Samstag, 22. Juni 2024

IDM SSP Most: Startaufstellung mit hohem Spannungsfaktor

Foto: Jens Hawrda

Es ist wieder passiert. Andreas Kofler (Yamalube Kofler) startet auch bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Most von der Pole Position. Zwar schien ihn Marcel Brenner (VIAMO Racing by MTM) aus der Schweiz einbremsen zu wollen, doch zum Schluss fehlten ihm 0,423 Sekunden. Einige potentielle Siegfavoriten in der IDM Supersport landeten weiter hinten. Das heißt: Der Nervenkitzel im Rennen ist garantiert.

Andreas Kofler hatte bis zum Anschlag Gas gegeben und meinte: „Wir haben jetzt nochmal sechs Zehntel gefunden und sind gut aufgestellt.“ Im ersten Qualifying hatte der Österreicher als einziger Fahrer im Supersport-Feld mit 1:35er-Zeiten geglänzt. Im zweiten war Marcel Brenner dann auch mit von der Partie. Er wird 16:30 Uhr – das erste Rennen findet schon heute statt – neben Kofler in der ersten Startreihe stehen. Egal, wie es auch ausgeht: Punkte wird Brenner nicht bekommen. Er ist ein Gastfahrer und somit außerhalb der Wertung. Ein unbeschriebenes Blatt ist der 24-Jährige aus dem Kanton Bern jedoch nicht. Er fuhr 2021 schon in der IDM Supersport, bevor er sich in der Weltmeisterschaft versuchte.

Dass Daniel Blin mit ganz vorne dabei sein würde und heute als Dritter in der ersten Startreihe steht, hatte sich schon gestern im freien Training angedeutet. Der Pole vom AF-Racing Team ist in der IDM-Tabelle Gesamt-Vierter und raste mit der Ducati Panigale V2 schon zwei Mal aufs Podium.

Der Dresdner Lennox Lehmann (rutschte im zweiten Qualifying vom zweiten auf den fünften Rang ab. Oschersleben-Doppelsieger Luca de Vleeschauwer (MotoLife, Triumph)ist nur in der dritten Startreihe. Für Dirk Geiger (MCA Racing, Honda), der in Oschersleben einen Pokal geholt hatte, ging es sogar zurück bis in die vierte Startreihe. Die 21-jährige Frohnatur war am Rätseln: „Mehr war nicht drin. Ich habe die Honda ausgequetscht, aber mehr kam einfach nicht.“ Bis auf Marvin Siebdrath (Yamaha by M32) verbesserte sich im zweiten Qualifying mehr oder weniger das ganze Fahrerfeld. Der Wildenfelser hob die Schultern: „Kupplungsdefekt. Das Teil hat die ganze Zeit geschliffen.“


IDM Supersport, Qualifying (Top-Five)

1. Andreas KOFLER (A/Yamaha)

2. Marcel BRENNER (CH/Kawasaki)

3. Daniel BLIN (PL/Ducati)

4. Jonáš KOCOUREK (CZ/Ducati)

5. Lennox LEHMANN (D/Yamaha)


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Freitag, 21. Juni 2024

Kopf-an-Kopf-Rennen im tschechischen Most

Florian Alt reist als knapper Tabellenführer nach Most
Foto: Jens Hawrda

Mit nur zwei Punkten Vorsprung in der Königsklasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) reist Florian Alt am kommenden Wochenende ins tschechische Most. In der IDM Superbike steppt der Bär. In den anderen Klassen geht es ähnlich eng zu. Vom 21. bis zum 23. Juni 2024 wird sich nun zeigen, wer am besten durch die zwölf Rechts- und neun Linkskurven im Autodrom Most kommt und wer seine Vorhaben umsetzen kann.

Florian Alt (D/Honda) mag die Rennstrecke in der Bergbaustadt im Nordwesten der Tschechischen Republik. Hier hat der Superbike-Titelverteidiger vor einem Jahr zwei Mal auf dem Podium gestanden, davon einmal ganz oben. In der laufenden Saison steht der erste Sieg noch aus. Der 28-jährige Deutsche aus Engelskirchen hat ihn dringend nötig, wenn er den bereits dreifachen IDM Superbike-Champion Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) weiter hinter sich halten will. Der Ukrainer hat die letzten beiden Rennen gewonnen. Jetzt liegen nur zwei Meisterschaftspunkte zwischen den Konkurrenten. Alt ließ sich die Chance nicht entgehen, am vergangenen Freitag noch auf dem Schleizer Dreieck zu testen. Er konnte feststellen, dass die neue Version seiner Honda besser als die bisherige funktioniert. Das stimmt ihn optimistisch und bestätigt noch einmal das Ergebnis seines Frühjahrstests in Most. Mit Alt, Mikhalchik und Lorenzo Zanetti (I/Ducati) hat sich in der IDM Superbike an der Spitze ein Triple mit drei Fahrern aus drei Nationen auf drei Motorradmarken gebildet. Zanetti hatte das Auftaktrennen auf dem Sachsenring gewonnen. Die Kämpfe sind eng und hart, aber fair. Die Leistungsdichte ist enorm, sodass fast alle Fahrer aus den Top Ten Siegchancen haben. Die Superbikes erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h.

Extreme Anspannung liegt bei Patrick Hobelsberger (D/BMW) in der Luft, der die Tabellenführung wegen einer Disqualifikation abgeben musste und in der höchsten deutschen Motorradklasse bis auf den vierten Platz abrutschte. Der Bayer ist stocksauer und gleichzeitig extrem motiviert, den Spieß wieder umzudrehen. Wobei auch Bálint Kovács (HU/BMW), Leandro Mercado (ARG/Kawasaki), Hannes Soomer (EST/BMW), Toni Finsterbusch (D/BMW) oder auch Maximilian Kofler (A/Yamaha) mitreden werden.

Nach einem holprigen Saisonstart und vier Rennen, die er nicht beenden konnte, will es der Tscheche Oliver König (Ducati) in seiner Heimat besser machen. Ob dabei sogar die ersten Meisterschaftspunkte für den Lokalmatador herausspringen, wird sich am Sonntag zeigen.

Wie in der IDM Superbike trennen die Spitzenreiter auch in der etwas Supersport-Klasse nur zwei Punkte. Luca de Vleeschauwer (B/Triumph) hat mit einem Doppelsieg in Oschersleben den Titelfavoriten Andreas Kofler (A/Yamaha) stark in Bedrängnis gebracht. Triumph hat es gefreut. Es waren die ersten Siege des Herstellers in der IDM überhaupt. Und dass die Junioren in der Klasse so auftrumpfen würden, war eine Wucht. Nun darf auch in Most mit einer starken Präsenz der Rookies in Form von Lennox Lehmann (D/Yamaha), Dirk Geiger (D/Honda) und Marvin Siebdrath (D/Yamaha) sowie auch alten Haudegen wie dem WM-erfahrenen Kyle Smith (GB/Kawasaki) gerechnet werden.

Einige Rennen werden wohl wieder erst auf den letzten Metern in der letzten Runde entschieden. Der Kampf zwischen den Marken befindet sich dabei ohnehin seit Jahren auf absolutem Spitzenniveau. Nun liegt die Messlatte noch höher. 2024 beteiligen sich so viele Hersteller wie noch nie an der Meisterschaft. An Bord sind: BMW, Ducati, Honda, Kawasaki, Yamaha, KTM, Triumph, MV Agusta.

KTM ist eine Macht in der IDM Supersport 300. Hier feiert das Team Freudenberg die jahrelang betriebene Nachwuchsarbeit. Die sächsische Crew hat schon einige Fahrer bis an die WM-Spitze geführt und ist das Maß der Dinge in der Nachwuchsliga.

In Most kommen auch wieder die Fans des Sidecar-Sports auf ihre Kosten. Ein rappelvolles Feld zu den Läufen der FIM Sidecar World Championship wird erwartet, angeführt von Harry Payne/Kevin Rousseau (GB/F) vor Markus Schlosser/Luca Schmidt (CH/D).

Auf der Strecke jagt ein Highlight das andere. Das Programm wird garniert von diversen Cup-Klassen. Das IDM-Wochenende garantiert Action ohne Pause.

Mittwoch, 12. Juni 2024

Marco Wittmann siegt nach dramatischer Aufholjagd – René Rast auf dem Podium

Der Bann ist gebrochen! Marco Wittmann (GER) hat im Sonntagsrennen der DTM in Zandvoort (NED) nach einer dramatischen Aufholjagd seinen ersten Sieg seit dem Saisonfinale 2022 in Hockenheim (GER) gefeiert. Wittmann kämpfte sich vom 14. Startplatz an die Spitze und verteidigte diese auf spektakuläre Weise. Es war gleichzeitig der erste Saisonsieg für Schubert Motorsport und den BMW M4 GT3. Im Samstagsrennen hatte René Rast (GER) als Zweiter das erste Podium für das Team in diesem Jahr eingefahren. Der Sieg für Wittmann markierte den krönenden Abschluss eines außergewöhnlichen Wochenendes für die BMW M Motorsport DTM-Fahrer.

Foto: BMW-Motorsport

Zandvoort, Le Mans, Zandvoort: Für Wittmann, Rast und Sheldon van der Linde (RSA) stand das Rennwochenende im Zeichen zweier Highlights: den DTM-Rennen in Zandvoort und dem Test für die 24 Stunden von Le Mans (FRA). Unmittelbar nach der Rückkehr des Trios aus Frankreich am Sonntag fuhr Wittmann seinen 19. Sieg in der DTM ein. Rast stand am Samstag zum 51. Mal in seiner DTM-Karriere auf dem Podium.

Wittmann startete am Sonntag von Position 14, konnte sich jedoch nach vorn arbeiten. Nach seinem Boxenstopp lag er in Führung, die er in einem harten Zweikampf gegen Mirko Bortolotti (ITA, Lamborghini) verteidigte. Dabei wurde sein Fahrzeug am linken Hinterreifen beschädigt, und es entwickelte sich Rauch. Doch der Reifen hielt zum Glück bis zum Rennende durch, und Wittmann durfte auf dem Podium jubeln. Im Samstagsrennen war der zweimalige DTM-Champion von Startplatz 17 auf sieben gefahren.

Rast kämpfte sich am Samstag von Position sieben bis auf Rang zwei auf dem Podium. Einen Tag später fuhr er vom letzten Startplatz als Siebter ins Ziel. Van der Linde beendete die beiden Rennen auf den Plätzen sechs und acht. Am Sonntag machte er in seinem #31 BMW M4 GT3 neun Plätze gut.

Im ADAC GT Masters feierte das FK Performance Motorsport Duo Maxime Oosten (NED) und Leon Köhler (GER) im #54 BMW M4 GT3 seinen zweiten Saisonsieg. Am Sonntag fuhren die beiden vom fünften Startplatz an die Spitze und verkürzten ihren Rückstand in der Gesamtwertung auf lediglich acht Zähler. Im ersten Rennen am Samstag hatten sich Oosten und Köhler nach Problemen im Qualifying vom letzten Startplatz bis auf den fünften Rang nach vorn gekämpft. Im Schwesterfahrzeug mit dem Nummer 10 belegten Gregory de Sybourg (SUI) und Eduardo Coseteng (PHI) die Plätze zwölf und neun.

Stimmen nach den Rennen:

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3):
„Ich bin natürlich überglücklich. Was für ein Rennen! Heute Morgen waren wir noch in Le Mans, und jetzt haben wir hier in Zandvoort von Platz 14 gewonnen. Was für eine Story! Wenn du von P14 startest, erwartest du nicht, dass du ganz nach oben fährst. Wir wussten, dass wir bereits gestern eine starke Pace hatten, und haben natürlich gehofft, dass wir das wiederholen können. Aber dass es dann so gut läuft! Ich habe schon in der Startphase fünf Positionen gutgemacht. Es war auch ein toller Zweikampf mit Mirko mit mehreren Berührungen. Dabei wurde mein Auto schon sehr in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung habe ich persönlich nicht gedacht, dass wir das zu Ende fahren können. Der hintere linke Reifen hat viel abbekommen. Ich habe im Prinzip in jeder Runde darauf gewartet, dass wir einen Reifenschaden haben. Zum Glück ist das hintere linke Eck abgefallen, wodurch wir das Rennen dann beenden konnten. Es ist unglaublich.“

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3):
„Es war ein bisschen ein Wochenende der Schadensbegrenzung. Zunächst haben wir das erste Podium der Saison geholt mit Platz zwei gestern, nachdem wir von Rang sieben gestartet sind. Von daher war ich über das Podium natürlich happy. Es war auch eine gute Punkteausbeute. Heute wussten wir natürlich, dass es vom letzten Platz schwierig wird. Aber dennoch ist noch Platz sieben dabei herausgesprungen. Das ist gut für die Meisterschaft. Dazu noch der erste Sieg für das Team – ich freue mich für die Jungs, dass sie nach der harten Arbeit nun auch etwas feiern können.“

Sheldon van der Linde (#31 Shell BMW M4 GT3):
„Leider war es ein sehr schwieriges Wochenende für mich, eines zum Vergessen. Es ist mir einfach überhaupt nicht gelungen, das Auto zum Funktionieren zu bringen. René und Marco haben gezeigt, dass das Auto gute Ergebnisse einfahren kann. Aber ich habe es an diesem Wochenende einfach nicht zusammengebracht, von daher müssen wir vor dem Norisring einiges analysieren. Ich möchte Marco und dem Team herzlich dazu gratulieren, heute von Platz 14 den Sieg geholt zu haben. Er hat das ganze Wochenende über eine sehr starke Performance gezeigt. Wir können immer voneinander lernen, und an diesem Wochenende habe ich viel von ihm gelernt. Jetzt freue ich mich auf Le Mans, darauf ist nun der ganze Fokus. Aber ich kann es auch kaum erwarten, nächstes Jahr wieder hierher zu kommen, denn Zandvoort ist einer der tollsten Orte und eine meiner Lieblingsstrecken.“

Montag, 10. Juni 2024

Von Platz 14 zum Sieg – Wittmann-Wahnsinn in Zandvoort

  •  BMW-Pilot holt nach unglaublicher Aufholjagd ersten Saisonerfolg für BMW
  •  Kelvin an der Linde verteidigt auf dem Formel-1-Kurs die Tabellenführung
  •  28.000 Besucher erleben DTM-Auslandsstopp in den Niederlanden

Marco Wittmann fährt von Startplatz 14 zum Sieg
Foto: Jens Hawrda

Eindrucksvolle Show von Marco Wittmann in den Dünen von Zandvoort: Der Fürther ging am Sonntag von Position 14 aus im BMW M4 GT3 in den sechsten DTM-Saisonlauf und machte bereits in der ersten Rennhälfte viele Positionen gut. Nach einem perfekt getimten Boxenstopp übernahm der 34-Jährige vom Team Schubert Motorsport die Führung, die er bis ins Ziel auf 7,239 Sekunden ausbaute. „Dass ich von so weit hinten nach ganz vorne fahre und gewinne, hätte ich niemals gedacht. Nach der Berührung mit Mirko Bortolotti ist mir das Herz bis in die Fußsohle gerutscht. Im Cockpit war so viel Rauch, dass ich zeitweise kaum was sehen konnte. Ich bin einfach überglücklich, dass ich diesen Sieg nach Hause gebracht habe“, freute sich Wittmann über den 19. Erfolg in der DTM. Mirko Bortolotti (I) belegte im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance den zweiten Platz und machte damit in der Gesamtwertung einen Sprung auf Rang zwei. Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA) von Abt Sportsline baute als Dritter seine Tabellenführung auf acht Punkte aus.


Keyfacts, Circuit Zandvoort, Saisonrennen 6 von 16

    Streckenlänge: 4.259 Meter
    Wetter: 15 Grad, bewölkt
    Pole-Position: Maximilian Paul (Paul Motorsport, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #71)
    Sieger: Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #11)
    Schnellste Rennrunde: Nicki Thiim (SSR Performance,Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Der Start verlief für Bortolotti optimal. Der Italiener konnte sich in Kurve zwei an dem Pole-Setter und Markenkollegen Maximilian Paul (Dresden) von Paul Motorsport vorbeischieben und die Spitze übernehmen. Kurz danach musste das Safety-Car zum ersten Mal nach Unfällen von Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer (A) und Clemens Schmid (A) im McLaren 720S GT3 Evo auf die Strecke. Nach dem Re-Start reihten sich hinter dem Führungs-Duo Lokalmatador Thierry Vermeulen (NL) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing und Tabellenführer Kelvin van der Linde ein. Auch ein weiterer Safety-Car-Einsatz in Runde elf änderte nichts an dieser Reihenfolge, die jedoch nach den Pflicht-Boxenstopps durcheinandergewirbelt wurde.

Bortolotti konnte zunächst die Führung behaupten, während ein zu langsamer Reifenwechsel den zweitplatzierten Paul zurückwarf. BMW-Pilot Wittmann, der schon mehrere Positionen gut gemacht hatte, holte sich als letzter Fahrer neue Pirelli-Pneus und übernahm danach die Spitze. Trotz der zunächst kalten Reifen verteidigte sich der zweimalige Champion gegen den anstürmenden Italiener, der ihm bei einem Überholversuch hinten links berührte. Trotz anschließender Rauchentwicklung am Heck des Fahrzeugs baute Wittmann seinen Vorsprung immer weiter aus und wurde nach 38 spektakulären Runden als Sieger abgewunken. Bortolotti konnte Platz zwei gegen den mehrfach attackierenden Kelvin van der Linde ins Ziel bringen. Der Niederländer Vermeulen verpasste als Vierter nur knapp einen Podiumsplatz bei seinem Heimspiel. Luca Stolz (Brachbach) sicherte sich im Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team HRT Rang fünf.

Arjun Maini (IND) beendete den Sonntagslauf im zweiten Mercedes-AMG GT3 von HRT auf Position sechs. René Rast (Bregenz) gelang auf der Dünen-Achterbahn eine ähnliche Aufholjagd wie seinem Teamkollegen Wittmann. Der dreimalige DTM-Champion verbesserte sich vom 20. auf den siebten Rang. Sheldon van der Linde (ZA) wurde im dritten BMW von Schubert Motorsport Achter, Pole-Setter Paul musste sich mit Platz neun zufriedengeben. Der aktuelle Meister Thomas Preining (A) beendete den sechsten DTM-Lauf im Porsche 911 GT3 R von Manthey EMA auf Rang zehn. 28.000 Zuschauer sahen beim ersten Auslandsstopp der Serie auf dem Formel-1-Kurs in Zandvoort begeisternden Motorsport mit zahlreichen Überholmanövern und bis zum Schluss spannenden Rennen.

Mirko Bortolotti: „Wenn du in der ersten Kurve in Führung gehst und über so viele Runden vorneweg fährst, willst du natürlich gewinnen. Am Ende muss ich mit dem zweiten Platz zufrieden sein. In den letzten Runden fühlte sich die Hinterachse merkwürdig an, die Fahrer hinter mir haben extrem viel Druck gemacht.“

Kelvin van der Linde: „In der Schlussphase ist das vordere Feld sehr eng zusammengerückt. Teilweise musste ich mehr in den Rückspiegel als nach vorne schauen, Thierry Vermeulen im Ferrari hinter mir war auf der Geraden richtig schnell. Der dritte Platz freut mich besonders für unsere Crew, die mit zwei DTM-Events und dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zuletzt viel Arbeit hatte.“

Ergebnis, 6. Meisterschaftslauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport)
2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +7,239 Sekunden
3. Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline), +7,373 Sekunden
4. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing), +7,592 Sekunden
5. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +8,001 Sekunden

Oosten und Köhler triumphieren im actionreichen Sonntagsrennen von Zandvoort

  •  Niederländer Oosten holt auch Klassensieg in „Road to DTM“ Wertung
  •  Seppänen und Kalender verteidigen Tabellenführung im ADAC GT Masters
  •  David Schumacher mit erstem Podium im ADAC GT Masters

Maxime Oosten/Leon Köhler #54
Foto: Jens Hawrda

Spannung über die volle Distanz: In einem ereignisreichen vierten Meisterschaftslauf des ADAC GT Masters fuhren der Niederländer Maxime Oosten und Leon Köhler (Erlenbach am Main/beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT3 auf dem Circuit Zandvoort zu ihrem zweiten Saisonsieg. „Vor heimischer Kulisse zu gewinnen, ist ein fantastisches Erlebnis. Dazu konnten wir den Rückstand auf die Tabellenführer verkürzen. Ich bin mega happy“, sagte Lokalmatador Oosten nach dem Sieg am Sonntag. Auch sein Fahrerkollege Leon Köhler (Erlenbach am Main) zeigte sich begeistert: „Ein perfekter Abschluss. Nach den Schwierigkeiten zu Beginn des Wochenendes freue ich mich über diesen Erfolg umso mehr.“ Auf dem zweiten Platz landeten Alexander Fach (CH) und Alexander Schwarzer (D) im Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech, die damit auch die ProAm-Wertung gewannen. Im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team belegten David Schumacher (Salzburg) und Salman Owega (Köln) den dritten Gesamtrang und Platz zwei im Silver-Cup, für Schumacher war es an seinem zweiten Wochenende in der Serie die erste Podestplatzierung.


Das vierte Saisonrennen auf dem 4,259 Kilometern Dünenkurs in Nordholland lieferte Rennaction pur. Nach einer Safety-Car-Phase zu Beginn sprach die Rennleitung einige Strafen aus, die für eine neue Reihenfolge in der Spitzengruppe sorgte. Einer der Leidtragenden war der Pole-Setter Simon Connor Primm (Großschirma) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2, der aufgrund eines Fehlstarts eine Penalty-Lap absolvieren musste. Der neue Führende hieß Mike David Ortmann (Ahrensfelde) im Aston Martin Vantage GT3, der sich jedoch kurz vor dem öffnenden Boxenstopp-Fenster einem Angriff von Oosten geschlagen geben musste. Danach übernahm Köhler das Steuer des führenden BMW M4 GT3 und brachte den Sieg sicher ins Ziel. Einen großen Satz nach vorne machten Fach und Schwarzer, die sich vom zwölften Platz auf den Silberrang vorarbeiteten. Für Schwarzer war das Resultat ein besonderes Highlight: „Ich bin völlig überwältigt. Als ich am Kommandostand sah, dass wir so weit vorne liegen, war ich total nervös. Die Freude nach der Zieldurchfahrt war riesig.“

Schumacher und Titelverteidiger Owega komplettierten das Podium. Das Duo fiel durch eine Strafe nach dem Start bis auf die achte Position zurück, arbeitete sich danach aber nach vorn. „Durch die Strafe haben wir einige Plätze verloren, die wir uns im weiteren Rennverlauf zum Großteil zurück erkämpfen konnten. Natürlich wären wir gerne weiter vorne angekommen, aber am Ende können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein“, berichtete Schumacher.

Auf dem vierten Platz gingen die Kapfinger-Zwillinge Johannes und Michael mit ihrem Porsche 911 GT3 R vom Team Joos by TwinBusch in die Wertung ein. Im Silver-Cup bedeutete dies die dritte Position. Ortmann und Denis Bulatov (Köln/beide Walkenhorst Motorsport) platzierten sich in ihrem Aston Martin Vantage GT3 auf dem fünften Rang. Jannes Fittje (Langenhain) und Finn Wiebelhaus (Obertshausen) vom Haupt Racing Team erreichten im Mercedes-AMG GT3 den sechsten Platz, gefolgt von Jean-Luc D`Auria und Alain Valente (beide CHE) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing. Als achtbestes Fahrerduo ordneten sich die Samstagssieger Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen von Landgraf Motorsport in einem weiteren Mercedes-AMG GT3 in die Rangliste ein. Eduardo Coseteng (RP) und Grégory de Sybourg (CHE) vom FK Performance Motorsport beanspruchten im BMW M4 GT3 den neunten Platz. Dahinter beendeten Benjamin Hites (CHL) und Tim Zimmermann (Langenargen) in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team das Rennen.

Nach vier Meisterschaftsläufen führen Kalender und Seppänen die Tabelle mit 84 Punkten vor Oosten und Köhler mit 77 Zählern an. Vom 12. bis 14. Juli geht es für die Piloten zur dritten Saisonstation an den Nürburgring. In der Eifel sucht das ADAC GT Masters seinen Halbzeitmeister.