Dienstag, 2. Juni 2026

Euro Moto Superbike: Erster Siegerpokal 2026 für Markus Reiterberger

Markus Reiterberber holt ersten Sieg
Foto: Jens Hawrda

Erstmals in der Geschichte der Euro Moto und damit auch erstmals in der langen und erfolgreichen Geschichte des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW ging die Reise auf die tschechische Moto Grand Prix Strecke von Brünn. Teamchef Werner Daemen war dieses Mal nur mit drei Piloten angereist. Mit dabei Markus Reiterberger (D), Jan Mohr (A) und Milan Merckelbagh (NL). Hannes Soomer (EST) war dem Ruf aus der BWM-Chefetage gefolgt und vertrat den verletzten Danilo Petrucci beim Rennen der World Superbike im spanischen Aragon. 

Markus Reiterberger hatte sich mit einem Extra-Test optimal auf die nicht wirklich vertraute Strecke vorbereitet. Zur Verstärkung war sein Fan-Club angereist und verpasste dem Piloten eine extra Ladung Motivation. Der BMW-Pilot mischte in allen Trainings vorne mit und eroberte nach dem direkten Einzug in die Superpole 2 die dritte Startposition, die seinen Ehrgeiz allerdings nicht so ganz zufriedenstellte. «Das habe ich wohl selbst verbockt», meinte er mit Blick auf die verpasste Pole-Position. «Aber Danke ans Team, ich hätte besser und schneller fahren können, war zu Beginn aber einfach zu vorsichtig. Nach dem Regenschauer im Training kurz vor uns war ich mir nicht sicher, ob der Asphalt schon wieder trocken oder noch feucht war. Da bin ich ein paar Runden rumgeeiert. Als ich die Abstände nach vorne sah, dachte ich mir, das muss doch gehen und habe noch schnell ein 1.57 min-Runde hingebrannt.»

Im ersten Rennen hatte sich Markus Reiterberger wie die gesamte Konkurrenz für die weiche Reifenmischung entschieden. Anfangs sah die Nummer auch komfortabel aus, was sich in einer bequemen Führung widerspiegelte. Am Schluss war es allerdings der Vorderreifen, der ihm einen Strich durch die Siegerrechnung machte. «Das war ein verschenkter Sieg», meinte er nüchtern nach seiner Ankunft auf Rang 3. «Das Bike war super und ich konnte gut attackieren. Am Hinterreifen habe ich gespart. Aber mit dem Vorderreifen habe ich nicht gerechnet. Die letzten zwei Runden fuhr ich wie auf Eiern. Da kam dann Marcel Schrötter durch. Im Bergauf-Stück bin ich in den Neutral-Gang gekommen und habe dadurch noch einen Platz an Florian Alt verschenkt.»

Revanche war das klare Motto im Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW für Lauf 2. Und Reiterbergers Siegeshunger setzte sich durch, obwohl er sich in den letzten Runden mit allem, was er hatte, gegen Lukas Tulovic wehren musste. Doch am Ende konnte Reiterberger sich von seinem mitgereisten Fan-Club feiern lassen. Immerhin lag sein letzter Sieg in der nationalen Meisterschaft schon 3,5 Jahre zurück. «Das erste Rennen lag mir im Magen», offenbarte er nach seiner Siegfahrt am Nachmittag. «Ich habe beim Hinterreifen dann auf einen SC2 gesetzt. Immerhin bin ich mit dem schon vier Mal Meister geworden und er hat mich noch nie im Stich gelassen. Am Ende hatte ich zwar auch ein paar Probleme, aber ich hatte ein tolles Bike und es hat gereicht.»

Jan Mohr war wieder aus dem benachbarten Österreich angereist und kommt nach seiner Rückkehr ins Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit zwei Top Ten-Ergebnissen immer besser in Fahrt. Auch wenn Mohr eindeutig mehr will, als wie in Brünn auf den Plätze 10 und 9 im Ziel zu landen. «Ich war auf jeden Fall gut dabei», fasst der Vorarlberger sein Tschechien-Wochenende zusammen. «Im Pre Practice war ich Achter, im dritten freien Training am Samstagmorgen sogar Sechster. Der Regenschauer kurz vor der Superpole 1 hat mir dann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin mit Regenreifen raus und das war im Nachhinein betrachtet die falsche Entscheidung. Mit Startplatz 13 macht man sich dann in den Rennen das Leben selber schwer.»

«Es hat ein paar Runden gedauert, bis ich mich in den beiden Rennen auf den zehnten Platz vorgekämpft hatte. Ich bin dann ähnliche Zeiten, wie die Jungs auf Platz 5 gefahren. Aber die Lücke zu der Gruppe vor mir war einfach jedes Mal zu groß. Im zweiten Lauf ist Toni Finsterbusch noch vor mir gestürzt, sodass es im Ziel für mich Platz 9 geworden ist. Happy bin ich mit den Ergebnissen nicht, denn ich weiß, es wäre mehr drin gewesen im Training. Aber die eine Session hat eben nicht hingehauen. Vom Grund-Speed her läuft es gut und beim nächsten Rennen in Most will ich den nächsten Schritt nach machen.»

Milan Merckelbagh bewies beim Premieren-Wochenende in Brünn vor allem am Samstag sein ganz spezielles Talent. Kurz vor dem Training der Superpole 1, bei dem die drei schnellsten noch in der Superpole 2 mit insgesamt neun Fahrern um die beste Startposition kämpfen, war ein kräftiger Regenschauer über die Rennstrecke von Brünn niedergegangen, nur um kurz drauf gleich wieder abzutrocknen. Genau die gemischten Bedingungen, die viele Fahrer so gar nicht mögen, und für die Merckelbagh ein besonderes Talent hat. Auch wenn er seiner Boxen-Crew noch ein Schreck versetzte, als er zu Beginn des Trainings dem Kiesbett einen kurzen Besuch abstattete. Doch davon lässt sich ein wasserfester Niederländer nicht erschüttern. Mit flotten Runden fuhr er auf direktem Weg in die Superpole 2. Mit Startplatz 9 durfte Merckelbagh in beiden Rennen aus Reihe 3 los. Was ihm allerdings kein Glück brachte.

Zwei 14. Plätzen, damit vier Punkte in der Gesamtwertung, nahm der Pilot vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW als Souvenir aus Tschechien mit. Im ersten Rennen kassierte er wegen eines von der Rennleitung geahndeten Frühstarts zwei Long Laps. Dieser Zeitverlust ließ sich über die Distanz nicht mehr wettmachen. Auch in Lauf 2 konnte Merckelbagh nicht zeigen, was er draufhat. «Der Start war ganz gut», meinte er nach der Zielankunft, «die erste Runde war auch ziemlich stark. In der zweiten Runden allerdings, ich war auf dem Weg zu Turn 10, hat die Bremse nicht optimal gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass ich nicht wie geplant durch die Kurve kam und durch den Dreck musste. Dann habe ich versucht, die Lücke zu den Vorderleuten wieder zu schließen, aber sie war durch den Zwischenfall einfach zu groß und ich landete wieder auf P14.»

Montag, 1. Juni 2026

Zusammenfassung ADAC Race-Weekend Oschersleben

Großartiger Motorsport bei wechselhaftem Wetter in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda


An diesem Wochenende fand das ADAC Racing Weekend in der Motorsport Arena Oschersleben unter wechselhaften Wetterbedingungen statt.

Am Samstag eröffnete die Porsche Sprint Challenge GT3 & GT4 das Rennwochenende mit dem ersten freien Training, gefolgt vom NATC (Norddeutscher ADAC Touren-wagen Cup).

Im Infield der Arena fand parallel ein Car Meet statt, das knapp 100 Fahrzeuge aus der Region zur Teilnahme an der Fahrzeugausstellung lockte.Hier konnten die Motorsportbegeisterten ihren Sound am Stand der Lautstärkemessung testen lassen und ihre Fahrzeuge beim Show&Shine Wettbewerb bewerten lassen.

Am Nachmittag startete das erste Rennen des Wochenendes bei bestem Wetter.

Nach einem spannenden Finale der STT (Spezial Tourenwagen Trophy) ging der Sieg an Peter Terting und Thomas Frank auf dem Porsche GT4 RS.

Es folgte die neu etablierte Rennserie von GEDLICH Racing – die GT Summer Series. Hier fuhr Thomas Westarp mit seinem Audi R8 LMS GT3 auf den ersten Platz.

Abgerundet wurde der Samstag vom ersten Sprintrennen des NATC, bei dem Franjo Kovac sich mit seinem Mercedes AMG behaupten konnte.

Der Sonntag begann mit den Qualifikationen der STT und des NATC. Danach folgten die restlichen sechs Rennen des Wochenendes.

In der Porsche Sprint Challenge GT3 konnte sich im ersten Rennen Jan Antoszweski den Sieg sichern. In der Porsche Sprint Challenge GT4 ging der erste Platz an Rasmus Vendelbo, was ihm ebenfalls im zweiten Rennen am frühen Nachmittag gelang.

Einsetzender Regen machte den Fahrern im anschließenden Rennen der GT Summer Series zu schaffen. Dennoch konnte sich Thomas Westarp den anderen elf Teilnehmern gegenüber beweisen und fuhr erneut einen Sieg ein.

Auch das zweite Rennen der STT wurde als „Wet Race“ deklariert. Hier konnte sich Kyam Potez mit dem Mercedes AMG GT4 durchsetzen.

Bei strahlendem Sonnenschein startete das zweite und letzte Porsche-Rennen. In der GT3 Challenge konnte sich Joel Hohmann auf dem Siegertreppchen einfinden.

Im Anschluss stand das zweite NATC Sprintrennen auf der Agenda, welches bei starkem Regenfall stattgefunden hat. Holger Redlich konnte sich trotz allem den ersten Platz sichern.

Abgeschlossen wurde das ADAC Racing Weekend mit dem dritten Rennen der GT Summer Series, welches fast eine Stunde andauerte. Hier wurde bei unveränderten Wetterbedingungen Thomas Westarp zum letzten Sieger des Wochenendes gekrönt.


Superbike: Sieg für Markus Reiterberger und Tulo ist zurück

Podium Rennen 2 der Superbike
Foto: Michael Praschak

Lukas Tulovic war wieder da. Nicht ganz vorn, aber auf dem Podest. Den zweiten EURO MOTO Superbike-Lauf in Brünn gewann Markus Reiterberger. Der vierfache Champion zeigte eine Glanzleistung. Dritter wurde Marcel Schrötter.

Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) und Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) setzten sich nach drei Runden vom Feld ab. Twan Smits (Apreco Yamaha) überholte Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion). Leon Orgis (ORM Racing) rutschte wie schon im ersten Lauf übers Vorderrad aus der Verfolgergruppe.

Dann kam Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt) ins Spiel. Vor dem Start hatte er sich in Geheimniskrämerei geübt, was die Ursache dafür war, dass er das ganze Wochenende nicht an der Spitze hatte mithalten können. Nur soviel: Das Team habe vor dem zweiten Lauf den Fehler gefunden und ein defektes Teil an der Ducati Panigale V4R ausgetauscht. Die Karten wirklich aufdecken, wollte der Titelverteidiger nicht.

Vom zehnten Startplatz stürmte Tulovic jetzt aufs Podium. Auf der letzten Rille presste er sich an Schrötter vorbei und am Ende schien es auch für Reiterberger noch eng zu werden. Doch der Bayer erwies sich als harter Hund. Tulo schwächelte in der letzten Runde kurz und Reiti nutzte seinen Vorteil aus, um die Ziellinie auf der BMW M 1000 RR um 0,775 Sekunden früher als Tulo auf seiner roten Diva zu erreichen. Es war sein erster Sieg in der Klasse seit dem Hockenheim-Finale 2022. „Das erste Rennen hat mir schwer im Magen gelegen“, meinte er im Rückblick, „jetzt habe ich meinen altbewährten Reifen genommen und es hat gepasst.“ Auch für seinen 50 Mann starken Fanclub, der nach Brünn gekommen war, hatte sich der Ausflug absolut gelohnt. Reiti wurde entsprechend gefeiert.

Für Tulovic war der zweite Platz wie ein Sieg. „Wir hatten am Wochenende Probleme von A bis Z. Ich bin stolz, dass wir das alles so gut umdrehen konnten.“ Schrötter haderte mit zwei Punkten auf dem Automotodrom, hat sich mit den zwei Podiumsplätzen – den ersten Lauf hatte er gewonnen – in eine hervorragende Ausgangsposition für die nächste Veranstaltung in Most in vier Wochen gebracht. In der Gesamtwertung hat ihn das Ergebnis von Brünn nach vorn gespült. Zu Spitzenreiter Tulovic fehlen ihm nur fünf Punkte.

Im Verlaufe des Rennens gerieten Lorenzo Zanetti (Triple M Ducati Racing Frankfurt) und Florian Alt aneinander. Privatfahrer Kevin Orgis (ORM Racing) überholte in der letzten Runde Twan Smits, den einzigen Yamaha-Fahrer im ganzen Feld.

EURO MOTO Superbike, 2. Lauf (Top-Ten)

1. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

2. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

4. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

5. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

6. Florian ALT (DEU/Honda)

7. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

8. Soma GÖRBE (HUN/BMW)

9. Jan MOHR (AUT/BMW)

10.Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)


Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Supersport: Fünf Hundertstelsekunden retten Daniel Blin

Vier Rennen, vier Siege: Daniel Blin hat seine Bilanz nach den Supersport-Rennen
in Brünn weiter in die Höhe getrieben.
Foto: Michael Praschak

Daniel Blin und der vierte Sieg in Folge. Was der polnische Ducati-Fahrer in der EURO MOTO Supersport abliefert, ist einsame Spitze. Sein angereister Fan-Club feierte ihn in Brünn frenetisch. Die Yamaha-Fraktion mit Dirk Geiger und Lennox Lehmann beißt sich die Zähne am Führenden aus.

„Obwohl es ein schweres Wochenende war, an dem wir viel probiert und wir uns im Kreis gedreht haben, war es ein geiles Rennen“, fasste Dirk Geiger den zweiten Lauf in der EURO MOTO Supersport in Brünn zusammen. Für einen Jubelschrei reichte es nicht. Der Apreco-Yamaha-Fahrer verpasste den Sieg um 0,051 Sekunden. Somit hat Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) auch das vierte Saisonrennen gewonnen. Dem 24-jährigen Polen, der 2025 als Gesamt-Dritter abgeschlossen hatte, geht die hiesige Erfolgsbilanz runter wie Öl. „Letztes Jahr wäre das noch komplett unmöglich gewesen.“

Blins Ducati Panigale V2 rannte den Verfolgern auf den Geraden förmlich weg. In den letzten drei Runden waren der Pole sowie die beiden Deutschen Dirk Geiger und Lennox Lehmann die verbliebenen Podestanwärter – so wie in allen bisherigen Rennen der Saison.

Geiger streckte die Hand zum Sieg aus, als er an Blin vorbeizog und der Pole nicht mehr attackieren konnte. Doch die Windschattenspiele endeten zum Schluss doch wieder zugunsten des Ducati-Fahrers, wenn auch nur mit 0,051 Sekunden Vorsprung. Aber alles war wie immer: Blin siegte vor Geiger und Lehmann. Wobei Letzterer niemals gedacht hätte, dass das angeschlagene Tempo über das ganze Rennen anhalten würde. Der Dresdner hat jetzt vier Podiumsplätze in vier Rennen erbeutet. Es war ihm jedoch deutlich anzusehen, dass ihm P3 auf Dauer nicht behagt. Nach seinem schwierigen letzten Jahr, als er nicht ein einziges Mal aufs Siegerpodest durfte, hat er jetzt wieder seine helle Freude daran gefunden, aber eben nicht auf P3.

Der Schweizer Marcel Brenner hatte zu Beginn des Rennens mit seinem Teamkollegen Daniel Blin eine Ducati-Doppelspitze gebildet, konnte sich aber nicht lange in der Nähe des Vierfach-Siegers halten. Auf den letzten Metern wurde er auch noch vom besten Honda-Fahrer im Feld, Marvin Siebdrath, geknackt. Der Sachse von MCA Racing bestätigte mit dem vierten Platz sein Ergebnis vom Vortag. Teamkollege Julius Ahrenkiel-Frellsen schluckte fast gleichzeitig den munter kämpfenden Luca Göttlicher auf der einzigen MV Agusta im Feld. „Lucky Luc“ hatte in Brünn seinen Saison-Einstand gegeben und der F3 800RR ordentlich Leben eingehaucht.

Null Punkte gab es für Freddie Heinrich (Kawasaki Weber). Der Sachsen-Turbo war im Training gestürzt. Die Verletzungen hielten sich in Grenzen: leichte Gehirnerschütterung und etwas Rückenschmerzen. Das Motorrad war hingegen schwer verwundet und bis zum ersten Lauf nicht einsatzbereit. In der Summe aller Komponenten entschied das Team, auch den zweiten Lauf nicht zu bestreiten. Freddie Heinrich wird in vier Wochen im tschechischen Most in bester Verfassung zurückkommen.

EURO MOTO Supersport, 2. Lauf (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (POL/Ducati)

2. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

3. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

4. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

5. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

6. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

7. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

8. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

9. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

10.Filip FEIGL (CZE/Yamaha)


Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sonntag, 31. Mai 2026

Sportbike: Rosenthaler siegt mit Plan und Bestzeit

Jakob Rosenthaler (RT Motorsports Racing) hat auch das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike auf dem Automotodrom Brno gewonnen. Der Österreicher setzte sich am Sonntagmittag nach einem spektakulären Neun-Runden-Krimi gegen Ruben Bijman und Stepan Zuda (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) durch. Lediglich 0,369 Sekunden trennten die drei Erstplatzierten im Ziel voneinander.

Dabei begann das Rennen alles andere als vorhersehbar. Polesetter Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) kam zunächst nicht optimal vom Start weg, machte den verlorenen Boden jedoch bereits in den ersten Kurven wieder gut und setzte sich sogar kurzzeitig vom Feld ab. Lange hielt der Vorsprung allerdings nicht. Bereits ab der dritten Runde übernahm Ruben Bijman die Führung und eröffnete damit einen Schlagabtausch, der sich bis zur Zielflagge hinziehen sollte.

An der Spitze formierte sich eine siebenköpfige Führungsgruppe mit Bijman, Kitzbichler, Rosenthaler, dem Gaststarter Daniel Tureček, Zuda, Julian van Kalkeren und Mika Siebdrath. Die Positionen wechselten durchgehend, während die Fahrer Rad an Rad um jeden Meter kämpften. Dahinter klaffte bereits eine deutliche Lücke. Maksymilian Palmowski (SP Race Project) führte zunächst die Verfolgergruppe an, zwischenzeitlich übernahm auch Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) dort die Führung.

Rosenthaler wartet geduldig auf seine Chance

Während vorne ununterbrochen attackiert wurde, verfolgte Jakob Rosenthaler einen anderen Plan. Der Sieger des Vortages hielt sich zunächst bewusst zurück und beobachtete das Geschehen aus den vorderen Positionen. In der letzten Runde entwickelte sich ein Dreikampf um den Sieg. Rosenthaler verteidigte die Führung mit einer fehlerfreien Runde, während Bijman auf den letzten Metern noch einmal alles versuchte, aber schließlich das Nachsehen hatte. Doppelsieg für Rosenthaler. „Das zweite Rennen heute war ganz anders als gestern. Es gab unheimlich viele Überholmanöver in der Spitzengruppe. Ich habe mich in der ersten Rennhälfte eher zurückgehalten und versucht, die Reifen zu schonen. Mir war klar, dass das am Ende ein entscheidender Vorteil sein könnte”, berichtet der Österreicher nach dem Rennen. In der letzten Runde ließ er schließlich “den Hammer richtig fallen”, wie er selbst sagte und gewann den Lauf mit seiner schnellsten Rennrunde des gesamten Wochenendes. “Ich war in der letzten Runde fast eine Sekunde schneller als in der Vorrunde”, so Rosenthaler und fügt hinzu: “Das Ende ist genauso ausgegangen, wie ich es mir erhofft und geplant hatte.” Er fährt mit 50 weiteren Zählern auf dem Kontostand sowie mit 83 Punkten als Führender in der Gesamtwertung nach Hause.

Zuda beißt Zähne zusammen, Siebdrath feiert

Hinter den beiden sicherte sich Stepan Zuda als Dritter einen weiteren Podestplatz. „Für mich war das ganze Wochenende sehr schwierig. Ich habe noch immer mit den Folgen meiner Handverletzung vom Weltmeisterschaftswochenende zu kämpfen. Die Verletzung schränkt mich beim Fahren deutlich ein. Deshalb bin ich mit Platz drei wirklich sehr zufrieden“, erklärte der Tscheche.

Knapp hinter dem Podium sorgte Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) für ein persönliches Highlight. Der Freudenberg-Pilot fuhr auf Rang vier und erzielte damit sein bislang bestes Ergebnis in der EURO MOTO Sportbike.

Julian van Kalkeren (Pearle Gebben Racing)  komplettierte die Top 5. Der Niederländer hatte mit einem starken Start lange Anschluss an die Spitzengruppe gehalten, musste im Verlauf des Rennens jedoch abreißen lassen. 

Kitzbichler rettet sich

Tobias Kitzbichler rettete nach seinem Zwischenfall in der vorletzten Runde noch Rang sechs ins Ziel. Seine Aprilia begann sich aufzuschaukeln, weshalb der Österreicher weit ging und einen Sturz gerade noch verhindern konnte. Daniel Tureček (Rohac & Fejta Motoracing Team powered by Eder Racing) wurde dabei mit nach außen getragen und landete schließlich im Kiesbett. Für den Lokalmatador war das Rennen damit vorzeitig beendet, während Kitzbichler zwar weiterfahren konnte, den Anschluss an die Spitzengruppe jedoch verlor.

Für Tom Kuil (RT Motorsports Racing) war das Rennen bereits früh beendet. Der Niederländer landete in der dritten Runde in der vorletzten Kurve im Kiesbett und musste das Rennen vorzeitig aufgeben.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  2. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  3. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  4. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  5. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  7. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  8. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  10. Max STAUFFER (#27/AUS), Yamaha YZF-R7

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann