Samstag, 1. August 2026

Euro Moto Supersport: Pole für Geiger und Hoffnung für Göttlicher

Die Geiger, Yamaha YZF 9-R #60 sichert sich Startplatz 1
Foto: Jens Hawrda

Erst zwei Stunden nach Mitternacht war das Licht in Box 25 in der Motorsport Arena in Oschersleben ausgegangen. Doch dann hatten die Mechaniker die einzige MV Agusta im EURO MOTO-Supersportfeld in einer Nachtschicht wieder rennbereit gemacht. Nun hat sich die Mühe ausgezahlt: Luca Göttlicher (LJ Racing/MC Augsburg) startet von Rang drei in die beiden Rennen des Wochenendes. Die Pole Position sicherte sich Meisterschaftsführer Dirk Geiger (Tem Apreco-Yamaha) vor Daniel Blin. Auf der Pole Position steht Dirk Geiger und neben ihm Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) als Zweiter des Qualifyings.

Göttlicher biss im 25 Minuten dauernden zweiten Qualifying die Zähne zusammen. Beim Umlenken der MV Agusta in die Rechtskurven machte sich seine alte Knieverletzung schmerhaft bemerkbar. „Sie schränkt mich schon enorm ein, wenn ich ehrlich bin“, sagt der blondgelockte Bayer. Um 17:05 Uhr steht das erste Supersport-Rennen des Wochenendes an: 15 Runden über 55,005 Kilometer. Wird Göttlicher die Distanz überstehen? „Ich hoffe doch. Allein schon für meine Mechaniker. Sie haben so viel Arbeit gehabt. Jetzt bin ich dran, mich zu revanchieren.“ Am Freitag war „Lucky Luc“ im zweiten freien Training mit einem Highisder vom Motorrad gestürzt.

Der Meisterschaftsführende Dirk Geiger holte sich mit einer Rundenzeit von 1:26,549 Minuten die Pole Position in der Motorsport Arena. So schnell war er auf dem Kurs bisher noch nie gewesen. Der gebürtige Hesse hatte sich eigentlich noch mehr vorgenommen: „Ich will eine 1:25er-Zeit fahren“, aber das erste Qualifying auf der nach nächtlichem Regen noch feuchten Strecke ließ er aus, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Mit der Pole Position verschaffte sich Geiger eine gute Ausgangslage im Titelkampf. Beim letzten Rennen vor der EURO MOTO-Sommerpause hatte er seinem polnischen Konkurrenten Daniel Blin bereits die Tabellenführung abgenommen. Sein Vorteil beträgt derzeit zwei Punkte. Dass Blins angeschlagene Schulter noch nicht hundertprozentig ausgeheilt ist, spielt dem Deutschen auch in Oschersleben in die Karten.

„Ich hoffe, dass ich das Rennen erfolgreich überstehe“, gibt sich der 24-jährige Blin nicht geschlagen, „aber wahrscheinlich muss ich viel improvisieren. Die Strecke zählt nicht unbedingt zu meinen Favoriten. Wir haben hier nicht getestet und das Fahrwerk verlangt jedes Jahr eine andere Einstellung. Wir werden sehen.“ Im Qualifying trennten ihn 0,756 Sekunden auf die Bestzeit von Geiger.

EURO MOTO Supersport, Qualifying (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Daniel BLIN (POL/Ducati)

3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

4. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

7. Filip FEIGL (CZR/Yamaha)

8. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

9. Jorke ERWIG (DEU/Ducati)

10.Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Sportbike: Zuda auf Pole, Kawasaki in Reihe eins

Stepan Zuda, Triumph Daytona 660 #13 holt die Pole
Foto: Jens Hawrda

Nach vier Wochen Sommerpause ist die EURO MOTO Sportbike zurück und der Samstagmorgen in Oschersleben hielt für die Fahrer gleich die erste Herausforderung bereit. Regen hatte die 3,667 Kilometer lange Strecke in der Motorsport Arena nass gemacht und sorgte für schwierige Bedingungen im ersten Qualifying. Nur neun Fahrer wagten sich überhaupt auf die Strecke, fünf von ihnen kamen zu Sturz.

Max Stauffer (Apreco-Yamaha), Jakob Rosenthaler (RT Motorsports), Sasha de Vits (ERC), Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben) und Felix Kauertz (ERC) erwischte es auf dem rutschigen Asphalt. Alle fünf blieben glücklicherweise unverletzt. Entsprechend wenig Aussagekraft hatte das erste Qualifying für die spätere Startaufstellung.

Zum zweiten Qualifying sah die Welt schon wieder anders aus. Die Strecke war abgetrocknet, die Temperaturen lagen allerdings deutlich unter denen des Trainingsfreitags. Keine einfachen Bedingungen für die Sportbike Piloten, die in Oschersleben ohnehin mit dem geringen Gripniveau zu kämpfen haben. Für fast das gesamte Feld hieß es deshalb: Alles auf Q2 setzen.

Am besten gelang das Stepan Zuda (Freudenberg RoRa Paligo Racing). Der Tscheche setzte sich mit einer Zeit von 1:31,436 Minuten an die Spitze und sicherte sich damit die Pole Position für das erste Rennen am Samstagnachmittag.

Direkt dahinter meldete Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) seine Ambitionen an. Der Österreicher umrundete den Kurs in 1:31,713 Minuten und verpasste die Pole damit um lediglich 0,277 Sekunden.

Für eine kleine Überraschung in der ersten Startreihe sorgte Sasha de Vits. Schon am Trainingsfreitag hatte sich angedeutet, dass die intensive Entwicklungsarbeit des ERC Teams an der Kawasaki Früchte trägt. Im Qualifying bestätigte der Belgier diesen Eindruck. Trotz seines Sturzes am Morgen steigerte er sich in Q2 auf 1:31,807 Minuten und sicherte sich Startplatz drei. Gerade einmal 0,371 Sekunden fehlten ihm auf die Spitze. Damit steht erstmals in dieser Saison eine Kawasaki des ERC Teams in der ersten Startreihe. Nach der langen Pause seit dem Sachsenring und der intensiven Arbeit an Abstimmung und Mapping setzt das Team damit auch im Qualifying ein deutliches Ausrufezeichen.

Aus der zweiten Reihe greift Mika Siebdrath (Freudenberg RoRa Paligo Racing) an. Der Deutsche qualifizierte sich mit 1:32,227 Minuten auf Rang vier. Hinter ihm folgen Tom Kuil (RT Motosports) und Ruben Bijman (Freudenberg RoRa Paligo Racing), die gerade einmal zwei Tausendstelsekunden trennten. Kuil setzte sich in 1:32,476 Minuten hauchdünn gegen den Niederländer durch.

Die Top Ten komplettieren Kiyano Veijer (Dutch Racing) auf Rang sieben, Jules Bercot auf der zweiten ERC Kawasaki auf Platz acht und Micky Winkler (WSC-Racing) auf Rang neun. Für Meisterschaftsanwärter Jakob Rosenthaler (RT Motosports) verlief der Vormittag dagegen schwieriger. Nach seinem Sturz im nassen ersten Qualifying kam der Österreicher in Q2 auf eine Zeit von 1:32,927 Minuten und startet bei seinem Comeback nach der verletzungsbedingten Pause in Most von Position zehn.

Weniger glücklich verlief das Qualifying für ERC Neuzugang Felix Kauertz. Nach seinem Sturz am Morgen musste der 24-Jährige ebenfalls alles auf das zweite Qualifying setzen. Mit 1:43,998 Minuten blieb er jedoch außerhalb der 110 Prozent Qualifikationszeit und wurde zunächst nicht für das Rennen klassifiziert.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Fahrern nicht. Bereits am Nachmittag geht es um die ersten Punkte nach der Sommerpause. 

EURO MOTO Sportbike, Qualifying (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  3. Sasha DE VITS (#19/BEL), Kawasaki Ninja ZX6R
  4. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  5. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Jules BERCOT (#25/FRA), Kawasaki Ninja ZX6R
  9. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS660
  10. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Freitag, 31. Juli 2026

DTM: Nächster Halt - Nürburgring

Foto: Jens Hawrda

Motorsport-Action in der Eifel: Vom 14. bis 16. August kommt die DTM an den Nürburgring – und biegt beim sechsten von acht Saisonstopps in die heiße Phase ein. Die kompakte Sprintvariante des Eifelkurses bietet den Fans einen optimalen Blick auf das Renngeschehen. Beste Voraussetzungen für ein packendes Wochenende. Als Spitzenreiter reist Maro Engel an den Nürburgring. Der Mercedes-AMG-Pilot möchte in seiner zehnten DTM-Saison endlich seinen ersten Titel gewinnen.

Auf dem Traditionskurs kämpfen die DTM-Stars um die beste Ausgangslage für den Titelendspurt. Nach dem Event in der Eifel stehen mit dem Sachsenring und dem Finale in Hockenheim nur noch zwei Stopps auf dem Programm. Voll im Angriffsmodus ist Thomas Preining. Der Porsche-Werksfahrer machte zuletzt in Oschersleben mit einem Sieg und einem dritten Platz einen großen Schritt zurück in den Titelkampf. Am Nürburgring möchte der Österreicher beim Heimspiel seines Teams Manthey weitere Top-Ergebnisse einfahren. Ein Heimspiel hat außerdem HRT Ford Racing. Der Rennstall aus Drees setzt auf volle Ford-Power: In den beiden Mustang GT3 greifen Arjun Maini und Finn Wiebelhaus an.

Für ordentlich Action auf der Strecke sorgen zusätzlich zur DTM die ADAC GT4 Germany, der BMW M2 Cup und der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. Einen Blick in den Rückspiegel erleben die Fans bei Showfahrten mit Classic-Fahrzeugen aus 40 Jahren DTM. Die Kultautos drehen am Nürburgring ihre Runden und sorgen für einen historischen Streifzug durch vier Jahrzehnte DTM.

Auch abseits der Rennen wartet in der Eifel ein volles Programm. Am Samstagabend erleben die Zuschauer den Show-Wettbewerb "DTM-Trucks Go and Stop", bei dem die Trucker der Zugmaschinen der DTM-Teams auf der Start-Ziel-Geraden gegeneinander antreten. Am Samstag entscheidet sich am Nürburgring zudem, wer neuer Champion der DTM eSports Championship wird.

Das Finale der virtuellen Rennserie steigt im RaceRoom SimRaceCafé Spektakulär wird es bereits am Freitag: Bei der Track Safari geht es für die Teilnehmer in Bussen gemeinsam mit den DTM-Fahrzeugen auf den Eifelkurs. Am Freitag fällt außerdem der erste Rennsieg des Wochenendes. Auf der Ring-Kartbahn treten DTM-Fahrer und Medienvertreter gegeneinander an, Fans können kostenlos zuschauen.

Quelle: dtm.com

Euro Moto Superbike: Schraube im Reifen – Eine Geste rettet den Tag

Ohne Rennsport geht in der Familie Beinlich nichts. Auch in schweren Zeiten halten alle zusammen.
Fotos: Dino Eisele

So hatte sich Chris Beinlich das EURO MOTO-Roll-out in Oschersleben nicht vorgestellt. Der 30-jährige Privatfahrer aus Pößneck schwenkte bereits nach seiner ersten Runde im freien Training mit der Superbike-BMW wieder in die Box ein – eigentlich nur, um eine Fahrwerkseinstellung zu ändern. Doch dann entdeckte sein Mechaniker noch etwas ganz anderes. Im Hinterreifen steckte eine Schraube.

„So etwas ist mir noch nie passiert“, erzählt der Sachse immer noch ungläubig. Für die finanziell ohnehin knapp aufgestellte BRT-Mannschaft hätte der ungeplante Reifentausch ein echter Rückschlag werden können.

Doch dann zeigte sich die EURO MOTO von ihrer besten Seite. Serienmanager Maximilian Graf von Saurma-Jeltsch bekam das Malheur mit und organisierte kurzerhand bei Pirelli einen neuen Hinterreifen. Dank der spontanen Unterstützung konnte Beinlich, der erst seine zweite Saison in der Superbike-Klasse bestreitet, im zweiten freien Training wieder auf der Strecke sein. Manchmal entscheidet im Motorsport nicht nur die Rundenzeit – sondern auch eine helfende Hand in der Boxengasse.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: ERC meldet sich in Top-5 zurück

Fast zehn Wochen lang war es still um das ERC Team. Nach dem Saisonauftakt auf dem Sachsenring verschwand die Mannschaft um Teamchef Uwe Reinhardt nahezu komplett von der Bildfläche. Weder in Brünn noch in Most gingen die Kawasakis an den Start. Stattdessen wurden die Ärmel hochgekrempelt. Der Trainingsfreitag in Oschersleben deutete darauf hin, dass sich diese Arbeit gelohnt hat.

Nach den eher durchwachsenen Ergebnissen zum Saisonstart konzentrierte sich das Team vollständig auf die Weiterentwicklung der Kawasaki ZX-6R 636. Das Ziel war klar: Das Motorrad musste konkurrenzfähiger und vor allem schneller werden. „Wir haben die Zeit genutzt, um bei der Abstimmung einiges zu finden“, erklärt Lothar Kraus, Technischer Leiter des ERC Teams. „Außerdem haben wir intensiv am richtigen Mapping gearbeitet, damit die Kawasaki deutlich besser funktioniert.“

Vor drei Wochen absolvierte das Team deshalb noch einen dreitägigen Test in Oschersleben, bei dem noch die letzten Feinabstimmungen vorgenommen wurden. Mit Erfolg: Am ersten Trainingstag nach der Sommerpause standen gleich zwei ERC Kawasakis unter den schnellsten fünf Fahrern der kombinierten Zeitenliste.

Sasha de Vits überzeugte als schnellster Kawasaki Pilot mit Rang zwei. Teamkollege Jules Bercot belegte Platz fünf, während Ersatzfahrer Felix Kauertz bei seinem Debüt in der EURO MOTO Sportbike ebenfalls auf Anhieb den Sprung in die Top Ten schaffte. „Das Motorrad war schon am Sachsenring gut. Es hat nur an Speed gefehlt. Mit der neuen Abstimmung und den Änderungen zieht die Kawasaki spürbar besser nach vorne und ist wesentlich schneller als noch am Sachsenring“, beschreibt de Vits die Entwicklung.

Nach dem vielversprechenden Trainingsauftakt bleibt nun die spannende Frage, ob sich die Änderungen auch unter Rennbedingungen auszahlen. Die ersten Trainings sprechen dafür, dass ERC in den vergangenen Wochen die richtigen Stellschrauben gefunden hat.

Bereits am Samstagvormittag geht es zunächst in den Qualifyings um die besten Startplätze, bevor um 16:20 Uhr das erste Sportbike-Rennen des Wochenendes startet. Dann wird sich zeigen, ob die Kawasaki auch im direkten Duell mit der Konkurrenz um Spitzenpositionen kämpfen kann. 

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann