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| Hier war noch alles in Ordnung Tulovic vor Smits, Alt, Schrötter und Reiterberger, kurze Zeit später wurde das Rennen abgebrochen Foto: Jens Hawrda |
Der erste Lauf der EURO MOTO Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben endete mit dramatischen Szenen. Ein heftiger Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits löste in der sechsten Runde eine Kettenreaktion aus. Vier weitere Fahrer stürzten. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Da die vorgeschriebene Distanz nicht erreicht wurde, gab es für die Wertung nur halbe Punkte.
Schon vor dem Start hatte Florian Alt (HRP Honda) die Marschroute für den Kampf gegen Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) beschrieben. „Wenn Tulo in der ersten Kurve vorne ist, dann ist er weg. Wenn nicht, dann können wir ihn auf dem Weg nach vorne stören.“
Das HRP Honda-Team hatte in den letzten Tagen ein Fahrwerks-Setup entwickelt, das es es vorher noch nie hatte. „Es schont den Reifen noch mehr als bisher“, stellte Alt zufrieden fest. Im abschließenden Qualifying war dem Meister von 2023 jedoch nach eigener Aussage ein Fehler unterlaufen. „Wir hätten sonst eine hohe 1:23er-Zeit fahren können und wären Zweite hinter Tulo gewesen. Unser Ziel, in die erste Startreihe zu kommen, haben wir aber auch so erreicht. Wir sind gut aufgestellt. Besser als wir dachten.“
Alle Hoffnungen liegen auf Twan Smits
Die größte Hoffnung, Tulovic schon auf den ersten Metern unter Druck zu setzen, ruhte zunächst auf Twan Smits. Die große Hoffnung lag zunächst aber auf Twan Smits. Mit dem Mega-Grip am Hinterrad der Apreco-Yamaha und dem zweiten Startplatz war der Niederländer am ehesten in der Lage, Tulo auf den ersten Metern auf Augenhöhe zu begegnen. Smits zögerte auch keinen Moment, die Mission umzusetzen und ging nach dem Start in Führung. Der 22-Jährige legte richtig starke eine starke erste Runde hin und verteidigte die Führung, ehe Tulovic das Kommando übernahm.
Smits battelte sich daraufhin mit Florian Alt. Marcel Schrötter (GERT56), der wegen seines verletzten Beines höher als sonst im Sitz saß, war mit Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig (beide GERT56) und Leon Orgis (ORM Racing) im Rücken beschäftigt.
Motorschaden löst Kettenreaktion aus
Dann der Schockmoment. In der sechsten Runde explodierte der Motor von Smits‘ Yamaha. Innerhalb von Sekunden verschwand die Strecke in einer gigantischen Rauchwolke. Florian Alt, Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Kevin Orgis hatten keine Chance mehr auszuweichen und stürzten. Reiterbergers BMW stieg auf und wurde mit gewaltiger Wucht über den Reifenstapel in den angrenzenden Arena-Hügel geschleudert. Auch Alts Honda flog weit von der Strecke.
Bei allem Schreck überwog anschließend die Erleichterung darüber, dass kein Fahrer schwer verletzt wurde. Alle Beteiligten konnten die Unfallstelle aus eigener Kraft verlassen. Twan Smits wurde mit Schmerzen am Handgelenk ins Medical Center gebracht. Ein Bruch wurde nicht festgestellt.
Reicht das Zeitfenster für den Neuaufbau?
Im Fahrerlager begann unmittelbar danach ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Motorräder waren teils völlig zerstört. Die Yamaha von Smits muss bis zum zweiten Rennen komplett neu aufgebaut werden. Sechs Mechaniker arbeiteten ohne Unterbrechung daran. Auch Markus Reiterberger blickt auf einen Totalschaden. „Einen Neuaufbau kann ich mir in der kurzen Zeit nicht vorstellen, obwohl ich meinen Mechanikern viel zutraue“, sagte der vierfache Meister und hofft auf ein Wunder.
Kevin Orgis zittert wegen einer Federgabel um die Teilnahme am zweiten Rennen: „Alle BMW-Teams, die mir etwas geben könnten, sind selbst betroffen.“ Bei Toni Finsterbusch stand das Heck der BMW senkrecht nach oben. Auch hier wird repariert. Von Florian Alts Honda ist nicht viel übrig geblieben. Teamchef Jens Holzhauer gibt nicht auf: „Irgendwas werden wir bis zum zweiten Rennen hinkriegen.“
Neun Fahrer kamen ins Ziel. Tulovic, Schrötter und Jähnig holten die Pokale.
EURO MOTO Superbike, Lauf 1
1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)
2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)
3. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)
4. Leon ORGIS (DEU/BMW)
5. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)
6. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)
7. Jan MOHR (AUT/BMW)
8. Marco FETZ (DEU/BMW)
9. Christoph BEINLICH (DEU/BMW)
Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek




