Mittwoch, 19. August 2026

ADAC GT4 Germany: Fahrerlager-Radar vom Nürburgring

Die ADAC GT4 Germany startete auf dem Nürburgring fulminant in die zweite Saisonhälfte 2026. Das sind einige spannende Geschichten und Hintergründe direkt aus dem Paddock.

Foto: Jens Hawrda

Rückkehrer

Damon Surzyshyn (49/CAN) hat seit 2023 insgesamt schon 22 Rennen in der ADAC GT4 Germany absolviert. Die erste Saisonhälfte 2026 ließ er aber aus. Doch nun ist der Kanadier wieder da. „Ich liebe die ADAC GT4 Germany einfach. Es ist die beste Sprint-Rennserie der Welt und der Wettbewerb ist grandios. Das Level der Fahrer ist unglaublich hoch“, strahlte Surzyshyn, der extra aus Winnipeg anreiste. „Der Plan ist, nun auch auf dem Sachsenring und in Hockenheim anzutreten.“ Das Rennwochenende auf dem Nürburgring lief zudem sehr erfolgreich für den Porsche-Fahrer von Razoon - more than Racing. Er stand beide Mal auf dem Podium der PRO-AM-Wertung.

Heimspiele

Für viele Fahrer und Teams bedeutet das Rennwochenende auf dem Nürburgring stets Heimspiel. „Ich freue mich immer, hier zu fahren. Der Nürburgring ist ganz klar mein Saisonhighlight“, erklärte Hendrik Still (39/Kempenich, AVIA W&S Motorsport). „Ich wohne nur wenige Kilometer vom Fahrerlager entfernt und kann zuhause schlafen. Somit hatte ich auch viel Unterstützung aus der Familie und von Freunden mit dabei.“

Schnelle Rookies

In der Rookie-Wertung präsentieren sich Piloten, die ihr erstes Jahr im GT4-Motorsport absolvieren und unter 25 Jahre alt sind. Am Samstag siegte erstmals überhaupt Erik Bertilsson (25/SWE, KRT Racing), der in der Ginetta G56 GT4 das beste Rennwochenende der Saison erlebte. „Wir hatten eine wirklich gute Pace und konnten auch in die Top Fünf vorfahren. Die Rookie-Wertung ist richtig klasse. Ich hoffe, in dieser Saison noch weitere Siege erzielen zu können“, meinte der Schwede. Im Sonntagrennen sicherte sich Tabellenführer Marius Schmid (18/Tengen, BWT Mücke Motorsport) den Rookie-Sieg.

Debütant

In einem Porsche von Razoon - more than Racing war erstmals überhaupt Gregor Schneider (48/Nürnberg) in der ADAC GT4 Germany unterwegs. „Mir hat es super gefallen. Die ADAC GT4 Germany ist eine richtig große Bühne und eine der bekanntesten GT4-Serien der Welt. Hier zu fahren, ist eine riesengroße Ehre“, erläuterte Schneider. „Ich hatte den Spaß meines Lebens und würde mich freuen, hier wieder anzutreten.“

Beeindruckende Gentlemen

Auch in der PRO-AM-Wertung wurde auf dem Nürburgring wieder herausragender Sport geboten. Am Samstag triumphierten die Tabellenführer Hendrik Still und Tim Horrell (36/USA, beide AVIA W&S Motorsport) – am Sonntag jubelten die Porsche-Markenkollegen Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (20/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport). „Wir hatten nicht wirklich erwartet, den Klassensieg einzufahren. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht“, strahlte Jensen vom Podium. Lobend fügte Teamkollege Rühl an: „Das gesamte Team war regelrecht an die Bildschirme gefesselt, als Jesper im Auto saß. Denn er bot einen grandiosen Speed.“ Passend dazu hat der Rennstall aus Österreich ein neues Hashtag für Social Media initiiert: #winnerwerk

Erfolgreiche Junioren

In der Junior-Wertung waren am Sonntag Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) erfolgreich. Das Samstagrennen entschied Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4 für sich. „Alleine schon die Tatsache, dass ich eine weitere Trophäe bekommen habe, macht die Junior-Wertung wichtig“, lachte Gogollok. „Der Fokus liegt dieses Jahr sicherlich mehr auf der Gesamtwertung, doch die Junior-Wertung ist ebenfalls hart umkämpft und hochspannend. Das Ziel in diesem Jahr sind beide Titel.“

Quelle: adac-motorsport.de

Dienstag, 18. August 2026

TGI Team by GRT dreht DTM-Wochenende auf dem Nürburgring mit starker Aufholjagd in die Top-5

  • Mirko Bortolotti fährt im Sonntagsrennen in der Eifel von Startposition 16 auf Platz 5
  • Ersatzfahrer Christian Engelhart überzeugt beim Debüt im Lamborghini Temerario GT3 mit Pace
  • Gottfried Grasser: “Wir haben das Rennen mindestens genauso gut ausgeführt wie in Oschersleben.”

Mirko Bortolotti mit starkem Sonntag am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Für das TGI Team by GRT setzte sich die Achterbahnfahrt in der DTM 2026 am sechsten Rennwochenende vom 14. bis 16. August auf dem Nürburgring unvermindert fort. Auf dem Traditionskurs in der Eifel war das von Lamborghini Squadra Corse unterstützte Team aus der Steiermark wieder mit zwei Lamborghini Temerario GT3 am Start. Neben Mirko Bortolotti griff mit Christian Engelhart ein alter Bekannter als Ersatz für Maximilian Paul ins Lenkrad. Das Rennglück ließ am Nürburgring bei sommerlichen Bedingungen vor 81.000 Zuschauern jedoch auf sich warten. Nach einem turbulenten ersten Lauf rettete Mirko Bortolotti das Wochenende am Sonntag mit einer phänomenalen Aufholjagd von Startposition 16 auf Platz 5.

In den Trainings auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Layout zeigte sich früh, dass ein Top-Resultat am Nürburgring schwierig zu erreichen sein wird. In den beiden Qualifyings schaffte es Lamborghini als einziger Hersteller im 21 GT3-Fahrzeuge starken DTM-Grid nicht in die Top-10. Für das Samstagsrennen stellten Bortolotti und Engelhart die Startplätze 13 und 15 sicher. Christian Engelharts Vorstellung war mit einem Rückstand von nur 0,071 Sekunden auf den bestplatzierten Lamborghini im Feld besonders beeindruckend. Für ihn war die Veranstaltung seine Premiere mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3. Seine Leistung sprach für eine gelungene und vor allem schnelle Umstellung auf das ihm zuvor unbekannte Fahrzeug.

Das erste Rennen über eine Distanz von 55 Minuten plus eine Runde gestaltete sich für das Fahrerduo vom TGI Team by GRT schwierig. Mirko Bortolotti wurde bereits in der Startrunde mehrfach von der Rennstrecke gedrängt. Daraufhin verstopften Debris die Kühleinlässe seines Lamborghini Temerario GT3. Um Folgeschäden zu verhindern, musste er nach Runde drei an der Box abstellen. Christian Engelhart hielt sich im Mittelfeld schadlos und kämpfte um den Einzug in die Top-10. In der letzten Runde unterlief dem 39-jährigen Bayer jedoch ein Fehler und er kollidierte mit einem Konkurrenten. Er wurde daraufhin zwar noch auf Platz 14 gewertet, konnte aufgrund der dabei erlittenen Beschädigungen an seinem Auto am zweiten Rennen aber nicht mehr teilnehmen.

Den Sonntag nahm Mirko Bortolotti demzufolge erneut als einziger Fahrer für das TGI Team by GRT in Angriff. Vom 16. Startplatz zeigte der Lamborghini Factory Driver in einem hart umkämpften Rennen erneut seine ganze Klasse. In der Startphase gewann er vier Positionen, wegen einer Penalty-Lap für die falsche Position im Startkorridor fiel er wieder auf P16 zurück. In einem ereignisreichen Rennverlauf mit zwei Safety-Car-Phasen arbeitete sich Bortolotti wieder bis auf Platz acht vor. Aufgrund seines frühen Ausfalls am Samstag, konnte der 36-jährige Italiener auf zwei frische Reifensätze zurückgreifen. Beim Overcut während des zweiten Boxenstopp-Fensters nutzte er diesen Vorteil und fuhr vor seinem zweiten Pitstop die schnellsten Rundenzeiten im Feld. In einer engen Schlussphase überholte er noch zwei weitere Kontrahenten und wurde nach 39 Runden als Fünfter gewertet. Im Ziel hatte er mit insgesamt elf Positionen mehr Plätze als jeder andere Fahrer gutgemacht.

In zwei Wochen ist das TGI Team by GRT erneut auf dem Nürburgring am Start. Vom 28. bis 30. August findet mit einem 3-Stunden-Rennen die vierte Station im GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup statt. In der DTM geht es vom 11. bis 13. September mit dem siebten von acht Rennwochenenden auf dem Sachsenring weiter. Zuvor wird das Team bei Testfahrten mit Maximilian Paul eine mögliche Rückkehr des Stammfahrers ins Cockpit des Lamborghini Temerario GT3 mit der Startnummer 19 evaluieren.

Stimmen der Fahrer nach dem Rennwochenende am Nürburgring

Mirko Bortolotti: “Es war aus mehreren Gründen ein sehr anspruchsvolles Wochenende. Einen hart erkämpften und verdienten Sieg drei Wochen später und nur einen Tag vor dem Start eines weiteren Rennwochenendes zu verlieren, war eine bittere Pille. Hinzu kam, dass der Freitag für mich im Grunde genommen ein verlorener Tag war, da wir erst am Abend feststellten, dass es ein Problem mit dem Auto gab. Das bedeutete, dass wir etwas blind in den Renntag gingen. Angesichts all dieser Umstände bin ich froh, erneut einen Platz unter den Top-5 erreicht zu haben. Wir haben eine starke Leistung gezeigt und wieder einmal großartige Teamarbeit geleistet. Ich möchte mich auch bei allen Fans für die unglaubliche Unterstützung bedanken, die ich das ganze Wochenende über erhalten habe.”

Christian Engelhart: “Ich bin mit viel Freude und Motivation in dieses DTM-Wochenende gegangen. Die Voraussetzungen waren mit einem neuen Auto und ohne vorherige Testmöglichkeiten anspruchsvoll. Ich habe mich dieser Herausforderung mit vollem Einsatz gestellt. Wir hatten einen guten Start und konnten gemeinsam mit den Ingenieuren von Session zu Session unsere Performance steigern. Am Samstagmorgen haben wir nach nur zwei Trainings ein starkes Qualifying hingelegt – das war eine großartige Leistung für uns als Team. Auch das Rennen verlief bis zur letzten Runde solide. Eigentlich wollte ich nichts riskieren, aber als ich auf die letzte Schikane zufuhr, war ich sehr dicht hinter meinem Vordermann. Dann ging alles sehr schnell. Ich habe die Situation beim Anbremsen falsch eingeschätzt und es kam zur Kollision. Ich entschuldige mich beim gesamten Team von GRT und meinen Mechanikern, sowie bei Thierry und Emil Frey Racing. Abschließend möchte ich allen Beteiligten für ihren Einsatz danken.”


Quelle: grasser-racing.com

Erfolgreiches DTM-Heimspiel: Zwei Podestplätze und Punkteergebnisse für Manthey am Nürburgring

  • Ein zweiter und ein dritter Rang für Thomas Preining in der Eifel
  • Ricardo Feller erreicht in beiden Sprintläufen die Punkteränge
  • Manthey begrüßt über 600 Gäste bei den DTM-Heimrennen in Nürburg

Foto: Jens Hawrda

Manthey und Thomas Preining führen die in Oschersleben gestartete Serie an Podesträngen auch am Nürburgring vor heimischem Publikum fort. Dem Österreicher gelingt es am Samstag den zweiten und im Sonntagsrennen in der Eifel den dritten Platz einzufahren. Ricardo Feller muss in beiden Sprintrennen, nach Kontakten mit anderen Fahrzeugen, Schäden an seinem Neunelfer hinnehmen, kann jedoch mit einem neunten und einem elften Platz dennoch wertvolle Punkteergebnisse sammeln. Diese Ergebnisse feierte das Meuspather Team mit mehr als 600 geladenen Gästen, darunter viele Partner sowie zahlreiche Mitarbeitende und deren Familien. Zudem konnte Manthey den Anschluss an die Meisterschaftsspitze wiederherstellen. Mit nur noch vier Punkten Rückstand liegt das Team in der Teammeisterschaftswertung nun in Schlagdistanz auf der zweiten Position. Thomas Preining rangiert, nur einen Zähler hinter dem Meisterschaftsführenden, ebenfalls auf Rang zwei in der Fahrermeisterschaft, während Ricardo Feller auf Platz zwölf liegt (77 Punkte). In keinem der zwölf Rennen der bisherigen Sprintsaison blieb Manthey punktelos. 

„Auch wenn der Nürburgring weiter die einzige Strecke im DTM-Kalender bleibt, auf der wir bisher nicht gewinnen konnten, haben wir es geschafft, in beiden Rennen das Podium zu erreichen und den Anschluss zur Meisterschaftsspitze herzustellen. Alles ist wieder offen vor den letzten beiden Rennwochenenden und wir sind voll dabei – ein extrem schönes Ergebnis bei unseren Heimrennen. Das vor so vielen Grello- und Manthey-Fans und auch vor zahlreichen Partnern sowie Kollegen und Kolleginnen zu erreichen, ist ein besonderes Gefühl. Der Samstag lief für Thomas super. Trotz zehn Kilogramm Erfolgsballast aus Oschersleben, konnte er den starken zweiten Platz einfahren. Ricardo wurde leider unverschuldet umgedreht und hat dadurch Positionen verloren. Ohne den Kontakt wäre auch mehr als Platz neun möglich gewesen und das Ergebnis gibt nicht ganz seine gute Leistung wieder. Am Sonntag konnte Thomas von Ausfällen und Fehlern der Konkurrenz profitieren und wir haben strategisch und in der Pitlane ein fehlerloses Rennen gezeigt. Am Ende hat es für Platz drei gereicht, womit wir sehr zufrieden sind. Für Ricardo war es ein sehr zweikampf-intensives Rennen und leider wurde die Startnummer 90 in einem davon beschädigt. Bis dahin war es ein gutes Rennen, danach konnte er das Auto aber nur noch über die Ziellinie schleppen und wenigstens ein paar Punkte mitnehmen. Man hat aber dieses Wochenende klar das Potential von ihm gesehen. Daran wollen wir anknüpfen“, erklärt Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Racing bei der Manthey Racing GmbH. 

„Ich bin stolz auf das Team, denn wir haben uns in der Meisterschaft wieder nach vorne gearbeitet. Vor allem freue ich mich, dass wir das am Nürburgring erreicht haben und knapp 300 Mitarbeiter aus unseren vier Geschäftsbereichen es mit ihren Familien miterlebt haben. Mit weiteren Partnern und Freunden hatten wir über 600 Gäste vor Ort, was für eine besondere Stimmung bei unseren Heimrennen gesorgt hat. Zudem waren auf den Tribünen sehr viele Grello-Fans zu sehen, was mich immer wieder beeindruckt. Ich weiß diese große Unterstützung zu schätzen und bin sehr stolz darauf. Wir reisen mit einem guten Gefühl und guten Chancen an den Sachsenring, an den wir nach zwei Siegen im letzten Jahr tolle Erinnerungen haben. Wir wollen an die vier Podestplätze anknüpfen und um die Meisterschaft kämpfen“, ergänzt Nicolas Raeder, Geschäftsführer der Manthey Racing GmbH.

Bevor das Team in einem Monat für das vorletzte Sprintrennwochenende des Jahres an den Sachsenring (11.09. – 13.09.2026) reist, steht mit den Lone Star Le Mans (04.09. – 06.09.2026) das nächste FIA World Endurance Championship Rennen auf dem berühmten Circuit of the Americas im Kalender.

Stimmen zum DTM-Rennwochenende am Nürburgring

Ricardo Feller, Porsche 911 GT3 R #90: „Erneut ein schwieriges Wochenende für mich. Ich bin nicht unzufrieden mit der Arbeit, die wir gemacht haben. Das Team hat top abgeliefert. Leider hatten wir am Samstag Pech mit einem Dreher. Am Sonntag hatte ich dann viele Autos mit neuen Reifensätzen um mich rum, was am Ende ein Kampf um das Überleben in dem Feld für mich wurde. Immerhin konnten wir aber noch Punkte ins Ziel retten. Ich hoffe, dass wir am Sachsenring endlich zeigen können, wofür wir arbeiten und was in uns steckt. Ich freue mich für Thomas, dass er den Kontakt zur Meisterschaftsspitze wiederherstellen konnte. Ein großer Dank geht an die zahlreichen Fans und die vielen Mitarbeiter von Manthey, die uns so toll angefeuert haben. “

Thomas Preining, Porsche 911 GT3 R #91: „Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dem Wochenende am Nürburgring. Der Samstag lief extrem gut und am Sonntag konnten wir von Ausfällen der Konkurrenz profitieren. Danke an das Team für das hervorragende Auto und die super Strategien und Boxenstopps. Ich bin auch sehr froh, dass wir den vielen Fans, Partnern und Manthey-Mitarbeitern eine so gute Show bieten konnten. Die Rennen in der Eifel sind mittlerweile wie Heimrennen für mich und es ist toll, eine so unfassbar große Unterstützung hier zu bekommen. Wir sind wieder da, wo wir in der Meisterschaft sein wollen und ich bin stolz, dass wir nie aufgehört haben, weiterzukämpfen. Ich fahre nun mit einem sehr guten Gefühl an den Sachsenring, der uns und dem Auto auch sehr gut liegt.“ 


Emil Frey Racing feiert mit Matteo Cairoli dritten DTM Saisonsieg

Der Nürburgring bescherte Emil Frey Racing beim sechsten Lauf der DTM-Saison 2026 ein Wochenende zwischen Triumph und verpasster Chance. Während Matteo Cairoli am Samstag mit einer makellosen Vorstellung seinen dritten Saisonsieg feierte, verhinderte am Sonntag ein technisches Problem beim Boxenstopp, was ein weiterer Sieg hätte werden können.

Matteo Cairoli, Ferrari #14
Foto: Jens Hawrda

Rennen 1 – Samstag, 15. August 2026

Im Qualifying zum ersten Rennen am Nürburgring zeigte Matteo Cairoli eine bärenstarke Runde und sicherte sich die Pole Position mit einem Vorsprung von nur 0,036 Sekunden auf Thomas Preining im #91 Porsche. Teamkollege Thierry Vermeulen startete von Platz 14.

Matteo Cairoli behauptete beim Start souverän die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo und baute seinen Vorsprung auf Thomas Preining in den ersten Runden auf 3,25 Sekunden aus. Thierry Vermeulen arbeitete sich derweil kontinuierlich nach vorne und hatte sich vor dem Boxenstoppfenster bereits bis auf Platz 11 vorgearbeitet.

Als das Boxenstoppfenster öffnete, war Thierry Vermeulen einer der Ersten an der Box und wurde in guten 6,3 Sekunden abgefertigt. Matteo Cairoli kam zur Rennhalbzeit an die Box und kehrte nach einem Stopp von 6,2 Sekunden wieder auf die Strecke zurück. Thomas Preining stoppte ebenfalls in 6,2 Sekunden, war aber vor Matteo Cairoli an der Box gewesen. Dennoch behauptete der Italiener nach Abschluss der Stoppserie die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo, auch wenn Thomas Preining mit bereits aufgewärmten Reifen zunächst schneller unterwegs war als Matteo Cairoli auf noch kalten Gummis. Thierry Vermeulen setzte nach seinem Stopp auf frischen Reifen seine persönliche Bestzeit und klassierte sich auf Platz 13.

Matteo Cairoli hielt dem Druck stand, baute seinen Vorsprung auf 2,2 Sekunden aus und legte zudem die schnellste Rennrunde vor. Als der letzte Konkurrent schliesslich an die Box kam, führte Matteo Cairoli mit komfortablem Vorsprung von über sieben Sekunden. In der Schlussphase kämpfte Thierry Vermeulen mit Bastian Buus im #29 Porsche um Platz 11, verlor jedoch in der Anfahrt zur ersten Kurve die Position und belegte Rang 12. Was dann folgte, war schlicht unnötig: Christian Engelhart manövrierte den #19 Lamborghini in der allerletzten Schikane in den unschuldigen Thierry Vermeulen im #69 Ferrari und schickte den Niederländer ins Kiesbett. Ein vermeidbares Manöver in der letzten Runde, das Thierry Vermeulen wichtige Punkte kostete und auch in der Teamwertung Schaden anrichtete.

Matteo Cairoli fuhr derweil mit knapp zehn Sekunden Vorsprung einen souveränen Start-Ziel-Sieg heraus und feierte seinen dritten Saisonsieg. Zu Recht wurde er anschliessend zum Driver of the Day gekürt.

Rennen 2 – Sonntag, 16. August 2026

Nach seinem souveränen Sieg am Samstag ging Matteo Cairoli im #14 Ferrari 296 GT3 Evo von Startplatz 3 ins zweite Rennen, allerdings mit 20 Kilogramm Erfolgsballast an Bord. Teamkollege Thierry Vermeulen startete vom 17. Platz aus.

Thierry Vermeulen erwischte einen starken Start und arbeitete sich sofort nach vorne. Als kurz darauf Maro Engel, Kevin van der Linde und Luca Auer in einem Unfall verwickelt wurden, profitierte der Niederländer und verbesserte sich bis auf Platz 11. Das Safety Car wurde eingesetzt und dadurch die Renndistanz auf 55 Minuten plus drei Runden neu festgelegt. Matteo Cairoli behauptete währenddessen seinen dritten Platz. Beim Restart blieb der Italiener auf Position 3, während Thierry Vermeulen in Runde 4 Mirko Bortolotti im #63 Lamborghini überholte und sich auf Platz 10 schob. Kurz darauf fiel er wieder auf Rang 11 zurück.

Thierry Vermeulen kam als Erster an die Box und wurde in 7,3 Sekunden abgefertigt. Vor Matteo Cairolis Stopp lieferten sich die Spitzenfahrer enge Kämpfe um die zweite Position. Der Italiener war einer der Letzten, der die Box ansteuerte, und kam in der letzten Minute gemeinsam mit dem führenden Jules Gounon im #48 Mercedes herein. Doch es kam zu einem Problem hinten links, der Stopp dauerte 24,8 Sekunden. Matteo Cairoli fiel dadurch auf Platz 11 zurück, Thierry Vermeulen klassierte sich zu diesem Zeitpunkt auf Rang 14. Jules Gounon erhielt zudem eine Strafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse, was bedeutete, dass Matteo Cairoli bei einem reibungslosen Stopp die Führung hätte übernehmen können.

In Runde 17 sorgte Ben Dörr für eine Safety-Car-Phase, nachdem sein McLaren mit einem lockeren Rad langsam zum Stillstand kam und in der ersten Kurve zum Stehen blieb. Das Rennen wurde in Runde 20 wieder freigegeben. Matteo Cairoli kämpfte sich zurück und überholte in Runde 25 sowohl den #10 als auch Ricardo Feller im #90 Porsche und verbesserte sich auf Platz 9. Thierry Vermeulen kam in Runde 27 erneut als Erster zum zweiten Stopp, abermals in 7,3 Sekunden. Matteo Cairoli folgte in Runde 28, doch der Stopp dauerte diesmal ebenso länger, da die Feder erneut Probleme bereitete.

Am Ende klassierte sich Thierry Vermeulen auf Platz 12, Matteo Cairoli auf Rang 13. Nach dem grandiosen Sieg am Samstag ein herber Rückschlag, denn mit einem problemlosen Boxenstopp wäre an diesem Sonntag ein weiterer Rennsieg für den Italiener durchaus wieder möglich gewesen.

Fahrerstimmen zum Rennwochenende am Nürburgring

Matteo Cairoli (Italien)

„Auf der einen Seite ist es ein sehr gutes Gefühl, auf der anderen Seite ist es ein sehr frustrierendes Ende zu dem Wochenende, denn das Rennen heute hatte sehr viel Potenzial. Es ist einfach sehr schade, dass das Problem beim Boxenstopp passierte. Daran trägt auch keiner Schuld, es ist einfach nur schade – aber es ist noch alles offen und wir greifen wieder am Sachsenring an.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Ein sehr schwieriges Rennen und Wochenende für mich. Auch wenn ich mit dem Auto sowohl am Samstag als auch am Sonntag zufrieden war, konnte ich nicht an Matteos Pace herankommen. Ein schwerer Unfall am Samstag hinterlies grosse Schäden am Auto. Ein grosses Dankeschön an das gesamte Team, das die ganze Nacht gearbeitet hat, denn ohne diesen Einsatz wäre ein Start am Sonntag nicht möglich gewesen. Wir müssen nun analysieren, warum die Pace bei mir nicht vorhanden war."


Montag, 17. August 2026

EuroMoto Superbike: Smits krönt das Wochenende mit dem zweiten Sieg

Twan Smits war auch im zweiten EURO MOTO Superbike-Rennen in Assen nicht zu schlagen. Der Yamaha-Pilot feierte auf seiner Heimstrecke den zweiten Sieg des Wochenendes. Marcel Schrötter wurde Zweiter, Lukas Tulovic komplettierte das Podium. Für Markus Reiterberger platzten dagegen die Siegambitionen im Kiesbett.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Schrötter hatte nach dem Qualifying zu den Podiumskandidaten gezählt. Mit dem Ausgang des ersten Rennens auf dem TT Circuit war der GERT56-Pilot allerdings nicht zufrieden gewesen. Platz zwei im zweiten Lauf war deshalb ein Schritt nach vorn – ganz glücklich war Schrötter damit trotzdem nicht.

Der Reihe nach. Smits zeigte sich nach dem Start schnell in Führung. Florian Alt preschte munter von der zehnten Position auf den vierten Platz nach vorne. Dabei presste er sich innen auf der letzten Rille an Schrötter vorbei.

In Runde zwei war das komplette Quartett der Motorradhersteller aus der EURO MOTO Superbike auf den ersten vier Plätzen vertreten: Twan Smits auf Yamaha vor Markus Reiterberger auf BMW, Lukas Tulovic auf Ducati und Florian Alt auf Honda.

In der achten Runde knöpfte Schrötter seinem Honda-Rivalen Alt die vierte Position ab. Jan-Ole Jähnig hatte dahinter einen Logenplatz, um das Battle der Beiden zu beobachten.

Währenddessen überschlugen sich an der Spitze die Ereignisse. Reiterberger klebte am Hinterrad von Smits und suchte nach einer Möglichkeit zum Angriff. Dabei kam der vierfache Champion von der Ideallinie ab, ratterte durch den Notausgang und fuhr ohne die vorgeschriebene Verzögerung wieder auf die Strecke. Die Konsequenz: eine Long-Lap-Strafe. Sie brachte Reiti völlig aus dem Konzept. Er fuhr ins Kiesbett. Zwar konnte sich der Bayer wieder ins Feld einreihen, aber der erhoffte Sieg zerplatzte wie eine Seifenblase.

Der Ausritt sprengte die Spitzengruppe. Smits gewann das Rennen souverän mit 5,701 Sekunden Vorsprung. Marcel Schrötter überholte in der Schlussphase Lukas Tulovic, der ein technisches Problem an der Panigale V4R bekam. Florian Alt führte die nachfolgende Dreier-Gruppe mit Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig an.

Doppelsieger Twan Smits fühlte sich wie im siebten Himmel. Schrötter freute sich über den zweiten Platz, hätte ihn aber lieber im direkten Duell erkämpft: „Ich habe den zweiten Platz erreicht, aber auf diese Art und Weise hätte es nicht sein müssen. Aber natürlich nehme ich ihn mit.“

Tulovic blieb in Assen bei allen Kontaktaufnahmen außerhalb der Ducati-Box auf Abstand. In der Meisterschaft bleibt der Titelverteidiger dennoch der Mann, den es zu schlagen gilt. Mit 46,5 Punkten Vorsprung auf Schrötter führt er die Gesamtwertung weiterhin deutlich an.

EURO MOTO Superbike, Lauf 2

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

3. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

4. Florian ALT (GER/Honda)

5. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

6. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

7. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Jan MOHR (AUT/BMW)

10.Kevin ORGIS (GER/BMW)

11.Milan MERCKELBAGH (NED/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT4 Germany: Sieg und Tabellenführung für Berndt/Robinson am Nürburgring

  • Zweiter Saisonsieg für Porsche-Duo in ADAC GT4 Germany
  • Gabriele Piana/Benjamin Sylvestersson mit Platz zwei im BMW
  • Marius Schmid im Mercedes-AMG bester Rookie

Die Tagessieger Denny Berndt (li.) und Lachlan Robinson
Foto: ADAC-Motorsport

Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) sind die großen Gewinner des Sonntagsrennens der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Mit einem souverän herausgefahrenen Laufsieg übernahm das Porsche 718 Cayman GT4-Duo nicht nur die Tabellenspitze im ADAC Championat, sondern auch die Favoritenrolle für die restlichen zwei Rennwochenenden der Saison. Gabriele Piana (39/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) erkämpften im BMW M4 GT4 die zweite Position. Das Podium komplettierten beim Klassiker in der Eifel Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche.

An der Spitze des Sonntagrennens ging es wieder einmal richtig bunt zu. Zu Rennbeginn lag zunächst Pole-Setter Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4 vorne, gefolgt von Berndt im Porsche und Hudson Schwartz (17/USA, CRT) im Toyota GR Supra GT4. Doch nach rund zehn Rennminuten überholten in direkter Abfolge sowohl Berndt als auch Schwartz den Aston Martin. Dahinter beendeten Porsche-Pilot Gabbay sowie Sylvestersson im BMW die erste Rennhälfte auf den weiteren Positionen.

Die Phase der Boxenstopps brachte dann die nächsten Positionsverschiebungen. Piana, der von Sylvestersson übernommen hatte, setzte sich direkt vor Gogolloks Partner Jan Philipp Springob (25/Olpe) und konnte im Anschluss sofort auch Lucas Cartelle (18/BEL) überholen, der für Schwartz in den Toyota gestiegen war. Auch Maximilian Schreyer, der Gabbay im Porsche ersetzt hatte, fand sich nach den Stopps vor Springob wieder. Wenig später holte der junge Hesse dann auch von Cartelle die dritte Position. Cartelle musste sich im weiteren Rennverlauf schließlich noch Springob im Aston Martin geschlagen geben.

Davon unbeeindruckt blieb Berndts Partner Lachlan Robinson in der zweiten Rennhälfte unangefochten in Führung und fuhr mit einem Vorsprung von über vier Sekunden zum Sieg, der auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete. Hinter Piana/Sylvestersson, Gabbay/Schreyer sowie Gogollok/Springob reichte es für Cartelle/Schwartz am Ende nicht für Rang fünf, da in der letzten Runde auch noch der BMW von Luis Moser (18/AUT) und Luca Link (22/Günzburg, beide FK Performance Motorsport) den Toyota überholte.

Siebte wurden Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim, beide Prosport Racing) vor ihren Mercedes-AMG-Markenkollegen Marius Schmid (18/Tengen) und Alex Connor (22/GBR, beide BWT Mücke Motorsport). Schmid konnte sich somit auch über den Triumph in der Rookie-Wertung freuen. Die Top Zehn komplettierten Oskar Dix (20/GBR) und Egor Litvinenko (21, beide Wimmer Werk Motorsport, Porsche) sowie Gianni van de Craats (20/NED) und Victor Nielsen (19/DEN, beide FK Performance Motorsport, BMW). Der Erfolg in der PRO-AM-Wertung ging an das Porsche-Duo Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (20/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport).

Stimmen nach dem Rennen

Denny Berndt – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Unser nächster Sieg in der ADAC GT4 Germany ist wirklich ein tolles Resultat. Doch da wir direkt nachhause fahren, können wir nicht großartig feiern. Sicherlich ist die Tabellenführung ein super Zwischenstand, alles kann sich aber schnell wieder ändern. Wir schauen von Rennen zu Rennen und geben unser Bestes. Der Sachsenring kann also kommen.“

Lachlan Robinson – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Der Sieg fühlt sich richtig gut an, insbesondere da der Tag gestern nicht so endete, wie wir es gewünscht hätten. Denny hat heute wieder einen klasse Job gemacht, somit musste ich das Auto eigentlich nur noch ins Ziel bringen. Das ist mir gelungen.“

Gabriele Piana – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Wir versuchen schon die ganze Saison, das Maximum aus unserem Paket herauszuholen. Doch zumeist ist ein Konkurrent schneller. Somit bin ich nicht sonderlich glücklich. Das Team hat aber eine perfekte Taktik in Bezug auf den Boxenstopp angewandt, sodass ich direkt auf meiner Outlap attackieren konnte.“

Benjamin Sylvestersson – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Mit Platz zwei konnten wir das Wochenende versöhnlich beenden. Wir haben unser Bestes gegeben. Mein Start war ganz gut, doch danach steckte ich etwas im Verkehr. Wir hatten einen guten Boxenstopp und konnten dadurch Positionen gewinnen. Gabriele hat das Rennen klasse zu Ende gefahren. Das Auto fühlte sich zudem richtig gut an.“

Alon Gabbay – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Ich freue mich sehr über das Podium. Ich habe in meinem Stint richtig Gas gegeben. Danach hat auch Maxi alles gegeben und den Toyota überholt. Ich könnte nicht glücklicher sein.“

Maximilian Schreyer – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier auf dem Nürburgring auf dem Podium zu stehen. Das Team hat dafür mega hart gearbeitet. Auch Alon war heute super aufgelegt. Als ich ins Auto stieg, konnte ich direkt am Toyota vorbeifahren. Auf dem Sachsenring wollen wir an diese Leistung anknüpfen.“

EuroMoto Supersport: Doppelsieg und Luft in der Tabelle für Geiger

Dirk Geiger geht als Supersport-Dominator aus dem EURO MOTO-Wochenende auf dem TT Circuit Assen hervor. Der 24-jährige Hesse gewann auf seiner Apreco-Yamaha auch das zweite Rennen und machte damit den nächsten Schritt in Richtung Titel. Daniel Blin wurde Zweiter, Lennox Lehmann komplettierte als Dritter das Podium.

Dirk Geiger, Yamaha R9 #60
Foto: Jens Hawrda

Diesmal durfte Geiger von seinem Startplatz losfahren. Im ersten Rennen hatte er wegen des Einsatzes seines dritten Motors noch aus der Boxengasse starten müssen. Die entsprechende Regelung gilt für zwei Rennen. Das erste Mal hatte er schon vor zwei Wochen in Oschersleben abgearbeitet.

Von der Pole Position übernahm Geiger sofort die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Zunächst konnte Teamkollege Lennox Lehmann folgen. Der Yamaha-Fahrer hielt Ducati-Rivale Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) hinter sich. Nach drei Runden war die Ordnung an der Spitze jedoch hergestellt: Geiger fuhr vorne allein, dahinter entstand eine Lücke zwischen Lehmann und Blin.

Lehmann kämpfte trotz der Nachwirkungen seines spektakulären Sturzes vom Samstag standhaft weiter. Lange hielt er Blin hinter sich, doch der Pole setzte sich schließlich durch. Das Duell war nicht ohne Brisanz. Bereits im ersten Rennen hatte Blin den Kampf gegen Lehmann und auch gegen den späteren Sieger Geiger gewonnen – allerdings nur optisch.

Im Samstagslauf war der Ducati-Fahrer wegen eines Regelverstoßes mit einer Zeitstrafe belegt worden. Blin war in der Ruskenhoek-Kurve über die Auslaufzone gefahren und hatte bei der Rückkehr auf die Strecke die vorgeschriebene Verzögerung von einer Sekunde nicht eingehalten. Für eine Long-Lap-Runde war die Renndistanz bereits zu weit fortgeschritten. Blin verlor deshalb seinen Sieg und wurde als Dritter gewertet. Das Team protestierte gegen die Entscheidung. Diesem wurde nicht stattgegeben. Nun geht die Angelegenheit in die Berufung.

Geiger konnte Blin im zweiten Lauf nicht mehr einholen. Der Sieger fühlte sich jedoch bis zum Schluss vom Polen unter Druck gesetzt. In der Meisterschaft hat Geiger seine Führung weiter ausgebaut. Blin reist als Zweiter mit 13 Punkten Rückstand ab. Angereist war der Ducati-Fahrer noch mit einem Punkt Vorsprung. Seine Ansage für den nächsten Lauf am Nürburgring war entsprechend eindeutig: „Auf dem Nürburgring sehen wir uns wieder.“

Luca de Vleeschauwer (Team SWPN)musste sich im beherzten und langwierigen Battle mit Luca Göttlicher (LJ Racing) geschlagen geben. Göttlicher hatte zum Saisonauftakt gefehlt und arbeitet sich inzwischen in der Gesamtwertung immer weiter nach vorn. Bis auf einen Punkt ist er bereits an den viertplatzierten Marvin Siebdrath (MCA Honda) herangerückt. Für die MV Agusta-Truppe ist es eine echte Errungenschaft, mit Göttlicher jetzt Podiumsplätze zu holen oder knapp dahinter zu sein. Kawasaki-Einzelkämpfer Freddie Heinrich (Weber-Kawasaki) arbeitete sich im Rennen bis auf die siebte Position nach vorn. Im ersten Lauf war er gestürzt.

Assen gehört damit Dirk Geiger. Zwei Rennen, zwei Siege – und eine Meisterschaftsführung, die immer komfortabler wird.

EURO MOTO Supersport, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (GER/Yamaha)

2. Daniel BLIN (POL/Ducati)

3. Lennox LEHMANN (GER/Yamaha)

4. Luca GÖTTLICHER (GER/MV Agusta)

5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

6. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

7. Freddie HEINRICH (GER/Kawasaki)

8. Marvin SIEBDRATH (GER/Honda)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Jorke ERWIG (GER/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

DTM – Stars and Stories vom Nürburgring

Beim DTM-Wochenende am Nürburgring ging es nicht nur um den Meisterschaftskampf – auch abseits der Traditionsstrecke war jede Menge los. Prominente Gäste aus Sport und Unterhaltung sorgten für Begeisterung: Tischtennis-Legende Timo Boll überreichte einen Pokal, Ex-Bachelor Felix Stein drehte eine Runde im Leading-Car von Cupra und Joey Kelly präsentierte den Kult-Bus der Kelly Family. Auch Olympiasieger wie Skicross-Star Daniela Maier und Kanu-Ass Ricarda Funk fieberten an der Strecke mit. Dazu kamen atemberaubende Stunts von Trial-Freestyle-Athlet Adrian Guggemos.

Joey Kelly begeistert die Fans mit Kult-Bus

Der legendäre rote Doppeldecker-Bus der Kelly Family war ein echter Hingucker beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Joey Kelly ließ es sich nicht nehmen, bei der Präsentation des kultigen Familiengefährts aus früheren Tourjahren persönlich dabei zu sein. "Der Bus war 28 Jahre eingelagert und ist unter der Aufsicht von Dekra aufwendig restauriert worden. In der nächsten Woche wird er offiziell zugelassen", erklärte der Musiker und Extremsportler. Kelly selbst ist Motorsport- und Nürburgring-Fan durch und durch: "Ich bin selbst drei Jahre lang in kleineren Klassen gefahren und war viermal beim 24-Stunden-Rennen dabei. Ich liebe die Nordschleife, der Ring ist mein Ding", verriet er mit leuchtenden Augen. Am Samstagmittag wurde Kelly auf der Start-Ziel-Geraden aktiv und schickte das Feld mit dem Schild "Drivers start your engines" in den elften Meisterschaftslauf.


Heiz-Harald Frentzen und seine Tochter besuchen die DTM am Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Frentzen-Familie zurück in der DTM

Heinz-Harald Frentzen blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: 157 Rennen absolvierte er in der Formel 1 und wurde 1997 Vize-Weltmeister in der Königsklasse. Von 2004 bis 2006 startete der Mönchengladbacher mit Opel und Audi auch in der DTM. Am Sonntag war der 59-Jährige mit seiner Tochter Lea am Nürburgring zu Gast. Die beiden schlenderten durch das Fahrerlager und über das Grid – und sorgten für so manches Wiedersehen mit alten Weggefährten. "Zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Vater die DTM zu besuchen, ist ein besonderes Gefühl. Das Coolste ist für mich bei der DTM definitiv der Start, wenn alle Fahrzeuge zusammen in die erste Kurve fahren", sagte Lea Frentzen, die als Influencerin ihren Followern regelmäßig Einblicke in ihre Kindheit gewährt und ihre Fans hinter die Kulissen des Motorsports mitnimmt. "Mit Social Media habe ich vor drei Jahren angefangen, als ich in Silverstone erstmals bei der Formel 1 war. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele Fans mein Vater heute noch hat."

Tischtennis-Legende Timo Boll übergibt DTM-Pokal

Timo Boll besuchte die DTM am Nürburgring mit seinem Wohnmobil. Die Erfolge der Tischtennis-Ikone sind einzigartig: Boll war als erster und einziger Deutscher Weltranglistenerster, holte acht EM-Titel, war WM-Dritter und gewann mit der Nationalmannschaft mehrfach olympisches Silber. In der Eifel genoss der Hesse die besondere Stimmung am Ring und entdeckte Parallelen zwischen Motorsport und Tischtennis: "In beiden Sportarten muss man vorausschauend denken und Situationen richtig einschätzen. Außerdem spielt auch bei uns das Material – etwa der Grip des Schlägerbelags – eine große Rolle." Nach dem DTM-Samstagsrennen überreichte der Tischtennis-Crack dem Zweitplatzierten den Pokal. Schon vorher gestand Boll mit einem Augenzwinkern: "Früher habe ich Pokale empfangen, heute übergebe ich sie. Das mache ich aber sehr gern, denn jeder, der in der DTM auf dem Podium steht, hat Großes geleistet."

Olympiasiegerinnen Maier und Funk drücken Wittmann die Daumen

Zwei Olympiasiegerinnen waren auf Einladung von Schaeffler bei der DTM in der Eifel: Daniela Maier und Ricarda Funk. Die Skicross-Goldmedaillengewinnerin Maier hatte bereits als Kind erste Berührung mit der DTM. "Ich war bei meinem ersten DTM-Besuch ungefähr acht Jahre alt. Hier ist so unglaublich viel los, ein Highlight jagt das andere: Es ist ein mega Erlebnis, ein Rennwochenende mitzuerleben", erklärte Maier. Funk, in Bad Neuenahr-Ahrweiler nahe dem Nürburgring geboren und Olympiasiegerin im Kanuslalom, ist als Kind der Eifel mit der Geschwindigkeit groß geworden. "Ein DTM-Wochenende ist genau das Richtige für mich. Ich komme aus einer Actionsportart und bin auch schon aus einem Flugzeug gesprungen. Die Daumen habe ich Marco Wittmann gedrückt", verriet Funk.

Atemberaubende Stunts mit Trial-Freestyle-Star Adrian Guggemos

Adrian Guggemos begeisterte im Fahrerlager und vor den DTM-Rennen in Kurve eins mit einer spektakulären Live-Stunt-Show. Mit waghalsigen Manövern – darunter das Fahren auf dem Hinter- oder Vorderrad – trieb der 32-jährige Schorndorfer den Adrenalinspiegel der Zuschauer in die Höhe. Den Höhepunkt setzte er direkt vor den Tribünen: Dort sprang Guggemos zur großen Begeisterung der Zuschauer mit seinem Trial-Motorrad über das DTM-Safety-Car – einen Cupra Formentor VZ5.

"Cupra unofficial": Die dunkle Seite der Marke erobert den Eifelkurs

Als Official Car Partner führt Cupra auch 2026 das Starterfeld der DTM an. Am Nürburgring zeigte die Marke nun jedoch eine andere, ungewohnte Seite: Als "Unofficial Partner" machte der spanische Automobilhersteller seine dunkle Seite sichtbar – mit dem erklärten Ziel, eigene Limits zu verschieben, der Rennleidenschaft freien Lauf und sich nicht "ausbremsen" zu lassen. Passend dazu erhielten das Safety- und das Leading-Car am Nürburgring eine neue "Unofficial Livery", die über das bestehende Branding geklebt wurde. Zudem wurde an beiden Renntagen eine "Unofficial Zone" mit acht exklusiven Sitzplätzen direkt innerhalb der Kurve eins installiert – ein Ort, der normalerweise für Zuschauer nicht zugänglich ist. Ergänzt wurde die Aktion durch "Unofficial-Flags" mit den Aufschriften "Remember why you're driving", "Folge deinem Instinkt" und "Unofficial Partner".

DTM am Nürburgring überwältigt Bachelor Felix Stein

Felix Stein war am Samstag zu Gast beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Als Teil der "Unofficial Crew" von Cupra schwenkte der Bachelor 2025 aus der RTL-Datingshow im Leading-Car die Flagge bei der Fahrt ins Grid und sorgte für beste Stimmung bei den Fans. Der gebürtige Berliner zeigte sich restlos begeistert von der DTM-Atmosphäre: "Es hat nur zehn Minuten gedauert, da war ich schon ein Teil der DTM-Community. Der Sound der Fahrzeuge, die Stimmung auf den Tribünen und die Freundlichkeit der Leute – das alles ist überwältigend. Auch die Fahrt mit dem Leading-Car war einmalig. Ich wusste gar nicht, dass diese Autos schon so schnell fahren", sagte Stein.

Bob-Olympiasieger Georg Fleischhauer: "Diese DTM-Fahrzeuge sind der Hammer"

Georg Fleischhauer war am Wochenende nach langer Zeit wieder zu Gast bei der DTM – und sichtlich beeindruckt. "Das letzte Mal war ich vor über 15 Jahren bei der DTM. Deshalb habe ich mich riesig über die Einladung von Schaeffler gefreut", sagte der zweimalige Deutsche Meister im 400-Meter-Hürdenlauf, der heute als einer der stärksten Anschieber im Bobsport gilt. Gemeinsam mit Pilot Johannes Lochner wurde er Weltmeister und holte je eine Goldmedaille im Zwei- und Viererbob. Besonders die DTM-Boliden hatten es dem Athleten angetan: "Diese Autos sind der Hammer. Auch unsere Bobs sind Hightech-Geräte, aber diese Fahrzeuge sind schon etwas ganz Spezielles. Auch im Bobsport spielen Geschwindigkeit und die richtige Wahl der Linie eine entscheidende Rolle. Allerdings sind die Temperaturen bei uns doch ein wenig anders als hier auf dem Nürburgring", stellte Fleischhauer fest.

Ludwig, Scheider, Güven – drei DTM-Meistergenerationen am Nürburgring

Klaus Ludwig (1982, 1988, 1994), Timo Scheider (2008, 2009) und Ayhancan Güven (2025) – drei DTM-Champions aus drei Jahrzehnten trafen sich am Nürburgring. Während die beiden Routiniers Ludwig und Scheider längst zur DTM-Geschichte gehören, ist der aktuelle Titelträger Güven nach seinem Triumph in die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gewechselt. Umso mehr genoss der erste türkische DTM-Champion den Besuch an seiner alten Wirkungsstätte. "Es ist toll, wieder bei der DTM zu sein. Diese Atmosphäre im Paddock und im Grid, die tollen Fans sind einmalig. Ich würde hier allerdings am liebsten selbst in einem Rennauto sitzen und mitfahren", sagte Güven. Doch auch das Bad in der Menge bereitete ihm sichtlich Freude: "Ich komme mir vor wie ein Rockstar, so viele Selfies musste ich hier am Ring machen."

Mercedes-AMG Team Landgraf gewinnt Truck-Wettbewerb

Am Samstagabend wurde auf dem Nürburgring ein PS-starkes Spektakel ausgetragen: Beim traditionellen Wettbewerb "DTM-Trucks Go and Stop" traten die Zugmaschinen der DTM-Teams gegeneinander an – und deren Fahrer stellten ihr Können in Sachen Beschleunigung und Bremstechnik unter Beweis. Die Aufgabe: Auf der Start-Ziel-Geraden mit voller Power beschleunigen, um anschließend am Ende der Haupttribüne vor drei hintereinander aufgestellten Kegeln zum Stehen zu kommen. Nur der vorderste Kegel durfte umgestoßen werden. Eine Challenge, die ein feines Gefühl fürs Bremspedal verlangte. Im Finale setzte sich das Mercedes-AMG Team Landgraf gegen Emil Frey Racing durch. Svetoslav Koynov verriet mit einem Schmunzeln sein Erfolgsrezept: "Am Anfang das Gaspedal voll durchtreten, dann voll in die Bremse gehen. Und danach mit dem ganzen Team gemeinsam auf den Sieg anstoßen."

Tim Jarschel krönt sich am Nürburgring zum eSports-Champion

Er hat die Nerven behalten und das erste Onsite-Finale in der Geschichte der DTM eSports Championship gewonnen: Tim Jarschel entschied am Samstag im RaceRoom SimRaceCafé im Ring-Boulevard zwei der vier Finalrennen für sich und machte damit seinen zweiten Titel klar. Für Jarschel gab es nicht nur die Siegprämie von 5.000 Euro, sondern ein ganz besonderes Extra: einen Startplatz im BMW M2 Cup beim DTM-Finale in Hockenheim. Der frischgebackene Champion strahlte: "Das war ein Wahnsinnstag. Ich bin ein großer Fan der DTM. Hier meinen zweiten Titel geholt zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Nach dem Sieg habe ich ordentlich gefeiert und am Sonntag meinem Lieblingsfahrer Thomas Preining, die Daumen gedrückt."

Wilde Kart-Action in der Eifel

Das erste Rennen des DTM-Wochenendes wurde am Freitagabend auf der Ring-Kartbahn ausgetragen. Zwölf Teilnehmer gingen an den Start: Neben den DTM-Fahrern Ben Dörr und Tom Kalender griff auch Ford-Werkspilot David Schumacher ins Lenkrad. Zudem waren die Förderfahrer Elia Weiß und Oliver Goethe von der ADAC Stiftung Sport sowie Devin Titz (Mitglied des Mercedes-AMG F1 Junior Teams) im Einsatz. Medienvertreter und Kart-Nachwuchs-Asse komplettierten das starke Feld. Fabian Klatt, der vom Nürburgring eine Wildcard erhalten hatte, gewann den Kart-Grand-Prix nach 32 umkämpften Runden. Ehemaliger DTM-Pilot Schumacher belegte Platz sieben. Dörr kommentierte seinen achten Rang vor Kalender: "Ich habe lange nicht mehr in einem Kart gesessen. Umso schöner war es, sich mit den anderen Fahrern zu messen. Tom und ich haben uns am Schluss hart duelliert – das waren ein paar echt coole Fights." Bester Medienvertreter war Michael Bräutigam (Motorsport Aktuell) auf Position zehn.

Sonntag, 16. August 2026

DTM: Wittmann gewinnt fesselnden Eifel-Krimi und feiert 20. DTM-Sieg

  • Nervenstarker BMW-Pilot verteidigt knappen Vorsprung vor Tom Kalender
  • Preining verkürzt als Dritter Abstand zur Tabellenspitze auf einen Punkt
  • Fulminantes Nürburgring-Wochenende der DTM begeistert 81.000 Fans

Jubel bei Marco Wittmann: Der Fürther entschied das Sonntagsrennen der DTM für sich
Foto: ADAC-Motorsport

Nervenstark und taktisch clever: Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) machte am Sonntag auf dem Nürburgring seinen 20. DTM-Erfolg perfekt. Der 36-Jährige überzeugte mit frühen und schnellen Boxenstopps sowie sauberen Überholmanövern. Im letzten Drittel eines wilden Rennens übernahm der BMW-Pilot die Führung und sicherte sich seinen ersten DTM-Erfolg seit zwei Jahren. „Der 20. Sieg bedeutet mir enorm viel! In all meinen Jahren in der DTM habe ich viele Höhen und Tiefen erlebt. Es fühlt sich großartig an, aus eigener Kraft ganz vorne mitzufahren. Das Rennen verlief zeitweise chaotisch, aber ich habe einen kühlen Kopf bewahrt, auch wenn es hinten raus richtig eng wurde“, erklärte Wittmann. Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf) zeigte eine sensationelle Leistung: Der Youngster machte neun Plätze gut und feierte als Zweiter den ersten Podiumsplatz in seiner DTM-Karriere. Mit Rang drei verpasste Thomas Preining (A/Manthey) ganz knapp den Sprung an die Tabellenspitze und liegt nur noch einen Punkt hinter dem Führenden Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol). Der 40-Jährige schied nach einer Kollision in der ersten Runde aus und blieb damit erstmals seit 18 DTM-Rennen ohne Punkt. 81.000 Besucher erlebten ein heißes Rennwochenende auf dem Nürburgring – mit vielen Überholmanövern und harten Duellen.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 12 von 16

  • Streckenlänge: 3.629 Meter
  • Wetter: 27 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Jules Gounon (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:25,062 Minuten
  • Sieger: Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 R #11)
  • Schnellste Runde: Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:25,988 Minuten

Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:25,988 MinutenKurz nach dem Start zum zwölften DTM-Meisterschaftslauf kam es auf dem Nürburgring in der ersten Kurve zu einer Kollision – das Safety-Car musste ausrücken. Spitzenreiter Engel musste seinen Mercedes-AMG GT3 ebenso abstellen wie der Markenkollege Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der damit in der Tabelle auf Rang vier zurückfiel. Auch für Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) war das Rennen beendet. Nach dem Re-Start führte Pole-Setter Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) vor Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) und Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing). Wittmann hatte sich um eine Position auf Rang vier verbessert und übernahm nach einem frühen Boxenstopp Platz zwei hinter Gounon. Dörr schied mit einem falsch montierten Hinterreifen aus, Cairoli fiel nach einem schwachen Pflichtstopp weit zurück. Davon profitierte auch Preining, der auf Platz drei vorrückte. Kurz darauf übernahm Wittmann im BMW M4 GT3 Evo die Führung, da Gounon wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse eine Penalty-Lap absolvieren musste und viele Plätze verlor.

Nach dem zweiten Reifenwechsel verteidigten Wittmann und Preining ihre Positionen. Kalender setzte dagegen auf einen späten Stopp und kam mit frischen Pirelli-Slicks als Fünfter zurück auf die Strecke. Mit gekonnten Überholmanövern kämpfte sich der 18-Jährige auf Rang drei vor. Schließlich attackierte der Mercedes-AMG-Pilot Preining und zog eine Runde vor Schluss am Österreicher vorbei. Kalender schloss sogar noch zu dem führenden Wittmann auf – doch der überquerte nach 39 turbulenten Runden als Erster die Ziellinie.

Hinter Wittmann, Kalender und Preining folgten Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) im Lamborghini Temerario GT3 auf den Rängen vier und fünf. Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) belegte in einem weiteren Lamborghini Platz sechs. Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) schob sich als Siebter auf Rang drei in der Gesamtwertung vor. Timo Glock (Kreuzlingen) positionierte den zweiten McLaren 720S GT3 Evo von Dörr Motorsport auf Platz acht. Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt) folgte als Neunter vor Porsche-Pilot Bastian Buus (DK/Land-Motorsport).

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Tom Kalender: „Als ich nach der Siegerehrung zu meinem Team gelaufen bin, habe ich so viele glückliche Gesichter gesehen wie noch nie. In nur vier Jahren habe ich es vom Kartsport bis aufs Podium in der DTM geschafft. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Nach meinem Ausfall am Samstag hatte ich noch einen frischen Satz Reifen in der Hinterhand. Das hat mir im Duell mit Thomas Preining natürlich geholfen.“

Thomas Preining: „Ein super Heimrennen fürs Team! Beim Start hatte ich riesiges Glück, dass ich der Kollision der Fahrzeuge neben mir gerade noch ausweichen konnte. Ich hätte den zweiten Platz gern ins Ziel gebracht und habe alles gegeben, aber Tom Kalender war einfach nicht zu halten. In der Meisterschaft sind wir jetzt voll im Titelkampf angekommen und das haben wir uns hart erarbeitet.“

Ergebnis, 12. Meisterschaftslauf, Nürburgring (Top-Five)

 1. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport)

2. Tom Kalender (D/Mercedes-AMG Team Landgraf), +0,517 Sekunden

3. Thomas Preining (A/Manthey), +0,918 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance), +2,571 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT), +3,112 Sekunden


EuroMoto Superbike: Erster Superbike-Sieg für Smits beim Heimspiel

Der Held des Tages heißt Twan Smits. Der 22-jährige Niederländer aus dem Apreco-Yamaha-Team hat auf seiner Heimstrecke den ersten Superbike-Lauf seiner Karriere gewonnen. Lukas Tulovic wurde auf dem TT Circuit Assen mit angezogener Bremse Zweiter. Markus Reiterberger komplettierte das Podium.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Dabei hatte Smits am Vormittag noch reichlich Puls. Im Warm-up legte eine defekte ECU-Sicherung bereits in der ersten Runde seine Yamaha R1 lahm. Zum Rennen war das Problem behoben – und Smits bereit.

Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) erwischte auf der Ducati den besten Start und übernahm die Führung. Wegen der auf 15.600/min begrenzten Drehzahl musste er seine Panigale V4R allerdings mit der rechten Hand einbremsen. Die nach Oschersleben und vier Siegen in Reihe geforderten Maßnahmen konnten bei Ducati in Italien bislang nicht wie geplant umgesetzt werden. Also wurde Tulovics Handgelenk zum Drehzahlbegrenzer.

Aus der ersten Runde kam der Titelverteidiger in Führung liegend zurück. Ihm folgten Smits, der von der Pole Position gestartet war, Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Marcel Schrötter, Jan-Ole Jähnig, Toni Finsterbusch (alle GERT56 by RS Speedbikes) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion). Der Honda-Fahrer hatte damit bereits drei Plätze gutgemacht. Seine Mechaniker hatten die Honda nach mehreren kleinen technischen Problemen noch einmal komplett zerlegt und neu aufgebaut.

Der zehnte Startplatz war alles andere als der Geschmack des Meister von 2023 gewesen. Er meinte: „Ich kann die Ampel kaum sehen. Soweit hinten standen wir noch nie.“ Abgesehen davon war Alt noch nie in inniger Liebe mit dem TT Circuit vereint. Hier hatte er früher schon Titelambitionen begraben.

Bis zur Rennmitte blieb das Feld stabil. Reiti hatte optimistisch seine Siegchancen angekündigt, wollte sein Pulver aber offensichtlich nicht zu früh verschießen. Alle wussten: die Reifen würden ein zentrales Thema auf der 15-Runden-Distanz werden.

In Runde sieben schlug Smits zu. Er nahm Tulovic die Führung ab. Die Yamaha R1 lief wie eine Rakete. Drei Runden später zog Reiterberger am Ducati-Fahrer vorbei. Der Konter erfolgte umgehend. Reiterberger ging übers Limit, verlor fast das Vorderrad und fiel zurück.

Zwei Wochen nach seinem spektakulären Sturz in Oschersleben und mit einer Handgelenkschiene fuhr Twan Smits seinem ersten Superbike-Sieg auf Yamaha entgegen. Den letzten Yamaha-Sieg in der Klasse hatte Dominique Aegerter vor einem Jahr als Gastfahrer für SWPN gefeiert. Tulovic machte zum Schluss keine Anstalten mehr, seinem Konkurrenten den ersten Platz streitig zu machen. Reiterberger meinte als Dritter im Ziel: „Das war besser als jedes andere Rennen. Wir wussten, dass Ducati und Yamaha hier stark sind. Ich war über dem Limit unterwegs, aber dann bin ich auf Nummer Sicher gegangen.“

Hinter dem Podium folgte mit Schrötter und Jähnig ein Teil der GERT56-Formation. Alt sorgte dafür, dass mit Finsterbusch nicht das komplette Trio vor ihm war. Pech für Jan Mohr: Sturz in der letzten Runde.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

4. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Florian ALT (GER/Honda)

7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

8. Kevin ORGIS (GER/BMW)

9. Leon ORGIS (GER/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Sportbike: Kitzbichler reagiert smart und erbt ersten Sieg

Tobias Kitzbichler, Aprilia RS 600 #38
Foto: Jens Hawrda

Das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen hatte es bis zum Schluss in sich. Eigentlich sah zunächst alles nach dem perfekten Heimwochenende für Ruben Bijman aus. Doch nach einem wilden Finale und einer nachträglichen Entscheidung der Rennleitung durfte am Ende ein anderer jubeln: Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) feierte seinen ersten Saisonsieg vor Ruben Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und dessen Teamkollegen Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing). Gerade einmal 0,141 Sekunden trennten die drei im Ziel.

Zuda erwischte von der Pole Position einen guten Start und setzte sich vor Bijman und Kitzbichler an die Spitze. Für Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) war das Rennen dagegen schon in der ersten Runde vorbei. Der Österreicher stürzte auf Rang vier und sein Motorrad rutschte über die Strecke. Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) konnte nicht mehr ausweichen, fuhr über die Triumph und kam ebenfalls zu Fall. Beide sind glimpflich davon gekommen, das Rennen war für sie danach jedoch beendet

Vorne entwickelte sich schnell ein Dreikampf zwischen Zuda, Bijman und Kitzbichler. Alle drei waren vom Sturz Rosenthalers unberührt geblieben und konnten dadurch direkt eine Lücke zu den Verfolgern aufreißen. Kitzbichler fand sich damit zwischen den beiden Freudenberg Fahrern wieder, hielt dem Druck aber selbstbewusst stand. Immer wieder schloss er die kleine Lücke zu Zuda, während Bijman direkt dahinter ebenfalls auf seine Chance lauerte.

Das Tempo an der Spitze war entsprechend hoch. Zuda setzte in Runde acht mit 1:45,049 Minuten die schnellste Rennrunde.

Entscheidung fällt erst nach der Zielflagge

So ging es mit Zuda vor Kitzbichler und Bijman in die letzte Runde. Im letzten Streckenabschnitt überschlugen sich dann die Ereignisse. Kitzbichler zog an Zuda vorbei, doch Bijman nutzte die Situation und schlüpfte ebenfalls durch. Nur eine Kurve später setzte der Niederländer auch gegen Kitzbichler nach und übernahm die Führung. Zuda nutzte anschließend den verlorenen Schwung des Österreichers und ging ebenfalls vorbei.

Bijman kam als Erster über die Ziellinie und schien nach seinem Sieg am Samstag den Doppelsieg auf seiner Heimstrecke perfekt gemacht zu haben.

„Die letzte Runde lief eigentlich richtig gut und in der vorletzten Kurve wurde es noch einmal ziemlich wild. Dabei bin ich wohl über die Track Limits gekommen und die Entscheidung muss ich akzeptieren. Trotzdem war es für mich ein super Wochenende. In beiden Rennen auf dem Podium zu stehen und am Samstag meinen ersten Sieg zu feiern, kann mir keiner mehr nehmen“, sagte Bijman.

Denn nach der Zieldurchfahrt war das Rennen noch nicht entschieden. Die Rennleitung schaute sich die letzte Runde noch einmal genauer an. Sowohl Bijman als auch Zuda hatten im Bereich der Kurven 17 und 18 die Track Limits überschritten und wurden jeweils um eine Position zurückversetzt. Kitzbichler war als einziger der drei innerhalb der Streckenbegrenzung geblieben und rückte damit nachträglich auf Platz eins vor.

Für Kitzbichler war es der lang ersehnte erste Sieg der Saison. Schon mehrfach war der Österreicher in diesem Jahr ganz nah dran gewesen. In Assen sah es zunächst wieder so aus, als würde ihm der Sieg auf den letzten Metern durch die Finger rutschen. Dieses Mal zahlte sich aber genau das aus, was ihm am Samstag noch zum Verhängnis geworden war: In der letzten Kurve hielt er sich dieses mal bewusst etwas zurück und blieb innerhalb der Streckenbegrenzung. „Ich bin gerade wirklich sprachlos. Wir hatten vor dem Rennen einen Plan und eine richtig gute Pace, aber ich hätte nicht gedacht, dass es bis zum Schluss so spannend bleibt. Eigentlich hatte ich mich schon mit Platz drei abgefunden. Nach meinem Fehler gestern in der letzten Kurve wollte ich heute dort nicht wieder zu viel riskieren und war deshalb etwas zurückhaltender. Umso cooler ist es, dass sich genau das am Ende ausgezahlt hat und daraus sogar der Sieg geworden ist“, freute sich Kitzbichler über seinen ersten Saisonerfolg.

Damit wird es auch hinter Meisterschaftsführer Zuda richtig eng. Kitzbichler und Bijman liefern sich nach dem Wochenende in Assen ein Kopf an Kopf Rennen um Rang zwei. Beide stehen nun bei jeweils 140 Punkten und sind damit punktgleich in der Meisterschaft.

Zuda musste sich dagegen mit Rang drei zufriedengeben. „Ich habe in der letzten Runde leider ein paar Fehler gemacht, die mich vielleicht den Sieg gekostet haben. Aber so ist Racing. Ansonsten war ich mit dem Rennen sehr zufrieden und bin meiner Mannschaft dankbar, dass sie mir so ein starkes Bike vorbereitet hat“, fasste der Meisterschaftsführer sein Rennen zusammen.

Hinter dem Spitzentrio fuhr Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) mit knapp 15 Sekunden Rückstand  von Rand zehn bis auf Rang vier vor. Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) wurde Fünfter vor Maksymilian Palmowski (SP Race Project). Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben), Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben), Tom Kuil (RT Motorsports) und Jay Jay den Hoed (Team SWPN) komplettierten die Top Ten.

Luis Rammerstorfer (Freudenberg RORA PALIGO Racing) musste im zweiten Rennen seine zwei Long Lap Penalties aus dem Zwischenfall vom Samstag absolvieren und kam auf Rang 13 ins Ziel.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  2. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  3. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  4. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  5. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

DTM: Jules Gounon holt Pole mit neuem Qualifyingrekord

Kaum einer hatte Jules Gounon auf der Rechnung, doch am Sonntagmorgen schlug der Franzose beim zweiten DTM-Qualifying auf dem Nürburgring zu. Mit einer Blitzrunde von 1:25,062 Minuten fuhr der Mercedes-AMG-Pilot nicht nur Bestzeit, sondern stellte auch einen neuen Qualifyingrekord auf. Für den 31-Jährigen ist es die zweite Pole-Position in der DTM.

Jules Gounon, Mercedes-AMG #48
Foto: Jens Hawrda

"Nach dem Rennen am Samstag war ich wirklich frustriert. Meine Mechaniker und mein Ingenieur haben dann ein kleines Problem am Differential gefunden und vor dem Qualifying behoben. Danach hat sich das Auto unglaublich gut angefühlt. Ich habe sogar über Funk gesagt: Wenn das jetzt nicht für ganz vorne reicht, verstehe ich den Motorsport nicht mehr. Diese Pole fühlt sich wie eine riesige Erleichterung an", sagte Gounon, der sich zudem über die drei Punkte als Sieger des Pirelli Pole Position Awards freute.

Ben Dörr belegte im McLaren 720S Evo mit einem Rückstand von 0,113 Sekunden Platz zwei. "Am Samstag waren wir schon stark und haben das Podium nur knapp verpasst. Die Ausgangslage fürs zweite Rennen ist nochmal besser, mit den zwei Boxenstopps wird es aber eine große Herausforderung für uns. Denn einige Konkurrenten haben nach ihren Ausfällen am Samstag noch einen frischen Reifensatz in der Hinterhand." Der Gewinner des Samstagsrennens, Matteo Cairoli, wurde im Ferrari 296 GT3 Evo Dritter. Platz vier ging an den Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim. Spitzenreiter Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Ravenol sicherte sich Position fünf.

Das Zeittraining wurde am Sonntagmorgen bei 20 Grad Celsius gestartet. Zunächst brachten die Fahrer ihre Pirelli-Slicks auf die ideale Arbeitstemperatur, ehe sie am Ende der 20-minütigen Session auf Zeitenjagd gingen. Dabei wechselte die Führung annähernd im Sekundentakt. Erst lag Thiim an die Spitze, eine halbe Minute vor Schluss übernahm Gounon mit der Bestzeit die Führung. Kurz danach schoben sich Dörr und Cairoli an Thiim vorbei und sicherten sich die Plätze zwei und drei. Auf dem Eifelkurs lag das Feld erneut dicht zusammen: Den ersten und den letzten Fahrer trennten nur 0,822 Sekunden.

Ergebnis Qualifikation, 12. Saisonlauf, Nürburgring (Top-Five)

1. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), 1:25.062 Minuten

2. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport), +0.113 Sekunden

3. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +0.140 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0.158 Sekunden

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0.187 Sekunden

Quelle: dtm.com

Samstag, 15. August 2026

EuroMoto Superbike: Twan Smits schreibt seine eigene Assen-Story

Twan Smits, Yamaha R1 #85 holt sich die Pole beim Heinrennen
Foto: Jens Hawrda

Nach dem Superpole Pre-Practice am Freitag standen die ersten sechs Fahrer für die finale SP2-Qualifikation bereits fest. Drei weitere Plätze wurden am Samstagmittag in der SP1 vergeben. Bei der Jagd auf die Positionen in der Startaufstellung für die beiden EURO MOTO Superbike-Rennen am Sonntag gab es jede Menge Überraschungen.

„Beim Heimrennen auf der Pole Position zu stehen, ist schon etwas ganz Besonderes“, schwärmte Twan Smits (Apreco-Yamaha) als Sieger in der Zeitenliste. „Vor einem Jahr war das noch ein Traum.“ Der 22-jährige Niederländer hat die einzige Yamaha im ganzen Feld.

Eine offene Frage bleibt allerdings: Wie wird seine verletzte Hand die Belastung über 15 Rennrunden auf dem TT Circuit verkraften? Vor zwei Wochen war der Niederländer in den Massencrash von Oschersleben verwickelt gewesen. Sein Motorrad wurde dabei spektakulär zerstört. Die Yamaha ist wieder gerichtet, doch die Hand ist noch nicht wieder in Ordnung. Für die medizinische Betreuung von Smits ist in Assen entsprechendes Personal vor Ort. Er wird die Zähne zusammenbeißen, um zwei Rennen durchzustehen.

Lukas Tulovic (Triple M Ducati Frankfurt) hatte sich in der SP2 an das Hinterrad der Yamaha geklemmt, doch Smits stach den Titelverteidiger aus und war am Ende sieben Hundertstelsekunden schneller als der Ducati-Fahrer aus Baden-Württemberg.

Auch der Weg von Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) führte in die erste Startreihe. Der Deutsche kennt den TT Circuit Assen noch aus seiner Zeit in der Supersport-Weltmeisterschaft. „Die erste Startreihe war das Ziel. Twan hat auf dem Kurs einen Bonus“, meint der schnellste BMW-Fahrer und fügt hinzu: „Nach dem schwierigen Samstag mit den verschiedenen Wetterverhältnissen ist der dritte Startplatz okay. Ich denke, dass morgen das Reifenthema eine große Rolle spielt. Welche Mischung genommen wird und wie lange sie auf der Distanz hält.“

Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), der mit klaren Siegesambitionen in die Niederlande gereist war, steht dagegen vor einer kniffligen Ausgangslage. Für den vierfachen Meister reichte es nur zum vierten Startplatz. Noch größer fiel die Überraschung bei Florian Alt aus. Der Honda-Pilot verpasste in der SP1 den Sprung in die finale Qualifikationsrunde und startet am Sonntag lediglich von Position zehn. Alt nahm das Ergebnis gelassen. „Wir straucheln mit dem Grip. Assen war noch nie wirklich unsere Strecke. Der Temperatursturz von 15 Grad hat es nicht besser gemacht. Das ist jetzt eben so.“

EURO MOTO Superbike, Qualifying (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

4. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

7. Jan MOHR (AUT/BMW)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Kevin ORGIS (GER/BMW)

10.Florian ALT (GER/Honda

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Sportbike: Bijman gewinnt Heimkrimi, irrer Start von Buis

Ruben Bijmann, Triumph Daytona 660 #17
Foto: Jens Hawrda

Was für ein erstes Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa Paligo Racing) feierte vor heimischem Publikum seinen ersten Sieg. Gaststarter Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) machte das Rennen zusätzlich spektakulär. Der Niederländer startete vom letzten Platz und führte schon nach der ersten Runde. Am Ende fehlten ihm gerade einmal 0,035 Sekunden zum Sieg. Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) meldete sich mit Rang drei auf dem Podium zurück.

Dabei gehörte die erste Runde ganz klar Buis. Weil er die Qualifikationsvorgabe am Samstagmorgen nicht erfüllt hatte, musste der WM Fahrer vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Was dann folgte, überraschte selbst ihn. Buis erwischte einen Blitzstart, lag schon nach der vierten Kurve auf Rang vier und kam nach der ersten Runde tatsächlich als Führender zurück. 16 Plätze in nur einer Runde.

„Ich war selbst überrascht, nach dem Start so schnell von ganz hinten nach ganz vorne zu kommen. Das war eine verrückte erste Runde“, sagte Buis. Einfach wurde es danach allerdings nicht. „Auf den Geraden hatte ich mit der Suzuki nicht so viel Power, dafür konnte ich in den Kurven immer wieder aufholen. Das war richtig gut.“

Vorne bildete sich schnell eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Buis, Bijman, Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und Rosenthaler. Vor allem Bijman zeigte sich stark auf der Bremse und hielt bei den Attacken immer wieder dagegen. Die Führung wechselte mehrfach. Nach Buis übernahm zunächst Bijman, zur Rennhälfte lag Zuda vorne und wenig später setzte sich Kitzbichler an die Spitze.

In den letzten Runden rückten die fünf Fahrer noch einmal eng zusammen. Zwei Runden vor Schluss schob sich Buis an Zuda vorbei. Auch Rosenthaler machte noch einmal Druck und brachte sich in Position für das Finale.

Dann kam die letzte Runde. Bijman setzte die entscheidende Attacke gegen Kitzbichler und ging vorbei. Buis versuchte ebenfalls sein Glück. Kitzbichler hielt dagegen, bremste spät und sein Motorrad schaukelte sich auf. Der Österreicher konnte einen Sturz verhindern, musste allerdings über den grünen Bereich neben der Strecke ausweichen und fiel auf Rang fünf zurück.

Bijman nutzte die Chance und brachte seinen ersten Sieg in der Sportbike Klasse mit gerade einmal 0,035 Sekunden Vorsprung vor Buis ins Ziel. „Es hat sich richtig gut angefühlt, einen großen Teil des Rennens vorne zu fahren. Ich habe mich auf dem Motorrad sehr stark gefühlt und schon ab der dritten Runde gemerkt, dass heute wirklich etwas drin ist. Am Ende wurde es noch einmal ein richtig harter Kampf. Umso schöner ist es, dass es endlich mit meinem ersten Sieg geklappt hat und dann auch noch hier zu Hause in Assen“, freute sich Bijman.

Rosenthaler wieder auf dem Podium

Hinter den beiden Niederländern meldete sich Rosenthaler zurück. Der Österreicher setzte in der Schlussphase noch einmal alles daran, wichtige Punkte im Titelkampf mitzunehmen und überquerte die Ziellinie als Dritter. Gerade einmal 0,425 Sekunden fehlten ihm auf Buis. Zuda folgte nur elf Tausendstelsekunden dahinter auf Rang vier. Damit kamen die ersten vier Fahrer innerhalb von weniger als einer halben Sekunde ins Ziel.

Für Rosenthaler war das Podium nach den vergangenen schwierigen Wochen besonders wichtig. „Es ist keine leichte Zeit, nach der Verletzung wieder zurück zu meiner alten Stärke zu kommen. In Oschersleben hatte ich noch viel mit Schmerzen zu kämpfen. Leider ist auch dieses Wochenende mit den zwei Stürzen nicht optimal gestartet. Jetzt trotzdem wieder auf dem Podium zu stehen, ist endlich wieder Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Österreicher.

Meisterschaftsführer Zuda verpasste das Podium als Vierter zwar knapp, sammelte aber weitere 16 Punkte. Kitzbichler rettete nach seiner Schrecksekunde in der letzten Runde noch Rang fünf. Die schnellste Rennrunde ging ebenfalls an ihn. In Runde fünf fuhr Kitzbichler eine 1:45,447 Minuten und war damit der schnellste Fahrer im Rennen.

Dahinter setzte sich Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) im niederländischen Kampf der Verfolger durch und wurde Sechster vor Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben) und Tom Kuil (RT Motorsports). Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) fuhr über weite Strecken allein auf Rang neun und brachte diese Position auch ins Ziel. Er war mit dem Ergebnis weder zufrieden, noch hatte er im Rennen überhaupt ein Gefühl für sein Vorderrad und sein Bike, erklärte nach dem Rennen. Maksymilian Palmowski (SP Race Project) komplettierte die Top Ten.

Pech hatte Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa Paligo Racing). In Runde neun kam es zur Kollision mit Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben). Beide konnten weiterfahren, verloren aber viel Zeit. Kooistra wurde 14., Rammerstorfer kam auf Rang 17 ins Ziel. Nach dem Rennen folgte für Rammerstorfer noch eine Strafe: Die Stewards bewerteten sein Manöver als zu ambitioniert. Im zweiten Rennen am Sonntag muss er deshalb zwei Long Lap Penalties absolvieren.

EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)

  1. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  2. Jeffrey BUIS (#G6/NLD), Suzuki GSX 8R
  3. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  4. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  5. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  6. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  10. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann