Dienstag, 19. Juni 2018

Heimrennen für BMW auf dem Norisring in Nürnberg

Timo Glock (BMW) kommt aus Meisterschaftsführender zum Norisring
Foto: Jens Hawrda
Das vierte Rennwochenende der DTM-Saison 2018 ist das Heimrennen für BMW. Der Norisring in Nürnberg (GER) liegt, nur 160 Kilometer von der Heimat von BMW in München (GER) entfernt. Die Rennen sieben und acht finden am Samstag und Sonntag (23./24. Juni) am einzigen Stadtkurs im Kalender statt. BMW-Pilot Timo Glock (GER) führt die DTM-Wertung vor den Rennen im "Fränkischen Monaco"an. In den bisherigen sechs abgeschlossenen Rennen hat Glock 90 Punkte erzielt. Der Lokalmatador des Norisring, Marco Wittmann (GER), liegt mit 51 Punkten auf dem fünften Gesamtrang und hat am vergangenen Rennwochenende seinen ersten Saisonsieg in Budapest (HUN) gefeiert.
 
Der 2,3 Kilometer lange Norisring ist ein temporärer Stadtkurs rund um den Nürnberger Dutzendteich. BMW-Fans hatten im vergangenen Jahr allen Grund, dort zu feiern: Bruno Spengler (CAN) holte im Rennen am Samstag den ersten Norisring-Sieg für BMW in 25 Jahren. Dieses Ergebnis war zugleich der 25. Sieg seit dem DTM-Comeback im Jahr 2012. Maxime Martin (BEL) beendete den Doppelsieg mit einem zweiten Platz. Martin gewann dann das Rennen am Sonntag. Das war ein weiterer Meilenstein: Der 75. Sieg für BMW in der Geschichte der DTM.

Montag, 18. Juni 2018

DTM in der Stadt: Härtetest für den Audi RS 5 DTM

  • Belastung für die Bremsen am Norisring noch größer als in den Vorjahren
  • Zusätzliche Wasserkühlung für die Bremssättel im Einsatz
  • Saisonhighlight und Audi-Heimrennen am Dutzendteich

Foto: Jens Hawrda
Saisonhöhepunkt in der DTM: Am Wochenende (23./24. Juni) steht auf dem Norisring in Nürnberg der einzige Stadtkurs der populären Tourenwagen-Rennserie auf dem Programm. Die Herausforderung für die Fahrer und den Audi RS 5 DTM ist dieses Mal noch größer als in den Vorjahren.

2017 erreichte Audi-Pilot Loïc Duval am Ende der Start-Ziel-Geraden im Qualifying am Sonntag einen Spitzenwert von 261 km/h. Beim anschließenden Anbremsen der mit 50 km/h langsamsten Kurve der Strecke wird eine Belastung von über 2,4 g erreicht – ein Härtetest für die Bremsen, deren Sättel am Norisring zusätzlich mit Wasser gekühlt werden. „Die Belastung wird in diesem Jahr noch größer, weil die Autos durch den reduzierten Abtrieb auf den Geraden schneller sind und der Bremsweg zugleich länger wird“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass.

Die einzigartige Strecke zwischen Dutzendteich und Max-Morlock-Stadion ist nur 2,3 Kilometer lang und hat lediglich vier Kurven. Trotzdem gilt sie als eine der anspruchsvollsten der gesamten Saison. „Der Norisring sieht einfach aus, ist aber eine absolute Challenge“, sagt Audi-Pilot Nico Müller. Der Schweizer weiß, wovon er spricht: 2016 feierte er im Sonntagsrennen in Nürnberg mit dem Audi RS 5 DTM seinen ersten DTM-Sieg. 24 Stunden zuvor hatte er sich beim Anbremsen der Spitzkehre am Ende der Start-Ziel-Geraden nur minimal vertan und ein anderes Auto am Heck touchiert – das Rennen war danach für beide gelaufen.

Wie riskant der Norisring ist, bekam Audi-Pilot Mike Rockenfeller im vergangenen Jahr besonders schmerzhaft zu spüren: Beim Anbremsen der Spitzkehre verlor Gary Paffett die Kontrolle über seinen Mercedes-Benz und krachte anschließend mit hoher Geschwindigkeit in den Audi RS 5 DTM des Deutschen. Dem extrem hohen Sicherheitsstandard der DTM-Autos hatte es Rockenfeller zu verdanken, dass er sich nur eine Verletzung am Fuß zuzog. Schon beim darauffolgenden Rennen konnte er wieder an den Start gehen.

Um auf den langen Geradeauspassagen möglichst wenig Zeit zu verlieren, wird auf dem Norisring mit minimalem Abtrieb gefahren. Entsprechend unruhig verhalten sich die Autos während der Bremsvorgänge, weshalb es für die beste Rundenzeit neben der Motorleistung auf ein perfektes Setup ankommt. Dass sich die Bodenwellen jedes Jahr ändern, erschwert die Aufgabe für die Fahrer zusätzlich. „Wenn es um spannendes Racing und packende Überholmanöver geht, ist der Norisring die beste DTM-Rennstrecke überhaupt“, sagt Jamie Green, der in Nürnberg bereits vier DTM-Rennen gewann.

Enger und packender Rennsport steht auf dem Norisring immer auf dem Programm. Im vergangenen Jahr lag das gesamte Starterfeld im Qualifying innerhalb von nur sieben Zehntelsekunden. Am Sonntag gab es ein spektakuläres Fotofinish um Platz drei, in dem ein Audi, ein BMW und ein Mercedes-Benz nebeneinander über die Ziellinie fuhren – um ganze 0,027 Sekunden getrennt.

Auf solche Szenen dürfen die Zuschauer auch in diesem Jahr hoffen, unter ihnen traditionell besonders viele Audi-Fans und -Mitarbeiter. Der Audi-Stammsitz in Ingolstadt ist nur 90 Kilometer entfernt, das Werk Neckarsulm etwa 165 Kilometer.

Auch Fußballfans müssen trotz der zeitgleich stattfindenden Weltmeisterschaft nicht auf einen Norisring-Besuch verzichten: Das Spiel zwischen Deutschland und Schweden wird am Samstagabend ab 20 Uhr auf den Großbildschirmen an der Rennstrecke übertragen. Auf dem Audi Intelligence Court können die Besucher zudem ihre eigene Fußball-Performance überprüfen: Auf einem kleinen Spielfeld auf der Zeppelinwiese treten sie in Zweierteams gegeneinander an. Dabei zeichnet ein spezielles Tracking-System die individuellen Leistungswerte der Spieler auf und fasst sie am Ende der Partie in einer Kennzahl zusammen.

Auch die sechs Audi-DTM-Piloten werden sich dieser Fußball-Challenge im Vorfeld der DTM-Rennen stellen. Die Rennen starten am Norisring an beiden Tagen um 13.30 Uhr. SAT.1 überträgt am Samstag (23. Juni) und am Sonntag (24. Juni) ab 13 Uhr live. Das Qualifying ist im Livestream auf ran.de zu sehen.

Samstag, 16. Juni 2018

Formel-E: Meisterschaftsstand vor dem letzten Rennwochenende

Foto:  Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel 
Die Saison 2017/2018 in der FIA Formel-E neigt sich dem Ende. Hier ein kurzer Blick auf den Meisterschaftstan vor den letzten beiden Rennen am 14./15.Juli 2018 in New York. Auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick nicht so aussieht, in der Meisterschaft ist noch nichts entschieden. In den letzten beiden Rennen sind noch 58 Punkte zu vergeben (25 Pkt. pro Rennsieg, 3 Pkt. für Poleposition und 1 Pkt. für schnellste Runde). Chanchen auf die Meisterschaft haben aber nur noch Jean Eric Verne und Sam Bird. Für die weiteren Plätze hat selbst Daniel Abt, der derzeit auf Platz 6 der Meisterschaft liegt noch theoretische Chancen auf den Vizemeistertitel.

Fahrerwertung (Top-Five):

1. J Verne         163 Pkt.
2. S. Bird           140 Pkt.
3. L. Di Grassi   101 Pkt.
4. S. Buemi         92 Pkt.
5. F. Rosenqvist  86 Pkt.

Aus deutscher Sicht ist die Teamwertung hochinterressant. Nachdem es zu Saisonbeginn für Audi Sport Abt Schaeffler nicht so gut lief, hat sich das deutsche Team deutlich gesteigert und hat wohl momentan das beste Auto am Start. Theoretisch könnte es in den letzten beiden Rennen noch für den Teamtitel reichen.

Teamwertung (Top-Five):

1. Techeetah                          219 Pkt.
2. Audi Sport Abt Schaeffler  186 Pkt.
3. DS Virgin Racing               157 Pkt.
4. Mahindra Racing               116 Pkt.
5. Panasonic Jaguar Racing 105 Pkt.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Kurzinterview mit Lucas di Grassi

Lucas di Grassi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Ihren Sieg haben Sie mit einem Sprung in den Zürichsee gefeiert. Sind die Klamotten schon wieder getrocknet vom Champagner und Wasser?

Ja, obwohl mir der Champagnerduft am Overall prinzipiell immer gut gefällt, war der Rennanzug inzwischen in der Waschmaschine. Aber das schöne Gefühl bleibt! Und mit ein paar Tagen Abstand und nachdem ich die ganzen Berichte gelesen habe, ist es vielleicht sogar noch größer geworden: So viele Jahre nach dem letzten Motorsportevent in der Schweiz dieses Rennen zu gewinnen, bedeutet mir sehr viel. Auch deshalb, weil es rundum ein so fantastisches Wochenende war.

Wird so ein Sprung jetzt zur Tradition bei Ihnen? Auch beim nächsten Rennen in New York liegt die Rennstrecke ja direkt am Wasser …

(lacht) Ich glaube, das lasse ich bei der starken Strömung des East River mal lieber bleiben und überlege mir etwas Neues. Aber im Ernst: Die kurze spontane Party, bei der nach mir ja auch noch Dieter Gass und Allan McNish in den See gesprungen sind, symbolisiert ganz gut, wie ausgezeichnet die Stimmung bei uns im Team ist: Wir arbeiten hart und konzentriert. Wir haben unser Ziel klar im Blick. Und gleichzeitig können wir bei Erfolgen auch kräftig feiern.

Nach drei Rennen noch Letzter, jetzt schon Dritter in der Meisterschaft, fünf Podiumsplätze hintereinander – kein anderer Pilot hat in den letzten fünf Rennen mehr Punkte geholt als Sie. Wie gut fühlt sich das an?

Solche Statistiken schaue ich mir immer mit gemischten Gefühlen an: Einerseits ist es natürlich toll, was für eine starke Serie wir als Team gerade hinlegen und welche Rekorde wir vielleicht aufstellen. Auf der anderen Seite denke ich auch manchmal: Was wäre, wenn für uns zu Saisonbeginn alles etwas glatter gelaufen wäre? Oder wenn wir auch noch das inzwischen abgesagte Rennwochenende in Montreal hätten, um weiter aufzuholen? Es ist aber müßig, zu viele Gedanken daran zu verschwenden. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf die Zukunft und unser großes Ziel, den Teamtitel in der Formel E.

Den Rückstand auf Techeetah in der Teamwertung hat Ihre Mannschaft auf 33 Punkte verkürzt. Sie haben Erfahrung mit großen Aufholjagden am Finalwochenende. Was ist die Strategie für die beiden letzten Rennen in New York?

In der vergangenen Saison bin ich mit 23 Punkten Rückstand zu den beiden Finalrennen gekommen und konnte Sébastien Buemi noch überholen. Jetzt sind es 33 Zähler, die Daniel und ich an zwei Tagen gutzumachen haben – eine ganze Menge, aber nicht unmöglich. Unsere Konkurrenz wird in New York bestimmt stark sein, also müssen wir 48 Stunden lang den besseren Job machen.

Vor diesem Motorsport-Höhepunkt wartet mit der Geburt Ihres ersten Sohnes noch ein besonderes persönliches Erlebnis auf Sie. Was sind die Pläne für die nächsten Wochen?

Es steht noch ein wenig Testarbeit mit unserem Auto für die nächste Saison auf dem Programm, aber den Großteil der Zeit werde ich bei meiner Frau in Brasilien verbringen können. Ich bin superaufgeregt und freue mich auf die Geburt unseres Sohnes – und natürlich ebenso darauf, als frischgebackener Vater und topmotiviert nach New York zu kommen.