Nach den Bestzeiten im freien Training setzte Florian Alt dem Freitag in Oschersleben ein Krönchen auf. Der Honda CBR 1000R-RR-Fahrer war auch der schnellste EURO MOTO-Superbiker im Superpole Pre-Practice. Doch die große Frage lautet: Hat Tulo auf der Ducati bereits alle Karten auf den Tisch gelegt?
Alt (Holzhauer Racing Promotion) hatte im Superpole Pre Practice eine Zeit von 1:24,251 zu bieten. Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) blieb drei Zehntelsekunden dahinter. Bleibt das bis zum Ende der Veranstaltung in der Magdeburger Börde so? Dafür sieht Tulo fast ein bisschen zu entspannt aus. In der Honda-Box wird unterdessen Klartext geredet. Das Team hat bei zwei Tests im Vorfeld der EURO MOTO-Runde vor allem am Durchhaltevermögen der Honda über die Renndistanz von 66,006 Kilometern gearbeitet. Teamchef Jens Holzhauer spekuliert, dass Tulo zum Schluss aber trotzdem stärker als Alt sein könnte.
Wieder nach vorn will auch Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Sein letzter Auftritt auf der 3,667 km langen Rennstrecke ist vier Jahre her. Hier will er jedoch den bitteren Beigeschmack aus Most, wo er mit zwei siebten Plätzen in den beiden Hauptrennen deutlich hinter den Erwartungen ins Ziel kam, endlich vergessen. Teamchef Werner Daemen glaubt den Grund zu kennen, weshalb in Tschechien überhaupt keine BMW aufs Siegerpodest kam. „Der Pirelli-Reifen, den alle Teams nehmen mussten, um bei der Hitzeschlacht über die Distanz zu kommen, kam unserem Motorrad überhaupt nicht entgegen.“ In Oschersleben ist wieder die Auswahl aus mehreren Mischungen möglich. Reiterberger hat sich zum Ziel gesetzt, schnellster BMW-Fahrer am Wochenende zu werden.
Wenn sich Daemen die Superbike-Klasse anschaut, sieht er vier Fahrer, die herausstechen: Lukas Tulovic, Florian Alt, Marcel Schrötter (GERT56) und Markus Reiterberger. „Sie sind Weltklasse und gehören eigentlich in die WM.“ Und der Belgier fügt hinzu: „In der EURO MOTO Superbike herrscht ein extrem hohes sportliches Niveau. Vor zwei Jahren schien es unmöglich, 1:25er Rundenzeiten zu fahren. Jetzt sind wir schon drunter.“
Die vier genannten Fahrer sowie Jan-Ole Jähnig (GERT56) und Kevin Orgis (ORM Racing) qualifizierten sich im Superpole Pre-Practice für den direkten Einzug in die Superpole 2. Alle anderen Fahrer müssen zunächst durch die Superpole 1, in der die letzten drei Plätze für das finale Qualifying in der Superpole 2 vergeben werden. Dort entscheidet sich schließlich die Startaufstellung für die ersten drei Reihen der beiden Superbike-Rennen am Sonntag.
Superpole Pre-Practice
1. Florian ALT (GER/Honda)
2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)
3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)
4. Markus REITERBERGER (GER/BMW)
5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)
6. Kevin ORGIS (GER/BMW)
7. Twan SMITS (NLD/Yamaha)
8. Leon ORGIS (GER/BMW)
9. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)
10.Jan MOHR (AUT/BMW)
11.Marco FETZ (GER/BMW)
12.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)
13.Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)
14.Christoph BEINLICH (GER/BMW)
Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek