem Helm. Seitlich sieht man meine Startnummer, die Nummer 11 als Markenzeichen. Und viele weitere schöne Gimmicks wie obendrauf eine grün-schwarze Carbon Fassung und natürlich darf meine Unterschrift nicht fehlen“ beschreibt der zweifache DTM-Champion Marco Wittmann das Einzelstück. „Ich selbst bin schon lange bei der Wings for Life Stiftung dabei und bin auch schon beim Wings for Life World Run mitgelaufen.“

Die laufende Auktion endet am 14. August 2022. Alle Infos und den Link zur Auktion gibt es unter dtm.com.

Neben dem Helm von Maximilian Götz (Mercedes-AMG Team WINWARD Racing) wurden bereits ein Meisterschafts-Rennoverall von René Rast (Team ABT) sowie ein Helm von Kelvin van der Linde (Team ABT Sportsline) ersteigert. Der Gesamterlös beträgt 12.500 Euro.


Freitag, 1. Juli 2022

Regen zum DTM-Auftakt am Norisring

Tagesbestzeit für Thomas Preining im Porsche

  • Regenwetter macht Bedingungen schwierig, aber am Samstag kehrt der Sommer zurück
  • DTM Trophy: Thiago Vivacqua in beiden Trainings vorne
  • DTM Classic: Zweite Chance am späten Nachmittag

T. Preining (AUT), Porsche, KÜS Team Bernhard © DTM

Verregneter Auftakt bei der DTM Norisring powered by BMW M: Am Freitag, dem ersten von drei Veranstaltungstagen beim Sommer-Highlight der DTM in Nürnberg, drehten die Fahrer auf überwiegend nassem Geläuf ihre Runden. Tagesschnellster der DTM war der Österreicher Thomas Preining im Porsche des KÜS Team Bernhard, der im ersten Training, als es noch nicht so stark regnete, eine Zeit von 49,705 Sekunden fuhr. An den beiden nachfolgenden Tagen soll es am Norisring wieder sonnig und warm werden. Beste Bedingungen also für ein Rennsportspektakel der Extraklasse rund um die Steintribüne, wo am Samstag und Sonntag die DTM-Rennen jeweils um 13:30 Uhr gestartet werden. ProSieben sendet an beiden Tagen ab 13:00 Uhr live aus Nürnberg, außerdem sind alle Sessions live im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) zu verfolgen. Eintrittskarten für beide Tage sind an den Tageskassen am Norisring erhältlich.

Nach sommerlich-heißen Tagen setzte am Freitag wie vorhergesagt der Regen ein. Die meisten Fahrer aus der DTM, DTM Trophy und den Partnerserien nutzten die Trainingssitzungen am Freitag auf dem Norisring daher vor allem, um sich mit dem einzigen Stadtkurs im Kalender vertraut zu machen. Für detaillierte Abstimmungsarbeit mit Hinblick auf die Zeittrainings und die Rennen waren die Trainings nur bedingt von Bedeutung, denn am Samstag und Sonntag ist wieder bestes Sommerwetter vorhergesagt.

A. Güven, erster DTM-Fahrer aus der Türkei © DTM

„Regenwetter ist Porsche-Wetter“, lautet eine alte Motorsportweisheit, und das stellte Thomas Preining am DTM-Trainingstag einmal mehr unter Beweis. Der Österreicher, der zuletzt in Imola bereits lange Zeit auf Podiumskurs war, fuhr im ersten Training die Bestzeit und war 0,084 Sekunden schneller als René Rast (GER, Audi, Team ABT). Mit Dennis Olsen (NOR) fuhr ein weiterer Porsche-Fahrer im 911 des Teams SSR Performance auf Rang drei, vor Ayhancan Güven (TUR), der am Norisring im AlphaTauri AF Corse Ferrari seinen ersten DTM-Einsatz erlebt. Im zweiten Training waren die Zeiten gut vier Sekunden langsamer. In diesem Durchgang war der Inder Arjun Maini im HRT Mercedes-AMG mit einer Zeit von 54,057 Sekunden vorne, gefolgt von Newcomer Franck Perera (FRA), der am Wochenende im GRT Lamborghini den erkrankten Rolf Ineichen (SUI) vertritt.

In der DTM Trophy fuhr der Brasilianer Tiago Vivacqua im Audi R8 des Teams Heide-Motorsport in beiden Trainingssitzungen die Bestzeit, seine Zeit von 57,353 Sekunden aus dem ersten Durchgang war die Bestzeit des Tages. Sein südafrikanischer Teamkollege Mikaeel Pitamber war Zweitschnellster, während der US-Amerikaner J.P. Southern im Audi des Teams EastSide Motorsport die Audi-Dreifachführung komplettierte. Schnellster Nicht-Audi-Fahrer war Daniel Gregor (GER) im Porsche des KÜS Team Bernhard auf Rang vier vor seinem neuseeländischen Teamkollegen Ricky Capo.

Für die Teilnehmer des DTM Classic Cup, die nach dem Saisonauftakt auf dem Lausitzring ihr zweites Rennwochenende des Jahres erleben, wurde das Freie Training bereits nach wenigen Minuten beendet, da zwei Fahrer eine Ölspur auf die Strecke gelegt hatten. Am späten Nachmittag erhielten die Classic-Fahrer eine zweite Chance zur Vorbereitung. Zu den Teilnehmern der DTM Classic am Norisring gehören nicht weniger als sieben Ex-DTM-Profis, auch die klassischen Tourenwagen aus den Jahren zwischen 1984 und 2007 sorgen für Faszination auf der traditionsreichen Strecke, auf der am Wochenende das 49. und 50. DTM-Rennen der Norisring-Geschichte ausgetragen werden.