Donnerstag, 10. September 2026

Emil Frey Racing mit Vollgas zum vorletzten DTM-Lauf an den Sachsenring

Vom 11. bis 13. September 2026 gastiert die DTM am Sachsenring, und Emil Frey Racing geht dort mit dem #14 und dem #69 Ferrari 296 GT3 Evo an den Start. Der 3,671 Kilometer lange Kurs bei Chemnitz zählt mit seinen 13 Kurven und dem hügeligen, technisch anspruchsvollen Layout zu den besonderen Herausforderungen im DTM-Kalender. Überholen ist auf dem engen Sachsenring traditionell schwierig, weshalb eine starke Qualifying-Leistung und ein fehlerfreies Rennen entscheidend sein werden.

Die Geschichte und die Ergebnisse sprechen allerdings für das Team aus Safenwil: Im vergangenen Jahr fuhr das Team zwei Podestplätze ein, im Jahr davor feierten es sogar einen Sieg und ein weiteres Podestergebnis. Der Sachsenring war daher für die Schweizer Truppe stets ein Ort, an dem die Stärken des Teams besonders zur Geltung kamen.

Nach dem Wochenende am Nürburgring, das mit dem souveränen dritten Saisonsieg von Matteo Cairoli am Samstag einen Hochpunkt hatte, aber durch den unglücklichen Boxenstopp-Defekt am Sonntag einen bitteren Beigeschmack hinterliess, geht Emil Frey Racing mit Entschlossenheit in die Schlussphase der Saison. Das Team nutzte zudem vor knapp zwei Wochen die Testfahrten am Sachsenring, um sich bestmöglich vorzubereiten. Das Programm verlief planmässig und lieferte wichtige Erkenntnisse, insbesondere hinsichtlich des Reifenverschleisses auf dem abrasiven Belag. In der Teamwertung liegt das Team mit 197 Punkten auf dem vierten Rang, 34 Zähler hinter dem führenden Winward Racing. Bei noch zwei ausstehenden Rennwochenenden und insgesamt vier Rennen ist der Kampf um die vorderen Plätze noch offen.

Fahrerstimmen vor dem Rennwochenende am Sachsenring

Matteo Cairoli (Italien)

„Es war sehr spannend, nach neun Jahren endlich mal wieder zu den Testfahrten an den Sachsenring zu kommen. Die Strecke ist eigentlich eine gesamte Linkskurve und mit den Höhenunterschieden einfach spannend. Auch wenn wir zuletzt am Nürburgring etwas an Boden verloren haben, ist es ganz klar unser Ziel, in den verbleibenden Rennen alles zu tun, damit wir noch im Meisterschaftskampf dabei sein können.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Wir hatten einen sehr guten Test und ich freue mich schon sehr auf diese coole Strecke, mit ihren schnellen Kurven aber auch den langsamen, technischen Passagen im ersten Abschnitt. Der Test war der erste seit langem und wir konnten uns in einigen Bereichen Klarheit verschaffen, denn wir haben ganz viele verschiedene Dinge ausprobiert. Ich freue mich sehr auf das Wochenende und denke wir haben ein sehr gutes Gesamtpaket.“

Euro Moto Superbike: Für Soomers Arm war die Renndistanz zu viel

Hannes Soomer musste in den vergangenen Rennen der EURO MOTO Superbike zuschauen – und zwar vom heimischen Sofa aus. Per Livestream verfolgte der Este, was seine Kollegen auf der Strecke veranstalteten. Eine massive Schulterverletzung hatte ihn beim Abschlusstest für die Langstrecken-WM in Suzuka wochenlang außer Gefecht gesetzt. Am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, war er am zweiten und letzten offiziellen Testtag für die 8 Stunden von Suzuka gestürzt.

Auf dem Nürburgring war der 28-Jährige vom Team Masteroil-Alpha-Van-Zon-BMW wieder fit genug für ein Rennwochenende. Das Comeback war kein Spaziergang. Zu Saisonbeginn war der direkte Sprung in die Superpole 2 für Soomer schon Standard. Am Nürburgring blieb er dagegen in der Superpole 1 stecken. Startplatz zehn – dritte Reihe.

In den Rennen zeigte Soomer dann, dass die Rennfahrer-Software noch einwandfrei läuft. Zehnter im ersten Lauf, Zwölfter im zweiten. Keine Sensationsplatzierungen, „aber ich war zuallererst glücklich, wieder dabei zu sein“, meinte er und fügte hinzu: „doch ich war eben noch nicht zu hundert Prozent der Alte. Meine Knochen sind alle wieder zusammengewachsen, aber mein Körper ist noch nicht wieder ganz fit.“

Das erste Rennen lief für ihn überraschend gut. „Damit war ich echt happy.“ Nach dem zweiten Lauf war die Freude gedämpfter. Die BMW hätte noch gekonnt, aber Soomers Schulter hatte irgendwann andere Pläne. „Mein Arm hat ein wenig Probleme gemacht. So ein ganzes Wochenende war ihm dann wohl ein wenig viel. Es war eben doch eine schwerere Verletzung.“ Sein Team kennt sich nach dem Nürburgring-Event nicht nur beim Motorrad, sondern auch in Sachen Tape-Verband bestens aus. Zuhause in Estland bekommt Soomer Unterstützung vom Olympiastützpunkt. „Die haben sich toll um alles gekümmert“, erzählt er. „Von der Operation bis hin zur Reha.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 9. September 2026

Zwei Sachsen, zwei Geschichten: Paul feiert DTM-Comeback, Primm seine Premiere

  • Dresdener Maximilian Paul kehrt zwei Monate nach seinem Unfall zurück
  • Simon Connor Primm aus Großschirma gibt auf dem Sachsenring sein Debüt
  • Audi-Youngster Primm sorgt für DTM-Comeback der Marke mit den vier Ringen

Heimspiel mit besonderen Vorzeichen: Beim DTM-Wochenende auf dem Sachsenring (11. bis 13. September) stehen zwei Lokalmatadore mit ganz unterschiedlichen Geschichten im Mittelpunkt. Der Dresdner Maximilian Paul (TGI Team by GRT) kehrt nur gut zwei Monate nach seinem Unfall am Norisring ins DTM-Cockpit zurück. Für Simon Connor Primm (Seyffarth Motorsport) aus Großschirma beginnt dagegen ein neues Kapitel. Der 21-Jährige feiert vor heimischem Publikum seine DTM-Premiere – und bringt dabei Audi mit dem R8 LMS GT3 Evo2 als neunte Marke zurück in die DTM.

Nach erfolgreicher Reha zurück in der DTM: Maximilian Paul
Foto: ADAC-Motorsport

Paul kämpft sich in Rekordzeit zurück

Nach seinem Unfall Anfang Juli auf dem Norisring mit Brüchen an Schien- und Wadenbein sowie am ersten Lendenwirbel arbeitete Paul intensiv an seinem Comeback. Der 26-Jährige saß nach erfolgreicher Operation und zahlreichen Reha-Einheiten beim DTM-Test auf dem Sachsenring Ende August erstmals wieder im Rennwagen und schaffte damit den entscheidenden Schritt auf dem Weg zu seinem Comeback.

„Mein Körper hat bei der Heilung extrem schnell mitgemacht. Ich habe die vergangenen zwei Monate gefühlt 80 Prozent der Zeit bei meinem Physio verbracht. Wir haben jeden Tag intensiv gearbeitet und unter anderem viel im Wasser trainiert“, verrät Paul. „Beim DTM-Test am Sachsenring war meine größte Sorge zunächst der Rücken, aber der hat super funktioniert. Das Bein hat noch etwas wehgetan, trotzdem konnte ich fahren. Jetzt freue ich mich einfach riesig, wieder im Auto zu sitzen und in der DTM anzugreifen, ohne mich eingeschränkt zu fühlen.“

Bereits 50 Tage nach dem Unfall saß der Dresdner beim offiziellen DTM-Test auf dem Sachsenring wieder im Lamborghini Temerario GT3 und absolvierte 98 Runden. Dabei übertraf Paul nicht nur die eigenen Erwartungen. „Im Team gab es dann sogar eine Wette, dass ich keine 15 Runden schaffe – die habe ich gewonnen“, erzählt er mit einem Lachen und ergänzt: „Natürlich zwickt es nach zwei Monaten hier und da noch. Aber wenn ich mich nicht wohlfühlen würde, würde ich nicht fahren. Die Motivation und die Lust aufs Rennfahren sind viel größer als die kleinen Schmerzen.“

Simon Connor Primm gibt am Sachsenring sein DTM-Debüt
Foto: ADAC-Motorsport

Vom ADAC GT Masters auf die große DTM-Bühne

Während Paul auf bekanntes Terrain zurückkehrt, wartet auf Primm eine Premiere. Der Youngster aus Großschirma tritt seit drei Jahren im ADAC GT Masters an und startet dort für HGL Racing. Auf dem Sachsenring setzt die Mannschaft unter dem Namen Seyffarth Motorsport einen Audi R8 LMS GT3 Evo2 ein. Damit ist Audi erstmals in diesem Jahr in der DTM vertreten. Das Starterfeld wächst beim vorletzten Saisonstopp auf neun Marken.

„Das ist eine einmalige Chance. Die DTM gehört für mich zu den besten Serien der Welt. Es war schon immer mein Traum, dort einmal zu fahren. Als ich vor ein paar Jahren Fahrer wie Marco Wittmann und Lucas Auer in der DTM verfolgt habe, bin ich selbst noch Kart gefahren“, sagt Primm. „Dass wir mit Audi antreten und die Marke in dieser Saison zurück in die DTM bringen, macht das Ganze noch besonderer.“

Ganz unvorbereitet geht Primm nicht in sein Heimspiel. In den vergangenen beiden Wochen konnte der Debütant zweimal mit einem GT4-Fahrzeug auf dem Sachsenring testen. Trotzdem bleibt Primm vor seinem ersten DTM-Wochenende realistisch: „Für uns alle ist das ein Sprung ins kalte Wasser. Deshalb ist das Wichtigste, einen sauberen und fehlerfreien Job zu machen und so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Ich will mich mit den Besten messen. Genau diese Herausforderung reizt mich.“


ADAC GT4 Germany: Titelkampf spitzt sich auf dem Sachsenring weiter zu

  • Fahrzeuge von vier Marken aussichtsreich im Titelkampf. 
  • Tabellenführer Denny Berndt will den nächsten Laufsieg. 
  • Sonntagsrennen live bei SPORT1 im Free-TV.

Heimspiel am Sachsenring für den Aston Martin von COSY Racing by ESM
Foto: ADAC-Motorsport

Vorhang auf für die vorletzte Runde der ADAC GT4 Germany 2026. Schauplatz dafür ist der Sachsenring in der Nähe von Chemnitz. Der spektakuläre 3,645 Kilometer lange Kurs zählt zu den absoluten Lieblingsstrecken der Rennfahrer – und dort wollen die Titelaspiranten wichtige Punkte sammeln, um sich vor dem Finale Mitte Oktober auf dem Hockenheimring in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Die Top Drei der Tabelle liegen allesamt innerhalb von lediglich 14 Zählern. Ganz oben im Klassement stehen Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (23/AUS, beide AVIA W&S Motorsport). Doch die zweitplatzierten Jan Philipp Springob (25/Olpe) und Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, beide COSY Racing by ESM) sowie die dritten Gabriele Piana (40/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) wollen dem Porsche 718 Cayman GT4-Duo die Führung streitig machen. Das verspricht natürlich einiges an Spannung. Wie üblich startet die ADAC GT4 Germany im Rahmenprogramm der DTM. Tickets für den Sachsenring gibt es ab 49 Euro unter dtm.com. SPORT1 überträgt das Sonntagsrennen von 15:00 bis 16:30 Uhr live im Free-TV und das Samstagsrennen ab 15:05 Uhr im Livestream auf SPORT1.de. Auch ServusTV On zeigt die Rennen im Stream. Auf Joyn und dem ADAC Motorsport-Kanal youtube.com/adacmotorsports werden neben den Rennen zusätzlich die Qualifyings am Samstag ab 9:00 Uhr live übertragen.

Berndt/Robinson kommen mit ordentlich Rückenwind nach Sachsen. Die Porsche-Fahrer gewannen zuletzt das Sonntagsrennen auf dem Nürburgring. „Ich freue mich auf die recht kurze Anfahrt“, erklärt der Berliner Berndt. „Auf dem Sachsenring ist der Zuschauerzuspruch immer grandios. Davon lebt unser Sport. Wir wollen alles tun, um den Besuchern ein tolles Wochenende zu bieten. Es gilt vor allem auf die Reifen zu achten. Unser sportliches Ziel ist das Podium und somit so viele Punkte wie möglich mitzunehmen.“

Mit nur sechs Punkten Rückstand treten Springob/Gogollok am Sachsenring an. Auch sie waren im Aston Martin Vantage AMR GT4 zuletzt auf dem Nürburgring erfolgreich. Für ihr Einsatzteam EastSide Motorsport ist der Sachsenring immer ganz speziell, da die Mannschaft aus dem nahegelegenen Crimmitschau ihr Heimspiel feiert und somit viele Gäste vor Ort hat. „Der Sachsenring sollte uns vom Layout her sehr gut liegen, da er viele langgezogene und schnelle Kurven aufweist. Wir gehen mit einer guten Ausgangslage ins Wochenende und möchten vom Jäger zum Gejagten werden – sprich als Tabellenführer abreisen. Am besten gelingt uns das mit Podiumsplatzierungen“, ist Gogollok hoch motiviert. „Es ist immer schön, das Heimrennen des Teams zu erleben. Denn es gibt viele Gäste, die uns anfeuern werden. Auch einer meiner Partner kommt ganz aus der Nähe der Strecke. Somit wird es viele Emotionen zu spüren geben. Das spornt gleich noch mehr an.“

Den Tabellendritten Piana/Sylvestersson fehlen im BMW M4 GT4 lediglich 14 Punkte auf die Spitze. Insbesondere Piana blickt immer wieder gerne auf den Sachsenring, auf dem er im Vorjahr das Sonntagsrennen gewann. Seine Glanzleistung mit unzähligen Überholmanövern im Jahre 2023 bewertet er weiterhin als eines der besten Rennen seiner Karriere. Ebenfalls noch aussichtsreich im Titelrennen der ADAC GT4 Germany liegen die Viert- und Fünftplatzierten der Tabelle. Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport, Porsche) haben 27 Punkte Rückstand. Lucas Cartelle (18/BEL) und Hudson Schwartz (17/USA, beide CRT) fehlen im Toyota GR Supra GT4 nur 31 Zähler nach ganz vorne. Somit befinden sich Fahrzeuge von vier unterschiedlichen Marken auf den ersten fünf Positionen im Gesamtklassement, was nicht nur für die Ausgeglichenheit in der ADAC GT4 Germany spricht, sondern auch spannende und abwechslungsreiche Rennen erwarten lässt.


Euro Moto Superbike: Markus Reiterberger hat noch Chancen in der Meisterschaft und auf einen WM-Titel

Es geht nicht immer nach Plan. Beim vorletzten EURO MOTO-Wochenende auf dem Nürburgring blieb Markus Reiterberger ohne Podiumsplatz in der Superbike-Klasse. Nach der Superpole war dem 32-jährigen Vierfach-Champion vom Team Masteroil Alpha Van Zon BMW schon bewusst, dass der sechste Startplatz für einen Pokal nicht reichen würde. Wie geht es weiter? Reiterberger steht vor großen Herausforderungen.

„Mitfahren konnte ich mit den Top-3“, lautete seine Sonntags-Analyse nach den beiden Rennen, die er als Vierter beendete, „aber ich konnte nicht attackieren. Von der ersten bis zur letzten Runde habe ich in jeder Kurve das Maximum gegeben, war am Limit und auch drüber. Aber es hat nicht gereicht. Wir sind nah dran. Doch wir sind inzwischen auf so einem Niveau angekommen, da sind ein paar Hundertstel hier und da einfach entscheidend. Zwei Mal die Blechmedaille ist jetzt nicht so zufriedenstellend, aber die Rennen waren toll. Wir wissen, was fürs Hockenheim-Finale zu tun ist.“ Reiterberger reist vom 24. bis 26. September als Vierter in der Meisterschaftswertung ins badische Motodrom und kann theoretisch noch Gesamt-Dritter werden.

Auf den Nürburgring hatte Reiti als letztes Teammitglied eingecheckt. Er kam direkt aus Südfrankreich vom Test für das letzte entscheidende Rennen in der FIM Endurance World Championship. Vom 17. bis 20. September 2026 erreicht die Langstreckenweltmeisterschaft beim Bol d’Or 2026 auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet ihren Höhepunkt. Das BMW Motorrad World Endurance Team mit Markus Reiterberger und seinen Kollegen Michael van der Mark und Steven Odendaal hat Chancen auf den Weltmeistertitel. Das Team mit der Startnummer 37 liegt auf dem zweiten Gesamtrang hinter YART-Yamaha mit dem Superbike-Meister von 2016, Marvin Fritz.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek