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| Markus Reiterberber holt ersten Sieg Foto: Jens Hawrda |
Erstmals in der Geschichte der Euro Moto und damit auch erstmals in der langen und erfolgreichen Geschichte des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW ging die Reise auf die tschechische Moto Grand Prix Strecke von Brünn. Teamchef Werner Daemen war dieses Mal nur mit drei Piloten angereist. Mit dabei Markus Reiterberger (D), Jan Mohr (A) und Milan Merckelbagh (NL). Hannes Soomer (EST) war dem Ruf aus der BWM-Chefetage gefolgt und vertrat den verletzten Danilo Petrucci beim Rennen der World Superbike im spanischen Aragon.
Markus Reiterberger hatte sich mit einem Extra-Test optimal auf die nicht wirklich vertraute Strecke vorbereitet. Zur Verstärkung war sein Fan-Club angereist und verpasste dem Piloten eine extra Ladung Motivation. Der BMW-Pilot mischte in allen Trainings vorne mit und eroberte nach dem direkten Einzug in die Superpole 2 die dritte Startposition, die seinen Ehrgeiz allerdings nicht so ganz zufriedenstellte. «Das habe ich wohl selbst verbockt», meinte er mit Blick auf die verpasste Pole-Position. «Aber Danke ans Team, ich hätte besser und schneller fahren können, war zu Beginn aber einfach zu vorsichtig. Nach dem Regenschauer im Training kurz vor uns war ich mir nicht sicher, ob der Asphalt schon wieder trocken oder noch feucht war. Da bin ich ein paar Runden rumgeeiert. Als ich die Abstände nach vorne sah, dachte ich mir, das muss doch gehen und habe noch schnell ein 1.57 min-Runde hingebrannt.»
Im ersten Rennen hatte sich Markus Reiterberger wie die gesamte Konkurrenz für die weiche Reifenmischung entschieden. Anfangs sah die Nummer auch komfortabel aus, was sich in einer bequemen Führung widerspiegelte. Am Schluss war es allerdings der Vorderreifen, der ihm einen Strich durch die Siegerrechnung machte. «Das war ein verschenkter Sieg», meinte er nüchtern nach seiner Ankunft auf Rang 3. «Das Bike war super und ich konnte gut attackieren. Am Hinterreifen habe ich gespart. Aber mit dem Vorderreifen habe ich nicht gerechnet. Die letzten zwei Runden fuhr ich wie auf Eiern. Da kam dann Marcel Schrötter durch. Im Bergauf-Stück bin ich in den Neutral-Gang gekommen und habe dadurch noch einen Platz an Florian Alt verschenkt.»
Revanche war das klare Motto im Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW für Lauf 2. Und Reiterbergers Siegeshunger setzte sich durch, obwohl er sich in den letzten Runden mit allem, was er hatte, gegen Lukas Tulovic wehren musste. Doch am Ende konnte Reiterberger sich von seinem mitgereisten Fan-Club feiern lassen. Immerhin lag sein letzter Sieg in der nationalen Meisterschaft schon 3,5 Jahre zurück. «Das erste Rennen lag mir im Magen», offenbarte er nach seiner Siegfahrt am Nachmittag. «Ich habe beim Hinterreifen dann auf einen SC2 gesetzt. Immerhin bin ich mit dem schon vier Mal Meister geworden und er hat mich noch nie im Stich gelassen. Am Ende hatte ich zwar auch ein paar Probleme, aber ich hatte ein tolles Bike und es hat gereicht.»
Jan Mohr war wieder aus dem benachbarten Österreich angereist und kommt nach seiner Rückkehr ins Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit zwei Top Ten-Ergebnissen immer besser in Fahrt. Auch wenn Mohr eindeutig mehr will, als wie in Brünn auf den Plätze 10 und 9 im Ziel zu landen. «Ich war auf jeden Fall gut dabei», fasst der Vorarlberger sein Tschechien-Wochenende zusammen. «Im Pre Practice war ich Achter, im dritten freien Training am Samstagmorgen sogar Sechster. Der Regenschauer kurz vor der Superpole 1 hat mir dann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin mit Regenreifen raus und das war im Nachhinein betrachtet die falsche Entscheidung. Mit Startplatz 13 macht man sich dann in den Rennen das Leben selber schwer.»
«Es hat ein paar Runden gedauert, bis ich mich in den beiden Rennen auf den zehnten Platz vorgekämpft hatte. Ich bin dann ähnliche Zeiten, wie die Jungs auf Platz 5 gefahren. Aber die Lücke zu der Gruppe vor mir war einfach jedes Mal zu groß. Im zweiten Lauf ist Toni Finsterbusch noch vor mir gestürzt, sodass es im Ziel für mich Platz 9 geworden ist. Happy bin ich mit den Ergebnissen nicht, denn ich weiß, es wäre mehr drin gewesen im Training. Aber die eine Session hat eben nicht hingehauen. Vom Grund-Speed her läuft es gut und beim nächsten Rennen in Most will ich den nächsten Schritt nach machen.»
Milan Merckelbagh bewies beim Premieren-Wochenende in Brünn vor allem am Samstag sein ganz spezielles Talent. Kurz vor dem Training der Superpole 1, bei dem die drei schnellsten noch in der Superpole 2 mit insgesamt neun Fahrern um die beste Startposition kämpfen, war ein kräftiger Regenschauer über die Rennstrecke von Brünn niedergegangen, nur um kurz drauf gleich wieder abzutrocknen. Genau die gemischten Bedingungen, die viele Fahrer so gar nicht mögen, und für die Merckelbagh ein besonderes Talent hat. Auch wenn er seiner Boxen-Crew noch ein Schreck versetzte, als er zu Beginn des Trainings dem Kiesbett einen kurzen Besuch abstattete. Doch davon lässt sich ein wasserfester Niederländer nicht erschüttern. Mit flotten Runden fuhr er auf direktem Weg in die Superpole 2. Mit Startplatz 9 durfte Merckelbagh in beiden Rennen aus Reihe 3 los. Was ihm allerdings kein Glück brachte.
Zwei 14. Plätzen, damit vier Punkte in der Gesamtwertung, nahm der Pilot vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW als Souvenir aus Tschechien mit. Im ersten Rennen kassierte er wegen eines von der Rennleitung geahndeten Frühstarts zwei Long Laps. Dieser Zeitverlust ließ sich über die Distanz nicht mehr wettmachen. Auch in Lauf 2 konnte Merckelbagh nicht zeigen, was er draufhat. «Der Start war ganz gut», meinte er nach der Zielankunft, «die erste Runde war auch ziemlich stark. In der zweiten Runden allerdings, ich war auf dem Weg zu Turn 10, hat die Bremse nicht optimal gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass ich nicht wie geplant durch die Kurve kam und durch den Dreck musste. Dann habe ich versucht, die Lücke zu den Vorderleuten wieder zu schließen, aber sie war durch den Zwischenfall einfach zu groß und ich landete wieder auf P14.»



