Dienstag, 29. September 2015

Traumfinale der SUPERBIKE*IDM auf dem Hockenheimring (Teil 2)

Die SUPERBIKE*IDM 2015 geht mit einem fantastischen Wochenende auf dem Hockenheimring zu Ende. 14.000 Zuschauer kamen an die Traditions-Rennstrecke, um bei sonnigem Wetter den Kampf der Piloten um die letzten Punkte in der internationalen deutschen Meisterschaft mitzuerleben.

Jan Bühn ist deutscher Supersport 600-Meister

Vielleicht war es sein Fanclub, vielleicht das gute Zureden seines Team, oder einfach die Tatsache, dass am Sonntag alles zusammengepasst hat. Im zweiten Rennen der Klasse Supersport 600 verdrängte Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha)  zum ersten Mal in dieser Saison seinen Kontrahenten Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer) vom ersten Platz der Gesamtwertung. Der Local Hero sicherte sich mit Punktegleichstand, der gleichen Anzahl an Siegen, aber mehr zweiten Plätzen als Lauslehto über die Saison hinweg den deutschen Meistertitel 2015. Dementsprechend glücklich war Bühn, der nach dem Rennen von einer Horde Fans empfangen, umarmt und bejubelt wurde. Das Rennen selbst war für den Kronauer erneut eine Zitterpartie. Konnte er zunächst noch mit Gaststarter Kevin Wahr, der das Feld anführte, mithalten, büßte er im Laufe des Rennens Geschwindigkeit ein. Vier Runden vor Schluss zog schließlich Marco Nekvasil (LSG Racing) an Bühn vorbei. Lauslehto lag an sechster Position. In den letzten Runden gingen auch Bryan Schouten und Dominic Schmitter (beide Gaststarter) an Bühn vorbei. Bühn lag nun an vierter Position direkt vor Lauslehto. Doch der Abstand des Finnen war mit ca. sechs Sekunden zu groß, als dass er noch an Bühn herankommen und den Meistertitel retten konnte. Wahr gewann erneut souverän vor Nekvasil, Schouten und Schmitter. Jan Bühn belegte vor Tatu Lauslehto den fünften Platz und entschied damit die Meisterschaft äußerst knapp für sich.

Jan Bühn:
„Ich kann es noch gar nicht glauben. Das gibt’s einfach nicht, dass es noch gereicht hat. So knapp! Ich wollte Kevin hinterher und auf keinen Fall in die Gruppe hinter mir geraten. Aber es hat geklappt, das Rennen sicher heimzufahren. So ein Wahnsinn!“

Kevin Wahr:
„Heute musste ich mich richtig anstrengen. Es war ein schönes Wochenende, haufenweise Gäste sind hier, eine tolle Atmosphäre. Nächstes Jahr will ich mindestens am Hockenheimring wieder dabei sein, evtl. auch bei mehr Rennen. Ich könnte mir sogar vorstellen, wieder in der SUPERBIKE*IDM zu fahren. Natürlich will ich in der WM bleiben. Aber ich bin da offen. Hier ist Qualität am Start. Die SUPERBIKE*IDM wird oft unterschätzt.“
Ralf Waldmann siegt überlehen in Rennen zwei
Foto: Superbike*IDM
Ralf Waldmann siegt zum ersten Mal im letzten SuperNaked-Rennen

Es hat doch noch geklappt: Ralf Waldmann (Triple M by Barni / Ducati Frankfurt) steigerte sich seit seinem ersten SuperNaked-Start kontinuierlich. Erst Dritter, dann Zweiter – und jetzt krönte der Routinier die Saison mit dem ersten Platz. Kjel Karthin (Team KARTHIN MSB Suzuki) erwischte im zweiten Rennen auf dem Hockenheimring keinen guten Start, rutschte anfangs ziemlich und verlor den Anschluss. Waldmann legte sich unterdessen mit einigen Supersport 600-Piloten an. Am Ende gewann er überlegen vor Kjel Karthin. „Ich bin stolz auf dieses Ergebnis. Schließlich war ich dieses Jahr nie trainieren und bin direkt in die Rennen eingestiegen. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder was“, sagte Waldmann nach seinem SuperNaked-Sieg. Gefeiert wurde auf dem Hockenheimring aber auch Kjel Karthin, der seinen Titelgewinn auf dem Hockenheimring mit einem ersten und einem zweiten Platz veredelte.

Matthias Meggle macht den Moto3 Standard-Vizemeistertitel fix


Matthias Meggle (Freudenberg Racing Team) hatte mit der Pole-Position beste Voraussetzungen geschaffen, um sich beim Finale auf dem Hockenheimring den Vizemeistertitel in der Klasse Moto3 Standard zu sichern. Er startete zudem mit einem Vorsprung von 16 Punkten in der Meisterschaft ins Rennen. Dennoch – es bestand die Chance, dass Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) ihm den zweiten Gesamtrang noch abspenstig machte. Die Folge war ein unerbittlicher Zweikampf zwischen den beiden. Und nicht zum ersten Mal. Immer wieder zeigten Meggle und Freitag während der Saison ihre Ebenbürtigkeit. Auch beim Finale überholten sich die Youngster unzählige Male gegenseitig. „Wir haben nicht mitgezählt“, sagten sie später. Am Ende war es Meggle, der zuerst die Ziellinie überquerte und damit als Vizemeister in der Klasse Moto3 Standard feststand. Auf den dritten Platz fuhr Sven Grevink, der damit sein bestes Saisonergebnis erzielte. Am Rennen nicht teilnehmen konnte Meggles Teamkollege Tim Georgi, der sich bei einem Sturz im Training starke Prellungen zuzog, den Meistertitel aber bereits in Oschersleben fix machte. „Ich wusste, dass ich nur durchkommen musste, um den Vizemeistertitel sicher zu haben. Aber ich wollte trotzdem gewinnen und freue mich jetzt riesig“, sagte Meggle. Freitag war dagegen enttäuscht. „Es war wirklich eine coole Saison, aber es fehlt einfach der Sieg. Vielleicht habe ich manchmal zu wenig riskiert. Das Niveau hier ist sehr hoch. Ich hoffe, dass nächstes Jahr mehr Starter von der Sorte kommen.“

Gürck/Wechselberger krönen den Sidecar-Meisterschaftsgewinn

Spektakulär. Das ist und bleibt das beste Wort, um zu beschreiben, was in der Klasse Sidecar passiert. Die Teams hatten sich während der ganzen Saison gemessen und alles für den Sieg gegeben. Beim Finale auf dem Hockenheimring waren es erneut vier Teams, die um die Spitze kämpften. Als Pole-Setter führten Andre Kretzer und Jens Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC) das Feld in die erste Runde. Hinter ihnen lagen drei weitere Top-Teams auf der Lauer: Vorjahreschampion Josef Sattler mit Beifahrer Uwe Neubert (Sattler Motorsport), Uwe Gürck und Manfred Wechselberger (Polizeisportverein Wels Gürck Racing) sowie Mike Roscher und Anna Burkard (RSC Roscher/Burkard). In dritten Runde attackierten Gürck/Wechselberger ihren Rivalen Sattler/Neubert in der Sachskurve, konnten aber nicht vorbeigehen. Das Manöver gelang aber schon eine Runde später an gleicher Stelle. Sattler/Neubert lagen nun an der dritten Position und hatten Roscher/Burkard am Heck kleben. Und genau dieses Duell war entscheidend für den Vizemeistertitel. Denn Gürck/Wechselberger standen bereits als Meister fest. Zwischen Sattler/Neubert und Roscher/Burkard lag hingegen nur ein halber Punkt Differenz. Kretzer/Lehnertz konnten ihre Spitzenposition nicht lange halten. Nachdem zunächst Gürck/Wechselberger vorbeigingen, taten es ihnen später Sattler/Neubert gleich. In der achten Runde ging der Vorjahreschampion sogar erneut in Führung, während Roscher/Burkard weiterhin an der vierten Position lagen. Drei Runden vor Schluss kämpften sich Gürck/Wechselberger wieder an die Spitze und ließen Sattler/Neubert keine Chance mehr auf den Sieg. Das Rennen endete wie die Meisterschaft: Es siegte Gürck/Wechselberger vor Sattler/Neubert, Roscher/Burkard und Kretzer/Lehnertz. „Für uns war es ein krönender Abschluss mit harten, aber fairen Kämpfen“, sagte Uwe Gürck. „Das war ein geiles Rennen“, ergänzte Josef Sattler. „Wir wollten eigentlich nur vor Mike und Anna ins Ziel kommen. Aber der Rennverlauf war so klasse, dass wir dann doch um den Sieg gefahren sind.“ Roscher/Burkard waren enttäuscht über den verlorenen Vizemeistertitel. „Natürlich haben wir jetzt ein weinendes Auge. Aber es war ein gutes Rennen und hat Spaß gemacht.“

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