Montag, 11. Mai 2026

Sportbike Rennen 2: Zuda mit Doppelsieg am Sachsenring

Stepan Zuda (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) beendet den Saisonauftakt der EURO MOTO Sportbike auf dem Sachsenring als Doppelsieger. Der Tscheche setzte sich im zweiten Rennen nach einem intensiven und engen Zweikampf gegen Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) durch. Damit verlässt er das erste Rennwochenende der Saison mit der maximalen Punkteausbeute von 50 Zählern und reist als Meisterschaftsführender nach Brünn.

Zuda erwischte einen perfekten Start und sprang direkt von Platz drei an die Spitze des Feldes. Der Triumph-Pilot versuchte zwar, sich von seinen Verfolgern abzusetzen, doch Rosenthaler blieb ihm dicht auf den Fersen. Bereits im ersten Rennen am Samstag lieferten sich die beiden spannende Duelle, die sich auch im zweiten Lauf fortsetzten.

Immer wieder wechselte die Führung zwischen den beiden Fahrern. Bis zur letzten Runde blieb das Rennen völlig offen. In der vorletzten Kurve nach dem Wasserfall-Gefälle kam Zuda schließlich besser heraus, schlupfte an Rosenthaler vorbei und verteidigte die Spitze bis zur Ziellinie. „Dieses Rennen war noch tougher als gestern“, erklärte der Triumph-Sieger nach dem Rennen. „Mein Team hat super gearbeitet. Das Motorrad hat sich heute nochmal besser angefühlt als gestern. Dadurch konnte ich den Speed konstant hochhalten, auch wenn die Reifen am Ende komplett am Limit waren.“

Rosenthaler erneut ganz nah dran

Jakob Rosenthaler musste sich trotz einer erneut starken Leistung mit Rang zwei zufriedengeben. Der Österreicher hatte bereits am Samstag zunächst als Erster die Ziellinie überquert, war nach einer Strafe der Rennleitung allerdings noch auf Platz vier zurückversetzt worden. Auch im zweiten Rennen zeigte Rosenthaler, dass er in dieser Saison zu den absoluten Spitzenfahrern gehört.„Die Anfangsphase war extrem schnell“, erklärte der RT-Motorsports-Pilot. „Mir war relativ früh klar, dass die Hinterreifen das auf Dauer nicht mitmachen würden. Am Ende hatten Stepan und ich enorme Reifenprobleme, aber er hatte in der entscheidenden Situation einfach etwas mehr Schwung.“ Das nächste Duell der beiden lässt nicht lange auf sich warten: Bereits in drei Wochen geht es wieder in Brünn an den Start. 

Kitzbichler erneut auf dem Podium

Auch Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) stand erneut auf dem Podium. Der 16-Jährige fuhr nach Platz zwei am Samstag diesmal auf Rang drei und überzeugte erneut mit starker Pace und cleverem Reifenmanagement.

Zur Rennmitte musste der Österreicher allerdings etwas Tempo herausnehmen, da die langen Linkskurven die Reifen stark beanspruchten. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) zog zunächst an ihm vorbei. Kitzbichler blieb an ihm dran und nutzte die letzte Runde, um sich den dritten Platz zurückzuholen. Bijman wurde schließlich Vierter.

Mika Siebdrath bestätigte ebenfalls seine starke Form und fuhr nach Platz sechs am Samstag diesmal auf Rang fünf. Hinter ihm folgte Teamkollege Luis Rammerstorfer (beide Freudenberg RoRa-Paligo Racing) auf Rang sechs.

Oliver Svendsen (ERC) kämpfte sich erneut von Startplatz zwölf nach vorne und belegte Rang sieben. Dem Dänen fehlt mit seiner neuen Kawasaki ZX-6R aktuell noch etwas Pace für den Anschluss an die Spitzengruppe.

Julian van Kalkeren (SRTD Pearl Gebben) wurde Achter vor Micky Winkler (WSC Racing) und Sasha De Vits (ERC).

Für kurzfristige Action sorgte Tom Kuil (RT Motorsports). Der Niederländer erwischte einen starken Start und schob sich von Platz sieben zunächst auf Rang zwei nach vorne. Allerdings wurde dem Triumph-Piloten ein Frühstart angelastet, weshalb die Rennleitung zwei Long-Lap-Penalties verhängte. Am Ende wurde Kuil Zwölfter hinter Alexander Weizel (Weizel Racing) auf Rang elf.

Weiter geht es für die EURO MOTO Sportbike vom 29. bis 31. Mai in Brünn. Dort gastiert die Serie erstmals. 


EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS 660
  4. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  5. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  6. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  7. Oliver SVENDSEN (#69/DNK), Kawasaki Ninja ZX-6R
  8. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS 660
  10. Sasha DE VITS (#19/BEL), Kawasaki Ninja ZX-6R


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

Supersport Rennen 2: Blin-Doppelsieg beendet Geigers Wunschgedanken

Daniel Blin, Dirk Geiger, Lennox Lehmann. Einmal Ducati und zweimal Yamaha. Es war die gleiche Podiumsbelegung wie gestern, aber bevor es soweit war, kam im heutigen zweiten EURO MOTO Supersport-Lauf wieder einmal der alte Spruch zum Tragen: „Nichts ist entschieden, bevor die schwarz-weiß-karierte Flagge gefallen ist.“

Luca de Vleeschauwer (Team SWPN), der im ersten Sachsenring-Lauf Vierter geworden war, versagte am Start komplett und fuhr dem Feld hinterher. An der Spitze gab es eine Yamaha-Doppelführung mit Dirk Geiger und Lehmann (beide Team Apreco). Auftaktsieger Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) sah auf der Ducati Panigale V2 nicht lange zu, machte Druck und versetzte Lehmann einen Platz nach hinten.

Geiger dagegen schien sich endgültig aus dem Staub machen zu wollen, aber in der vorletzten Runde kam alles anders. Der R9-Fahrer büßte mit einem Schag anderthalb Sekunden ein. Irgendetwas stimmte nicht. Die bis dahin makellose Vorstellung von Geiger wurde zum Alptraum. Geiger rutschte, rutschte und rutschte. Der Reifen an der Yamaha war am Ende. Blin war zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle, überholte den Deutschen und sicherte sich die maximal mögliche Punktzahl des Wochenendes. Der damit Meisterschafts-Führende aus Polen holte zugleich den zweiten Tagessieg für Ducati. Nur wenige Stunden zuvor hatte Lukas Tulovic in der Superbike-Klasse auf der Ducati Panigale V4R gewonnen.

„Eigentlich hatte ich versucht, den Reifen zu schonen. Ich wusste, dass es gegen Ende des Rennens kritisch werden könnte“, hob Geiger im Ziel fragend die Schultern, „aber dann kam der Drop wie aus dem Nichts. Jetzt nehme ich zwei zweite Plätze mit nach Hause. Nächstes Mal heißt es: Attacke!“

Was sonst noch passierte: Luca de Vleeschauwer schaffte es, sich bis auf den sechsten Platz nach vorn zu arbeiten. Er durfte nicht darüber nachdenken, was gewesen wäre, wenn der Start geklappt hätte. Lorenzo Fellon gewann das interne Kawasaki-Duell mit Freddie Heinrich.


EURO MOTO Supersport, 2. Lauf (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (POL/Ducati)

2. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

3. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

4. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

7. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

8. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

9. Lorenzo FELLON (FRA/Kawasaki)

10.Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)


Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Superbike Rennen 1: Lukas Tulovic siegt, Marcel Schrötter auf dem Podium

Lukas Tulovic feiert mit den Streckenposten
Foto: Jens Hawrda

Lukas „Tulo“ Tulovic träumte von einem Start-Ziel-Sieg mit der nagelneuen Ducati. So der Plan. Im Training hatte der 25-jährige Titelverteidiger auf dem Sachsenring bereits den vor zwei Jahren aufgestellten Streckenrekord geknackt. Twan Smits machte ihm auf der einzigen Yamaha im Feld einen Strich dazwischen. Dass Tulo am Ende gewann, war keine Überraschung, der zweite Platz von Superbike-Rookie Marcel Schrötter vor dem vierfachen Champion Markus Reiterberger umso mehr. Die Beiden hatten im Trio mit Hannes Soomer um die zwei verbleibenden Podiumsplatzierungen gekämpft.

Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) fuhr ab der zweiten Runde ein einsames Rennen an der Spitze. Dass er den zu Beginn stürmischen Twan Smits in der zweiten Runde kassierte, war zu erwarten. Tulo galt nach seiner Vorstellung im Qualifying als gesetzt für den Sieg. Die Titelverteidigung ist bei dem starken Ducati-Paket die große Maßgabe. Ein anderes Ergebnis als ein Sieg zum Saisonauftakt wäre eine Enttäuschung gewesen. Dass es sich um einen Vorsprung von 4,8 Sekunden handeln würde, war vorher allerdings weder klar gewesen, aber auch nicht ausgeschlossen worden.

Markus Reiterberger #28 und Marcel Schrötter #23 kämpfen um Platz 2
mit dem besseren Ende für Marcel Schrötter
Foto: Jens Hawrda

Bei der Siegerehrung wurde vor Freude geschrien, geweint und gelacht. Das Team GERT56 by RS Speedbikes lag sich in den Armen und die Tränen liefen ungebremst. Vier Monate nach dem plötzlichen Tod des Teamchefs Karsten „KW“ Wolf fuhr ausgerechnet Rookie Marcel Schrötter aufs Podium. Das wäre ganz nach dem Geschmack von „KW“ gewesen, der große Hoffnungen in den Ex-WM-Piloten gesetzt hatte. Dass Schrötter so auftrumpfen würde, damit hatte jedoch keiner gerechnet. Noch vor dem ersten Rennen sagte der 33-jährige BMW-Fahrer: „Jedes Mal, wenn ich auf dem Motorrad sitze, entdecke ich etwas Neues. Die kurzen Trainingszeiten reichen aber nicht aus, um irgendein Verhältnis dazu aufzubauen. Das richtige Gefühl für das Motorrad habe ich noch nicht und der Level in den Top-9 ist hoch. Deshalb schmeckt es mir nicht, vom siebten Platz aus zu starten.“ Nach seiner Triumph-Fahrt war der Bayer wie ausgewechselt. „Ich hatte keine Ahnung, was in meinem ersten Superbike-Rennen passieren wird, auch mit den Reifen. Mein Platz ist ein Geschenk an „KW“. Das Team und das Motorrad funktionieren. Und der neue „Kutscher“ hat seinen Teil dazu getan.

Dabei hatte er sich rundenlang mit Hannes Soomer und Markus Reiterberger gebattelt (beide Masteroil Alpha Van Zon BMW). Der Este wurde lange als Anwärter für den zweiten Platz gehandelt. Reiterberger kam trotz mehrerer Anläufe auch nicht an seinem Teamkollegen vorbei, erst am Schluss, als Schrötter durchschlupfte. „Wir haben noch viel Potential“, lässt Reiti, der noch längst nicht in Topform ist, als Ankündigung jedoch schon einmal wissen.

Der anfangs Führende Twan Smits (Team Apreco) fand sich am Ende hinter Kevin Orgis wieder, der aus dem sächsischen Familien-Team ORM Racing stammt. Und wo blieb Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion), der Meister von 2023, der damals Honda wieder in die Schlagzeilen brachte? Er hatte es geahnt oder besser befürchtet: P8. „Wir haben derzeit nicht die schärfste Feuerklinge im Feld“, hatte er angekündigt. „Wir befinden uns zwar auf einem so hohen Niveau wie noch nie, aber BMW hat ein neues Chassis, Ducati ein ganz neues Motorrad und Yamaha drei Concession Parts. Wir müssen schauen, wie wir das geregelt kriegen.“ Das derzeitige Basismotorrad bei Honda stammt aus dem Jahr 2020 und erhielt bisher diverse Updates. Ein wirklich neues Modell wird es 2027 geben.

Einen Dämpfer gab es für Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes). Er konnte es nicht abwarten, dass die neue Saison beginnt und praktizierte einen Frühstart. Die doppelte Long-Lap-Strafe kostete ihn etwa sechs Sekunden.


EURO MOTO SUPERBIKE, 1. Lauf (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

3. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

4. Hannes SOOMER (DEU/BMW)

5. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

6. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

7. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

8. Florian ALT (DEU/Honda)

9. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

10.Jan MOHR (AUT/BMW)


Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Samstag, 9. Mai 2026

Supersport: Blin trickst Geiger in der letzten Kurve aus

Supersportpodium vom Samstag
Foto: Jens Hawrda

Ein Ducati-Fahrer aus Polen holte den Hammer heraus. Daniel Blin ist der erste Sieger in der neuen EURO MOTO Supersport. Mit einer glänzenden Idee in der letzten Kurve auf dem Sachsenring gewann er das Samstags-Rennen mit 0,040 Sekunden Vorsprung vor Yamaha-Neuzugang Dirk Geiger. Dahinter ging es sogar noch enger zu.

Geiger hatte im Qualifying ein deutliches Statement gesetzt und sich die Pole geholt. Und das alles in einem neuen Team und mit einem neuen Motorrad. Die Yamaha YZF-R6 ist Geschichte. Es lebe die Nachfolgerin R9. Dreizylinder statt Vierzylinder. Völlig überraschend rauschte aber Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) am hessischen Tornado vorbei.

Dahinter bauten sich Luca de Vleeschauwer (Team SWPN), Lennox Lehmann (Team Apreco), Marcel Brenner (Automarket AF Racing Team), Marvin Siebdrath und Julius Ahrenkiel-Frellsen (beide MCA Racing) auf. Letzterer ist 18 Jahre alt und ein MCA-Eigengewächs. Der Däne fuhr 2023 schon für das Team im Northern Talent Cup. Am Freitag bekam das Projekt einen Dämpfer. Weil er bei den widrigen Wetterbedingungen im Training das Regenlicht nicht eingeschaltet hatte, ging es für ihn zur Strafe drei Plätze zurück in der Startaufstellung. Was ihn letztlich nicht daran hinderte, seinen Einstand in der Supersport-Klasse mit dem siebten Platz zu geben.

An der Spitze hielt sich Blin hartnäckig, obwohl sich der Reifen an der linken Flanke zu erhitzen begann. Das sah nicht gut aus. Er malte schwarze Striche auf den Asphalt und die Top 4 rückten wieder dichter zusammen. Geiger biss sich an Blin fest, der sich wieder gefangen hatte. Lehmann kehrte zu alter Stärke zurück und battelte sich mit de Vleeschauwer.

In der drittletzten Runde wurde es deutlich: Geiger hatte definitiv noch nicht alles gezeigt. In der vorletzten Runde war die Mini-Lücke zum Polen weg und Geiger hatte seine Überholaktion akkurat vorbereitet. Obwohl Blin mit den Reifen fertig war, war das noch nicht das Ende. Er wusste zwar, dass Geiger in der letzten Kurve innen dichtmachen würde, aber er wagte den Versuch. Blin holte Schwung, nahm ihn mit und die Kurve und schnappte Geiger den Sieg hauchdünn vor der Nase weg. Blin hat im Winter wahnsinnig an seiner Fitness gearbeitet und hat die nötige Power für solche Aktionen.

Geiger war leicht überrumpelt: „Wir haben mehr gestruggelt als erwartet und ich habe Daniel die Tür zu früh zugemacht. Er war schlau, aber morgen passiert so etwas nicht mehr.“

Noch knapper ging es zwischen Lennox Lehmann und Luca de Vleeschauwer zu. Der Vorderreifen des Dresdners war am Limit: „2024 war es genauso, aber wir haben es über die Linie gebracht.“ Vorteil gegenüber dem Belgier im Ziel: 0,012 Sekunden.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten):

1. Daniel BLIN (POL/Ducati)

2. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

3. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

7. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DEN/Honda)

8. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

9. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

10.Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Zuda erbt Sieg nach Strafe gegen Rosenthaler

Podium der Sportbikeklasse am Samstag
Foto: Jens Hawrda

Die „jungen Wilden“ der EURO MOTO Sportbike-Klasse hielten bereits im ersten Saisonrennen genau das, was sie im Qualifying versprochen hatten. Harte Zweikämpfe, ständige Positionswechsel und eine Entscheidung erst nach Rennende sorgten auf dem Sachsenring für jede Menge Spannung. Zwar überquerte Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) als Erster die Ziellinie, den Sieg erbte am Ende jedoch ein anderer.

Strafe sorgt nach Rennende für Wendung

Rosenthaler gehörte von Beginn an zur Spitzengruppe und lieferte sich über das gesamte Rennen intensive Duelle mit Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), sowie Stepan Zuda und Ruben Bijman (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Besonders in Runde zehn wurde es eng: In der letzten Kurve vor Start-Ziel kam es zwischen Rosenthaler und Zuda zu einem harten Zweikampf, bei dem Zuda weit über die Kerbs gedrängt wurde und kurz die Kontrolle über sein Motorrad verlor. Der Pole fing seine Triumph allerdings noch rechtzeitig ab und mischte weiter im Kampf um den Sieg.

Auf der Strecke setzte sich schließlich Rosenthaler durch und sah zunächst als Sieger die Zielflagge. Nach dem Rennen folgte jedoch die Wendung: Die Rennleitung verhängte gegen den Österreicher eine Ersatzstrafe für eine Long-Lap-Penalty, die aufrgund des späten Rennverlaufs nicht mehr hätte absolviert werden können. Stattdessen erhielt Rosenthaler eine Drei-Sekunden-Strafe, wodurch  er nachträglich auf Rang vier zurückfiel. Damit erbte Stepan Zuda den ersten Sieg der neuen EURO MOTO Sportbike-Klasse und kassierte die ersten 25 Punkte der Saison. „Das war ein total verrücktes und schnelles Rennen mit vielen Kontakten und Reifenmanagement“, sagte der Pole-Setter anschließend bei der Siegerehrung. „Es hat richtig Spaß gemacht. Natürlich ist das Ende überraschend, aber ich wäre auch mit Platz zwei zufrieden gewesen.“

Auf Rang zwei landete Tobias Kitzbichler. Der 17-jährige Österreicher, der im vergangenen Jahr noch im Northern Talent Cup unterwegs war, überzeugte bei seinem ersten Sportbike-Rennen mit starker Pace und cleveren Zweikämpfen. Immer wieder führte der Aprilia-Pilot die Spitzengruppe an.„Es ist schon ein anderer Fahrstil als im Northern Talent Cup“, erklärte Kitzbichler. „Aber es gelingt mir überraschend gut, mich schnell anzupassen. Gegen Rennende hatte ich allerdings Probleme mit den Reifen und konnte nicht mehr richtig attackieren.“ Der Aprilia-Pilot und sein Team ViVa by Peuker & Streeb kassieren damit  die ersten 20 Punkte. 

Svendsen kämpft sich nach vorne

Ruben Bijman, der von der Pole Position gestartet war, komplettierte schließlich das Podium. Der Niederländer konnte sich in der Anfangsphase nicht entscheidend absetzen und verlor zwischenzeitlich den Anschluss an die Spitzengruppe. „Der Beginn war extrem hart“, sagte der Freudenberg-Pilot. „Dadurch konnte ich mich nicht freifahren und musste später viel aufholen. Das hat Reifen gekostet und am Ende war einfach kein Grip mehr da.“ Durch die Strafe gegen Rosenthaler rückte Bijman nachträglich noch auf Rang drei vor.

Eine starke Aufholjagd zeigte außerdem Oliver Svendsen (ERC). Der Däne und Supersport-300-Champion von 2024 kämpfte sich nach Startplatz zwölf mit seiner neuen Kawasaki Schritt für Schritt bis auf Rang fünf nach vorne. Den Anschluss an die Spitzengruppe konnte er allerdings nicht mehr herstellen.

Hinter ihm folgte Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) auf Platz sechs. Dahinter kamen Tom Kuil (RT Motorsports), Micky Winkler (WSC Racing), Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) und Julian van Kalkeren (SRTD Pearl Gebben) ins Ziel.

Das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike startet am Sonntag um 15:20 Uhr. Dann wird sich zeigen, ob Zuda erneut vorne mitmischt oder ob Rosenthaler, Bijman oder Svendsen zurückschlagen können. Der Lauf wird kostenlos im Livestream auf EURO MOTO übertragen.

EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/POL), Triumph Daytona 660
  2. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS 660
  3. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  4. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  5. Oliver SVENDSEN (#69/DNK), Kawasaki Ninja ZX-6R
  6. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  7. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS 660
  9. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  10. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann