Donnerstag, 30. Juli 2026

Euro Moto Superbike: Die Kult-Fahnen bleiben diesmal eingerollt - Hannes Soomer kann nicht starten

Hannes Soomer startet verletzungsbedingt nicht in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Die estnische Flagge an der Rennstrecke ist Kult. Die Fans von Hannes Soomer folgen ihrem Idol an jede Rennstrecke und schwenken das schwarz-weiß-blaue Tuch in jede Himmelsrichtung. Und nicht nur die Esten. Bei der EURO MOTO in Oschersleben am bevorstehenden Wochenende wird es keine Jubelschreie geben. Ihr Superbike-Star wird nicht im Grid stehen. Soomer kommt nicht. Und es sind noch mehr Rennen in Gefahr. Der Grund ist bitter.

Dass er den Titel in der höchsten deutschen Rennsportklasse gewinnt, hatte „The Baltic Bullet“ ohnehin bezweifelt, denn es sei derzeit extrem schwer, ein Rennen zu gewinnen. Aber an vordere Plätze hatte Sommer nach dem Podiumserfolg beim Saisonauftakt geglaubt. Die beiden Rennen in Brünn ließ er bewusst sausen, weil er stattdessen in den der FIM Superbike Worldchampionship den verletzten BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci ersetzte. In Most meldete er sich mit zwei sechsten Plätzen zurück.

Dann der Rückschlag. Bei seinem Einsatz in der Langstrecken-WM in Suzuka verletzte sich Soomer an der rechten Schulter. Die Teilnahme an den 8 Stunden von Suzuka endete vorzeitig am letzten Testtag. Knapp vier Wochen nach dem Unfall Anfang Juli ist der Nordeuropäer nicht genesen. „Es geht nicht. In der kommenden Woche muss ich zur nächsten Untersuchung zum Arzt. Dort entscheidet sich, ob ich bei den Rennen in Assen dabei sein werde oder nicht.“ Die EURO MOTO-Runde in den Niederlanden wird vom 14. bis 16. August ausgetragen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: Oliver Svendsen macht vorzeitig Schluss

Oliver Svendson, Kawasaki ZX-6R #69
Foto: Jens Hawrda

Lange war es still um Oliver Svendsen. Lediglich beim Saisonauftakt der EURO MOTO auf dem Sachsenring ging der Däne noch in den Farben des ERC-Teams von Uwe Reinhardt auf einer Kawasaki an den Start. Anschließend verschwand das Team zunächst von der Bildfläche. Der Plan war, sich bewusst Zeit zu nehmen, um die Kawasaki auf den gewünschten Entwicklungsstand zu bringen, bevor man in den Rennbetrieb zurückkehrt.

Nach knapp zehn Wochen Pause folgte vor zwei Wochen schließlich der erste gemeinsame Probe. Bei einem viertägigen Test in Oschersleben arbeitete das ERC-Team gemeinsam mit Svendsen an der Weiterentwicklung des Motorrads und bereitete sich auf die Rückkehr in die EURO MOTO vor.

Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen. Der IDM Supersport-300-Champion von 2024 hat die Reißleine gezogen und beendet seine Saison in der EURO MOTO vorzeitig.

Auf seinem Instagram-Kanal erklärt der 22-Jährige die Beweggründe für seinen Rückzug: „In den vergangenen Monaten habe ich viel darüber nachgedacht, wo ich stehe, wo ich hinmöchte und was ich brauche, um den Sport weiterhin genießen zu können. Die Wahrheit ist, dass ich einen Punkt erreicht habe, an dem es sich nicht mehr richtig anfühlt, den bisherigen Weg weiterzugehen.“

Dabei macht Svendsen deutlich, dass seine Entscheidung nicht auf ein einzelnes Rennen, ein bestimmtes Ergebnis oder eine einzelne Person zurückzuführen sei. Vielmehr sei sie das Ergebnis vieler Monate intensiver Überlegungen.

„Im Moment muss ich einen Schritt zurückgehen, den Kopf freibekommen und mich daran erinnern, warum ich mich überhaupt in diesen Sport verliebt habe“, schreibt der Däne weiter. Wie es danach weitergeht, weiß er selbst noch nicht. „Ich habe im Moment nicht alle Antworten und werde heute keine großen Ankündigungen machen. Ich weiß nur, dass dies für den Moment die richtige Entscheidung ist.“

Ob und wann Oliver Svendsen in den Rennsport zurückkehren wird, lässt der 22-Jährige derzeit offen.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Dienstag, 28. Juli 2026

DTM: Maro Engel übernimmt DTM-Meisterschaftsführung in Oschersleben

Maro Engel übernimmt DTM-Meisterschaftsführung in Oschersleben
Foto: Copyright Mercedes-Benz Group


Mercedes-AMG Performance-Fahrer Maro Engel (GER) setzte sich bereits am Samstag an die Spitze der Fahrermeisterschaft und behauptete diese auch am Sonntag.

Insgesamt 20 Fahrzeuge gingen in Oschersleben an den Start. Maro Engel startete von Platz fünf, Jules Gounon (FRA) von Platz zehn, Tom Kalender (GER) von Position 15 und Lucas Auer (AUT), der auf seiner schnellsten Qualifyingrunde von der Strecke abgekommen war, von Platz 16.

Das Sonntagsrennen mit seinen zwei Pflichtboxenstopps bot wie immer zahlreiche strategische Optionen. Vor allem Maro Engel und sein Mercedes-AMG Team RAVENOL profitierten davon. Er kam mit seinem Mercedes-AMG GT3 #80 beide Male spät an die Box. Durch einen erfolgreichen Overcut beim zweiten Boxenstopp gewann er zwei Positionen und sicherte sich Rang zwei.

Jules Gounon verbesserte sich im Rennverlauf um eine Position und kam als Neunter ins Ziel. Lucas Auer machte beim zweiten Boxenstopp die entscheidenden Positionen gut und beendete das Rennen auf Rang zwölf. Tom Kalender sah die Zielflagge auf Position 18.

Am Samstag gingen alle vier Mercedes-AMG Piloten aus den Top Ten ins Rennen: Maro Engel von Rang drei, Lucas Auer von Rang vier, Jules Gounon von Platz sechs und Tom Kalender von Position zehn.

Maro Engel gewann bereits beim Start eine Position. Durch etwas Zeitverlust beim Pflichtboxenstopp verlor er diese Position jedoch auf der Strecke an seinen Verfolger und beendete das Rennen auf Rang drei. Lucas Auer wurde Vierter. Tom Kalender fiel nach einer Penalty Lap wegen einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse um 1 km/h auf Rang 13 zurück. Jules Gounon wurde in der Startphase in ein Gerangel mit drei Fahrzeugen verwickelt.

Dabei musste er die Strecke verlassen und seinen Mercedes-AMG GT3 in Runde 27 vorzeitig abstellen.

Mercedes-AMG Motorsport führt nach dem Rennwochenende in Oschersleben alle drei DTM-Wertungen an: Maro Engel mit 145 Punkten die Fahrerwertung, das Mercedes-AMG Team Winward Racing mit 205 Punkten die Teamwertung und Mercedes-AMG mit 277 Punkten die Herstellerwertung.

Mit den beiden Rennen auf dem 3,667 Kilometer langen Kurs in der Motorsport Arena hat die zweite Saisonhälfte der DTM-Saison 2026 begonnen.

Die DTM-Läufe elf und zwölf finden vom 14. – 16. August auf dem Nürburgring statt.


EURO MOTO - Die Sommerpause ist vorbei – Punktejagd in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Nach 32 Tagen Sommerpause erwacht die EURO MOTO wieder zum Leben. Vom 31. Juli bis 2. August 2026 startet die Rennserie in der Motorsport Arena Oschersleben in die zweite Saisonhälfte – und selten lag so viel Nervenkitzel in der Luft. Siege, Verletzungen, historische Erfolge und neue Geschichten sorgten in den letzten Wochen hinter den Kulissen dafür, dass das Wiedersehen in der Magdeburger Börde unter Hochspannung steht.

In der EURO MOTO Superbike reist Tabellenführer Lukas Tulovic (Ducati) mit Rückenwind an. Der Titelverteidiger nutzte die Rennpause für einen Ausflug in die Italienische Meisterschaft. In Misano fuhr er in beiden Rennen aufs Podium - im zweiten Lauf als Sieger vor der 32 Teilnehmer starken Konkurrenz. Mit einem Motorrad, das er nicht kannte. In Italien kam eine Stocksport-Variante zum Einsatz, während in der EURO MOTO die schärfere Panigale V4R ins Rennen geht. Mit ihr führt der 26-Jährige die Gesamtwertung in der EURO MOTO Superbike an. Vier Siege und ein 33-Punkte-Polster vor dem Zweiten Marcel Schrötter machen ihn gelassener als zum Saisonbeginn. „Dadurch kann ich mehr Risiko in Zweikämpfen eingehen.“ Noch lieber spricht er über die Strecke selbst: „Ich liebe den Kurs mit seinem Layout. Außerdem ist es die Strecke, auf der ich die meiste Erfahrung habe. Als Instruktor habe ich hier schon ganz, ganz, ganz viele Kilometer gesammelt.“

Schrötter gibt nicht auf

Verfolger Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) kann das nicht von sich behaupten. Der ehemalige Supersport-WM-Star erinnert sich kaum noch an seinen letzten Auftritt in Oschersleben. Für ihn sind die 3,696 km mit sieben Rechts- und sieben Linkskurven fast Neuland. Zusätzlich kämpft er mit den Folgen seines Sturzes bei den Suzuka 8 Hours. Ein gerissenes hinteres Kreuzband und Innenband im linken Knie bremsen ihn seitdem aus. Auf eine Operation möchte der Bayer zunächst verzichten. „Die Physiotherapie ist Gold wert“, sagt Schrötter. „Trotzdem lässt sich das angeschlagene Knie lässt nicht richtig abwinkeln, aber ich werde am Wochenende alles dafür tun, um den den Rückstand auf Tulo zu verkürzen.“

Vier Hersteller, ein enges Spitzenfeld

Hinter den beiden Spitzenfahrern lauern Florian Alt (Honda), Markus Reiterberger (BMW) und Twan Smits (Yamaha) auf ihre Chance. Vor allem Reiterberger kommt mit einem historischen Erfolg nach Oschersleben. Während für Schrötter in Suzuka schon vor dem Rennen das „Aus“ kam, schrieb Reiti in Japan Motorsportgeschichte: Zum ersten Mal holte eine europäische Motorradmarke einen Podestplatz bei den prestigeträchtigen „Suzuka 8 hours“. Reiti war einer der drei Fahrer im BMW Motorrad World Endurance Team.

Dass alle in der EURO MOTO Superbike beteiligten Hersteller einen Fahrer in den Top 5 der höchsten deutschen Motorradklasse platziert haben, zeigt wie ausgeglichen die höchste deutsche Straßenrennsportklasse ist.

Neue Namen drängen nach vorn

Auch in der EURO MOTO Supersport ist der Spannungsbogen garantiert. Dirk Geiger (Yamaha) reist mit gerade einmal zwei Punkten Vorsprung auf den polnischen Konkurrenten Daniel Blin (Ducati) nach Oschersleben. Nachdem Blin zuvor vier Rennen gewonnen hatte, schlug Geiger in Most eindrucksvoll zu. Von der Pole Position fuhr er nicht nur zu seinem ersten Sieg auf der neuen Yamaha YZF-R9 und übernahm die Tabellenführung, sondern bescherte dem Motorradmodell zugleich den ersten EURO-MOTO-Erfolg überhaupt. Blin rettete trotz einer schmerzhaften Schulterverletzung, die er sich im Qualifying zugezogen hatte, immerhin wichtige Punkte. Schlägt er am Wochenende zurück?

Dahinter warten mit Lennox Lehmann (Yamaha), Marvin Siebdrath (Honda) und Luca de Vleeschauwer (Yamaha) weitere Podiumsanwärter. Er setzte vor der Sommerpause einen Meilenstein in der Geschichte von MV Agusta und gewann in der Hitzeschlacht von Most den ersten Podiumsplatz für die italienische Marke in der EURO MOTO überhaupt.

Zuda will die Tabellenführung zurück

Auch die kleinste EURO MOTO-Klasse ist nichts für schwache Nerven. Wenn die Triumph Daytona 660, die Aprilia RS660, die Kawasaki Ninja ZX-6R und die Yamaha YZF-R7 aufeinandertreffen, gibt es keine Verschnaufpause. Stepan Zuda und Jakob Rosenthaler teilen sich bisher die Siege. Weil Rosenthaler das letzte Rennen in Most verpasste, verlor er die Tabellenführung an den Tschechen. Die Scharte will er schnellstmöglich auswetzen.

Rennsport zum Anfassen

EURO MOTO in der Motorsport Arena – das ist ein Fest aus Geschwindigkeit und Begeisterung in Verbindung mit den Fans. Der ADAC Junior Cup, der Kawasaki ZX4-RR Cup, der Moto4 Northern Cup sowie der Twin Cup sorgen zusätzlich für eine Unterhaltung, die jede Minute wert ist. In allen Tickets fürs Wochenende ist der Fahrerlagereintritt und der Zugang zum Fan-Walk enthalten. EURO MOTO in Oschersleben – das ist nicht nur Rennsport auf der Strecke, sondern auch zum Anfassen.

Die Motor Presse Stuttgart setzt als Promoter den Anspruch, mit der EURO MOTO die attraktivste Rennserie Europas zu etablieren – mit neuen Maßstäben, frischen Impulsen und maximaler Leidenschaft für den Sport. Die EURO MOTO ist ein Schritt in die Zukunft für Teams, Fahrer, Sponsoren und Fans. Die Veranstaltung in Oschersleben hat dafür alles zu bieten.