Montag, 27. Juli 2015

Vorfreude auf die SUPERBIKE*IDM am Schleizer Dreieck

Mit der SUPERBIKE*IDM auf dem Schleizer Dreieck steht vom 31. Juli bis 02. August die Lieblingsveranstaltung vieler Fahrer und Fans an. Zwischen Buchhübel und Seng stellen die Piloten ihren Mut unter Beweis.

Schleiz ist für viele Fans und Fahrer einer der Höhepunkte des Jahres
Foto: Jens Hawrda
So sieht Vorfreude aus. Wer sich in den vergangenen Wochen mit den SUPERBIKE*IDM Fahrern über den Stopp auf dem Schleizer Dreieck unterhalten hat, blickte in strahlende Augen. Das Gros schwärmte von der Atmosphäre der Naturrennstrecke, der Begeisterung der Zuschauer, dem Motorradsportfieber, das in Thüringen ungebrochen ist. Für viele Fahrer ist Schleiz das Highlight der SUPERBIKE*IDM Saison. Anstrengend sei der Kurs und mutig müsse man sein, meinen viele Piloten. 3.805 Meter gilt es pro Runde zurückzulegen, 14 Kurven sind zu bewältigen. Zwischen dem Buchhübel, der höchsten Stelle der Strecke und der Seng, dem tiefsten Punkt, liegen 44 Meter Höhenunterschied. Vertreten sind alle Klassen der SUPERBIKE*IDM: Superbike, Superstock 1000, Supersport 600, SuperNaked, Moto3 Standard, Moto3 GP und Sidecar. Mit dabei sind auch die Fahrer der Supportklassen Yamaha R6-Dunlop-Cup, Suzuki GSX-R 750 Challenge, Suzuki Gladius Trophy und IG Königsklasse.
 
Superbike: Reiterberger bekommt neue Konkurrenz
Man könnte fast von Heimvorteil sprechen. Zwar fährt Markus Reiterberger nach Schleiz um die 375 Kilometer, dennoch liegt keine Rennstrecke im Kalender der SUPERBIKE*IDM näher an der Heimat des Obingers. „Für mich ist Schleiz meine Heimstrecke und die schönste Veranstaltung im Jahr. Mein Fanclub und meine Kumpels begleiten mich“, sagt der 21-Jährige vom Team Van Zon-Remeha-BMW. Seine Lieblingsstelle sei die Kuppe, die zur Stadt runterführt. „Da hebst Du im sechsten Gang fast ab, das ist genial“, schwärmt er. Der unangefochtene Spitzenreiter will auf dem Schleizer Dreieck am liebsten einen Doppelsieg holen, was ihm in dieser Saison bereits dreimal gelang. Den Rundenrekord hält im Moment Xavi Forés vom 3C-Racing Team. Er liegt bei 1:24.403 Minuten, der Spanier stellte ihn im vergangenen Jahr auf. Forés konnte sich zuletzt auf dem Hungaroring gegen Reiterberger behaupten und seinen ersten Saisonsieg einfahren. Konkurrenz bekommen die beiden Favoriten aus den eigenen Reihen. Reiterbergers Teamkollege Bastien Mackels und Forés‘ Teamkollege Lorenzo Lanzi wollen um die Spitze mitkämpfen. Das Team Yamaha MGM wartet nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Max Neukirchner und Damian Cudlin mit zwei Stars aus der internationalen Superbike-Szene auf: Kev Coghlan und Cameron Beaubier sind auf Yamaha in der Superstock 1000-WM respektive MotoAmerica vorne mit dabei und springen in Schleiz als Ersatzfahrer ein.
 
Superstock 1000: Gines oder Stamm?
Roman Stamm ist dran an Mathieu Gines. Und das seit Saisonbeginn. Doch nur selten schaffte es der Schweizer vom Kawasaki Schnock Team Motorex bislang, an dem schnellen Franzosen vom Team Langenscheidt Racing by Fast Bike Service auch vorbeizukommen. Das soll sich in Schleiz ändern. Hier hat Stamm einiges an Erfahrung voraus und die ist auf der anspruchsvollen Naturrennstrecke, die zum Testen nicht zur Verfügung steht, elementar. Auf dem Schleizer Dreieck hat der Schweizer im vergangenen Jahr zweimal die Rennen der Klasse Supersport 600 gewonnen. Er ist hochmotiviert, seinen Doppelsieg in der Klasse Superstock 1000 zu wiederholen und in dem Zuge Gines die Führung abzuknöpfen. Der Franzose ist das erste Jahr in der SUPERBIKE*IDM unterwegs und fängt was Erfahrung auf dem Schleizer Dreieck betrifft, bei null an. Gegenwind bekommen sie von Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing), Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer) und Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team). Alle drei waren bereits im vergangenen Jahr auf dem Schleizer Dreieck erfolgreich.
 
Supersport 600: Von Gunten kehrt zurück
Christian von Gunten unterstrich sein Können Ende Mai auf dem Lausitzring mit dem ersten Saisonsieg in der Klasse Supersport 600. Als der Schweizer vom Team Kawasaki Schnock Team Motorex auf dem Nürburgring auf Wiederholung drängte, stürzte er und brach sich das Schlüsselbein. Jetzt kehrt von Gunten hochmotiviert zurück und will sich mit Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer), Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha), Christian Stange (HPC-Power Suzuki Racing) und seinem Teamkollegen Jasha Huber anlegen. Das Gesamtklassement führt Lauslehto mit 28 Punkten Vorsprung auf Bühn an, gefolgt von Stange und Huber. Als einzige Frau im Feld überzeugt Sarah Heide (Team Suzuki Laux ADAC Sachsen) durch ihre konstanten Leistungen. Die 27-Jährige liegt derzeit an Platz fünf der Gesamtwertung. Christian von Gunten fiel aufgrund seiner Verletzung auf Platz sechs zurück.
 
SuperNaked ohne Michael Galinski
Michael Galinski, Chef von Team Yamaha MGM, wird sich in Schleiz voll und ganz auf seine beiden neuen Fahrer konzentrieren. Die SuperNaked-Klasse muss also ohne den Routinier auskommen. „Ich muss mich um Cameron und Kev kümmern, damit sie sich schnell bei uns zurechtfinden. Da kann ich mir leider nicht die Zeit nehmen, selbst zu fahren, auch wenn es mir richtig Spaß macht“, sagt Galinski. Der aktuelle Tabellenführer Kjel Karthin, der in Galinski einen ebenbürtigen Rivalen gefunden hat, wird sich in Schleiz also mit Udo Reichmann (Völpker NRT 48) und Frank Behrje messen und sicherlich auch wieder mit den Supersport 600-Fahrern anlegen.
 
Moto3: Freitag ist an Meggle dran
Die Favoriten der Moto3-Klasse sind längst ausgemacht. Jonas Geitner (Freudenberg Racing Team) führt mit vier Siegen aus vier Rennen die Moto3 GP-Wertung an, in der Klasse Moto3 Standard fährt sein Teamkollege Tim Georgi der Konkurrenz davon. Das war auch am Sachsenring nicht anders, wo die Nachwuchshoffnungen zuletzt im Rahmen des Deutschland-Grand Prix ihr viertes Saisonrennen austrugen. Spannend wird es besonders in der Moto3 Standard-Wertung: Dort liefern sich Matthias Meggle (Freudenberg Racing Team) und Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) einen ehrgeizigen Kampf um Platz zwei. In einer knappen Entscheidung setzte sich Freitag auf dem Sachsenring zum ersten Mal in dieser Saison gegen Meggle durch und kam 0,059 Sekunden vor ihm ins Ziel. Zweite und dritte Plätze reichen Meggle aber nicht. Sein Ziel ist es, endlich ganz oben zu stehen. Auf dem Schleizer Dreieck fühlt sich Meggle wohl, da will er seine Chance nutzen. „Schleiz liegt mir. Das ist eine richtige Mutstrecke und einzigartig. Die Atmosphäre mit den vielen Zuschauern und den Feldern ringsherum ist toll“, sagt Meggle, der am 29. Juli seinen fünfzehnten Geburtstag feiert. Vielleicht macht er sich selbst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk und holt in Schleiz den ersten Saisonsieg.
 
Sidecar: Gürck/Wechselberger verzichten wegen Schleiz auf WM-Start in Assen
Uwe Gürck und Manfred Wechselberger wägten lange ab, ob sie in Schleiz starten sollten. Denn die Spitzenreiter der Sidecar-Klasse der SUPERBIKE*IDM sind auch erfolgreich in der Seitenwagen-WM unterwegs. Zeitgleich mit dem Rennwochenende in Schleiz geht es auf dem TT Circuit Assen um Punkte in der Weltmeisterschaft. Schließlich hat sich das Team für den Start auf dem Schleizer Dreieck entschieden. Es darf mit spektakulären Fights gerechnet werden. Denn mindestens die ersten vier Teams der Klasse Sidecar fahren absolut auf Augenhöhe. Neben André Kretzer und Jens Lehnertz ist auch das Mixed-Team Mike Roscher und Anna Burkard (ebenfalls Starter in der Sidecar-WM) vorne mit von der Partie. Auf dem Hungaroring dominierte der amtierende Meister Josef Sattler mit Beifahrer Uwe Neubert die Trainings-Sessions durchwegs und fuhr im Rennen einen Sieg und einen vierten Platz ein. Der Titel ist in dieser Saison noch für alle vier Teams möglich.

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