Montag, 4. Juli 2022

DTM Classic begeistert die Zuschauer am Norisring am Sonntag

  • Audi-Pilot Anthon Werner gewinnt das Sonntagrennen zum DTM Classic Cup
  • Bruno Spengler und Hans-Joachim Stuck erkämpfen sich Podiumsplätze
  • Walter Röhrl bestaunt seinen ehemaligen Schnitzer BMW 2002 turbo

71 Jahre alt und kein bischen langsam: H.-J- Stuck - Dritter am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Walter Röhrl, Hans-Joachim Stuck, Leopold Prinz von Bayern, Bruno Spengler und einige mehr – ein Stelldichein ehemaliger DTM-Stars begeisterte am Norisring die zahlreichen Zuschauer. Auf der Rennstrecke wie im Fahrerlager bestaunten die Fans die historischen Tourenwagen aus der DTM-Ära zwischen 1984 und 2007, lauschten fasziniert den kurzweiligen Interviews mit Helden dieser Zeit und freuten sich über so manches Autogramm. Im kurzweiligen Sonntagrennen zum DTM Classic Cup bescherte Anthon Werner mit seinem 200 Turbo Audi zum Heimspiel auf dem traditionsreichen Stadtkurs von Nürnberg einen Sieg. Nach einer spannenden Schlussphase stiegen als Zweiter und Dritter „Mr. Norisring“ Bruno Spengler, mit fünf Siegen der erfolgreichste DTM-Pilot auf dem Norisring, und Hans-Joachim Stuck neben Werner auf das Siegerpodest.

Walter Röhrl, nicht nur zweimaliger Rallye-Weltmeister, sondern auch ehemaliger Rundstrecken-Pilot in der DTM, in der Deutschen-Rennsport-Meisterschaft und der US-IMSA-Serie, war am Sonntag ein gern gesehener Stargast beim DTM Norisring powered by BMW M. Der Regensburger freute sich nicht nur auf das Wiedersehen mit alten Weggefährten wie „Strietzel“ Stuck, sondern auch auf das Wiedersehen mit jenem BMW 2002 turbo, mit dem er beim DRM-Rennen 1977 auf dem Norisring allen die Show stahl, ohne letztlich die Zielflagge zu sehen. Bestens gelaunt erzählte Röhrl gemeinsam mit Stuck, DTM-Norisring-Sieger Kris Nissen und dem ehemaligen DTM-Vizemeister Olaf Manthey spannende Geschichte vergangener Tage, eine herrliche Gesprächsrunde um Moderatorenlegende Rainer Braun.

Auch „Strietzel Stuck hatte seinen Spaß, durfte er doch seinen ehemaligen DTM Audi von 1992 fahren, der ihm von Audi-Sammler Anthon Werner ausgeliehen wurde. Hatte Stuck mit dem Audi-V8-Dickschiff am Vortag noch die tückische Mauer im Schöller-S geküsst, so hielt der 71-Jährige am Sonntag mehr Abstand. „Ich war heute vorsichtiger. Jetzt bin ich hochzufrieden. Es hat unendlich viel Spaß gemacht, wieder auf dem Norisring zu fahren, und dass mit meinem ehemaligen DTM-Auto.“ Bruno Spengler, der 2019 im BMW sein fünftes DTM-Rennen auf dem Stadtkurs gewann, hatte sich mit dem BMW 320i einen Podiumsplatz erhofft, und wurde am Sonntag für seine beherzte Fahrweise mit Rang zwei belohnt. „Das war ein mega Rennen vor einem tollen Publikum! Ich danke Schnitzer Classic und BMW, dass ich mit diesem Auto hier fahren durfte.“ Steffen und Yannik Trautwein haben das ehemalige BMW-Werksteam Schnitzer übernommen und daraus Schnitzer Classic geformt. Einen BMW M3 dieses Teams steuerte auch Kris Nissen, der bis zwei Runden vor Schluss noch an zweiter Stelle hinter dem souverän führenden Audi 200 von Anthon Werner fuhr, dann jedoch wegen eines technischen Problems noch Spengler und Stuck passieren lassen musste. Am Vortag hatte Werner den vermeintlichen Sieg durch eine Strafe an Gerhard Füller im Opel Vectra verloren, der am Sonntag als Sechster ins Ziel kam.


Einzigartige Gala der DTM Classic auf dem Norisring

Gerhard Füller beschert Opel einen unerwarteten Sieg am Samstag

  • Knapp geschlagen: Kris Nissen als Zweiter Bestplatzierter der sieben DTM-Helden
  • 79 und kein bisschen langsam: Leopold Prinz von Bayern steuert BMW auf Rang zehn
  • Historische Tourenwagen begeistern im „fränkischen Monaco“ – Rennen zwei am Sonntag

Sieger Gerhard Füller im Opel Vectra
Foto: Jens Hawrda

Opel feiert bei der Gala der DTM Classic auf dem Norisring einen unerwarteten Sieg. Im Vectra, den einst Uwe Alzen steuerte, gewann Gerhard Füller das Samstagrennen zum DTM Classic Cup. Als Bester von sieben angetretenen DTM-Helden steuerte der Däne Kris Nissen seinen BMW M3 auf den zweiten Platz, sein Markenkollege René Ruch aus der Schweiz komplettierte als Dritter das Podium. Während „Mr. Norisring“, der Kanadier Bruno Spengler und DTM-Rekordsieger von Nürnberg, im BMW 320i Fünfter wurde, bewies Leopold Prinz von Bayern, dass Alter nicht vor Vollgas schützt: „Poldi“ bescherte als BMW-Markenbotschafter zum 50-jährigen Jubiläum von BMW M eine Platzierung unter den zehn Besten.

Die historischen Tourenwagen der DTM Classic verzaubern am Norisring am ersten Juli-Wochenende das fachkundige Publikum. Die Zuschauer strömen in Scharen ins Fahrerlager der DTM Classic, wo es nicht nur die klassischen Rennwagen hautnah zu bestaunen gibt, sondern auch so manches Autogramm der Fahrer, vor allem der ehemaligen DTM-Piloten. Neben Nissen, Spengler und Leopold Prinz von Bayern waren auch Hans-Joachim Stuck, Olaf Manthey und Stefan Mücke am Start, Marc Hessel übernimmt im Sonntagrennen (Start um 16:15 Uhr, live via grid.dtm.com) das Steuer von „Poldi“.

23 Tourenwagen, jeder mit einer eigenen Historie, sorgen auf dem traditionsreichen Norisring für einen Augen- und Ohren-Schmaus. Mit dem Opel Astra V8 ging Klaus Hoffmann aus der Pole-Position ins Rennen. Nach einem ersten kleinen Duell mit Anthon Werner im Audi 200 quattro, ein Modell, mit dem einst Freddy Kottulinsky in der DTM antrat, konnte sich Hoffmann, eigentlich ein Spezialist für Bergrennen, vom Feld absetzen. Der Opel-Triumph schien für ihn zum Greifen nahe, als unmittelbar nach einer Safety-Car-Phase sich beim Restart die Fronthaube löste und Hoffmann aufgeben musste. Somit schien der Weg frei für Audi-Mann Werner, der schließlich auch als Erster die Ziellinie vor der alten Steintribüne kreuzte. Doch Werner hatte während der Safety-Car-Phase unerlaubt überholt und erhielt daher eine Strafe, die ihn letztlich auf Rang vier zurückwarf.

Während Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke den Einsatz des einzigartigen Opel Calibra V6, dem ehemaligen DTM-Auto von Keke Rosberg, nur für einen Test nutze, musste letztlich Gerhard Füller die Kastanien aus dem Feuer holen. Mit dem schwarzen Opel Vectra im originalgetreuen Warsteiner-Design, den einst DTM-Pilot Uwe Alzen in der Super-Tourenwagen-Meisterschaft steuerte, schob sich Füller, ein Dachdeckermeister aus Stadtallendorf, auf den letzten Metern noch am ehemaligen DTM-Profi Kris Nissen vorbei zum Sieg. Bemerkenswert: Der drittplatzierte René Ruch reist lediglich mit seiner Ehefrau zu den Rennen, die mit ihm gemeinsam alle Arbeiten am Ex-DTM-M3 erledigt.

„Strietzel“ Stuck gab in seinem ehemaligen DTM-Audi wie gewohnt beherzt Gas, touchierte aber mit dem Original-Auto aus 1992 die tückische Betonmauer ausgangs des Schöller-S – damit war die Vorstellung des 1990er DTM-Champions vorzeitig beendet. Der ehemalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey brachte den BMW 635i, das älteste Auto im Feld, auf Rang neun ins Ziel. Nico Wittmann (BMW) musste wie sein Bruder, der zweimalige DTM-Champion Marco Wittmann, in der DTM vor heimischer Kulisse vorzeitig aufgeben. 


Sonntag, 3. Juli 2022

Louis Henkefend holt seinen ersten Sieg in der DTM Trophy

  • BMW-Pilot Henkefend profitiert von Zeitstrafen gegen Heinemann und Oeverhaus
  • Niederländer Colin Caresani komplettiert Doppelerfolg für BMW-Team Project 1
  • Tim Heinemann verliert Gesamtführung an Caresani

Louis Henkefend BMW #13 siegt am Sonntag am Norisring
Foto: Jens Hawrda

BMW-Pilot Louis Henkefend hat ein packendes Sonntagsrennen zur DTM Trophy auf dem Norisring gewonnen. Der Deutsche wurde nach 29 Runden als Sieger des sechsten Saisonrennens der Talentschmiede auf der DTM-Plattform gewertet. Sein niederländischer Teamkollege Colin Caresani komplettierte als Zweiter den Doppeltriumph für das Team Project 1. Rang drei belegte Mercedes-AMG-Pilot Rodrigo Dias Almeida (BWT Mücke Motorsport) aus Mosambique.

Toyota-Fahrer Tim Heinemann (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing), vor dem Rennen Gesamtführender, überquerte die Ziellinie als Erster. Aufgrund einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen einer Kollision fiel er jedoch auf den fünften Rang zurück. Das gleiche Schicksal ereilte seinen deutschen Landsmann Theo Oeverhaus (BMW, Walkenhorst Motorsport), der die Zielinie direkt hinter Heinemann überquerte, aber als Sechster gewertet wurde. Vierter wurde dadurch der US-Amerikaner JP Southern im EastSide-Motorsport Audi, der von der Pole-Position gestartet war.

Heinemann setzte sich am Start durch und führte das Feld vor Henkefend, Southern, Caresani und Oeverhaus an. Hinter dem Toyota-Piloten krachte es bereits in der ersten Kurve zwischen drei Fahrern, was das Safety-Car auf den Plan rief und für eine lange Neutralisierung sorgte. Kurz nach der Freigabe des Rennens kam es zu einem weiteren Unfall. Das Safety-Car musste erneut ausrücken. In der Schlussphase des Rennens entschädigte das Spitzenquintett, bestehend aus Heinemann, Henkefend, Oeverhaus, Caresani und Almeida, mit packenden Positionskämpfen die Zuschauer für die langen Gelbphasen. Zwischenzeitlich setzten sich Heinemann, Henkefend und Oeverhaus von ihren beiden Verfolgern ab, doch die intensiven Auseinandersetzungen des Top-Trios erlaubten es Caresani und Almeida ihrerseits, wieder zur Spitze aufzuschließen.

Henkefend setzte Heinemann immer wieder unter Druck und platzierte seinen BMW in den Bremszonen des anspruchsvollen Norisrings neben Heinemanns Toyota. Doch der Champion der DTM Trophy 2020 wusste dem enormen Druck seiner Verfolger standzuhalten. Heinemann behauptete die Spitzenposition vor Oeverhaus und Henkefend zumindest auf der Strecke bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge. Die Deutsche Sophie Hofmann sammelte auch im zweiten Lauf Punkte. Im Audi von Heide-Motorsport wurde sie auf Platz zehn gewertet. Damit hat sie jetzt fünf Punkte auf dem Konto.

An der Spitze der Gesamtwertung geht der Zweikampf zwischen Heinemann und Caresani weiter. Der Niederländer liegt nach sechs von 14 Saisonrennen mit 99 Punkten vorne, Heinemann lauert hinter ihm mit nur einem Zähler Rückstand. Der nächste Lauf zur DTM Trophy findet am letzten August-Wochenende auf dem Nürburgring statt.


Felipe Fraga macht sich selbst ein Geburtstagsgeschenk

  • Felipe Fraga holt den ersten Saisonsieg für Red Bull AlphaTauri AF Corse Ferrari
  • Mirko Bortolotti mit Platz zwei „Halbzeit-Meister“ in der DTM
  • Alle sechs Premium-Marken auf den ersten sechs Plätzen

Felipe Frage holt an seinem 27. Geburtstag nach der Pole auch de Sieg am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Am Geburtstag kam das Glück zurück: Felipe Fraga holte am Sonntag bei der DTM am Norisring powered by BMW M an seinem 27. Geburtstag seinen ersten DTM-Sieg. Nach vielen Ausfällen war es auch der erste Saisonerfolg für Red Bull AlphaTauri AF Corse Ferrari, den Team-Meister der Saison 2021. Fraga ist der erste brasilianische DTM-Sieger, seit Augusto Farfus 2013 in Zandvoort triumphierte. Das Geburtstagskind war entsprechend glücklich: „Das ist der beste Geburtstag meines Lebens! Danke an alle im Team, wir verdienen das so sehr.“

Zweiter wurde Mirko Bortolotti (ITA) im GRT Lamborghini. Der Italiener holte sich mit der schnellsten Runde auch den Autohero Fastest Lap Award und damit einen Zusatzpunk. Dadurch ist Bortolotti „Halbzeit-Meister“ in der DTM. Nach acht von 16 Rennen übernahm der Lamborghini-Werksfahrer mit 89 Punkten die Gesamtführung von Sheldon van der Linde (RSA), der im Schubert BMW nur 15. wurde. Dritter am Sonntag wurde René Rast (ABT Audi), der in der Gesamtwertung mit 79 Zählern nur einen Punkt hinter Sheldon van der Linde (80) auf der dritten Tabellenposition liegt.

Auf den ersten sechs Rängen im Sonntagsrennen platzierten sich alle sechs Premium-Marken, die in der DTM 2022 an den Start gehen. Vierter wurde Lokalmatador Marco Wittmann im Walkenhorst BMW, Fünfter Dennis Olsen (NOR) im SSR Performance Porsche, auf Rang sechs kam der amtierende Meister Maximilian Götz (GER) im WINWARD Mercedes-AMG bei seinem Heimrennen ins Ziel. Götz: „Es hat sich gut angefühlt. Der beste Mercedes im Rennen und im Qualifying zu sein, ist gut. Ich habe beim Heimrennen gekämpft wie ein Löwe.“

Nach einem wilden Rennen am Samstag lieferten die DTM-Piloten am Sonntag eine hochkonzentrierte und disziplinierte Vorstellung. Der enge Stadtkurs in Nürnberg sorgte mit vielen Überholmanövern trotzdem für hochklassige Renn-Action und beste Unterhaltung der zahlreichen Zuschauer auf den Tribünen. Franck Perera (FRA) im GRT Lamborghini und Esteban Muth (BEL) im Walkenhorst BMW konnten wegen zu starker Beschädigungen am Sonntag nicht an den Start gehen.

In der Team-Wertung führt zur Saison-Halbzeit Schubert Motorsport mit 111 Punkten vor dem Grasser Racing Team mit 87 Zählern und ABT Audi mit 81 Punkten. Bei den Herstellern hat Audi mit 240 Punkten die Nase vorn, auf den Plätzen zwei und drei folgen Mercedes-AMG (180) und BMW (159).

Fahrer, Teams und Hersteller haben jetzt eine kurze Verschnaufpause, bevor die DTM 2022 in die richtig heiße Phase startet: Vom 26. bis 28. August geht’s am Nürburgring powered by Mercedes-AMG zur Sache, danach gibt es im Zwei-Wochen-Rhythmus Rennen in Spa-Francorchamps, am Red Bull Ring und auf dem Hockenheimring.


Ferrari-Pilot Fraga holt Pole für`s Sonntagsrennen am Norisring

Felipe Fraga Ferrari #74
Foto: Jens Hawrda

Felipe Fraga startet am Sonntag bei der DTM Norisring powered by BMW M von der Pole Position. Der Pilot von Red Bull AF Corse setzte mit einer Zeit von 48.717 Sekunden die schnellste Zeit aller 25 Starter. Zweiter wurde Bortolotti, von Rang drei geht Wittmann ins Rennen. Start ist um 13.30 Uhr, das Rennen gibt's im Live-Stream auf DTM-Raster zu sehen. Franck Perera und Esteban Muth fallen aufgrund zu starker Beschädigungen aus dem Samstagsrennen am Sonntag aus.

Quelle: dtm.com