Freitag, 20. November 2020

Champion Buri am Ziel: "Das werden wir in vollen Zügen genießen"

  •  Der Finne sichert sich im fünften Anlauf endlich den Titel in der ADAC TCR Germany
  •  Buri überglücklich: "Super, super happy, dass es endlich geklappt hat"
  •  Mit dem Wechsel vom eigenen Team zum Hyundai Team Engstler kam der Erfolg

Jubel und Erleichterung: Antti Buri hat den ersehnten Titel endlich sicher
Foto: ADAC-Motorsport


Als Antti Buri die ersehnte Trophäe nach oben stemmte, machte sich ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Finnen breit und all die Anspannung fiel ab. Ja! Es ist wirklich wahr! Endlich, im fünften Anlauf, nach vielen Höhen und Tiefen, hat es geklappt: Buri, der seit der Premierensaison in der ADAC TCR Germany am Start ist, hat sich den Meistertitel in der Tourenwagenserie des ADAC gesichert. "Ich bin überglücklich und super, super happy, dass ich diesen Titel nun endlich gewonnen habe", sagte der 31-Jährige und lächelte zufrieden: "Das werden wir nun in vollen Zügen genießen."
 
Unzählige Nachrichten erreichten den finnischen Hyundai i30 N TCR-Fahrer. Nachrichten aus der Heimat, Nachrichten von der Familie, den Freunden - aber auch von der Konkurrenz. Denn Buri ist nicht nur ein schneller Racer, er ist bei allem Wettkampf auf der Strecke extrem beliebt. "Antti hat die Meisterschaft verdient gewonnen", sagte der neue Vizemeister Harald Proczyk, der als Tabellenführer nach Oschersleben gekommen war, aber letztlich Buri doch noch den Vortritt lassen musste. "Es war immer faires und spannendes Racing mit einem verdienten Meister". Der Österreicher sprach damit stellvertretend für seine Mitstreiter, die in dieser fünften Saison tollen Tourenwagensport gezeigt hatten.
 
Für Buri waren die Tage vor dem Finale wie ein Deja-vu: 2019 war der Finne ebenfalls mit großen Titelchancen zum letzten Saisonrennen gereist, damals musste er sich in zwei packenden Rennen letztlich Proczyk und dem damaligen Meister Max Hesse geschlagen geben. Buri ging leer aus. Doch anstatt zu hadern, nahm er diese Niederlage mit Fassung. Er wusste aber auch, dass er mit der ADAC TCR Germany noch eine Rechnung offen hatte.
 
Damals war Buri noch im Audi RS3 LMS aktiv - und überhaupt waren die Vorzeichen trotz aller Parallelen andere. Der damals 30-Jährige startete für sein eigenes Team LMS Racing, das größtenteils aus Freunden bestand. Buri schraubte selbst am Auto mit, er fuhr den Teamtruck zu den Events, war als Teamchef auch an der Suche nach Sponsoren eingespannt. Ein Tag in dieser Zeit hätte aus Buris Sicht gut und gerne 30 statt 24 Stunden haben dürfen.
 
Irgendwann reifte der Entschluss, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Seinen Audi verkaufte er, und als sich die Möglichkeit bot, mit dem Hyundai Team Engstler zusammenzuarbeiten, ergriff Buri die Chance. Endlich, so zumindest die Idealvorstellung, könnte er sich einzig und allein ums Racing kümmern. Natürlich gehört auch das Setup des Autos mit dazu, aber das Drumherum, das würde Buri mit ruhigem Gewissen in andere Hände geben. "Die Jungs wissen, wie dieses Auto funktioniert. Und der Hyundai hat bereits bewiesen, dass es ein Gewinnerauto ist", sagte Buri noch im Mai bei PS on Air: Der ADAC GT Masters-Talk: "Ich habe große Erwartungen, und ich denke, dass wir gemeinsam den nächsten Schritt gehen können."
 
Doch der Anfang war schwer, nicht nur, weil Buri aufgrund der Corona-Pandemie sehr wenig Testzeit in seinem neuen Hyundai i30 N TCR hatte, ehe die Saison begann. Weil sich sein neues Auto komplett anders verhielt als der gewohnte Audi, leistete sich Buri einige kleinere Fehler und auch die Ergebnisse stimmten nicht immer. Seinen ersten Sieg holte er erst beim Sonntagsrennen auf dem Hockenheimring - und damit bei der dritten Veranstaltung. Anschließend folgten ein dritter und ein vierter Rang auf dem Sachsenring.
 
Dann aber setzte Buri zu einem Lauf an, der ihm im Schlussspurt dieser Saison den Titel bescherte: Sieg auf dem Red Bull Ring, Sieg auf dem DEKRA Lausitzring und zum Abschluss noch die Pole, ein Sieg und ein entscheidender dritter Platz in Oschersleben. Fertig war das Meisterwerk des 31-Jährigen, den am Tourenwagensport vor allem die intensiven Duelle schätzt: "Ich liebe Zweikämpfe, ich liebe es, wenn es hart und Rad an Rad zugeht."
 
Buri weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er im Motorsport auch schon in vielen anderen Klassen Erfahrungen gesammelt. Seine ersten Schritte tätigte er im Formelsport, 2007 nahm er an der finnischen Formel Ford Zetec und der Formel Ford NEZ teil. Zwei Jahre später ging es schließlich in die britische Formula Ford Meisterschaft, 2012 war er für ein Event beim ADAC Formel Masters am Start.
 
Es folgte der Umstieg in den GT-Sport, dort gewann er 2013 den Titel im finnischen Porsche GT3 Cup. Schließt wechselte er in den Tourenwagen. Als die ADAC TCR Germany 2016 in ihre erste Saison startete, fand sich schnell auch ein gewisser Antti Buri auf der Teilnehmerliste wieder: Und der Finne stellte schnell unter Beweis, dass mit ihm zu rechnen sein wird. In jedem Jahr holte er mindestens einen Sieg, anfangs noch im Seat Leon Cup Racer, später dann im Audi RS3 LMS und seit 2020 im Hyundai i30 N TCR. Insgesamt sind es nun bereits zwölf Siege in der ADAC TCR Germany.
 
Wohin ihn sein Weg nun führt? Das ließ Buri offen. Zunächst einmal will er seinen Titelgewinn in der ADAC TCR Germany in vollen Zügen auskosten. Anfang Dezember wird er 32, Buri will jetzt erst einmal die Ruhe genießen. Im finnischen Winter über zugefrorene Seen düsen, sich austoben. Aber nicht zu lang. Dafür ist Buri viel zu sehr Racer, der von Adrenalin und Nervenkitzel nicht genug bekommen kann.

Die ADAC GT Masters-Champions Michael Ammermüller und Christian Engelhart im Porträt

  •  Porsche-Piloten holen ihren ersten Titel in der "Liga der Supersportwagen"
  •  Mit drei Saisonsiegen zur Meisterschaft

ADAC GT-Masters Meister 2020: Michael Ammermüller, Christian Engelhart
Foto: ADAC-Motorsport
 


Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg) haben es geschafft: Mit Platz vier im Sonntagsrennen holten die Porsche-Piloten ihren ersten Titel im ADAC GT Masters. Bemerkenswert: Ihnen gelang der Erfolg in der Premierensaison ihres Rennstalls SSR Performance in der "Liga der Supersportwagen". "Von diesem Moment habe ich in meiner inzwischen langen ADAC GT Masters-Karriere immer geträumt", freute sich Engelhart. "Ich habe darauf hingearbeitet, heute ist es endlich so weit." Auch Michael Ammermüller zog natürlich eine positive Bilanz: "Mit Christian habe ich einen klasse Teampartner an meiner Seite, wir haben über die ganze Saison hinweg wenige Fehler gemacht und können wirklich stolz auf uns sein!"
 
Bei der Meisterehrung nach dem Finalrennen gab es für die Porsche-Piloten eine besondere Auszeichnung: Sie wurden in den ADAC GT Masters Club of Champions aufgenommen, den ADAC GT Masters-Partner herrenausstatter.de gemeinsam mit dem ADAC präsentiert. Das Erfolgsduo erhielt zudem maßgefertigte blaue Sakkos mit aufgestickten Clubabzeichen und goldenem Innenfutter. Diese werden exklusiv für die Mitglieder des ADAC GT Masters Club of Champions angefertigt.
 
Als Ammermüller und Engelhart vor dieser Saison zu SSR Performance wechselten, war es eine Reise ins Unbekannte, hatte doch der Rennstall aus München bis auf einen ADAC GT Masters-Gaststart 2019 in Hockenheim noch nie ein Rennen bestritten. "Im vergangenen Winter hatte ich mir natürlich die Frage gestellt, was ich machen soll", so Engelhart. "Wir haben Gespräche geführt und ich habe das Projekt und die Menschen dahinter kennengelernt. Das hat mich sehr überzeugt. Zudem war Porsche für mich schon immer eine Marke mit einer hohen Anziehungskraft. Die Entscheidung für den 'neuen' Weg war, wie wir jetzt wissen, goldrichtig."
 
Dass der langjährige Lamborghini-Werkspilot und Partner Ammermüller mit ihrem Wechsel zu SSR Performance richtig lagen, zeigte sich schon beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring. Gleich im ersten Rennen gelang ihnen der erste Podestplatz. Beim folgenden Wochenende auf dem Nürburgring folgten die erste Pole-Position und der erste Sieg, beim dritten Event in Hockenheim Triumph Nummer zwei und erstmals - für ein Rennen - die Tabellenführung. Mit konstanten Platzierungen in den folgenden Läufen hielten sich die beiden Bayern in der Spitzengruppe der Meisterschaft, ehe sie beim Saisonfinale groß auftrumpften: Mit sieben Punkten Rückstand angereist, übernahmen sie nach Pole-Position und Sieg am Samstag wieder die Tabellenführung, die sie mit Platz vier im Finalrennen erfolgreich verteidigten und sich ihren ersten Titel im ADAC GT Masters sicherten. Und dies sportlich verdient: Ihre drei Saisonsiege sind Bestwert, kein anderes Team hat 2020 in der "Liga der Supersportwagen" mehr als einmal gewonnen. Einen Nuller leisteten sie sich dagegen nur einmal.
 
Für beide Fahrer hat es bis zum Titelgewinn im ADAC GT Masters einige Jahre gedauert. Der ehemalige Formel-1-Testfahrer Ammermüller debütierte bereits 2010 in der "Liga der Supersportwagen". Danach folgten 2011 und 2017 nur zwei weitere komplette Saisons, in denen er jedoch mit jeweils einem Sieg sein Können unter Beweis stellte. Der Pilot aus Rotthalmünster in Niederbayern machte sich stattdessen vor allem in Porsche-Markenpokalen einen Namen. Er wurde zweimal Zweiter im Porsche Carrera Cup Deutschland und gewann von 2017 bis 2019 drei Titel im internationalen Porsche Supercup. "In den Porsche-Serien saß ich immer alleine im Auto und war sozusagen selbst für mein Glück verantwortlich", so Ammermüller. "Mit Christian im Team funktioniert es nun richtig, wir sind ein eingespieltes Duo, harmonieren gut - ich könnte mir keinen passenderen Teamkollegen vorstellen." Vor seiner Zeit im GT-Sport stand Ammermüller sogar kurz vor der Formel 1, doch der Bruch eines Kahnbeins verhinderte den Aufstieg in die Königsklasse. Statt ihm wurde 2007 ein gewisser Sebastian Vettel vom Team Toro Rosso unter Vertrag genommen.
 
Christian Engelhart kam über Kartrennen, die Formel ADAC BMW und Tourenwagen-Rennen in Österreich zum GT-Sport. Auch er startete erfolgreich im Porsche Carrera Cup. 2011 feierte er auf dem Red Bull Ring ein siegreiches Debüt im ADAC GT Masters, 2012 holte er die meisten Saisonsiege und wurde Gesamtdritter. Im vergangenen Jahr verpasste er als Gesamtzweiter den Titel nur knapp. Mit insgesamt 15 Rennsiegen ist der Starnberger der zweiterfolgreichste Fahrer in der Geschichte der "Liga der Supersportwagen". Nur ein Titel fehlte noch - bis jetzt.
 
"Michael und Christian ergänzen sich sehr gut", so Stefan Schlund. "Es fängt schon damit an, dass sie gleich groß und schwer sind und somit von der ganzen Struktur ähnlich sind, was vieles für das Team einfacher macht." SSR-Teamchef Wolfgang Hatz ergänzt: "Eine der großen Stärken von Christian ist, dass er sehr analytisch ist. Er arbeitet sehr viel mit Daten und versucht herauszufinden, was war gut, was nicht, und was könnte man besser machen. Michael auf der anderen Seite ist der intuitivere Fahrer. Er ist auch sehr nervenstark. Beide arbeiten sehr gut zusammen. Sie wissen, dass man im ADAC GT Masters nur miteinander Erfolge sammelt. Jeder nimmt das Beste vom anderen, um das optimale Ergebnis zu holen. Sie bilden ein starkes Team."

Montag, 16. November 2020

Gabriele Piana und Michael Schrey sind die neuen Champions der ADAC GT4 Germany

  •     Laufsieg für Jan Kasperlik und Nicolaj Møller
  •     Jan Marschalkowski Champion der Junior-Wertung
  •     Stephan Grotstollen und Georg Braun Sieger der Trophy-Wertung

Der Start zum Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany in Oschersleben
Foto: ADAC-Motorsport


Spannung bis zur letzten Kurve und einfach nur packender Motorsport: Das Finale der ADAC GT4 Germany war an Dramatik kaum zu überbieten. Durch einen sechsten Platz im Sonntagsrennen in der Motorsport Arena Oschersleben und mit lediglich zwei Punkten Vorsprung in der Tabelle sind Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 die neuen Champions der ADAC GT4 Germany. "Wir hatten teilweise eine schwierige Saison. Dass wir jetzt Meister sind, ist einfach unglaublich. Damit hätte ich vor dem Wochenende nie gerechnet", konnte Piana den Triumph kaum fassen. "Wir sind jetzt nur noch glücklich - sowohl für das Team, als auch für uns. Ich denke, wir müssen jetzt aber erst einmal eine Nacht schlafen, bis wir wirklich kapieren, dass es mit der Meisterschaft in der ADAC GT4 Germany geklappt hat", strahlte auch Schrey voller Freude.
 
Den Laufsieg in Oschersleben sicherten sich Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) im Porsche Cayman GT4. Møller Madsen begann das Rennen von der sechsten Position aus. Doch in einer turbulenten Startphase setzte er sich schnell auf Platz zwei. Danach machte Møller Madsen ordentlich Druck auf den führenden Reinhard Kofler (35/AUT, True Racing) im KTM X-Bow GT4. Nach rund 17 Rennminuten konnte der Däne den Österreicher schließlich überholen und sich im weiteren Rennverlauf auch etwas an der Spitze absetzen.
 
"Beim Start ging es richtig zur Sache. Auch für mich wurde es eng. Ich fühlte mich wie in einem Sandwich. Aber ich bin glücklicherweise gut durchgekommen. Danach habe ich den KTM vor mir studiert und im richtigen Moment das Manöver gesetzt. Denn mir war klar, dass wir nur mit einem Sieg noch eine Chance im Titelrennen haben würden. Am Ende reichte es zwar nur zu Tabellenplatz zwei. Dennoch bin ich zufrieden, da wir vier Saisonrennen gewonnen haben", blickte Møller Madsen zurück.
 
Kasperlik übernahm den Porsche auf Platz eins und fuhr letztendlich auch als Erster über die Ziellinie. Hinter ihm machten die Teamkollegen Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck) den Doppelsieg für das Team Allied-Racing perfekt. Sturm/Fetzer gewannen somit auch das Rennen in der Junior-Wertung. Das Podium komplettierten ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Hugo Sasse (16/Aschersleben) und William Tregurtha (20/GBR, beide T3-HRT-Motorsport) im Audi R8 LMS GT4.
 
Vierte wurden Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward). Die beiden Mercedes-AMG GT4-Piloten reisten als Tabellenführer nach Oschersleben und beenden die Saison nun auf Tabellenplatz drei. Florian Janits (22/AUT), der den zu Beginn führenden KTM von Reinhard Kofler übernommen hatte, kam auf Platz fünf.
 
Mit Platz sechs machten Schrey und Piana schließlich den Meistertitel perfekt. Schrey hatte das Rennen von Startplatz zwölf aus begonnen und schaffte es in seinem Rennabschnitt bis auf die sechste Position nach vorne. Somit legte er den Grundstein zum Titel. "Ich musste ständig aufpassen, dass nichts passiert und gleichzeitig Plätze gut machen. Das war eine Herausforderung, ist mir aber letztendlich ganz gut gelungen. Ich konnte den Speed im Rennen einigermaßen mitgehen", so Schrey. Durch Platz eins von Kasperlik/Møller Madsen war klar, dass Teamkollege Piana nicht schlechter als auf Platz sieben ins Ziel kommen musste, um Meister zu werden. Genau auf dieser Position übernahm Piana aber den BMW nach dem Boxenstopp. "Ich hatte einen McLaren vor mir, den ich aber schnell überholen konnte. Danach hat mir mein Ingenieur über Funk gesagt, dass die Position reichen würde. Somit konnte ich zunächst etwas Gas raus nehmen. In den letzten Minuten wurde ich dennoch etwas nervös. Ich habe so viele Geräusche im Auto gehört, die es gar nicht gab. Es ist aber alles super gelaufen", jubelte Piana nach dem Rennen.
 
Platz sieben ging an Aleksey Sizov (17/RUS) und Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, beide Dörr Motorsport) im McLaren 570S GT4 vor Claudia Hürtgen (49/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) in einem weiteren BMW und dem McLaren-Duo Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport). Die Top Zehn komplettierten Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team Zakspeed), wodurch Mercedes-AMG-Pilot Marschalkowski auch den Titel in der Junior-Wertung klarstellen konnte.
 
Der Tagessieg in der Trophy-Wertung sicherte sich BMW-Fahrer Heiko Eichenberg (46/Fritzlar, Team AVIA Sorg Rennsport). Den Trophy-Meistertitel gewannen Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) in einem weiteren BMW M4 GT4. Der Titel in der Team-Wertung ging an Allied-Racing.

Siebter Streich: Tim Heinemann gewinnt finales Rennen der DTM-Trophy

  •     Faszinierendes Rennen mit zwei Safety-Car-Phasen und packenden Duellen
  •     Mercedes-Pilot Tim Heinemann feiert siebten Saisonsieg der DTM Trophy
  •     Schweizer Lucas Mauron begeistert mit Aufholjagd und fährt auf Position drei
  •     Jan Kisiel in der Gesamtwertung auf Rang zwei, Ben Tuck Dritter
  •     HP Racing ist Team-Meister, Ben Green gewinnt Junior-Wertung


Foto: dtm.com

Mit einem äußerst abwechslungsreichen und unterhaltsamen Rennen endete die Premierensaison der Nachwuchsserie DTM Trophy.  Beim finalen Rennen in Hockenheim ging es noch einmal hoch her: Mehrere Führungswechsel, zwei Safety-Car-Phasen und jede Menge packende Rad-an-Rad-Duelle boten GT-Sport vom Feinsten. Am Ende war es Tim Heinemann (GER, Mercedes-AMG, HP Racing International), der die Zielflagge als Erster sah und damit den siebten Saisonsieg nach Hause fuhr. Den Meistertitel in der DTM Trophy hält der 22-Jährige, der in zwölf Saisonrennen elf Mal auf dem Treppchen stand, bereits seit dem Rennwochenende im belgischen Zolder. Der Brite Ben Tuck (BMW, Walkenhorst Motorsport) blieb Heinemann im Sonntagsrennen dicht auf den Fersen und wurde Zweiter. Rang drei ging an Lucas Mauron (SUI, Audi, Hella pagid – racing one), der wie am Samstag von der Pole ins Rennen gegangen war, zwischenzeitlich weit zurückfiel und anschließend eine faszinierende Aufholjagd startete.

Bereits der Start hatte es in sich: Mauron belieb zunächst knapp vor dem von Rang zwei gestarteten Nicolas Schöll (AUT, Porsche, Allied Racing). Beide fuhren Seite an Seite, während der von Rang drei ins Rennen gegangene Heinemann versuchte, innen hereinzustechen. Nach einer leichten Kollision zwischen Heinemann und Mauron rutschte letzterer beim Anbremsen in die erste Kurve weit nach außen und fand sich kurzzeitig auf Platz vier wieder, während Schöll die Führung übernahm. Mauron kämpfte sich jedoch schnell zurück auf Position zwei, ging wenig später ohne Probleme an Schöll vorbei und lag damit wieder in Führung.

Schöll bekam zunehmend Probleme mit seinem Porsche Cayman und konnte die Pace der Spitzengruppe nicht mehr mitgehen. Unterdessen drehte sich Maurons rumänischer Teamkollege David Serban nach einer leichten Kollision an unglücklicher Stelle ins Kiesbett. In Folge dessen musste das Safety Car zum ersten Mal auf die Strecke. Nach dem Restart, den Mauron zunächst vor Heinemann gewann, bekam der Schweizer zunehmend Schwierigkeiten mit seinem Audi R8 LMS und verlor Position um Position. Hilflos musste der Audi-Pilot zusehen, wie er bis auf Rang zwölf durchgereicht wurde.


Bis in die letzte Runde: packender Fünfkampf um die Potestplätze

Nachdem das Safety-Car in Folge eines Ausfalls des Briten Ben Green (BMW, FK Performance Motorsport) ein weiteres Mal für Ordnung sorgen musste, fand Mauron plötzlich wieder zu seiner alten Pace zurück und startete eine furiose Aufholjagd. Mit Wut im Bauch und aggressiv geführten Überholmanövern machte der Schweizer einen Platz um den anderen gut. An der Spitze lagen die Top fünf mit Heinemann, Tuck, José María López (ARG, Toyota, Ring Racing), Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport) und Mauron dicht zusammen – es entwickelte sich ein packender Kampf um die Podiumsplätze, der mit harten Bandagen ausgetragen wurde. Der Pace von Mauron hatten alle Kontrahenten jedoch nichts entgegen zu setzen. In der letzten Runde gelang dem Audi-Mann sogar noch das Überholmanöver gegen Kisiel und damit der Sprung aufs Podest. Am Ende war es nur die Rennzeit, die der Aufholjagd des Schweizers ein Ende setzte, denn auch Tuck und Heinemann waren nicht mehr weit weg.

In der Fahrerwertung schließt Champion Tim Heinemann mit 265 Punkten vor Jan Kisiel (165) ab, Ben Tuck ist Gesamtdritter mit 133 Zählern. Im Wettbewerb der Teams schlägt HP Racing International (254 Punkte) die Konkurrenz von Leipert Motorsport (161) klar. Die Juniorwertung gewinnt Green mit 113 Zählern vor Mauron (103).

 
Stimmen – 2. Rennen, Hockenheim

Tim Heinemann, Mercedes-AMG, Sieger
„Ein tolles Gefühl, jetzt endlich den Pokal in der Hand zu halten. Eine großartige Saison geht zu Ende, die harte Arbeit hat sich ausgezahlt. Riesendank an das Team und an alle anderen, die mich die ganze Saison über unterstützt haben. Zum heutigen Rennen: Das war wirklich actiongeladen, jede Menge hart, aber fair ausgetragene Zweikämpfe. Ein paar Mal gab es leichten Kontakt, aber nichts Gravierendes. Ich hatte ein schönes Duell mit Ben Tuck, bei dem ich mich schließlich durchsetzen konnte. Diese tolle Saison mit einem Sieg abzuschließen, ist natürlich das Beste, was wir uns vorstellen konnten.“

Ben Tuck, BMW, 2. Platz
„Ich bin von Platz fünf ins Rennen gegangen und habe einen guten Start erwischt, bei dem alles glatt gegangen ist. Das war wesentlich sauberer als am Samstag und für mich schonmal die halbe Miete. Die Zweikämpfe vor mir habe ich natürlich genau beobachtet, und dann war ich zur rechten Zeit am rechten Ort. Abwarten und dann die Gunst der Stunde nutzen, das war heute unsere Devise. Ich hatte dann noch ein kleines Duell mit Tim Heinemann, aber letzten Endes hatte er die bessere Pace, und ich musste mich geschlagen geben. Mit Rang zwei und dem dritten Gesamtrang in der Meisterschaft bin ich auf jeden Fall hoch zufrieden.“

Lucas Mauron, Audi, 3. Platz
„Offen gestanden weiß ich nicht so genau, ob ich lachen oder weinen soll. Bis zur ersten Safety-Car-Phase lief ja alles gut. Dann hatte ich plötzlich ein Problem mit dem Getriebe, das aber nach einer Runde wieder behoben war. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits weit zurückgefallen und habe einfach alles aus dem Auto herausgeholt, was ging. Dass es noch bis aufs Podium geht, hätte ich natürlich nicht gedacht. Die letzte Runde verlief dann sehr glücklich für mich, weil ich den Zweikampf zwischen José María López und Jan Kisiel perfekt zu meinen Gunsten nutzen konnte.“


Donnerstag, 12. November 2020

Michael Ammermüller und Christian Engelhart gewinnen das ADAC GT Masters 2020

  •    Porsche-Duo reicht Rang vier im Finalrennen zum Titel
  •    Mercedes-AMG-Duo Philip Ellis/Raffaele Marciello Sieger am Sonntag
  •    Teamtitel für SSR Performance, Tim Zimmermann gewinnt Pirelli-Junior-Wertung


Die Meister 2020: Michael Ammermüller, Christian Engelhart (SSR Performance)
Foto: ADAC-Motorsport

Platz vier hat am Ende gereicht: Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg, beide SSR Performance) sicherten sich im Finalrennen in Oschersleben im Porsche 911 GT3 R erstmals den Titel im ADAC GT Masters. Den Sieg holten sich von der Pole-Position aus Philip Ellis (28/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT3. Rang zwei ging an das Audi-Duo Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT) vor Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Mathieu Jaminet (26/F, beide Precote Herberth Motorsport) in einem Porsche 911. "Der Titelgewinn ist ungeheuer emotional für mich", sagte der frischgebackene Meister Christian Engelhart. "Ich habe geweint, als Michael über die Ziellinie gefahren ist, denn ich habe immer davon geträumt das ADAC GT Masters zu gewinnen. Unglaublich, dass wir es jetzt geschafft haben."


Frühes Aus für Titelverteidiger
 

Der Titelkampf im Finalrennen begann dramatisch. Bereits beim Start kollidierten mehrere Fahrzeuge noch auf der Start-Ziel-Geraden. Das prominenteste Opfer: der Tabellenzweite Kelvin van der Linde (24/ZA, Rutronik Racing), der seinen beschädigten Audi R8 LMS nach wenigen Sekunden abstellen musste. Der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung war damit für den Südafrikaner und seinen Partner Patric Niederhauser (29/CH) schon früh ausgeträumt. Aber auch Tabellenführer Christian Engelhart (33/Starnberg, SSR Performance) hatte in der ersten Runde einen Schreckmoment: Der Porsche-Pilot wurde auf Platz drei liegend von Lamborghini-Fahrer Albert Costa Balboa (30/E, GRT Grasser Racing Team) umgedreht, konnte aber unbeschadet weiterfahren. Nur wenige Sekunden später wurde das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen, um die bei Start-Ziel gestrandeten Fahrzeuge zu bergen.

Nach dem Restart führte Pole-Setter Raffaele Marciello, der bis zu den Boxenstopps von Audi-Pilot Mirko Bortolotti unter Druck gesetzt wurde. Engelhart drehte dahinter als Dritter seine Runden. Nach den Fahrerwechseln setzte sich Marciellos Partner Philip Ellis an der Spitze stetig von Rolf Ineichen ab, der von Bortolotti übernommen hatte, und sah schließlich mit 17,699 Sekunden Vorsprung als Erster die Zielflagge. Für Marciello war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für Ellis der zweite nach Oschersleben 2018.

Bortolotti und Ineichen fuhren als Zweite zum zweiten Mal in dieser Saison auf das Podium. Ineichen sicherte sich damit auch den zweiten Sieg des Wochenendes in der Pirelli-Trophy-Wertung. Rang drei holten sich Robert Renauer und Mathieu Jaminet, die in der Schlussphase noch an ihren Porsche-Markenkollegen Ammermüller und Engelhart vorbeigingen. Den SSR-Piloten reichte der vierte Platz zum ersten Titel in der "Liga der Supersportwagen". Der Punktevorsprung auf Vizechampion Renauer beträgt neun Zähler. Ihr Rennstall SSR Performance gewann zudem auch die Team-Wertung.

Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT), die ebenfalls noch mit Titelchancen ins Rennen gegangen waren, wurden Fünfte und damit noch Gesamtdritte. Auf Platz sechs folgten ihre Mercedes-AMG-Markenkollegen Mick Wishofer (21/A) und Dorian Boccolacci (22/F, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing). Wishofer sicherte sich damit auch den Rennsieg in der Pirelli-Trophy-Wertung. Die Audi-Fahrer Charles Weerts (19/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) fuhren auf Position sieben vor David Jahn (29/Leipzig) und Jannes Fittje (21/Langenhain, beide Küs Team75 Bernhard) in einem weiteren Elfer. Fittje verpasste dennoch knapp den Titel in der Pirelli-Junior-Wertung, der trotz seines Startunfalls an Lamborghini-Fahrer Tim Zimmermann (24/Langenargen, GRT Grasser Racing Team) ging. Die Top 10 komplettierten Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT3 Evo sowie das Audi-Duo Ricardo Feller (20/CH) und Stefan Mücke (38/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport).

 
Stimmen der Sieger:
 
Philip Ellis (Knaus-Team HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG GT3 Evo):
"Mein Rennen war relativ unspektakulär. Ich habe mich vom Audi absetzen können und habe das Rennen dann nach Hause gefahren. Wichtig war, keine Fehler zu machen und die Tracklimits zu beachten. Raffaele hat den Großteil der Arbeit gemacht. Ich kann mich nur bei ihm bedanken. Bereits gestern hatten wir mit Platz drei einen Befreiungsschlag. Es war endlich mal ein problemloses Wochenende für uns."
 
Raffaele Marciello (Knaus-Team HTP-Winward Motorsport, Mercedes-AMG GT3):
"Ich hatte einen guten Start und einen guten Zweikampf mit Mirko [Bortolotti]. Da in Oschersleben das Überholen nur schwer möglich ist, konnten wir unsere Position an der Spitze verteidigen und abschließend den heutigen Sieg erringen. Wir hatten ein sehr sauberes Wochenende ohne große Zwischenfälle oder strittige Situationen. Der Schlüssel zum Erfolg war ein problemloses Rennwochenende."

 

Stimmen der Meister:
 
Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R):
"SSR Performance hat in der ersten Saison ein super Team auf die Beine gestellt. Teamgründer Stefan Schlund hat definitiv die richtigen Leute ausgesucht, das war sicherlich die Grundvoraussetzung für den Erfolg. Mit Christian habe ich einen klasse Teampartner an meiner Seite, wir haben über die ganze Saison hinweg wenige Fehler gemacht und können wirklich stolz auf uns sein!"
 
Christian Engelhart (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R):
"Es gab beim Start ganz schön viel Action. Ich habe einen Schlag bekommen und mich gedreht und dadurch viele Positionen verloren. Zum Glück gab es dann die Rote Flagge. Beim Restart hatte ich dann alles unter Kontrolle. Ich habe dann auf die Reifen geachtet, daher war es nicht so leicht, am Audi vor mir dranzubleiben."