Montag, 26. Oktober 2020

DTM verzichtet auf Zuschauer beim Finale in Hockenheim

  •  Gemeinsame Entscheidung von ITR und Hockenheim-Ring GmbH
  •  Aktuelle Entwicklung der Covid-19-Pandemie läßt keine verläßliche Planung zu
  •  06.-08. November: DTM-Showdown  live auf SAT.1 und weltweit im Internet-Stream
  •  Titelentscheidung offen: Rast oder Müller oder doch noch Frijns


Foto: Jens Hawrda

Das große Finale der DTM mit der packenden Titelentscheidung zwischen René Rast (GER), Nico Müller (SUI) und Robin Frijns (NED) wird vom 06. bis 08. November ohne Zuschauer in Hockenheim ausgetragen. Die DTM-Dachorganisation ITR und die Hockenheim-Ring GmbH haben in Anbetracht der aktuellen Entwicklung der Covid-19-Pandemie gemeinsam entschieden, auf einen Kartenverkauf zum neunten und letzten Saisonlauf zu verzichten. Bereits bei den Läufen im belgischen Zolder an den beiden vorangegangenen Wochenenden hatte die ITR den genehmigten Kartenvorverkauf vorzeitig gestoppt. Immerhin konnten im niederländischen Assen und zweimal auf dem Nürburgring Zuschauer in begrenzter Anzahl die DTM-Rennen auf den Tribünen vor Ort miterleben.

SAT.1 und Internet-Streaming liefern DTM-Entscheidung auf TV-Bildschirme und Smartphone

Wenn im badischen Motodrom, traditionell Schauplatz des Finales, die Entscheidung fällt, wer DTM-Champion 2020 wird, werden die Motorsport-Enthusiasten keinen spannenden Moment verpassen. SAT.1 im deutsprachigen Raum sowie TV-Sender in über 30 Ländern übertragen die beiden Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) live. Über das Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) sind auch Trainings und Qualifyings neben einer umfassenden Berichterstattung aus dem Fahrerlager auf TV-Bildschirmen und auf Smartphones zu sehen.

Die Ausgangslage im Titelkampf der hochkarätigen DTM könnte nicht spannender sein: Titelverteidiger René Rast hat mit dem Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Rosberg erstmals in dieser Saison die Tabellenführung erobert und führt mit 304 Punkten. Nur 19 Zähler trennen Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline), nachdem er vom Auftakt Anfang August in Spa-Francorchamps bis Zolder die Meisterschaft angeführt hatte, von Rast. Müllers Teamkollege Robin Frijns hat mit 263 Punkten bei noch 56 zu vergebenden Zählern zumindest noch theoretische Titelchancen.


Klingmann/Johansson gewinnen im BMW das 200. Rennen des ADAC GT Masters

  •  MRS GT-Racing holt auf dem Red Bull Ring zweiten BMW-Sieg des Wochenendes
  •  Johansson gewinnt auch in der Pirelli-Junior-Wertung
  •  Filip Salaquarda siegt in Pirelli-Trophy-Wertung


Sieger des 200. Rennens des ADAC GT Masters: Erik Johansson (l.) und Jens Klingmann
Foto: ADAC-Motorsport

Erik Johansson (24/S) und Jens Klingmann (30/Tägerwilen, beide MRS GT-Racing) schreiben ADAC GT Masters-Geschichte: Die beiden BMW-Piloten gewinnen am Sonntag auf dem Red Bull Ring das 200. Rennen der "Liga der Supersportwagen". Im zehnten Rennen des Jahres sind sie die neunte Siegerpaarung. Dank Platz zwei übernehmen die Porsche-Piloten Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) vier Rennen vor dem Saisonende die Tabellenführung, Rang drei sicherten sich Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT). "Wahnsinn! Das 200. Rennen des ADAC GT Masters zu gewinnen ist etwas ganz Besonderes", so Sieger Jens Klingmann im Ziel. "Ich hätte heute morgen nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen können. Ich wäre schon mit einem Podiumsplatz zufrieden gewesen."


Klingmann bestimmt erste Rennhälfte

Startfahrer Jens Klingmann unterstrich schon in der ersten Runde seine Siegambition. Von Startplatz zwei ging er an Pole-Setter Tim Zimmermann (24/Langenargen, GRT Grasser Racing Team) im Lamborghini vorbei und setzte sich an die Spitze des Feldes. Dahinter folgten Markenkollege Nick Yelloly (29/GB, Schubert Motorsport) und Porsche-Fahrer Michael Ammermüller. Zimmermann beendete die erste Runde dagegen nur als Neunter. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des gestrandeten Bentley von Jordan Pepper (24/ZA, T3-HRT-Motorsport) behauptete Klingmann bis zum Fahrerwechsel die Führung und übergab an Partner Johansson. Auch der junge Schwede ließ sich danach nicht aus der Ruhe bringen und brachte den BMW auf Platz eins ins Ziel. Für Johansson war es der erste Sieg in der "Liga der Supersportwagen". Gleichzeitig gewann er erstmals die Pirelli-Junior-Wertung. Teamkollege Klingmann durfte sich über seinen zehnten Sieg im ADAC GT Masters freuen, das Team MRS GT-Racing über den dritten.
 

Der BMW der Samstagssieger Yelloly und Henric Skoog (24/S) kam als Zweiter ins Ziel, wurde aber anschließend durch eine 10-Sekunden-Strafe wegen wiederholten Überschreitens der Tracklimits auf Platz fünf zurückversetzt. Der zweite Platz ging daher an das Porsche-Duo Engelhart/Ammermüller, die das ganze Rennen über hinter den beiden BMW lagen. Die Deutschen eroberten damit bei vier noch ausstehenden Rennen die Tabellenführung zurück. Der dritte Podestplatz ging an Luca Stolz und Maro Engel im besten Mercedes-AMG. Die beiden Toksport-WRT-Fahrer waren anfangs Sechste und machten durch einen gut getimten frühen Boxenstopp zahlreiche Positionen gut. Die Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team) wurden wie am Vortag Vierte und verpassten erneut nur knapp die Top 3. Dieses Mal fehlten 0,2 Sekunden.

 

Hinter den nachträglich bestraften Yelolly und Skoog kamen Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (33/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) im besten Audi auf Rang sechs. Dahinter folgten nach einem starken Rennen Maximilian Hackländer (30/Rüthen) und Nikolaj Rogivue (24/CH, beide Aust Motorsport), die sich von Startplatz 21 auf Rang sieben vorkämpften. Hackländer fuhr zudem die schnellste Rennrunde. Dahinter kamen die bisherigen Tabellenführer Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) in einem weiteren Audi R8 LMS ins Ziel. Die Top 10 vervollständigten die von der Pole-Position gestarteten Steijn Schothorst (26/NL) und Tim Zimmermann (24/Langenargen, beide GRT Grasser Racing Team) und die Mercedes-AMG-Fahrer Philip Ellis (28/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward).

Der Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung für nichtprofessionelle Piloten ging diesmal an Audi-Pilot Filip Salaquarda (36/CZ, Team ISR).

 
Stimmen der Sieger: 

Jens Klingmann (BMW M6 GT3):
"In den vergangenen Jahren war ich bei über der Hälfte aller Rennen des ADAC GT Masters dabei, da ist es natürlich etwas ganz Besonderes, das 200. Rennen gewinnen zu können. Unsere beste Chance lag darin, gleich zu Rennbeginn am Lamborghini vorbei auf Platz eins zu gehen und von dort aus die Rennpace clever zu verwalten. Mit einem super Start hat das gut funktioniert, ich konnte die Reifen schonen, sodass wir gut vorbereitet in den zweiten Stint starten konnten. Während der zweiten Rennhälfte war ich als Zuseher dann deutlich nervöser, als ich es im Auto gewesen bin. Für die letzten Rennen des Jahres hoffen wir, das derzeitige Momentum mitnehmen und einige weitere Highlights setzen zu können."
 

Erik Johansson (MRS GT-Racing, BMW M6 GT3):
"Es ist ein wirklich spezielles Gefühl, meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters ausgerechnet im 200. Rennen der Serie feiern zu dürfen. Jens hat in der ersten Rennhälfte einen außerordentlichen Job gemacht, zur Rennmitte war es ein großer Vorteil, das Auto auf Position eins liegend übernehmen zu können. Meine Aufgabe war es dann in erster Linie, so sicher wie möglich zu fahren und keine Fehler zu machen, die uns möglicherweise viel Zeit gekostet hätten. Es ist es bisschen schade, nicht wieder zwei BMWs auf dem Podium zu sehen, doch fühlte sich unser Wagen auch heute wieder sehr gut an, zwei Podien für MRS GT-Racing sind ein tolles Ergebnis. Das gibt noch einmal extra Selbstvertrauen."


GT4 Germany am Red Bull Ring: Zweiter Saisonsieg für Kasperlik/Møller Madsen

  •  Mit Porsche, McLaren und BMW drei Marken auf dem Podium der ADAC GT4 Germany
  •  Phil Dörr gewinnt Junior-Wertung
  •  Stefan Grotstollen und Georg Braun beste Trophy-Piloten


Zielflagge für Jan Kasperlik / Nicolaj Møller-Madsen vom Team Allied-Racing
Foto: ADAC-Motorsport


Spannung bis zur letzten Kurve, eine spektakuläre Aufholjagd und ein Sprit-Drama in der letzten Runde: Auch Lauf zwei der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring bot jede Menge Unterhaltung. Am Ende siegten Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4, nachdem sie das Rennen vom 18. Startplatz aus begonnen hatten. Die Laufsieger des Samstags, Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport), kamen im McLaren 570S GT4 auf Platz zwei. Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) komplettierten im BMW M4 GT4 das Podium. "Nachdem wir in den letzten drei Läufen extrem viel Pech hatten, ist die Stimmung im Team jetzt natürlich top. Wir wussten immer, dass wir stark sind. Jetzt konnten wir das wieder in ein gutes Ergebnis umsetzen", erklärte Kasperlik, der gemeinsam mit Teamkollege Møller Madsen den zweiten Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany einfuhr.
 

Nach einer Strafversetzung begann Møller Madsen das Rennen von der 18. Startposition aus. Doch schon nach drei Runden fuhr der Däne spektakulär bis auf Position sieben nach vorne. An der Spitze machte derweil Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, Dörr Motorsport) im McLaren die Pace. "Ich bin in meinem Stint natürlich volles Risiko gegangen, da ich nichts zu verlieren hatte. Ich wollte so schnell wie möglich nach vorne kommen, um im Verkehr nicht zu viel Zeit auf die Führenden einzubüßen", erklärte Møller Madsen, der sich bis zum Pflichtboxenstopp bis auf die vierte Position nach vorne gearbeitet hatte.

Nach den Fahrerwechseln befand sich Teamkollege Kasperlik bereits auf Position zwei und machte im weiteren Rennverlauf ordentlich Druck auf Aleksey Sizov (17/RUS), der den führenden McLaren von Dreyspring übernommen hatte. Dahinter ergab sich ein sehenswerter Dreikampf zwischen Florian Janits (22/AUT) im KTM X-Bow GT4 Evo, Fred Martin-Dye im McLaren und BMW-Pilot Gabriele Piana.

Rund fünf Minuten vor Rennende musste zur Bergung des BMW von Claudia Hürtgen (49/Aschheim, Hofor Racing by Bonk Motorsport) das Safety-Car auf die Strecke geschickt werden, was das Feld nochmals dicht zusammenbrachte. Nach Freigabe des Rennens gab es nochmals packende Action. Wenige Kurven vor Fallen der Zielflagge dann jedoch das Drama beim führenden Sizov: Aufgrund von Spritmangel wurde der McLaren langsamer, rollte final aber noch auf Position zehn ins Ziel. "Plötzlich setzte der McLaren-Pilot vor mir den Blinker und ich konnte vorbeifahren", beschrieb Laufsieger Kasperlik die Situation. "Mit dem Triumph hatten wir nach dem schlechten Startplatz natürlich nicht gerechnet.

Martin-Dye holte sich in der letzten Runde noch Platz zwei von Gabriele Piana. Teamkollege Phil Dörr konnte sich doppelt freuen, da er auch die Juniorwertung gewann. Vierte wurden Christer Jöns (33/Ingelheim) und Mads Siljehaug (24/NOR, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren McLaren. Janits und Teamkollege Reinhard Kofler (35/AUT) wurden Fünfte vor Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG, die weiterhin die Tabellenspitze inne haben. Platz sieben ging an Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team Zakspeed) in einem weiteren Mercedes-AMG vor den beiden Porsche von Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team75 Bernhard) sowie Joel Sturm (18/Brühl) und Dennis Fetzer (19/Buseck, beide Team Allied-Racing). Mit Platz elf gewannen Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) im BMW die Trophy-Wertung.

Die ADAC GT4 Germany macht keine Pause. Bereits vom 30. Oktober bis zum 1. November wird das fünfte Rennwochenende 2020 auf dem DEKRA Lausitzring ausgetragen. Die Strecke in Brandenburg kam kurzfristig in den Kalender und ersetzt die zunächst geplante Kalenderstation auf dem Circuit Zandvoort. "Ich bin auf dem Lausitzring noch nie gefahren. Aber dennoch wollen wir dort zwei Siege holen. Denn unser Ziel ist ganz klar der Titel in der ADAC GT4 Germany", stellt Nicolaj Møller Madsen selbstbewusst klar.


DEKRA Lausitzring nächste Station im ADAC GT Masters

ADAC GT Masters wechselt Austragungsort des sechsten Rennwochenendes

Foto: Jens Hawrda
 

Das sechste Rennwochenende des ADAC GT Masters wird vom 30. Oktober bis 1. November auf dem DEKRA Lausitzring ausgetragen. Das zweite Rennen des ADAC GT Master auf der Strecke in Brandenburg nach dem Saisonstart Ende Juli ersetzt die ursprünglich am gleichen Datum auf dem Circuit Zandvoort in den Niederlanden geplanten Rennen. ADAC GT Masters und der Circuit Zandvoort haben in den vergangenen Wochen intensiv an einem Konzept gearbeitet, um das Rennwochenende durchzuführen. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in den Niederlanden und der Einstufung als Risikogebiet hat sich das ADAC GT Masters nun kurzfristig für einen Wechsel des Austragungsorts entschieden. Gemeinsam mit dem ADAC GT Masters starten die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany, die ADAC Formel 4 und der Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem DEKRA Lausitzring.
 
"Wir haben in den vergangenen Wochen gut und konstruktiv mit dem Circuit Zandvoort zusammengearbeitet und nichts unversucht gelassen, dort zu fahren. Unser großer Dank gilt dem dortigen Team für die gute Unterstützung, wir freuen uns auf ein Comeback in Zandvoort im August 2021. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehen weichen wir auf eine alternative Rennstrecke aus, denn die Gesundheit aller Beteiligten steht an erster Stelle. Wir bedanken uns bei unserem langjährigen Partner DEKRA, die es kurzfristig möglich gemacht haben, dass wir auf dem Lausitzring fahren können,", so ADAC Motorsportchef Thomas Voss.
 
Fans, die bereits Eintrittskarten für das Rennwochenende des ADAC GT Masters in Zandvoort erworben haben, werden per E-Mail informiert und erhalten den vollen Ticketpreis automatisch zurückerstattet.


Mittwoch, 21. Oktober 2020

High four in Zolder: Rast legt gegen Müller vor, ultimativer DTM-Showdown in Hockenheim

  •  René Rast gewinnt alle vier Rennen in Zolder – Müller Zweiter im Sonntagrennen
  •  Robin Frijns nach Ausfall nur noch mit theoretischer Titelchance
  •  Premiere auf dem Podium: Robert Kubica Dritter und bester BMW-Pilot

Renè Rast gewinnt alle vier Rennen in Zolder und übernimmt die Tabellenführung
Foto: dtm.com


Dramatik bis zum Schluss, René Rast versus Nico Müller – beim großen Showdown der DTM vom 06. bis 08. November in Hockenheim kommt es zum offenen Duell des deutschen Titelverteidigers und seines Schweizer Herausforderers. Robin Frijns (NED), der dritte Audi-Pilot im Bunde der Titelkandidaten, hat nach einem unverschuldeten Unfall in Zolder nur noch theoretische Chancen. Der ehemalige Grand-Prix-Kurs in Belgien bescherte der DTM Dramatik im Titelkampf. Müller hatte seit Saisonbeginn die Tabellenführung inne, sogar 47 Punkte Vorsprung auf den drittplatzierten Rast. Rast eroberte Zolder jedoch im Sturm, gewann an den beiden Wochenenden alle vier Rennenund sorgte damit für die unverhoffte aber beeindruckende Trendwende. Rast reist mit 19 Punkten Vorsprung auf Müller zum traditonellen Finale im badischen Motodrom. Mit Platz zwei verzeichnete Müller am Sonntag sein besten Zolder-Ergebnis. Für eine Überraschung sorgte im 16. von 18 Saisonrennen der Pole Robert Kubica. Der ehemalige Formel-1-Pilot erkämpfte sich mit cleverer Strategie und sehenwerten Überholmanöver als Dritter seinen ersten Podiumsplatz in seiner ersten DTM-Saison. Damit ließ Kubica auch alle sechs Werks-BMW hinter sich.

Zwei Mal Safety Car, Drama für Frijns

Schon beim Start zeigte Müller, dass er sich im Titelkampf nicht vorzeitig geschlagen geben wird. Der Schweizer erwischte einen Blitzstart, wählte die „goldene Mitte“ und schob sich zwischen Landsmann Fabio Scherer (Audi) und Frijns, seinem Kollegen im Audi Sport Team Abt Sportsline, von Rang fünf auf drei. An der Spitze des Feldes hatte Ferdinand Habsburg, der im privaten Audi des WRT-Teams erstmals überzeugend die Pole-Position erobert hatte, zunächst alles im Griff und behauptete seine Führung, während Rast als Zweiter in Schlagdistanz blieb und auf seine Chance lauerte.

Kurz darauf sorgte ein heftiger Crash für Aufregung: Jonathan Aberdein (RSA, BMW) verbremste sich und traf den Audi von Scherer am Heck, Scherer konnte einen Dreher nicht mehr verhindern und erwischte dabei auch den vor ihm fahrenden Frijns. Für alle drei Beteiligten war das Rennen beendet. Größter Leidtragender des Unfalls ist jedoch Frijns, der durch den Ausfall nun 41 Punkte hinter Spitzenreiter Rast (304) und 22 Zähler hinter Müller (285) liegt und dadurch beim Finale in Hockenheim bei noch maximal 56 zu erreichenden Punkten nur noch theoretische Möglichkeiten hat.

Pole-Sitter Habsburg im Rennen von Reifenproblemen zurückgeworfen

Auch nach der ersten Safety-Car-Phase behauptete Habsburg die Führung gegen Rast, Müller hielt Rang drei. Nach einem weiteren Unfall – eine Kollision zwischen den beiden BMW-Piloten Lucas Auer (AUT) und seinem Landsmann Philipp Eng – musste das Safety Car erneut auf die Strecke. Beim Neustart gab es erneut keine Veränderung unter den Top Drei. Das sollte sich nach den Pflichtstopps ändern: Rast, der eine Runde nach Habsburg und Müller gestoppt hatte, schnappte sich die Führung und baute diese bis ins Ziel souverän aus. Für Habsburg lief es dagegen immer schlechter. Der Österreicher bekam zunehmend Probleme mit den Reifen und wurde nach hinten durchgereicht. Kurz vor Rennende entschied sich das WRT-Team sogar zu einem zweiten Reifenwchsel, was Habsburg auf den zehnten Platz zurückwarf.


Stimmen – 2. Rennen, Zolder 2

René Rast, Audi, Sieger
„Es ist unglaublich: Alle vier Rennen in Zolder gewonnen, nahezu die maximalen Punkte erreicht - das ist völlig unerwartet. Mein Start war gut, dann bin ich aber in der ersten Kurve etwas weit hinausgetragen worden. Zweimal kam das Safety-Car heraus, das hat beide Male eniges durcheinander gewirbelt. Dabei war es nicht leicht, cool zu bleiben, speziell bei den Restarts. Ferdinand Habsburg und Nico Müller sind früh an die Box zum Reifenwechsel, eine Runde später haben wir einen Over-cut versucht, der aufgegangen ist. Ich wusste nicht, wer Zweiter ist und habe vergeblich in den Rückspiegel geschaut, um zu wissen, wie sehr ich meine Reifen schonen muss. Ich habe gehofft, dass die Reifen durchhalten, am Ende hat es geklappt. Offensichtlich komme ich mit kühleren Temperaturen etwas besser zurecht. Daher hoffe ich, dass es beim Finale in Hockenheim keine 30 Grad sein werden."

Nico Müller, Audi, 2. Platz
„Die zehn Tage hier in Zolder waren schon ziemlich hart für mich. Heute muss ich mit dem zweiten Platz sehr zufrieden sein, mehr war nicht möglich. Am Start hat alles geklappt. Nur bei den Boxenstopps sind unerwartet viele Autos direkt vor mir auf die Strecke zurückgekommen. Da habe ich im Cockpit innerlich gekocht. In dieser Phase habe ich dann auch meine Reifen mehr stressen müssen als mir lieb war. Ich habe heute alles gemacht, was möglich war. Unsere Pace war nicht gut genug, um René Rast zu folgen. Jetzt gibt einen tollen Showdown in Hockenheim.“

Robert Kubica, BMW, 3. Platz
„Ich bin sehr happy, keine Frage. Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Doch man muss die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten. Das war heute der Fall. Unsere Strategie war perfekt. Nur lief beim Boxenstopp nicht alles perfekt, was aber niemand bemerkt hat: Der Lollypop ging nicht hoch. Also bin ich irgendwann einfach losgefahren, sonst würde ich jetzt noch da stehen. Ich hatte dann Nico Müller vor mir und war in dieser Phase auch etwas schneller, aber am Ende war es wichtiger, mit den Reifen zu haushalten und den dritten Platz ins Ziel zu bringen. Das ist ein großer Moment für uns, für das gesamte Team. Ich bin DTM-Rookie, das Team ist auch neu, und es war bis hierher eine schwierige Saison. Ich bin wirklich überglücklich.“

Ergebnis – 2. Rennen, Zolder 2

01. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 40 Runden 1:00.29,757 Stunden
02. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, + 11.500 Sekunden
03. Robert Kubica (POL), BMW M4 DTM, + 25,785 Sek.
04. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 29,572 Sek.
05. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 30,209 Sek.
06. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 31,971 Sek.
07. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 33,095 Sek.
08. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 47,199 Sek.
09. Harrison Newey (GBR), Audi RS 5 DTM, + 47,651 Sek.
10. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, - 1 Runde

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.20,140 Minuten
Pole-Position: Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, 1.18,879 Minuten
Wetter: 12°C, bewölkt
Strecke: 14°C, trocken