Mittwoch, 5. August 2020

Audi dominiert den DTM-Auftakt in Spa auch am Sonntag

  • Fünffacherfolg für den Audi RS 5 DTM auch am Sonntag
  • René Rast gewinnt Duell gegen Samstagssieger Nico Müller
  • Audi RS 5 DTM durchbricht Schallmauer von 300 km/h
Robin Frijns (Audi RS 5 DTM)
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Der Audi RS 5 DTM ist auch in der Saison 2020 das Auto, das es zu schlagen gilt. Beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps (Belgien) feierte Audi im zweiten Rennen am Sonntag wie schon am Vortag erneut einen Fünffacherfolg. Titelverteidiger René Rast entschied dabei ein spannendes Duell mit Samstagssieger Nico Müller knapp für sich. Das Podium am Sonntag komplettierte Robin Frijns. Für Audi war es bereits der neunte Sieg in Folge in der DTM.

„Das war ein unglaublicher Saisonstart mit zwei fantastischen Ergebnissen für Audi“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass nach dem neuerlichen Triumph der Vier Ringe. „Gefühlt waren wir heute sogar noch etwas stärker als gestern. Es ist toll, dass wir dort weitermachen können, wo wir im vergangenen Jahr aufgehört haben. Spa ist eine sehr spezielle Strecke, auf der gutes Reifenmanagement wichtig ist. Aber in Spa braucht man auch Motorleistung. Wir haben an diesen beiden Tagen klar gesehen, dass wir den besten Motor haben.“

Nach dem für ihn enttäuschend verlaufenen Samstagsrennen meldete sich Titelverteidiger René Rast am Sonntag eindrucksvoll zurück. Mit einem neuen DTM-Streckenrekord sicherte sich der Fahrer des Audi Sport Team Rosberg seine 14. Pole-Position, die er im Rennen in seinen insgesamt 18. DTM-Sieg verwandelte. Auch die schnellste Runde ging an den Deutschen.

„Es war ein sehr gutes Rennen, viel besser als gestern, als ich mit den Reifen zu kämpfen hatte“, sagte der zweimalige DTM-Champion. „Wir haben ein paar Dinge am Auto verbessert, aber ich mich auch fahrerisch. Dafür haben wir heute den Lohn bekommen. Es war ein cooler Fight mit Nico und Robin – fair und gut. So, wie es sein soll. Das Racing mit DRS und Push-to-Pass in der DTM ist großartig.“

Rast übernahm nach dem Start sofort die Führung, verlor diese in der vierten Runde aber an Müller. Gegen Rennmitte musste sich Rast auch gegen Müllers Teamkollegen Robin Frijns wehren, der beim Boxenstopp aber viel Zeit verlor. So wurde aus dem Dreikampf an der Spitze ein Zweikampf, in dem sich Rast mithilfe von DRS und Push-to-Pass immer näher an Müller heranarbeitete und diesen schließlich sechs Runden vor Rennende überholte. 

Ein Versuch des Schweizers, in der letzten Runde selbst noch einmal zu kontern, scheiterte, weil sich nach einem leichten Quersteher ausgangs „Eau Rouge“ sein DRS wieder schloss und nicht mehr öffnen ließ. „Insgesamt ist das Wochenende super verlaufen“, sagte Müller. „Ich führe die Meisterschaft an. Aber ich war noch nie so unglücklich über einen zweiten Platz. Wir hätten auch heute gewinnen müssen. Ich hatte das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.“

Robin Frijns, Müllers Teamkollege im Audi Sport Team Abt Sportsline, komplettierte mit Platz drei das Podium. Auch der Niederländer kam am Sonntag mit den Reifen wesentlich besser zurecht als am Vortag. „Leider hatte ich einen schlechten Start. Und meine Strategie, mit dem ersten Reifensatz besonders lange zu fahren, hat sich nicht ausgezahlt, weil mein Rückstand nach dem Boxenstopp einfach zu groß war.“

Rasts Teamkollege Jamie Green kämpfte sich vom achten Startplatz auf Rang vier nach vorn. Mike Rockenfeller und Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix belegten die Plätze fünf und sieben, wobei Duval im Rennen sechs Positionen gutmachte, nachdem seine schnellste Zeit im Qualifying gestrichen worden war.

Ein Stück DTM-Geschichte schrieb das Kundenteam WRT Team Audi Sport: Fabio Scherer durchbrach im Rennen als erster Fahrer mit einem Class-1-Rennwagen die Schallmauer von 300 km/h. 

Nach den ersten beiden von 18 geplanten Rennen führt Audi die Herstellerwertung mit 152:34 Punkten klar vor BMW an. 

Weiter geht es in der DTM am 15./16. und 22./23. August mit insgesamt vier Rennen auf dem Lausitzring. 

Vier BMW M4 DTMs in den Punkten am Sonntag in Spa-Francorchamps

Foto: BMW-Motorsport
Foto: BMW-Motorsport

Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) überquerte in Der zweiten Saison der DTM-Saison 2020 in Spa-Francorchamps (BEL) den sechsten Platz und war damit der bestplatzierte BMW-Fahrer des Tages. Lucas Auer (AUT, BMW Bank M4 DTM), Jonathan Aberdein (RSA, CATL BMW M4 DTM) und Marco Wittmann (GER, Schaeffler BMW M4 DTM) holten als Achter, Neunte und Zehnte Punkte, der Sieg ging an René Rast (GER, Audi). Wie schon am Samstag war der BMW M4 DTM um einen Platz auf dem Podium außer Streit.

Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM) und Timo Glock (GER, iQOO BMW M4 DTM) wurden Elfter und13. In der Fahrerwertung ist Auer mit zehn Punkten der bestplatzierte BMW-Fahrer.

Marco Wittmann:
"Das war alles sehr ernüchternd. Am Ende habe ich spät aufgehört und vielleicht einen Punkt geholt. Wir alle müssen das ganze Wochenende sehr genau unter die Lupe nehmen. Es ist super enttäuschend, 45 Sekunden hinter dem Führenden zu landen. Das ist nicht das, was wir von uns selbst erwarten oder was wir uns erhofft haben. Man muss ehrlich sein und sagen, dass es keine gute Leistung von uns war. Daran müssen wir arbeiten."

Timo Glock :
"Das war nicht das, was wir uns erhofft hatten. Es ist schwer zu verstehen, da sich das Auto im Qualifying gut angefühlt hat, aber sobald wir uns mit mehr Gewicht an Bord für das Rennen anstellen, ist es zu viel für die Reifen. Sie leiden zu sehr. Das ist unser Hauptproblem. Es war nicht richtig, vor allem in der heutigen zweiten Stint. Ich weiß nicht, was mit dem vorderen rechten Reifen los war, aber nichts funktionierte. Es hatte keinen Griff, von Anfang an, und ich hatte eine Menge Untersteuern. Ich habe viel Zeit verloren. Nichts kam heute zusammen. Wir müssen herausfinden, warum. Im Moment habe ich keine Erklärung."

Lucas Auer:
"Mein Start war wieder super. Generell denke ich, dass der erste Stint auch sehr stark war, aber ich musste mit vielen Autos kämpfen. Danach wurden die Reifen fertig. Trotzdem würde ich den ersten Stint als einen guten beschreiben. Die zweite war es definitiv nicht. Das bedeutete, dass ich nicht mehr in der Lage war, meine Blicke auf die vorausfahrenden Autos zu richten. Ich bin immer noch sehr glücklich und glaube, dass ich das Potenzial habe. Vorerst müssen wir weiter kämpfen."

Philipp Eng:
"Das war sehr enttäuschend. Heute war ganz anders als gestern. Wir haben keine Änderungen am Auto vorgenommen, wir haben nur einen anderen Reifen verwendet. Gestern sah ich aus wie der König des Reifenmanagements, heute ist eine ganz andere Geschichte. Niemand kann das im Moment verstehen."

Jonathan Aberdein:
"Im Großen und Ganzen war der Tag ein wenig enttäuschend, aber wir haben definitiv etwas daraus gemacht. Leider wurde ich zu Beginn des Rennens gesponnen, was uns Zeit gekostet hat. Dank unseres guten Tempos und des Reifenmanagements haben wir es trotzdem geschafft, uns wieder ins Rennen zu kämpfen. Am Ende kamen wir mit dem neunten Platz davon. Angesichts unserer Startposition und des Vorfalls am Start können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein."

Sheldon van der Linde:
"Das war ein gutes Rennen für uns. Wir haben heute das Maximum aus unserem Paket herausgeholt. Leider konnten wir nicht mehr tun. Ich hatte ein wirklich gutes Qualifying, vielleicht eine der besten Runden, die ich je gefahren bin. Ich bin heute mit mir selbst zufrieden. Nach meinen Problemen im gestrigen Rennen war es mir wichtig, mein Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Ich wollte zeigen, wozu wir fähig sind. Das haben wir getan. Die Audis scheinen sehr schnell zu sein. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen im nächsten Rennen die Lücke zu schließen."

Montag, 3. August 2020

Hyundai und Honda triumphieren beim Saisonauftakt

  • Junior Nico Gruber gewinnt das erste Saisonrennen auf dem Lausitzring
  • Honda-Pilot Dominik Fugel im zweiten Lauf nicht zu schlagen
  • Nico Gruber führt in der Gesamtwertung und der Honda Junior Challenge

Von Nervosität keine Spur: Junior Nico Gruber holt den ersten Sieg
Foto: ADAC-Motorsport
Zwei Rennen, zwei Marken an der Spitze: Hyundai i30 N TCR-Pilot Nico Gruber (19, Österreich, Hyundai Team Engstler) und Dominik Fugel (23, Chemnitz, Profi Car Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR haben die ersten beiden Saisonrennen der ADAC TCR Germany auf dem Lausitzring gewonnen. Als Sieger des ersten Laufs und mit Rang vier im zweiten Rennen sicherte sich Nico Gruber zudem zweimal die volle Punktzahl in der Honda Junior Challenge. Die Gesamtwertung führt der 19-Jährige nach dem ersten von sieben Rennwochenenden ebenso an.

Im ersten Lauf verwies Nico Gruber Honda-Fahrer Mike Halder (24, Meßkirch, Profi Car Honda ADAC Sachsen), Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) und Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) im Hyundai auf die Plätze. Gruber legte den Grundstein für den Erfolg beim Start: Der Österreicher zog noch vor der ersten Kurve an seinem Teamkollegen Buri vorbei und behauptete in der Folge die Führung. Dahinter reihte sich zunächst Mike Halder ein, der im Honda ebenfalls einen starken Start erwischte und von Rang sechs nach vorne fuhr.

Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing) rutschte im weiteren Verlauf des Rennens mit seinem Honda in den Kies, weshalb das Safety Car auf die Strecke musste. Nach dem Restart behauptete Gruber seine Führung vor Buri erfolgreich und fuhr fehlerfrei seinem ersten Sieg entgegen. "Ich habe das einfach nach Gefühl gemacht, weil das Safety Car für mich neu war", sagte der Österreicher.

Dahinter setzte Halder zum entscheidenden Manöver gegen Buri an, der nicht mehr kontern konnte. Harald Proczyk überholte seinen Teamkollegen Jan Seyffert (20, Stuttgart, HP Racing International), die beiden Hyundai-Piloten beendeten das Rennen auf den Plätzen vier und fünf. Sechster wurde Dominik Fugel vor Rene Kircher und Guido Naumann (Nürnberg, Hyundai Team Engstler), der im VIP Auto unterwegs war. Platz neun ging an Harri Salminen (51, Finnland, Positione Motorsport) im VW Golf GTI TCR, Zehnter wurde Marcel Fugel (19, Chemnitz, Profi Car Team Halder) im Honda.

Im zweiten Rennen des Tages triumphierte Dominik Fugel ähnlich souverän wie zuvor Gruber. Mit einem starken Start ging es für den Chemnitzer von Rang vier bis nach vorne. Zunächst überflügelte er Mike Halder und René Kircher, wenig später fand er auch einen Weg an der kurzzeitig führenden Michelle Halder vorbei und übernahm die Spitze. Sein Teamkollege Mike Halder konnte zunächst noch folgen, er musste seinen Honda Civic TCR aber wenig später in der Box abstellen. Davon profitierte Fugel, der sich Schritt für Schritt einen größeren Vorsprung herausfuhr.

Harald Proczyk, von Platz fünf gestartet, arbeitete sich schnell bis auf Rang zwei vor, konnte dem Tempo von Fugel an der Spitze aber nicht richtig folgen. Auch, weil er den schnellen Finnen Antti Buri im Nacken hatte und sich zunächst verteidigen musste. Weiter hinten im Feld arbeitete sich Nico Gruber Schritt für Schritt nach vorne, in der Schlussphase überholte er auch Michelle Halder und verbesserte sich auf Platz vier. Zwar konnte er den Rückstand auf das Spitzentrio nicht mehr aufholen, seinen vierten Rang brachte Gruber aber souverän ins Ziel.

Auf Platz fünf landete Michelle Halder im Honda Civic TCR vor Jan Seyffert im Hyundai i30 N TCR und dem von der Pole Position gestarteten René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR. Harri Salminen (51, Finnland, Positione Motorsport) in einem weiteren Golf sowie die beiden Honda-Fahrer Marcel Fugel (19, Chemnitz, Profi Car Team Halder) und Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing) komplettierten die Top Ten.


Stimmen der Sieger

Nico Gruber (Sieger des ersten Rennens, Hyundai Team Engstler): 
"Es ist verrückt, ich bin sprachlos. Der Schlüssel war sicherlich der gute Start. Ich habe versucht, das zu managen. Und dann habe ich meine Runden abgespult und versucht, konstante Zeiten zu fahren. Eigentlich liegt mein Fokus auf dem Sieg in der Honda Junior Challenge, aber ich nehme natürlich alles gerne mit."

Dominik Fugel (Sieger des zweiten Rennens, Profi Car Honda ADAC Sachsen): 
"Ich hatte einen ordentlichen Start und bin gleich an Mike Halder und René Kircher vorbeigekommen. Wenig später konnte ich mir Michelle Halder schnappen, aber Mike hat von hinten echt Druck gemacht. Er war sehr schnell unterwegs. Dass er dann technische Probleme hatte, ist auch für die Teamwertung ärgerlich. Aber nichtsdestotrotz bin ich glücklich und zufrieden. Ich gehe zuversichtlich ins Rennwochenende am Nürburgring."

Ben Green gewinnt zweites DTM Trophy-Rennen

  • Britischer BMW-Fahrer revanchiert sich mit Sieg für Ausfall am Vortag
  • Pole-Position, zweiter Platz und Tabellenführung für Tim Heinemann
  • Beherzte Kämpfe im Feld begeistern die Motorsportfans

Siegerehrung Rennen 2 DTM Trophy
Foto: dtm.com
Rennsport vom Feinsten gab es im zweiten Rennen der neuen DTM Trophy auf dem legendären Kurs von Spa-Francorchamps in den belgischen Ardennen: Der Brite Ben Green, nach seinem Ausfall am Vortag sehr enttäuscht, revanchierte sich am Sonntag mit seinem ersten Sieg im BMW M4 des Teams FK Performance Motorsport. Auf Platz zwei fuhr wie schon am Samstag Tim Heinemann, der Deutsche startete von der Pole-Position aus ins Rennen. Nach zwei von insgesamt zwölf Saisonrennen führt der Mercedes-AMG-Fahrer des Teams HP Racing International nun auch in der Punktewertung. Auch der drittplatzierte Fahrer war ein Wiederholungstäter, nämlich der Niederländer Max Koebolt im Walkenhorst-Motorsport-BMW.

Turbulenzen gab es bereits vor dem Start, als der Spanier Marc de Fulgenicio wegen eines technischen Problems seinen dritten Platz in der Startaufstellung nicht einnehmen konnte – er musste das Rennen aus der Boxengasse in Angriff nehmen. Beim rollenden Start setzte sich dann Pole-Sitter Tim Heinemann vor ein Trio von BMW-Fahrern mit Ben Green, Max Koebolt und Ben Tuck. In der zweiten Runde musste das Safety-Car auf die Strecke, nachdem der Niederländer Kelvin Snoeks im Racing-One-Audi bei Blanchimont in die Streckenbegrenzung eingeschlagen war.

Erst in Runde fünf wurde das Rennen wieder freigegeben. Zunächst konnte Heinemann seine Führung behaupten, machte aber später in der Runde einen kleinen Fehler und mussteden  angreifenden Ben Green passieren lassen. Green fuhr daraufhin souverän den Sieg nach Hause, Heinemann sicherte sich zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz. Rang drei ging an Max Koebolt. Ex-DTM-Profi Peter Terting, am Vortag ebenfalls ausgefallen, wurde für ein starkes Rennen mit Platz vier belohnt. Auch im weiteren Feld gab es unterhaltsame Positionskämpfe, unter anderem um die Plätze neun bis elf mit Marc de Fulgencio, Lucas Mauron und Jan Philipp Springob sowie um die Positionen zwölf bis 14 mit Rudolf Rhyn, Fidel Leib und Felix Von der Laden.

Stimmen – 2. Rennen, Spa-Francorchamps

Ben Green, FK Performance Motorsport
„Der Sieg heute ist das versöhnliche Ende des Wochenendes für mich. Und natürlich eine gute Vorbereitung auf die Zukunft. Ich hatte heute in ‚Eau Rouge‘ und ‚Blanchimont‘ guten Grip und konnte Tim Heinemann so überholen. Er war im Zweikampf super-fair. Genau so muss Racing sein.“

Tim Heinemann, HP Racing International
„Wenn man Pole-Position hat, möchte man natürlich den Sieg. Aber ich bin mit Platz zwei super-zufrieden. Zweimal auf dem Podium zu landen beim ersten Event der Saison ist ein gutes Resultat. Ben Green hat im Rennen heute viel Druck gemacht. Beim Restart habe ich mich noch gut behauptet, doch danach habe ich einen kleinen Fehler gemacht und Ben konnte überholen. Aber ich denke, dass es faires und feines Racing war.“

Max Koebolt, Walkenhorst Motorsport
„Das gesamte Wochenende verlief gut für mich. Ich habe heute den Fehler gemacht, zu lange darauf zu setzen, meine Reifen zu schonen. Kompliment an das gesamte Team der DTM Trophy, das wirklich eine tolle Rennserie auf die Beine gestellt hat. Die Sprint-Rennen mit nur einem Fahrer sind super. Und das Highlight ist es natürlich, Teil des DTM-Wochenendes zu sein.“

Sonntag, 2. August 2020

Gelungene Revanche: Rast besiegt Müller in Spa-Francorchamps

  • Champion René Rast siegt am Sonntag, Müller knapp auf Platz 2
  • Packendes Racing bis zur Ziellinie beim Saisonauftakt-Wochenende der DTM
  • Audi dominiert mit Fünffach-Siegen sowohl am Samstag als auch am Sonntag

Rast vor Müller (beide Audi)
Foto: dtm.com
Lauter Schlussakkord in der letzten Runde: René Rast hat das Sonntagsrennen der DTM in Spa-Francorchamps für sich entschieden und damit für den Lauf am Samstag erfolgreich Revanche genommen. Während sein Audi-Markenkollege Nico Müller (SUI) am Samstag durch ein beherztes Manöver in „Eau Rouge“ und „Raidillon“ den Champion niederrang, war es am Sonntag Rast, der am Ende der langen „Kemmel-Geraden“ das entscheidende Manöver gegen Müller setzte. Müller blieb Rast bis zum Zielstrich auf den Fersen, musste sich allerdings mit 0,483 Sekunden Rückstand geschlagen geben. Ein weiteres Traumergebnis für Audi komplettierte Robin Frijns (NED), der am Samstag die erste Pole-Position seiner DTM-Karriere feierte.

Verhaltener Start für BMW: Sheldon van der Linde als Marken-Bester auf Rang sechs

BMW hat für den anstehenden „Double-Header“ auf dem Lausitzring einiges an Hausaufgaben aus Spa-Francorchamps mitgenommen. Als bester Vertreter der Münchner kam Sheldon van der Linde (RSA) als Sechster ins Ziel. Lucas Auer (AUT), Jonathan Aberdein (RSA) und Marco Wittmann kamen als Achte, Neunte und Zehnte ebenfalls in die Punktränge.

Stimmen – 2. Rennen, Spa-Francorchamps

Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e. V.
„Ein spannendes zweites Rennen, in dem bis zur letzten Runde um den Sieg gekämpft wurde. Genau so soll es sein. Mit zwei würdigen Gewinnern an diesem Wochenende, die auch im letzten Jahr schon die Topleute waren. Auch Robin Frijns hat einen guten Eindruck hinterlassen. Dieses Wochenende war auch teilweise geprägt von der Reifensituation, besonders bei den heißen Bedingungen am Samstag, aber auch das gehört zum Motorsport. Das einzige, das ich mir noch gewünscht hätte, ist, dass BMW mehr auf Augenhöhe mit Audi wäre. Das waren sie an diesem Wochenende ganz klar nicht. Ich hoffe, dass BMW bis zum nächsten Rennen seine Hausaufgaben so macht, dass sie auch im Kampf um den Sieg eine Rolle spielen können. Ansonsten war es ein gelungenes Wochenende.“

René Rast, Audi, Sieger
„Es war ein sehr anspruchsvolles Rennen. Ich hatte einen sehr guten Start, das Auto war viel besser als gestern. Nico war in seinem ersten Stint sehr stark, und Robin auch. Im zweiten Stint konnte ich das gleiche Tempo wie Nico gehen und ihn überholen. Ich wusste, er würde es in der letzten Runde probieren, und habe mich entsprechend vorbereitet. Es war kein perfektes Wochenende, aber wir haben gesehen, was gestern nicht optimal lief. Das haben wir geändert und es hat funktioniert.“

Nico Müller, Audi, Platz zwei
„Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich auch das Rennen heute hätte gewinnen können. René hat das in der letzten Runde sehr klug gemacht. Ich dachte, dass sein Abwehrmanöver früher kommen würde, so waren meine beiden Überholwerkzeuge zu früh vergeben. René hat heute seine ganze Erfahrung eingebracht. Er hat diesen Sieg verdient, aber ich hätte ihn auch verdient. Unser Tempo war sehr gut, die Jungs haben mir ein sehr gutes Auto gegeben. Robin war auch das ganze Wochenende über extrem stark, ich bin sicher, dass wir im Laufe der Saison viele Fahrer im Kampf um die Meisterschaft sehen werden. Wir hoffen nur, dass wir unseren Schwung beibehalten können.“

Robin Frijns, Audi, Platz drei
„Gestern war ich mit meiner allerersten Pole-Position wirklich zufrieden, und das war ich auch im heutigen Qualifying mit meiner Runde. Mein Start war nicht sehr gut, ich war Dritter. Ich habe versucht, meine Reifen zu schonen und lange draußen zu bleiben, weil ich mich im Auto sehr wohl fühlte. Nach dem Reifenwechsel schloss ich auf Nico und René auf. Ich hätte wahrscheinlich noch ein paar Runden gebraucht, um sie einzuholen.“

Ergebnis – 2. Rennen, Spa-Francorchamps (Top_Five)

01. René Rast (GER), Audi, 26 Runden in 57.17,254 Minuten
02. Nico Müller (SUI), Audi, + 0,483 Sek.
03. Robin Frijns (NED), Audi, + 5,393 Sek.
04. Jamie Green (GBR), Audi, + 11,080 Sek.
05. Mike Rockenfeller (GER), Audi, + 23,435 Sek.

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 2.08,715 Min.
Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 2.04,199 Min.
Wetter: 20°C, sonnig
Strecke: 25–27°C, trocken 

Audi gewinnt zweites Saisonrennen auf dem Lausitzring

  • Charles Weerts und Dries Vanthoor dominieren am Sonntag
  • Weerts gewinnt auch in der Pirelli-Junior-Wertung
  • Rolf Ineichen bester Pilot in der Pirelli-Trophy-Wertung

Start-Ziel-Sieg für das Audi Team WRT mit Vathoor/Weerts
Foto: ADAC-Motorsport
Starker Einstand für das Team WRT aus Belgien im ADAC GT Masters. Der Audi-Rennstall, der zu den renommiertesten Teams im internationalen GT-Sport zählt, holte gleich beim ersten Rennwochenende im ADAC GT Masters den ersten Sieg. Nachdem sich Dries Vanthoor (22/B, Team WRT) im knappsten Qualifying in der Geschichte des ADAC GT Masters die Pole-Position gesichert hatte, waren der Belgier und Teamkollege Charles Weerts (19/B) auch im Sonntagsrennen auf dem Lausitzring nicht zu schlagen. Mit einer souveränen Leistung fuhr das Duo zu einem ungefährdeten Sieg. Platz zwei ging an die Rennsieger vom Vortag, Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (34/Monte Carlo, beide Toksport WRT). Ebenfalls auf das Podium kamen als Dritte Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport) im besten Porsche. „Das war ein super Rennen für uns“, freute sich Sieger Vanthoor. „Es freut mich sehr, dass Charles und das Team WRT an ihrem ersten Rennwochenende im ADAC GT Masters gleich einen Sieg einfahren konnten.“

Vanthoor in einer Liga für sich

Die erste Hälfte des zweiten Saisonrennens stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Dries Vanthoor. Der Audi-Sport-Fahrer verlor zwar direkt nach dem Start kurz die Führung an Porsche-Fahrer Sven Müller, doch bereits in der ersten Kurve war der Belgier wieder vorn. Danach setzte sich Vanthoor stetig an der Spitze ab. Zeitweise fuhr er mehr als eine halbe Sekunde schneller als seine Verfolger. Als er zur Rennmitte den schwarzen Audi mit der Nummer 32 an Partner Charles Weerts übergab, betrug sein Zeitpolster knapp 14 Sekunden. Weerts baute den Vorsprung sogar noch leicht aus. Doch eine späte Safety-Car-Phase zum Bergen des Bentley von Constantin Schöll (21/A) und Jordan Pepper (24/ZA, beide T3-HRT-Motorsport), der bei einer Kollision umgedreht wurde, schob das Feld noch einmal zusammen. Doch trotz Außentemperaturen von mehr als 30 Grad hielt Weerts, der in diesem Jahr der jüngste Pilot im Starterfeld ist, dem großen Druck stand und blieb beim Restart vorn. Bis ins Ziel fuhr er einen Vorsprung von knapp 3,8 Sekunden heraus und holte sich an seinem Premierenwochenende in der „Liga der Supersportwagen“ gleich seinen ersten Gesamtsieg, zudem triumphierte er in der Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer.

Die Samstagssieger Luca Stolz und Maro Engel mussten sich diesmal mit Rang zwei begnügen, reisen aber als erste Tabellenführer der Saison aus der Lausitz ab. Nach einer Nachtschicht zur Reparatur ihres am Vortag stark beschädigten Porsche bedankten sich Robert Renauer und Sven Müller mit Platz drei bei ihrem Team. In einem weiteren 911 GT3 R fuhren Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg, beide SSR Performance) auf Platz vier ins Ziel. Dahinter führten die Titelverteidiger Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) als Fünfte ein Audi-Trio an, das von Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Christopher Mies (31/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land Motorsport) auf Rang sechs und Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT) als Siebte komplettiert wurde. Ineichen holte zudem den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

Auf den Plätzen acht bis zehn kamen mit Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward), Jimmy Eriksson (29/S) und Daniel Keilwitz (30/Villingen, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) sowie Philip Ellis (27/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) drei Mercedes-AMG GT3 Evo ins Ziel.

Sieger von Rennen zwei Dries Vanthoor (l.) und Charles Weerts
Foto;: ADAC-Motorsport
Stimmen der Sieger:

Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS): 
„Der Start war etwas schwierig, da von hinten der Porsche von Sven Müller herangeflogen kam. Aber ich bin gut durch die erste Kurve gekommen und war in Führung. Danach habe ich gepusht und bis zum Fahrerwechsel einen Vorsprung herausgefahren. Charles hat danach einen guten Job gemacht. Leider hat er den großen Vorsprung durch den Safety-Car-Einsatz verloren, doch er hat danach wieder eine Lücke herausfahren können.
Wir haben gezeigt, dass das Team WRT eine der besten Mannschaften im GT-Sport ist. Natürlich ist die Serie neu für die Mannschaft, aber es sind alles tolle Leute. Das haben sie heute wieder gezeigt.“

Charles Weerts (Team WRT, Audi R8 LMS): 
„Dries hat mir das Auto mit einem schönen Vorsprung übergeben. Leider kam dann das Safety-Car und hat diesen zunichtegemacht. Das war etwas ärgerlich. Aber unser Auto war extrem stark und ich habe mich nach dem Restart wieder etwas absetzen können. Nach unseren guten Testfahrten hatten wir schon hohe Erwartungen, aber dass es gleich so läuft, hätten wir nicht gedacht.“

2.Qualifying Spa: Renè Rast schlägt zurück

Renè Rast holt Pole für Rennen 2 am Sonntag in Spa
Foto: Jens Hawrda
Die schnellste Zeit im Qualifying für das heutige Rennen am Sonntag in Spa holte sich Rene Rast vor seinen Markenkollegen Robin Frinjns und Nico Müller (alle Audi). Bester BMW-Fahrer auf Platz vier war Sheldon van der Linde vor Mike Rockefeller (Audi) auf  Platz  fünf. Auf Platz 6 und 7 folgen mit Philipp Eng und Timo Glock zweit weitere BMW Piloten. Jamie Green (Audi), Marco Wittmann (BMW) und Lucas Auer (BMW) komplettieren die Top Ten.

Insgesamt sieht es nach dem zweiten Qualifying für BMW nicht mehr so finster aus, immerhin bringen Sie 5 Piloten in die Top-Ten und damit genau so viele wie Markenkontrahent Audi. Trotzdem stehen wieder drei Audi auf den ersten drei Startplätzen.

Traumstart für Audi in der DTM: Platz eins bis fünf

  • Nico Müller gewinnt Samstagsrennen in Spa mit fast 20 Sekunden Vorsprung
  • Fahrer aller drei Audi-Werksteams auf dem Podium
  • Motorsportchef Dieter Gass: „Ergebnis fantastisch für Audi“
Nico Müller siegt im ersten Saisonrennen überlegen
Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Mit den Plätzen eins bis fünf im ersten Rennen in Spa-Francorchamps (Belgien) ist Titelverteidiger Audi ein Traumstart in die neue DTM-Saison gelungen. Herausragender Fahrer beim Fünffacherfolg am Samstag war der Schweizer Nico Müller vom Audi Sport Team Abt Sportsline.

„Das Ergebnis ist einfach fantastisch für Audi“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Nach den Testfahrten vor Saisonbeginn haben wir das nicht erwartet. Heute ging es in erster Linie um gutes Reifenmanagement – und da war Nico Müller einfach eine Klasse für sich.“

Der Schweizer startete am Samstagmorgen mit einer Bestzeit im nassen Freien Training in die DTM 2020. Im Qualifying musste er sich nur knapp seinem Teamkollegen Robin Frijns geschlagen geben, der sich seine erste Pole-Position in der DTM sicherte. Im Rennen wehrte Müller kurz nach dem Start eine Attacke von René Rast in der berühmten Eau-Rouge-Kurve ab. In Runde fünf überholte er auf der langen Bergauf-Geraden seinen Teamkollegen Robin Frijns und setzte sich anschließend sukzessive vom Rest des Feldes ab. Im Ziel hatte Müller fast 20 Sekunden Vorsprung – in der DTM eine kleine Welt.

„Am Schweizer Nationalfeiertag mit der Schweizer Flagge auf dieses besondere Podium steigen zu dürfen, macht mich sehr stolz“, sagte Müller nach seinem fünften Sieg in der DTM. „Spa ist eine magische Rennstrecke. Mit dem Audi RS 5 DTM auf ihr zu fahren, macht jede Menge Spaß. Mein Dank gilt Audi Sport und meinen Jungs bei ABT Sportsline. Es gab hier am Freitag kein Training. Das Freie Training fand im Nassen statt. Wir wussten also erst im Qualifying, wo wir stehen. Dann beide Autos in die erste Reihe zu stellen und das Rennen so überlegen zu gewinnen, ist einfach mega.“

Mit Jamie Green vom Audi Sport Team Rosberg auf Platz zwei und Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix auf Platz drei standen Piloten aller drei Audi-Werksteams auf dem Podium. Green kämpfte sich von Startposition elf mit einem späten Reifenwechsel und starken Überholmanövern auf Platz zwei nach vorn. Duval stoppte in derselben Runde wie Nico Müller und managte seine Reifen im längeren zweiten Stint ähnlich gut wie der Sieger.

Duvals Teamkollege Mike Rockenfeller lag fünf Runden vor Rennende noch auf Platz zwei, fiel mit nachlassenden Reifen aber noch auf Platz vier zurück. Noch schlimmer erging es Robin Frijns, der aufgrund starker Blasenbildung an den Hinterreifen nach seiner anfänglichen Führung bis auf Rang neun zurückgereicht wurde. „Am Anfang lief es gut, aber nach fünf, sechs Runden bauten die Reifen plötzlich stark ab“, sagte Frijns. „Wir müssen bis morgen herausfinden, woran das lag.“

Auch René Rast hatte mit ungewöhnlich hohem Reifenverschleiß zu kämpfen. Der amtierende DTM-Champion lag zeitweise auf Platz zwei, musste aber kurz vor Rennende ein zweites Mal zum Reifenwechsel an die Box kommen. Vom zehnten Platz kämpfte sich Rast noch auf Rang fünf nach vorn. „Das Rennen war trotzdem ein Albtraum“, sagte der Champion. „Ich habe die Reifen am Anfang geschont, trotzdem gingen sie in den Keller. Im zweiten Stint habe ich sie noch mehr geschont, doch der Abbau war noch größer.“

Samstag, 1. August 2020

Ben Tuck ist der erste Sieger in der DTM Trophy

  • Start-Ziel-Sieg für den Briten im Walkenhorst-Motorsport-BMW
  • Tim Heinemann und Max Koebolt komplkettieren das Podium
  • Gelungene Premiere der neuen Rennserien in Spa-Francorchamps
Ben Tuck Walkenhorst-Motorsport-BMW
Foto: dtm.com

Mit einem souveränen Start-Zielsieg dominierte der Brite Ben Tuck im BMW M4 des Teams Walkenhorst Motorsport das Geschehen bei der Premiere der DTM Trophy auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Mit der schnellsten Zeit im freien Training, der Pole-Position und seinem Rennsieg war es für Tuck ein nahezu perfekter Tag in den belgischen Ardennen. Rang zwei im halbstündigen Rennen ging an Tim Heinemann im HP-Racing-International-Mercedes-AMG. Der Niederländer Max Koebolt, Teamkollege von Ben Tuck bei Walkenhorst Motorsport, sicherte sich den dritten Platz .

Bei herrlichem Sommerwetter begeisterten die Teilnehmer bei der Premiere der DTM Trophy mit Motorsport vom Feinsten auf einer der berühmteste Strecken der Welt. Ben Tuck startete von der Pole-Position und profitierte von seiner optimalen Ausgangslage: Er führte das Feld nach dem rollenden Start in die La-Source-Haarnaadelkurve. Hinter ihm ging es turbulent zu: Heinemann fiel nach einem eher mäßigen Start auf Platz vier hinter Kisiel und Koebolt zurück. Er konnte aber auf der Kemmel-Geraden seine Position zurückerobern als Kisiel kurz von der Strecke abkam und dann leicht mit Koebolt kollidierte.

Vorne kontrollierte Tuck souverän das Geschehen und überquerte nach 12 Runden als Sieger die Ziellinie. Heinemann konnte den Erstplatzierten nicht mehr angreifen, war aber zufrieden mit Rang zwei, während sich Koebolt trotz Beschädigungen an seinem Auto nach der Kollision auf Platz drei ins Ziel rettete. Jan Kisiel beendete im Leipert-Motorsport-Mercedes das Rennen als Vierter, Felix Hirsiger war auf Platz fünf im Allied-Racing-Porsche bester Juniorfahrer.

Zeittraining: Pole-Position for Ben Tuck
Nachdem er bereits im freien Training am Vormittag auf einer abtrocknenden Strecke die Zeitenliste angeführt hatte, war Ben Tuck im Walkenhorst Motorsport-BMW im Zeittraining der Schnellste. Auf der 7,004 Kilometer langen Strecke von Spa-Francorchamps fuhr er mit 2.31,821 Minuten die Bestzeit. Damit verdrängte er Tim Heinemann, der im HP-Racing-Mercedes-AMG lange Zeit den ersten Platz innehatte, von der Spitze. Aus der zweiten Startreihe fuhren je ein BMW- und ein Mercedes-Fahrer als Drittschnellster (Max Koebolt im Walkenhorst M4) beziehungsweise Viertbester (Jan Kisiel im Leipert-Motorsport-Mercedes) ins Ziel. Als Fünftplatzierter im Porsche des Teams Allied Racing sorgte Felix Hirsiger nicht nur dafür, dass drei verschiedene Marken in den Top Fünf vertreten waren, sondern er war auch schnellster Juniorfahrer im Feld.

Ben Tuck, Walkenhorst Motorsport
„Mein Team Walkenhorst hat den gesamten Tag einfach einen tollen Job gemacht. Es lag also an mir, es entsprechend umzusetzen, was mir zum Glück gelungen ist. Zu Beginn hatte ich ein Duell mit Jan Kisiel, das ein bisschen knifflig war. Danach ging es darum, die Gegner hinter mir zu halten. Dank der Hilfe von Jörg Müller habe ich das gut hinbekommen.“

Tim Heinemann, HP Racing International
„Ich bin richtig zufrieden. Die Top Drei war das Ziel. Und ja, gewinnen wäre auch schön gewesen. Ich habe aber zu Beginn des Rennens Zeit verloren und das Einteilen der Reifen war wegen der Hitze etwas schwierig heute. Ich hatte keine Chance auf den Sieg– deshalb bin ich auch mit Platz zwei glücklich. Danke an das Team der DTM Trophy – die ‚Balance of Performance‘ ist aus meiner Sicht gelungen. Dazu hat mir mein Team ein gutes Auto hingestellt.“

Max Koebolt, Walkenhorst Motorsport
„Mein Start war gut. Oben in ‚Raidillon‘ kam ich bei einem Duell etwas weit raus, es gab eine kurze Berührung. Danach war das Auto nicht mehr ganz gerade. Ich konnte den Top-Jungs aber dennoch gut folgen. Alles in allem ein großer Tag, auch für die DTM Trophy selbst. Ich freue mich schon auf morgen."

Schweizer Sieg am Nationalfeiertag: Nico Müller gewinnt DTM-Saisonauftakt in Spa

  • Erste Sieger-Trophäe der Saison 2020 geht an Audi
  • Jamie Green (GBR) und Loïc Duval (FRA) komplettieren reines Audi-Podium
  • Einteilung der Reifen bei Hitze-Schlacht in Spa entscheidend
Start zum  ersten Saisonrennen 2020
Foto: dtm.com

Nico Müller gewinnt am Schweizer Nationalfeiertag den Saisonauftakt der DTM in Spa-Francorchamps. Der Audi-Pilot sicherte sich mit einer beherzten Anfangsphase sowie einer klugen Einteilung der zweiten Rennhälfte einen emotionalen Triumph. Müller, der die Saison 2019 als Tabellenzweiter beendet hatte, übernahm damit auch die frühe Tabellenführung. Titelverteidiger René Rast (GER, Audi), kam mit einer Zwei-Stopp-Strategie auf die fünfte Position, nachdem er sich zu Beginn ein sehenswertes Duell mit Müller durch den legendären Streckenabschnitt „Eau Rouge“ und „Raidillon“ geliefert hatte.

Gleich zwei Aufholjäger aus dem Audi-Lager komplettierten das Podium: Jamie Green (GBR) fuhr von der elften Startposition auf den zweiten Platz nach vorn und verwies Loïc Duval zuvor sehenswert auf Platz drei. Duval war aus der vierten Startreihe in das ersten Saisonrennen der DTM gestartet.

Eng und Auer – österreichisches Duo bestplatzierte BMW-Fahrer

Philipp Eng und DTM-Rückkehrer Lucas Auer hielten im ersten Saisonrennen die BMW-Fahnen am höchsten. Die beiden Österreicher beendeten das Rennen in Spa-Francorchamps auf den Plätzen sechs und sieben. Timo Glock (GER) wurde Achter. Aus BMW-Sicht war auch das Debüt von Robert Kubica (POL) ein viel beachtetes. Der Pole, der sich zuvor erfolgreich in Formel 1 und Rallye-Weltmeisterschaft behauptet hatte und mit der DTM in eine Tourenwagen-Karriere startet, fuhr bei seiner Premiere auf den 14. Platz.

Stimmen – 1. Rennen, Spa-Francorchamps

Nico Müller, Audi, Sieger
„Gleich zu Beginn des Rennens gab es eine packende Situation mit René Rast in ‚Eau Rouge‘ – etwas, das ich nicht wirklich geplant hatte, aber glücklicherweise ließ er mir genug Raum. Es ist mir gelungen, die Reifen für den ersten Stint am Leben zu erhalten. Der zweite Stint war sehr schwierig für mich, ich war so ziemlich auf mich allein gestellt. Hut ab vor den Jungs, das Auto war fantastisch, die Vorbereitung einfach mega! Es ist immer emotional, ein Rennen zu gewinnen, besonders am ersten August, dem Nationalfeiertag in der Schweiz.“

Jamie Green, Audi, Platz zwei
„Mein Start war nicht wirklich gut, ich hätte den Motor beinahe abgewürgt. Danach ging es darum, Plätze gutzumachen. Das war eines der angenehmeren Rennen in meiner DTM-Karriere. Mein Auto zu fahren war ein Vergnügen, es hat großen Spaß gemacht. Normalerweise hilft es, schon früh in der Saison einige Punkte zu holen. Ich habe seit Oktober nicht mehr in einem Rennwagen gesessen.Daher ist es eine Erleichterung, wieder dort zu sein, wo ich denke, dass ich sein sollte.“

Loïc Duval, Audi, Platz drei
„Das Rennen war ziemlich gut. Ich hatte am Start Schwierigkeiten mit der Kupplung und musste mich dann wieder nach vorn kämpfen. Als andere anfingen, sich zu duellieren, konnte ich überholen und Plätze gutmachen. Nach dem Stopp versuchte ich, meine Reifen zu managen und darauf zu warten, dass andere sich in Zweikämpfen verlieren, was einige taten, wie Mike Rockenfeller, René Rast und Robin Frijns. In der Schlussphase hatte ich mit mir selbst zu kämpfen, was es Jamie ermöglichte, mich zu überholen. Platz drei ist ein gutes Ergebnis, auch für das Team!“

Ergebnis – 1. Rennen, Spa-Francorchamps (Top-Five)

01. Nico Müller (SUI), Audi, 26 Runden in 57.58,596 Minuten
02. Jamie Green (GBR), Audi, + 19,502 Sek.
03. Loïc Duval (FRA), Audi, + 22,839 Sek.
04. Timo Glock (GER), BWM, + 29,234 Sek.
05. René Rast (GER), Audi, + 32,032 Sek.

Schnellste Rennrunde: Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 2.09,756 Min.
Pole-Position: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 2.05,625 Min.
Wetter: 30°C, sonnig
Strecke: 40–45°C, trocken 

Harter Start für DIE BMW DTM-Teams in Spa-Francorchamps

Marco Wittmann (GER), BMW Team RMG, #11 Schaeffler BMW M4 DTM
Foto: BMW-Motorsport
Nach monatelangem Warten drehen sich die Räder in der DTM wieder. Die erste der neun Veranstaltungen der Saison 2020 findet an diesem Wochenende in Spa-Francorchamps statt. Der Saisonauftakt auf der legendären belgischen Rennstrecke war für die BMW DTM-Teams bisher nicht einfach. Im Samstagsrennen wurde Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM) als bester BMW-Fahrer Sechster.

Bei heißen, sommerlichen Bedingungen erreichten Lucas Auer (AUT, BMW Bank M4 DTM), Timo Glock (GER, iQOO BMW M4 DTM) und Newcomer Jonathan Aberdein (RSA, CATL BMW M4 DTM) auf den Plätzen sieben, acht und zehn hinzugekommen das Ziel in den Punkten. Marco Wittmann (GER) verpasste die Top-Ten und wurde Elfter im Schaeffler BMW M4 DTM. Besonders Pech hatte Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM). Nachdem er sich am Morgen als bester BMW-Fahrer auf platzen ließ, musste er in den Auftaktphasen des Rennens mehrmals mit einem technischen Problem in die Startgruben zurückkehren. Er konnte das Rennen zumindest beenden und überquerte die Ziellinie aufdem 15. Platz. 

Reaktionen auf das 1. DTM-Rennen der Saison 2020 in Spa-Francorchamps:

Marco Wittmann:
"Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend. Der erste Stint verlief gut und ich konnte mich an meinen BMW-Kollegen vorbeiarbeiten. Auch die Reifen fühlten sich gut an. Leider ging im zweiten Stint nichts richtig. So bald nach dem Rennen kann ich nicht sagen, woran das lag. Wir müssen analysieren, was passiert ist."

Timo Glock:
"Es ist schade, dass das Ergebnis nicht besser ist, da ich mich im Auto eigentlich gut gefühlt habe. Ich habe mich im ersten Stint wirklich um meine Reifen gekümmert und war vielleicht sogar ein bisschen zu konservativ. Auch der zweite Stint lief gut, bis ich Marco Wittmann überholte. Danach hatte ich plötzlich keinen Halt mehr an der Hinterachse. Wir müssen jetzt sehen, warum das so war."

Lucas Auer:
"Ich habe es sehr genossen, wieder in einem DTM-Auto und an einem Rennwochenende zu sein. Ich bin auch sehr zufrieden mit meiner Leistung. Nach zweiJähriger Pause und nur zwei Testtagen ist der Abschluss als zweitbester BMW-Fahrer ein gutes Ergebnis. Ich sehe auch, dass ich noch viel Luft nach oben habe."

Philipp Eng:
"Als sie die Tür am Gitter schlossen, war das gänsehautpur. In Momenten wie diesen weiß ich, warum ich schon immer Rennfahrer werden wollte. Wir haben das Rennen im Vorfeld gründlich besprochen und gut vorbereitet. Ich möchte auch Augusto Farfus danken, der während des Tests wertvolle Informationen über das Reifenmanagement erhalten hat. Ich habe meinen Rhythmus im Qualifying nicht ganz gefunden. Umso entschlossener waren wir, im Rennen gut zu fahren und uns gut zu begeben. Wir waren der beste BMW, aber ich möchte natürlich der Beste aus allen sein und BMW vorne sein. Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns, aber wir werden es schaffen."

Jonathan Aberdein:
"Im Großen und Ganzen war es kein leichtes Rennen für einen der BMW Fahrer. Audi war heute in einer eigenen Liga. Für mich persönlich war das Rennen okay – nicht besonders ereignisreich. Ich konnte mich vor allem im zweiten Stint um meine Reifen kümmern. Am Ende habe ich es geschafft, einen Punkt auf dem zehnten Platz zu holen. Generell ist das kein schlechter Start, aber ich möchte mich natürlich weiter verbessern."


Sheldon van der Linde:
"Ich war sehr zufrieden mit meinem Qualifying. Ich glaube, ich habe das Maximum aus dem Auto herausgeholt. Mein Start war auch sehr gut, aber ich hatte plötzlich keinen Strom mehr, der Eau Rouge in Runde zwei verließ und musste in die Gruben kommen. Wir haben das Problem gelöst und zumindest wertvolle Erfahrungen mit den Reifen gesammelt. Das war das Beste, was wir uns von diesem Rennen erhoffen konnten."

Mercedes-Duo Stolz/Engel siegt beim spannenden Saisonauftakt

  • Toksport-Mercedes-AMG siegt 0,7 Sekunden vor SSR Performance-Porsche
  • Jannes Fittje holt Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung
  • Filip Salaquarda siegt in der Pirelli-Trophy-Klasse

Maro Engel (l.) und Luca Stolz, Toksport WRT
Foto: ADAC-Motorsport
Das ADAC GT Masters ist auf dem Lausitzring furios in die Saison 2020 gestartet. In einem abwechslungsreichen und von zahlreichen Führungswechseln geprägten Rennen sicherten sich nach 43 spannenden Runden Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (34/Monte Carlo, beide Toksport WRT) den Sieg im Mercedes-AMG GT3 Evo. Nur 0,7 Sekunden dahinter fuhren die Porsche-Piloten Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg, beide SSR Performance) auf Platz zwei, Dritte wurden Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) in einem Audi R8 LMS. „Endlich habe ich meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters geholt“, freute sich Sieger Maro Engel. „Schön, dass es diesmal geklappt hat. Ein toller Start in die neue Saison!“

Turbulente erste Rennhälfte

Ereignisreich verlief auf dem Lausitzring der erste Teil des Auftaktrennens. Porsche-Fahrer Alfred Renauer (35/Jedenhofen, Precote Herberth Motorsport), von Rang vier losgefahren, übernahm dank eines starken Starts die Führung von Pole-Setter Luca Stolz. Renauer verteidigte anschließend bis zur achten Runde seine Spitzenposition gegen Stolz. Doch als Stolz in Kurve sechs einen Überholversuch startete, berührten sich der Porsche und der Mercedes-AMG. Stolz ging in Führung, doch Renauer drehte sich und fiel weit zurück. In den folgenden Runden baute Stolz seinen Vorsprung auf fast vier Sekunden aus. Ein anschließender Safety-Car-Einsatz nach einer Kollision, bei der der zweitplatzierte Robert Renauer (35/Vierkirchen, Precote Herberth Motorsport) im Porsche unverschuldet von Verfolger Markus Pommer (29/Neckarsulm, Callaway Competition) in der Corvette getroffen wurde, schob das Feld noch einmal zusammen. Beim Restart ging Klaus Bachler (29/A, Küs Team75 Bernhard) von zweiten Platz aus an Stolz vorbei in Führung und verteidigte diese bis zum Fahrerwechsel auf Simona De Silvestro.

Während der Boxenstoppphase eroberte Stolz’ Partner Maro Engel die Führung von De Silvestro zurück und behauptete an der Spitze. In der Schlussphase wurde es aber nochmals spannend: Nach einem Motoraussetzer in der ersten Kurve kam Verfolger Christian Engelhart im Porsche nochmals nahe, Engel schaffte es aber mit einem Vorsprung von 0,7 Sekunden über die Ziellinie und sicherte sich und seinem Team Toksport WRT den ersten Sieg im ADAC GT Masters, für Partner Stolz war es bereits der sechste.

De Silvestro und Bachler verloren dagegen ihre Chance auf einen Podestplatz, als ihr Porsche mit dem Audi von Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Christopher Mies (31/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land Motorsport) kollidierte. Rang drei ging daher an den zweiten R8 LMS von Montaplast by Land Motorsport, der von Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach) pilotiert wurde.

Die vierte Position ging mit Jannes Fittje (21/Langenhain) und David Jahn (29/Leipzig, beide Küs Team75 Bernhard) an einen weiteren Porsche 911 GT3 R. Fittje holte damit bei seinem Debüt im ADAC GT Masters gleich den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung. Als beste Lamborghini-Fahrer kamen Albert Costa Balboa (30/E) und Franck Perera (36/F, beide GRT Grasser Racing Team) auf Platz fünf ins Ziel. Knapp dahinter folgten die Vorjahresmeister Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) mit ihrem Audi auf Position sechs vor dem Mercedes-AMG von Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward).

Achte wurden Filip Salaquarda (36/CZ) und Frank Stippler (45/Bad Münstereifel, beide Team ISR). Salaquarda holte auch den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung. Rang neun ging an den Mercedes-AMG von Marvin Dienst (23/Lampertheim) und Philipp Frommenwiler (30/CH, beide Schütz Motorsport) vor Alfred Renauer und Partner Sebastian Asch (34/Ammerbuch), die nach der Kollision in der Frühphase des Rennens noch die Top Ten komplettierten.

Stimmen der Sieger:

Luca Stolz (Toksport WRT, Mercedes-AMG GT3 Evo): 
„Der Start verlief sehr turbulent. Ich habe einen Platz an den Porsche verloren, von dem ich überhaupt nicht weiß, wo er auf einmal herkam. Später hatte ich eine leichte Berührung mit dem Auto. Eigentlich muss er mich gesehen haben. Als ich dann in Führung lag, habe ich bis zur Safety-Car-Phase etwas Vorsprung herausgefahren. In freier Fahrt funktionierte das Auto echt gut. Doch als das Safety-Car dann draußen war, habe ich viel Pickup aufgesammelt. Deswegen ist der Porsche beim Restart dann auch an mir vorbeigezogen.“

Maro Engel (Toksport WRT, Mercedes-AMG GT3 Evo): 
„Nachdem ich das Auto übernommen habe, habe ich Vollgas gegeben. Denn es war sehr eng mit Simona De Silvestro, aber ich habe die Führung übernehmen können. Als ich vorn lag, habe ich versucht, das Auto sauber ins Ziel zu bringen. Doch kurz vor Schluss hatte ich noch mal einen Schreckmoment, als ich plötzlich Motoraussetzer hatte. Zum Glück ist danach das Auto wieder normal gelaufen. Und ich konnte den Sieg ins Ziel bringen.“

DTM: Ergebnis 1. Qualifying Spa

Top-Five 1. Qualifying Spa
Bild: dtm.com
Weitere Plazierungen vom 1. Qualifying:

 6.  Timo Glock, BMW
 7. Loec Duval, Audi
 8. Marco Wittmann, BMW
 9. Lucas Auer, BMW
10. Philipp Eng, BMW
11. Jamie Green, Audi
12. Fabio Scherer, Audi
13. Jonathan Aberdein, BMW
14. Robert Kubica, BMW
15. Harrison Newey, Audi

BMW fordert Audi zur Revanche: DTM startet in Spa-Francorchamps in die Saison

  • René Rast und Marco Wittmann auf der Jagd nach dem dritten Titel
  • SAT.1 und neue OTT-Plattform bringen die DTM live ins Wohnzimmer
  • Newcomer mit Formel-1-Verbindungen: Robert Kubica und Harrison Newey
Spa wartet auf die DTM-Stars
Foto: dtm.com

An diesem Wochenende (01./02. August) ist es endlich soweit: Die DTM startet in ihre 34. Saison. Jeweils um 13:30 Uhr gehen die Startampeln aus und 16 DTM Piloten aus acht Nationen steigen in ihren 640 PS starken Tourenwagen von Audi und BMW auf das Gaspedal. Zum verspäteten Auftakt könnte die Herausforderung nicht größer sein, denn der sieben Kilometer lange Kurs von Spa-Francorchamps gilt als eine der anspruchsvollsten Strecken der Motorsport-Welt. 

Für die Fans zuhause: Mit SAT.1 und neuer OTT-Plattform DTM Grid live dabei

Die belgischen Ardennen sind die erste von neun Stationen im komprimierten DTM-Kalender 2020, der bis zum traditionellen Finale in Hockenheim (06.–08. November) neben Assen (NED) gleich drei Doppel-Läufe an aufeinanderfolgenden Wochenenden vorsieht: auf dem Lausitzring, auf dem Nürburgring und im belgischen Zolder. Auf das spektakuläre Live-Erlebnis an der Strecke müssen die DTM-Fans wegen der Covid-19-Pandemie vorerst noch verzichten. Dafür übertragen SAT.1 sowie die neue Online-Plattform grid.dtm.com an beiden Renntagen jeweils live ab 13:00 Uhr. Zahlreiche unterschiedliche Kamera-Perspektiven sowie Live-Berichterstattung direkt aus dem Fahrerlager und der Boxengasse sorgen für ein packendes Hautnah-Feeling. 

Das Duell: Audi gegen BMW, Rast gegen Wittmann

Mit dem DTM-Start geht auch das Duell der beiden Premium-Hersteller Audi und BMW in die nächste Runde. Dabei haben die Münchner noch eine Rechnung offen: 2019, der ersten Saison nach Class-1-Reglement und mit hocheffizienten Zweiliter-Turbomotoren, haben die Ingolstädter klar den Ton angegeben. Audi feierte einen Dreifach-Triumph mit Titelgewinnen in der Fahrer-, Team- und Herstellerwertung. Jetzt setzt BMW zum Überholen an – mit dem Top-Piloten Marco Wittmann in einem BMW M4 DTM . Der 30-jährige Fürther konnte bereits zwei DTM Titel einfahren, jetzt hat er den dritten DTM Gesamtsieg im Visier. Ex-Fomel-1-Pilot Timo Glock, Philipp Eng (AUT), Sheldon van der Linde (RSA) sowie die beiden Neuzugänge Jonathan Aberdein (RSA) und Lucas Auer (AUT) komplettieren den hochkarätigen Werkskader von BMW.

Bei den Testfahrten sah es bereits ganz danach aus, dass es den Münchner Ingenieuren unter Sportchef Jens Marquardt gelungen ist, den BMW M4 DTM ordentlich auf Touren zu bringen. Im Rennen muss der Bolide nun beweisen, was in ihm steckt. Aber auch Audi hat sich auf den Siegerkränzen der letzten Saison nicht ausgeruht und weitere Komponenten an seinem RS 5 DTM verbessert. Sportchef Dieter Gass stellt sich auf einen harten Zweikampf mit der Münchner Konkurrenz ein und setzt dabei vor allem auf René Rast, den Shooting-Star der vergangenen drei DTM-Jahre: Zwei Titel und einmal Vize-Meister – das hat bisher noch kein anderer Fahrer in der langen DTM Historie geschafft. Sollte dem 30 Jahre alten Mindener tatsächlich der dritte Titel gelingen, würde er nach Gesamtsiegen mit der Tourenwagen-Legende Klaus Ludwig gleichziehen. Nur einer war mit fünf Titeln bisher noch erfolgreicher: Bernd Schneider. Aber auch die Konkurrenz im eigenen Lager ist für Rast eine Herausforderung mit dem Ex-Champion Mike Rockenfeller, Nico Müller (SUI), Jamie Green (GBR), Robin Frijns (NED) sowie Ex-Le-Mans-Sieger und Langstrecken-Weltmeister Loïc Duval (FRA).

Mit Verbindungen zur F1 in die DTM: Robert Kubica und Harrison Newey

Zusätzliche Spannung ist durch Robert Kubicas Wechsel von der Formel 1 in die DTM garantiert. Für den Polen, der 97 Grands Prix fuhr und einen gewann, bedeutet die DTM nach Formel 1 und Rallye-Weltmeisterschaft die dritte große Challenge. Der 35-Jährige steuert den einzigen Kunden-BMW im Orlen Team ART. Von Audi gehen drei Kundenfahrzeuge aus dem belgischen WRT Team Audi Sport ins Rennen, die von Ferdinand Habsburg (AUT), Fabio Scherer (CHE) sowie Harrison Newey (GBR), dem Sohn des F1-Star-Designers Adrian Newey, gesteuert werden.

Mit Tempo 260 durch Eau Rouge: 2005 fuhr Mika Häkkinen eine neue Rekordzeit

Blanchimont, La Source, Eau Rouge – die Kurven-Namen von Spa haben längst einen festen Platz in den Geschichtsbüchern des Motorsports. Vor allem Eau Rouge und die nachfolgende Raidillon sorgen für spektakuläre Augenblicke, wenn die DTM Boliden die Senke mit dem Links-Knick nehmen und auf der langen Bergauf-Rechts mit 18 Prozent Steigung auf satte 260 km/h beschleunigen. In diesen Momenten wirkt eine Querbeschleunigung von 3.0g auf Mensch und Material. Viel Zeit haben die Fahrer allerdings nicht, sich auf den legendären Kurs mit seinen 19 Kurven einzustellen, da die Sessions am Freitag entfallen: Freies Training, Qualifying, Rennen über 100 Kilometer werden am Samstag und Sonntag die Teams und Fahrer in unmittelbarer Taktung fordern.

Dabei ist Spa-Francorchamps kein klassischer DTM Kurs. Nur ein Mal, 2005, gastierte die Rennserie bereits in den Ardennen. Damals siegte Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen und hält mit den damals erzielten 2.13,124 Minuten auch heute noch den Rundenrekord. Jetzt warten alle gespannt darauf, ob der Rekord auch an diesem Wochenende noch halten wird. Immerhin ein Fahrer aus dem aktuellen DTM Starterfeld war damals, vor 15 Jahren, schon mit dabei: Jamie Green vom Audi Sport Team Rosberg.

Im Rahmenprogramm der DTM feiert in Spa-Francorchamps die DTM Trophy ihre Premiere. Es ist die zweite Rennserie der DTM-Dachorganisation ITR, die jungen und ambitionierten Piloten die Chance bietet, sich auf der hochkarätigen DTM-Plattform zu präsentieren. 18 seriennahe GT-Sportwagen von Audi, BMW, KTM, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota werden an beiden Tagen direkt nach dem Rennen der DTM (um 15:15) Uhr für weitere Action sorgen.

Stimmen – Vorschau, Spa-Francorchamps

Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e. V.
„Endlich kann die DTM trotz der Corona-Pandemie in die Saison starten, wofür in den vergangenen Wochen alle Teams hart gearbeitet haben. Wir danken allen für diesen außergewöhnlichen Einsatz. Die aktuelle Rennserie verspricht spannende Höhepunkte, denn ich erwarte ein packendes Duell zwischen Audi und BMW auf Augenhöhe. Die neun geplanten Läufe und 18 Rennen in gut drei Monaten bedeuten für uns alle eine echte Kraftanstrengung, vor allem für die Teams. Enttäuschend für uns ist allerdings, dass die Fans die Rennen noch nicht live an der Strecke miterleben können. Wir setzen deshalb alles daran, dass wir die Tribünen wieder öffnen können, sobald dies die Corona-Situation sicher zulässt. Unseren Fans wollen wir mit der neuen Online-Plattform DTM Grid nun die Action und Spannung der DTM mit einer hochkarätigen Berichterstattung direkt ins Wohnzimmer liefern und für ein packendes Hautnah-Feeling zuhause sorgen.“
Jamie Green
Foto: dtm.com

Jamie Green, Audi Sport Team Rosberg
„Natürlich erinnere ich mich noch an das Rennen in Spa in der Saison 2005. Seitdem haben sich die Dinge allerdings dramatisch verändert. Die DTM Tourenwagen haben sich enorm verändert, wir haben heute deutlich mehr Leistung, mehr Grip, die Autos sind breiter und sicherer. Aber damals wie heute waren die DTM Autos die schnellsten Tourenwagen der Welt. Spa ist anders als die meisten Rennstrecken der DTM. Der Kurs ist mit sieben Kilometern außergewöhnlich lang und hat viele schnelle Kurven – und die Eau Rouge ist eine ganz besondere. In Spa eine perfekte Runde hinzubekommen, ist für jeden Fahrer eine echte Herausforderung.“
Philipp Eng
Foto: dtm.com

Philipp Eng, BMW Team RBM
„Der Saisonstart der DTM in Spa-Francorchamps ist ein besonderes Highlight . Mit den aktuellen DTM-Autos und den 2-Liter-Turbo-Motoren wird es eine spannende Herausforderung. Keiner der aktuellen Fahrern durfte zuvor testen – umso intensiver habe ich mich mit Augusto Farfus ausgetauscht, der den kurzen Test für BMW bestritten hat. Durch das verkürzte 2-Tages-Format, ähnlich zu Brands Hatch im vergangenen Jahr, wird das Wochenende alles andere als einfach, denn vor dem Qualifying steht uns nur eine 45-minütige freie Trainingssitzung zur Verfügung.“

Harrison Newey, WRT Team Audi Sport
„Nach so einer langen Pause wieder an der Rennstrecke zu sein und Rennen zu bestreiten fühlt sich geradezu ungewohnt an. Deswegen kann ich den Start in Spa kaum erwarten. Teil der DTM zu sein, bedeutet mir wirklich viel. Es ist eine so bekannte und legendäre Rennserie in der die besten Fahrer der Welt gegen einander antreten. Das Feld hat eine unglaublich hohe Qualität – für mich ist das eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle.“