Dienstag, 21. September 2021

Reinhard Kofler holt historischen ersten KTM-Sieg in der DTM Trophy

  •  Österreicher gewinnt vor Schweizer Mauron und Briten Tregurtha
  •  KTM die fünfte siegreiche Marke in der DTM Trophy
  •  Extreme Ausgeglichenheit: Vier Marken auf den ersten vier Plätzen
  •  Spannung pur im Titelkampf: William Tregurtha holt mit Platz drei wieder auf

Erster Sieg für KTM in der DTM Trophy: R. Kofler (AUT) © DTM

Österreicher gaben in Assen den Ton an. Nach dem Erfolg von Mercedes-Pilot Lucas Auer im Rennen zur DTM, schrieb sein Landsmann Reinhard Kofler Geschichte in der DTM Trophy. Der Österreicher aus der Mannschaft von True Racing by Reiter Engineering bescherte KTM den ersten Erfolg überhaupt in der Nachwuchsserie der hochprofessionellen DTM-Plattform. KTM ist damit nach BMW, Mercedes-AMG, Audi und Toyota der fünfte Hersteller, der sich in die Siegerlisten der DTM Trophy einträgt.

Kofler bestimmte das Geschehen vom Start weg. Beim Sprint zur ersten Kurve setzte er sich von Startposition zwei aus gegen den Schweizer Lucas Mauron durch. Mauron qualifizierte sich im Audi von Heide-Motorsport für die Pole-Position. Nach dem gewonnenen Startduell ließ der Österreicher zu keinem Zeitpunkt etwas anbrennen. In souveräner Manier fuhr der KTM-Werkspilot den Sieg nach Hause und gewann nach 18 Runden mit einem Vorsprung von 2,118 Sekunden.

Mauron brachte letztlich den zweiten Platz ins Ziel. Er duellierte sich über weite Strecken mit dem britischen Mercedes-AMG-Piloten William Tregurtha (CV Performance Group), der als Dritter an der Siegerehrung teilnehmen durfte. Tregurtha ging als Gesamtzweiter mit einem Rückstand von 15 Zählern in das Rennen und knabberte sieben Zähler vom Vorsprung seines Landsmanns Ben Green ab.


Ben Green mit Rückschlag im Meisterschaftskampf

Green war im BMW von FK Performance Motorsport in einen sehenswerten Dreikampf um Platz vier verstrickt. Der Brite musste sich über viele Runden gegen seinen Markenkollegen Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) und gegen Koflers Stallgefährten Florian Janits zur Wehr setzen.

Der immense Druck auf Green wurde in Runde 14 zu groß. Nach einem faszinierenden Rad-an-Rad-Duell über mehrere Kurven schlüpfte Oeverhaus durch. Janits nutzte die Gelegenheit und zog seinerseits mit. Damit stand die Reihenfolge hinter den ersten Drei ebenfalls fest: Oeverhaus brachte den vierten Platz nach Hause, vor Janits, Green und dem belgischen Toyota-Fahrer Nico Verdonck (Ring-Racing).

In der Gesamtwertung hat Green noch jene acht Zähler Vorsprung auf Tregurtha, die er durch den sechsten Rang im Sonntagslauf erhielt. Zwischen den beiden Briten steht es nun 171:163 nach Punkten. Greens Markenkollege Michael Schrey (Hofor Racing by Bonk Motorsport) bleibt Gesamtdritter. Er sammelte am Rennsonntag in Assen als Neunter nur zwei Punkte.

Die niederländische Gaststarterin Sandra van der Sloot war am Sonntag im Ziel die bestplatzierte Fahrerin im Feld. Van der Sloot kam im BMW des Team Driverse auf Position 15, direkt hinter ihr liefen Maurons Teamkollegin Sophie Hofmann und Verdoncks niederländische Stallgefährtin Stephane Kox ein.

Die Saison 2021 der DTM Trophy läutet in zwei Wochen ihre Schlussphase ein. Dann geht es für das vorletzte Rennwochenende des Jahres an den Hockenheimring, nur eine Woche später zum Finale auf den Norisring.

Montag, 20. September 2021

Luca Engstler gewinnt Sonntagsrennen in Hockenheim

  •  Fünfter Saisonsieg für Hyundai-Pilot Engstler
  •  Eric Scalvini im Cupra auf Platz zwei
  •  Mit Nico Gruber auch ein Fahrer aus der Honda Junior Challenge auf dem Gesamtpodium

Saisonsieg Nummer 5 für Luca Engstler am Sonntag in Hockenheim
Foto: Jens Hawrda

Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) triumphiert mit einem lupenreinen Start/Ziel-Sieg im Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg und baut seine Tabellenführung in der Tourenwagen-Serie des ADAC weiter aus. Hinter dem Hyundai i30 N TCR-Piloten kommt Vortagessieger Eric Scalvini (26, ITA, Wimmer Werk Motorsport) im Cupra Leon Competición TCR auf Platz zwei. Junior-Fahrer Nico Gruber (20, AUT, Hyundai Team Engstler) komplettiert in einem weiteren Hyundai das Podium. „Ich bin wirklich sehr glücklich und kann es kaum beschreiben, wie ich mich fühle. Es ist einfach wunderschön, dieses Rennen gewonnen zu haben“, strahlte Engstler nach seinem fünften Saisonsieg in der ADAC TCR Germany.

Engstler hatte das Rennen schon von der Pole-Position aus begonnen. Er gewann den Start vor seinem Hyundai Team Engstler-Teamkollegen Martin Andersen (27, DNK) und setzte sich schnell an der Spitze des Feldes ab. Der von Platz drei losgefahrene Eric Scalvini büßte beim Start zunächst eine Position ein, konnte diese aber noch in den ersten Kurven zurückerobern. In Runde zwei überholte der Italiener schließlich auch den zweitplatzierten Andersen bei der Einfahrt auf die Parabolica und blies zum Angriff auf den führenden Engstler.

Den Allgäuer ließ all dies jedoch unberührt und so baute er seinen Vorsprung immer weiter aus. Hinter den beiden Spitzenreitern entwickelte sich über das ganze Rennen ein spannender Zweikampf zwischen Andersen und Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR. Währenddessen fuhr Hyundai-Pilot Nico Gruber auf einem sicheren fünften Platz. In der letzten Rennrunde kam es bei der Anfahrt auf die Spitzkehre dann aber zu einer Kollision zwischen Andersen und Fugel, die den Dänen bis auf die fünfte Position zurückfallen ließ. Honda-Pilot Fugel musste final mit Platz zwölf Vorlieb nehmen.

So erbte Gruber den letzten Platz auf dem Podium und konnte sich zusätzlich noch über den Sieg in der Honda Junior Challenge freuen. Rang vier ging an Jonas Karklys (32, LTU, NordPass) in einem weiteren Hyundai. Mit einer starken Vorstellung in den letzten Rennminuten fuhr Albert Legutko (21, POL, Albert Legutko Racing) im Honda Civic TCR auf Position sechs vor Philipp Regensperger (22, Neumarkt St. Veit, Regensperger Racing) im Opel Astra TCR, Hyundai-Pilot Robin Jahr (30, Blankenfelde, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) und René Kircher (21, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR. Die Top Zehn komplettierte Roland Hertner (61, Heilbronn, Hyundai Team Engstler) in einem weiteren Hyundai, der somit auch die Trophy-Wertung der ADAC TCR Germany für sich entschied.

In der ADAC TCR Germany geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Bereits vom 1. bis 3. Oktober 2021 steht auf dem Sachsenring das nächste Rennwochenende an. Dann startet die Serie wieder im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters.

Stimmen zur ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring

Luca Engstler (Hyundai Team Engstler - Sieger): 

„Ich hatte gehofft, dass mein Teamkollege Martin Andersen mir den Rücken frei halten würde. Doch schon nach einer Runde konnte Eric ihn passieren. Da dachte ich, dass er mich kurz darauf auch schnappen würde. Doch so kam es nicht. Er hat wohl ein wenig sein Auto überfahren. Da wusste ich, dass das Thema durch ist. Beim nächsten Rennen auf dem Sachsenring will ich wieder voll attackieren und versuchen, gute Punkte einzufahren.“

Eric Scalvini (Wimmer Werk Motorsport - Zweiter): 

„Platz zwei ist für heute ein gutes Resultat, obwohl ich natürlich auch sehr gerne gewonnen hätte. Wir hatten die Pace, um Luca zu schlagen. Ich blockierte aber zweimal die Vorderräder und verlor dadurch Zeit. Das ist eben Motorsport. Platz zwei ist jedoch gut für die Meisterschaft, die mir insgesamt sehr wichtig ist. Nun geht es an den Sachsenring. Dort bin ich bislang noch kein Rennen gefahren, sondern habe nur einen halben Testtag verbracht.“

Nico Gruber (Hyundai Team Engstler - Dritter): 

„Das Podium kam nach dem Rennverlauf auf jeden Fall unerwartet. Es ist schade für Martin. Im Prinzip war es sein dritter Platz. Beim Start hatte ich durchdrehende Räder und so auch einige Plätze verloren. Danach habe ich alles gegeben und konnte noch gut nach vorne kommen. Ich bin jetzt super happy. Auch das Team hat herausragend gearbeitet. Wir haben über das ganze Wochenende einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt freue ich mich auf den Sachsenring. Da werden wir wieder richtig Gas geben. Es ist eine schwierige Strecke, doch wir sind super vorbereitet.“

Cupra-Pilot Eric Scalvini mit Sieg am Samstag in Hockenheim

  •  Mit Cupra, Hyundai und Honda drei Marken auf dem Podium
  •  Dritter Saisonsieg für Eric Scalvini in der ADAC TCR Germany
  •  Luca Engstler inoffizieller Halbzeit-Meister

 

Der Cupra Leon Competición TCR von Eric Scalvini
Foto: ADAC-Motorsport


Start-Ziel-Sieg und Rückeroberung von Platz zwei in der Meisterschaftstabelle der ADAC TCR Germany: Für den von der Pole-Position gestarteten Eric Scalvini (26, ITA, Wimmer Werk Motorsport) lief es am Samstag auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg perfekt. Hinter dem Cupra Leon Competición TCR-Piloten fuhr Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR auf Platz zwei und krönte sich somit zum Halbzeit-Meister der Saison 2021. Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) komplettierte im Honda Civic TCR das Podium. „Das alles ist einfach nur unglaublich. Das Auto war perfekt eingestellt. Alle im Team haben eine herausragende Arbeit geleistet, wofür ich mich wirklich bedanken muss. Ich bin heute richtig glücklich über den Sieg. Dazu kommt, dass ich auf dem Hockenheimring noch kein einziges Rennen bestritten habe“, jubelte Scalvini über seinen dritten Saisonsieg in der ADAC TCR Germany, nachdem er im Juni auf dem Red Bull bereits zweimal erfolgreich war.

Scalvini begann das Rennen schon von der Pole-Position aus, machte beim Start kurzen Prozess und setzte sich gleich an der Spitze des Feldes ab. Tabellenführer Engstler läutete auf Platz zwei direkt die Verfolgung des Cupra ein. Noch in der ersten Runde setzte sich der von Platz fünf losgefahrene Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR auf Platz drei. Einen Traumstart erwischte auch sein Bruder Dominik Fugel, der in der ersten Runde von Startplatz zehn bis auf die fünfte Position vor fahren konnte.

In den ersten Rennminuten setzte sich Scalvini an der Spitze des Feldes immer weiter ab und baute seine Führung kontinuierlich aus. Dominik Fugel machte weiter ordentlich Dampf und fuhr nach rund fünf Minuten am viertplatzierten Hyundai-Piloten Martin Andersen (27, DNK, Hyundai Team Engstler) vorbei. Wenige Augenblicke später überholte er auch noch seinen jüngeren Bruder Marcel und sicherte sich so die dritte Position.

Eine Kollision im Mittelfeld zwischen René Kircher (21, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR und Robin Jahr (30, Blankenfelde, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai führte wenig später zu einer Safety-Car-Phase zur Bergung des VW. Somit wurde das Feld wieder eng zusammen gebracht und neue Spannung kam auf. Nach rund sechs Minuten der Neutralisation gewann Scalvini auch den Re-Start und setzte sich abermals vorne ab. Hinter Engstler und Dominik Fugel ereignete sich dann ein sehenswerter Zweikampf zwischen Marcel Fugel und Andersen um Platz vier. Doch beim Einbiegen auf die langgezogene Parabolica rollte der Honda von Fugel ohne Vortrieb aus, da der Keilriemen gerissen war. Das brachte dem Dänen den vierten Platz ein.

An der Spitze blieb die Reihung bis zum Rennende gleich. Scalvini gewann nach 17 Runden mit 2,877 Sekunden Vorsprung vor Engstler und Dominik Fugel. Hinter Andersen fuhr Hyundai Team Engstler-Teamkollege Nico Gruber (20, AUT) im Hyundai auf Platz fünf und gewann somit die Honda Junior Challenge. Rang sechs ging an Jonas Karklys (32, LTU, NordPass) in einem weiteren Hyundai vor Markenkollege Roland Hertner (61, Heilbronn, Hyundai Team Engstler), der gleichzeitig auch die Trophy-Wertung für sich entschied. Achter wurde Peter Gross (51, AUT, Wimmer Werk Motorsport) im Audi RS3 LMS TCR vor Robin Jahr (30, Blankenfelde, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai. Die Top Zehn komplettierte Cupra-Pilot Christian Voithofer (43, AUT, Wimmer Werk Motorsport). Auf dem Hockenheimring folgt am Sonntag ab 13:30 Uhr noch das zweite Rennen der ADAC TCR Germany, welches auf adac.de/motorsport und auf youtube.com/adac im Livestream übertragen wird.

Stimmen zur ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring

Eric Scalvini (Wimmer Werk Motorsport - Sieger): 

„Wir haben bis in die Nacht am Set-up gearbeitet. Das hat sich heute ausgezahlt. Ich hatte einen grandiosen Start und gleich ordentlich gepuscht. Dann kam das Safety-Car heraus. Ich blieb beim Re-Start aber ruhig und konnte mich auch wieder etwas an der Spitze absetzen. Morgen im zweiten Rennen hier auf dem Hockenheimring will ich natürlich versuchen, wieder auf derselben Position einzulaufen. Wir bleiben auf jeden Fall fokussiert und werden sehen, was am Ende dabei herauskommt.“

Luca Engstler (Hyundai Team Engstler - Zweiter): 

„Ich habe mich heute mehr über Platz zwei gefreut, als über die Siege am Lausitzring, da wir sehr viel Gewicht im Auto hatten. Es macht mich stolz, so ein super Team hinter mir zu haben. Beim Re-Start war mir klar, dass ich keine Chance haben würde. Dominik ist hinter mir ein super Rennen gefahren. Wenn er am Sonntag von weiter vorne losfahren sollte, wird es auch gegen ihn eng. Morgen versuche ich, erneut auf das Podium zu kommen. Insgesamt konzentriere ich mich nicht auf die Gesamtwertung, sondern schaue von Rennen zu Rennen. Wir wollen kein Risiko eingehen und dann sehen wir, was beim Finale auf dem Nürburgring passiert.“

Dominik Fugel (Honda ADAC Sachsen - Dritter): 

„Ich bin heute ein wenig erkältet, weswegen ich nicht sonderlich feiern kann. Das Rennen war in Ordnung. Man will natürlich immer gewinnen, doch mehr war von Startplatz zehn einfach nicht drin. Die ersten zwei bis drei Runden waren auf jeden Fall super. Danach galt es, die Position zu verteidigen. Luca vor mir war zu schnell. Morgen möchte ich nochmals auf das Podium fahren.“

Sonntag, 19. September 2021

Lucas Auer fährt am Sonntag nach Pole zum Sieg in Assen

  • Österreicher Lucas Auer siegt am Sonntag vor Lawson und Wittmann
  • 19-Jähriger Lawson hat im Titel-Vierkampf die Nase vorn
  • Ausgelassene Stimmung bei den Fans auf gut gefüllten Tribünen
  • Großer DTM-Showdown mit Double-Header in Hockenheim und am Norisring

Podium am Sonntag in Assen: Liam Lawson, Lucas Auer, Marco Wittmann © DTM

Die Spannung in der DTM nähert sich vor dem großen Doppel-Finale in Hockenheim (01.-03. Oktober) und Norisring (08.-10. Oktober) dem Siedepunkt: Während der Österreicher Lucas Auer im WINWARD-Mercedes im niederländischen Assen seinen ersten Saisonsieg bejubelte, reist Liam Lawson erstmals als DTM-Spitzenreiter nach Hause. Der erst 19-Jährige aus Neuseeland, der am Samstag mit Rang drei im Red Bull-Ferrari die Tabellenführung vom Südafrikaner Kelvin van der Linde (Audi, ABT Sportsline) übernommen hatte, baute mit Rang zwei vor Samstag-Sieger Marco Wittmann (GER) im Walkenhorst-BMW die Führung in der Punktetabelle weiter aus.

Mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf Wittmann (165) reist Lawson (175) nach Hockenheim. Auch Kelvin van der Linde (160) und Maximilian Götz (155) zählen nach wie vor zum Favoritenkreis im Kampf um den heiß begehrten Titel der DTM 2021. Die Entscheidung fällt aber wohl erst auf dem nur 2,3 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg, wo zum ersten Mal in der Geschichte der DTM das Finale ausgetragen wird.

„Vergangene Woche beim DTM-Talk auf der IAA in München habe ich noch gesagt, dass es wieder Zeit wird für einen Sieg. Vielleicht sollte ich so etwas öfters sagen. Es war beinahe ein perfekter Tag mit Pole-Position und dem Sieg, die ich beide größtenteils meinem Team zu verdanken habe. Nach dem Schaden vom Samstag haben sie lange arbeiten müssen und mir ein perfektes Auto gegeben“, sprudelte es aus dem 27-jährigen Auer heraus. Lawson berichtete von einem intensiven Rennen: „Ich war für 90 Prozent des Rennens im Tunnel – mehr geht nicht. Ich habe zum Schluss noch versucht, an Lucas Auer heranzukommen, aber er war einfach zu schnell. Trotzdem bin ich mit der Ausbeute an diesem Wochenende hochzufrieden. Führender in der Meisterschaft zu sein, ist eine tolle Sache.“ Auch Marco Wittmann war überaus happy: „Mir tut es leid für Daniel Juncadella, der ganz am Schluss wohl mit einem Reifenschaden ausgeschieden ist. Dennoch nehme ich das Podium und vor allem die Punkte gerne mit. Ich habe sehr hart dafür kämpfen müssen, zuerst mit den Ferrari und dann mit Kelvin van der Linde, der es mir mit wesentlich frischeren Reifen sehr schwer gemacht hat.“

Auer, Lawson und Wittmann erzählten in der Pressekonferenz von ihren Eindrücken während der letzten Runden, als sie die tolle Atmosphäre auf den Tribünen sehr deutlich in ihren Cockpits wahrgenommen haben. Die DTM begeisterte sowohl am Samstag als auch am Sonntag mit zwei erstklassigen Rennen das zahlreich erschienene Publikum, das vor allem die mit 1,1 Kilometer längste zusammenhängende Tribüne Europas bevölkerte. Ob beim Pitwalk und bei den Autogrammstunden oder während der Startaufstellung – die ausgelassene Stimmung ließ Erinnerungen an die Zeit vor der Corona-Pandemie wach werden. Fans wie Fahrer hatten ihre helle Freude am lautstarken Miteinander. Es herrschte Gänsehaut-Feeling in der DTM.

Anders als am Samstag, als es beim Start zu mehreren Auffahr-Kollisionen kam, absolvierten die 21 Piloten am Sonntag einen perfekten Start und eine saubere erste Runde. Auer setzte sich sogleich etwas von den Verfolgern ab, während sich Wittmann gegen das Ferrari-Duo wehren musste. Bereits in der fünften Runde stürmte ein Gros des Feldes früh zum Pflichtreifenwechsel an die Boxen, darunter auch Spitzenreiter Auer. Der fast komplette Rest holte sich in den folgenden zwei Runden neue Michelin-Reifen ab. Zu den Gewinnern der Boxenstopps zählten vor allem Lawson und Daniel Juncadella, die vor Wittmann auf die Strecke zurückkehrten. Wie am Samstag entschied sich ABT-Sportsline für einen späten Stopp für Kelvin van der Linde und Mike Rockenfeller. Der Südafrikaner stoppte in Runde 20 und sortierte sich zunächst auf Rang sechs wieder ein. Erst in der 33. Runde fasste Rockenfeller neue Pneus und machte den Weg frei für Auer und Co. Nicht nur im vorderen Feld gab es sehenswerte Überholmanöver und Rad-an-Rad-Duelle, die den Fans knackige Unterhaltung boten. Pech hatte letztlich noch Juncadella, der eine Runde vor Schluss ausrollte und seinen Podiumsplatz verlor.

Im Qualifying am Sonntagvormittag überraschte letztlich Lucas Auer mit der Pole-Position. Nachdem Sophia Flörsch (GER, Audi, Team ABT), die am Vortag ihre ersten DTM-Punkte bejubelt hatte, mit einem Ausrutscher ins Kiesbett für eine Unterbrechung mit der Roten Flagge gesorgt hatte, brannten die Weltklassepiloten der DTM in den verbliebenen knapp drei Minuten ein regelrechtes Zeiten-Feuerwerk ab. Für Auer war es die erste Pole-Position seit Oktober 2018 und die zehnte Pole seiner DTM-Karriere. Neben Auer ergatterte Wittmann den zweiten Platz in der ersten Statreihe, die zweite Reihe teilte sich das Red-Bull-Duo Liam Lawson und Alex Albon.


Samstag, 18. September 2021

Mit Schweizer Präzision: Lucas Mauron siegt am Samstag in Assen

  • Erster Saisonsieg für den Audi R8 in der DTM Trophy
  • Mit Audi, Toyota und BMW fahren drei verschiedene Marken auf das Podium
  • Ben Green baut als Dritter die Gesamtführung aus


Erster Saisonsieg für Lucas Mauron (SUI), Audi, Heide-Motorsport © DTM

Der Schweizer Lucas Mauron hat das Samstagsrennen der DTM Trophy auf dem niederländischen TT Circuit in Assen gewonnen. Im Audi von Heide-Motorsport gelang Mauron ein lupenreiner Start-Ziel-Sieg. Brenzlig wurde es für ihn nur am Start, sowie beim Restart nach der einzigen Safety-Car-Phase des Rennens, doch Mauron verteidigte die Führung in beiden Fällen erfolgreich. Die Entscheidung führte der Audi-Pilot gegen Rennmitte herbei, als er seine Verfolger endgültig abschütteln konnte. Nach 19 Runden betrug sein Vorsprung 6,180 Sekunden. Für ihn und Audi ist es der erste Erfolg in der Rennserie seit Lauf 1 beim Final-Wochenende 2020 in Hockenheim. 

Hinter dem Rennsieger wurde hart um die Positionen gekämpft. Der belgische Toyota-Pilot Nico Verdonck (Ring-Racing) und KTM-Fahrer Reinhard Kofler (True Racing by Reiter Engineering) aus Österreich lieferten sich mehrfach sehenswerte Rad-an-Rad-Duelle. Kofler bedrängte Verdonck rundenlang und fand im 15. Umlauf einen Weg vorbei. Bei diesem Versuch überschritt Kofler allerdings die Track-Limits, weshalb er die gewonnene Position wieder zurückgeben musste.

Anschließend behauptete Verdonck den zweiten Platz bis zum Schluss. Kofler kam als Dritter ins Ziel, fiel in der Wertung aber wegen einer Zeitstrafe von fünf Sekunden bis auf den sechsten Platz zurück. Stattdessen durfte der Gesamtführende, Ben Green aus Großbritannien, als Dritter auf das Siegertreppchen klettern. Der Pilot des BMW von FK Performance Motorsport baut mit den 15 Punkten für Rang drei gleichzeitig seine Führung in der Gesamtwertung aus.

Zwei Zeitstrafen verändern die Reihenfolge hinter Mauron und Verdonck

Sein schärfster Rivale im Titelkampf, CV-Performance-Group-Pilot William Tregurtha, wurde als Fünfter gewertet. Der Mercedes-AMG-Fahrer überquerte die Ziellinie ursprünglich auf Rang sieben liegend, gewann jedoch wegen 5-Sekunden-Zeitstrafen gegen Kofler und BMW-Pilot Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) noch zwei Positionen. Greens Teamkollege Moritz Löhner reihte sich in der Wertung zwischen den beiden Titelanwärtern auf Platz vier ein.

In der Gesamtwertung liegen nun nach neun von 14 Rennen 15 Zähler zwischen Green und Tregurtha. Der BMW-Pilot liegt jetzt bei 163 Punkten, Tregurtha bei 148. Greens Markenkollege Michael Schrey (Hofor Racing by Bonk Motorsport) nahm im heutigen Rennen als Elfter keine Punkte mit. Mit weiterhin 110 Zählern auf dem Konto haben sich die Titelchancen des Gesamtdritten weiter reduziert.

Im Dreikampf der Damen im Feld behielt Lokalmatadorin Stephane Kox die Oberhand. Die Teamkollegin von Verdonck sah die Zielflagge auf Rang 14. Ihre Landsfrau Sandra van der Sloot brachte bei ihrem Gaststart den BMW des Team Driverse auf Platz 15 über die Ziellinie, direkt gefolgt von Maurons Stallgefährtin Sophie Hofmann auf Position 16.Uhr. Das Rennen wird ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1, im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) und auf dem offiziellen YouTube-Kanal der DTM übertragen.