Dienstag, 4. Oktober 2022

Mosambikaner Rodrigo Dias Almeida siegt am Red Bull Ring

  • Team BWT Mücke Motorsport sorgt für ersten Saisonsieg eines Mercedes-AMG
  • Tim Heinemann sorgt mit Platz zwei für Vorentscheidung im Titelkampf
  • Tabellenzweiter Colin Caresani scheidet in der Steiermark vorzeitig aus


Erstmals gibt es in der Talentschmiede der hochkarätigen DTM-Plattform einen Sieger aus Mosambik. Rodrigo Dias Almeida gewann im Mercedes-AMG des Teams BWT Mücke Motorsport das Sonntagsrennen der DTM Trophy auf dem Red Bull Ring in Österreich. Der deutsche Toyota-Pilot Tim Heinemann (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing) macht mit Platz zwei einen großen Schritt in Richtung Titelgewinn, der brasilianische Audi-Pilot Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport) komplettiert als Dritter das Siegertreppchen.

„Das war ein unglaublicher Sieg! Vielen Dank ans Team, ich bin einfach überglücklich“, jubelte Almeida nach seinem ersten Triumph auf der DTM-Plattform. „Ich mag diese Strecke sehr, sie ist wirklich speziell. Wir mussten die Reifen gut managen, und das ist uns auch gelungen."

Almeida entpuppte sich im Laufe der 20 Rennrunden als zu schnell für seine Kontrahenten. Der Mercedes-AMG-Pilot startete von Position drei und lag ab Runde sieben in Führung. Zuvor überholte der Mann aus Mosambik den von der Pole-Position gestarteten Porsche-Fahrer Daniel Gregor aus dem KÜS Team Bernhard. Der 16-jährige Deutsche münzte die beste Ausgangslage zunächst in die frühe Führung im Rennen um, musste den Platz an der Sonne aber bald an Heinemann abgeben. Der Toyota-Pilot wurde jedoch von der Rennleitung aufgefordert, zwei Positionen abzugeben, weil er neben der Strecke einen Vorteil erlangt hatte. Durch diese Strafe gelangte schließlich Almeida in die führende Position und verteidigte diese fortan souverän. Für Mercedes-AMG war es der erste Saisonsieg in der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy.

Heinemann kämpfte sich vom dritten Platz wieder auf die zweite Position vor und wehrte in der Schlussphase die heftigen Angriffe von Vivacqua ab. Der Brasilianer startete nach einer Strafe von sechs Startplätzen vom zehnten Rang und arbeitete sich konsequent durch das Feld. An Heinemann biss sich der Audi-Fahrer jedoch die Zähne aus.

Für den Toyota-Piloten kommt dieser zweite Platz einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft gleich. Zum Finale in Hockenheim in zwei Wochen reist Toyota-Pilot Heinemann, 2020 der erste Titelträger der DTM Trophy, mit einem komfortablen Vorsprung von 50 Punkten auf Titelrivale Colin Caresani im Project 1 BMW. Der junge Niederländer blieb im Sonntagsrennen in der Steiermark aufgrund eines technischen Defektes ohne Zähler. Heinemann führt mit 196 Zählern souverän vor Caresani (146), neuer Dritter ist Vivacqua (129) vor Theo Oeverhaus (GER), der im Walkenhorst BMW nur als Neunter ins Ziel kam. Bei den zwei noch ausstehenden Rennen auf dem Hockenheimring können im Optimalfall noch 58 Punkte gewonnen werden. 


Erstmals siegt mit Thomas Preining ein Österreicher beim Heimrennen 

  • Porsche-Werksfahrer Thomas Preining krönt sich beim Heimrennen zum Sieger 
  • Regenrennen: Schwierige Bedingungen fordern die Fahrer auf der Strecke 
  • Offenes Titelrennen beim großen DTM-Finale in zwei Wochen auf dem Hockenheimring


Erstmals hat ein Österreicher ein DTM-Rennen auf dem Red Bull Ring gewonnen. Porsche-Pilot Thomas Preining aus dem KÜS Team Bernhard erzielte im Sonntagsrennen der DTM Red Bull Ring powered by REMUS einen überzeugenden Heimsieg. Der 24-Jährige aus Linz  siegte vor den beiden Deutschen Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT) und Maro Engel (Mercedes-AMG Team GruppeM Racing). Engel war von der Pole-Position ins Rennen gestartet, Preining vom achten Startplatz. Der Porsche-Werksfahrer, der mit einem besonderen Helmdesign in Gedenken an Motorsport-Legende Walter Lechner – Preinings früherem Teamchef und Freund – fuhr, konnte mit einer guten Strategie und sehenswerten Überholmanövern Plätze gut machen und erzielte nach 35 Runden seinen zweiten DTM-Sieg, nachdem er zuvor am Norisring  Porsche den allerersten DTM-Triumph beschert hatte. „Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung! Ich war schon vor dem Start zuversichtlich und wusste, dass es wird ein gutes Rennen wird. Dass es aber so gut läuft, vor allem, dass es so schnell nach vorne gehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet,“ äußerte Preining direkt nach dem Rennen.

Die DTM-Fahrer hatten am Sonntag mit schwierigen Verhältnissen zu kämpfen, und so blieb es spannend bis zuletzt. Preining: „Mir war am Anfang einfach nur wichtig, dass das Auto in einem Teil bleibt, gerade in der Startphase, da hat man wirklich nichts gesehen. Ich habe es mal ruhig angehen lassen und dann mit ein paar coolen Manövern, eines davon etwas am Limit, zum Glück gewonnen.“ Bis kurz vor Schluss kämpften die Piloten mit einer nassen und dann abtrocknenden Strecke und teilweise eingeschränkter Sicht. Das Resultat: etliche Dreher, besonders Ferrari-Pilot Felipe Fraga (Red Bull AlphaTauri AF Corse) drehte sich einige Male. Bereits in der Startrunde erwischte es auch den Meisterschaftsführenden Sheldon van der Linde, der sich in Kurve drei mit dem Schubert BMW drehte und als Letzter dem Feld hinterhereilen musste, blieb als Elfter jedoch ohne Punkte.

Der dreimalige DTM-Champion René Rast (ABT Audi), als Tabellenzweiter ins Rennen gegangen, verbuchte als Zehnter nur einen Punkt. Dagegen kämpfte sich der Tiroler Lucas Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) mit einer starken Schlussphase noch bis auf den sechsten Rang vor und holte sich für die schnellste Runde, den Autohero Fastest Lap Award, einen Zusatzpunkt für die Meisterschaft.

Der DTM steht in zwei Wochen auf dem Hockenheimring (7. bis 9. Oktober) ein furioses Finale bevor. Mit 130 Punkten ist der Südafrikaner Sheldon van der Linde unverändert Tabellenführer in der DTM-Fahrerwertung. Neuer Zweiter ist Lucas Auer mit 119 Zählern vor René Rast (118). Zum Kreis der Titelaspiranten zählt nun auch Thomas Preining, der mit seinem Sieg und mit nunmehr 116 Punkten auf die vierte Meisterschaftsposition vorgestürmt ist. Dahinter folgen der Italiener Mirko Bortolotti (GRT Lamborghini), der nach seinem achten Platz im Sonntagsrennen auf 114 Punkte kommt, und Luca Stolz mit 102 Zählern. In den beiden Rennen in Hockenheim werden insgesamt noch 58 Punkte vergeben.


Überraschungssieger im Sachsenring-Thriller des ADAC GT Masters

  • Dienst/Marschalkowski gewinnen denkwürdiges Sonntagsrennen
  • Tabellenführer Raffaele Marciello steht kurz vor dem Titel-Gewinn
  • 26.000 Fans sorgen am Sachsenring für erneuten Besucherrekord


Rennsport-Thriller beim vorletzten Tourstopp im ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Ständige Positionswechsel, ein wahres Favoritensterben und tragische Ausfälle – die Zuschauer sahen am Sonntag auf den gut gefüllten Tribünen grandiosen Motorsport. Nach 44 turbulenten Runden überquerte Marvin Dienst (25/Lampertheim) im Mercedes-AMG GT3 Evo #8 als Erster die Ziellinie und jubelte über seinen zweiten Erfolg in der Deutschen GT-Meisterschaft. „Das ist mein zweiter Sieg im ADAC GT Masters, beide Male habe ich auf dem Sachsenring gewonnen. Ich weiß, wo man hier überholen kann, das hat mir geholfen“, erklärte Marvin Dienst. Riesenfreude auch bei seinem jungen Fahrerkollegen, ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jan Marschalkowski (19/Inning), der als Serien-Neuling seinen ersten Triumph feierte. Tabellenführer Raffaele Marciello (27/CH), der sich mit Daniel Juncadella (31/E) am Steuer des Mercedes-AMG GT3 Evo #48 abwechselt, belegte nach einem kontrollierten Rennen Platz zwei. Damit baut der Fahrer aus dem Mann-Filter Team Landgraf seinen Vorsprung in der Tabelle weiter aus. Lokalmatador Maximilian Paul (22/Dresden) und Marco Mapelli (35/I) belegten im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 Rang drei. Das Rennwochenende des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring erlebten 26.000 Zuschauer und sorgten damit beim sechsten Tourstopp für den sechsten Besucherrekord in Folge.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 12 von 14

Streckenlänge: 3.645 Meter

Wetter: 17 Grad, sonnig

Pole-Position: Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II8#1), 1:18,106 Min.

Sieger: Marschalkowski/Dienst (Mercedes-AMG Team ZVO, Mercedes-AMG GT3 Evo #8)

Schnellste Rennrunde: Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II8#1), 1:19,747 Min.

Kurz nach dem Start des Sonntagsrennens auf dem Sachsenring überschlugen sich die Ereignisse. Der Porsche 911 GT3 R #91 vom Team Joos Sportwagentechnik konnte nach einer Kollision nicht mehr weiterfahren. Für die Tabellenzweiten Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TUR) ein herber Rückschlag für ihre Meisterschaftsambitionen. Kurze Zeit später erwischte es den an der Spitze liegenden Pole-Setter Christopher Mies (33/Düsseldorf). Wegen eines Reifenschadens musste er im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 1 von Montaplast by Land-Motorsport frühzeitig an die Box und fiel weit zurück. Sein Fahrerkollege Tim Zimmermann (26/Langenargen) überquerte am Ende als Elfter die Ziellinie. Dennis Marschall (26/Eggenstein) von Rutronik Racing übernahm die Führung und übergab den Audi R8 LMS GT3 Evo II #27 beim Pflicht-Boxenstopp an seinen Kollegen Kim-Luis Schramm (24/Meuspath). Dahinter reihten sich Maximilian Paul, Jusuf Owega (Audi R8 LMS GT3 Evo II #29/Montaplast by Land-Motorsport), Marvin Dienst und Raffaele Marciello ein. Beim Pflichtboxenstopp endete das Rennen der Samstagssieger und Tabellendritten Fabian Schiller (25/Troisdorf)/Jules Gounon (27/F) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4 vom Drago Racing Team ZVO, die nach einem Defekt an der Pedalbox ausschieden.

Nach den Fahrerwechseln wurde es dramatisch. Zunächst fiel Jusuf Owega, der sich auf Platz zwei vorgekämpft hatte, mit Reifenschaden aus. Drei Minuten vor Schluss überholte Marvin Dienst den bis dahin führenden Audi von Kim-Luis Schramm, der wiederum in der vorletzten Runde wegen eines defekten Reifens das Auto abstellen musste. Nutznießer dieser Ausfälle waren Raffaele Marciello und Maximilian Paul, die hinter dem Sieger Platz zwei und drei belegten. Salman Owega (17/Köln) und Christopher Haase (34/Kulmbach) feierten im Audi R8 LMS GT3 Evo II #28 von Montaplast by Land-Motorsport mit Rang vier die beste Saisonplatzierung. Gleiches galt für ihre Markenkollegen Florian Spengler (34/Ellwangen) und Markus Winkelhock (42/D) von Car Collection Motorsport auf Platz fünf.

Wie am Tag zuvor boten Franck Perera (38/F) und Arthur Rougier (22/F) im Lamborghini Huracán GT3 Evo #19 von Emil Frey Racing eine starke Leistung und kämpften sich von Startplatz 13 auf Rang sechs vor. Eine ähnliche Aufholjagd zeigten Ben Green (24/GB) und Jesse Krohn (32/FIN) im BMW M4 GT3 #10 von Schubert Motorsport und verbesserten sich als Siebte um fünf Plätze. Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) beendeten den zwölften Saisonlauf im Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 von Emil Frey Racing auf Platz acht, gefolgt von Joel Sturm (20/Brühl) und Sven Müller (30/Bingen) im Porsche 911 GT3 R #22 von Allied-Racing. Den letzten Top-Ten-Platz machten Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (23/GB) vom Mann-Filter Team Landgraf in der Junior-Mamba mit der Startnummer 84 klar.

Stimmen der Sieger

Jan Marschalkowski: „Ich kann das alles noch gar nicht fassen. Mein Start war gut und ich wollte im Laufe meines Stints die Reifen für Marvin schonen. Als ich ihm in der zweiten Rennhälfte zuschauen musste, hatte ich einen Puls von über 180. Ich bin total happy über meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters.“

Marvin Dienst: „Unser Auto ging ab wie eine Rakete, ich hatte das Gefühl zu fliegen. Ich wollte Kim-Luis in der Sachsenkurve gar nicht überholen, doch dann gab es eine Lücke und in die bin ich reingefahren. Es war ein unglaubliches Rennen, ich hatte viel Spaß.“


Martin Andersen gewinnt vorzeitig den Fahrertitel in der ADAC TCR Germany

  • Sechster Sieg in Folge sichert dem Dänen vorzeitig den Titel
  • Liqui Moly Team Engstler gewinnt vorzeitig die Teammeisterschaft
  • Kircher bester Junior, Jordan bester Trophy-Pilot


Das Meisterstück ist vollbracht: Martin Andersen (28, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) hat sich auf dem Sachsenring mit seinem sechsten Rennsieg in Serie im Honda Civic TCR vorzeitig zum Fahrermeister der ADAC TCR Germany gekrönt. Mit nun 91 Punkten Vorsprung kann der Däne bei der letzten Station auf dem Hockenheimring nicht mehr von seiner Verfolgerin Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing), die im Audi RS 3 LMS zweite wurde, eingeholt werden. Zudem sicherte sich das die Honda-Mannschaft Liqui Moly Team Engstler zum dritten Mal nach 2019 und 2021 die Teammeisterschaft in der Tourenwagenserie des ADAC.

„Die letzten drei Runden waren sehr hart, da mir sehr viel durch den Kopf gegangen ist. Ich bin gerade sehr emotional. Es war eine lange Saison und ein toller Kampf mit Jessica. Ich bin unglaublich glücklich. Das Team hat einen super guten Job gemacht“, jubelte Andersen, der beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring (21. bis 23. Oktober) als amtierender Meister antreten wird. Seinen Meistertitel holte der 28-jährige mit einem besonderen Kunststück. In allen sechs Sessions des Wochenendes war Andersen der schnellste Fahrer, zudem stehen in beiden Rennen ein Start-Ziel-Sieg für den Dänen zu Buche.

„Ich hatte ein deutlich besseres Rennen als gestern. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis“, beschreibt Bäckman ihr Rennen. „Martin fährt eine sehr konstante Saison und war in der zweiten Saisonhälfte etwas besser als ich. Er hat sich den Meistertitel sehr verdient“, gratuliert die Zweite der Fahrerwertung ihrem Konkurrenten zur Meisterschaft.

Auf dem dritten Platz fuhr Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) in seinem Hyundai i30 ins Ziel. Der Litauer kam etwa drei Sekunden hinter Bäckmans Audi RS3 ins Ziel. Für Karklys ist es die fünfte Podestplatzierung der laufenden Saison. Hinter ihm bestätigte Niels Langeveld (34, Niederlande, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR sein starkes Wochenende. Nach dem zweiten Platz im gestrigen Rennen, kam der Niederländer heute als Vierter ins Ziel.

Engstler-Team gewinnt den Team-Titel – Entscheidung in der Junior-Wertung vertagt

Vom Start weg machte Andersen seine Ambitionen deutlich, den Titel gewinnen zu wollen. Dennoch blieb es innerhalb der ersten fünf Piloten und Pilotinnen über die gesamte Renndistanz sehr eng. Kurz vor Rennende musste Karklys noch einmal gegen Langeveld verteidigen, aber der Litauer gewann das Duell und sicherte seinen Podestplatz. Hinter den beiden folgten drei Junioren. René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) verpatzte den Start in seinem Hyundai i30 und fiel von P2 auf den fünften Rang zurück. Auf diesem sollte der ROJA-Fahrer das Rennen auch beenden. Sein ärgster Konkurrent in der Junior-Wertung, Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) im Honda Civic, beendet das Rennen auf dem siebten Platz. In der Junior-Wertung hat Ladniak dadurch 18 Punkte Vorsprung auf Kircher. Eine Entscheidung wird es auf dem Hockenheimring geben. Zwischen Kircher und Ladniak kam Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) im Audi RS3 als sechster und zweitbester Junior ins Ziel.

Durch die Ergebnisse von Andersen und Ladniak sichert sich das Liqui Moly Team Engstler an diesem Wochenende neben dem Fahrer- und dem Trophy-Titel zudem die Teammeisterschaft und macht somit den Titelhattrick am Sachsenring perfekt. „Der Titel ist sehr wichtig. Die Atmosphäre im Team ist super und auch Szymon und Roland haben einen super Job gemacht“, freut sich Andersen über die Teammeisterschaft.

Als achter fuhr Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) im Hyundai i30 über die Ziellinie, der sich die zweite Top-10 Platzierung des Wochenendes sicherte. Neunter wurde Trophy-Gaststarter Kai Jordan (53, Wolfsburg, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai, der zeitgleich bester Trophy-Pilot des Sonntagsrennen war. Hinter ihm steuerte ROJA-Teamchef Robin Jahr (31, Potsdam) seinen Hyundai Veloster ins Ziel und komplettierte die besten zehn

Für die Fahrer und Fahrerrinnen der ADAC TCR Germany stehen nun drei freie Wochenenden an, ehe es vom 21. bis zum 23. Oktober zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring geht. An diesem Wochenende wird es sowohl in der Junior-Wertung, als auch im Kampf um die Vizemeisterschaft nochmal spannend.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Jonas Karklys (NordPass, Dritter): „Ich hatte Höhen und Tiefen an diesem Wochenende, aber das Wichtigste ist, dass ich heute zurück auf dem Podium bin. Es war ein gutes Rennen und ich bin glücklich mit meiner Platzierung. Es war sehr eng und wir mussten eine gute Balance zwischen Risiko und Sicherheit finden.“

Sonntag, 2. Oktober 2022

Erst Feuer, dann Champagner: Peter Mücke siegt in der DTM Classic

  • Historische Rennwagen der DRM-Ära am Red Bull Ring: Ford vor BMW und Porsche
  • Pole-Position und Zweiter: Schweizer Michael Kammermann glänzt im BMW M1 Procar
  • Podium: Michael Hess behält im Porsche-Duell mit Edgar Salewsky die Oberhand

Sieg am Samstag für Peter Mücke
Foto: Jens Hawrda


Es war kein Sieg wie jeder andere. Der Ford Zakspeed Capri Turbo geriet im Training am Freitag in Brand, doch nach einer Nachtschicht und aufwändiger Teilebeschaffung feierte Peter Mücke im Samstagrennen zum DTM Classic DRM Cup auf dem Red Bull Ring einen überlegenen Triumph. Doch nicht nur Peter Mücke spritzte voller Freude mit dem obligatorischen Champagner, sondern auch der Schweizer BMW-M1-Pilot Michael Kammermann und Porsche-Fahrer Michael Hess, die auf den Plätzen zwei und drei das Podium komplettierten. Ford vor BMW und Porsche – drei Marken, die in den Siebzigern die damalige Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) prägten, die vor einem Jahr in der Steiermark ein bemerkenswertes Revival erlebte. An der gleichen Stelle blickt der neu eingeführte DTM Classic DRM Cup auf eine erfolgreiche erste Saison zurück. 

„Es war der bisher schwerste Sieg“, bekräftigte Peter Mücke. Bis vier Uhr in der Nacht hatte sein BWT Mücke Classic Team am Zakspeed-Capri gearbeitet, um die Schäden vom Feuer im Motorraum zu beheben. Peter Mücke selbst fuhr noch am Freitagabend über 500 Kilometer, um dringend erforderliche Ersatzteile zu beschaffen. „Aufgeben gibt es nicht! Es war ein harter Weg, aber es hat sich gelohnt.“, so der 75-Jährige aus Berlin-Altglienicke. „Mit nur 0,9 bar Ladedruck hatte ich allerdings nur wenig Leistung“, erzählte Peter Mücke von einem Problem mit der Ladedrucksteuerung, das ihn in der Qualifikation und auch im Rennen einbremste. Aus der ungewohnten elften Startposition schob er sich schon während der ersten Rennrunde an die zweite Position, den lange Zeit einsam führenden BMW M1 Procar von Michael Kammermann überholte er elf Minuten vor der Zielflagge und siegte schließlich mit über einer Minute Vorsprung. Mit dem BMW M1, einer von vier im eindrucksvollen Starterfeld, hatte der Schweizer im Qualifying die Bestzeit erzielt, vor dem Österreicher Erich Petrakovits mit einem weiteren Gruppe-5-Capri und seinem Landsmann Michael Steffny im Gruppe-5-320 aus der Ära des BMW-Junior-Teams mit Manfred Winkelhock, Marc Surer und Eddie Cheever.

„Das Rennen hat richtig Spaß gemacht. Dass ich es als Dritter sogar aufs Podium geschafft habe, hat mich allerdings überrascht“, war Michael Hess sichtlich zufrieden, am Ende das Duell zweier Porsche 911 RSR gegen Edgar Salewsky für sich entschieden zu haben. Den Weg aufs Podest hatte letztlich Ronny Scheer frei gemacht, der auf Platz drei liegend seinen Procar-M1 kurz vor Schluss mit einem Defekt an der Benzinzufuhr abstellen musste. Hinter Jürgen Adi Schumann im BMW 635 nach freizügigem Gruppe-5-Reglement auf Rang fünf lieferten sich Porsche-Pilot Malte Müller-Wrede, BMW-Fahrer Steffny und Anton Werner im Audi quattro einen lebhaften Dreikampf. Im DeTomaso Pantera (Gruppe 4) beendete Franz Straub das Rennen über 25 Minuten plus eine Runde als Neunter, Wolfgang Kaupp folgte mit seinem Opel Kadett C auf Rang zehn.