Sonntag, 2. August 2026

Euro Moto Superbike: Schockmoment nach heftigem Massenunfall und halbe Punkte in Oschersleben

Hier war noch alles in Ordnung Tulovic vor Smits, Alt, Schrötter und Reiterberger,
kurze Zeit später wurde das Rennen abgebrochen
Foto: Jens Hawrda

Der erste Lauf der EURO MOTO Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben endete mit dramatischen Szenen. Ein heftiger Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits löste in der sechsten Runde eine Kettenreaktion aus. Vier weitere Fahrer stürzten. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Da die vorgeschriebene Distanz nicht erreicht wurde, gab es für die Wertung nur halbe Punkte.

Schon vor dem Start hatte Florian Alt (HRP Honda) die Marschroute für den Kampf gegen Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) beschrieben. „Wenn Tulo in der ersten Kurve vorne ist, dann ist er weg. Wenn nicht, dann können wir ihn auf dem Weg nach vorne stören.“

Das HRP Honda-Team hatte in den letzten Tagen ein Fahrwerks-Setup entwickelt, das es es vorher noch nie hatte. „Es schont den Reifen noch mehr als bisher“, stellte Alt zufrieden fest. Im abschließenden Qualifying war dem Meister von 2023 jedoch nach eigener Aussage ein Fehler unterlaufen. „Wir hätten sonst eine hohe 1:23er-Zeit fahren können und wären Zweite hinter Tulo gewesen. Unser Ziel, in die erste Startreihe zu kommen, haben wir aber auch so erreicht. Wir sind gut aufgestellt. Besser als wir dachten.“

Alle Hoffnungen liegen auf Twan Smits

Die größte Hoffnung, Tulovic schon auf den ersten Metern unter Druck zu setzen, ruhte zunächst auf Twan Smits. Die große Hoffnung lag zunächst aber auf Twan Smits. Mit dem Mega-Grip am Hinterrad der Apreco-Yamaha und dem zweiten Startplatz war der Niederländer am ehesten in der Lage, Tulo auf den ersten Metern auf Augenhöhe zu begegnen. Smits zögerte auch keinen Moment, die Mission umzusetzen und ging nach dem Start in Führung. Der 22-Jährige legte richtig starke eine starke erste Runde hin und verteidigte die Führung, ehe Tulovic das Kommando übernahm.

Smits battelte sich daraufhin mit Florian Alt. Marcel Schrötter (GERT56), der wegen seines verletzten Beines höher als sonst im Sitz saß, war mit Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig (beide GERT56) und Leon Orgis (ORM Racing) im Rücken beschäftigt.

Motorschaden löst Kettenreaktion aus

Dann der Schockmoment. In der sechsten Runde explodierte der Motor von Smits‘ Yamaha. Innerhalb von Sekunden verschwand die Strecke in einer gigantischen Rauchwolke. Florian Alt, Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Kevin Orgis hatten keine Chance mehr auszuweichen und stürzten. Reiterbergers BMW stieg auf und wurde mit gewaltiger Wucht über den Reifenstapel in den angrenzenden Arena-Hügel geschleudert. Auch Alts Honda flog weit von der Strecke.

Bei allem Schreck überwog anschließend die Erleichterung darüber, dass kein Fahrer schwer verletzt wurde. Alle Beteiligten konnten die Unfallstelle aus eigener Kraft verlassen. Twan Smits wurde mit Schmerzen am Handgelenk ins Medical Center gebracht. Ein Bruch wurde nicht festgestellt.

Reicht das Zeitfenster für den Neuaufbau?

Im Fahrerlager begann unmittelbar danach ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Motorräder waren teils völlig zerstört. Die Yamaha von Smits muss bis zum zweiten Rennen komplett neu aufgebaut werden. Sechs Mechaniker arbeiteten ohne Unterbrechung daran. Auch Markus Reiterberger blickt auf einen Totalschaden. „Einen Neuaufbau kann ich mir in der kurzen Zeit nicht vorstellen, obwohl ich meinen Mechanikern viel zutraue“, sagte der vierfache Meister und hofft auf ein Wunder.

Kevin Orgis zittert wegen einer Federgabel um die Teilnahme am zweiten Rennen: „Alle BMW-Teams, die mir etwas geben könnten, sind selbst betroffen.“ Bei Toni Finsterbusch stand das Heck der BMW senkrecht nach oben. Auch hier wird repariert. Von Florian Alts Honda ist nicht viel übrig geblieben. Teamchef Jens Holzhauer gibt nicht auf: „Irgendwas werden wir bis zum zweiten Rennen hinkriegen.“

Neun Fahrer kamen ins Ziel. Tulovic, Schrötter und Jähnig holten die Pokale.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

3. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

4. Leon ORGIS (DEU/BMW)

5. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

6. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

7. Jan MOHR (AUT/BMW)

8. Marco FETZ (DEU/BMW)

9. Christoph BEINLICH (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Supersport: Geiger mit Bestzeit und Sieg im ersten Rennen

Dirk Geiger sieg in Rennen 1 souverän
Foto: Jens Hawrda

Mit einem lupenreinen Sieg hat Dirk Geiger die Führung in der EURO MOTO Supersport in Oschersleben ausgebaut. Weil Teamkollege Lennox Lehmann Zweiter wurde, kannte der Jubel bei Apreco-Yamaha kaum Grenzen. Pechvogel war Daniel Blin (Automarket AF Racing Team). Er bekam die Tücken der Technik zu spüren.

Mit zwei Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung vor Daniel Blin nahm Dirk Geiger das erste Supersport-Rennen des Wochenendes in Angriff. Als Blin in der dritten Runde plötzlich über eine halbe Sekunde auf Geiger verlor, war die Entscheidung im Sieg und Niederlage schon gefallen. Während der 24-jährige Pole an der Ducati Probleme mit dem Quickshifter hatte, machte sich Geiger auf den Weg zu einer Solofahrt an der Spitze und brannte dabei mit 1:26.857 min die schnellste Runde in den Asphalt der Magdeburger Börde. „Ganz am Anfang habe ich das Motorrad von Daniel noch gehört, dann war Ruhe.“

Lennox Lehmann überstand ein paar heftige Wackler über die hohen Kanten der Kerbs und schaffte es, in den Windschatten von Blin zu fahren. Doch der Ducati-Fahrer gab seinen zweiten Platz nicht freiwillig her. Blin und Lehmann bewegten sich leicht versetzt, aber der Sachse fand lange keinen Weg vorbei. Als das Überholmanöver gelungen war, hatte Blin nur noch die Chance, auf der Gegengeraden zu kontern, aber in diesem Moment war Lehmann zu weit weg von ihm. Blin kam auf Platz drei mit einem blauen Auge davon. „Wir werden das Technikproblem heute noch auswerten.“

Lehmann wirkte nach dem Rennen ziemlich mitgenommen. Obwohl es nur der kleine Finger an der rechten Hand war, machte ihm der Bruch schwer zu schaffen. Vor drei Wochen wurde er operiert: „Dass er jetzt so weh tun würde, habe ich nicht erwartet. Die Bremsmanöver waren eine Katastrophe.“ Aber im Endeffekt hat sich der Einsatz gelohnt.

Ein Duell unter sich trugen während der 15 Runden Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) und Luca Göttlicher (LJ Racing/MC Augsburg) aus. Selbst nach der Hälfte der Distanz war keine Entscheidung in Sicht. Göttlicher fuhr teilweise fast so schnell wie die Spitze. De Vleeschauwer verbremste sich zwischendurch, aber die Positionswechsel endeten dennoch zu Gunsten des Belgiers. Marvin Siebdrath (MCA Racing) brachte die erste von drei Hondas im Feld ins Ziel.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Daniel BLIN (POL/Ducati)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

5. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

7. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

8. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Samstag, 1. August 2026

Euro Moto Sportbike: Zuda dominiert, Bercot überrascht mit Podium

Zuda #23 vor Kitzbichler #38
Foto: Jens Hawrda

Stepan Zuda bleibt in der EURO MOTO Sportbike der Mann, den es zu schlagen gilt. Der Tscheche gewann das erste Rennen nach der vierwöchigen Sommerpause in Oschersleben souverän vor Tobias Kitzbichler. Dahinter sorgte Jules Bercot für das nächste Ausrufezeichen des ERC Teams und brachte die Kawasaki als Dritter erstmals in dieser Saison auf das Podium.

Zuda (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) erwischte von der Pole Position einen guten Start und behauptete die Führung vor Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb). Dahinter ging es deutlich turbulenter zu. Vor allem Jakob Rosenthaler (RT Motosports) machte bei seinem Comeback nach der verletzungsbedingten Pause in Most früh Boden gut. Von Startplatz zehn schob sich der Österreicher bereits in der ersten Runde auf Rang sieben und arbeitete sich anschließend Position um Position weiter nach vorne.

An der Spitze bestimmte dagegen Zuda das Tempo. Kitzbichler blieb zunächst hartnäckig am Hinterrad des Meisterschaftsführenden und ließ den Tschechen nicht davonziehen. „Ich habe bis zum Schluss gepusht, weil Tobias mir so dicht auf den Fersen war“, erklärte Zuda nach dem Rennen. Dabei hatte der Pole Setter durchaus noch Reserven: „Ich hatte noch etwas im Köcher, wenn es hart auf hart gekommen wäre.“

Die brauchte Zuda letztlich nicht. Im letzten Rennviertel bekam Kitzbichler zunehmend Probleme mit seinem Hinterreifen und konnte das Tempo nicht mehr mitgehen. Zuda setzte sich ab und überquerte nach 13 Runden mit 1,944 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Zudem ging mit 1:31,025 Minuten auch die schnellste Rennrunde an den Tschechen.

Kitzbichler wartet weiter auf den ersten Sieg

Für Kitzbichler blieb damit erneut nur Rang zwei. Der Österreicher hatte sich lange an Zuda festgebissen, war mit seinem Rennen aber nicht wirklich zufrieden. „Der Grip hinten war heute einfach nicht optimal. Dadurch war es für mich ein sehr schwieriges Rennen, vorne dranzubleiben. In den letzten Runden waren die Reifen einfach zu schwach, sodass ich keine Möglichkeiten mehr hatte“, erklärte Kitzbichler, der damit weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg wartet.

Hinter dem Spitzenduo entwickelte sich dagegen ein enger Kampf um den letzten Platz auf dem Podium. Rosenthaler setzte seine Aufholjagd fort und hatte sich zur Rennmitte tatsächlich bis auf Rang drei nach vorne gearbeitet. Nach seiner Verletzungspause musste der 24 Jährige im weiteren Verlauf allerdings wieder etwas abreißen lassen und fiel zurück.

Davon profitierte unter anderem Jules Bercot. Der Franzose hatte zu Beginn noch Schwierigkeiten, fand im Laufe des Rennens aber immer besser zurecht. „Ich hatte am Anfang des Rennens ein paar Probleme, habe dann aber immer besser in meinen Rhythmus gefunden und konnte dadurch konstant fahren“, sagte der ERC Pilot.

Das zahlte sich aus. Bercot kämpfte sich von Startplatz acht immer weiter nach vorne und übernahm in Runde sieben erstmals Rang drei. Nach mehreren Positionswechseln brachte er die Kawasaki schließlich als Dritter ins Ziel und bescherte ERC damit das erste Podium der Saison.

Dabei hatte das Rennen für ERC zunächst sogar noch vielversprechender ausgesehen. Die drei Kawasakis von Sasha de Vits, Jules Bercot und Felix Kauertz fanden sich in der Anfangsphase weit vorne im Feld wieder. Vor allem de Vits hatte nach seinem dritten Startplatz beste Aussichten auf ein starkes Ergebnis. Doch in Runde drei konnte der Belgier einen Highsider gerade noch verhindern und steuerte anschließend mit einem offenbar technischen Problem die Box an. Zwar nahm er das Rennen später wieder auf, mit drei Runden Rückstand war die Chance auf ein Top Ergebnis jedoch dahin. Er wurde schließlich auf Rang 21 gewertet.

Enger Kampf hinter dem Podium

Hinter Bercot wurde es im Ziel denkbar knapp. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) sicherte sich mit nur 0,373 Sekunden Rückstand auf den Franzosen Rang vier. Gerade einmal 0,069 Sekunden dahinter folgte Rosenthaler als Fünfter. Mika Siebdrath (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) komplettierte auf Rang sechs die eng umkämpfte Gruppe. Zwischen Platz drei und sechs lagen im Ziel gerade einmal 0,650 Sekunden.

Kiyano Veijer (Dutch Racing) wurde Siebter vor Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben Racing) und Alexander Weizel (AK Racing). Auch ERC Ersatzfahrer Felix Kauertz sorgte bei seinem kurzfristigen Debüt für eine starke Aufholjagd. Nachdem er am Vormittag die Qualifikationshürde zunächst verpasst hatte, erhielt er die Starterlaubnis für das Rennen. Von Position 19 schoss er bereits in der ersten Runde bis auf Rang zehn nach vorne und lag zwischenzeitlich sogar auf Platz acht. Am Ende brachte Kauertz Rang zehn und damit sechs Meisterschaftspunkte nach Hause.

EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  3. Jules BERCOT (#25/FRA), Kawasaki Ninja ZX 6R
  4. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  5. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  6. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  7. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
  10. Felix KAUERTZ (#37/DEU), Kawasaki Ninja ZX 6R

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Superbike: Tulovic holt Pole in Oschersleben

Lukas Tulovic, Ducati Panigale V4 #1
Foto: Jens Hawrda

Florian Alt hatte am Trainings-Freitag alle Sessions auf der einzigen Honda im Feld gewonnen, doch in der entscheidenden Superpole am heutigen Samstag hat Lukas Tulovic die Situation für Ducati wieder gerichtet. Mit über einer halben Sekunde Vorsprung qualifizierte sich der Titelverteidiger in der Motorsport Arena Oschersleben für die Pole Position in der EURO MOTO Superbike.

Wie schon vermutet fuhr Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) zuvor mit angezogener Bremse und verleitete zu Spekulationen. Diese haben sich bei einem Abstand von exakt 0,622 Sekunden erledigt. Tulo ist wieder vorn. Doch der Bayer machte es spannend. In den ersten Minuten der Superpole 2 tauchte der Ducati Panigale-Fahrer am Ende der Zeitenliste auf. Erst in seiner fünften Runde zündete er den Turbo und katapultierte sich mit einer einzigen schnellen Runde an die Spitze – dort blieb er bis zum Ende.

Neben Tulovic wird Twan Smits vom Team Apreco Yamaha ins Rennen gehen. Er hatte sich den Weg in die Superpole 2 erst über die Superpole 1 erkämpfen müssen. In dieser stürmte er in der gleichen Runde wie Tulovic zur persönlichen Bestzeit und auf den zweiten Rang. Nach den bisherigen Saison-Ergebnissen wird der Niederländer in den Rennen als Podiumskandidat gehandelt.

Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) wurde Dritter. Damit ist die erste Startreihe besetzt von Ducati, Yamaha und Honda. Wie sieht Alt seine Chancen für die beiden Superbike-Rennen am morgigen Sonntag? „Es kommt auf den Start an. Wenn Tulo in der ersten Kurve schon einen Vorsprung hat, wird es schwer ihn einzufangen. Von P2 bis P6 ist dann alles offen.“

Hinter dem Spitzentrio reiht sich geballte BMW-Power ein, angefangen von Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) über Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) bis zu Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes). Schrötter hatte bereits im Superpole Pre-Practice vor Reiti gelegen, was den Vierfach-Champion offensichtlich wurmte. „Marcel ist in meinem Windschatten gefahren und konnte seine Rundenzeit dadurch verbessern“, kommentierte Reiterberger die interne BMW-Konstellation. Aber Ex-Supersport-WM-Fahrer Schrötter landete auch heute vor Publikumsliebling Reiterberger.

„Vor einer Woche wäre es für mich undenkbar gewesen, so weit vorne zu stehen“, sagt der 33-jährige Bayer. Noch immer macht ihm die schwere Verletzung am linken Bein zu schaffen. Dazu kommt der Rückstand an Testkilometern auf dem Superbike. „Für mich ist die Strecke wie eine Go-Kart-Bahn mit Wellen und Schlägen. Aber so wie es bis jetzt läuft, kann ich nicht klagen.“ Die 18 angesetzten Rennrunden wird er überstehen, lässt Schrötter wissen, „aber mein Oberkörper muss viel kompensieren, um das Bein zu entlasten.“

EURO MOTO Superbike, Qualifying (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Twan SMITS (NDL/Yamaha)

3. Florian ALT (DEU/Honda)

4. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

5. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

6. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/Honda)

7. Leon ORGIS (DEU/BMW)

8. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

9. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

10.Jan MOHR (AUT/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Supersport: Pole für Geiger und Hoffnung für Göttlicher

Die Geiger, Yamaha YZF 9-R #60 sichert sich Startplatz 1
Foto: Jens Hawrda

Erst zwei Stunden nach Mitternacht war das Licht in Box 25 in der Motorsport Arena in Oschersleben ausgegangen. Doch dann hatten die Mechaniker die einzige MV Agusta im EURO MOTO-Supersportfeld in einer Nachtschicht wieder rennbereit gemacht. Nun hat sich die Mühe ausgezahlt: Luca Göttlicher (LJ Racing/MC Augsburg) startet von Rang drei in die beiden Rennen des Wochenendes. Die Pole Position sicherte sich Meisterschaftsführer Dirk Geiger (Tem Apreco-Yamaha) vor Daniel Blin. Auf der Pole Position steht Dirk Geiger und neben ihm Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) als Zweiter des Qualifyings.

Göttlicher biss im 25 Minuten dauernden zweiten Qualifying die Zähne zusammen. Beim Umlenken der MV Agusta in die Rechtskurven machte sich seine alte Knieverletzung schmerhaft bemerkbar. „Sie schränkt mich schon enorm ein, wenn ich ehrlich bin“, sagt der blondgelockte Bayer. Um 17:05 Uhr steht das erste Supersport-Rennen des Wochenendes an: 15 Runden über 55,005 Kilometer. Wird Göttlicher die Distanz überstehen? „Ich hoffe doch. Allein schon für meine Mechaniker. Sie haben so viel Arbeit gehabt. Jetzt bin ich dran, mich zu revanchieren.“ Am Freitag war „Lucky Luc“ im zweiten freien Training mit einem Highisder vom Motorrad gestürzt.

Der Meisterschaftsführende Dirk Geiger holte sich mit einer Rundenzeit von 1:26,549 Minuten die Pole Position in der Motorsport Arena. So schnell war er auf dem Kurs bisher noch nie gewesen. Der gebürtige Hesse hatte sich eigentlich noch mehr vorgenommen: „Ich will eine 1:25er-Zeit fahren“, aber das erste Qualifying auf der nach nächtlichem Regen noch feuchten Strecke ließ er aus, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Mit der Pole Position verschaffte sich Geiger eine gute Ausgangslage im Titelkampf. Beim letzten Rennen vor der EURO MOTO-Sommerpause hatte er seinem polnischen Konkurrenten Daniel Blin bereits die Tabellenführung abgenommen. Sein Vorteil beträgt derzeit zwei Punkte. Dass Blins angeschlagene Schulter noch nicht hundertprozentig ausgeheilt ist, spielt dem Deutschen auch in Oschersleben in die Karten.

„Ich hoffe, dass ich das Rennen erfolgreich überstehe“, gibt sich der 24-jährige Blin nicht geschlagen, „aber wahrscheinlich muss ich viel improvisieren. Die Strecke zählt nicht unbedingt zu meinen Favoriten. Wir haben hier nicht getestet und das Fahrwerk verlangt jedes Jahr eine andere Einstellung. Wir werden sehen.“ Im Qualifying trennten ihn 0,756 Sekunden auf die Bestzeit von Geiger.

EURO MOTO Supersport, Qualifying (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Daniel BLIN (POL/Ducati)

3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

4. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

7. Filip FEIGL (CZR/Yamaha)

8. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

9. Jorke ERWIG (DEU/Ducati)

10.Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek