Donnerstag, 30. Juni 2022

DTM Rekord-Starterfeld erfordert längste Boxengasse in der Geschichte des Norisring

  • DTM Norisring powered by BMW M: Hautnah vor Ort erleben oder Live im TV
  • Logistische Herausforderung für alle Beteiligten
  • Es ist angerichtet: Norisring bereit für das große Motorsport-Festival

Der Norisring und die Steintribüne © DTM

Das Rennen am Norisring wird gerne mit der Formel 1 in Monaco verglichen und wird daher oft auch „fränkisches Monaco“ genannt. Es ist das besondere Flair am Dutzendteich, die großartige Atmosphäre auf der vollen Steintribüne und die Promis im Grid. Was Monaco und Norisring noch gemeinsam haben, ist, dass beide keine permanente Rennstrecken sind. Das erfordert Jahr für Jahr unendlich viel Arbeit und einige ungewöhnliche Maßnahmen. Das Rekord-Starterfeld der DTM mit aktuell 27 Rennwagen von Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-AMG und erstmals Porsche – soviel wie noch nie in Nürnberg seit dem DTM-Comeback 2000 – erfordert ebendort eine längere Boxengasse, die mit 170 Metern gleich um 50 Meter länger ausfällt als noch im Vorjahr. Und auch das Boxenzelt ist so groß wie nie zuvor. Auch die Mitglieder des ausrichtenden Motorsport Club Nürnberg (MCN) leisten viele Arbeitsstunden für die Installation von Leitplanken, Sicherheitszäunen, zusätzlichen Tribünen und Reifenstapeln rund um den 2,3 Kilometer langen Kurs. Wenn die insgesamt zwölf Rennen – je zwei von DTM, DTM Trophy, DTM Classic, BMW M2 Cup, TCR Europe Series und Ferrari Club Deutschland Racing Series – am Wochenende (1. bis 3. Juli) unter dem Namen DTM Norisring powered by BMW M ausgetragen werden, können nicht nur die Fans an der Rennstrecke, sondern auch die Zuschauer auf der ganzen Welt ein TV-Programm von insgesamt 25 Stunden und mit faszinierenden Bildern aus 56 Kamerapositionen verfolgen. Die DTM Norisring powered by BMW M wird in über 70 Ländern übertragen.

Die neue Boxenanlage wurde bereits seit März geplant, der Aufbau begann am 13. Juni und wurde vor einer Woche abgeschlossen, einschließlich behördlicher Abnahme. Die nun 170 Meter lange Einrichtung präsentiert sich als Doppelstock-Anlage. Neben den Teamgaragen sind im Erdgeschoss die Logistik für die Technische Abnahme, TV und Rettungs-Crew untergebracht. Als Fan-Highlight wurde auch wieder eine Pit View Box eingeplant, mit direktem Blick in die Boxen zweier unterschiedlicher Teams. Im Obergeschoss befindet sich die Sieger-Empore sowie das einheitliche Team-Catering und die DTM Power Lounge. Die Erweiterung der Boxenanlage hat keinen Einfluss auf die übliche Platzierung der Container für Rennleitung und Zeitnahme, die MCN-Hospitality und die Boxengassentribüne.

„Der diesjährige Aufbau toppt einfach alles. Die längste Boxengasse in der Geschichte des Norisring, das gab es noch nie. Diese gewaltige Boxenanlage inklusive des Zeltes, das ist alles sehr beeindruckend. In diesem Projekt steckt so viel Detailarbeit, Wahnsinn. All das kann nur gelingen, wenn alle Parteien gut zusammenarbeiten, und das ist hier ganz klar der Fall“, sagt Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR, und fügt hinzu: „Lobend erwähnen möchte ich die extrem gute Zusammenarbeit mit dem Motorsport Club Nürnberg. Das macht großen Spaß so.“

Die heiße Phase des Rennstrecken-Aufbaus umfasst die letzten sechs Wochen vor dem Renntermin und für den Rückbau die beiden Wochen danach. Die gesamte Vorbereitungszeit für diese Großveranstaltung beläuft sich auf neun Monate, in denen gut 200 MCN-Mitglieder und weitere 400 ehrenamtliche Helfer über 10.000 Arbeitsstunden leisten. Für die Rennstrecke müssen etwa fünf Kilometer Leitplanken und und Sicherheitsfangzaun montiert werden, dazu etwa zweieinhalb Kilometer Beton-Elemente, die ebenfalls der Streckenbegrenzung dienen. Zur Sicherheit tragen auch gut 110 sogenannte Sixpacks bei, die aus Reifenstapeln mit jeweils sechs Reifen bestehen. Darüber hinaus müssen Sitzplatztribünen für zusätzliche 25.000 Zuschauer errichtet, etwa zwölf Kilometer Bauzaungitter aufgestellt sowie je drei Kilometer Wasser- und Abwasser-Leitungen und mehr als fünf Kilometer Stromkabel verlegt werden. Auch die regelmäßigen Schulungen der Sportwarte der Streckensicherung, den sogenannten Streckenposten, zum Erhalt der erforderlichen DMSB-Marshall-Lizenz gehören zur Vorbereitung dazu, um den Fahrern und Fahrerinnen der sechs Rennserien am Norisring-Wochenende eine bestmögliche Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.

Schließlich steht das DTM Norisring powered by BMW M im Fokus der Motorsport-Enthusiasten, sowohl vor Ort als auch rund um den Globus. Aus quasi jedem Blickwinkel, aus 56 Kameraperspektiven, wird die faszinierende Rennaction eingefangen, insgesamt 16 Kilometer Kabel wurden dazu im Veranstaltungsareal verlegt. An den drei Event-Tagen produziert DTM-Partner TV Skyline insgesamt über 25 Stunden Programm mit 60 Livestreams und über 250 sogenannten InRace-Clips, kurzen Video-Schnipseln, die bereits während des Rennens weltweit verfügbar sind. Allein die DTM-Rennen, die im deutschsprachigen Raum von ProSieben live übertragen werden, sind in über 70 Ländern zu sehen.

Und noch ein Novum: Der sogenannte TV-Compound, der Stellplatz für die Übertragungswagen, ist erstmals in das Fahrerlager-Umfeld eingebettet, so dass der Zuschauer sich ein Bild „vom Bild“ machen kann.

Tickets für das einzigartige Motorsport-Spektakel in Nürnberg gibt es heute noch im Vorverkauf unter tickets.dtm.com, via 01806 991166 und ebay.de sowie während des Events an den Tageskassen.


Kurzfristiger Fahrerwechsel in der DTM am Norisring

Franzose Franck Perera startet im GRT Lamborghini

  • Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera übernimmt das Auto mit der Startnummer 19
  • Debüt in der DTM, Erfahrung mit dem Norisring
  • DTM Norisring powered by BMW M – der Sommer-Höhepunkt der Traditionsserie

DTM-Premiere: Franck Perera (FRA) startet am Norisring im #19 GRT Lamborghini © DTM

Der Franzose Franck Perera startet beim DTM Norisring powered by BMW M im Lamborghini Huracán des Grasser Racing Teams (GRT). Der 38-Jährige ersetzt im Lamborghini mit der Startnummer 19 den erkrankten Schweizer Rolf Ineichen. Wie Teamkollege Mirko Bortolotti (ITA), der als Tabellenzweiter am Wochenende (1. bis 3. Juli) auf dem Stadtkurs von Nürnberg antritt, ist Perera Werksfahrer der Lamborghini Squadra Corse. Die DTM ist für Perera zwar Neuland, den Norisring kennt er jedoch aus seiner Zeit in der Formel-3-Euroserie 2004 und 2005.

„Es freut mich sehr, das erste Mal in meiner Karriere in der DTM an den Start zu gehen. Ich werde mein Bestes geben, um Rolf mit der Startnummer 19 würdig zu vertreten“, äußert sich Franck Perera zu seinem spontanen Einsatz. „Es ist außerdem schön, wieder mit GRT zusammenzuarbeiten und zurück am Norisring zu sein. Ich habe aus meiner Zeit in der Formel 3 sehr gute Erinnerungen an diesen tollen Ort und kann es kaum erwarten, dort nach so einer langen Zeit wieder Rennen zu fahren.“ Perera, ehemaliger Formel-1-Testfahrer von Toyota, stand insgesamt zwei Mal in vier Formel-3-Rennen auf dem Norisring als Dritter auf dem Podium, jeweils mit Lewis Hamilton als Sieger. Mit GRT erzielte Perera zwischen 2019 und 2021 zahlreiche Erfolge, darunter auch den Sieg in der GTD-Kategorie bei den 24 Stunden von Daytona, unter anderem zusammen mit Bortolotti und Ineichen.

GRT-Teamchef Gottfried Grasser denkt zunächst an Rolf Ineichen: „Rolf ist Anfang der Woche überraschend erkrankt und ich wünsche ihm im Namen der gesamten Mannschaft von Grasser Racing gute Besserung.“ Mit Blick auf Franck Perera ergänzt der Österreicher: „Wir sind erleichtert, dass Franck so spontan einspringen kann. Mit ihm haben wir in den vergangenen Jahren ausgezeichnet zusammengearbeitet. Gerade am Norisring ist es ein Glück, ihn als Ersatz zu haben. Wir sind zum ersten Mal auf dieser Strecke und da ist es wichtig, in dieser unerwarteten Lage auf einen Fahrer zurückgreifen zu können, der das Team kennt.“ Der Österreicher setzt insgesamt vier Lamborghini in der DTM ein – zwei für Bortolotti und Perera sowie zwei für Clemens Schmid (AUT) und Alessio Deledda (ITA).

„Auch wir wünschen Rolf Ineichen gute Besserung“, so Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR. „Mit Franck Perera gibt kurzfristig ein sehr erfahrener Lamborghini-Werksfahrer sein Debüt in der DTM. Es wird spannend zu sehen, wie er sich als DTM-Neuling in diesem enorm starken Starterfeld schlagen wird. Das Gute ist, er kennt den Norisring schon.“

Die DTM Norisring powered by BMW M trägt in der Franken-Metropole die Saisonrennen sieben und acht aus. Insgesamt zwölf Rennen, darunter neben DTM auch DTM Trophy und DTM Classic, sorgen für ein echtes Motorsport-Festival auf dem Stadtkurs.


Mittwoch, 29. Juni 2022

DTM-Piloten mit großem Respekt vor dem Straßenkurs in Nürnberg

  • DTM-Legende Leopold Prinz von Bayern kontert selbstbewusstem Ricardo Feller
  • Lokalmatador Marco Wittmann lobt die Zusammenarbeit mit Renndirektor Scot Elkins
  • Titelverteidiger Maximilian Götz: „Längere Boxenanlage großartige Leistung aller Beteiligten“

Lokalmatadore: M. Götz, M. Wittmann (l-r) © DTM

Norisring ist anders als die anderen Rennstrecken im DTM-Kalender. Es ist der einzige Straßenkurs, der einzige Stadtkurs, eben das „fränkische Monaco“. In die Vorfreude der DTM-Piloten mischt sich auch Respekt vor dieser Herausforderung. „Man muss so nah wie möglich an die Mauer heranfahren“, sagte Ricardo Feller in der DTM-Pressekonferenz vor dem DTM Norisring powered by BMW M (1. bis 3. Juli) über die Mauer ausgangs des Schöller-S. Der junge Schweizer, der zuletzt in Imola mit seinem ABT Audi R8 seinen ersten DTM-Sieg feierte, fährt zum ersten Mal auf dem Norisring, hat sich mit Videos vorbereitet und will sich beim Track-Walk am Donnerstag die Tücken der Rennstrecke genauer anschauen. „Ich weiß, wie breit mein Audi ist“, sagt Feller selbstbewusst. Da kann Leopold Prinz von Bayern, der seit 1967 viele Rennen auf dem Norisring bestritten hat, nur schmunzeln: „Ich habe mir mindestens schon zehn Spiegel an der Mauer abgefahren.“ Der US-Amerikaner Dev Gore freut sich besonders auf den Norisring: „Ich mag Straßenkurse, kenne solche Strecken vor allem aus meiner Heimat USA“, so der Überraschungszweite in Imola im Rosberg Audi.

„Die Fans können zwei actionreiche Rennen am Norisring erwarten“, ist Maximilian Götz (WINWARD Racing Mercedes-AMG) überzeugt, der auf seiner Hausstrecke im vergangenen Oktober seinen ersten DTM-Titel einfuhr. „Es ist an der Zeit, wieder aufs Podium zu springen“, gibt Götz als Ziel für sein Heimrennen aus. Dafür will er sich unbedingt im Qualifying verbessern und einen besseren Startplatz erkämpfen als in den bisherigen Saisonrennen. Doch auch der Qualifying-Modus ist am Norisring anders, denn die 27 Rennwagen werden auf dem 2,3 Kilometer langen Kurs in zwei Gruppen aufgeteilt. „Ich kenne den Modus von früher vom Kartsport“, so Götz. „Der Modus funktioniert gut.“ Auch Marco Wittmann, der nur wenige Kilometer von der Rennstrecke entfernt wohnt, sieht die Qualifying-Aufteilung positiv, schließlich hat somit jeder Fahrer eine größere Chance auf eine freie Runde. „Das ist eine gute Lösung, fair für alle.“ Der zweimalige DTM-Champion lobt dabei vor allem die Zusammenarbeit mit Scot Elkins, dem DTM-Renndirektor: „Scot Elkins ist absolut offen für unsere Vorschläge. Es gibt einen engen, offenen Austausch zwischen uns Fahrern und ihm – das ist wirklich vorbildlich.“

Götz und Wittmann fanden in der Video-Pressekonferenz auch für die verlängerte Boxengasse lobende Worte. „Das ist eine großartige Arbeit aller Beteiligten vom Motorsport Club Nürnberg und der ITR.“ Für das Rekord-Starterfeld der DTM wurde die nicht permanente Boxenanlage von 120 auf 170 Meter erweitert. „Das erhöht die Sicherheit, auch für die Mechaniker“, betont Wittmann, der sehr gerne im Walkenhorst BMW seinen ersten Heimsieg von 2018 wiederholen möchte. Aus Sicherheitsgründen ist in der Boxengasse am Norisring nur Tempo 40 anstatt der üblichen 60 km/h erlaubt.

Für Leopold Prinz von Bayern steht fest: Er will das Rennwochenende auf jeden Fall genießen. „Ich habe so unglaublich viele tolle Erinnerungen an den Norisring! Ich freue mich darauf, viele Freunde zu wiederzusehen und wieder dort zu fahren, auch wenn die Strecke anstrengend ist und es kaum Passagen gibt, um sich zu erholen.“ Der ehemalige BMW-Werksfahrer, der heute als BMW-Markenbotschafter intensiv in das Jubiläum 50 Jahre BMW M eingebunden ist, teilt sich mit seinem Freund Marc Hessel, dem DTM-Dritten von 1987, das Cockpit eines BMW 320i mit typisch bayerischem Design. „Poldi“ ist überzeugt: „Es wird großartig!“


DTM Classic Cup auf dem traditionsreichen Norisring

Mister Norisring und Leopold Prinz von Bayern geben sich die Ehre

  •     „Poldi“ teilt sich mit Marc Hessel ein BMW-Cockpit – Bruno Spengler ebenfalls im BMW
  •     Insgesamt sieben ehemalige DTM-Helden am Start – auch Stuck, Manthey, Nissen, Mücke
  •     Kultstatus bei den Fans: Ford Mustang, Opel Calibra, Opel Astra V8

Bruno Spengler startet wieder am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Der Norisring. Die traditionsreiche Rennstrecke in Nürnberg erlebt am Wochenende (1. bis 3. Juli) eine Gala der einzigartigen Geschichte der DTM. Sieben frühere DTM-Helden und 24 klassische Tourenwagen aus der Epoche zwischen 1984 und 2007 treffen sich zum rasanten Stelldichein beim zweiten Auftritt des DTM Classic Cup – und Rallye-Legende Walter Röhrl gesellt sich am Sonntag als interessierter Beobachter hinzu. Im Fokus steht vor allem Leopold Prinz von Bayern. Der Ur-Ur-Urenkel von König Ludwig I. wird im BMW genauso beherzt Gas geben wie eh und je, daran hindern ihn auch seine 79 Jahre nicht, die er vor wenigen Tagen feiern durfte. Zudem trifft „Poldi“ am Norisring auf seinen „alten Spezl“ Hans-Joachim Stuck, der schon im Vorjahr mit seinem ehemaligen DTM-Meisterauto Audi V8 von Anton Werner rund um die Steintribüne groß aufgeigte.


Bereits beim Premierenrennen der DTM 1984 im belgischen Zolder war Leopold Prinz von Bayern am Start, ebenso bestritt er die DTM-Saisons 1988 bis 1992. Für den adligen Bayern hatte der Norisring schon immer eine besondere Bedeutung, dort startete er auch schon im BMW M1 sowie im Porsche 956, mit dem er 1984 bei den 24 Stunden von Le Mans als Vierter einen seiner größten Erfolge feierte. Im DTM Classic Cup teilt sich „Poldi“, wie er nicht nur im Fahrerlager volksnah genannt wird, das Cockpit des passend mit bayerischen Rauten gebrandeten Donner & Reuschel-BMW 320i von 2.0 Automotive mit seinem Freund Marc Hessel, dem DTM-Dritten von 1987.

Neben der DTM und der DTM Trophy ist die DTM Classic ein weiteres Highlight für die Zuschauer: 24 klassische Tourenwagen mit insgesamt 28 Fahrern aus sieben Nationen, jeder mit einer eigenen Geschichte. Im Fahrerlager können die faszinierenden Autos hautnah bewundert werden. Auch die legendären Fahrer sind dort anzutreffen. Am Sonntag wird sogar Rallye-Legende und Ex-DTM-Pilot Walter Röhrl vor Ort sein und unter anderem auf den BMW 2002 Turbo von Schnitzer Classic treffen, mit dem er 1977 bei den „200 Meilen von Nürnberg“ am Start war.

Zu den heimlichen Stars im Starterfeld zählen der bullige Ford Mustang, mit dem einst Gerd Ruch die DTM-Fans verzückte, der infernalisch-hochdrehende Opel Calibra V6 4x4, mit dem die Rüsselsheimer 1996 sogar einen Fünffach-Triumph am Norisring feierten, und das Opel Astra V8 Coupé von Klaus Hoffmann und Tim Schrick, mit dem Joachim Winkelhock 2000 am Norisring die Pole-Position eroberte und der daraufhin mit spektakulären Flügeltüren ausgestattet wurde. Der Mustang, von Besitzer Guido Momm für das Norisring-Spektakel extra ausgeliehen, und der Calibra werden beide von BWT Mücke Motorsport eingesetzt und in den beiden Rennen abwechselnd von Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke und von Ronny Scheer pilotiert.

Mit insgesamt 14 BMW haben die Münchner einen besonders großen Auftritt an der Noris. BMW Classic schickt dafür sogar „Mr. Norisring“ Bruno Spengler in die Franken-Metropole, wo der ehemalige DTM-Champion und mit fünf DTM-Siegen Norisring-Rekordhalter den BMW 320i des ehemaligen DTM-Fahrers Johnny Cecotto steuern wird. Damit traut sich der Kanadier sogar einen Podiumsplatz zu. Mit seinem ehemaligen BMW M3 aus vergangenen Schnitzer-Tagen kehrt der Däne Kris Nissen zum Norisring zurück, wo er 1994 im Alfa Romeo 155 V6 Ti aus dem Team des Nürnbergers Horst Schübel in der DTM triumphierte. Der ehemalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey startet zusammen mit Peter Schumann in einem BMW 635 CSi. Vater Herbert und Bruder Nico Wittmann folgen im BMW M3 den Spuren von Marco Wittmann, dem mit zwei DTM-Titel erfolgreichsten Familienmitglied, der im neuen BMW M4 von Walkenhorst Motorsport in der DTM vor heimischer Kulisse kräftig punkten will.

Dienstag, 28. Juni 2022

Marco Wittmann und Maximilian Götz: Zwei DTM-Champions beim Jubiläum am Norisring vor heimischer Kulisse

  •     DTM-Tradition: Rennen 49 und 50 auf dem Stadtkurs in Nürnberg
  •     DTM-Debüt: Ayhancan Güven debütiert als Cassidy-Ersatz im Ferrari
  •     DTM Classic mit „Mr. Norisring“ Bruno Spengler, Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern

Heimspiel für Marco Wittmann am Norisring
Foto: Jens Hawrda

Heimspiel für die DTM-Champions Marco Wittmann und Maximilian Götz, Debüt für den Türken Ayhancan Güven im Ferrari, Rückkehr von „Mr. Norisring“ Bruno Spengler mit Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern in der DTM Classic – die DTM Norisring powered by BMW M am Wochenende (1. bis 3. Juli) ist das Sommer-Highlight der Traditionsserie. Gleich im Premierenjahr 1984 startete die DTM auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg, jetzt steht ein Jubiläum bevor: am Samstag das 49. und am Sonntag das 50. DTM-Rennen.

Auch für Maximilian Götz ist der Norisring das Heimrennen
Foto: Jens Hawrda


Die DTM mit ihrem Rekord-Starterfeld und den Rennwagen von Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini, Mercedes-AMG und erstmals Porsche, dazu die Talentschmiede DTM Trophy und die DTM Classic mit Tourenwagen früherer Jahre und der BMW M2 Cup, die TCR Europe Series und die Ferrari Club Deutschland Racing Series – sechs Rennserien, die von Freitag bis Sonntag mit insgesamt zwölf Rennen für ein wahres Motorsport-Festival im „fränkischen Monaco“ sorgen. Die Zuschauer können sich nicht nur auf viel Action auf der Rennstrecke freuen, sondern auch auf die einzigartige Atmosphäre im Fahrerlager und am Dutzendteich, auf Autogrammstunden, Pitwalk und ein attraktives Bühnen- und Event-Programm – und das bei herrlichem Sommerwetter mit bis zu 30 Grad.

Mit Spannung wird ein Novum am Norisring erwartet. Ausnahmsweise werden die beiden DTM-Qualifyings in zwei Gruppen ausgetragen. Damit gewährleistet die DTM-Organisation ITR, dass jeder Fahrer eine faire Chance auf eine möglichst freie Runde auf dem 2,3-km-Kurs hat, um seine persönliche Bestzeit und damit den bestmöglichen Startplatz zu erzielen.

Acht Monate nach dem Finale der DTM 2021 an gleicher Stelle lautet die Frage: Wer geht als „Halbzeit-Meister“ in die achtwöchige Sommerpause? Als Spitzenreiter startet der Südafrikaner Sheldon van der Linde (80 Punkte) im Schubert BMW ins vierte von insgesamt acht DTM-Rennwochenenden, gefolgt vom Italiener Mirko Bortolotti (68) im GRT Lamborghini, dem Schweizer Nico Müller (62) im Rosberg Audi, dem Österreicher Lucas Auer (60) im WINWARD Mercedes-AMG und dem dreimaligen DTM-Champion René Rast (GER/49) im ABT Audi, der in Imola seinen ersten Saisonsieg feierte.

Vor allem der amtierende Champion Maximilian Götz hofft vor heimischer Kulisse auf eine Trendwende. Das Mitglied des ausrichtenden Motorsport Club Nürnberg (MCN) hat im WINWARD Mercedes-AMG erst fünf Punkte einfahren können. . Für den 35-Jährigen aus dem nahen Ochsenfurt gäbe es kaum einen besseren Platz für die Kehrtwende als den Norisring. Der zweite Lokalmatador ist Marco Wittmann. Der zweimalige DTM-Champion hat sich perfekt in Form gebracht, eroberte zuletzt in Imola seine erste Podiumsplatzierung mit dem neuen BMW M4 von Walkenhorst Motorsport, womit er sich auf den neunten Punkterang vorschob. 2018 gelang dem Fürther der erste Heimsieg. „Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke - so episch, so besonders, so emotional!“

Red Bull AlphaTauri AF Corse präsentiert zum Jubiläum am Norisring einen Rookie: Ayhancan Güven. Der 24-jährige Türke – die 33. Nation in der DTM-Geschichte – vertritt den Neuseeländer Nick Cassidy im Ferrari 488. Für Güven ist es ein einmaliges Gastspiel.

Für ein großes Wiedersehen am Norisring werden auch Bruno Spengler, Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern sorgen. Der Kanadier Spengler hat sich auf der Traditionsstrecke mit der Rekordzahl von fünf DTM-Siegen den Beinamen „Mr. Norisring“ verdient, „Strietzel“ Stuck und „Poldi“, haben bereits seit den Siebzigern die Geschichte dieser Rennstrecke rund um die alte Steintribüne mitgeprägt. Beim zweiten Rennwochenende des DTM Classic Cup mit ehemaligen DTM-Boliden aus der Zeit von 1984 bis 2007 steuern Spengler und „Poldi“ einen BMW, Stuck einen Audi. Mit Kris Nissen (BMW), Marc Hessel (BMW) und Stefan Mücke (Opel) sind insgesamt sechs ehemalige DTM-Helden in der DTM Classic am Start.