Dienstag, 7. Juli 2026

DTM-Teamchef Gottfried Grasser kehrt ins ADAC GT Masters zurück

  • Gottfried Grasser und Gerhard Tweraser treten im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 an
  • GRT Grasser Racing Team absolviert Gaststarts am Nürburgring und am Salzburgring
  • Gottfried Grasser: „Sobald ich einen Helm aufhabe, bin ich der Rennfahrer. Der Teamchef, der an Teile oder Kosten denkt, hat Pause.“

Gottfried Grasser und Gerhard Tweraser vor ihrem Lamborghini Huracán GT3 Evo 2
(Copy: GRT Grasser Racing Team)

Vom Kommandostand ins Cockpit: DTM-Teamchef Gottfried Grasser (47/AUT) kehrt nach 13 Jahren ins ADAC GT Masters zurück – als Pilot. Der 47-Jährige wird mit seinem GRT Grasser Racing Team einen Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 einsetzen. An seiner Seite greift Gerhard Tweraser (37/AUT) ins Lenkrad. Das Duo absolviert zwei Gaststarts im Rahmen des Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring (10. bis 12. Juli) und auf dem Salzburgring (4. bis 6. September).

Das GRT Grasser Racing Team war zuletzt 2024 im ADAC GT Masters am Start und absolvierte insgesamt 13 Jahre in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC. Gottfried Grasser fuhr zuletzt 2013 am Red Bull Ring und kehrt nun ins Cockpit zurück. Die Idee entstand 2025 mit seinem guten Freund und Teamkollegen Tweraser zusammen. „Nach zehn Jahren ging der Huracán in den Ruhestand und ich habe eines der Autos privat behalten. Jetzt stand es zuhause und der Keller war voll mit Ersatzteilen“, lachte Grasser. „Wir haben also beschlossen, über das Jahr ein paar lockere Tests zu fahren. Es hat immer mehr Spaß gemacht und der nächste Schritt war, den Kalender zücken und sehen, wann das ADAC GT Masters nicht mit der DTM zusammen unterwegs ist. Damit war die Entscheidung schon getroffen, vor allem mit dem Heimrennen am Salzburgring.“

Teamkollege Gerhard Tweraser ist ebenfalls seit 2012 im ADAC GT Masters aktiv. Der Österreicher hat insgesamt 36 Rennen bestritten und war immer wieder für das GRT Grasser Racing Team am Start. Zuletzt trat er 2025 auf dem Red Bull Ring als Gaststarter in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo 1 an. Im Vorfeld des Nürburgring-Wochenendes im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix besteht am Donnerstag eine Testmöglichkeit, die Grasser und Tweraser nutzen werden. An gleicher Stelle trat Grasser 2011 erstmals mit einer mächtigen Dodge Viper im ADAC GT Masters an. Nach einem technischen Defekt im Training war das Wochenende vor 15 Jahren allerdings frühzeitig beendet, bei seinem Comeback hofft er nun auf mehr Glück. „Ich habe ein Racer-Herz, das habe ich schon an den Testtagen gemerkt. Ich habe an den Zehnteln herumgeknabbert und versucht immer wieder besser zu werden“, gibt der 47-Jährige ehrlich zu. „Wir haben auch mit dem Huracán ein sehr ausgereiftes Auto, das sehr viele Erfolge gefeiert hat und vorne mitfahren kann, das ist eine super Basis. Das hatten wir 2013 nicht, damals war es eher sehr mühsam.“

Der Österreicher tritt seit 2022 mit seinem GRT Grasser Racing Team in der DTM an und setzt seit dieser Saison den Lamborghini Temerario GT3 ein. Während er dort als Teamchef die Fäden zieht und seine Piloten zur Umsicht ermahnt, gelingt ihm das im Cockpit nur bedingt. „Es ist immer das Gleiche: Sobald ich einen Helm aufhabe, bin ich der Rennfahrer. Der Teamchef, der an Teile oder Kosten denkt, hat Pause“, lacht Grasser. „Es ist eine wahnsinnige Herausforderung, macht aber irrsinnig Spaß. Das Rennfahren ist eine eigene Welt und bringt dich in allen Belangen an die Grenzen. Der Sport übt eine brutale Faszination aus. Das mal wieder von der anderen Seite zu sehen, tut als Teamchef sehr gut.“

Die Rückkehr ins Cockpit nach 13 Jahren ist für Grasser aber nicht nur Spaß, sondern auch eine ernstzunehmende Aufgabe, der er mit Respekt begegnet. „Für mich wird die größte Herausforderung die Zweikämpfe mit den anderen Autos. Da habe ich noch ein bisschen Bammel, denn das habe ich schon lange nicht mehr gemacht“, verrät der 47-Jährige, der gemeinsam mit Tweraser in der Pro-AM-Klasse an den Start gehen wird.

Für die Zukunft schließt er auch nicht aus, wieder als Teamchef ins ADAC GT Masters zurückzukehren, allerdings nur mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3. „Wir haben mit diesem Auto aktuell noch ein paar Baustellen und es ist ein langer Weg, aber für die Zukunft kann ich mir eine Rückkehr auf jeden Fall vorstellen“, so Grasser. „Ich mag die Serie und ihr Format irrsinnig gerne. Die Mischung aus Nachwuchspiloten und alten Hasen wie mir bringt viel Würze und Spannung. Und das Umfeld stimmt.“


Schnitzelalm Racing feiert ADAC GT Masters-Comeback mit Meisterduo

  • Gaststart am Nürburgring mit Förderer/Härtling im Mercedes-AMG GT3
  • ADAC GT4 Germany-Champions geben erstmals gemeinsam im ADAC GT Masters Gas

Der Mercedes-AMG GT3 von Schnitzelalm Racing
Foto: ADAC-Motorsport

Schnitzelalm Racing kehrt mit dem Mercedes-AMG GT3 ins ADAC GT Masters zurück. Das Team aus Niederzissen bestreitet im Rahmen des Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix vom 10. bis 12. Juli einen Gaststart auf dem Nürburgring. Pilotiert wird der Mercedes der Mannschaft von bekannten Gesichtern: Enrico Förderer (19/Leuterod) und Jay Mo Härtling (23/Sprockhövel), die amtierenden Champions der ADAC GT4 Germany, werden gemeinsam an den Start gehen.

Für Härtling wird es der dritte Einsatz in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC. Der 23-Jährige startete bereits 2024 gemeinsam mit Schnitzelalm Racing am Nürburgring sowie in Hockenheim und stand einmal auf dem Podium. „Ich freue mich, wieder im ADAC GT Masters zu starten“, erklärt Härtling. „Wir kennen uns als Fahrerduo sehr gut und wollen die Chance nutzen, uns im Mercedes-AMG GT3 weiterzuentwickeln. Wenn wir das Potenzial des Autos ausschöpfen und um gute Platzierungen kämpfen können, wäre das ein gelungenes Wochenende.“

Sein Teamkollege Förderer, mit dem er sich bereits vergangene Saison beim Titelgewinn in der ADAC GT4 Germany das Auto von Schnitzelalm Racing teilte, feiert hingegen sein Debüt – im ADAC GT Masters und in der GT3-Klasse. „Der Schritt ins GT3-Auto ist für mich etwas Besonderes. Das ADAC GT Masters ist dafür eine ideale Plattform, um Erfahrung auf hohem Niveau zu sammeln“, freut sich Förderer auf seinen ersten Einsatz.

Schnitzelalm Racing ist seit 2024 immer wieder als Gaststarter aktiv, 2025 bestritt die Mannschaft erstmals eine komplette Saison im ADAC GT Masters. Zwei Pole-Positions sowie vier Podiumsplatzierungen stehen für das Team aus Niederzissen, das nur rund 30 Kilometer vom Nürburgring entfernt beheimatet ist, zu Buche. „Der Gaststart im ADAC GT Masters ist für uns die ideale Gelegenheit, unsere beiden Nachwuchsfahrer bei unserem Heimrennen weiterzuentwickeln. Enrico bekommt die Chance, sein GT3-Debüt auf diesem Niveau zu feiern, während Jay Mo bereits Erfahrung aus der Serie mitbringt“, sagt Teamchef Thomas Angerer. „Dass wir das vor der großartigen Kulisse des Truck-Grand-Prix tun können, macht das Wochenende noch besonderer. Wir bedanken uns zudem bei unserem neuen Partner Logosocke, der dieses Projekt unterstützt.“


Die Halbzeitchampions Fourie und Zimmermann über Erwartungsdruck, Teamgeist und hohe Ambitionen

  • Das BMW-Duo von FK Performance Motorsport gibt Einblicke in seine Zusammenarbeit
  • Fourie liegt in der „Road-to-DTM“-Wertung an der Spitze und denkt an den Titel
  • Die Tabellenführer verraten, wer sie abseits der Rennstrecke sind


Leyton Fourie (20/ZAF) und Tim Zimmermann (29/Langenargen) sind Halbzeitmeister des ADAC GT Masters. Im letzten Rennen vor Saisonmitte haben die beiden Piloten von FK Performance Motorsport die Tabellenführung übernommen. Im Interview schildert das BMW-Duo seine Erwartungen, gibt Einblicke in die persönliche Zusammenarbeit als Teamkollegen und verrät, warum es auch manchmal ehrliche Worte braucht.

Als Vizechampions des Vorjahres wart ihr von Saisonbeginn an unter den Top-Favoriten auf den Titel. Wäre es eine Enttäuschung gewesen, jetzt nicht ganz oben in der Tabelle zu stehen?

Leyton Fourie: „Wir waren nur eines von zwei Fahrerduos, die aus dem Vorjahr schon bestanden. Entsprechend wussten wir um das Potenzial unseres Paketes und was wir tun müssen, um es auszuschöpfen. Der Saisonauftakt war allerdings steinig, weil ein paar Variablen nicht in unsere Karten gespielt haben. Zandvoort war hingegen ein Traumwochenende mit einem Sieg und einem zweiten Platz. Als wir schließlich an den Lausitzring kamen, wussten wir nicht, wo wir wirklich stehen, obwohl ich von Beginn an ein recht gutes Gefühl hatte. Hätte mich am Red Bull Ring jemand gefragt, ob wir Halbzeitmeister werden, hätte ich vermutlich nein gesagt. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass wir oben stehen, über die Fortschritte und was wir aus dem Paket herausgeholt haben.“

Tim Zimmermann: „Das lustige ist, dass mir vor meinem Wechsel zu BMW jeder erzählt hat, dass der Red Bull Ring einfach die perfekte Strecke für das Auto ist und es dort superschnell ist. Letztlich hatten wir sowohl dieses als auch letztes Jahr nicht nur Pech, sondern auch keine Pace. Wir wussten, dass es auch dieses Jahr nicht unsere favorisierte Strecke sein würde, sind aber immer positiv geblieben. Das war auch der Grund, warum wir in Zandvoort so abgeliefert haben. Nun sind wir mitten im Titelkampf, wenngleich die Saison noch lang ist und viel passieren kann. Trotzdem bin ich jetzt sehr positiv.“

Wie groß war die Erleichterung nach dem Traumwochenende in Zandvoort?

Leyton Fourie: „Die war gar nicht so groß, weil wir schon vor dem Wochenende zuversichtlich waren, was unser Paket dort anging. Als wir gewonnen haben, fühlte es sich eher wie eine Art Revanche für das an, was am Red Bull Ring passiert war. Ich glaube, wir haben das gebraucht – emotional und für unser Gefühl. Es war gut für das Team und es hat uns auch unser Selbstvertrauen zurückgegeben.“

Wann war klar, dass ihr wieder als Teamkollegen für FK Performance Motorsport antreten werdet?

Tim Zimmermann: „Ich war mir immer sicher, dass ich beim Team bleiben wollte, deshalb habe ich mich ziemlich früh entschieden. Ich glaube, bereits in Hockenheim lag uns ein Vertrag vor. Aber niemand wusste damals, wer mein Teamkollege werden würde. Natürlich habe ich auf Leyton gehofft, weil wir zusammen ein starkes Duo sind.“

Leyton Fourie: „Für mich gab es im Vorfeld noch ein paar Dinge anderer Natur zu klären. Als diese ausgeräumt waren, stand meine Entscheidung. Ich bin mit FK Performance Motorsport schon in der ADAC GT4 Germany gefahren und habe mit ihnen den Aufstieg ins ADAC GT Masters geschafft. Außerdem konnten wir sehen, dass wir mit unserem Paket die Meisterschaft gewinnen können.“

Was macht FK Performance Motorsport als Team aus?

Tim Zimmermann: „Für mich gab es bisher eigentlich in jedem Team etwas, das nicht gepasst hat. Damit meine ich nicht nur die Arbeit auf der Strecke. Ich bringe zu jedem Event viele Gäste mit und da muss alles reibungslos funktionieren. Bei FK Performance Motorsport würde ich zum ersten Mal sagen, dass einfach alles reibungslos läuft. Alle arbeiten gut zusammen und ich bin wirklich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre hierbleiben kann.“

Leyton Fourie: „Das Team fühlt sich schon seit meinen GT4-Zeiten wie Familie an. Auch wenn sich im Laufe der Jahre natürlich die Ingenieure geändert haben, ist das Umfeld gleichgeblieben. Wenn ich aus Südafrika anreise, kommt es mir jedes Mal so vor, als würde ich zu einer zweiten Familie kommen, weit weg von meiner eigentlichen Familie zu Hause. Es herrscht immer eine gute, positive Atmosphäre und es gibt nichts, über das ich mich beschweren müsste.“

Es ist das zweite Jahr als Teamkollegen. Wie hat sich die Zusammenarbeit verändert? Redet oder kritisiert ihr euch mittlerweile anders?

Tim Zimmermann: „Wenn ich ehrlich bin, hatten wir zu Beginn der Saison unsere schwierigen Momente. Die Erwartungen an dieses Jahr waren einfach unglaublich hoch. Und natürlich: Wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, kochen die Emotionen deutlich höher. Wir haben aber direkt darüber gesprochen, dass wir ruhig bleiben müssen, auch wenn Dinge nicht nach Plan laufen und trotzdem unser Bestes geben. Jetzt sind wir wieder auf Kurs. Das gilt auch für unser Gesamtpaket.“

Leyton Fourie: „Das Team ist letztlich wie eine Familie. Und in einer Familie kommt es manchmal vor, dass man aneinandergerät, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Das Schöne ist aber zu sehen, wie das Umfeld und die Beziehungen innerhalb des Teams funktionieren. Selbst nach so einer Situation schaffen wir es, alles sofort wieder in die richtige Bahn zu lenken. Wir können uns gegenseitig beruhigen, einen klaren Kopf bewahren und uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Im zweiten Jahr der Zusammenarbeit verstehen wir uns viel besser und gleichzeitig sind wir schlicht immer ehrlich zueinander. Das ist unsere Arbeitsweise.“

Tim Zimmermann: „Das ist auch gut so!“

Wer sind Leyton Fourie und Tim Zimmermann, wenn sie nicht hinter dem Steuer sitzen?

Leyton Fourie: „Ich bin zuhause ziemlich mit meinem Studium beschäftigt. Das ist zwar manchmal etwas nervig, aber es läuft recht gut. Ich engagiere mich auch in meiner Kirchengemeinde. Mein Glaube hat für mich persönlich einen hohen Stellenwert. Außerdem spiele ich gelegentlich Golf, unter anderem mit Joe [Joseph Ellerine]. Er wohnt nur etwa 20 Minuten von mir entfernt. Darüber hinaus engagiere ich mich ein wenig als Coach für junge Fahrer dort, wo ich früher selbst gefahren bin und auch Kelvin und Sheldon van der Linde ihre Karriere begonnen haben. Die Förderung des Nachwuchses liegt mir sehr am Herzen. Training gehört natürlich auch dazu, wobei ich eher spaßige Aktivitäten bevorzuge. Ich radle gerne, aber eher im Fitnessstudio.“

Tim Zimmermann: „Ich organisiere an den Rennwochenenden ziemlich große Veranstaltungen für meine Partner und Sponsoren. Deshalb fließt viel Zeit in die Planung. Aber ich bin auch ein sehr guter Hundepapa. Ich wohne direkt am See, deshalb verbringe ich gerne Zeit auf oder neben dem Wasser – zum Beispiel indem ich ein Boot miete, Wakeboard oder Rad fahre. Ich gehe auch gerne wandern und klettern. Generell bin ich neben dem Rennsport sehr aktiv.“

Leyton, du führst auch die „Road-to-DTM“-Wertung an. Wie wichtig ist dir diese Meisterschaft?

Leyton Fourie: „Vergangenes Jahr bin ich knapp gescheitert, deshalb wäre es eine kleine Genugtuung, sie jetzt zu gewinnen. Es wird wohl auf ein Duell zwischen mir und Finn [Zulauf] hinauslaufen. Er ist ebenfalls ein starker Fahrer, deshalb wird der Konkurrenzkampf die ganze Saison hoch bleiben. Mein Fokus bleibt der Gewinn der Fahrer-Meisterschaft und damit würde die „Road-to-DTM“ einhergehen.“

Wie sehen die langfristigen Ziele im Motorsport aus?

Leyton Fourie: „Meine Zusammenarbeit mit BMW reicht mittlerweile lange Zeit zurück – bis zum M2 Cup. Ich habe praktisch das ganze Förderprogramm durchlaufen und träume natürlich davon, Werksfahrer zu werden. Es wäre auch schön, den Weg in die DTM zu schaffen und selbstverständlich reizen mich die Klassiker – z.B. das 24-Stunden-Rennen von Le Mans in einem Hypercar.“

Tim Zimmermann: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, noch einige Jahre im ADAC GT Masters zu fahren – gerne mit FK Performance Motorsport. Vieles hängt natürlich von meinen Partnern und Sponsoren ab. Letztlich entscheiden sie mit darüber, welchen Weg ich einschlage. Die DTM ist auch eine Option, allerdings bewegt sie sich preislich auf einem anderen Niveau. Es bleibt spannend.“

In der zweiten Saisonhälfte warten noch der Nürburgring, der Salzburgring und das Finale in Hockenheim. Wie optimistisch geht ihr in diese Rennen?

Tim Zimmermann: „Solange es nicht regnet, bin ich zufrieden (lacht).“

Leyton Fourie: „Ich denke, dass der Nürburgring unsere größte Herausforderung werden wird. Aber wir wissen auf jeden Fall, dass wir das richtige Gesamtpaket haben. Wie bereits erwähnt: Wir sind zuversichtlich und haben Vertrauen in unsere Möglichkeiten. Jetzt müssen wir einfach alles optimal ausschöpfen und das Maximum aus jeder Situation herausholen.“


Montag, 6. Juli 2026

DTM – Stars and Stories vom Norisring

Sommer, Sonne und prominenter Besuch aus Sport und Show: Das DTM-Wochenende auf dem ausverkauften Norisring bot den 118.500 Besuchern einen stimmungsvollen Mix aus Rennsport und Rahmenprogramm. Zu den prominenten Gästen zählten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Entertainer Oliver Pocher, Freiwasser-Weltmeisterin Leonie Beck, Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier sowie die drei DTM-Champions René Rast, Timo Scheider und Sheldon van der Linde. Partystimmung mit The Yellow Tones auf der DTM Biergarten Stage, Live-Cooking mit Sternekoch Ali Güngörmüş und eine Zeitreise durch vier DTM-Jahrzehnte mit Kultautos sorgten für Abwechslung abseits der Strecke.

Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder überreichte am Sonntag den DTM-Siegerpokal
Foto: ADAC-Motorsport



Prominenter Besuch bei der DTM: Markus Söder verleiht Siegerpokal am Norisring

Markus Söder gab sich am Sonntag auf dem Norisring die Ehre und verfolgte vor der eindrucksvollen Zuschauerkulisse den DTM-Sonntagslauf in seiner Heimatstadt Nürnberg. Im Anschluss daran überreichte der Ministerpräsident des Freistaates Bayern auf dem Podium den Pokal an den Rennsieger Nicki Thiim – ein Moment, der die enge Verbindung zwischen dem Norisring-Klassiker und seiner bayerischen Heimat unterstrich.

Entertainer Oliver Pocher: DTM statt Fußball

Oliver Pocher ist ein bekennender Motorsport-Fan und war schon mehrfach Gast bei der DTM. Am Norisring genoss der Entertainer die besondere Atmosphäre des einzigen deutschen Stadtkurses. "Der Norisring ist eine echte Traditionsstrecke! An der DTM gefällt mir ganz besonders, dass sie viel nahbarer ist als zum Beispiel die Formel 1", sagte Pocher und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schon nicht mehr bei der WM spielt, ist ein Besuch bei der DTM das Beste, was man in Nürnberg an einem Samstag machen kann."

Neunmaliger Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier mit DTM-Einsatz

Rekordweltmeister zu Gast bei der DTM: Sébastien Ogier, mit neun WM-Titeln neben Landsmann Sébastien Loeb erfolgreichster Rallye-Fahrer aller Zeiten, ließ sich den vierten DTM-Stopp am Norisring nicht entgehen. "Ich besuche meine Frau Andrea, die für ProSieben moderiert. Aber es ist immer wieder eine Freude, bei der DTM mit dabei zu sein", sagte Ogier und verriet: "Ich liebe jede Art von Rennsport und könnte mir vorstellen, nach meiner Rallye-Karriere in einem DTM-Auto eine neue Herausforderung zu suchen. Denn im Motorsport gilt allgemein: Man muss am Limit fahren, darf es aber nicht überschreiten." Danach hatte Ogier seinen DTM-Einsatz und schickte die Piloten mit dem Schild "Drivers start your engines" in den siebten Saisonlauf.

Ali Güngörmüş kocht live bei der DTM

Kochlöffel statt Boxengasse: Sternekoch Ali Güngörmüş sah als Gast von Schaeffler bei seinem DTM-Besuch weniger vom Renngeschehen, sondern wurde selbst aktiv. Der 49-Jährige verwöhnte die Gäste der DTM am Samstagabend beim Live-Cooking mit gegrillten Köstlichkeiten und raffinierten Beilagen. Dabei zeigte sich Güngörmüş perfekt vorbereitet: "Ich habe eine Baba Ganoush, eine orientalische Auberginencreme, angesetzt und mit Paprika, Zucchini, Peperoncini sowie Knoblauch Rinderfilet und Octopus serviert." Das DTM-Fazit des Fernsehkochs: "Das Wetter war traumhaft und die Leute super drauf. Ein tolles Erlebnis."

Schwimmerin Leonie Beck von der Stimmung beeindruckt

Das Element von Leonie Beck ist das Wasser. Am Wochenende schnupperte, die dreimalige Weltmeisterin im Freiwasser, jedoch Motorsportluft, und besuchte auf Einladung von Schaeffler, die DTM auf dem Stadtkurs im Herzen Nürnbergs. Nach einem Rundgang durch das Fahrerlager und einem Streifzug über das Eventgelände erklärte die gebürtige Augsburgerin: "Ich bin zum ersten Mal bei einem Motorsport-Event gewesen. Die DTM auf dem Norisring zu erleben, war wahnsinnig spannend. Vor allem die Mega-Stimmung hat mich beeindruckt."

Kinder-Journalisten löchern Wittmann, Engstler und Feller

Für Lokalmatador Marco Wittmann, Lamborghini-Pilot Luca Engstler und Porsche-Fahrer Ricardo Feller begann das Rennwochenende in Nürnberg bereits am Dienstag. Das DTM-Trio stellte sich bei einer Kinder-PK in der Cupra Garage Nürnberg den Fragen der Nachwuchs-Journalisten. Die Kids-Reporter konnten sich im Vorfeld beim Radiosender 98.6 Charivari bewerben und hatten nicht nur spannende Fragen zum Motorsport, sondern wollten von den Fahrern auch Dinge abseits der Rennstrecke erfahren. "Normalerweise geht es bei Pressekonferenzen mit Journalisten sehr professionell und strukturiert zu, mit den Kindern war es dagegen richtig locker und unterhaltsam. Da kamen Fragen, ob man schon mal geblitzt wurde, ob man Punkte in Flensburg hat oder welcher Superheld man gern wäre. Das waren kreative und teilweise sehr lustige Fragen", sagte Wittmann.

The Yellow Tones rocken die DTM Biergarten Stage

Zwei Abende, eine Bühne, jede Menge Partystimmung: The Yellow Tones rockten Freitag und Samstag die DTM Biergarten Stage. Mit aktuellen Hits und Oldies begeisterte die Top-40-Band des ADAC die Motorsport-Fans. Gitarrist Dr. Dieter Nirschl (Vorstand Mitgliedschaft, Tourismus und Verkehr des ADAC e.V.) war von der Atmosphäre beeindruckt. "Es ist ein Geschenk, vor einem solch tollen Publikum spielen zu können. Als Coverband haben wir für jeden Geschmack etwas im Repertoire und mit den Fans eine super Party am Norisring gefeiert."

Autogrammstunde mit Nürnberger Fußballprofis

Der Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg ist im Max-Morlock-Stadion am Norisring zu Hause. Die Kicker des neunfachen deutschen Meisters nutzten ihr Heimspiel und schrieben am Sonntag in der DTM Fan Zone fleißig Autogramme. "Ich habe keine Erfahrung im Motorsport und war das erste Mal auf solch einem Event dabei", verriet Mittelfeldspieler Julian Justvan. "Wir konnten hinter die Kulissen der DTM schauen und waren ganz no an den Fahrern und den Rennautos dran. Die Stimmung war toll, ein beeindruckendes Erlebnis."

Rast, Scheider, van der Linde – DTM-Meistertrio am Norisring

Geballte DTM-Meisterpower am Norisring: Der dreimalige Champion René Rast, der zweimalige Meister Timo Scheider und der Titelträger von 2022, Sheldon van der Linde, besuchten am Wochenende das "Fränkische Monaco". Der Stadtkurs zählt seit Jahrzehnten zu den Highlights im DTM-Kalender. Rast und van der Linde konnten dort bereits gewinnen, Scheider stand einmal auf dem Podium. Gemeinsam verfolgten sie das Renngeschehen, besuchten Boxengasse und Fahrerlager und nahmen sich Zeit für Fans und Fotos. Rast hatte zudem einen Auftritt in der Startaufstellung, als er das DTM-Feld am Sonntag ins Rennen schickte.

Maro Engel signiert Seifenkiste für einen guten Zweck

Guter Zweck auf vier kleinen Rädern: Robert Weininger, Seriensieger des Nürnberger Seifenkistenrennens, versteigerte am Norisring sein Gefährt. Der Erlös kam dem Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e. V. von Ex-Bundesliga-Profi Giovane Elber zugute. Maro Engel ließ es sich nicht nehmen, die Erfolgs-Seifenkiste zu signieren – der Mercedes-AMG-Fahrer kennt das südamerikanische Land gut. "Mein Vater lebt seit über 20 Jahren in Brasilien. Deshalb mache ich dort mit meiner Frau und meiner Tochter häufig Urlaub. Ich freue mich, einen kleinen Beitrag leisten zu können, um diese tolle Aktion zu unterstützen", erklärte Engel. Daher drückt er nach dem Ausscheiden Deutschlands bei der Fußball-WM den Brasilianern die Daumen: "In Brasilien lebt man Fußball. Er ist elementar wichtig, wahrscheinlich wichtiger als in anderen Ländern. Deshalb freue ich mich, wenn Brasilien es bei der WM weit bringt."

Stimmungsvoller Norisring-Auftakt am Dutzendteich

Am Freitagabend trafen sich Geschäftspartner, Medienvertreter und Freunde der DTM beim Branchentreff "MotorSport Lounge" zum Warm-up für das DTM-Wochenende. In entspannter Atmosphäre tauschten sich die Gäste aus und wurden bei kühlen Getränken, leckerem Essen und Musik perfekt unterhalten. Auch die DTM-Fahrer waren im Bootshaus am Dutzendteich dabei. Ricardo Feller: "Es ist wie in den vergangenen Jahren eine wirklich schöne Tradition, am Dutzendteich zusammenzukommen und interessante Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Branchen führen zu können. Das leckere Essen trägt natürlich zur tollen Stimmung bei. Ich fände es schön, wenn man auch an anderen Rennstrecken solche Events hätte."

DTM-Kultautos im "Fränkischen Monaco"

Vier Jahrzehnte DTM auf vier Rädern: Historische Fahrzeuge sorgten am Wochenende für nostalgisches Flair auf dem Norisring. An allen drei Eventtagen wurden die Zuschauer bei Showrunden der Kultautos auf einen historischen Streifzug durch vier DTM-Jahrzehnte mitgenommen. Vom Ford Sierra Cosworth über den Mercedes-Benz 190E 2.3-16V bis hin zum Toyota Supra MK3 DTM waren Fahrzeuge zu sehen, die eng mit der Geschichte der Rennserie verbunden sind. Der letztjährige ADAC GT4 Germany-Fahrer Thomas Rackl kehrte an seine Heimstrecke zurück und umrundete den Norisring in einem BMW 320 STW aus dem Jahr 1994. "Es ist schon etwas Besonderes, mit einem 32 Jahre alten Auto auf der engen Strecke so no an Mauern und Leitplanken vorbeizufahren", erzählte Rackl. "Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mit einem klassischen Saugmotor und dem besonderen Sound bei meinem Heimspiel am Norisring dabei zu sein."

Schwieriges DTM-Wochenende am Norisring endet mit wichtigem Punktgewinn für Schubert Motorsport

#11 Marco Wittmann (DEU / BMW M4 GT3 Evo / Schubert Motorsport)
Foto: ADAC-Motorsport

Das DTM-Wochenende auf dem Norisring vom 3. bis 5. Juli 2026 verlief für Schubert Motorsport anders als erhofft. Nach einem schwierigen Qualifying und zwei Ausfällen im Samstagsrennen konnte das BMW-Team am Sonntag zumindest einen versöhnlichen Abschluss feiern: Marco Wittmann kämpfte sich bei seinem Heimrennen von Startplatz 18 auf Rang zehn nach vorne und sicherte dem Team vor der beeindruckenden Kulisse von mehr als 100.000 Zuschauern mit wichtigen Meisterschaftspunkten.

Bereits am Freitag deutete sich für Schubert Motorsport ein herausforderndes Wochenende an. Die Einstufung im Rahmen der Balance of Performance (BoP) erschwerte es dem Team, auf dem kurzen Stadtkurs um Spitzenplätze zu kämpfen. Entsprechend schwierig gestalteten sich die Qualifyings, in denen sowohl Marco Wittmann als auch Kelvin van der Linde nur hintere Startpositionen erreichten.

Der Samstag endete schließlich für beide BMW M4 GT3 EVO vorzeitig. Sowohl Marco Wittmann als auch Kelvin van der Linde schieden nach Unfällen aus und konnten keine Punkte mitnehmen. Besonders der schwere Unfall von Kelvin van der Linde überschattete das gesamte Rennwochenende. Aufgrund der Folgen des Crashs konnte der Südafrikaner am Sonntag nicht mehr an den Start gehen.

Marco Wittmann zeigte hingegen im Sonntagsrennen eine starke kämpferische Leistung. Der zweimalige DTM-Champion arbeitete sich auf dem traditionsreichen Stadtkurs Position um Position nach vorne und belohnte sich bei seinem Heimspiel mit Rang zehn und wichtigen Meisterschaftspunkten. Angesichts der schwierigen Ausgangslage war dies das maximal mögliche Ergebnis.

„Bereits nach der Veröffentlichung der Balance of Performance am Freitag war absehbar, dass wir an diesem Wochenende keine optimalen Voraussetzungen hatten, um im Kampf um die Spitzenplätze mitzumischen. An dieser Ausgangslage hat sich im weiteren Verlauf des Wochenendes nichts mehr geändert. Umso höher ist die Leistung von Marco einzuschätzen, der sich von Startplatz 18 noch bis auf Rang zehn vorgearbeitet und damit das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt hat“, erklärt Teamchef Torsten Schubert.

Mit Blick auf den schweren Unfall seines Fahrers richtet Schubert den Fokus nun auf die kommenden Tage: „Der schwere Unfall von Kelvin hat das Wochenende natürlich überschattet. Jetzt hoffen wir, dass er in den kommenden Tagen vollständig genesen wird und rechtzeitig zu den nächsten Testfahrten wieder fit ist. Dafür wünschen wir ihm alles Gute. Gleichzeitig wartet auf unsere Mannschaft eine große Aufgabe, denn das Fahrzeug muss umfangreich wieder aufgebaut werden. Nach derzeitigem Stand wird dafür eine neue Karosserie erforderlich sein.“

Trotz des schwierigen Wochenendes bleibt Schubert Motorsport in der Spitzengruppe der DTM-Saison vertreten. Während Marco Wittmann mit seinem Punktgewinn den Anschluss im Titelkampf wahrt, richtet sich der Fokus des Teams nun auf die kommenden Testfahrten und die Vorbereitung auf das nächste Rennwochenende. Parallel arbeitet die Mannschaft mit Hochdruck daran, den BMW M4 GT3 EVO von Kelvin van der Linde rechtzeitig wieder einsatzbereit zu machen.

Quelle: schubert-motorsport.com