Donnerstag, 20. Februar 2020

Porsche reist nach Pole Position mit gemischten Gefühlen aus Mexiko ab

Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team hat beim Mexico City E-Prix nach der ersten Pole Position in seiner noch jungen Geschichte eine Punkteplatzierung im Rennen verpasst.

Neel Jani Porsche 99X Electric
Foto: Richard Pardon, Porsche Motorsport
Mit der schnellsten Runde in der Super Pole konnte sich André Lotterer (DE) den ersten Startplatz beim vierten Lauf der ABB FIA Formel-E-Meisterschaft in Mexiko-Stadt (MX) sichern und für Porsche ein weiteres Highlight in der vollelektrischen Rennserie setzen. Er sicherte sich drei Zähler für die Fahrer-Meisterschaft.

Das Rennen selbst verlief dann unglücklich für Lotterer: Nachdem er am Start mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen hatte, wurde er eingangs der ersten Kurve vom späteren Rennsieger Mitch Evans (Jaguar Racing, NZ) touchiert und verlor drei Plätze. Weitere Zweikämpfe führten zu starken Beschädigungen an der Karosserie des Porsche 99X Electric und einem vorzeitigen Rennende.

Im zweiten Porsche 99X Electric mit der Startnummer 18 beendete Neel Jani (CH) das Rennen auf dem 14. Platz. Der Schweizer war nach dem Qualifying vom 14. Startplatz ins Rennen gegangen und konnte in der Anfangsphase einen Platz gutmachen, ehe er nach einer Durchfahrtsstrafe aufgrund eines technischen Regelverstoßes zurückfiel. Wie schon in den ersten beiden Saisonrennen in Diriyah (SA) landete Lotterer in der Fanboost-Abstimmung in den Top 5, konnte von der zusätzlichen Energie aber keinen Gebrauch machen.

In der Fahrerwertung liegt Lotterer auf Platz zehn, während Jani aktuell den 23. Platz einnimmt. Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team belegt nach vier Rennen Platz neun in der Teamwertung. Der fünfte Lauf zur ABB FIA Formel-E-Meisterschaft 2019/2020 wird am 29. Februar 2020 in Marrakesch (MA) ausgetragen.

Stimmen der Piloten nach dem Rennen in Mexico:

Neel Jani (Porsche 99X Electric, #18): 
„Der Start lief eigentlich gut, obwohl ich auf der schmutzigen Seite war. Danach war ich in zahlreiche Zweikämpfe verwickelt und wurde mehrmals vorne und hinten getroffen. Es ist schade, dass dann noch eine Durchfahrtsstrafe gegen mich verhängt wurde. Sonst wäre nach vorn sicher noch etwas möglich gewesen. Ich bin froh, dass ich das Rennen beenden und weitere Erfahrung sammeln konnte. Die Pole Position von André hat gezeigt, was das Auto kann. Das stimmt uns zuversichtlich für Marrakesch.“

André Lotterer (Porsche 99X Electric, #36): 
„Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe. Beim Start hatte ich mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen und wurde dann in der ersten Kurve von Mitch (Evans) getroffen. Dadurch habe ich ein paar Plätze verloren. Es war ein hartes Rennen mit vielen Zwischenfällen. Nach etlichen Kollisionen war mein Auto so stark beschädigt, dass ich letztlich aufgeben musste. In Marrakesch werde ich erneut angreifen.“

Dienstag, 18. Februar 2020

Ist Audi nach der Saison 2020 noch in der DTM ?

Foto: Jens Hawrda
Der Audi Vorstand wird in den nächsten Wochen über den Verbleib in der DTM entscheiden, ein paralleles Engagement in der DTM und der Formel-E gilt dabei aus Kostengründen für eher unwahrscheinlich. Wo dann der Stecker gezogen wird dürfte auf der Hand liegen, denn an der Beteiligung in der Formel-E wird das Unternehmen aus Marketinggründen wohl eher nicht rütteln, die Elektromobilität gilt für VW/Audi als Konzernstrategie.

Im April übernimmt zwar mit Markus Duesmann als neuen Vorstandsvorsitzender bei Audi der ehemalige Entwicklungsleiter des BMW-Sauber-Formel-1 Teams die Führung, das heißt aber nicht automatisch das das extrem kostenintensive Engagement in der DTM fortgesetzt wird, denn auch Duesmann steht eher der Formel-E positiv gegenüber.

Sollte sich nun Audi tatsächlich dazu entschließen die DTM zu verlassen, wäre das wohl ein Schlag von dem sich die Serie nicht mehr erhohlen wird.

Hoffen wir das es nicht so kommt, Gerhard Berger ist ja permanent auf der Suche nach neuen Herstellen. Aber ein Problem bleibt, die Serie ist einfach zu teuer, das schreckt potentielle Interessenten ab.

Precote Herberth Motorsport nimmt neuen Anlauf auf ADAC GT Masters-Titel

  • Porsche-Werksfahrer Sven Müller kehrt zurück
  • Team startet wieder mit der Startnummer #99 und im neuen Design
Precote Herberth Motorsport nimmt neuen Titelanlauf
Foto: Kenms Hawrda

Precote Herberth Motorsport nimmt im ADAC GT Masters wieder Anlauf auf den Titel. In der achten Saison in der "Liga der Supersportwagen" verstärkt sich das Team aus Oberbayern mit einem bekannten Gesicht. Porsche-Werksfahrer Sven Müller (28, Bingen am Rhein) kehrt zurück ins Team und teilt sich mit Stammfahrer Robert Renauer (34, Jedenhofen) den Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer #99. Die Saison des ADAC GT Masters beginnt vom 24. bis 26. April in der Motorsport Arena Oschersleben.

"Wir freuen uns sehr, dass Sven wieder zurück im Team ist", so Teamchef Alfred Renauer. "Gemeinsam haben wir schon einige Erfolge gefeiert. Daran wollen wir in der kommenden ADAC GT Masters-Saison anknüpfen und wieder Siege einfahren." Bereits in der Saison 2017 steuerten Renauer und Müller den Precote-Porsche in der "Liga der Supersportwagen". Am Ende landete das Duo mit einem Sieg und einem dritten Platz auf dem zwölften Gesamtrang. Darüber hinaus verstärkte der 28-jährige Müller die Mannschaft von Alfred und Robert Renauer mehrmals bei diversen Langstreckenrennen, unter anderem bei den 24 Stunden von Spa 2017 und den 24 Stunden von Barcelona 2019.

Zuletzt starteten die beiden Porsche-Piloten Anfang des Jahres 2020 gemeinsam bei den 24 Stunden von Dubai. "Wir sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team. Ich freue mich sehr, dass wir nun wieder im ADAC GT Masters zusammen am Start stehen. Wir kommen auch abseits der Rennstrecke sehr gut miteinander aus, das macht die Arbeit um einiges leichter", erklärt Müller. In der Saison 2017 habe es einige Höhen, aber auch Tiefen gegeben. "Dort wollen wir ansetzen und weitere Erfolge feiern", so Müller.

Nachdem der Champion von 2018 in der vergangenen Saison 2019 die Startnummer 1 trug, kehrt der Rennstall der Renauer-Zwillinge wieder zur altbekannten #99 zurück. Außerdem dürfen sich die Fans auf ein neues Design für den Precote-Porsche freuen.

Montag, 17. Februar 2020

Charakterbildendes Rennen für das Mercedes-Benz EQ Formel E Team in Mexiko

Schmerzhafte, aber lehrreiche Erfahrung: Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries sehen die Zielflagge in Mexiko nicht

Nyck de Vries, Mercedes-Benz EQ
Foto: Mercedes-Motorsport
  • Stoffel Vandoorne kämpfte in den Schlussrunden des Rennens um Platz fünf, musste sein Auto jedoch nach einem Mauerkontakt abstellen
  • Nyck de Vries lag lange in den Top 5, bis er nach einer Berührung mit einem anderen Fahrzeug vorzeitig ausschied
  • Ian James: „Wir verbuchen das als charakterbildende Erfahrung für das gesamte Team, das an diesem Wochenende eine starke Leistung abgeliefert hat.“
  • Stoffel Vandoorne: „Ich bin nach diesem Rennen natürlich super enttäuscht. Es tut mir für das Team unheimlich leid, da wir an einem Tag wie diesem in die Punkte hätten fahren müssen.“
  • Nyck de Vries: „Leider endete mein Rennen heute in der Wand. Für mich fühlte es sich wie ein technisches Problem an, weshalb ich nur noch ein Passagier in meinem Auto war.“


Der vierte Saisonlauf der ABB FIA Formel E Meisterschaft führte das Mercedes-Benz EQ Formel E Team an diesem Wochenende zum mit 40.000 Zuschauern ausverkauften CBMM Niobium Mexico City E-Prix 2020.

Dem Mercedes-Benz EQ-Duo Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries brachte das Rennen in Mexiko-Stadt jedoch kein Glück. Auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez sah zum ersten Mal in der noch jungen Teamgeschichte keiner der beiden Piloten die Zielflagge, sodass die Mannschaft erstmals ohne Punkte von einem E-Prix abreisen muss. Nichtsdestotrotz konnte das Team im Laufe seines erst vierten Renntages in der Elektrorennserie wertvolle Erfahrung für die weiteren Rennen in seiner Debütsaison sammeln.

Bis zu seinem Ausfall hatte sich Stoffel im Rennverlauf um fünf Positionen nach vorne gekämpft und lag auf Kurs zu seiner vierten Punkteankunft in dieser Saison. Kurz vor Rennende versuchte er seine fünfte Position zu verteidigen und berührte dabei die Mauer, was schließlich zu seinem Ausfall führte.

Sein Teamkollege Nyck de Vries übernahm am Start zwischenzeitlich den zweiten Platz und fuhr nach einer frühen Safety-Car-Phase innerhalb der Top 5. In der Folge verteidigte sich Nyck im Zweikampf um Rang fünf gegen António Félix da Costa (DS Techeetah). Dabei kam es zu einer Berührung mit Robin Frijns (Envision Virgin Racing), nach der Nyck sein Fahrzeug am Streckenrand abstellen musste.

Nyck ging in der zweiten Qualifying-Gruppe an den Start und sicherte sich die zweitschnellste Zeit der Gruppenphase. Damit gelang ihm zum zweiten Mal in seiner Rookie-Saison der Sprung in die Super Pole der besten Sechs. Dort sicherte er sich Startplatz vier, rückte in Folge einer Strafe für Pascal Wehrlein jedoch auf die dritte Startposition nach vorne.

Stoffel fuhr bei noch nicht idealen Streckenbedingungen die zweitschnellste Zeit der ersten Qualifying-Gruppe, was aber nicht zum Einzug in die Super Pole reichte. Er ging vom zehnten Startplatz ins Rennen.

Wie schon bei den vorherigen drei Rennen erhielten Stoffel und Nyck auch in Mexiko-Stadt jeweils Unterstützung durch den Fanboost (Stoffel: 20% / Nyck: 8%). Stoffel lag dabei im vierten Saisonlauf zum vierten Mal in der Gunst der Fans ganz vorne.

Stimmen der Piloten nach dem Rennen in Mexiko-Stadt:

Stoffel Vandoorne:
„Ich bin nach diesem Rennen natürlich super enttäuscht. Wir haben heute viele Punkte liegen gelassen. Ich war auf Platz fünf, als ich in Kurve drei ein bisschen von der Linie abgekommen bin. Danach hatte ich keine Chance mehr, der Mauer zu entkommen. Das tut mir für das Team unheimlich leid, da wir an einem Tag wie diesem in die Punkte hätten fahren müssen. Aber wir geben nicht auf und werden in Marrakesch gestärkt zurückkommen.“

Nyck de Vries:
„Leider endete mein Rennen heute in der Wand. Nach Rennende war ich wegen des Zwischenfalls bei den Rennkommissaren. Für mich fühlte es sich wie ein technisches Problem an, weshalb ich nur noch ein Passagier in meinem Auto war. Ich möchte mich natürlich trotzdem dafür entschuldigen, aber ich konnte das Auto einfach nicht mehr abbremsen. Jetzt richte ich meinen Blick nach vorne auf das nächste Rennen in Marrakesch.“

Alexander Sims beendet den E-Prix von Mexiko-Stadt nach einer starken Aufholleistung auf dem fünften Platz

Maximilian Günther (GER) Nr. 28 BMW iFE.20 und Alexander Sims (GBR) Nr. 27
 BMW BMW i , Andretti Motorsport
Foto: BMW-Motorsport
Eine clevere Rennstrategie und eine ebenso effiziente Leistung des BMW i-Antriebsstrangs verhalfen Alexander Sims (GBR) beim E-Prix (MEX) in Mexiko-Stadt um 13 Plätze und beendeten das vierte Rennen der ABB FIA Formel E-Meisterschaft als Fünfter Position. Er holte sich auch einen Extrapunkt für die schnellste Runde des Rennens. Sims ist jetzt mit 46 Punkten Zweiter in der Fahrerwertung, nur einer hinter dem neuen Spitzenreiter Mitch Evans (NZL, Jaguar), der das Rennen in Mexiko gewann. BMW i Andretti Motorsport bleibt mit 71 Punkten an der Spitze der Teamwertung.

Niemand hatte nach dem Ende des Qualifyings ein so starkes Ergebnis erwartet. Sims und Maximilian Günther (GER) hatten Mühe, das perfekte Setup zu finden, und mussten sich damit zufrieden geben, von den 18. und 16. Startplätzen zu starten. Sims fuhr von Anfang an ein cleveres Rennen und verwaltete seine Energiereserven sehr gut, während er sich schrittweise durch das Feld bewegte. Der fünfte Platz und die schnellste Runde des Rennens waren seine gerechte Belohnung für eine fehlerfreie Fahrt und eine hervorragende Strategie. Günther hatte mehr Probleme, als er sich im Mittelfeld durchsetzte und das Rennen auf dem elften Platz beendete.

Stimmen der Fahrer zum Rennen:

Alexander Sims (2. Platz):

„Nach diesem Qualifying war das Rennen selbst eine große Herausforderung für uns. Im ersten Abschnitt des Rennens konnten wir jedoch viel mehr Energie sparen als unsere Konkurrenten, die wir später für die Verfolgung nutzen konnten. Ich hatte während des Rennens ein wirklich starkes Auto. Insgesamt ist es fantastisch, einen so enttäuschend gestarteten Renntag mit einem so guten Ergebnis zu beenden. “

Maximilian Günther (8. Platz):

„Das war nicht unser Tag. Zunächst müssen wir uns ansehen, was schief gelaufen ist. Aus irgendeinem Grund hatten wir einfach nicht die Geschwindigkeit, die für das Qualifying erforderlich war. Im Rennen hat sich für mich nichts verbessert - im Gegensatz zu Alexander, der wirklich eine großartige Nachholleistung erbracht hat. Im Moment kann ich nur über die Grundursache spekulieren, aber es macht keinen Sinn, das zu tun. Wir werden alles im Detail analysieren und sehen, was wir besser machen können. “