Montag, 4. Mai 2026

ADAC GT Masters: Ein Blick hinters Visier: Tim Zimmermann und Leyton Fourie

#11 Tim Zimmermann / Leyton Fourie / BMW M4 GT3 Evo / FK Performance Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Sie teilen sich das Cockpit und kämpfen gemeinsam um Tausendstelsekunden auf der Strecke – doch wie ticken sie abseits des Lenkrads. Die Fahrer-Duos des ADAC GT Masters beantworten persönliche Fragen über sich selbst und ihren Teamkollegen. Von Kochkünsten bis Temperament: Wie schätzen sich die Duos ein. Heute Tim Zimmermann und Leyton Fourie, die sich den BMW M4 GT3 Evo von FK Performance Motorsport teilen.

Wer von euch ist der Frühaufsteher und wer der Langschläfer?

Tim Zimmermann: Einfache Frage, ich bin der Frühaufsteher, ganz klar.

Leyton Fourie: Ich schlafe, so lange ich kann. Gerne auch bis 8:30 oder 9:00 Uhr, wenn es der Zeitplan zulässt. Aber Tim ist jeden Tag schon um 5:30 Uhr wach.

Tim Zimmermann: Ich mag das sehr gerne und stehe sogar am Wochenende so früh auf.

Wer von euch ist der bessere Koch?

Tim Zimmermann: Ich bin sehr gut im Porridge machen. 

Leyton Fourie: Das ist aber kein Kochen, das ist Milch und Haferflocken zusammenrühren [lacht]. Du kochst nicht so viel, weil das deine Freundin für dich übernimmt. Ich glaube, ich bin der bessere Koch. Und ich kann „braaien“ [Braai ist der südafrikanische Ausdruck für Grillen und einen geselligen Abend].

Wer von euch ist ungeduldiger?

Leyton Fourie: Das kommt auf die Situation an. Wenn es Essen gibt, auf jeden Fall Tim. So bald serviert wird, steht er als Erster in der Schlange. Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht klappt, wird er sehr ungeduldig.

Wer von euch beiden ist detailverliebter?

Leyton Fourie: Ich würde sagen, das ist 50:50. Jeder hat seine speziellen Bereiche, in denen er sehr akribisch vorgeht. Bei mir sind es eher Zahlen und Statistiken, die für mich sehr wichtig sind.

Tim Zimmermann: Ich konzentriere mich eher auf das Fahren selbst und die praktischen Dinge drumherum. 

Wer von euch ist spontan und wer ist der Planer?

Leyton Fourie: Tim ist auf jeden Fall der Planer. Er plant einfach alles. Er weiß sicher jetzt schon, was er in zwei Jahren zum Frühstück essen wird [lacht].

Wer von euch ist ordentlicher?

Tim Zimmermann: Ich, auf jeden Fall.

Wer von euch beiden ist pünktlicher?

Tim Zimmermann: Ich bin pünktlicher.

Leyton Fourie: Ich bin aber auch nicht unpünktlich. Im Vergleich zu letztem Jahr habe ich mich auf jeden Fall verbessert. Du bist einfach nur immer viel zu früh da!

Wer von euch ist extrovertierter?

Tim Zimmermann: Da bin ich raus. Da liegt Leyton vorne.

Wer von euch ist kompromissbereiter?

Leyton Fourie: Ich habe heute Morgen extra meinen Wecker gestellt, nur um für DEIN Qualifying schon hier zu sein, also bin das ja wohl ich [lacht].

Wer von euch ist impulsiver?

Tim Zimmermann: Leyton, sobald es nicht läuft.

Leyton Fourie: Ich reagiere einfach in dem Moment, aber das hilft mir auf der Strecke. Ich würde sagen, das ist ein Vorteil.

Wer von euch ist kreativer?

Tim Zimmermann: Meine normale Arbeit, der ich abseits der Rennstrecke nachgehe, erfordert sehr viel Kreativität. Deshalb würde ich sagen, ich.

Wer von euch ist risikofreudiger?

Leyton Fourie: Ich. Das haben wir vergangenes Jahr in Zandvoort gesehen, als ich außen an dem Lamborghini vorbeigegangen bin. Wobei, du steigst auf Bergen rum…

Tim Zimmermann: Ich würde sagen, wir sind da 50:50 unterwegs. 

Wer von euch ist reizbarer? 

Leyton Fourie: Er kann mich gut auf die Palme bringen [lacht].

Tim Zimmermann: Aber tatsächlich bin ich leichter reizbar. 

Wer von euch ist der Optimist und wer der Pessimist?

Tim Zimmermann: Ich bin optimistischer.

Leyton Fourie: Ich würde sagen, du machst dir viel mehr Gedanken und optimierst dann die Situation, bis sie sich besser anfühlt. Ich warte hingegen einfach ab und schaue, was passiert.

Quelle: adac-motorsport.de

Kawasaki-Cups: „Wir holen neue Fahrer in den Rennsport“

In den Kawasaki Cups sammeln Fahrer ihre ersten echten Rennkilometer.
Für viele junge Fahrer kann hier der Weg einer eigenen Rennsportkarriere entstehen.
Fotos: Kawasaki ZX4-RR Cup 2025

Mit zwei starken Markenpokalen baut Kawasaki sein Motorsport-Engagement für 2026 im Veranstaltungsrahmen der EURO MOTO konsequent weiter aus. Der Kawasaki Ninja ZX-4RR Cup geht in seine dritte Saison, gleichzeitig feiert der neue Kawasaki Ninja ZX-6R Cup seine Premiere. Damit knüpft die Marke an eine lange Tradition eigener Rennserien an, die seit Jahrzehnten Talente fördern, Karrieren begleiten und für intensiven Rennsport sorgen.

Grund genug, kurz vor dem Saisonauftakt genauer hinzuschauen: Welche Idee steckt hinter den Cups, welche Rolle spielen sie im aktuellen Motorsportumfeld und wohin soll die Entwicklung gehen?

Darüber haben wir im Vorfeld des ersten Rennwochenendes mit Marco Pascher gesprochen. Als National Racing Manager und Sales Controller verantwortet er bei Kawasaki maßgeblich die Ausrichtung der Markenpokale und gibt konkrete Einblicke in Konzept, Entwicklung und Zukunft der beiden Cups.

Marco, was war die Kernidee hinter dem Ninja ZX-4RR Cup und nun auch im Hinblick auf den neuen ZX-6R Cup und welche Lücke im deutschen und europäischen Rennsport wolltet ihr damit konkret schließen?

Marco Pascher: Mit dem Ninja ZX-4RR Cup und jetzt auch dem neuen Ninja ZX-6R Cup wollten wir sowohl für Nachwuchsfahrer/-innen als auch für ambitionierte Hobbyracer eine Brücke schaffen. Die Ninja ZX-4RR ist mit ihrem Reihenvierzylinder und knapp 80 PS ein perfektes Bike für den Einstieg in den professionellen Rennsport. Sie ist leicht handelbar, überfordert junge Fahrer/-innen nicht und trainiert gleichzeitig durch den 4-Zylinder einen hohen Kurvenspeed. Genau das ist enorm wichtig, wenn man Linienwahl, Bremspunkte und das Fahren auf Großstrecken lernen möchte.

Die ZX-4RR wird aufgrund ihrer 399 ccm noch immer oft unterschätzt. Die vergangenen Rennsaisons haben aber eindrucksvoll gezeigt, welche Rundenzeiten mit diesem Motorrad möglich sind. Dadurch eignet sich die Serie nicht nur für Nachwuchstalente, sondern auch ideal für Hobbyracer, die professionellen Motorsport erleben möchten. Dadurch holen wir neue Fahrer in den Rennsport.

Durch ihre Größe und ihr Gewicht bildet die ZX-4RR die ideale Grundlage für den nächsten Schritt auf die Ninja ZX-6R. Mit dem neuen ZX-6R Cup schafft Kawasaki genau diese Anschlussmöglichkeit und verbindet gleichzeitig die Klassen Sportbike und Supersport. So entsteht ein klar strukturierter Entwicklungsweg innerhalb des Markenpokal Konzepts.

Der ZX-4RR Cup geht 2026 in sein drittes Jahr. Wie hat sich die Serie bisher entwickelt und welche Art von Fahrern zieht dieser Cup an?

Marco Pascher: Die Serie etabliert sich Schritt für Schritt immer stärker, besonders im Bereich der Nachwuchsfahrer/-innen. Viele junge Talente nutzen den ZX-4RR Cup mittlerweile gezielt, um erste Erfahrungen im lizenzierten Rennsport und auf den großen Rennstrecken zu sammeln. Gerade dafür ist das Motorrad ideal geeignet, weil es viel Vertrauen vermittelt und gleichzeitig fahrerisch fordert.

Gleichzeitig sehen wir aber auch immer mehr ambitionierte Hobbyracer im Cup. Viele kommen aus lizenzfreien Veranstaltungen oder Trackdays und suchen den Einstieg in professionell organisierten Motorsport. Wer die ZX-4RR einmal gefahren ist, versteht sehr schnell, warum das Bike so viel Spaß macht. Der Lernfaktor ist enorm hoch und genau das überzeugt viele Teilnehmer nachhaltig.

Die bisherigen Saisons haben außerdem gezeigt, dass die Leistungsdichte im Feld sehr hoch ist und die Motorräder deutlich mehr Potenzial haben, als viele zunächst erwarten würden. Das macht die Serie sportlich attraktiv und sorgt für spannende Rennen.

Was unterscheidet eure Cups bewusst von klassischen Rennserien?

Marco Pascher: Ein großer Unterschied ist sicherlich der Kostenfaktor. Motorsport ist grundsätzlich teuer und viele Fahrer/-innen kämpfen jedes Jahr darum, ihre Saison finanziert zu bekommen. Genau hier wollten wir ansetzen und ein attraktives Gesamtpaket schaffen, mit dem lizenzierter Motorsport auch mit überschaubarem Budget möglich wird. Beide Cups werden zu großen Teilen von Kawasaki unterstützt, um den Teilnehmern diese Möglichkeit überhaupt bieten zu können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Umfeld innerhalb der Serien. Besonders im ZX-4RR Cup hat sich eine sehr starke Gemeinschaft entwickelt. Natürlich wird auf der Strecke hart gekämpft, aber im Paddock arbeitet man miteinander. Fahrer helfen sich gegenseitig bei Linienwahl, Bremspunkten oder kleinen Reparaturen. Viele Teilnehmer freuen sich jedes Wochenende darauf, ihre neu gewonnenen Freunde wieder auf und neben der Strecke zu treffen.

Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gerade Einsteigern den Zugang zum Rennsport deutlich erleichtert und Hemmschwellen abbaut.

Welche Rolle spielt die Nachwuchsförderung innerhalb eures Konzepts und wie gezielt ist der Weg in höhere Klassen gedacht?

Marco Pascher: Nachwuchsförderung ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts. Wir möchten jungen Talenten eine professionelle Bühne zu überschaubaren Kosten bieten und ihnen die Möglichkeit geben, sich sportlich weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Ergebnisse, sondern auch darum, Rennstrecken kennenzulernen, Rennerfahrung zu sammeln und sich fahrerisch Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Die Ninja ZX-4RR ist dafür ein ideales Werkzeug, weil sie Fahrtechnik und Kurvenspeed besonders effektiv schult. Wer auf diesem Motorrad schnell ist, bringt oft eine sehr saubere Fahrweise mit. Genau das bildet die Grundlage für die nächsten Schritte in höhere Klassen.

Wir freuen uns natürlich besonders, wenn Fahrer aus unseren Cups später den Weg in andere Meisterschaften oder Klassen finden und dort erfolgreich sind. Genau dafür möchten wir eine solide Grundlage schaffen.

Motorsport gilt nach wie vor als kostenintensiv: Wie schafft ihr es, die Einstiegshürden niedrig zu halten und gleichzeitig professionellen Rennsport zu bieten?

Marco Pascher: Uns war von Anfang an wichtig, ein Konzept zu entwickeln, das möglichst vielen Fahrern den Einstieg ermöglicht. Deshalb setzen wir auf ein sehr kalkulierbares Paket mit überschaubaren Kosten. Durch die Unterstützung von Kawasaki können wir den Teilnehmern attraktive Rahmenbedingungen bieten, die im klassischen Rennsport oft schwer realisierbar sind.

Dazu kommt, dass sowohl die Ninja ZX-4RR als auch die Ninja ZX-6R seriennah und zuverlässig aufgebaut sind. Das reduziert den technischen Aufwand und hält die Kosten im Rahmen. Gleichzeitig bekommen die Fahrer echte Rennmotorräder, mit denen sie professionellen Motorsport erleben können.

Gerade viele Teilnehmer aus lizenzfreien Veranstaltungen haben dadurch den Schritt in den lizenzierten Rennsport gewagt. Das zeigt uns, dass dieses Konzept funktioniert und angenommen wird.

Ist das Cup-Konzept auch ein Weg, den Motorsport wieder breiter zugänglich zu machen?

Marco Pascher: Genau das ist eines unserer Hauptziele. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Fahrer aus dem Trackday- und Hobbybereich in den professionellen Motorsport geführt und gleichzeitig Nachwuchstalente auf Großstrecken gebracht. Damit sprechen wir bewusst eine breite Masse an Fahrern und Fahrerinnen an.

Mit der Ninja ZX-4RR und jetzt auch der Ninja ZX-6R haben wir Motorräder im Einsatz, die sowohl sportlich attraktiv als auch zugänglich sind. Dadurch schaffen wir Möglichkeiten für Fahrer unterschiedlichster Erfahrungsstufen, angefangen vom talentierten Nachwuchsfahrer bis hin zum ambitionierten Hobbyracer.

Wir freuen uns deshalb sehr auf die Premiere des Ninja ZX-6R Cup sowie auf den Saisonstart beider Cups vom 08.–10.05.2026 auf dem Sachsenring.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann




Sportbike: SWPN ohne Superbike, dafür mit Sportbike

Neuer Weg beim Team SWPN: In der Superbike-Klasse wird
ausgesetzt und bei den Sportbikes neu angefangen.
Foto: Team SWPN

Das Superbike-Projekt wird im Team SWPN zunächst auf Eis gelegt. Stattdessen starten die Niederländer mit dem Newcomer Jay-Jay den Hood in der EURO MOTO Sportbike-Klasse durch.

Für den 15-Jährigen ist es der erste Schritt auf internationaler Ebene. Er kommt aus der Yamaha Blu Cru Benelux-Meisterschaft, in der er im Yamaha R3 Cup aktiv war. Das BluCru-Programm hat den Vorteil, sich innerhalb der Yamaha-Rennfamilie für höhere Klassen qualifizieren zu können.

Für Jay-Jay den Hood steht die neue Yamaha R7 in der EURO MOTO Sportbike bereit. Es ist die aktuell am stärksten besetzte Klasse. Innerhalb des Teams SWPN liegt der Fokus auf der Betreuung des Teenagers, dem Sammeln von internationaler Erfahrung und dem Schaffen eines weiteren Aufstiegsplans.

Mit der Bekanntgabe von Jay-Jay den Hood ist die Fahreraufstellung im Team SWPN komplett. Zusammen mit Luca De Vleeschauwer auf der Yamaha R9 in der EURO MOTO Supersport ergibt sich laut Teammanager Frank Brouwer eine gute Balance zwischen einem Podiumskandidaten und einem neuen jungen Talent.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Mittwoch, 29. April 2026

Sportbike: Kristoffersen macht Dänen-Quartett komplett

Magnus Kristoffersen gehört in dieser Saison zu den neuen Gesichtern in der Sportbike-Klasse der EURO MOTO. Der Däne geht 2026 erstmals ein komplettes Jahr in der Serie an den Start, nachdem er im vergangenen Jahr bereits zwei Einsätze als Gaststarter absolviert hat.

Mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr fiel die Entscheidung für ein komplettes Programm nicht schwer. „Nach den beiden Wildcard-Einsätzen haben wir entschieden, den nächsten Schritt zu gehen.“ Ausschlaggebend war für ihn vor allem das Niveau in der Serie. „Die Konkurrenz ist unglaublich stark und die Rennen sind sehr eng. Auch die Atmosphäre an den Rennwochenenden hat mich überzeugt.“ Zur Vorbereitung auf seine erste volle Saison war Kristoffersen vor dem Saisonstart bereits in Valencia im Einsatz, um sich ein bisschen einzufahren nach der langen Winterpause.

Seinen Weg in den Rennsport begann Kristoffersen im MiniGP in Dänemark. Danach folgte der Wechsel in den Supermoto-Sport, bevor er auf die Rundstrecke ging. Über die Supersport-600-Klasse in Dänemark und den Aprilia Cup in Schweden arbeitete er sich Schritt für Schritt weiter voran. Diese Entwicklung hat ihn zu dem Fahrer gemacht, der er heute ist: „Ich bin eher ruhig, fokussiert und immer positiv“, sagt der Däne über sich selbst.

Für seine erste volle Saison hat sich Kristoffersen klare Ziele gesetzt. „Ich möchte mich als Fahrer so viel wie möglich weiterentwickeln und starke Ergebnisse liefern.“ Im Laufe des Jahres will er sich Schritt für Schritt nach vorne arbeiten und näher an die Spitzengruppe herankommen. Und worauf freut er sich abseits der Strecke im Fahrerlager? „Ich bin gespannt darauf, neue Leute kennenzulernen, die Atmosphäre zu genießen und mit den Fans in Kontakt zu kommen.“

Mit Magnus Kristoffersen bekommt die Sportbike-Klasse der EURO MOTO weiteren dänischen Zuwachs. Neben Ty Henriksen, Lucas Sørensen und Oliver Svendsen geht damit ein weiterer Fahrer aus Dänemark 2026 an den Start. Und apropos Oliver Svendsen: Er ist nicht nur mit Kristoffersen befreundet und holte ihn 2025 als Gaststarter in die IDM, sondern ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Allerdings in anderen Farben.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzman

Supersport: Luca Göttlicher steht sich gerade selbst im Weg

Das Talent ist zweifelsohne vorhanden, liegt aber vorerst auf Eis.
Für MV Agusta-Neuzugang Luca Göttlicher beginnt die Saison wahrscheinlich später.
Fotos: Dino Eisele

Nach der Stagnierung bei Kawasaki in der letzten Saison wünscht sich Luca Göttlicher nichts sehnlicher zurück als den Erfolg wie zuvor auf Triumph – nur jetzt auf MV Agusta. Das einzige, was dem EURO MOTO-Supersportler derzeit entgegensteht, ist er selbst.

Am Mittwoch ist Luca Göttlicher 19 Jahre geworden. Eigentlich ein Grund zum Feiern, aber so richtig happy ist „Lucky Luc“ nicht wirklich. Kurz vor dem Jahreswechsel ist der Bayer beim Renntraining in Valencia zwei Mal gestürzt. „Es hat drei Tage geregnet, erst am letzten bin ich auf die Strecke gefahren. Die weite Anreise sollte nicht umsonst gewesen sein. Da ist es passiert.“ Seine Schulterverletzung, an der er seit Wochen laboriert, hat er sich anschließend allerdings nicht auf, sondern neben der Rennstrecke eingehandelt. Göttlicher hat im Fahrerlager einen Abflug auf dem Fahrrad gemacht.

Bis Ostern kaum Kilometer gemacht

Die Verletzungspause nach der Operation hatte Göttlicher mit seiner Teilnahme an den „1000 Kilometern von Hockenheim“ zu Ostern beendet. Es war vielleicht nicht die beste Entscheidung. Die Strapazen haben ihn im Heilungsprozess zurückgeworfen, „aber ich musste ja mal wieder aufs Motorrad steigen und die Situation austesten. Seit dem IDM-Finale in Hockenheim bin ich praktisch nicht mehr gefahren.“

Göttlicher hat sich für die kommenden zwei Jahre mit MV Agusta verbündet. „Die Bedingungen sind gut. Beim ersten Test beim Track Day in Oschersleben war ich so schnell wie Dirk Geiger. Obwohl das noch nichts zu bedeuten hat“, stapelt Lucky Luc, der jetzt für LJ Racing fährt, tief. In den vergangenen drei Jahren hatte dort Till Belczykowski Pionierarbeit mit der F3 800 RR geleistet und die letzte Saison auf dem 15. Gesamtrang abgeschlossen.

Zurück in die Zukunft

P15 steht für Göttlicher nicht zur Debatte. „Wir ziehen alles größer auf und bringen die Mannschaft größtenteils mit. Fürs Data-Recording sind zwei Personen eingeteilt, eine von ihnen war schon in der Weltmeisterschaft engagiert.“ Was schwebt dem Teenager aus Schwifting auf der Ergebnisliste vor? „Ich will auf der MV Agusta den Erfolg aus dem Triumph-Jahr wiederholen.“

Zur Erinnerung: Als Rookie erreichte er 2024 zwei Podestplätze, garniert von weiteren acht Top-Ten-Ergebnissen. Die Chance, dass er schon zum Saisonauftakt auf dem Sachsenring an den Start geht, beziffert Göttlicher allerdings auf „maximal 45 Prozent. Die Schulter muss mitspielen, sonst macht es keinen Sinn.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek