Sonntag, 19. Mai 2019

IDM Superbike: Pole für Mikhalchik am Lausitzring

Ilya Mikhalchik (BMW)
Foto: Jens Hawrda
Es war fast zu erwarten, so wie das letzte Jahr aufgehört hat fängt die neue Saison an, es dominiert ein Fahrer: Ilya Mikhalchik. Aber eines ist anders, sein Teamkollege Julian Puffe sitz ihm im Nacken. Das erste Training hatte Puffe für sich entschieden und auch im Qualifying sa es lange so aus als könnte Puffe für eine Sensation sorgen, aber dann schlug Mikhalchik wieder zu, er platzierte sich mit elf Hundertsteln Sekunden Vorsprung für die Pole Position des ersten Superbike-Laufes.

Puffe steht auf Startplatz zwei und war zufrieden. Der Dritte Erwan Nigon, von dem niemand wissen konnte, wie schnell er nach seinen IDM-Triumph vor sieben Jahren noch ist, präsentierte sich für Kawasaki glücklicherweise immer noch in Bestform. Er ist nicht nur in der Langstrecken-WM ein Spitzenkandidat, sondern entpuppte sich auch im Sprint in der Lausitz als konkurrenzfähiger Kandidat für die Titeljagd. Zudem äußerte sich der Franzose beim IDM-Comeback sehr optimistisch. „Podium? Ja, das ist nicht unmöglich. Ich gehe davon aus, dass wir das schaffen.“ Die Kawasaki-Crew von Weber Motos baute das Fahrwerk der ZX-10R nach seinen Wünschen um. Nigon ist einer derjenigen Fahrer, die analysieren und exakte Aussagen treffen können.
IDM-Rückkehrer Erwan Nigon startet von Platz 3
Foto: Jens Hawrda
Marc Moser (Yamaha) eröffnet als Vierter die zweite Startreihe, gefolgt von Maximilian Weihe. Der Rookie knallte in einem Zug von der zehnten auf die fünfte Position nach vorn. Komplettiert wird die zweite Startreihe durch Toni Finsterbusch (Suzuki). Alessandro Polita (Honda) auf dem achten Platz sorgte dafür, dass alle in der IDM Superbike 1000 vertretenen fünf Motorradmarken sich mit mindestens einem Superbike unter den Top Ten in der Startaufstellung platzierten.

Podium für Audi beim DTM-Comeback in Zolder

  • Nico Müller profitiert im Samstagsrennen von einem Safety-Car-Einsatz
  • René Rast nach starkem Qualifying im Rennen ohne Punkte
  • Audi weiter Spitzenreiter der Herstellerwertung

Nico Müller fährt für Audi am Samstag aufs Podium
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel 
Beim Comeback der DTM im belgischen Zolder hat Nico Müller für Audi den dritten Platz geholt. Auch die Plätze vier, fünf und sechs gingen an Audi-Piloten. Das Ergebnis des Samstagsrennens wurde durch einen Safety-Car-Einsatz weitgehend auf den Kopf gestellt.

Das Safety Car brachte jene Fahrer um alle Chancen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ihren Pflichtboxenstopp absolviert hatten. Dazu zählten mit René Rast und Robin Frijns auch die beiden bis dahin bestplatzierten Audi-Piloten. Beide gingen am Ende leer aus. 

Nico Müller holte sich dagegen genau im richtigen Moment frische Reifen. In der Schlussphase lieferte sich der Schweizer aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline dann ein packendes Duell mit BMW-Pilot Joel Eriksson. Nur 184 Tausendstelsekunden hinter dem Schweden überquerte Müller die Ziellinie als Dritter. „Es war ein guter Kampf mit Eriksson“, sagte Müller. „Ich habe alles versucht, an ihm vorbeizukommen. Aber er hat sich sehr clever verteidigt, und das Überholen ist auf dieser Strecke ohnehin sehr schwierig. Ich freue mich über das Podium und die Punkte – vor allem nach einem für mich nicht optimal verlaufenen Qualifying.“

Mit Aufholjagden glänzten Loïc Duval und Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix. Duval kämpfte sich von Startplatz 14 auf Rang vier nach vorn. Rockenfeller musste wegen einer Reparatur an der Kupplung nach dem Qualifying vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Mit einer Zwei-Stopp-Strategie fuhr der Audi-Pilot noch auf Rang fünf nach vorn – ein schöner Lohn für seine Mechaniker, die bis in die frühen Morgenstunden an seinem Audi RS 5 DTM gearbeitet hatten.

Für das Audi Sport Team Rosberg war der sechste Platz von Jamie Green dagegen nur ein schwacher Trost, nachdem René Rast im Qualifying die Pole-Position nur um 42 Tausendstelsekunden verpasst hatte. Der DTM-Champion des Jahres 2017 lag knapp hinter den beiden führenden BMW auf Platz drei, als das Safety Car auf die Strecke ging. Rast musste seinen Pflichtboxenstopp nach dem Restart absolvieren und fiel so aus den Punkterängen heraus. Wegen eines technischen Problems stellte er seinen Audi RS 5 DTM schließlich vorzeitig ab.

„Das war ein schwieriges Rennen, unter anderem wegen des Safety Cars“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Auch die Tatsache, dass Überholmöglichkeiten hier in Zolder sehr rar sind, hat das Rennen für uns nach einer durchschnittlichen Qualifying-Performance noch schwieriger gemacht. Es gab Situationen, in denen wir potenziell schneller waren als unsere Gegner, aber einfach nicht überholen konnten. Wir müssen heute mit den Plätzen drei, vier, fünf und sechs leben und morgen stärker zurückkommen.“

BMW Team RBM triumphiert beim Heimrennen in Zolder

Philipp Eng feiert seinen ersten DTM-Sieg in Belgien


Phillip Eng siegt am Samstag in Zolder
Foto: BMW-Motorsport
Triumph bei der Rückkehr der DTM nach Zolder (BEL): Im dritten Rennen der DTM-Saison feierte Philipp Eng (AUT) den ersten DTM-Sieg seiner Karriere im ZF BMW M4 DTM. Joel Eriksson (SWE) komplettierte das Doppelsieg für das BMW Team RBM im CATL BMW M4 DTM. Für das Team unter Bart Mampaey war dies das allererste Heimrennen in Belgien. 35 Jahre nach dem Sieg von Harald Grohs (GER) beim allerersten DTM-Rennen steht in Zolder ein BMW-Pilot erneut auf dem Podium.

Eng und Eriksson trafen auf Marco Wittmann (GER), der im BMW M4 DTM von der Pole Position ins Rennen gestartet war und als Siebter die Ziellinie überquerte. Er hat jetzt 43 Punkte und liegt knapp vor Eng (40 Punkte) an der Spitze der Gesamtwertung. Bruno Spengler (CAN) wurde Zehnter in der BMW Bank M4 DTM. Er hatte gut vom dritten Platz angefangen, um in Führung zu gehen, wo er bis zum entscheidenden Zeitraum der gelben Flagge blieb.

Nach 13 Runden brachte das BMW M4 GTS DTM Safety Car das Feld näher zusammen, nachdem Jake Dennis (GBR, Aston Martin) an der Einfahrt in die Boxengasse zum Stehen kam. Eng und Eriksson konnten davon profitieren, da sie und einige andere Fahrer zu diesem Zeitpunkt bereits ihre obligatorischen Boxenstopps absolviert hatten. Eng rückte nach vorne, als die Spitzengruppe der Fahrer, die vor der Safety-Car-Phase nicht angehalten hatte, zum Reifenwechsel eintraf und sein starkes Tempo bis zum Ziel beibehielt. Wittmann, Spengler, Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) und Timo Glock (D, JiVS BMW M4 DTM) fielen dann zurück, nachdem sie in der Spitzengruppe vor der gelben Flagge gestanden hatten.

Philipp Eng:
„Es wird eine Weile dauern, bis ich es verstanden habe. Der Gewinn ist eine lebensverändernde Erfahrung. Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, fiel es mir sehr schwer, BMW Werksfahrer zu werden und in die DTM zu gelangen. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich meinen Namen auf die Liste der Sieger der härtesten und besten Tourenwagenserie der Welt gesetzt habe. Ich bin jetzt der glücklichste Mensch auf dem Planeten. Ich bin dankbar, dass ich für BMW fahren kann und dass mein Team RBM mich immer wieder herausfordert, mich zu verbessern. Genau das brauche ich. Diesen Sieg möchte ich meiner Mentorin Charly Lamm widmen, die mir auf meinem Weg in die DTM sehr geholfen hat. Jetzt hoffe ich, dass ich nach jedem Rennen voller Champagner bin. “

Joel Eriksson:
"Es war toll. Mein Start war nicht brillant, aber es war klar, dass wir eine andere Strategie als viele andere Fahrer gewählt hatten. Deshalb habe ich versucht, einen klaren Kopf zu behalten und weiter nach vorne zu drängen. Das Safety Car war sehr gut für uns. Nico Müller hat mir am Ende das Leben wieder ziemlich schwer gemacht, aber ich konnte ihn aufhalten und als Zweiter die Ziellinie überqueren. Das gesamte Team verdient Anerkennung für die solide Strategie. Herzlichen Glückwunsch auch an Philipp Eng und an unser BMW Team RBM zu diesem tollen Heimsieg. “

Mit Blitzstart zum Sieg: Mike Halder gewinnt auch in Most

  • Halder feiert im Honda zweiten Sieg im dritten Saisonrennen der ADAC TCR Germany
  • Hyundai-Fahrer Max Hesse und Harald Proczyk komplettieren das Podium
  • Mitchell Cheah gewinnt die Honda Junior Challenge 

Mike Halder (Honda Civic TCR)
Foto: Jens Hawrda
Dank eines Blitzstarts und einer abgeklärten Fahrt hat der Gesamtführende Mike Halder (23, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR das erste Rennen der ADAC TCR Germany im tschechischen Most gewonnen und seine Tabellenführung ausgebaut. Durch seinen zweiten Sieg im dritten Saisonrennen untermauerte der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport seinen Anspruch als Meisterschaftsanwärter eindrucksvoll. Auf dem zweiten Platz landete Max Hesse (17, Wernau, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR, der ebenfalls von der ADAC Stiftung Sport gefördert wird, mit einem Rückstand von 1,260 Sekunden. Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International), der von der Pole Position gestartet war, sicherte sich in der letzten Runde durch ein Überholmanöver gegen Dominik Fugel (22, Chemnitz, Team Honda ADAC Sachsen) noch den dritten Platz. 
Mike Halder setzt sich Dank Blitzstart sofort an die Spitze des Feldes
Foto: Jens Hawrda
"So kann es weitergehen", jubelte Laufsieger Halder. "Die Ausgangslage nach dem Qualifying war schon gut, dann habe ich noch einen großartigen Start gehabt. Danach konnte ich das Feld kontrolliert anführen", ergänzte er. Ein Spaziergang sei sein fünfter Laufsieg in der Tourenwagenserie aber nicht gewesen. "Viel Luft nach oben war nicht mehr", verrät er. Im zweiten Lauf am Sonntag (11.40 Uhr) startet Halder vom neunten Platz. "Mit einem guten Start ist einiges drin", sagte er voller Vorfreude.

Halder erwischte im Samstagsrennen einen perfekten Start und ging noch vor der ersten Kurve an Proczyk vorbei. Im Sprint zur Schikane kam es dann zu einem Gewühl, das unter anderem für Hyundai-Gaststarterin Jessica Bäckman (21, Schweden, Hyundai Team Engstler) das frühe Ende des Rennens zur Folge hatte. Die Rennleitung schickte das Safety Car auf die Strecke. Das Feld sortierte sich zunächst, Halder führte vor Hesse, Dominik Fugel und Proczyk, der in der ersten Runde drei Plätze einbüßte.

Nach dem Restart kontrollierte der Gesamtführende das Geschehen, ohne sich aber entscheidend von Hesse absetzen zu können. Der Vorsprung betrug stets etwa eine Sekunde. Im Kampf um Platz drei machte Proczyk Druck auf Fugel, fand aber keinen Weg vorbei. In der neunten Runde kam es im Mittelfeld zu einem Kontakt zwischen dem Cupra von Julien Apotheloz (18, Schweiz, TOPCAR Sport) und dem Honda Civic TCR von Marcel Fugel (18, Chemnitz, Profi-Car Team Halder). Während Fugel einige Plätze verlor, das Rennen aber zunächst fortsetzen konnte, musste Apotheloz die Box ansteuern und das Rennen aufgeben.

Diszipliniert zeigte sich die Spitze des Feldes. Das Ergebnis schien zementiert, ehe Proczyk nach einem Ausrutscher von Dominik Fugel doch noch auf den dritten Platz kletterte. Fugel wurde Vierter vor Oschersleben-Sieger Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) im besten Audi RS3 LMS. Dahinter folgten die zwei Hyundai von Theo Coicaud (19, Frankreich, Hyundai Team Engstler) und Lukas Niedertscheider (24, Österreich, HP Racing International).

Den Sieg in der Honda Junior Challenge sicherte sich Mitchell Cheah (21, Malaysia, VW Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR als Achter, direkt vor Honda-Pilotin Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) im Honda Civic TCR. Die Top Ten komplettierte Steve Kirsch (39, Chemnitz, ADAC Sachsen e.V.) im Opel Astra TCR.

Das zweite Rennen am Sonntag ist bei SPORT1+ zu sehen, zudem sind die Läufe auch online im Livestream im Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany, auf YouTube.com/adac, sport1.de und adac.de/motorsport zu verfolgen. 


Podium erster Lauf TCR Germany Most
Foto: Jens Hawrda

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Max Hesse (Zweiter, Hyundai Team Engstler): "Mit dem Rennen bin ich sehr zufrieden. Ich hatte einen sehr guten Start, dann konnte ich anfangs auch mit Mike mithalten. Gegen Ende des Rennens wurde es etwas schwieriger, Dominik kam etwas näher. Aber es ist ein sehr gutes Ergebnis, ich bin sehr happy. Ich habe wichtige Punkte mitgenommen, Podium ist immer gut."

Harald Proczyk (Dritter, HP Racing International): "Leider hatte ich wieder einen schlechten Start, wie schon in Oschersleben. Wir müssen schauen, woran das liegt. In der letzten Runde hatte Dominik einen Ausrutscher, das war ein Geschenk für mich. Für morgen hoffe ich auf einen guten Start, das ist die Basis."

Mitchell Cheah (Sieger der Honda Junior Challenge, VW Team Oettinger): "Es ist toll, dass wir nach einem schwierigen Qualifying ein gutes Rennen hatten und die Punkte eingefahren haben. Der Sieg in der Honda Junior Challenge ist dann noch der Bonus obendrauf. Ich bin glücklich, dass das Team das Auto so gut eingestellt hat. Ich hatte keinerlei Probleme im Rennen."

Audi-Duo Niederhauser/van der Linde feiert in Most Premierensieg für HCB-Rutronik Racing

  • Erster Saisonsieg für Audi im ADAC GT Masters, Debütsieg für HCB-Rutronik Racing
    Lamborghini-Duo Bortolotti/Engelhart auf Platz zwei vor Corvette-Fahrern Barth/Jahn
  • Audi-Fahrer Max Hofer siegt in der Pirelli-Junior-Wertung 
Niederhauser/v.d.Linde holen ersten Sieg für Ihr Team
Foto: Jens Hawrda


Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA) haben im Audi R8 LMS mit einer dominanten Leistung das Samstagsrennen des ADAC GT Masters in Most gewonnen und ihrem Rennstall HCB-Rutronik Racing im erst dritten Start in der Serie den ersten Sieg gesichert. In einem engen Kampf um Platz zwei setzten sich Christian Engelhart (32/Starnberg) und Mirko Bortolotti (29/I, beide Orange1 by GRT Grasser) im Lamborghini gegen die Corvette-Fahrer David Jahn (28/Leipzig) und Sven Barth (38/Eberbach, beide RWT Racing) durch. "Den ersten Sieg für unser neues Team zu holen ist natürlich ein ganz spezieller Moment", so Kelvin van der Linde. "Ich bin sehr froh, ein Teil davon zu sein. Ich freu mich auch für Patric, er hat seinen ersten Triumph ebenfalls mehr als verdient."

Niederhauser bleibt beim Start vorn

Patric Niederhauser gelang von der Pole-Position aus ein perfekter Start und bog unbedrängt in die enge erste Kurve ein. Auf Platz zwei und drei folgten Mirko Bortolotti im Lamborghini und Audi-Pilot Max Hofer (19/A, Montaplast by Land-Motorsport). Dahinter wurde es jedoch eng: Im Kampf um Platz vier kollidierte Ferrari-Pilot Luca Ludwig (30/Alfter, HB Racing) mit der Corvette von Sven Barth und fiel ans Ende des Feldes zurück. Im Mittelfeld mussten mehrere Fahrzeuge durchs Kiesbett von Turn 1, darunter Porsche-Pilot Timo Bernhard (38/Homburg/Saar, Küs Team75 Bernhard), dessen Porsche während einer Safety-Car-Phase nach der ersten Runde aus dem Kies geborgen werden musste. Nach dem Restart setzte sich Niederhauser an der Spitze mit schnellen Rundenzeiten von den Verfolgern ab. Kurz bevor der Schweizer seinen Pflichtboxenstopp absolvierte, betrug sein Zeitpolster auf Bortolotti 4,5 Sekunden. Auch nach den Fahrwechseln vergrößerte sich der Vorsprung der Startnummer 31 stetig. Niederhausers Teamkollege Kelvin van der Linde baute diesen zwischenzeitlich auf Christian Engelhart, der den Lamborghini von Bortolotti übernommen hatte, auf mehr als neun Sekunden aus. In der Schlussphase nahm van der Linde etwas Tempo raus und gewann schließlich mit einem Vorsprung von vier Sekunden. Während es für den Ex-Champion der achte Sieg in der "Liga der Supersportwagen" war, stand Niederhauser erstmals ganz oben auf dem Podium. Auch für ihren Rennstall HCB-Rutronik Racing, der in Most erst sein zweites ADAC GT Masters-Rennwochenende bestritt, war es der Premierensieg.

Enge Kämpfe um das Podium

Eng ging es auf den Verfolgerpositionen zu. Engelhart wurde in der zweiten Rennhälfte von Corvette-Fahrer David Jahn, der von Barth übernommen hatte, unter Druck gesetzt. Am Ende setzte er sich mit nur 0,6 Sekunden durch und eroberte damit für sich und Teamkollege Bortolotti den ersten Podestplatz der Saison. Barth und Jahn sicherten sich und RWT Racing ebenfalls das erste Podium 2019. Als Gesamtdritter holte Barth zudem den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung für nicht-professionelle Piloten. Max Hofer und Montaplast by Land-Motorsport-Teamkollege Chris Mies kamen als Vierte ins Ziel, nachdem Mies in der zweiten Rennhälfte von Jahn überholt worden war. An einer Top-Drei-Platzierung schrammte das Audi-Duo im Ziel um 0,6 Sekunden vorbei, Hofer durfte sich jedoch über den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung freuen.

Den fünften Rang fuhren die Mercedes-AMG-Piloten Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) vor ihren Markenkollegen Marvin Dienst (22/Lampertheim) und Aidan Read (20/AUS, beide Schütz Motorsport) ein. Vom zwölften Startplatz auf Rang sieben verbesserten sich in ihrem Audi Mattia Drudi (20/I) und Florian Spengler (31/Ellwangen, beide EFP by TECE), dahinter folgte der R8 LMS von Mike David Ortmann (19/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Berglen, beide BWT Mücke Motorsport). Jeroen Bleekemolen (37/NL) und Jimmy Eriksson (28/S, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) kamen in einem weiteren Mercedes-AMG GT3 auf Rang neun, die Top Ten komplettierten Daniel Keilwitz (29/Villingen) und Maxime Martin (33/B, beide Propeak Performance) im neuen Aston Martin Vantage GT3, die von Startplatz 23 eine starke Aufholjagd zeigten.
Stimmen der Sieger: 
Podium 1. Lauf Most
Foto: Jens Hawrda

Patric Niederhauser (HCB-Rutronik Racing, Audi R8 LMS):
"Es ist unbeschreiblich: heute morgen meine erste Pole-Position, jetzt der erste Sieg. Ein mega Gefühl. Ich hatte einen guten Start. Nach dem Safety-Car lief das Auto perfekt, und ich habe eine Lücke herausfahren können. Ich habe mich auf mich selbst konzentriert, um keine Fehler zu machen. Es lief alles problemlos, bis ich das Auto an Kelvin übergab."

Kelvin van der Linde (HCB-Rutronik Racing, Audi R8 LMS):
"Es ist toll, dass ich zu der Erfolgsgeschichte von HCB-Rutronik beigetragen habe. Jeder Sieg ist etwas Besonderes. Im ADAC GT Masters ist es nicht einfach zu gewinnen, daher feiere ich jeden Triumph entsprechend. Das Auto heute war perfekt. Nur am Ende musste ich etwas auf die Reifen achten und Geschwindigkeit rausnehmen." 

Erfolgreiches RBM-Heimspiel: Debüt-Sieg für Philipp Eng in Zolder

  • Mit Glück der Tüchtigen – Eng und Eriksson feiern BMW-Doppelsieg
  • Müller für Audi auf dem Podium
  • Rockenfeller (Audi) und Di Resta (Aston Martin) glänzen mit Zwei-Stopp-Strategien

DTM Podium Zolder vom Samstag
Foto: dtm.com
Die Rennstrecke: erfrischend „oldschool“. Das Ergebnis: ein umjubelter Premierensieg. Philipp Eng (AUT, BMW) hat die Rückkehr der DTM an ihre „Geburtstätte“ in Zolder mit einer strategischen Meisterleistung für sich entschieden und sich damit im 23. Anlauf erstmals in die Siegerliste eingetragen. Als Siebter aus der vierten Startreihe ins Rennen gegangen, nutzte Eng eine Safety-Car-Phase gleich doppelt: Noch bevor das Sicherheitsfahrzeug wegen zweier gestrandeter Fahrzeuge in Runde 13 das Feld für fünf Runden einbremste, hatte Eng seinen Pflichtstopp bereits absolviert, beim Neustart überholte der Österreicher zudem seinen BMW-Markenkollegen Joel Eriksson (SWE) – das entscheidende Manöver. 

Für Engs Einsatzteam, dem BMW Team RBM, bildete der Triumph im dritten DTM-Rennen der Saison zudem einen heftig umjubelten Heimsieg. Die Mannschaft rund um Bart Mampaey ist in Mechelen, nur etwas mehr als 72 Kilometer von Zolder entfernt zuhause. Audi feierte hinter den BMW-Piloten Eng und Eriksson mit Nico Müller (SUI) Rang drei, Aston Martin dank der Plätze acht und neun für Paul Di Resta (GBR) und Ferdinand von Habsburg (AUT) Punkteränge.

Strategie, Strategie, Strategie: außergewöhnliche Leistungen mit Köpfchen

Hinter denjenigen, die auf dem Podium die Korken knallen ließen, sorgten mit ebenfalls ungewöhnlichen Strategien für Aufsehen. Rang vier ging an Loïc Duval (FRA, Audi), der in der gleichen Runde wie Sieger Philipp Eng seinen Pflichtstopp absolvierte. Wegen eines Frühstarts musste Duval allerdings eine 5-Sekunden-Strafe an der Box absitzen. Direkt hinter ihm kam Audi-Markenkollege Mike Rockenfeller (GER) ins Ziel – nach verkorkstem Zeittraining arbeitete sich Rockenfeller mit einem Pflichtstopp in Runde zwei sowie einem weiteren in der Safety-Car-Phase auf Position fünf vor. Auch Paul Di Resta (GBR, Aston Martin) nutzte eine Zwei-Stopp-Strategie, um sich von Startplatz 16 auf die achte Position zu verbessern.

Stimmen – 1. Rennen, Zolder

Philipp Eng, Sieger
„Ich bin der wohl glücklichste Mensch der Welt. Ich bin so froh in der DTM zu sein, so froh für BMW zu fahren. Zu gewinnen ist einfach fantastisch. Die letzten fünf, sechs Runden haben sich so lang wie ein 24-Stunden-Rennen angefühlt. Das ist das Szenario, von dem ich immer geträumt habe. Doch die Wirklichkeit schlägt den Traum bei Weitem. Etwas Glück war auch dabei, aber ich denke, wir haben verdient gewonnen. Ich widme diesen Sieg meinem Mentor Charlie Lamm.“ 

Joel Eriksson, 2. Platz
„Das war Eines der schwierigsten Rennen in meinem Leben. Ich habe keine Fehler gemacht, das gesamte Rennen lang. Nico Müller hat am Ende noch einmal richtig Druck gemacht. Doch ich konnte ihn hinter mir halten. Ich bin jetzt glücklich für die BMW-Mannschaft und darüber, dass die Strategie heute aufgegangen ist. Am Ende waren meine Reifen ziemlich am Ende. Philipp Eng ist einer meiner besten Freunde – ich freue mich sehr für ihn.“ 

Nico Müller, 3. Platz
„Hier in Zolder ist es richtig schwierig, zu überholen. Ich habe versucht, bis zum Ende Druck zu machen, hatte aber selbst am Ende mit abbauenden Reifen zu kämpfen. Wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Mit dem Quali-Ergebnis auf dem Podium zu landen, ist super, auch wenn etwas Glück dabei war.“
Nico Müller, 3. Platz

Samstag, 18. Mai 2019

Niederhauser/v.d. Linde holen Pole in Most

Niederhauser/v.d. Linde starten von Pole in Rennen eins in Most
Foto: Jens Hawrda
Die Audi-Piloten Patrick Niederhauser und Kelvin van der Linde holen die Pole für das erste Rennen am Samstag der ADAC GT-Masters in Most. Auf Platz zwei starten die Lamborghini Piloten Bortolotti/Engelhart vor Hofer/Mies (Audi R8 LMS GT3). Insgesamt haben sich 31 Fahrzeuge Qualifiziert. Das Rennen startet 14.45 Uhr.

DTM: Wittmann holt Pole für's Rennen am Samstag

Marko Wittmann holt Pole in Zolder
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann holt die Pole für das erste Rennen  im belgischen Zolder für BMW. Für Ihn war es bereits die zwölfte Pole seiner DTM-Karriere und bereits die zweite in dieser Saison. Auch Renè Rast zeigt sich in bester Form, was sein Starplatz zwei beweist. Dritter wird Bruno Spengler (BMW) vor dem Neuling bei BMW Sheldon van der Linde. Robin Frijns, Timo Glock, Phillip Eng, Nico Müller, Joel Eriksson und und Jamie Green komplettieren die Top-Ten. Jake Dennis war bestplatzierter Aston Martin Pilot auf Platz 13.

DTM: Eng und Rast waren die Schnellsten in den Freien Trainings in Zolder

Renè Rast (Audi) Schnellster im zweiten Freien Training in Zolder
Foto: Jens Hawrda
Im ersten Freien Training in Zolder holte sich, bei noch feuchter Stecke, Renè Rast (Audi) die Bestzeit vor Marco Wittmann (BMW) und Robin Frijns (Audi), Phillip Eng (BMW) wurde Vierter. Stark zeigte sich das neue Team WRT Audi, das mit Aberdein und Fittipaldi Platz fünf und sechs belegte. Bester Aston Martin Pilot war Jake Dennis auf Platz acht.

Im zweiten Freien Training konnte sich dann Phillip Eng die schnellste Zeit sichern, hinter ihm kam WRT-Audi Pilot Jonathan Aberdein Platz zwei vor Renè Rast und Robin Frijns. Auf den Plätzen fünf bis sieben folgten die BMW-Piloten Glock, Wittmann und Spengler. Schnellster Aston Martin Pilot war Daniel Juncadella auf Platz 15.

Freitag, 17. Mai 2019

Mercedes-AMG startet mit Bestzeit ins Most-Wochenende

  • Jerom Bleekemolen Schnellster im ersten Freien Training des ADAC GT Masters
  • Vier Marken auf den ersten vier Positionen
  • Zweite Folge von „PS on Air – Der ADAC GT Masters-Talk“

Schnellster im ersten Training Jerom Bleekemolen
Foto: Jens Hawrda
Starker Auftakt des ADAC GT Masters in Most mit vier Marken auf den ersten vier Positionen. Das Tempo im ersten Freien Training bestimmte Mercedes-AMG-Pilot Jeroen Bleekemolen (37/NL, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing). Dahinter folgen Sportwagen von Porsche, Audi und Lamborghini. Die beiden Rennen tschechischen Most werden am Samstag und Sonntag ab 14.45 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Zudem gibt es sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac.

Sportwagen-Routinier Bleekemolen eroberte mit einer Zeit von 1.31,628 Minuten in der Schlussphase der einstündigen Sitzung, in der das Klassement noch einmal kräftig durcheinandergewirbelt wurde, die Spitzenposition. „Nachdem wir uns beim Saisonauftakt in Oschersleben schwergetan haben, waren wir in der vergangenen Woche hier in Most zwei Tage testen“, so Bleekemolen, der sich den Mercedes-AMG GT3 mit Jimmy Eriksson (28/S) teilt. „Wir sind viele Runden gefahren und haben viel am Set-up gearbeitet. Heute hat das Auto von Anfang an gepasst. Wir haben einen großen Schritt gemacht. Ich hoffe, es geht so weiter.“ 
Drittschnellste Trainingszeit für Niederhauser/v.d. Linde
Foto: Jens Hawrda
Mit einem Rückstand von 0,213 Sekunden kam auf der zum Großteil neu asphaltierten Strecke der Porsche 911 GT3 R von Adrien de Leener (29/B) und Matteo Cairoli (22/I, beide Küs Team75 Bernhard) auf den zweiten Rang. Als Dritte folgten die Audi-Fahrer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) mit 1.31.852 Minuten. Position vier ging mit einem Rückstand von 0,301 Sekunden an das Lamborghini-Duo Rolf Ineichen (40/CH) und Franck Perera (34/F, beide Orange1 by GRT Grasser). Die Top Fünf komplettierten Ricardo Feller (18/CH) und Dries Vanthoor (21/B, beide Montaplast by Land-Motorsport) mit 1.31,985 Minuten. Vanthoor war zwischenzeitlich mehrmals Bestzeit gefahren und lag den Großteil der Sitzung an der Spitze des Klassements.

Zweite Folge von „PS on Air“

Nach der gelungenen Premiere beim Saisonauftakt in Oschersleben geht „PS on Air – Der ADAC GT Masters-Talk“ an diesem Wochenende in Most in die zweite Runde. Am Samstag ab 19.00 Uhr empfängt Moderator Patrick Simon im Fahrerlager der tschechischen Rennstrecke unter anderem Audi-Pilot Markus Winkelhock (38/Berglen, BWT Mücke Motorsport). Ausgestrahlt wird die Folge online live auf youtube.com/adac, dem Facebook-Kanal des ADAC GT Masters und dem YouTube-Kanal von Patrick Simon youtube.com/Patsimon75.

Donnerstag, 16. Mai 2019


Robin Frijns: „Die Strecke in Zolder hat ihre Tücken“

Interview mit dem Tabellenzweiten der DTM vor seinem Heimspiel in Zolder

Robin Frijns
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel 

Erstmals seit 2002 startet die DTM wieder in Zolder (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live auf SAT.1). Für den Tabellenzweiten Robin Frijns aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline ist es ein Heimspiel: Der Niederländer lebt in der Nähe der belgischen Rennstrecke und wurde dort mit dem Motorsport-Virus infiziert.

Deine erste Erinnerung an Zolder?
Ich war sechs Jahre alt, als ich in Zolder mein erstes Rennen gesehen habe. Ich habe einen Freund meines Vaters begleitet, der in der Belcar-Serie aktiv war. Dort fing also alles an, und der Motorsport hat mich seitdem nie mehr losgelassen.

Ein echtes Heimspiel also?
Absolut! Ich lebe nur 20 Minuten entfernt in Lanaken und freue mich sehr auf die DTM in Zolder. Es wird allerdings auch ein anstrengendes Wochenende für mich, weil viele Familienmitglieder, Freunde und Fans kommen werden.

Schläfst du zu Hause?
Nein, das ist keine so gute Idee. In Zolder ist meistens viel los, und man kann im Stau stehen, wenn man morgens zur Rennstrecke fährt. In der GT3 habe ich schon mal fast ein Qualifying verpasst. Mein Teamkollege ist Q1 gefahren, ich war für Q2 und Q3 vorgesehen. Ich kam an, als Q1 schon vorbei war, bin direkt ins Auto gesprungen und habe noch die Pole geholt. 

Hast du schon einmal ein DTM-Rennen in Zolder gesehen? Das letzte fand 2002 statt.
Nein. Aber ich kenne die Strecke aus dem GT3-Auto recht gut. Ich freue mich sehr darauf. Es wird etwas Besonderes sein, dort mit dem DTM-Auto zu fahren. Die Strecke hat ihre Tücken. Für mich ist sie so etwas wie eine kleine Nordschleife. Ein kleiner Fehler, und du bist raus. Auslaufzonen gibt es nicht. Das Racing wird gut sein, auch wenn das Überholen schwieriger ist als in Hockenheim.
Robin Frijns
Foto: Jens Hawrda
Wo kann man am besten überholen?
Vor der ersten Kurve oder der Schikane vor der Start-Ziel-Geraden.

Welche Passagen sind in Zolder besonders schwierig?
Im schnellen ersten Sektor kann man besonders viel Zeit gewinnen oder verlieren. Die erste Linkskurve ist sehr schnell, Kurve vier ebenfalls. Danach folgt die Schikane, und anschließend geht es einen Berg ziemlich steil rauf und wieder runter. Und auch das Wetter spielt in Belgien oft verrückt. 

Ist Zolder vergleichbar mit einer anderen DTM-Strecke?
Es gibt einige Ähnlichkeiten mit Zandvoort. Wenn man dort von der Linie abkommt, hat man einen Unfall. Das ist auch in Zolder der Fall. Diesbezüglich ähneln sich die Strecken, allerdings haben sie völlig unterschiedliche Layouts.

Du fährst abwechselnd in der Formel E und in der DTM. Bereitet dir die Umstellung keine Probleme?
Überhaupt nicht: Ich habe das Formel-E-Rennen in Paris gewonnen und stand am Wochenende darauf beim DTM-Auftakt in Hockenheim zweimal auf dem Podium. Das sagt alles. Ich versuche mich immer auf eines zu konzentrieren, zum Beispiel letzte Woche auf das Formel-E-Rennen in Monaco und diese Woche auf die DTM in Zolder – inklusive der Arbeit im Simulator. 

Wie viel Spaß macht die neue DTM mit den über 610 PS starken Turbomotoren?
Die Autos sind nun noch unbändiger. Wir haben mehr Leistung und etwas weniger Abtrieb. Die Reifen haben eine harte Zeit, und das Reifenmanagement ist wichtiger als letztes Jahr. Das Auto „tanzt“ mehr, bewegt sich mehr – mir als Fahrer macht das viel Spaß.

Wer ist nach dem Saisonauftakt in Hockenheim für dich der Favorit?
Natürlich ich! Im Ernst: Audi und BMW liegen dicht beisammen. BMW war in Hockenheim sehr stark im Qualifying, wir sind im Rennen schneller gewesen. Das verspricht gutes Racing für den Rest der Saison. Ich bin schon gespannt auf die Kräfteverhältnisse in Zolder.

Wie war die Resonanz in deiner Heimat nach dem guten Auftakt in Hockenheim?
Es gab ein paar nette Berichte. Das ist schön, aber am Ende nicht entscheidend. Ich möchte für mich konkurrenzfähig sein und um die großen Punkte kämpfen.

Zeitreise bei der DTM in Zolder

  • Harald Grohs tritt mit 75 in Zolder an
  • Gewinner des ersten DTM-Rennens fährt bei den Tourenwagen Classics
  • Eric van de Poele und Marc Hessel – Titelkontrahenten von 1987 – in Zolder vereint
  • Vater und Bruder von BMW-Star Marco Wittmann ebenfalls am Start
Harald Grohs, BMW 635 CSi, Zolder, 1984
Foto: dtm.com

Die DTM ist am kommenden Wochenende bei der zweiten Veranstaltung der Saison 2019 Schauplatz von gleich mehreren Zeitreisen. Nicht nur, dass die Tourenwagen-Rennserie auf den Circuit Zolder zurückkehrt, wo 1984 das erste Rennen der DTM-Historie ausgetragen wurde. Auf dem 4,011 km langen Traditionskurs in Belgien tritt auch der Fahrer an, der damals zur Geburtsstunde der DTM gewann: Harald Grohs. Im Alter von 75 Jahren startet der Oldie aus Essen im Rahmenprogramm bei den Tourenwagen Classics mit einem BMW M3. Es handelt sich zwar nicht um das Siegerauto von 1984, das war damals ein BMW 635 CSi, aber um ein Originalauto von Grohs: seinen schwarzen M3 aus der Saison 1987.

„Ich kann es kaum erwarten“, freut sich Grohs auf den Einsatz. „Ich habe in Zolder zahlreiche Rennen bestritten. Neben dem Nürburgring ist Zolder meine Heimstrecke.“ Grohs ist bei den Tourenwagen Classics, in der beliebte Renntourenwagen der 1980er- und 90er-Jahre zum Einsatz kommen, nicht der einzige Fahrer auf Zeitreise. In der Starterliste stehen unter anderem die früheren DTM-Piloten Armin Hahne (GER), Kris Nissen (DEN), Eric van de Poele (BEL), Marc Hessel (GER) und Volker Schneider (GER), die zudem am Samstag ab 12:30 Uhr an der Showbühne im Fan-Village eine Autogrammstunde geben werden.
Eric van de Poele, BMW M3, 1987
Foto: dtm.com
Gegner von 1987 jetzt vereint: van de Poele und Hessel

Als ziemlich beste Freunde treten Lokalmatador van de Poele und Hessel in Zolder bei den Tourenwagen Classics an. Beide waren in der Saison 1987 BMW-Junioren und leisteten sich als Teamkollegen bei Zakspeed einen harten Kampf um den Titel, den am Ende van de Poele knapp gewann. 32 Jahre später teilen sich die beiden am Wochenende einen BMW M3, dem ca. 315 PS-starken Kult-Rennauto.

Anekdote am Rande: Das ehemalige Werksauto wurde von „2.0 Automotive“ originalgetreu wiederaufgebaut. Die Düsseldorfer Firma wurde 2012 vom ehemaligen Fußball-Profi und Autoliebhaber Martin Stranzl (u.a. Borussia Mönchengladbach) sowie Geschäftspartner Sebastian Küppers gegründet. „Ich bin 2.0 Automotive sehr dankbar, dass sie Eric und mir diese Wiedervereinigung als Teamkollegen ermöglichen“, sagt Hessel.

Dreimal Wittmann in Zolder

Zu einer Familienangelegenheit wird das Rennwochenende in Zolder für den zweimaligen DTM-Champion Marco Wittmann. Der 29-Jährige, der vor zwei Wochen beim Saisonauftakt in Hockenheim am Samstag im BMW M4 DTM das erste Rennen der neuen Turbo-Ära souverän gewann, wird das Geschehen bei den Tourenwagen Classics aufmerksam verfolgen. Vater Herbert und Bruder Nico treten dort unter der Bewerbung „Wittmann Motorsport“ an – natürlich mit einem BMW. Der Wittmann-M3 von 1989 wurde früher unter anderem von Profi Dieter Quester (AUT) in der DTM gefahren.

„Es ist schon eine lustige Geschichte für mich zu wissen, dass am Rennwochenende in Zolder auch mein Vater und mein Bruder auf der Rennstrecke unterwegs sein werden“, sagt Marco Wittmann. „Die Tourenwagen Classics haben sich großartig entwickelt, und es sind tolle Autos und sehr prominente Fahrer am Start. Ich bin gespannt, wie die beiden sich schlagen werden. Drei Wittmanns am gleichen Rennwochenende auf der Strecke, darauf freue ich mich sehr!“

Insgesamt sind 29 Tourenwagen aus den 1980er- und 90er Jahren für den Saisonauftakt der Tourenwagen Classics in Zolder gemeldet. Das Gros bilden BMW M3 (E30) aus den 80ern, aber Fans können sich auch auf Klassiker wie den Ford Sierra RS500, den Mercedes 190E 2.5-16 oder einen Opel Astra DTM freuen.

ADAC TCR Germany startet in Most durch

  • Tabellenführer Mike Halder freut sich auf "die Herausforderung Most"
  • Jessica Bäckman fährt das VIP-Auto des Hyundai Team Engstler

Foto: Jens Hawrda
Mit Vollgas nach Most: Die ADAC TCR Germany geht an diesem Wochenende vom 17. bis 19. Mai auf der Rennstrecke in Tschechien in ihre zweite Runde. Drei Wochen nach dem spannenden Saisonauftakt in Oschersleben dürfen sich die Fans auf der Rennstrecke nahe der deutschen Grenze wieder auf heißen Motorsport mit 350 PS starken Tourenwagen aus dem Hause Audi, Cupra, Honda, Hyundai, Opel und VW freuen - zudem überträgt SPORT1 die Rennen der ADAC TCR Germany im TV. Online sind die Läufe im Livestream auf SPORT1.de und adac.de/motorsport sowie auf dem Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac zu sehen. 

Als Tabellenführer nach den ersten zwei von insgesamt 14 Saisonrennen reist Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) nach Most. Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot hatte in Oschersleben die Plätze eins und zwei eingefahren und will seinen Höhenflug natürlich auch in Tschechien fortsetzen. "Ich freue mich auf die Rennen und die Herausforderung Most", sagt der 23-Jährige, der im Honda Civic TCR unterwegs ist. Im vergangenen Jahr hatte Halder mit einem zweiten Platz bereits bewiesen, dass ihm die Strecke in Most liegt. 
 
Harald Proczyk
Foto: Jens Hawrda
Noch bessere Erinnerungen an den Kurs in der Nähe der Grenze zu Deutschland hat allerdings Mike Halders Schwester Michelle (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder): Sie hatte im zweiten Rennen im Jahr 2018 den zweiten Platz hinter dem nicht punkteberichtigen Gaststarter Petr Fulin (42, Tschechien) belegt und dafür die volle Punktzahl abgeräumt. "Das war eine tolle Erfahrung und wird mir immer in Erinnerung bleiben", sagt Michelle Halder, die in diesem Jahr vom Cupra TCR auf Honda umgestiegen ist und nach Oschersleben ein positives Zwischenfazit gezogen hat. "Aber ich träume definitiv davon, noch öfters aufs Podium zu fahren", sagt sie. Wieso also nicht in Most? "Das wäre natürlich eine gute Sache!" Und ein "richtiger Sieg" fehlt der 19-Jährigen ja noch in ihrer Sammlung. 

Für den Opel Astra TCR-Fahrer Steve Kirsch (39, Chemnitz, IMC Motorsport) und die Brüder Dominik Fugel (22, Chemnitz, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) und Marcel Fugel (18, Chemnitz, Profi-Car Team Halder) sind die Rennen in Most fast ein Heimspiel - schließlich kommen die drei aus dem nur knapp 90 Kilometer entfernten Chemnitz. "Ich hoffe, dass ich an diesem Wochenende gute Ergebnisse einfahren kann, vor allem auch für mein Team, das immer extrem hart arbeitet", sagt Dominik Fugel. Sein jüngerer Bruder Marcel ist an diesem Wochenende als Gaststarter dabei, der 18-Jährige hat bereits in der vergangenen Saison erste Erfahrungen in der ADAC TCR Germany gesammelt und freut sich nun auf sein Comeback. 

Am Steuer des vom Hyundai Team Engstler eingesetzten VIP-Autos wird in Most Jessica Bäckman (21, Schweden) sitzen. Die junge Schwedin fährt normalerweise für Target Competition in der TCR Europe und fiebert nun ihrem Auftritt im Hyundai i30 N TCR in der ADAC TCR Germany entgegen. "Ich bin sehr glücklich über diese Chance, denn damit hätte ich nicht gerechnet", sagt Bäckman: "Ich war überrascht, als ich das Angebot bekam. Ich kenne die Strecke in Most zwar noch nicht. Aber mein Ziel ist es, vorne mitzufahren." 

Für die Teilnehmer der Honda Junior Challenge geht es am Wochenende ebenfalls in die nächste Runde. In der Wertung der Junioren, deren Sieger am Ende der Saison einen neuen Honda Civic erhält, führt derzeit Bradley Burns (17, Großbritannien, Team Pyro Motorsport). Der junge Brite, ein guter Freund des zweimaligen Champions Josh Files, hatte in Oschersleben mit zwei Siegen in der Honda Junior Challenge mit Nachdruck auf sich aufmerksam gemacht. 

Back to the roots: Die DTM kehrt nach Zolder zurück

  • Zum ersten Mal seit 2002 fährt die DTM wieder im belgischen Zolder
  • Tourenwagen Classics, W Series, Porsche Carrera Cup Benelux und Belcar Endurance Championship im Rahmenprogramm
  • DJ Bob Sinclar legt am Samstagabend im Fan Village auf
Foto: Jens Hawrda

Die DTM trifft auf alte Bekannte – und steht gleichzeitig vor einer Veranstaltung mit vielen Unbekannten. Nach dem spektakulären Start in die neue Turbo-Ära in Hockenheim Anfang Mai, macht die DTM am kommenden Wochenende (17.–19. Mai) für die Saisonläufe drei und vier auf dem Circuit Zolder Station. Der 4,011 km lange Traditionskurs in Belgien gilt als anspruchsvoll – sowohl für die Fahrer als auch für die Bremsen der über 610 PS starken DTM-Fahrzeuge, die pro Runde an sechs Stellen aus über 200 km/h abgebremst werden müssen.

Der Circuit Zolder gehörte in den 1980er- und 90er-Jahren zum Inventar der DTM und war zuletzt 2002 Bestandteil des DTM-Kalenders. Mit anderen Worten: Niemand aus der aktuellen Fahrergeneration ist in Zolder schon einmal in einem DTM-Auto am Start gewesen.

Das bislang letzte DTM-Rennen in Zolder gewann am 5. Mai 2002 Laurent Aïello im Abt-Audi TT-R. Der Franzose feierte im selben Jahr den Gewinn des Fahrertitels in der DTM. Das erste DTM-Rennen in Zolder (11. März 1984) entschied Harald Grohs im BMW 635 CSi für sich. Der inzwischen 75 Jahre alte Grohs wird am Wochenende übrigens erneut an der Stätte seines Erfolgs im Einsatz sein – allerdings am Steuer eines BMW M3 (E30) von 1987 im Rennen der Tourenwagen Classics, in der beliebte Renntourenwagen der 1980er- und 90er-Jahre die Fans verzücken.

Abwechslung pur – und der beste DJ der Welt

Darüber hinaus trägt am Wochenende die neue W Series in Zolder ihr zweites Saisonrennen aus. Ebenfalls im Rahmenprogramm: der Porsche Carrera Cup Benelux sowie die Belcar Endurance Championship. Für musikalische Unterhaltung im Fan Village wird am Samstagabend der französische DJ und Musikproduzent Bob Sinclar sorgen. Sein Hit „Love Generation“ stand 2006 mehrere Woche an der Spitze der deutschen Charts und war zudem die meistverkaufte Single des Jahres. Im selben Jahr feierte er mit „World, Hold On (Children of the Sky)“ und „Rock This Party (Everybody Dance Now)“ weitere Top-Hits. Ebenfalls 2006 wurde Bob Sinclar bei den World Music Awards in London als bester Discjockey der Welt ausgezeichnet.

Stimmen einiger Fahrer zur Strecke in Zolder
Renè Rast (Audi Sport Team Rosberg)
Foto: Jens Hawrda

René Rast, Audi Sport Team Rosberg
„Ich bin schon ein, zwei Mal in Zolder gewesen. Natürlich erinnere ich mich an die Strecke, aber ich werde mich wie alle anderen auch auf das Wochenende vorbereiten: Onboard-Videos gucken, im Simulator sitzen und dann die Streckenbegehung. Meine Herangehensweise wird unverändert sein. Wir versuchen immer, das Beste aus den Rennwochenenden zu machen. Wir müssen noch eine Menge über unser Auto lernen, um das Bestmögliche herauszuholen. Das geht den anderen Herstellern aber genauso.“

Timo Glock, BMW Team RMR
„Ich bin noch nie in Zolder gefahren, auch nicht in Nachwuchsklassen. Ich bin selber gespannt, wie es sich anfühlt, dort mit einem DTM-Auto zu fahren. Auf den Onboard-Aufnahmen, die ich gesehen habe, sieht dort alles recht eng aus, Stop-and-Go, mit wenigen Auslaufzonen. Ich freue mich darauf, mal wieder eine neue Rennstrecke kennenzulernen. Der Trackwalk am Donnerstagabend wird sicher etwas ausgiebiger sein als auf einer Strecke wie zum Beispiel in Hockenheim, die wir alle aus dem Effeff kennen.“
Jake Dennis (R-Motorsport/Aston Martin)
Foto: Jens Hawrda
Jake Dennis, R-Motorsport/Aston Martin
„Der Saisonauftakt in Hockenheim war unterm Strich sehr positiv für Aston Martin. Unsere Leistung war wirklich ganz gut. Hoffentlich sind wir in ein paar Rennen dazu in der Lage, den Speed von Audi und BMW konstant mitzugehen. Ich denke, dass das ein realistisches Ziel ist. In Zolder bin ich 2017 in der Blancpain GT Series gefahren. Ich kenne die Strecke also ganz gut. Das Qualifying wird dort sehr wichtig sein. Der Kurs ist recht eng, ein bisschen ‚old school‘. Für uns DTM-Fahrer wird es eine Herausforderung sein dort zu fahren, auch wegen der großen Motorleistung und dem verringerten Abtrieb.“
Jake Dennis, R-Motorsport/Aston Martin

Mittwoch, 15. Mai 2019

Formel E: Heute vor fünf Jahren begann das Abenteuer für Audi

  • Am 15. Mai 2014 wurde Chassis 20 an das Team ABT Sportsline übergeben 
  • Erfolgsgeschichte: 39 Pokale und 1.027 Punkte in 54 Rennen
  • Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Formel E hat sich hervorragend entwickelt“

Daniel Abt, Lucas di Grassi (2014)
Copyright: AUDI AG
Heute vor genau fünf Jahren begannen für Audi Sport ABT Schaeffler das Abenteuer und die Erfolgsgeschichte Formel E: In Donington erhielt das Team am 15. Mai 2014 das erste Chassis für den Einsatz in der rein elektrischen Rennserie. Die Bilanz bisher: In 54 Rennen gewann die deutsche Mannschaft 39 Pokale, holte 1.027 Punkte und ist damit bis jetzt das erfolgreichste Team im internationalen Starterfeld.

Eine kurze Zeremonie mit Formel-E-Gründer Alejandro Agag, eine Pressekonferenz mit den zehn Teamchefs und am späten Nachmittag das Gruppenfoto vor dem damaligen Hauptquartier an der Rennstrecke in Donington: Mit der Übergabe der ersten Chassis an die Teams startete vor fünf Jahren die Ära des rein elektrischen Motorsports. Seit damals mit dabei: Audi Sport ABT Schaeffler. In den ersten drei Saisons als Privatteam, seit Saison vier als Audi-Werksteam.

„Dieser Tag war der offizielle Startschuss. Aus einem theoretischen Projekt, das wir viele Monate zu Hause auf dem Papier geplant hatten, ist Wirklichkeit geworden“, sagt Thomas Biermaier. Der Sportdirektor von ABT Sportsline leitete damals zusammen mit Teamchef Hans-Jürgen Abt die Geschicke der deutschen Mannschaft. „Für uns alle hat es sich ein bisschen wie der erste Schultag angefühlt: Alles war neu und ein bisschen ungewiss, aber die Vorfreude war groß.“

Das erste Chassis, das am 15. Mai 2014 an Audi Sport ABT Schaeffler übergeben wurde, trug die Nummer 20. Und hat eine bewegte Geschichte: Mit Chassis 20 überquerte Lucas di Grassi am 13. September 2014 als Sieger des ersten Formel-E-Rennens überhaupt die Ziellinie in Peking. Chassis 20 musste auch Schmerzen ertragen: Am 9. Oktober 2016 zerstörte di Grassi bei einem Crash in Hongkong die gesamte linke Seite, auch nach einem Kabelbrand 2015 in Punta del Este musste repariert werden. Seinen letzten Sieg feierte Chassis 20 am 14. Juli 2018 in New York und wurde nach der Saison als Museumsstück an Alejandro Agag übergeben.

„Die Formel E hat sich in ihren ersten Jahren hervorragend entwickelt – sowohl mit einem spannenden sportlichen Wettbewerb als auch mit vielen Innovationen abseits der Strecke“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Audi kam 2014 als erster deutscher Automobilhersteller werkseitig in die Serie. „Dass jetzt so viele Marken engagiert sind und bald noch mehr dazukommen, ist eine schöne Bestätigung für den Pioniergeist der Formel E und ihrer Gründungsmitglieder.“

Für Audi Sport ABT Schaeffler war die Lieferung des ersten von insgesamt vier Autos – in den ersten vier Jahren der Formel E gab es zwei Fahrzeuge pro Fahrer und einen Autowechsel zur Rennmitte – auch der Beginn einer intensiven Arbeitsphase. „Wir haben das erste Fahrzeug sofort zerlegt, um genau festzulegen, welche Ausrüstung und welche Werkzeuge wir für den Einsatz brauchen – vorher kannten wir das Auto ja nur von Zeichnungen“, sagt Thomas Biermaier. Drei Monate zog seine Mannschaft nach Donington, um sich dort bis zu den Testfahrten und dem Saisonauftakt um die Vorbereitung der Autos zu kümmern.

In den 54 bisher ausgetragenen Rennen holte Audi Sport ABT Schaeffler mit 39 Pokalen so viele wie kein anderes Team und hat als erste Mannschaft mit 1.027 Zählern die Marke von 1.000 Punkten durchbrochen. In der dritten Saison (2016/2017) wurde Lucas di Grassi nach einem dritten und einem zweiten Platz in den vorangegangenen Saisons zum ersten Mal Formel-E-Champion. In der vierten Saison (2017/2018) feierte Audi Sport ABT Schaeffler den Titel in der Teamwertung.

Mit acht verschiedenen Siegern in neun Rennen ist der Titelkampf in der laufenden Saison so offen wie nie zuvor. Der zehnte Lauf und das 55. Rennen der Formel-E-Geschichte wird am 25. Mai in Berlin ausgetragen.

Gastspiel in Most: Vorhang auf für Runde zwei des ADAC GT Masters

  • Titelverteidiger Robert Renauer und Teamkollege Thomas Preining sind Tabellenführer
  • Lokalmatadore vom Team ISR hoffen auf Heimvorteil
  • Beide Rennen Samstag und Sonntag erst ab 14.45 Uhr
Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters startet in die zweite Runde: Nach dem starken Saisonstart in Oschersleben geht es vom 17. bis 19. Mai zum zweiten Kräftemessen der Saison nach Tschechien, in das rund 100 Kilometer südlich von Dresden gelegene Autodrom Most. Auf dem fahrerisch anspruchsvollen Kurs macht die Konkurrenz Jagd auf Vorjahreschampion Robert Renauer (34/Jedenhofen) und seinen neuen Teamkollegen Thomas Preining (20/A, beide Precote Herberth Motorsport), die als Tabellenführer nach Tschechien reisen. Die beiden Rennen dort starten später als gewohnt: Samstag und Sonntag überträgt SPORT1 die Rennen jeweils live und in voller Länge ab 14.45 Uhr. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

Foto: Jens Hawrda
Ein Sieg und ein sechster Platz - für Robert Renauer hat beim Saisonauftakt in Oschersleben die Operation Titelverteidigung nahezu optimal begonnen. Zusammen mit seinem Teamkollegen und Serienneuling Thomas Preining liegt der Porsche-Pilot damit nach dem ersten Rennwochenende an der Spitze der Gesamtwertung. Nun kommt Most, wo Renauer in der Meistersaison 2018 mit zwei dritten Rängen so viele Punkte sammelte wie bei keinem anderen Lauf des Jahres. "Nach dem tollen Saisonauftakt wollen wir auch beim zweiten Lauf wieder um Podestplätze kämpfen", sagt der Titelverteidiger. "Was Thomas bei seinem ersten Start im ADAC GT Masters gezeigt hat, war wirklich stark. Er war schnell und hatte in den Rennen gute Überholmanöver. Hut ab! Ich bin auf jeden Fall für Most optimistisch. Dem neuen Porsche 911 GT3 R sollte die Strecke sogar noch besser liegen. Die Strecke macht Spaß und bietet von allem etwas." Auf mehr Rennglück hoffen in Most dagegen die Porsche-Markenkollegen Klaus Bachler (27/A) und Timo Bernhard (38/Homburg/Saar, beide Küs Team75 Bernhard), denen als Titelkandidaten in Oschersleben nach einem unglücklich verlaufenen ersten Qualifying und einer Kollision am Sonntag nur ein 14. Platz gelang. "Oschersleben hat auf keinen Fall unseren Speed widergespiegelt", so Bachler. "Wir wissen, was wir ändern müssen, auch wenn nicht alles in unserer Hand lag. Wir wollen keine Fehler machen und uns auf uns konzentrieren. Dann schauen wir mal, wo wir herauskommen." Auch der Österreicher ist vom 4,212 Kilometer langen, nordwestlich von Prag gelegenen Kurs angetan: "Ich mag ihn sehr gern, mir gefällt das Layout sehr gut." 
Foto: Jens Hawrda
Gute Erinnerungen an die letztjährige Most-Premiere haben die Corvette-Piloten Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition), die beim Auftakt in Oschersleben das Samstagsrennen gewannen. Pommer siegte auf dem tschechischen Kurs im vergangenen Jahr am Sonntag - damals noch zusammen mit Maximilian Götz im Mercedes-AMG. Sein diesjähriger Partner Kirchhöfer wurde in der Corvette C7 GT3-R zwei Mal Zweiter. "Die Voraussetzungen für vordere Platzierungen sind da", so Pommer zuversichtlich. "Das Auto sollte auf der Strecke gut liegen. Ich bin zwar dort in der Corvette noch nicht gefahren, aber sie war im vergangenen Jahr vorn dabei. Und ich kenne die Strecke ja auch gut. Vor allem der zweite Sektor macht sehr viel Spaß, denn er ist schnell und flüssig." Als Kandidaten für Topplatzierungen sieht der Neckarsulmer vor allem die Mercedes-AMG GT3: "Ich weiß aus dem Vorjahr, wie stark das Auto dort ist. Die Streckencharakteristik sollte den Mercedes-AMG entgegenkommen." 

Einen Heimvorteil erhofft sich in Most dagegen das Team ISR, die einzige tschechische Mannschaft im ADAC GT Masters. Der Sitz des Rennstalls liegt südöstlich von Prag in Cestlice und damit nur rund 100 Kilometer von der Rennstrecke entfernt. "Ich freue mich auf das Heimspiel", sagt Filip Salaquarda (35/CZ), der sich den Audi R8 LMS mit Frank Stippler (44/Bad Münstereifel) teilt und zusammen mit dem Deutschen 2018 auf dem Nürburgring einen Sieg einfuhr. "Das Rennen ist für unser Team und unsere Partner sehr wichtig. Natürlich hat man beim Heimrennen mehr Druck, aber auf der anderen Seite ist es auch die Strecke, auf der ich wahrscheinlich die meisten Kilometer gefahren bin. Der Kurs in Most sollte dem Audi entgegenkommen, denn er hat schnelle Kurven. Aber gute Bremsen und viel Traktion sind ebenfalls gefragt. Nachdem wir in Oschersleben beim Test und im Freien Training schnell waren, aber nach unglücklich verlaufenen Qualifyings in den Rennen leer ausgingen, wollen wir jetzt möglichst viele Punkte sammeln." 

Wie zahlreiche andere Teams hat sich auch das Team ISR in Most mit Testfahrten auf das bevorstehende Rennwochenende vorbereitet. Dabei stand vor allem der neue, glattere Asphaltbelag im Vordergrund, der seit März auf dem Großteil der Strecke ausliegt. Die Fans dürfen sich daher auf neue Rundenrekorde freuen. "Rund 70 Prozent der Strecke wurden neu asphaltiert, nur die Start-und-Ziel-Gerade wurde nicht verändert", so Salaquarda. "Bei unserem Test war die Strecke noch recht schmutzig, aber das sollte am Rennwochenende kein Problem mehr sein. Ich rechne daher damit, dass die Rundenzeiten mindestens eine halbe Sekunde besser werden." 

Mit der ADAC TCR Germany, dem Porsche Carrera Cup Deutschland sowie der Spezial Tourenwagen Trophy (STT) wird den Fans in Most weitere umfangreiche Rennaction geboten. Beim Pitwalk (Samstag, 12.25-13.25 Uhr und Sonntag, 10.40-11.40 Uhr) gibt es in der Boxengasse Motorsport zum Anfassen. Autogrammjäger dürfen sich aber auch auf das Meet the Drivers an der Open Team Hospitality im Fahrerlager (Samstag, 17.15 Uhr) freuen.