Samstag, 23. Mai 2026

ADAC GT-Masters: Eindrucksvoller BMW-Sieg durch Fourie/Zimmermann in Zandvoort

  • FK Performance Motorsport gewinnt mit Fourie/Zimmermann in den Niederlanden
  • Schubert Motorsport und Holzem-Zwillinge machen BMW-Doppelerfolg perfekt
  • Kalus/Blum im Ford Mustang GT3 auf Rang drei

Die strahlenden Sieger: Tim Zimmermann (l.) und Leyton Fourie (r.) von FK Performance Motorsport
ADAC-Motorsport

Wiederholungstäter am Werk im ADAC GT Masters: Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport) haben in Zandvoort gewonnen – wie bereits im Jahr zuvor. Das Duo im BMW M4 GT3 Evo überquerte mit 3,334 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Sandro und Juliano Holzem (21/Polch/beide Schubert Motorsport) die Ziellinie. Rang drei ging an Niklas Kalus (20/Duisburg)/Kiano Blum (19/AUT/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3. „Zandvoort ist gut zu uns“, strahlte Fourie nach seinem dritten Karriere-Sieg im ADAC GT Masters. „Wir wussten, dass unsere Rennpace hier gut sein würde. Unser schwieriges Wochenende am Red Bull Ring war eine harte Erfahrung, aber ich habe nie an uns und dem Team gezweifelt und wusste, dass wir in Zandvoort stark zurückkommen würden.“ Teamkollege Zimmermann freute sich über seinen fünften Sieg, blieb aber zurückhaltend. „Zandvoort ist ein gutes Pflaster für uns – bis jetzt. Aber das kann sich jederzeit ändern. Ich genieße den Moment und unseren Sieg, bin aber schon gespannt, wie es weitergeht.“

Bei sommerlichen Temperaturen und rund 43 Grad Streckentemperatur blieb am Start zunächst Polesetter Holzem vorne, hatte über seinen gesamten Stint aber mit Gaststarter Alexey Nesov (22/Pure Racing) im Porsche 911 GT3 R zu kämpfen. Vor dem Fahrerwechsel trennte die Kontrahenten weniger als eine Sekunde, während sie sich gemeinsam von ihren Verfolgern absetzten und zum Ende des Stints einen Vorsprung von über sechs Sekunden auf Kalus hatten, der das Verfolgerfeld anführte. Zu dieser Zeit lagen die späteren Sieger nur auf Rang sechs. „Ich hatte keinen guten Start und habe zwei Positionen verloren“, schilderte Zimmermann. „Unser Plan war, die Reifen zu schonen, denn das Rennen in Zandvoort wird im zweiten Stint gewonnen. Alle anderen sind extrem gerutscht und waren am Limit, während ich versucht habe, ruhig zu fahren. Der Plan ging auf.“

Die Boxenstopp-Phase würfelte das Feld nochmals durcheinander, da sowohl Kalus/Blum als auch die späteren Viertplatzierten, Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport), eine Strafe für einen zu kurzen Boxenstopp erhielten. Fourie fand sich kurz nach dem Fahrerwechsel bereits auf Rang drei wieder und griff sofort den zweitplatzierten Porsche von Pure Rxcing an. Eine Safety-Car-Phase brachte nochmals alle Konkurrenten zusammen und Fourie sah seine Chance gekommen. In Kurve eins zog er außenherum am führenden Juliano Holzem vorbei und übernahm die Führung. „Ich habe eine Wette mit ein paar Jungs aus dem Team abgeschlossen“, lachte Fourie. „Vergangenes Jahr habe ich hier zwei Autos außenherum überholt, deshalb musste es jetzt mindestens einmal klappen.“

Der zweitplatzierte Sandro Holzem resümierte: „Mein Stint war relativ gut und ich habe versucht, die Reifen zu managen. Die Pace passte und ich konnte Juliano das Auto mit einem guten Abstand übergeben. Leider war der Re-Start nach dem Safety Car etwas schwierig und Fourie ist direkt vorbeigezogen. Zum Ende hin war Julianos Pace wieder gut. Natürlich ist es jetzt ein bisschen enttäuschend, aber Platz zwei ist ein gutes Ergebnis und morgen ist ein neuer Tag, an dem wir wieder angreifen.“

Dahinter kamen Kalus und Blum trotz Strafe auf Rang drei ins Ziel und waren überglücklich mit dem Ergebnis. „Ich freue mich sehr über dieses Podium, denn wir haben das Maximum herausgeholt“, erklärte Kalus. „In meinem Stint lag der Lamborghini ständig hinter mir und es war Glück, dass ihr Boxenstopp ebenfalls zu kurz war und sie so hinter uns geblieben sind. Dass unsere Pace im Vergleich zu den direkten Konkurrenten zum Ende des Rennens noch so gut war, hat mich besonders gefreut.“

Hinter dem Lamborghini von Zulauf/Hirsiger kamen mit Leo Pichler (24/AUT)/Colin Bönighausen (21/Isernhagen/beide Razoon - more than Racing), Aliaksandr Malykhin (38/GBR)/Alexey Nesov (22/beide Pure Racing) und Mark Kastelic (18/SLO)/Pavel Lefterov (28/BGR/beide Razoon - more than Racing) drei Porsche 911 GT3 R ins Ziel. Jan Duran (18/ESP)/Joseph Ellerine (22/ZAF/beide FK Performance Motorsport) und ihre Teamkollegen Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg) landeten in ihren BMW M4 GT3 Evo auf den Rängen acht und neun. Die Top-10 komplettierten Max Cuccarese (19/ITA)/Alain Valente (29/CHE/beide Haupt Racing Team) im zweiten Ford Mustang GT3.

Erster DTM-Sieg – cooler Cairoli dominiert auf dem Dünenkurs

  • Ferrari-Pilot feiert in Zandvoort ungefährdeten Start-Ziel-Erfolg
  • Auer übernimmt mit Platz zwei die Führung im Gesamtklassement
  • Lokalmatador Vermeulen wird vor seinen Fans Dritter

Zweimal Ferrari auf dem DTM-Podium: Matteo Cairoli (l.) und Thierry Vermeulen (r.)
Foto: ADAC-Motorsport

Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) ist in Zandvoort einfach nicht zu bremsen. Nach Platz eins im Qualifying blieb der Ferrari-Fahrer im Samstagslauf cool und sicherte sich in seinem dritten DTM-Rennen den ersten Sieg. „Ein unglaubliches Gefühl! Trotz meines Vorsprungs war in den letzten Runden höchste Konzentration gefordert, da die Reifen ziemlich stark abgebaut haben. Ich weiß noch, wie ich 2013 zum ersten Mal die DTM geschaut habe. Seitdem war es mein großes Ziel, eines Tages in der Serie zu fahren. Umso glücklicher bin ich über den Sieg. Ich bin mir sicher, dass uns dieser Erfolg einen zusätzlichen Aufschwung für die Saison geben wird“, freute sich Cairoli. Mit einem Rückstand von 3,6 Sekunden überquerte Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) als Zweiter die Ziellinie. Damit beendete der Österreicher jedes der drei bisherigen DTM-Rennen auf dem Treppchen und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Lokalmatador Thierry Vermeulen belegte im zweiten Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing vor seinen Fans den dritten Podiumsplatz.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Saisonrennen 3 von 16

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: 28 Grad, sonnig

Pole-Position: Matteo Cairoli (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 Evo #14), 1:32,974 Minuten

Sieger: Matteo Cairoli (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 Evo #14)

Schnellste Rennrunde: Ricardo Feller (Manthey, Porsche 911 GT3 R #90), 1:34,600 Minuten

Pole-Setter Cairoli zeigte beim Start am Samstagmittag auf dem niederländischen Formel-1-Kurs keine Nerven und behauptete seine Führung. Auer schob sich um eine Position auf Rang zwei vor und verdrängte Vermeulen auf Platz drei. Dahinter folgten der starke Nachwuchsfahrer Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) im Porsche 911 GT3 R und Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter).

Bis zum Pflicht-Boxenstopp hatte Cairoli seinen Vorsprung auf über zwei Sekunden ausgebaut, holte sich in Runde 16 neue Pirelli-Slicks und ging als Erster wieder auf die Strecke. Auer, Vermeulen, Buus und Gounon reihten sich nach ebenfalls guten Reifenwechseln auf den Positionen zwei bis fünf ein. Während die Abstände der Top-Drei in etwa gleich blieben, entwickelte sich dahinter ein spannender Zweikampf zwischen Buus und dem immer wieder attackierenden Gounon. Der erst 22-jährige Däne ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und wehrte im Neunelfer jeden Angriff seines französischen Konkurrenten ab. Nach 36 fehlerlosen Runden wurde Cairoli als Erster vor Auer, Vermeulen, Buus und Gounon abgewunken.

McLaren-Pilot Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) beendete das dritte DTM-Rennen als Sechster. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) konnte sich mit einem späten Reifenwechsel auf Position sieben verbessern, fiel in der Tabelle jedoch hinter Markenkollege Auer auf Rang zwei zurück. Den achten Platz sicherte sich Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (A/Manthey), bester Lamborghini-Pilot war Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) als Neunter. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) komplettierte im Aston Martin Vantage GT3 die Top-Ten.

Weitere Stimmen zum Rennen

Lucas Auer: „Der zweite Platz ist ein super Ergebnis. Es war das erste Rennen mit den neuen DTM-Reifen unter diesen warmen Bedingungen, daraus können wir viele neue Erkenntnisse gewinnen. Matteo Cairoli hat das Rennen dominiert und verdient seinen ersten Sieg geholt. Am Sonntag werden die Karten neu gemischt, dann wollen wir wieder vorne angreifen.“

Thierry Vermeulen: „Ich freue mich riesig, dass ich es bei meinem DTM-Heimspiel in Zandvoort endlich aufs Podium geschafft habe. Zusammen mit dem Sieg von Matteo Cairoli ist es ein überragendes Ergebnis fürs Team. Beim Start bin ich leider nicht gut weggekommen, weil plötzlich die Traktionskontrolle eingesetzt hat. Dadurch konnte Lucas Auer an mir vorbeiziehen.“

Ergebnis, 3. Meisterschaftslauf, Circuit Zandvoort Top-Five)

1. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing)

2. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +3,622 Sekunden

3. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing), +4,786 Sekunden

4. Bastian Buus (DK/Land-Motorsport), +6,823 Sekunden

5. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +7,187 Sekunden

Cairoli feiert erste DTM-Pole – zwei Ferrari in Startreihe eins

Matteo Cairoli gibt in Zandvoort weiterhin den Ton an. Der Trainingsschnellste vom Freitag fuhr am Samstag beim ersten Qualifying auf dem Dünenkurs mit 1:32.974 Minuten erneut Bestzeit und blieb als einziger Fahrer unter 1:33,000 Minuten. Damit geht der Italiener zum ersten Mal von Startplatz eins aus in ein DTM-Rennen.

#14 Matteo Cairoli (ITA / Ferrari 296 GT3 Evo / Emil Frey Racing)
Foto: ADAC-Motorsport

"Meine erste Pole-Position in der DTM fühlt sich überragend an! Ich bin in meiner Karriere bislang noch nicht oft in Zandvoort gefahren, deshalb ist das Ergebnis für mich umso schöner. An die starke Leistung wollen wir im Rennen natürlich anknüpfen und gewinnen", erklärte der Ferrari-Pilot, der als Gewinner des Pirelli Pole Position Awards drei Zusatzpunkte sammelte. Neben dem Italiener steht sein Teamkollege Thierry Vermeulen in der ersten Startreihe. Der Lokalmatador beendete das Qualifying im Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing mit einem Rückstand von 0,171 Sekunden auf Rang zwei. "Der zweite Startplatz ist eine super Ausgangslage für mein Heimrennen. Nach einigen Problemen im Freien Training am Freitag hat das Team bis drei Uhr nachts am Fahrzeug gearbeitet und sogar den Motor gewechselt. Im Qualifying hat sich das Auto dann richtig gut angefühlt. Außerdem war es die richtige Entscheidung, zwei Aufwärmrunden mit den Reifen zu fahren", sagte der Niederländer.

Den dritten Platz belegte Lucas Auer vom Mercedes-AMG Team Landgraf. Nachwuchsfahrer Bastian Buus bot erneut eine starke Vorstellung und wurde als bester Porsche-Pilot Vierter. Der Butzbacher Ben Dörr bestätigte seine gute Trainingsleistung und steuerte seinen McLaren 720S GT3 Evo auf Position fünf. Tabellenführer Maro Engel steht als Achter in der vierten Startreihe.

Bei sonnigem Wetter und einer Streckentemperatur von knapp 30 Grad Celsius benötigten die Fahrer am Samstagvormittag nur wenige Runden, um den Pirelli-Slick in das optimale Arbeitsfenster zu bringen. Doch erst im letzten Viertel des Zeittrainings wurden die Topzeiten gefahren. Vermeulen übernahm knapp zwei Minuten vor Schluss die Führung und sah zunächst wie der Pole-Setter aus. Doch Cairoli konterte in seinem sechsten Umlauf Sekunden vor dem Ende mit der Bestzeit. Die Top-Fünf beendeten das erste Qualifying innerhalb von 0,45 Sekunden.

Ergebnis Qualifikation, 3. Saisonlauf, Circuit Zandvoort (Top-Five)

1. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), 1:32.974 Minuten

2. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing), +0.171 Sekunden

3. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +0.417 Sekunden

4. Bastian Buus (DK/Land-Motorsport), +0.428 Sekunden

5. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport), +0.435 Sekunden

Quelle: dtm.com


ADAC GT Masters: Sandro Holzem jubelt über Debüt-Pole in Zandvoort

Sandro Holzem (21/Polch) startet im BMW M4 GT3 Evo von der Pole-Position ins erste Rennen des ADAC GT Masters in Zandvoort. Der Schubert Motorsport-Pilot setzte mit 1:34.352 Minuten die schnellste Zeit des Qualifyings. Holzem, der sich das Auto mit seinem Zwillingsbruder Juliano (21/Polch) teilt, wird zum ersten Mal in seiner Karriere im ADAC GT Masters von Startplatz eins aus ins Rennen gehen, für Schubert ist es die neunte Pole-Position in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC.

#56 Sandro Holzem / Juliano Holzem / BMW M4 GT3 Evo / Schubert Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

„Ich bin sehr glücklich, dass wir die Pole haben. Das war eine Bomben-Runde und das Auto war extrem gut, das Team hat wirklich tolle Arbeit geleistet“, strahlte Sandro Holzem, der bereits die Freitagsbestzeit in Zandvoort gesetzt hatte. „Nach der guten Leistung gestern wussten wir, dass die Basis stimmt und sind mit Selbstvertrauen ins Qualifying gegangen. Am Ende braucht es aber immer auch ein bisschen Glück und das war heute auf unserer Seite. Die kühleren Temperaturen kamen uns etwas entgegen, aber auch fürs Rennen sollten wir in Sachen Setup gut vorbereitet sein. Das Ziel ist ganz klar: Wir starten von Platz eins und wollen das Rennen auch auf dieser Position beenden.“

Bei sommerlichen 20 Grad und strahlendem Sonnenschein schon am frühen Morgen fuhr Gaststarter Alexey Nesov (22/Pure Racing) auf die zweite Startposition. Dem Porsche-Piloten fehlten 0,264 Sekunden zur Pole-Zeit. Auf dem dritten Rang sortierte sich Niklas Kalus (20/Duisburg/Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3 ein. Ein denkbar knapper Ausgang, denn Nesov und Kalus trennten am Ende lediglich drei Tausendstel-Sekunden.

Auf Rang vier qualifizierte sich Tim Zimmermann (29/Langenargen/FK Performance Motorsport). Ihm fehlten im BMW M4 GT3 Evo 0,119 Sekunden zur Spitze. Mit exakt derselben Zeit von 1:34.738 Minuten kam auch Tabellenführer Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) über die Linie. Allerdings fuhr der Lamborghini-Pilot seine Zeit rund eine Minute nach Zimmermann und sortierte sich damit auf Rang fünf ein.

Das erste Rennen in den Niederlanden findet am Samstag um 15:10 Uhr statt. 

Quelle: adac-motorsport.de


ADAC GT4 Germany: Piana: „Will noch zehn Jahre in ADAC GT4 Germany bleiben“

Gabriele Piana, BMW M4 GT4 Evo, FK Performance Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Gabriele Piana ist einer der Stars der ADAC GT4 Germany und zählt zu den beliebtesten Piloten im Fahrerlager. Im Interview verrät der Italiener, was ihm an der Serie gefällt und welche Situation ihm etwas peinlich war.

Er ist eines der ganz großen Gesichter der ADAC GT4 Germany: Gabriele Piana (39) hat als einziger Pilot überhaupt alle 85 Rennen der Seriengeschichte absolviert – und das mit herausragendem Erfolg: 2021 holte der Italiener den Fahrer-Titel und drei weitere Male (2019, 2020, 2024) wurde er Vize-Champion. Piana gewann 18 Rennen und erzielte sechs Pole-Positions. Im Interview blickt Piana auf seine bisherige Zeit in der ADAC GT4 Germany zurück.

Gabriele, du bist der erfahrenste und erfolgreichste Pilot der ADAC GT4 Germany und eines der Aushängeschilder. Was war bislang der schönste Moment in knapp acht Jahren in der Serie.

Piana: „Natürlich ist der Titel 2021 das ganz große Highlight. Insgesamt habe ich die Zeit zusammen mit Michael Schrey sehr genossen. Wir konnten zweimal fünf Rennen pro Saison gewinnen – was niemand anderem gelungen ist. Aber tatsächlich haben wir es 2024 auch geschafft, trotz der fünf Siege den Titel zu verpassen (lacht). Ich erinnere mich auch immer gerne an den Sachsenring 2023. Das war eines der besten Rennen meiner Karriere. Insgesamt fühle ich mich in der Serie extrem wohl.“

Was war der persönlich schlimmste Moment in dieser Zeit?

„Die mit Abstand fürchterlichste Erinnerung ist das Samstagsrennen 2021 beim Finale auf dem Nürburgring, als ich an der Box vorbeifuhr und wir so fast den Titel verloren hätten. So etwas wünsche ich nicht einmal meinem größten Feind. Das war wirklich peinlich. Aber manchmal braucht es genau diese Momente mit einem Tief, um sich weiterzuentwickeln.“

Wie hat sich die ADAC GT4 Germany seit 2019 entwickelt?

„Das Niveau wurde immer höher. Die Serie ist von Jahr zu Jahr besser geworden und mit konkurrenzfähigeren Fahrzeugen besetzt. Alles ist mittlerweile viel professioneller aufgestellt – auch in Bezug auf die Teams. So ist Motorsport. Wir kämpfen alle, um zu gewinnen.“

Warum kommst du jedes Jahr wieder zurück in die ADAC GT4 Germany? Was ist der Reiz an der Serie?

„Also ich habe schon zweimal die Formel 1 abgelehnt, nur um in der ADAC GT4 Germany zu fahren (lacht). Aber Spaß beiseite. Ich finde die ADAC GT4 Germany wirklich klasse. Mir gefällt das Format mit zwei Sprintrennen. Das Rennwochenende im Rahmen der DTM mit vielen Zuschauern vor Ort ist herausragend. Auch die Strecken sind super. Auf nationalem Niveau gibt es weltweit keine GT4-Meisterschaft, die so konkurrenzfähig ist.“

Was bereitet dir im GT4-Cockpit Spaß?

„Die GT4-Autos haben etwas weniger Grip und weniger Aerodynamik als die GT3. Somit sind sie nicht ganz so sensibel. Das bedeutet: Auch wenn nach Berührungen im Rennen ein paar Teile weggeflogen sind, fährt das Auto noch fast genauso gut weiter. Man kann immer kämpfen oder außen herum überholen. Im Vergleich zum GT3 geht es also mehr um das Managen des Grips als um die Peak-Performance.“

Seit 2019 hat die ADAC GT4 Germany acht Strecken besucht. Welche ist dein Favorit?

„Das muss auf jeden Fall Oschersleben sein! Mir gefällt die Strecke einfach und außerdem war ich dort immer recht erfolgreich unterwegs. Zandvoort vor dem Umbau fand ich auch super. Der Kurs war sehr besonders.“

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Wirst du uns in der Serie erhalten bleiben?

„Ich würde gerne noch zehn Jahre in der ADAC GT4 Germany bleiben. Die Serie ist schon wie eine Heimat für mich. Ich bin auch schon gespannt, wie sich alles entwickelt und was es noch zu erleben gibt. Zudem freue ich mich bereits auf die nächste GT4-Generation. Ich liebe den GT4-Sport einfach.“