Samstag, 5. September 2026

Euro Moto Superbike: „Spider-Martin“ Vugrinec bekommt nächste Chance

Was geht der Spinne auf dem Nürburgring ins Netz?
"Spider-Martin" Vugrinec macht im BCC Team einen Gaststart
Foto: Dino Eisele

Luca Grünwald, Daniel Kartheininger und Max Schmidt sind bereits für Andreas Gerlich gefahren. Jetzt bekommt das BCC Team einen neuen Piloten: Martin Vugrinec kehrt beim Öhlins-EURO-MOTO-Lauf auf dem Nürburgring in die Superbike-Klasse zurück. Der 27-jährige Kroate absolviert einen Gaststart auf der BMW M 1000 RR.

Als sich „Spider-Martin“ bei Kfz-Meister Andreas Gerlich aus Heilbronn meldete, wollte der Teamchef bei einem Test auf dem Hockenheimring zunächst sehen, was der Kroate auf der BMW zu bieten hat. Das Ergebnis überzeugte Gerlich: „Er war verdammt schnell und alles hat funktioniert mit ihm.“ Damit war die Entscheidung gefallen.

Ursprünglich hatte Gerlich für den Gaststart mit dem Spanier David Sánchez geplant. Doch der ehemalige Rennfahrer ist inzwischen als Riding Coach in der Weltmeisterschaft stark eingespannt. Unter anderem arbeitet er mit Moto2-Pilot Arón Canet zusammen.

„Er kennt auch den Nürburgring nicht. Deshalb fiel meine Wahl auf Martin Vugrinec“, erklärt Gerlich. Vugrinec ist in der Superbike-Klasse kein Unbekannter. Anderthalb Jahre gehörte er zum Kawasaki-Team von Oliver Skach, bevor beide Seiten Mitte der vergangenen Saison ihre Zusammenarbeit beendeten.

Nun ist „Spider-Martin“ zurück – und vielleicht bleibt es nicht bei einem einzigen Auftritt. Je nachdem, wie sich das Wochenende am Nürburgring entwickelt, könnte Vugrinec auch beim Hockenheim-Finale für das BCC Team auf die Strecke gehen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Sportbike: Gegnerisches Team hilft Dänen aus der Patsche

Gemeinsam geschafft: Nach rund zwei Stunden Arbeit sitzt der neue Motor und
Magnus Kristoffersen kann am Nürburgring doch noch an den Start gehen.
Foto: privat

Eigentlich wollte Magnus Kristoffersen am Donnerstag auf dem Nürburgring nur ein paar wichtige Kilometer für das anstehende Rennwochenende in der Sportbike-Klasse sammeln. Doch der Testtag endete für den 19 Jahre alten Dänen zunächst mit einem kaputten Motor und der Aussicht auf eine ziemlich frühe Heimreise. Dann zeigte sich, was Zusammenhalt im Fahrerlager bedeutet.

Im letzten Stint des Tages ging der Motor an Kristoffersens Motorrad kaputt. Einen zweiten Motor hatte er zwar dabei, doch ihm fehlten das passende Werkzeug und die nötigen helfenden Hände für den Wechsel. Also begann der Däne bereits, seine Sachen zusammenzupacken.

Das blieb beim gegneerischen Team ViVa Endurance by Peuker & Streeb nicht unbemerkt. Die Mannschaft rund um Tobias Kitzbichler fragte nach und entschied kurzerhand: Wir helfen. Das nötige Werkzeug und die Manpower waren vorhanden und so wurde direkt losgeschraubt. Rund zwei Stunden später war der neue Motor eingebaut. „Ich hatte eigentlich schon damit gerechnet, dass mein Wochenende vorbei ist und ich wieder nach Hause fahren muss. Dass mir dann ein anderes Team einfach so hilft und wir das Motorrad wieder zum Laufen bekommen, ist wirklich stark. Dafür bin ich unglaublich dankbar“, freute sich Kristoffersen.

Für Sven Seidler vom ViVa Team war die Aktion dagegen fast selbstverständlich. „Wenn wir die Möglichkeit haben zu helfen, dann machen wir das auch. Das gehört für mich zum Racing dazu. Schließlich sitzen wir alle im selben Boot. Wir wollen Rennen fahren oder Rennsport erleben und da sollte man sich im Fahrerlager gegenseitig unterstützen.“

Auf der Strecke waren sie heute in den Trainings wieder Gegner. Fair gegeneinander fahren und sich abseits der Strecke trotzdem helfen: Auch das ist EURO MOTO, so Seidler.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Freitag, 4. September 2026

ADAC GT Masters: Primm setzt im Audi erstes Ausrufezeichen am Trainingsfreitag

Simon Connor Primm (21/Großschirma) hat sich im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 die Freitags-Bestzeit des ADAC GT Masters am Salzburgring gesichert. In 1:17.686 Minuten fuhr der HGL Racing-Pilot die schnellste Zeit des Tages in der Vormittagssession. Seine starke Leistung untermauerte der 21-Jährige nochmals mit der schnellsten Runde am Nachmittag, die allerdings aufgrund der veränderten äußeren Bedingungen 0,379 Sekunden langsamer war als sein schnellster Umlauf. „Wir haben das erledigt, was wir uns vorgenommen haben und weitere Verbesserungen erzielt. Die Pitstops haben wir ebenfalls nochmal optimiert und ich fühle mich wohl im Auto. Sollte es am Samstag im Qualifying regnen, geht es einfach darum, wer sich am schnellsten auf die veränderten Bedingungen einstellen kann. Wir sind das gesamte Wochenende noch nicht im Nassen gefahren, aber letztlich muss ich einfach in allen Bedingungen mein Bestes geben und hoffen, dass es wieder so gut wird wie heute“, erklärte Primm.

Bei sommerlichen Bedingungen und 20 Grad startete das ADAC GT Masters zum zweiten Mal in der Seriengeschichte in ein Wochenende am Salzburgring. Am Nachmittag zogen die Temperaturen nochmals deutlich an, weshalb die Bestzeiten allesamt am Vormittag erzielt wurden. Titelaspirant Leyton Fourie (20/ZAF/FK Performance Motorsport) setzte die zweitschnellste Runde des Tages. Er blieb im BMW M4 GT3 Evo 0,032 Sekunden hinter Primm zurück. „Das Auto fühlt sich gut an, die Balance passt und wir haben das Optimum aus dem Paket herausgeholt. Was die Longrun-Pace und generell das Rennen morgen betrifft, das liegt nicht in unserer Hand“, erklärte Fourie. „Auch das Wetter könnte morgen eine Rolle spielen. Normalerweise ist unser Auto in diesen Bedingungen nicht so stark, aber vielleicht ist es auf dieser Strecke auch anders. Das lässt sich schwierig beurteilen, weil ich noch nie im Nassen hier gefahren bin.“

Platz drei des Trainingstages ging an Colin Bönighausen (Isernhagen) im Porsche 911 GT3 R. Der 21-Jährige kehrte am Salzburgring nach einer privaten Verletzungspause ins Geschehen zurück. Beim Heimspiel seines Teams Razoon – more than Racing und seines Teamkollegen Leo Pichler (24/AUT) aus Weiz fehlten Bönighausen 0,054 Sekunden nach ganz vorne. In 1:17.804 Minuten umrundete Tabellenführer Felix Hirsiger (28/CHE) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 die Strecke und war Viertschnellster. Die Top-5 komplettierte Emil Gjerdrum (1/NOR/Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3, dem 0,152 Sekunden zu Primm fehlten. 

Das erste Qualifying des Wochenendes findet am Samstag, um 9:30 Uhr statt und wird live auf dem Youtube-Kanal des ADAC übertragen. Nach aktuellen Prognosen wird das Qualifying unter nassen oder Mischbedingungen stattfinden. 

Quelle: adac-motorsport.de 

Euro Moto Superbike: Twan Smits reitet auf der Erfolgswelle

Twan Smits am Freitag mit der schnellsten Zeit
Foto: Jens Hawrda

Der Nürburgring schreibt seine eigenen Gesetze. Das bekam die EURO MOTO Superbike-Elite im Superpole Pre-Practice zu spüren. Weder Titelverteidiger Lukas Tulovic noch Markus Reiterberger konnten die Bestzeit holen. Stattdessen setzte Twan Smits das erste Ausrufezeichen des Wochenendes. Der 22-jährige Niederländer knüpfte nahtlos an seinen Doppelsieg von Assen an und war mit 1:23,592 Minuten der Schnellste.

Twan Smits (Team Apreco-Yamaha), das ist ein Name, den man sich merken sollte. Zwei Wochen nach seinem spektakulären Sturz in Oschersleben und mit einer Handgelenkschiene am Arm hatte Smits beim letzten EURO MOTO-Event in Assen einen Superbike-Doppelsieg für Yamaha geholt. Und das, obwohl er erst seine zweite Saison in der höchsten Klasse bestreitet. Aber 2026 wirkt er deutlich reifer als vor einem Jahr. Und wie er selbst sagt, sind Struktur und Planung ein zentraler Bestandteil seines Erfolgs. Er liebt klare Abläufe.

Mit einer Rundenzeit von 1:23,592 min dominierte Smits das Superpole Pre-Practice ab der dritten Runde. Zuvor hatte Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) die Zeitenliste angeführt. Marcel Schrötter (GERT56), Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion), Jan-Ole Jähnig (GERT56) und Kevin Orgis (ORM) schafften ebenfalls den Sprung in die Superpole 2.

Alt kämpft mit den gleichen Problemen wie im letzten Jahr. „Wenig Grip im Gegensatz zu den anderen Motorrädern.“ Alt ist der einzige Honda-Fahrer im Feld und sagt: „Ich muss deshalb später und tiefer in die Kurve bremsen, aber völlig kompensieren kann ich das nicht.“ Wobei er vor einem Jahr als Elfter gewertet wurde. Beim Öhlins-EURO MOTO-Lauf in diesem Jahr hatte er die viertschnellste Zeit.

Bitter verlief das Training für Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Der vierfache Champion verpasste als einer der Favoriten den direkten Einzug in die Superpole 2. Nur die sechs Schnellsten sind dafür qualifiziert. Die Leistungsdichte ist enorm: Die ersten zehn Fahrer lagen innerhalb einer Sekunde.

„Das ist alles brutal eng“, sagte Reiterberger und schüttelte den Kopf. „Ich bin am Limit und muss mehr als 100 Prozent geben.“ Dabei hatte sich für den BMW-Piloten zuletzt ein positiver Trend entwickelt. In Oschersleben und Assen war Reiterberger wieder näher an die Spitze gerückt. Doch in den Niederlanden kam es zu einem Zwischenfall. Beim Angriff auf den führenden Twan Smits kam er im zweiten Lauf von der Ideallinie ab, musste durch den Notausgang und kehrte anschließend ohne die vorgeschriebene Verzögerung auf die Strecke zurück. Eine Long-Lap-Strafe war die Folge. Aus den Hoffnungen auf den Sieg wurde Platz sieben. „Mein Fehler. Aber den habe ich schwer verkraftet.“

Während Smits derzeit auf der Erfolgswelle surft, muss Reiterberger morgen bereits in der Superpole 1 liefern, um überhaupt noch in der Superpole 2 um einen Startplatz in den ersten drei Reihen kämpfen zu können. Damit hatte der Dritter in der Meisterschaftswertung nicht gerechnet.

Superpole Pre-Practice

1. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

4. Florian ALT (GER/Honda)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Kevin ORGIS (GER/BMW)

7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

8. Hannes SOOMER (EST/BMW)

9. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

10.Leon ORGIS (GER/BMW)

11.Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

12.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

13.Marco FETZ (GER/BMW)

14.Jan MOHR (AUT/BMW)

15.Martin VUGRINEC (CRO/BMW)

16.Christoph BEINLICH (GER/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: Frühes Aus für Luis Rammerstorfer am Nürburgring

Für Luis Rammersdorfer #13 ist das Rennwochenende leider schon beendet
Foto: Jens Hawrda

Kaum hatte das Rennwochenende am Nürburgring begonnen, war es für Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa Paligo Racing) auch schon wieder vorbei. Der Österreicher stürzte am Freitagmorgen im ersten Freien Training der EURO MOTO Sportbike und muss den Rest des Wochenendes zuschauen.

Dabei war das Training noch jung. Nach nur kurzer Zeit schaukelte sich seine Triumph Daytona 660 auf und Rammerstorfer kam zu Fall. Bei dem Sturz schlug er heftig mit dem Kopf auf und verletzte sich zudem am rechten Unterarm.

Die Untersuchungen brachten zumindest etwas Entwarnung. Bis auf Prellungen am rechten Unterarm blieb der 21 Jährige ohne weitere Verletzungen. Trotzdem ist an eine Fortsetzung des Rennwochenendes nicht zu denken. Für Rammerstorfer ist die sechste von insgesamt sieben Saisonstationen damit beendet, bevor sie richtig begonnen hat.

Besonders ärgerlich ist der Ausfall auch mit Blick auf die  Top-10 in der Meisterschaft. Rammerstorfer kam mit 46 Punkten und Rang elf an den Nürburgring. Der Weg zurück in die Top Ten wäre dabei alles andere als weit gewesen. Nur drei Punkte trennen ihn aktuell von Alexander Weizel und Maksymilian Palmowski, die mit jeweils 49 Zählern auf den Plätzen neun und zehn liegen.

Damit heißt es für Rammerstorfer nun erst einmal erholen und zuschauen. Eine letzte Chance auf weitere Punkte bleibt in dieser Saison noch. Vom 25. bis 27. September steht am Hockenheimring das siebte und letzte Rennwochenende der EURO MOTO 2026 an.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann