Dienstag, 14. August 2018

René Rast holt weiteres DTM-Podium für Audi

  • Dritter Platz für den Titelverteidiger im Sonntagsrennen in Brands Hatch
  • Nur 1,376 Sekunden fehlen zum zweiten Saisonsieg
  • Alle drei Audi-Teams sammeln in Brands Hatch Punkte
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Platz vier am Samstag, Dritter am Sonntag: Titelverteidiger René Rast vom Audi Sport Team Rosberg hat beim England-Comeback der DTM in Brands Hatch insgesamt 28 Punkte gesammelt und für Audi ein weiteres Podium in der populären Tourenwagen-Rennserie geholt.
 
Der amtierende DTM-Champion machte das Sonntagsrennen auf dem anspruchsvollen Grand-Prix-Kurs von Brands Hatch bis zur letzten Runde spannend. Von Platz vier gestartet, wurde Rast in der Anfangsphase zweimal von Pascal Wehrlein im Mercedes-Benz abgedrängt. Mit einem schnelleren Boxenstopp überholte Rast den ehemaligen Formel-1-Fahrer und machte anschließend Jagd auf die beiden führenden Mercedes-Benz von Paul di Resta und Gary Paffett, die er kurz vor Rennende einholte. Am Ende fehlten dem Deutschen nur 1,376 Sekunden zum zweiten Saisonsieg.
 
„Noch zwei Runden mehr und Gary (Paffett) hätte kein DRS mehr gehabt“, sagte Rast. „Dann hätte ich ihn vielleicht noch überholen können. Aber auch so bin ich sehr zufrieden. Es war ein tolles Wochenende für uns mit Platz vier gestern und einem weiteren Podium heute. Aber mich macht nicht nur das Ergebnis glücklich, sondern die Art und Weise, wie wir es erzielt haben. Wir waren sehr konkurrenzfähig, auch im Vergleich zu Mercedes-Benz. Das stimmt mich für den Rest der Saison zuversichtlich.“
 
Mit Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix) auf Platz sechs und Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline) auf Platz zehn fuhren am Sonntag zwei weitere Audi RS 5 DTM in die Punkteränge. Pech hatten dagegen die anderen drei Audi-Piloten. Robin Frijns wurde nach einer starken Qualifying-Leistung mit Startplatz sechs schon in der Startrunde in eine Kollision verwickelt. Vom Ende des Feldes fuhr der Niederländer mit seinem beschädigten Auto noch auf Rang zwölf nach vorn. Loïc Duval verlor sechs Runden vor dem Ziel mögliche Punkte durch einen Reifenschaden hinten links. Jamie Green hatte den vierten Platz zum Greifen nahe, ehe er kurz vor Rennende eine Durchfahrtstrafe wegen Abdrängen eines Konkurrenten antreten musste.
 
„Wir freuen uns, aus Brands Hatch ein Podiumsergebnis mit nach Hause zu nehmen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Es war toll, mit der DTM hier zu sein und erstmals auf dem großen Grand-Prix-Kurs zu fahren. Für René (Rast) war es nach dem frühen Boxenstopp heute ein sehr langes Rennen, doch er hat sich seine Reifen gut eingeteilt. Ganz am Ende konnte er sogar die beiden führenden Mercedes-Benz attackieren. Aber wir wissen, wie schwierig in Brands Hatch selbst mithilfe von DRS das Überholen ist. Auch Mike (Rockenfeller) und Jamie (Green) sind stark gefahren. Schade, dass Jamie die Punkte, die er bei seinem Heimspiel verdient gehabt hätte, durch die Durchfahrtstrafe verloren hat.“
 
Nach dem England-Gastspiel der DTM geht es in 14 Tagen bereits weiter im italienischen Misano. Auf der Rennstrecke an der Adriaküste bei Rimini werden am 25. und 26. August die ersten beiden Nachtrennen der DTM-Geschichte ausgetragen.

Montag, 13. August 2018

Mercedes-AMG feiert Doppel-Erfolg in Brands Hatch

  • Paul Di Resta holt in England seinen zweiten Saisonsieg
  • Gary Paffett wird Zweiter, Vorsprung in der Tabelle geschrumpft
  • René Rast fährt in starker Schlussphase auf Rang drei
 
Erfolgreiches sechstes DTM-Rennwochenende für Mercedes-AMG: Nach dem Premieren-Sieg von Daniel Juncadella am Samstag überquerte Paul Di Resta am Sonntag als Erster die Ziellinie. Den Erfolg der Stuttgarter komplettierte im zwölften Saisonrennen Markenkollege und Tabellenführer Gary Paffett als Zweiter. Dritter auf der anspruchsvollen Grand-Prix-Variante der Rennstrecke in der Grafschaft Kent wurde Vorjahreschampion René Rast im Audi RS 5 DTM.
 
Den Grundstein zum Sieg legte Di Resta bereits beim Start. Von Position zwei aus überholte der Schotte den Pole-Setter Paffett bereits nach wenigen Metern und auch den Restart nach einer Safetycar-Phase konnte er für sich entscheiden. In Runde eins gerieten Augusto Farfus, Robin Frijns und Lucas Auer aneinander, rutschten teilweise von der Strecke, so dass das Safetycar für drei Runden rausgeschickt wurde. Für Di Resta, der seinen insgesamt zehnten DTM-Sieg feierte, war der heutige Sieg Balsam auf die Seele. „Das Ergebnis am Samstag mit Platz 16 hat schon weh getan“, sagte der Zweitplatzierte der Gesamtwertung nach dem Rennen. „Wir haben über Nacht am Auto gearbeitet und das hat sich ausgezahlt. So hatte ich heute einen guten Kampf mit Gary, wie schon 2010.“ Auch wenn Paffett im Vergleich zu Samstag den Abstand in der DTM-Fahrerwertung nicht vergrößern konnte, bleibt er in Führung. „Ich bin sehr zufrieden mit dem ganzen Wochenende. Die Punkte gestern waren wichtig. Die machen den Unterschied zwischen Paul und mir.“
 
Eine starke Schlussphase zeigte Audi-Pilot René Rast, der von Platz vier in das Rennen gestartet war. Auch wenn er den Abstand auf Paffett in den letzten Runden verkürzen konnte, für eine Attacke auf Paffett und damit Platz zwei reichte es am Ende nicht. „Mit dem Ergebnis habe ich nicht wirklich gerechnet“, gab der DTM-Champion aus dem vergangenen Jahr zu Protokoll. „Es ist schwierig hier zu überholen. Insgesamt bin ich absolut zufrieden mit dem Rennen.“
 
Hinter Pascal Wehrlein im Mercedes-AMG C63 DTM auf Platz vier sah Marco Wittmann als bester BMW-Pilot auf Rang fünf die Zielflagge. Daniel Juncadella, Sieger im Samstagsrennen, wurde hinter Mike Rockenfeller, Philipp Eng und Lucas Auer Neunter. Die Punkteränge komplettierte am Sonntag Nico Müller.
 
In der DTM-Fahrerwertung liegt nach zwölf von 20 DTM-Saisonrennen weiter Gary Paffett in Führung. Der Mercedes-AMG-Pilot ist mit 177 Punkten Erster vor Paul Di Resta (148 Punkte) und Marco Wittmann und Lucas Auer (beide 110). Edoardo Mortara und Timo Glock liegen ebenfalls punktgleich (101) auf den Positionen fünf und sechs.
 
Eine Premiere feiert die DTM in zwei Wochen: Auf dem „Misano World Circuit Marco Simoncelli“ finden vom 24 bis 26. August die ersten Nachtrennen in der DTM-Geschichte statt. Die Saisonrennen 13 und 14 starten jeweils um 22:30 Uhr. Zu sehen sind die Rennen an der italienischen Adriaküste ausnahmsweise bei kabel eins und nicht beim Stammsender SAT.1. Die Übertragung beginnt am Samstag und Sonntag um 22.15 Uhr.
 

Sonntag, 12. August 2018

Lokalhero Paffett holt die Pole Position

Gary Paffet holt Pole im Heimrennen
Foto: Jens Hawrda
Der Lokalmatador hat seine ohnehin glänzende Ausgangsposition im Kampf um das DTM-Championat weiter ausgebaut in dem ert sich die Pole für das Sonntagsrennen in Brands Hatch und somit weitere drei Punkte holte. „Das war ein großer Schritt nach vorne im Vergleich zu gestern. Das Auto fühlte sich heute gut an. Mein erster Run war nicht gut. Paul war da sieben Zehntelsekunden schneller. Da dachte ich mir, das wird hart. Ich war auf meinem zweiten Run an einigen Stellen am Limit. Als ich meine Rundenzeit sah, konnte ich es kaum glauben. Ich bin sehr froh“, sagte der Mercedes-Pilot.

Mercedes fuhr der Konkurrenz im Qualifying für das zweite Rennen in Brand Hatch um die Ohren, mit dem Pole-Setter landeten mit Paul Di Resta, Pascal Wehrlein und Lucas Auer drei weitere Mercedes-AMG-Fahrer in den Top fünf. Nur Audi-Pilot René Rast konnte diese Phalanx als Vierter durchbrechen. Bester BMW-Pilot war Augusto Farfus als Siebter. „Das ist mehr als ich erwartet habe. Wir wollen jetzt nicht gierig werden. Ein paar Zehntel schneller, wäre ich in der ersten Startreihe gewesen. Wir haben die Pace, um aufs Podium zu fahren“, sagte DTM-Champion Rast.
  
„Der Speed war gestern schon da. Da kam mir aber eine gelbe Flagge auf meinem zweiten Run dazwischen. Heute war ich auch im ersten Run sehr schnell, bin dann aber leicht von der Strecke gekommen. In meinem zweiten Run musste dann alles sitzen. Da habe ich es unnötig spannend gemacht. Platz drei ist ein super Ergebnis“, sagte Wehrlein.

Als 13. enttäuscht und ratlos war Timo Glock. Dem BMW-Piloten schwimmen in der Gesamtwertung so langsam die Felle davon. „Weinen hilft nicht. Ich kann es nicht erklären. Der Reifen war extrem steif, ich habe ihn nicht zum Arbeiten gebracht. Jetzt hoffe ich auf Regen. Ansonsten fahren wir nur leider hinterher.“

DTM: René Rast (Audi) verpasst Podium knapp

  • Titelverteidiger im Samstagsrennen in Brands Hatch Vierte
  • Mike Rockenfeller holt als Zehnter einen Punkt
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Titelverteidiger René Rast vom Audi Sport Team Rosberg hat bei der DTM-Premiere auf dem Grand-Prix-Kurs in Brands Hatch (Großbritannien) als Vierter knapp das Podium verpasst.

Rast sicherte sich mit einer starken Qualifying-Leistung den dritten Startplatz für das Samstagsrennen und verbesserte sich am Start gleich auf Platz zwei. Die Strategie, wie bei seinem Sieg in Zandvoort bereits nach der ersten Runde zum Reifenwechsel an die Box zu kommen, zahlte sich für den Deutschen dieses Mal jedoch nicht aus. „Ich hatte einen guten Start“, sagte der Audi-Pilot. „Aber dann kam eine Slow Zone, die meinen Reifenvorteil zunichtegemacht hat. Ohne die Slow Zone hätte es ein besseres Ergebnis werden können. Ich bin trotzdem zufrieden, gute Punkte für die Meisterschaft gesammelt zu haben.“

Wie erwartet spielten die Startpositionen beim ersten DTM-Rennen auf dem 3,916 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs von Brands Hatch eine entscheidende Rolle. Von den Boxenstopp-Phasen abgesehen, gab es kaum Überholvorgänge. Ein Highlight war das Manöver von DTM-Neuling Robin Frijns (Audi Sport Team Abt Sportsline), der BMW-Pilot Timo Glock in der berühmt-berüchtigten Paddock Hill Bend überholte. Auch Mike Rockenfeller und Jamie Green schnappten sich Glock noch in derselben Runde – und zwar gleichzeitig.

Mit nachlassenden Reifen fiel Frijns in der Schlussphase noch hinter Green und Rockenfeller zurück, der als Zehnter einen Punkt für das Audi Sport Team Phoenix holte. Nico Müller wurde nach einem Unfall im Qualifying im Rennen 15. Loïc Duval rutschte nach seinem Pflichtboxenstopp ins Kiesbett der Druids-Haarnadel und musste aufgeben.

„Wir hatten von dem Rennen etwas mehr erwartet, aber nachdem wir im Qualifying unter Wert abgeschnitten haben, waren wir nicht in der Position, zu attackieren“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Mit René (Rast) haben wir eine aggressive Strategie gewählt, die aber durch die Slow Zone nicht aufging. Unsere anderen Autos waren im Rennen schnell, konnten aber nicht überholen. Für morgen müssen wir vor allem daran arbeiten, uns im Qualifying zu verbessern.

Drei Fragen an Paul Di Resta

Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Die DTM ist zurück in Brands Hatch. Du hast dort schon zweimal gewonnen, im Jahr 2010 stellte Dein Heimsieg einen Wendepunkt in der Saison dar. Könnte es an diesem Wochenende wieder so sein?

Paul Di Resta: Das könnte an diesem Wochenende tatsächlich wieder so kommen. In der Saison 2010 war es auf jeden Fall ein Wendepunkt und der Beginn der zweiten Jahreshälfte ist definitiv ein entscheidender Moment. Im Augenblick konzentriere ich mich aber darauf, meine Siege aus den Jahren 2009 und 2010 zu wiederholen, das war auch das bislang letzte Mal, dass ich in Brands Hatch gefahren bin.

Was macht den Grand-Prix-Kurs in Brands Hatch zu einer besonderen Herausforderung?

Paul Di Resta: Ich bin noch nie auf dieser Streckenvariante gefahren. Entscheidend sind für mich die Höhenunterschiede und wie schnell Brands Hatch sein kann. Es ist ein wenig wie Zandvoort, nur noch etwas schneller. Natürlich ist es eine der Strecken, auf der ich in den Nachwuchsklassen aufgewachsen bin. Dort bin ich ständig gefahren. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, wie ich als Kind dort war, als mein Vater gefahren ist – und natürlich erinnere ich mich auch noch an meine Erfolge dort, die mich erst als Profirennfahrer hierhergebracht haben. Das war ein großer Teil meines Lebens.

In Brands Hatch beginnt die zweite Saisonhälfte. Ist es für Dich noch zu früh, um über die Meisterschaft nachzudenken?

Paul Di Resta: Absolut, der Fokus liegt wie in jedem Jahr auf der Meisterschaft. Angesichts der Position, in der wir uns befinden, müssen wir ein Auge darauf behalten. Aktuell ist es noch etwas zu früh, um darüber nachzudenken, aber im Verlauf des Rennwochenendes in Brands Hatch könnten wir einen Wendepunkt erreichen. Das könnte der Anfang sein, um uns mehr darauf zu konzentrieren. Im Moment bin ich noch der Jäger. Hoffentlich können wir mit unserer derzeitigen Performance und einer Portion Glück das Beste daraus machen.