Sonntag, 2. Oktober 2022

Erst Feuer, dann Champagner: Peter Mücke siegt in der DTM Classic

  • Historische Rennwagen der DRM-Ära am Red Bull Ring: Ford vor BMW und Porsche
  • Pole-Position und Zweiter: Schweizer Michael Kammermann glänzt im BMW M1 Procar
  • Podium: Michael Hess behält im Porsche-Duell mit Edgar Salewsky die Oberhand


Es war kein Sieg wie jeder andere. Der Ford Zakspeed Capri Turbo geriet im Training am Freitag in Brand, doch nach einer Nachtschicht und aufwändiger Teilebeschaffung feierte Peter Mücke im Samstagrennen zum DTM Classic DRM Cup auf dem Red Bull Ring einen überlegenen Triumph. Doch nicht nur Peter Mücke spritzte voller Freude mit dem obligatorischen Champagner, sondern auch der Schweizer BMW-M1-Pilot Michael Kammermann und Porsche-Fahrer Michael Hess, die auf den Plätzen zwei und drei das Podium komplettierten. Ford vor BMW und Porsche – drei Marken, die in den Siebzigern die damalige Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) prägten, die vor einem Jahr in der Steiermark ein bemerkenswertes Revival erlebte. An der gleichen Stelle blickt der neu eingeführte DTM Classic DRM Cup auf eine erfolgreiche erste Saison zurück. 

„Es war der bisher schwerste Sieg“, bekräftigte Peter Mücke. Bis vier Uhr in der Nacht hatte sein BWT Mücke Classic Team am Zakspeed-Capri gearbeitet, um die Schäden vom Feuer im Motorraum zu beheben. Peter Mücke selbst fuhr noch am Freitagabend über 500 Kilometer, um dringend erforderliche Ersatzteile zu beschaffen. „Aufgeben gibt es nicht! Es war ein harter Weg, aber es hat sich gelohnt.“, so der 75-Jährige aus Berlin-Altglienicke. „Mit nur 0,9 bar Ladedruck hatte ich allerdings nur wenig Leistung“, erzählte Peter Mücke von einem Problem mit der Ladedrucksteuerung, das ihn in der Qualifikation und auch im Rennen einbremste. Aus der ungewohnten elften Startposition schob er sich schon während der ersten Rennrunde an die zweite Position, den lange Zeit einsam führenden BMW M1 Procar von Michael Kammermann überholte er elf Minuten vor der Zielflagge und siegte schließlich mit über einer Minute Vorsprung. Mit dem BMW M1, einer von vier im eindrucksvollen Starterfeld, hatte der Schweizer im Qualifying die Bestzeit erzielt, vor dem Österreicher Erich Petrakovits mit einem weiteren Gruppe-5-Capri und seinem Landsmann Michael Steffny im Gruppe-5-320 aus der Ära des BMW-Junior-Teams mit Manfred Winkelhock, Marc Surer und Eddie Cheever.

„Das Rennen hat richtig Spaß gemacht. Dass ich es als Dritter sogar aufs Podium geschafft habe, hat mich allerdings überrascht“, war Michael Hess sichtlich zufrieden, am Ende das Duell zweier Porsche 911 RSR gegen Edgar Salewsky für sich entschieden zu haben. Den Weg aufs Podest hatte letztlich Ronny Scheer frei gemacht, der auf Platz drei liegend seinen Procar-M1 kurz vor Schluss mit einem Defekt an der Benzinzufuhr abstellen musste. Hinter Jürgen Adi Schumann im BMW 635 nach freizügigem Gruppe-5-Reglement auf Rang fünf lieferten sich Porsche-Pilot Malte Müller-Wrede, BMW-Fahrer Steffny und Anton Werner im Audi quattro einen lebhaften Dreikampf. Im DeTomaso Pantera (Gruppe 4) beendete Franz Straub das Rennen über 25 Minuten plus eine Runde als Neunter, Wolfgang Kaupp folgte mit seinem Opel Kadett C auf Rang zehn. 

Sasse/Ortmann fahren mit Sieg auf dem Sachsenring zur Tabellenführung

  • Dritter Saisonsieg für das Aston Martin-Duo von Prosport Racing
  • Bestes Saisonresultat für die zweitplatzierten Julian Hanses/William Tregurtha
  • Tom Kieffer und Christian Kosch gewinnen Trophy-Wertung


Enge Duelle auf der Strecke, Taktikspiele und atemberaubende Überholmanöver: Das Samstagrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring bot von der ersten bis zur letzten Minute grandiosen Motorsport. Am Ende triumphierten Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) im Aston Martin Vantage GT4. Durch ihren dritten Saisonsieg haben die beiden ehemaligen ADAC GT Masters-Piloten zudem die Tabellenführung in der ADAC GT4 Germany übernommen. Die beiden Mercedes-AMG GT4-Duos Julian Hanses (25/Hilden) und William Tregurtha (22/GBR, beide CV Performance Group) sowie Jan Philipp Springob (21/Olpe) und Robin Falkenbach (20/Niederkassel, beide Drago Racing Team ZVO) komplettierten das Podium. „Nachdem die Anspannung abfiel, war ich richtig emotional. Ich freue mich riesig über den Sieg auf dem Sachsenring. Das Team hat uns einfach ein perfektes Auto hingestellt“, jubelte Ortmann auf dem Podium.

Der 22-jährige Ortmann hatte das Rennen bereits von der Pole-Position aus begonnen und wandelte seine gute Ausgangslage gleich in die Führung um. Der von Rang drei losgefahrene Julian Hanses machte in der ersten Kurve derweil eine Position gut und schnappte sich Platz zwei von Markenkollege Jan Philipp Springob. Dahinter sicherte sich Marcel Lenerz (25/Ludwigsau, Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4 Rang vier. In den ersten Rennminuten setzte sich Ortmann mit starken Rundenzeiten gleich ein wenig an der Spitze ab.

Doch dann wurde sein Vorwärtsdrang zunächst kurzzeitig gebremst. Aleks Stefanov (25/BUL, Overdrive Racing) kam in einem Porsche leicht von der Strecke ab und touchierte danach die Leitplanke, was für seinen Ausfall sorgte. Die Situation hatte eine rund siebenminütige Safety-Car-Phase zur Folge. Nach dem Restart behauptete Ortmann die Spitze vor Hanses und Springob, die untereinander jedoch heftig um die Silberposition kämpften. Während des Boxenstoppfensters musste die Rennleitung die Strecke mit einer Full-Course-Yellow erneut neutralisieren, da Porsche-Pilot Joachim Bölting (55/Gelsenkirchen, Overdrive Racing) ebenfalls in die Streckenbegrenzung einschlug.

Die Gelbphase während der Phase der Boxenstopps sorgte für viel Bewegung im Feld, die meisten Fahrzeuge vollzogen den Fahrerwechsel. Der zweitplatzierte Hanses wartete jedoch eine weitere Runde, um seinen Mercedes-AMG an Teamkollege Tregurtha zu übergeben. Die Taktik zahlte sich nicht aus. Tregurtha fiel hinter Springobs Teamkollege Robin Falkenbach auf Platz drei zurück. Davon unbeeindruckt blieb der führende Aston Martin, in dem Hugo Sasse Platz genommen hatte.

Während die ersten Positionen für den zweiten Rennabschnitt besetzt schienen, tobten auf den weiteren Plätzen zahlreiche Zweikämpfe. So musste Cedric Piro (24/Heusweiler), der den viertplatzierten Toyota von Lenerz übernahm, gegen den Aston Martin von Romain Leroux (19/FRA, Dörr Motorsport) verteidigen. Rund neun Minuten vor Schluss setzte sich Leroux schließlich durch und fuhr gemeinsam mit Ben Dörr (17/Butzbach) auf Platz vier.

Aber auch auf den Podiumsplätzen ging es nochmals zur Sache. Tregurtha schloss immer mehr zu Falkenbach auf und überholte diesen in der vorletzten Runde, was ihm und Teamkollege Hanses die zweite Position einbrachte. Hugo Sasse fuhr an der Spitze derweil zum Laufsieg. Das bedeutete für den 18-Jährigen auch einen Klassensieg in der Junior-Wertung.

Rang fünf ging an Nicolaj Møller Madsen (29/DNK) und Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche vor den Aston Martin-Piloten Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport). Piro fiel im Toyota in der Schlussphase noch bis auf die siebte Position zurück. Achte wurden die amtierenden Champions Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (36/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 vor Pavel Lefterov (24/BUL) und Stefan Bostandjiev (18/BUL, beide Overdrive Racing) im Porsche sowie deren Markenkollegen Max Kronberg (35/Berlin) und Hendrik Still (35/Kempenich, beide W&S Motorsport). Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an das Porsche-Duo Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing).

Stimmen zum Rennen:

Mike David Ortmann - Sieger für Prosport Racing: „Wir haben bereits im vergangenen Jahr auf dem Sachsenring gewonnen und diesen Triumph nun wiederholt. Das ist eine tolle Teamleistung. Heute war viel Reifenabrieb auf der Strecke. Somit galt es, die Ideallinie zu halten. Das ist mir gut gelungen. Ich konnte Hugo das Auto in einem perfekten Zustand überlassen. Er hat dann einen tollen Job gemacht und das Rennen nach Hause gefahren.“

Hugo Sasse - Sieger für Prosport Racing: „Die Stimmung ist bei uns jetzt natürlich super. Mein Stint gelang mir richtig gut. Während der Full-Couse-Yellow hatten wir ein wenig Zeit eingebüßt. Doch danach musste ich nur noch die Reifen managen. Ich freue mich bereits sehr auf das Rennen am Sonntag, das wir als Tabellenführer in Angriff nehmen. Der nächste Sieg ist natürlich das Ziel. Wir fokussieren uns derzeit nur auf die einzelnen Rennen und schauen noch nicht in Richtung Titelkampf.“

Julian Hanses - Platz zwei für CV Performance Group: „Ich bin sehr glücklich über das Resultat. Ich glaube, dass unser Speed heute nicht mehr hergegeben hätte. Wir waren der beste Mercedes-AMG - auch das freut uns. Beim Start hatte ich innen in der Kurve mehr Grip und konnte so die zweite Position einnehmen. In der Full-Course-Yellow wurde es nochmals spannend, da alle Anderen gleich in die Box gefahren sind – wir jedoch etwas später. Will hatte danach aber den zweiten Platz zurückgeholt. Morgen wollen wir gewinnen.“

William Tregurtha - Platz zwei für CV Performance Group: „Es ist einfach nur großartig. Ich bin zurück in die ADAC GT4 Germany gekommen und konnte gleich auf Platz zwei fahren. Somit hatte ich extrem viel Spaß. Unser Auto fühlte sich heute richtig gut an und Julian hatte einen perfekten ersten Stint absolviert. Zum Rennende lag ich zunächst noch auf Platz drei, konnte den Abstand aber stetig verringern. In der vorletzten Runde fuhr ich schließlich vorbei und konnte mit Platz zwei ein tolles Ergebnis klarstellen.“


Matchball für Andersen

Andersen holt fünften Sieg in Serie am Samstag auf dem Sachsenring

  • Der Däne feiert den fünften Sieg in Serie
  • Bäckman hält den Meisterschaftskampf mit P3 am Leben
  • Roland Hertner sichert sich den Titel in der Trophy-Wertung


Grund zur Freude bei Martin Andersen (28, Dänemark) und seinem Rennstall, dem Liqui Moly Team Engstler: Der dänische Fahrer des Allgäuer Traditionsrennstall hat im Honda Civic TCR das Samstagsrennen auf dem Sachsenring für sich entschieden und seinen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter ausgebaut. Damit hat Andersen nun einen ersten Matchball: Theoretisch kann er im Sonntagsrennen vorzeitig den Titel gewinnen. Das hat wiederum schon ein anderer Engstler-Pilot geschafft. Roland Hertner (62, Heilbronn, Liqui Moly Team Engstler) führt die Trophy-Wertung der TCR Germany mit 28 Punkten an und kann durch die Abwesenheit von Verfolger Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) an diesem Wochenende, nicht mehr von diesem eingeholt werden. Den zweiten Platz im Rennen sicherte sich Niels Langeveld (34, Niederlande, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR, der bei seinem ADAC TCR Germany-Debüt in diesem Jahr gleich ein beeindruckendes Rennen zeigte. Dritte wurde Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing), die den Titelkampf in ihrem Audi RS3 durch ihr Ergebnis weiter am Leben hält.

„Ich hatte einen unfassbar guten Start. Danach hat Jessica einen kleinen Fehler gemacht und dadurch hatte ich eine ziemlich große Lücke zum Hintermann. Von da an konnte ich das Rennen kontrollieren. Der Honda war heute erneut sehr gut“, freut sich Andersen über seinen fünften Sieg in Folge. „Ich bin nah dran am Titel, aber wir müssen das Rennen morgen erst fahren. Wir haben den Speed und werden alles geben. Die anderen sind auch schnell, hatten heute aber ein wenig Pech.“

Duell der Junioren – Hertner ist trotz Crash Trophy-Champion

Martin Andersen war vom Start weg der schnellste Pilot auf der Strecke. Bereits nach wenigen Kurven hatte der Däne einen beachtlichen Vorsprung, der nicht mehr schrumpfen sollte. Am Ende kam Andersen mit über zwölf Sekunden Vorsprung vor Langeveld ins Ziel. Der Niederländer profitierte indes vom Kampf zwischen den beiden Junioren Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) im Honda und Hyundai-Fahrer René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau). Beide kamen sich ein wenig zu nah und fielen zurück. Kircher beendete das Rennen in seinem Hyundai auf Platz vier, Ladniak wurde im Honda Civic sechster. Von diesem Duell profitierte auch Bäckman, die zwischenzeitlich durch einen Fehler auf Rang fünf zurückfiel. Die Schwedin kämpfte sich aber wieder nach vorne und wurde dritte. Den fünften Platz sicherte sich Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) im Hyundai i30. Der Litauer verpatzte seinen Start, kämpfte sich aber anschließend wieder nach vorne.

Ein besonders ereignisreiches Rennen erlebte Roland Hertner. Der Trophy-Pilot fuhr ein gutes Rennen, drehte sich aber dann im Duell mit Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing), der letztlich zehnter wurde. Der 62-jährige kämpfte sich von diesem Vorfall zurück und wollte am Ende ein wenig zu viel. Im Kurvenausgang der siebten Kurve verlor Hertner seinen Honda Civic und ein. Das Rennen wurde nach dem Unfall zwei Minuten vor Schluss mit der roten Flagge beendet. „Ich ärgere mich über mich selbst, da ich am Ende zu viel wollte“, beschreibt Hertner, der dennoch vorzeitg den Trophy-Titel sicherstellte, seinen Unfall. „Ich freue mich dennoch über meinen Titel. Ich hätte gerne gegen Vincent gekämpft, aber der Titel ist natürlich sehr schön.“

Die Plätze sieben und acht gingen an die beiden ROJA-Hyundai von Robin Jahr (31, Potsdam, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) und Junior Gaststarter Tim Rölleke (21, Lüdinghausen). Für Rölleke bedeute der achte Platz zudem, dass er sein Debüt in der ADAC TCR Germany als drittbester Junior-Pilot beendete.

Weitere Stimmen der ADAC TCR Germany:

Jessica Bäckman (Comtoyou Racing, Dritte): „Ich hatte einen guten Start, aber danach habe ich einen Fehler gemacht und Positionen verloren. Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit dem Podium. Ich hatte aber auch ein wenig Glück, dass die Fahrer vor mir so hart gekämpft haben. Die Meisterschaft ist nicht mehr wirklich offen. Es müsste sehr viel passieren, damit ich noch eine Chance habe.“


DTM und Schaeffler demonstrieren, wie ein Rennsport-Sound in Zukunft klingen könnte

  • DTM und Schaeffler präsentieren Entwicklungsstand des DTM Electric Sounds
  • Klangsynthese-Software verbindet aktuelle Fahrdaten mit spezifischem Soundprofil
  • Rennfahrerin Sophia Flörsch dreht auf dem Red Bull Ring die ersten Demo-Sound-Runden


Die DTM Electric stellt die Weichen für eine nachhaltige Motorsport-Zukunft. Als fünfte Säule neben DTM, DTM Trophy, DTM Esports und DTM Classic soll die Elektro-Tourenwagenserie aufzeigen, wie eine Kombination aus faszinierender Performance, Nachhaltigkeit und futuristischem Design aussehen kann. Die Eckdaten der DTM Electric sind eindrucksvoll: über 1000 PS und bis zu 320 km/h Topspeed. Doch nicht nur Optik und Performance eines Rennfahrzeugs sind für PS-Liebhaber ein relevantes Kriterium, sondern auch der Sound – auch in diesem Punkt beschreitet die DTM Electric ganz neue Wege und analysiert verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit wird am Red Bull Ring demonstriert. Ob sich die Rennwagen der DTM Electric final so anhören, wird noch evaluiert. 

„Was zunächst im Labor gelungen ist und am Red Bull Ring auf die Strecke gebracht werden soll, ist absolut atemberaubend,“ sagt Michael Resl, Director Competition & Technology der DTM-Organisation ITR. „Schaeffler ist es gelungen, ein Soundsystem zu entwickeln, das dem hohen Leistungsvermögen der DTM Electric Boliden Rechnung trägt und den Rennwagen eine entsprechende Soundkulisse spendiert.“

Die Schaeffler-Ingenieure orientieren sich dabei am tatsächlichen Klang jenes Elektromotors, den das Unternehmen aus Herzogenaurach für die DTM Electric selbst herstellt. Das innovative System verbindet über eine Klangsynthese-Software die aktuellen Fahrzeugdaten wie Motordrehzahl, positive oder negative Beschleunigung sowie Bremsdruck in Echtzeit mit einem spezifischen Soundprofil. Im Fahrzeug verbaute Hardware sorgt dafür, dass die gesamte Karosserie in Schwingung versetzt wird, was dem Klang zusätzliche Dynamik verleiht und den Sound hörbar macht. „Wir entwickeln den Auto-Sound der Zukunft“, so Dr. Jochen Schröder, Leiter des Unternehmensbereichs E-Mobilität bei Schaeffler. „Dabei haben wir den Klang ganz nah an der Physik eines Elektromotors entwickelt, nur eben cooler.“

Wie cool der Blick in die Motorsport-Zukunft tatsächlich klingt, davon können sich die DTM-Fans im Rahmen des österreichischen Gastspiels vom 23. bis 25. September bei der DTM auf dem Red Bull Ring powered bei REMUS überzeugen. Sophia Flörsch (21), letztjährige DTM-Pilotin und Schaeffler-Markenbotschafterin, wird das DTM Electric Demo Car am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 12.20 und 12.40 Uhr über die 4,318 Kilometer lange Rennstrecke bei Spielberg in der Steiermark pilotieren.

„Als ehemaliger Rennfahrer faszinieren mich alleine schon die puren Leistungsdaten der DTM Electric“, sagt Martin Tomczyk, Representative Brand & Sports der DTM-Organisation ITR. „Aber wie wir alle wissen, gehört zu einem echten Rennwagen auch eine adäquate Akustik. Ich bin richtig gespannt, wie das Auto auf der Rennstrecke klingt, bin aber überzeugt davon, dass die Schaeffler-Ingenieure hier ganze Arbeit geleistet haben. Die DTM-Fans dürfen sich darauf freuen und ich bin gespannt über deren Feedback!“

Freitag, 30. September 2022

IDM Finale Hockenheim

Pokale zum Abschied für das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW

Markus Reiterberger #28 IDM Superbike-Meister 2022
Foto: Jens Hawrda

Auf dem Hockenheimring versammelten sich Fahrer und Fans der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM traditionell zum Abschluss der Saison 2022. Das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW um den Belgier Werner Daemen und den Deutschen Andy Gerlich war in voller Mannschaftsstärke angereist. In der IDM Superbike traten Markus Reiterberger (D), Pepijn Bijsterbosch (NL) und Kamil Krzemien (PL) für die Erfolgstruppe an. Jan Mohr (A) musste wegen seiner Verletzung weiter pausieren, feuert seine Kollegen aber von der Boxenmauer aus an.

Markus Reiterberger war auf direktem Weg vom Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Le Castellet ins Badische gereist, um seine von Erfolg gekrönte Saison, in der er bereits beim Rennen in Assen seinen vierten Titel geholt hatte, gebührend abzurunden. Das erste Rennen ging für den Bayer mit Startplatz 2 aus der ersten Startreihe los. Allerdings wie das gesamte Feld auf Regenreifen. Zur Feier des Tages gönnte er sich auf der zunehmend abtrocknenden Ideallinie einen astreinen Start-Ziel-Sieg. Von Beginn an gab der IDM-Champion die Richtung vor und dominierte das Rennen von der Spitze weg, ohne unter Druck der Konkurrenz zu geraten. «Im Warm-up war ich glaub das erste Mal dieses Jahr im Nassen unterwegs», überlegt Reiterberger nach seiner Siegfahrt. «Da habe ich mich noch nicht ganz so wohl gefühlt, denn ich hatte ein wenig Schlupf am Hinterrad. Für das Rennen hat mein Team mir dann hinten eine andere Feder eingebaut und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Als es abgetrocknet ist, habe ich ein wenig Probleme bekommen mit dem Grip. Aber da hatte ich so viel Vorsprung, da wusste ich, ich muss es einfach nur nach Hause bringen. Deswegen danke ans Team für das geile Bike, mal wieder.»

Der zweite Lauf am Nachmittag, diese Mal bei trockenen Bedingungen und gelegentlichem Nieselregen, ging dann in der umgekehrten Reihenfolge los, was für Reiterberger Startplatz 9 bedeutete. Schon nach den ersten Kurven entwickelte sich ein ansehnlicher und von den vollbesetzten Rängen im Motodrom mit Szenen-Applaus belohnter Zweikampf mit Dauer-Rivale, Vizemeister und BMW-Marken-Kollege Florian Alt. Dieser schnappte sich dann auch den Sieg, für Reiterberger blieb Platz 2. «Ich hatte einen Bomben-Start und konnte schon gleich in der ersten Kurve zu Flo aufschließen. In den ersten paar Runden konnte ich sogar schneller als er. Bis der Regen kam, dann war es ein Ritt auf Messers Schneide. Ich habe ihn ein wenig studiert und habe gesehen, dass er die gleichen Probleme hat wie wahrscheinlich alle von uns. Ich habe mich dann entschieden, ihn zu überholen, ich wollte es einfach probieren. Am Ende war es wieder ganz trocken und er hatte da einfach die bessere Pace. Ich hatte ein bisschen ein Grip-Problem hinten und Florian war eben einfach schneller und dann als Erster im Ziel. Danke an alle, es war wie immer super.»

Pepijn Bijsterbosch hatte sich von seinem 24-Stunden-Einsatz eine Woche zuvor beim Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft gut erholt und machte sich auf dem Hockenheimring daran, die letzten Punkte des Jahres zu ergattern. Mit Startplatz 5 ging es für den Niederländer am verregneten Sonntagmorgen auf den Weg ins erste Rennen. Bei den heiklen Bedingungen und auf der zunehmend trockener werdenden Ideallinie schlug sich der der Niederländer wacker und erreichte den neunten Platz. «Ich konnte bei den schwierigen Umständen mit dem Motorrad nicht machen, was ich wollte», so seine Analyse. «Auf der Bremse lief es gut, dafür war es in der Kurvenmitte nicht ganz so gut. Durch unser Elektronik-Mapping hat auch die Traktionskontrolle etwas zu stark gebremst.»

Lauf 2 lief dann in Sachen Wetter gerade umgekehrt. Während des Rennens begann es leicht zu nieseln. Dennoch war Bijsterbosch lange ein Podiumsanwärter. «Doch ein Podestplatz war am Ende leider nicht drin», erklärte der BMW-Pilote nach seinem fünften Rang. «Die weichen Reifen waren eine gute Wahl. Ein paar Probleme hatte ich in den Ecken. Der Nieselregen war ein Vorteil für mich, aber zum Schluss konnte ich nicht dranbleiben. Wir hatten einfach zu wenig Training, für ein perfektes Set-up.» Damit blieb Bijsterbosch Vierter der Gesamtwertung. «Ach, das ist schon blöd, dass es nicht mit Rang 3 geklappt hat. Außerdem wäre ich gerne aufs Podest gefahren, aber das war einfach nicht drin.»

Kamil Krzemien hatte sich am sonnigen Freitag über die Wettervorhersage für das restliche Wochenende gefreut. Denn es stand für den Rennsonntag Regen auf der Karte. Im trockenen Training ergatterte der junge Pole den neunten Startplatz und wie bestellt, ging es am Rennsonntag im ersten Lauf mit Regenreifen los. Besonders bei den schwierigen Bedingungen auf der zunehmend trockener werdenden Ideallinie kam Krzemien so richtig in Fahrt. Vor allem die letzte Runde, in der er sich im Kampf ums Podium mit Luca Grünwald allein im Motodrom drei Überholmanöver lieferte, riss die Fans von den Sitzen. In der letzten Kurve dann das entscheidende Manöver, welches ihm mit Rang 3 seinen ersten Podestplatz in der IDM Superbike bescherte. «Am Ende war das Gefühl ziemlich schwierig», verriet er. «Denn meiner Hinterreifen war erledigt und Luca kam wirklich schnell von hinten. In der letzten Runde war es ein großartiger Kampf mit ihm, wir haben und sogar berührt. Als ich vorbei war, habe ich gedacht, nein, nein, das Podium gebe ich nicht mehr her.»

Krzemien ließ sich nicht lumpen und sorgte auch in Lauf 2 für einen erhöhte Puls bei seiner Boxen-Crew. Losgefahren auf Slicks, begann es ab der Renn-Halbzeit leicht zu tröpfeln. Perfekte Bedingungen für den jungen Wilden, der die Lücke zur Spitze mit Markus Reiterberger und Florian Alt schließen konnte, um dann auch frech den vierfachen Champion und Teamkollegen Reiterberger von Platz 1 zu verdrängen. Auch wenn dieser die Rangordnung rasch wieder herstellte, waren dies für Krzemien seine ersten IDM-Führungskilometer. Am Ende kam es im Kampf um Rang 3 erneut zum Schlagabtausch mit Grünwald, dieses Mal mit dem besseren Ende für den Honda-Kollegen. «In Rennen 1 war ich schneller, im zweiten er», meinte ein gutgelaunter Krzemien nach Platz 4. «Jetzt steht es fifty-fifty. Ich habe wirklich alles probiert, aber wollte natürlich auch nicht stürzen.» Mit seiner Glanzleistung vom Hockenheimring wurde es im Endresultat der fünfte Platz.

So schön die Erfolge beim Finale der IDM-Saison 2022 auch waren, gehen am Ende des Tages die Gedanken zur Familie Langstädtler und dem Team F73 Academy/Werk2 by MCA. Leon Langstädtler hatte am Freitag, den 23.9.2022, bei einem tragischen Trainingsunfall sein Leben verloren. «Die richtigen Worte gibt es da nicht», erklärte Teamchef Werner Daemen. «Aber ich möchte Leons Familie, seinem Team und seinen Freunden im Namen des Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW unser tief empfundenes Beileid aussprechen.»