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| Max Enderlein hat den Spaß nicht verloren und wagt auf einem neuen Motorrad in einem neuen Team die Rückkehr in die Supersport-Klasse. Foto: Tobias Gehrke |
Zwei Jahre Motorradpause sind abgehakt. Max Enderlein ist zurück – und zwar dort, wo er sich bestens auskennt. Beim EURO MOTO-Finale vom 25. bis 27. September in Hockenheim steigt der dreifache IDM Supersport-Meister (2018, 2019, 2022) als Gaststarter auf eine MV Agusta F3 800 RR. Und wie gewohnt, geht Enderleins Auftritt eine penible Vorbereitung voraus.
Startnummer 32, Axalta MV Agusta Racing Team, EURO MOTO Supersport. Hinter dem Projekt stehen Daniel Rauh von Fast Bike Service aus Mülheim an der Ruhr und Achim Weber von WM Motorsport aus Köln. Also eine Menge Erfahrung auf der Rennstrecke. Hauptsponsor Axalta ist ein international tätiger Lackhersteller.
Für Enderlein ist es der erste Renneinsatz in der Serie seit dem IDM-Finale 2024. Erste Kilometer auf der MV sammelte der 29-Jährige bei privaten Tests. Beim EURO MOTO-Testtag am Nürburgring war er ebenfalls schon dabei und drehte seine ersten Runden im freien Training. Vieles funktioniert, manches ist Neuland. Auch technisch geht das Team eigene Wege und setzt auf YSS-Federelemente.
„Supersport ist die Klasse, in der ich zu Hause bin. Nach der Pause freue ich mich riesig, in Hockenheim noch einmal anzugreifen, und dann auch noch mit der 32 auf einer MV Agusta. Was am Ende drin ist, sehen wir am Wochenende“, sagt der Sachse aus Hohenstein-Ernstthal.
Große Ansagen? Fehlanzeige. Enderlein weiß, dass nach zwei Jahren Pause nicht alles auf Anhieb sitzen kann. „Wir werden nicht perfekt sein, andererseits bin ich aber auch gereift.“ Wer Enderlein kennt, der weiß, dass er sich ohne gewisse Erfolgschancen niemals in so ein Herzensprojekt stürzen würde. Es zeigt aber auch, dass ihn der Rennsport nicht losgelassen hat.
Teammanager und Crewchief Daniel Rauh belagerte ihn schon im letzten Jahr, doch damals lehnte Enderlein noch ab. Aber Rauh blieb dran. Mit Erfolg. „Mit Max haben wir einen Fahrer, der weiß, wie man in der Supersport gewinnt. Für uns ist dieser Start ein echtes Highlight und die Belohnung für viele Stunden Vorbereitungsarbeit“, sagt Rauh, der seit Beginn der 2000er Jahre in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft aktiv ist. 2015 holte sein Team mit Mathieu Ginès auf der Yamaha R1M den Titel in der IDM Superstock 1000.
Achim Weber bringt MV-Geschichte ins Team ein. 2004 und 2005 baute er gemeinsam mit dem deutschen Importeur das Werks-Superbike der Italiener für Jörg Teuchert auf. Für Weber schließt sich jetzt ein Kreis: „Dass wir jetzt wieder eine MV in der deutschen Meisterschaft an den Start bringen, und das mit einem Fahrer wie Max, ist für mich etwas ganz Besonderes.“
Und was kommt danach? Enderlein lässt sich noch nicht in die Karten schauen. Vollgas-Comeback für 2027? Seine Antwort auf die Frage, ob er sich einen kompletten Wiedereinstieg vorstellen kann: „Vielleicht.“ Erst einmal steht Hockenheim auf dem Programm. Es wird spannend, was nach zwei Jahren Renn-Abstinenz noch im Handgelenk steckt.
Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek



