Sonntag, 5. Juli 2026

König vom Norisring: Nicki Thiim feiert perfektes Wochenende in Nürnberg

  • Aston-Martin-Pilot holt mit 66 Zählern maximale Punkteausbeute
  • Finn Wiebelhaus feiert zweites Podium in seinem achten DTM-Lauf
  • Rennwochenende in Nürnberg mit 118.500 Besuchern ausverkauft

Nach seinem zweiten Saisonsieg ist Nicki Thiim neuer Spitzenreiter der DTM
Foto: ADAC-Motorsport

Traumwochenende für Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) auf dem ausverkauften Norisring: Der Aston-Martin-Fahrer gewann nach seinem Sieg am Samstag auch das Sonntagsrennen von der Pole-Position aus und übernahm nach diesem Doppelschlag die Tabellenführung in der DTM. „Ein unglaubliches Wochenende für mich! Zwei Pole-Positions und zwei Siege fühlen sich wie ein Traum an. Es war immer mein großes Ziel, nach meinem Vater im Jahr 1992 den Namen Thiim eines Tages wieder an die Tabellenspitze der DTM zu bringen. Finn Wiebelhaus hat mich im Verlauf des Rennens unfassbar unter Druck gesetzt. Da hat mir meine Erfahrung sicher geholfen“, sagte der Däne, der seinen Siegerpokal vom Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern Dr. Markus Söder entgegennahm. Auch Road-to-DTM-Aufsteiger Finn Wiebelhaus (Obertshausen/HRT Ford Racing) zeigte auf dem Stadtkurs in Nürnberg eine Top-Leistung. Mit einem Rückstand von 0,887 Sekunden wurde er im Ford Mustang GT3 Zweiter und stand damit bereits zum zweiten Mal in seiner Rookie-Saison auf dem Treppchen. Das Podium komplettierte Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der sich von Startplatz fünf auf Rang drei vorarbeiten konnte.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 8 von 16

  • Streckenlänge: 2.162 Meter
  • Wetter: 26 Grad, bewölkt
  • Pole-Position: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7), 48,449 Sekunden
  • Sieger: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7)
  • Schnellste Runde: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80), 49,242 Sekunden

Kurz nach dem Start des Sonntagsrennens begann es auf dem Norisring leicht zu regnen. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Fahrer mit Slicks unterwegs. Pole-Setter Thiim führte vor Wiebelhaus, dessen Teamkollegen Arjun Maini (IND) und Auer. Stärker werdende Niederschläge sowie eine Kollision zwischen Ferrari-Pilot Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) und Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) im Lamborghini Temerario GT3 sorgten nach gut zehn Minuten für eine 14-minütige Rennunterbrechung. Nach dem Re-Start ging das Feld mit Regenreifen erneut auf die 2,162 Kilometer lange Strecke. Dabei nutzte Auer eine Unaufmerksamkeit von Maini und schob sich auf Rang drei vor.

Kurz danach hörte der Regen auf und die Fahrer ließen beim ersten Pflicht-Boxenstopp wieder Slicks aufziehen. Wiebelhaus, der etwas früher seine Reifen gewechselt hatte, attackierte in den folgenden Runden Spitzenreiter Thiim. Der 37-Jährige wehrte im Aston Martin Vantage GT3 jedoch jeden Angriff ab, konnte seinen Vorsprung wieder ausbauen und lag nach einem perfekten zweiten Boxenstopp klar in Führung. Nach 62 Runden überquerte Thiim als Sieger die Ziellinie und verbuchte durch diesen Erfolg die maximale Punkteausbeute des Wochenendes von 66 Zählern. Dieses Kunststück gelang zuletzt dem Porsche-Piloten Thomas Preining (A/Manthey) beim Saisonfinale 2023 in Hockenheim. Wiebelhaus und Auer folgten auf den Plätzen zwei und drei, Maini wurde trotz mäßiger Boxenstopps Vierter. Der fünfte Rang ging an Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter).

Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing) steuerte seinen Ferrari 296 GT3 Evo auf Position sechs. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) konnte als Siebter fünf Plätze gutmachen und liegt damit in der Gesamtwertung hinter Thiim und vor Auer auf Rang zwei. Porsche-Pilot Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) verbesserte sich sogar um sieben Positionen und belegte Platz acht vor seinem Markenkollegen Preining. Lokalmatador Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) bewies bei seinem Heimspiel großen Kampfgeist und fuhr vom 18. auf den zehnten Rang vor.

Weitere Stimmen zum Rennen

Finn Wiebelhaus: „Ich hätte unfassbar gerne gewonnen, aber ein zweiter Platz an meinem ersten Rennwochenende auf dem Norisring ist auch ein super Ergebnis. Die ersten Runden auf der nassen Fahrbahn waren wirklich herausfordernd. Nach dem ersten Boxenstopp konnte ich richtig dicht an Nicki Thiim heranfahren, aber ich bin einfach nicht an ihm vorbeigekommen.“

Lucas Auer: „Der dritte Platz fühlt sich wie ein Sieg an. Der Regen zu Beginn hat mir voll in die Karten gespielt, denn direkt nach dem Re-Start konnte ich Arjun Maini überholen. Für die Fans war es ein tolles Rennen. Es hat großen Spaß gemacht, vor einer so großen Kulisse zu fahren. Und ich hoffe, dass die vielen Zuschauer unsere Show genossen haben.“

Ergebnis, 8. Meisterschaftslauf, Norisring

1. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing)

2. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing), +0,887 Sekunden

3. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +5,753 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), +8,417 Sekunden

5. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +9,178 Sekunden

Thiim legt nach: Däne macht nächste Pole auf dem Norisring klar

#7 Nicki Thiim (DNK / Aston Martin Vantage GT3 / Comtoyou Racing)
Foto: ADAC-Motorsport

Auf Deutschlands einzigem Stadtkurs führt kein Weg an Nicki Thiim vorbei. Der Aston-Martin-Pilot war auch im zweiten Qualifying am Sonntagmorgen mit einer Rundenzeit von 48,583 Sekunden schnellster Fahrer und steht damit beim vierten DTM-Rennwochenende in Nürnberg zum zweiten Mal auf Startplatz eins.

"Was für ein überragender Start in den Tag. Es macht mir einfach riesigen Spaß, auf dem Norisring zu fahren. Die Strecke hat nur vier Kurven. Aber genau deswegen kommt es darauf an, die Bremspunkte perfekt zu treffen und maximal am Limit zu fahren", erklärte Thiim, der mit seiner Gruppe das Zeittraining eröffnet hatte. Finn Wiebelhaus war mit 48,694 Sekunden Schnellster der zweiten Gruppe, die danach in die Qualifikation gestartet war. Damit steht der 20-Jährige bereits zum zweiten Mal mit dem Ford Mustang GT3 in der ersten Startreihe. Arjun Maini folgt im Ford Mustang GT3 auf Rang drei, Ben Dörr sicherte sich im McLaren 720S GT3 Evo Position vier. Lucas Auer geht wie bereits am Samstag von Rang fünf in den achten Meisterschaftslauf.

Thiim war am Sonntagmorgen bei 20 Grad Celsius Lufttemperatur der dominierende Fahrer seiner Gruppe, die um 9:10 Uhr das Qualifying auf dem Norisring einläutete. Der 37-Jährige fuhr mehrere Top-Zeiten und markierte die Bestmarke gut eine Minute vor Schluss. Danach startete die zweite Gruppe, in der Wiebelhaus bereits in seinem achten Umlauf die beste Rundenzeit gelang.

Am Norisring wurden die Qualifyings auf der engen und welligen Strecke in zwei Gruppen ausgetragen. Als insgesamt schnellster Fahrer steht Thiim auf Startplatz eins, neben ihm geht Wiebelhaus als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Maini als Zweitschnellster der Gruppe des Pole-Setters folgt als Dritter, mit Dörr auf Position vier wird wieder zur anderen Gruppe gewechselt. Die Startreihenfolge ergibt sich bis auf den Pole-Setter nicht nur aus den gefahrenen Zeiten, sondern aus den Positionen nach den Zeittrainings.

Startaufstellung, 8. Saisonlauf, Norisring (Top-Five)

1. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing)

2. Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing)

3. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing)

4. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport)

5. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf)


Quelle: dtm.com


DTM: Max Paul nach schwerem Unfall operiert, auch Kelvin van der Linde kurz im Krankenhaus

Nach dem schweren Unfall am Samstag am Norisring wurde Maximilian Paul und auch Kelvin van der Linde ins Krankenhaus gebracht.

Kelvin van der Linde konnte das Krankenhaus zwischenzeitlich wieder verlassen. "Wir hatten gestern lange Untersuchungen, er war fast fünf Stunden im Krankenhaus", sagt Teamchef Torsten Schubert bei ran.de. "Am Ende hat sich Gott sei Dank herausgestellt, dass nichts angebrochen ist. Zwischendurch gab es noch ein paar Äußerungen, aber wir haben immer viele Informationen bekommen - aber es ist am Ende so, dass alles mit Prellungen ausgegangen ist."

Kelvin van der Linde habe einen "verstauchten Fuß, denn die Pedaleriebox - und alles - hat sich zusammengefaltet". Zum Glück sei alles den Umständen entsprechend glimpflich ausgegangen - und das Team geht davon, "dass er bereits in zwei Wochen beim Test in Oschersleben wieder mit dabei ist" 

Im Rennen am Sonntag wird Kelvin van der Linde nicht teilnehmen.

Schwerer erwischt hat es Maximilian Paul. "Er hat eine große Verletzung im linken unteren Fuß", gibt Teamchef Gottfried Grasser am Sonntagmorgen ein Update zur Lage. "Wir haben direkt vom Krankenhaus die Information erhalten, dass es Max den Umständen entsprechend gut geht. Er wurde in der Nacht operiert und hat eine Verletzung im unteren Fußbereich, die verschraubt werden musste. Die Umstände sind sicher nicht einfach, aber bei der Operation ist alles gut verlaufen - das ist das Wichtigste", stellt er klar.

Aufgrund der schwere der Verletzungen wird Maximilian Paul i dieser Saison möglicherweise nicht mehr zum Einsatz kommen. "Das ist eine Rennfahrer-Geschichte, weil der linke Fuß der Bremsfuß ist", klärt Grasser auf. "Die Jungs müssen ja mit 130 Kilo drücken können. Daher muss die Genesung anständig sein, damit das wieder anständig verheilt."

Wir drücken Maximilian Paul fest die Daumen das der Heilungsprozess schnell und vollständig erfolgt.

 

Samstag, 4. Juli 2026

ADAC GT4 Germany: Porsche-Doppelsieg im Samstagsrennen auf dem Norisring

  • Robinson/Berndt holen ersten Saisonsieg für Porsche und gewinnen auch Junior-Wertung
  • AVIA W&S-Teamkollegen Gabbay/Schreyer knapp geschlagen
  • Toyota-Duo Cartelle/Schwartz mit erstem Podium 2026

Doppelsieg für die Porsche von AVIA W&S Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Großer Jubel im Porsche-Lager nach dem Samstagslauf der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring. In einem unterhaltsamen und actionreichen Rennen triumphierten Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS) vor ihren AVIA W&S Motorsport-Teamkollegen Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg). Nach BMW und Aston Martin konnte sich nun im dritten Saisonrennen die dritte Marke in die Siegerliste eintragen. Das Podium auf dem Norisring komplettierten Lucas Cartelle (18/BEL) und Hudson Schwartz (17/USA, beide CRT) im Toyota GR Supra GT4. Für Berndt/Robinson gab es gleich doppelten Grund zur Freude: Sie führen erstmals in ihrer ADAC GT4 Germany-Karriere die Tabelle an.

Robinson konnte das Rennen im 718 Cayman GT4 bereits von der Pole-Position aus aufnehmen. Der Australier setzte sich zunächst auch leicht vom restlichen Feld ab. Lediglich Markenkollege Schreyer konnte ihm im Anschluss folgen. Stark präsentierte sich in der ersten Rennhälfte aber auch ADAC GT4 Germany-Rekordsieger Gabriele Piana (39/ITA), der im BMW M4 GT4 von FK Performance Motorsport von Startplatz sechs bis auf die dritte Position nach vorne fuhr. Gegen die beiden führenden Porsche konnte Piana jedoch nichts ausrichten.

Auch nach den obligatorischen Boxenstopps mit Fahrerwechsel blieb die Reihung auf den ersten drei Plätzen zunächst gleich. Dann drehte aber Benjamin Sylvestersson (19/FIN), der für Piana in den BMW stieg auf - und machte Druck auf Gabbay, der von Schreyer übernommen hatte. Mit einem sehenswerten Ausbremsmanöver bei der Anfahrt auf die Spitzkehre konnte Sylvestersson schließlich Platz zwei übernehmen. Nach und nach kam er auch an den führenden Denny Berndt heran, der zu Rennmitte ins Cockpit von Robinson gestiegen war. In der vorletzten Runde gab es jedoch den Rückschlag für den Finnen. Ein Reifenschaden verhinderte seinen weiteren Vormarsch und ließ ihn bis auf die neunte Position zurückfallen. Somit fuhren Berndt/Robinson zu einem ungefährdeten Laufsieg und konnten sich auch über den Triumph in der Junior-Wertung freuen. Hinter Gabbay überquerte Toyota-Pilot Hudson Schwartz auf der dritten Position die Ziellinie. Schwartz und sein Teamkollege Cartelle waren über das gesamte Rennen in unzählige Duelle verwickelt und mussten somit hart für das erste Podium ihres belgischen Rennstalls CRT kämpfen.

Luis Moser (17/AUT) und Luca Link (22/Günzburg, beide FK Performance Motorsport) beendeten das Rennen in einem weiteren BMW auf Platz vier vor Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim, beide Prosport Racing) im Mercedes-AMG GT4 sowie Linus Hahne (22/Oelde) und Philip Wiskirchen (21/Euskirchen, beide ME Motorsport, BMW). Rang sieben ging an Gianni van de Craats (20/NED) und Victor Nielsen (19/DEN, beide FK Performance Motorsport, BMW), BMW) gefolgt von Jan Philipp Springob (25/Olpe) und Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, beide COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4. Die Top Zehn komplettierten Marius Schmid (18/Tengen) und Alex Connor (22/GBR, beide BWT Mücke Motorsport, Mercedes-AMG). Schmid machte somit auch den Triumph in der Rookie-Wertung klar. Den Erfolg in der PRO-AM-Wertung sicherten sich Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (19/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport) im Porsche.

Stimmen zum Rennen

Lachlan Robinson – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Ich könnte nicht glücklicher sein. Natürlich reisen wir hier alle an, um zu gewinnen. Doch uns ist es dieses Mal gelungen. Wir freuen uns sehr über das Resultat und versuchen morgen alles, um direkt noch einmal vorne zu sein.“

Denny Berndt – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Hier zu gewinnen, ist natürlich super. Somit werden wir heute auch gemeinsam ein wenig feiern. Wir starten das Sonntagsrennen ebenfalls aus der ersten Reihe und wollen dann direkt noch einmal nachlegen. Hoffentlich gelingt uns dann erneut ein gutes Resultat.“

Maximilian Schreyer – Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Der Ergebnis fühlt sich mega an. Der Norisring ist eine meiner Lieblingsstrecken - denn hier zu fahren, ist immer speziell. Das Rennen lief für uns recht gut. Wir hatten aber auch ein wenig Glück, als der BMW kurz vor Schluss zurückfiel. In Summe sind wir richtig happy mit unserer Performance.“

Alon Gabbay – Platz zwei für AVIA W&S Motorsport

„Es ist mein erstes Podium auf dem Norisring. Darauf habe ich wirklich lange hingearbeitet. Somit ist für mich gerade alles extrem emotional. Morgen starte ich von der Pole-Position. Dann möchten wir uns den Sieg holen.“

Lucas Cartelle – Platz drei für CRT

„Ein Podium tut einfach immer gut, insbesondere da wir am Red Bull Ring einen schlechten Saisonstart hatten. Nun konnten wir gute Punkte für die Meisterschaft einfahren. Hoffentlich können wir im Sonntagsrennen direkt das nächste Podium erzielen.“

Hudson Schwartz – Platz drei für CRT

„Lucas hat in der ersten Rennhälfte klasse vorgelegt. Als ich dann ins Auto stieg, fokussierte ich mich darauf, auf die vor mir fahrenden Fahrzeuge aufzuschließen. Natürlich sind wir super glücklich über den dritten Platz. Danke an Toyota und an unser Team.“

Historischer Erfolg: Thiim holt auf dem ausverkauften Norisring ersten DTM-Sieg für Aston Martin

  • Norisring beim siebten DTM-Rennen am Samstag ausverkauft
  • Maro Engel belegt Rang zwei und übernimmt die Tabellenführung
  • Arjun Maini feiert erstes Podium mit dem Ford Mustang GT3

Riesenjubel bei Nicki Thiim über seinen zweiten DTM-Sieg
Foto: ADAC-Motorsport

Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) ist auf dem Norisring wieder zur Höchstform aufgelaufen. Der Däne gewann am Samstag den siebten Meisterschaftslauf auf dem ausverkauften Stadtkurs in Nürnberg und sorgte damit für den ersten Sieg von Aston Martin in der DTM. Für Thiim war es der zweite Erfolg, schon 2024 gewann er auf dem Norisring. Der Däne dominierte das Rennen von Beginn an und überquerte nach 63 Runden als Erster die Ziellinie. „Den ersten DTM-Sieg für Aston Martin ausgerechnet auf meiner Lieblingsstrecke am Norisring zu holen, fühlt sich unglaublich an. Dieser Moment ist für mich schon jetzt das Highlight des Jahres. Das Rennen wurde zwischenzeitlich unterbrochen, das war eine große mentale Herausforderung. Umso glücklicher bin ich über den Erfolg“, sagte der 37-Jährige. Mit einem Rückstand von 0,587 Sekunden belegte Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) Rang zwei. Damit übernahm der Routinier die Führung in der Fahrerwertung. Ford-Pilot Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) belohnte sich als Dritter für eine erneut starke Leistung mit dem ersten Podiumsplatz der Saison.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

  • Streckenlänge: 2.162 Meter
  • Wetter: 23 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7), 48,449 Sekunden
  • Sieger: Nicki Thiim (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7)
  • Schnellste Runde: Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 #22), 48,830 Sekunden

Pole-Setter Thiim konnte nach dem Start am Samstagmittag seine Führung behaupten und kontrollierte das Feld von der Spitze aus. Engel und Maini folgten auf den Positionen zwei und drei. Während Engel und Maini ihre Pflicht-Boxenstopps sehr früh absolvierten, holte sich Thiim erst spät neue Pirelli-Slicks und kam als Spitzenreiter wieder vor Mercedes-Pilot Engel auf die Strecke. Dahinter lieferten sich Maini und Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) ein packendes Duell, das der Inder für sich entscheiden konnte.

Kurz danach ereignete sich in Runde 34 ein Unfall zwischen Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) und Maximilian Paul (Dresden/TGI Team by GRT). Der Lamborghini von Paul traf den BMW von van der Linde in der ersten Kurve – der Unfall hatte wegen notwendiger Reparaturen der Streckenbegrenzung eine knapp einstündige Unterbrechung zur Folge. Während van der Linde nach erster Diagnose unverletzt blieb, wurde Paul mit Verdacht auf eine Unterschenkelfraktur ins Krankenhaus eingeliefert.

Nach dem Re-Start änderte sich die Reihenfolge der Top-Vier bis ins Ziel nicht mehr. Hinter Thiim, Engel, Maini und Auer wurde Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing) im Ferrari 296 GT3 Evo Fünfter. Finn Wiebelhaus (Obertshausen/HRT Ford Racing) sicherte sich im zweiten Ford Mustang GT3 Rang sechs. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) beendete den siebten Meisterschaftslauf auf Position sieben. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) wurde als bester Lamborghini-Pilot Achter. Thomas Preining (A/Manthey) war kurz vor dem Unfall mit seinem Porsche 911 GT3 R zum Reifenwechsel gefahren und verbesserte sich durch den Boxenstopp während der Full-Course-Yellow-Phase um mehrere Plätze auf Rang vier. Der Österreicher konnte diese Position jedoch nicht halten und kam als Neunter ins Ziel. Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) komplettierte im McLaren 720S GT3 Evo die Top Ten.

Weitere Stimmen zum Rennen

Maro Engel: „Ein gutes Rennen von uns mit einem super Ergebnis! Nicki Thiim war einfach schneller und hat verdient gewonnen. Nach seinem Boxenstopp habe ich alles probiert, weil seine Reifen noch nicht ganz auf Temperatur waren. Ich bin nähergekommen, konnte den Abstand aber nicht entscheidend verkürzen.“

Arjun Maini: „Es ist bereits mein zweites Norisring-Podium, darüber bin ich sehr glücklich. Entscheidend für den dritten Platz war mein Manöver gegen Lucas Auer. Dabei haben sich unsere Fahrzeuge ein wenig berührt, aber das gehört zu den Rennen in der DTM dazu. Wir haben diese Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht, hoffentlich folgt bald auch mein erster Sieg.“

Ergebnis, 7. Meisterschaftslauf, Norisring (Top-Five)

1. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing)

2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0,587 Sekunden

3. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing), +3,182 Sekunden

4. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +11,346 Sekunden

5. Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing), +12,237 Sekunden


DTM : Thiim schlägt wieder zu - Pole mit neuem Qualifying-Rekord

Der Norisring ist für Nicki Thiim, ein gutes Pflaster. Der Däne fuhr am Samstagmorgen beim ersten Zeittraining mit 48,449 Sekunden die schnellste Runde und stellte gleichzeitig einen neuen Qualifying-Rekord auf. Damit steht der Aston-Martin-Pilot, der auf dem Stadtkurs in Nürnberg seinen bisher einzigen DTM-Sieg feierte, zum zweiten Mal in dieser Saison auf der Pole-Position.

Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim bestätige auf dem Norisring seine starke Form
Foto: ADAC-Motorsport

"Ich liebe es, auf dem Norisring zu fahren. Ein paar Mal habe ich die Mauern berührt, aber das gehört dazu und hat mir einen Extrakick gegeben. Das Feld liegt extrem eng zusammen. Daher muss man alles auf den Punkt bringen und voll am Limit fahren", sagte Thiim, der die Bestzeit in Startgruppe zwei erzielte. Schnellster der Gruppe eins, die das Qualifying eröffnet hatte, war Maro Engel. Der Mercedes-AMG-Fahrer geht damit von Platz zwei aus in das siebte DTM-Saisonrennen. In der zweiten Reihe folgen Arjun Maini im Ford Mustang GT3 und Engels Markenkollege Lucas Auer auf den Rängen drei und vier. Position fünf sicherte sich Jules Gounon in einem weiteren Mercedes-AMG GT3.

Bei Temperaturen von 18 Grad Celsius startete am Samstagmorgen um 9:35 Uhr die erste Gruppe in das Zeittraining auf dem Norisring. Einer der aktivsten Fahrer war Routinier Engel, der in seinem 20. Umlauf mit 48,463 Sekunden die Top-Runde fuhr und damit den Qualifying-Rekord aus dem Vorjahr unterbot. Danach ging die zweite Gruppe auf die 2,162 Kilometer lange Strecke. Thiim tastete sich immer näher an die Bestzeit heran und setzte knapp drei Minuten vor dem Ende die Bestmarke.

Am Norisring werden die Qualifyings auf der engen und welligen Strecke in zwei Gruppen ausgetragen. Als insgesamt schnellster Fahrer steht Thiim auf Startplatz eins, neben ihm geht Engel als Erster der anderen Gruppe von Rang zwei aus ins Rennen. Dahinter geht es abwechselnd weiter: Maini folgt auf Platz drei, Auer auf Rang vier und Gounon auf der fünften Position.

Startaufstellung, 7. Saisonlauf, Norisring (Top-Five) 

1. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing)

2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol)

3. Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing)

4. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf)

5. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter)

Quelle: dtm.com


ADAC GT4 Germany: Zweimal Pole-Position für Porsche am Norisring

Lachlan Robinson und Alon Gabbay von AVIA W&S Motorsport sichern sich jeweils die ersten Startplätze für die beiden Rennen der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring. Porsche, Mercedes-AMG, Toyota und Ginetta in den ersten beiden Startreihen.

#31 Lachlan Robinson / Denny Berndt / Porsche 718 Cayman GT4 RS CS / AVIA W&S Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Spannende Action in den beiden Qualifikationen der ADAC GT4 Germany beim zweiten Rennwochenende auf dem Norisring. In zwei intensiven Sessions auf dem 2,162 Kilometer langen Stadtkurs im Süden Nürnbergs setzte sich letztendlich Porsche durch. Lachlan Robinson (22/AUS) holte im 718 Cayman GT4 von AVIA W&S Motorsport die Pole-Position für das Samstagsrennen. Mannschaftsgefährte Alon Gabbay (22/ISR) wird Lauf zwei am Sonntag von ganz vorne beginnen.

„Nach dem Training am Freitag war uns klar, dass wir hier stark sein würden und in der Qualifikation eine Rolle spielen könnten“, meinte Robinson, der sich den Porsche mit Denny Berndt (21/Berlin) teilt, nach seiner Quali-Runde von 52,866 Sekunden. „Im Rennen gilt es dann zunächst vorsichtig zu agieren, da es hier nicht wirklich viele Auslaufzonen gibt. Somit kann viel passieren. Durch die Qualifikation haben wir nun schon mal die beste Ausgangslage. Mal sehen, wie es ausgeht.“

Mit einem Rückstand von lediglich 0,060 Sekunden ging Platz zwei in der ersten Qualifikation an die Teamkollegen Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg), wobei Schreyer die Session bestritt. Dritte wurden Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim, beide Prosport Racing), die 0,401 Sekunden zurücklagen. Dahinter folgten Lucas Cartelle (18/BEL) und Hudson Schwartz (17/USA, beide CRT) im Toyota GR Supra GT4.

Auch nach der Qualifikation für das Sonntagsrennen wurde bei AVIA W&S Motorsport mächtig gejubelt. Drei Porsche des Rennstalls aus Baden-Württemberg platzierten sich auf den ersten drei Positionen. Mit einer Zeit von 52,951 Sekunden schnappte sich Alon Gabbay die Pole-Position. „Die Freude ist natürlich riesig, da ich zum ersten Mal überhaupt vom ersten Startplatz aus in der ADAC GT4 Germany losfahren werde“, strahlte Gabbay. „Wir haben nun eine sehr gute Ausgangslage für beide Rennen und werden richtig Gas geben. Unser klares Ziel sind zwei Siege.“

Denny Berndt beendete die zweite Qualifikation mit knappen 0,033 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Dritte wurden die Teamkollegen Hendrik Still (38/Kempenich) und Tim Horrell (35/USA), die 0,204 Sekunden zurücklagen. Die Top Vier komplettierten Alexzander Kristiansson (26/SWE) und Erik Bertilsson (25/SWE, beide KRT Racing) in der Ginetta G56 GT4.

Das Samstagrennen der ADAC GT4 Germany wird um 15:10 Uhr gestartet und auf youtube.com/adacmotorsports, SPORT1.de, ServusTV On und Joyn vollumfänglich im Livestream gezeigt.

Quelle: adac-motorsport.de


ADAC GT4 Germany: Mercedes-AMG mit Tagesbestzeit auf dem Norisring

Marek Böckmann von Prosport Racing markierte im zweiten freien Training der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring die Spitze. Mit Mercedes-AMG, Porsche, BMW und Toyota fuhren Fahrzeuge von vier Marken auf die ersten fünf Plätze.

#26 Marek Böckmann / Roman Fellner-Feldegg / Mercedes-AMG GT4 / Prosport Racing
Foto: ADAC-Motorsport

Im zweiten freien Training der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring ging es richtig eng zur Sache. In einer spannenden Session lag am Ende Marek Böckmann (29/Lautersheim) im Mercedes-AMG GT4 von Prosport Racing mit einer Zeit von 53,731 Sekunden an der Spitze. „Ich hatte schon bei der Anreise ein ganz gutes Gefühl. Aber dass es gleich so gut klappt, hätte ich überhaupt nicht erwartet. Somit bin ich mehr als zufrieden und werde heute ganz entspannt einschlafen“, freute sich Böckmann, der sich das Fahrzeug mit Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) teilt. „Nach unserer Leistung heute ist es mein Ziel, am Wochenende auf das Podium zu fahren.“ Böckmanns Runde stellte zudem die Tagesbestzeit der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring dar.

Die Konkurrenz lag auf dem 2,162 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg jedoch nicht weit entfernt. Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport) hatten im Porsche 718 Cayman GT4 lediglich 0,020 Sekunden Rückstand. Luis Moser (17/AUT) und Luca Link (22/Günzburg) kamen im BMW M4 GT4 mit 0,057 Sekunden Rückstand auf Platz drei.

Deren FK Performance Motorsport-Teamkollegen Gianni van de Craats (20/NED) und Victor Nielsen (19/DEN, beide FK Performance Motorsport) lagen lediglich eine weitere Tausendstelsekunde zurück. Mit 0,075 Sekunden Rückstand komplettierten Lucas Cartelle (18/BEL) und Hudson Schwartz (17/USA, beide CRT) im Toyota GR Supra GT4 die Top Fünf.

Fahrzeuge von vier unterschiedlichen Herstellern innerhalb einer Dreiviertel-Zehntelsekunde sprechen nicht nur für die Ausgeglichenheit im Feld, sondern versprechen auch Hochspannung für den weiteren Verlauf des Rennwochenendes der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring. 

Quelle: adac-motorsport.de


ADAC GT4 Germany: Porsche macht im ersten Training die Pace

Laurenz Rühl war im ersten freien Training der ADAC GT4 Germany auf dem Norisring nicht zu schlagen. Der Wimmer Werk Motorsport-Pilot lag vor zwei Porsche-Markenkollegen sowie Mercedes-AMG und BMW.

Das zweite Rennwochenende 2026 der ADAC GT4 Germany ist eröffnet: Auf dem legendären Norisring in Nürnberg fand am Freitagmorgen das erste freie Training statt - und da lag Porsche an der Spitze des Feldes. Mit 54,017 Sekunden ging die Bestzeit an Laurenz Rühl (19/Friedrichdorf) im 718 Cayman GT4 von Wimmer Werk Motorsport. „Einen besseren Start ins Rennwochenende kann man sich nicht wünschen. Ich hätte mit einem Platz in den Top 15 gerechnet. Doch es wurde Platz eins“, strahlte Rühl, der sich das Cockpit mit Gentleman-Pilot Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) teilt. „Das Team hatte mir die gute Nachricht gar nicht am Funk verraten. Erst als im Teamzelt gefeiert wurde, klärten sie mich auf. Das Ziel für die Rennen am Norisring ist ein Platz in den Top Zehn.“ Es ist zudem das erste Mal überhaupt, dass Rühl eine Session der ADAC GT4 Germany an der Spitze abschloss.

Porsche präsentierte sich im ersten freien Training insgesamt recht stark aufgestellt. Platz zwei ging mit einem Rückstand von 0,129 Sekunden an den 718 Cayman GT4 von Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS). Dieses Duo liegt aktuell auch auf Platz zwei der Punktetabelle und hat sich für den Norisring einiges vorgenommen. Direkt dahinter folgten deren AVIA W&S Motorsport-Teamkollegen Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg), denen 0,185 Sekunden auf die Spitze fehlten.

Wie üblich ging es in der ADAC GT4 Germany auf den ersten Positionen bunt zu. Mit einem Rückstand von 0,237 Sekunden holten sich Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim, beide Prosport Racing) im Mercedes-AMG GT4 die vierte Position. Die Top Fünf komplettierten Daniel Drexel (25/AUT) und Simon Birch (19/DEN, beide Razoon - more than Racing). Birch gibt auf dem Norisring sein Comeback in der ADAC GT4 Germany, nachdem er zuletzt 2024 auf dem Hockenheimring in der Serie unterwegs war. Das Duo pilotiert einen BMW M4 GT4. Drexel hatte den Saisonauftakt 2026 auf dem Red Bull Ring noch in einem Porsche absolviert.

Quelle: adac-motorsport.de


Mit Momentum an die Spitze: Emil Frey Racing vor dem 4. DTM-Lauf am Norisring

#69 Thierry Vermeulen (NLD / Ferrari 296 GT3 Evo / Emil Frey Racing)
Foto: ADAC-Motorsport

Der Norisring ruft: Am ersten Juli-Wochenende gastiert die DTM auf dem traditionsreichen Stadtkurs in Nürnberg – einem der anspruchsvollsten Schauplätze im deutschen Motorsportkalender. Für Emil Frey Racing kommt das vierte DTM-Wochenende zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt.

Mit dem zweiten Saisonsieg von Matteo Cairoli und der Übernahme der Meisterschaftsführung in der Fahrerwertung reist Emil Frey Racing voller Zuversicht zum Norisring. Emil Frey Racing hat zudem gute Erinnerungen an die Kultstrecke. Im vergangenen Jahr fuhr die Mannschaft dort insgesamt zwei Podiumsplatzierungen ein, was die Vorfreude auf das Wochenende zusätzlich befeuert. Der enge Stadtkurs mit seinen charakteristischen Betonmauern, der engen Grundig-Kehre und der kurzen Streckenlänge stellt ganz besondere Anforderungen an Fahrer und Material: Gute Bremsleistung, starke Rotation und ausgeprägte Beschleunigungsfähigkeit sind die Schlüssel zum Erfolg – dazu präzises Qualifying, denn aufgrund der kurzen Runde sind die Abstände traditionell äusserst eng und gute Startpositionen besonders wertvoll.

In der Teamwertung liegt Emil Frey Racing auf Rang 2, nur vier Punkte hinter dem führenden Schubert Motorsport. Der Kampf um die Spitze ist also längst nicht nur eine Angelegenheit der Fahrerwertung – auch in der Teamwertung ist der Zweikampf hochspannend. Thierry Vermeulen ist nach dem durchwachsenen Lausitzring-Wochenende umso motivierter, am Norisring zu zeigen, was der #69 Ferrari 296 GT3 Evo zu leisten imstande ist. Emil Frey Racing freut sich auf den Norisring, das leidenschaftliche Publikum und einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft.

Fahrerstimmen zum Rennwochenende am Norisring 

Matteo Cairoli (Italien)

„Wir nehmen den Schwung der vergangenen Rennen mit an den Norisring. Als Team wachsen wir immer mehr zusammen und können noch wettbewerbsfähiger werden. Unser Ziel ist es, das Maximum herauszuholen. Der Norisring wird eine enorme Herausforderung sein – nicht nur, was die eventuell hohen Temperaturen betrifft, sondern vor allem wegen der starken Konkurrenz. Wir müssen alles zusammenbringen. Auch wenn mich das Zusatzgewicht im ersten Rennen etwas einschränken wird, geben wir nicht nach. Ich habe volles Vertrauen in das Team – nicht zuletzt dank der starken Strategie und der perfekten Boxenstopp-Arbeit."

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Der Norisring ist eine ganz besondere Strecke – wir fahren hier ausschliesslich mit der DTM, das macht das Wochenende nochmals spezieller. Das Qualifying ist enorm eng, nur wenige Kurven, kaum Platz für Fehler. Aber ich freue mich darauf. Nach dem schwierigen Wochenende am Lausitzring bin ich hungrig auf Punkte und will zeigen, was wirklich in uns steckt."


Ben Dörr in Top-Form: DTM-Trainingsbestzeit auf dem Norisring

  • McLaren-Pilot startet stark in das vierte Rennwochenende der DTM
  • Mercedes-AMG-Duo Auer und Gounon folgt auf den Plätzen zwei und drei
  • Hohe Leistungsdichte: Top-15 liegen innerhalb einer halben Sekunde
#25 Ben Dörr (DEU / McLaren 720S GT3 Evo / Dörr Motorsport)
Foto: ADAC-Motorsport


Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) war im McLaren 720S GT3 Evo am Freitag schnellster Fahrer zwischen Mauern und Leitplanken. Der 21-Jährige umrundete den Norisring im Freien Training in 48,793 Sekunden und erzielte damit die Tagesbestzeit.

"Ich habe mich im Auto richtig wohl gefühlt. Im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren auf dem Norisring haben wir einen großen Fortschritt gemacht. Das Streckenlayout und der Asphalt mit den vielen Bodenwellen liegen dem McLaren nicht unbedingt, trotzdem hoffe ich natürlich auf gute Ergebnisse. Ein Podiumsplatz wäre cool, auch wenn das schwierig wird", sagte Dörr.

Auf Platz zwei folgte Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) mit einem Rückstand von 0,151 Sekunden auf der mit 2,162 Kilometern kürzesten Strecke im Kalender. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) lag als Dritter nur 0,024 Sekunden hinter seinem Markenkollegen. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) belegte im Aston Martin Vantage GT3 Rang vier, bester Ferrari-Pilot war Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing) auf Position fünf. Nur die Top-Fünf blieben auf ihren schnellsten Runden unter 49 Sekunden.

Das erste Freie Training am Vormittag nutzte das Feld, um das Setup der Fahrzeuge bei Temperaturen von 20 Grad Celsius an den engen und welligen Stadtkurs in Nürnberg anzupassen. Die Bestzeit gelang Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) mit 49,202 Sekunden. "Es macht immer großen Spaß, auf dem Norisring zu fahren. Die Strecke ist richtig cool und umso schöner ist es, wenn man im Training vorne dabei ist. Ich fahre schon lange in der DTM, ein Sieg am Norisring fehlt mir aber noch", verriet der Routinier.

In der zweiten Session am Nachmittag gaben die Piloten von Anfang an Vollgas. Bereits nach zwölf Minuten knackte Gounon als erster Fahrer die 49-Sekunden-Marke und lag lange vorn. Auer übernahm in seinem 32. Umlauf schließlich die Führung, ehe sich Dörr wenig später an die Spitze setzte und seine Zeit eine Runde später mit der Tagesbestmarke noch einmal verbesserte.

Die beiden Qualifyings zu den Meisterschaftsläufen sieben und acht werden am Norisring in zwei Gruppen ausgetragen. Grundlage ist die Reihenfolge aus den beiden Trainings-Sessions: Die Fahrer auf den ungeraden Plätzen starten am Samstag ab 9:35 Uhr, die Piloten auf den geraden Positionen folgen um 10:00 Uhr. Am Sonntag ändert sich die Reihenfolge: Die Gruppe, die am Samstag als Zweite gestartet ist, eröffnet dann das Zeittraining.


Qualifying-Gruppe 1

Ben Dörr (D/Dörr Motorsport)

Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter)

Thierry Vermeulen (NL/Emil Frey Racing)

Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol)

Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing)

Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt)

Luca Engstler (D/Red Bull Team Abt)

Nicolas Baert (B/Comtoyou Racing)

Finn Wiebelhaus (D/HRT Ford Racing)

Ricardo Feller (CH/Manthey)

Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport)


Qualifikationsgruppe 2

Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf)

Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing)

Mirko Bortolotti (I/TGI Team von GRT)

Maximilian Paul (D/TGI Team von GRT) Tom

Kalender (D/Mercedes-AMG Team Landgraf)

Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) Timo

Glock (D/Dörr Motorsport)

Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport)

Thomas Preining (A/Manthey)

Bastian Buus (DK/Land-Motorsport)



Freitag, 3. Juli 2026

Ben Dörr über seinen Durchbruch und Tipps von Bodybuilder-Legende Markus Rühl

  • McLaren-Youngster verrät die Gründe seiner starken Entwicklung
  • Vorfreude auf den Norisring: „Man muss extrem präzise fahren“

Ben Dörr ist einer der Durchstarter in der DTM-Saison 2026
Foto: ADAC-Motorsport

Ben Dörr (Butzbach) fährt im dritten Jahr seine mit Abstand stärkste DTM-Saison – der Tabellenfünfte hat jetzt schon mehr Punkte auf dem Konto als 2024 und 2025 zusammen. Auf dem Dekra Lausitzring feierte Dörr seinen ersten Sieg und sorgte gleichzeitig für den ersten DTM-Erfolg von McLaren. Vor dem Rennwochenende auf dem Norisring in Nürnberg am kommenden Wochenende (3. bis 5. Juli) spricht der 21-Jährige von Dörr Motorsport über seine Entwicklung in der DTM, das Verhältnis zu Teamkollege Timo Glock und den besonderen Reiz des Norisrings.

Ben, wie groß ist die Vorfreude auf den Norisring?

Die ist riesig! Der Norisring ist mit seinen Betonwänden und Leitplanken sehr speziell. Man muss extrem präzise fahren, das macht den besonderen Reiz aus. Unserem McLaren kommt die Strecke nicht unbedingt entgegen. Trotzdem werden wir alles probieren, um auch an diesem Wochenende gut abzuschneiden. Die Strecke ist einfach cool, es macht jedes Jahr Spaß, dorthin zu kommen.

Wie blickst du mit einigen Tagen Abstand auf deinen ersten DTM-Sieg?

Wir sind natürlich alle super happy über unseren ersten Sieg in der DTM. Vor allem das Team hat sich unglaublich gefreut. Mit Startplatz zehn hatten wir nicht die besten Karten. Ich bin einfach überglücklich, dass es endlich mit dem ersten Sieg geklappt hat. Der Pokal steht bei mir zu Hause im Wohnzimmer direkt neben der Trophäe für den zweiten Platz in Zandvoort. Hoffentlich kommen über die Saison noch ein paar dazu.

Was sind die Gründe für dein Formhoch?

Ich fahre wesentlich mehr Rennen als in den Jahren zuvor, in denen ich ausschließlich in der DTM gestartet bin. In dieser Saison nehme ich beispielsweise auch in der GT World Challenge oder auch an einigen NLS-Rennen teil und habe deshalb deutlich mehr Fahrpraxis im McLaren. Das hilft sehr. Dazu habe ich natürlich in der DTM eine Menge gelernt und viel Erfahrung gesammelt. So konnte ich mich von Rennen zu Rennen verbessern und bin mittlerweile auf einem ziemlich guten Level.

Du bist in deinem dritten DTM-Jahr: In welchem Bereich hast du dich am meisten weiterentwickelt?

In der DTM ist Konstanz sehr wichtig, Schnelligkeit allein reicht nicht aus. In dieser Hinsicht habe ich die größten Fortschritte gemacht und mir unterlaufen kaum noch Fehler. Es gelingt uns auch immer besser, im Qualifying alles auf den Punkt zu bringen. Zudem verstehe ich den McLaren viel besser als zu Beginn und kann mögliche Probleme genauer einschätzen.

Welche Tipps würdest du DTM-Debütanten geben – worauf kommt es am meisten an?

Training ist alles. Das Niveau in der DTM ist extrem hoch. Da hilft nur viel Fahrzeit, sonst wird man nicht besser und kann nicht mithalten. Wichtig ist es auch, sich abends mit den Ingenieuren zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen, was man verbessern kann. Man braucht aber Geduld und muss immer dranbleiben, dann klappt das auch in absehbarer Zeit mit guten Ergebnissen.

Ein großer Fan von Dörr Motorsport ist Bodybuilder-Legende Markus Rühl: Welche Fitness-Tipps hat er parat?

Markus ist super nah am Team und passt perfekt zu uns. Er hat an jedem Wochenende immer mal wieder kleine Tipps für mich, wie man sich auf ein Rennen optimal vorbereitet und an seiner Fitness arbeiten kann. Gerade bei den heißen Wetterverhältnissen auf dem Lausitzring hat er mir super Ratschläge gegeben, wann und was man als Sportler trinken sollte. Das war bei den Temperaturen im Auto eine große Hilfe.

Welche Rolle spielt Timo Glock in deiner Entwicklung?

Von Anfang an hat Timo mir ungemein geholfen. Für mich war in der DTM anfangs vieles neu, während Timo sehr viel Erfahrung mitgebracht hat. Das hat sich ausgezahlt und dem ganzen Team geholfen. Inzwischen bin ich auf einem sehr guten Level und wir harmonieren als Teamkollegen richtig gut. Wir tauschen uns regelmäßig aus: Jeder bringt seine Erfahrungen ein, das passt sehr gut.


Es wird wieder eng: ADAC GT4 Germany gastiert auf dem Norisring

  • Tabellenführer Piana/Sylvestersson peilen nächsten Sieg an
  • Verfolger Philipp Gogollok hochmotiviert
  • SPORT1 bringt die ADAC GT4 Germany ins Free-TV

Tabellenführer Gabriele Piana will auch auf dem Norisring siegen
Foto: ADAC-Motorsport

Großes Spektakel für die ADAC GT4 Germany: Auf dem legendären Norisring bestreitet die ADAC Serie ihr zweites Rennwochenende des Jahres 2026 – und dieses hat einen ganz außergewöhnlichen Charakter. Denn der 2,162 Kilometer lange Kurs im Süden Nürnbergs ist mit langen Geraden und nur fünf Kurven der einzige Stadtkurs in Deutschland. Das verspricht einiges an Action und Spannung. Somit gilt es für Piloten, Rennwagen und Teams den ultimativen Null-Fehler-Job zu erledigen. Nur so kann die Herausforderung Norisring erfolgreich bewältigt werden. 19 Rennwagen der sechs Marken Aston Martin, BMW, Ginetta, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota sind für das Event auf den Straßen Nürnbergs eingeschrieben. Tickets für den Norisring gibt es online im Vorverkauf ab 74 Euro unter dtm.com. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden wie üblich auf sport1.de, ServusTV ON, Joyn und youtube.com/adacmotorsports umfänglich im Live-Stream gezeigt. SPORT1 überträgt das Sonntagsrennen von 15:00 bis 16:30 Uhr live im Free-TV.

Als Tabellenführer reisen Gabriele Piana (39/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) an den Norisring. Das BMW M4 GT4-Duo konnte beim Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring das Samstagsrennen gewinnen und stand auch in Lauf zwei auf dem Podium. „Ganz klar, unser Ziel für den Norisring sind zwei Siege. Doch erst nach den freien Trainings am Freitag können wir wirklich einschätzen, wo wir stehen. Es soll wohl recht warm werden, was unserem Paket entgegenkommt, sodass wir konkurrenzfähig sein dürften. Somit fahre ich entspannt zum Norisring und möchte die Tabellenführung verteidigen“, meint Piana. „Der Norisring hat ein spannendes Layout. Insbesondere die Kurvenkombination auf dem Rückweg in Richtung Steintribüne gefällt mir, da man dort mit viel Speed durchfährt. Für die Zuschauer und die Show im Allgemeinen ist der Norisring ideal.“

Piana/Sylvestersson haben aktuell einen Vorsprung von neun Punkten auf die Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport). Mit 14 Punkten Rückstand in der Tabelle treten Jan Philipp Springob (25/Olpe) und Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, beide COSY Racing by ESM) an. Auch die Aston Martin Vantage AMR GT4-Piloten waren beim Auftakt auf dem Red Bull Ring bereits siegreich.

„Ich freue mich sehr auf den Norisring. Hoffentlich können wir dort genauso weitermachen wie zuletzt in Österreich. Da wir dieses Jahr den Titel gewinnen möchten, sind zwei Podiumsplatzierungen das Ziel fürs Rennwochenende. Die Qualifikation wird eine Schlüsselrolle inne haben, da auf einem Stadtkurs das Überholen in der Regel nicht einfach ist. Es gilt, keine Risiken einzugehen und keine Fehler zu machen, denn die nächste Leitplanke/Mauer ist nie weit entfernt. Doch mein Teamkollege JP und ich sind professionell genug, uns von den Wänden fernzuhalten. Grundsätzlich kommt unser Aston Martin mit dem neuen Pirelli-Reifen sehr gut zurecht. Insgesamt sollten wir also gut aufgestellt sein, um auf dem Norisring angreifen zu können.“

Neben Aston Martin, BMW und Porsche zählt auf jeden Fall auch Mercedes-AMG zum ganz großen Favoritenkreis. Im Vorjahr gewann die Marke mit dem Stern beide Läufe im sogenannten fränkischen Monaco. Erstmals überhaupt in der Geschichte der ADAC GT4 Germany sind Fahrzeuge von Ginetta und Toyota auf dem Norisring unterwegs. Nach der gezeigten Performance zuletzt auf dem Red Bull Ring dürften auch diese beiden für eine vordere Platzierung in Frage kommen.


Von Mercedes 190E bis Opel Astra V8 Coupé: DTM-Geschichte auf dem Norisring

  • Bunt gemischtes Feld an historischen Rennfahrzeugen
  • Toyota Supra MK3 DTM kehrt nach fast 40 Jahren zurück an den Norisring
  • Ex-DTM Pilot Gerhard Müller steuert legendären Audi V8

Foto: Jens Hawrda

DTM-Geschichte erlebbar gemacht: Beim Saisonhighlight der DTM vom 3. bis 5. Juli auf dem Norisring in Nürnberg darf auch ein Streifzug in die bewegte Geschichte der Rennserie nicht fehlen. Bei Demofahrten von historischen DTM-Rennern an allen drei Veranstaltungstagen treffen legendäre Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen der DTM auf eine Strecke, die fest mit der Geschichte der Rennserie verbunden ist.

Die frühen, seriennahen DTM-Jahre repräsentieren unter anderem ein Mercedes-Benz 190E 2.3-16V, mehrere BMW M3 E30 sowie verschiedene Ford Sierra Cosworth. Einen BMW M3 E30 steuert dabei Herbert Wittmann, der Vater des zweifachen DTM-Champions Marco Wittmann, der hier sein Heimspiel feiert. Eine besondere Norisring-Geschichte bringt der Toyota Supra MK3 DTM von Jörg Schori mit: Der Exot aus Fernost trägt die gleiche Startnummer 50, mit der er bereits 1989 beim DTM-Rennen auf dem Norisring unterwegs war.

Die DTM der frühen 1990er-Jahre repräsentieren unter anderem ein Mercedes-Benz 190E Evo II, ein Opel Omega Evo 500 sowie ein Audi V8. Letzteren pilotiert der ehemalige DTM-Fahrer und Schwabacher Lokalmatador Gerhard Müller, der bereits selbst DTM-Rennen auf dem Norisring bestritten hat. Mit Sebastian Asch ist zudem der Sohn von DTM-Legende Roland Asch vertreten, der einen Mercedes-Benz 190E Evo I pilotiert.

Auch Nachwuchsfahrer Thomas Rackl kehrt an seine Heimstrecke zurück. Der letztjährige ADAC GT4 Germany-Fahrer aus Berching sitzt in einem BMW 320 STW aus dem Jahr 1994 und repräsentiert damit die Ära des Super Tourenwagen Cups.

Die jüngere DTM-Geschichte vertreten ein originales Opel Astra V8 Coupé DTM aus dem Jahr 2003, das einst von Joachim Winkelhock pilotiert wurde, sowie eine AMG-Mercedes C-Klasse DTM von 2006.

Wer die DTM-Klassiker erleben will, sollte sich noch rechtzeitig Tickets für die DTM am Norisring sichern. Die Showfahrten bieten eine seltene Gelegenheit, einige der bekanntesten Tourenwagen der vergangenen Jahrzehnte auf einer ganz besonderen Strecke noch einmal in Aktion zu erleben.

Die DTM Classic ist am Freitag von 13:20 bis 13:40 Uhr sowie von 17:40 bis 18:00 Uhr, am Samstag von 12:05 bis 12:25 Uhr sowie von 17:20 bis 17:35 Uhr und am Sonntag von 10:05 bis 10:15 Uhr sowie von 16:30 bis 16:50 Uhr auf der Strecke zu sehen.


Adrenalin-Kick am Norisring: Millimeterarbeit zwischen Mauern und Leitplanken

  • DTM startet auf Deutschlands einzigem Stadtkurs in Nürnberg
  • Spitzenreiter Cairoli wird vom Mercedes-AMG-Duo Engel und Auer gejagt
  • BMW-Pilot und Lokalmatador Wittmann freut sich auf sein Heimspiel

Foto: Jens Hawrda

Rennspektakel statt Straßenverkehr: Der Norisring im Herzen Nürnbergs ist vom 3. bis 5. Juli Austragungsort des vierten Saisonstopps der DTM. Der einzige Stadtkurs in Deutschland erfordert von den Piloten höchste Konzentration. Die enge Fahrbahn zwischen Leitplanken und Mauern rund um die historische Steintribüne fordert von den Fahrern Millimeterarbeit und verzeiht keine Fehler. Tabellenführer Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) will nach seinem zweiten DTM-Sieg am Dekra Lausitzring seine Spitzenposition verteidigen – doch die Abstände sind minimal. Das Mercedes-AMG-Duo Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) und Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) folgt auf den Plätzen zwei und drei nur einen Punkt hinter dem Italiener. Tickets gibt es ab 74 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Alle Ticketbesitzer profitieren von einer kostenlosen Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. ProSieben zeigt die Rennen live im Free-TV. Die Übertragung beginnt am Samstag und Sonntag jeweils um 13 Uhr. Im kostenlosen Livestream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn, ran.de, ServusTV ON und auf dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

  • Streckenlänge: 2.162 Meter
  • Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2025, Rennen 1: Jordan Pepper (TGI Team Lamborghini by GRT, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)
  • Sieger 2025, Rennen 2: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R)

„Neuland“ Norisring für Spitzenreiter Cairoli

Ferrari-Pilot Cairoli hat nach seinem Erfolg am Lausitzring als einziger DTM-Fahrer zwei Saisonsiege auf dem Konto und die Tabellenführung übernommen. Der Stadtkurs in Nürnberg ist für ihn jedoch nahezu Neuland. „Ich bin auf dem Norisring erst einmal gefahren und das vor elf Jahren“, verrät der 30-Jährige. „Ich weiß, dass man extrem spät bremsen und nach den Kurven sehr früh aufs Gas gehen muss, um auf den langen Geraden möglichst viel Speed zu haben. Zudem ist der Fahrbahnbelag speziell, da es sich um normale Straßen handelt. Es könnte ein heißes Wochenende werden, aber da hatten wir am Lausitzring ja die beste Vorbereitung. Ich werde bis zum Umfallen kämpfen.“ Das wird nötig sein, denn die Mercedes-AMG-Markenkollegen Engel, der 2024 und 2025 am Norisring auf dem Podium stand, und Auer werden den Italiener über die Straßen Nürnbergs jagen.

Eine ganz besondere Erinnerung verbindet Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) mit dem Stadtkurs. „Ich habe auf dem Norisring 2024 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Die Strecke ist ein absolutes Highlight und sorgt für einen Adrenalin-Kick im Cockpit. Für jeden Fahrer ist es ein Traum, dort zu fahren. Wir wollen für eine gute Show sorgen“, verspricht der Tabellensechste. Einen besonderen Stellenwert genießt der Norisring auch bei Thomas Preining (A/Manthey). Der Österreicher hat in Nürnberg Geschichte geschrieben: Vor vier Jahren holte Preining dort den ersten Sieg für Porsche in der DTM, inzwischen steht der Manthey-Pilot bei drei Norisring-Siegen. Der 27-Jährige gewann am vergangenen Wochenende zusammen mit seinem DTM-Teamkollegen Ricardo Feller (CH) sowie DTM-Rookie Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) das legendäre 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und reist mit ordentlich Rückenwind an den Dutzendteich.

Heimspiel für Wittmann im „Fränkischen Monaco“

Der Stadtkurs in Nürnberg ist mit seinen schnellen Geraden und nur vier engen Kurven ein Härtetest für die Bremsen. Die Fahrzeuge bremsen von über 250 km/h auf 60 km/h herunter. Bodenwellen kurz vor den Kurven sorgen für zusätzliche Herausforderungen. An den Kurvenausgängen müssen die Fahrer die richtige Linie treffen, um dicht vorbei an den Mauern keinen Seitenspiegel zu verlieren. Mit großer Vorfreude geht Lokalmatador Marco Wittmann (Schubert Motorsport), der vor seinem Heimspiel als bestplatzierter BMW-Fahrer auf Tabellenrang vier liegt, in das Wochenende. „Die Stimmung am Norisring ist einmalig. Für mich ist es eine riesige Freude, vor meiner Familie, den heimischen Zuschauern und meinem Fanclub auf diesem einzigartigen Stadtkurs zu fahren“, sagt der Fürther.

Rahmenserien, historische DTM-Fahrzeuge und Party mit den Yellow Tones

Beim DTM-Wochenende auf dem Norisring erwartet die Zuschauer zusätzliche Rennaction in der ADAC GT4 Germany, im BMW M2 Cup und im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. Dazu gibt es spektakuläre Showfahrten mit historischen DTM-Fahrzeugen, die die Fans mit auf eine nostalgische Reise durch die mehr als 40-jährige Geschichte der Rennserie nehmen. Am Freitag- und Samstagabend sorgt die Band „The Yellow Tones“ für beste Stimmung und bringt die DTM Fan Zone mit einem Hit-Feuerwerk zum Beben.


Montag, 29. Juni 2026

Superbike: Tulovic mit alter Stärke zum Doppelsieg

Mit Sombrero, Nackenschutz und Kaltgetränk beobachteten die Fans in Most, wie Lukas Tulovic in der EURO MOTO Superbike in Most zum Doppelsieg fuhr. So wie beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring.

Das war hart an der Grenze. Das Asphaltthermometer im tschechischen Most zeigte mittlerweile 70,1 Grad an. Die 16 Rennrunden im zweiten Superbike-Lauf strapazierten Mensch und Maschine aufs Äußerste.

Marcel Schrötter (GERT56) und Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) kriegten gleich zu Beginn die erste Kurve nicht und mussten geradeaus fahren. Um durch das Abkürzen der Schikane keinen Vorteil zu erlangen, verlangen die Regeln, dass eine Sekunden verloren gehen muss, bevor sie sich wieder einreihen dürfen. Für Schrötter sah es danach mit dem Vorhaben, nach jedem Rennen auf dem Podium zu stehen, schlecht aus.

In der zweiten Runde schob sich Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) mit einem ordentlichen Honda-Überschuss am bis dahin führenden Titelverteidiger Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) vorbei. Alt hatte nach dem ersten Rennen am Vormittag bereits angekündigt, Tulo ein wenig Gesellschaft leisten zu wollen. Twan Smits (Apreco Yamaha) konnte das Tempo auf Dauer nicht halten, blieb aber mit Abstand nach vorne und hinten immer auf dem dritten Platz.

Kevin Orgis, der ältere Bruder von Leon aus dem privaten ORM-Team, schaffte auf seiner BMW innerhalb von drei Runden den Sprung vom zehnten Startplatz auf den vierten Rang im Rennen. Es war beachtlich, was der Sachse leistete und vor allem wie lange er Namen wie Marcel Schrötter, Toni Finsterbusch, Hannes Soomer, Markus Reiterberger und Jan-Ole Jähnig hinter sich halten konnte. Reiterberger, der vor vier Wochen mit dem ersten Saisonsieg triumphiert hatte, war zwischenzeitlich sogar auf den neunten Platz durchgereicht worden.

Orgis Erfolgsstory hielt bis zur siebten Runde. In der sechsten biss sich Schrötter noch die Zähne am 26-jährigen BMW-Fahrer aus. Im siebten Umlauf leitete er eine Überholserie ein.

Alt beschäftigte Tulovic ganz vorne weiterhin immens. Länger als es der Titelverteidiger vermutet hatte. In der neunten Runde schlug Tulo zu und übernahm die Führung. Waren in Brünn Tulo und Alt nicht ganz auf der Höhe, sondern Schrötter und Reiterberger, dann war es jetzt wieder umgekehrt.

Nach gut 25 Minuten war alles vorbei. Tulo erreichte das Ziel 0,940 Sekunden vor Alt. Smits hatte als Dritter 4,093 Sekunden Abstand und auch nach hinten ordentlich Luft. Aufs Podium kamen die Fahrer von Ducati, Honda und Yamaha. Trotz der BMW-Armada im Feld war keine von ihnen in Richtung Podest gerollt. Bester Mann auf der M 1000 RR wurde Toni Finsterbusch (GERT56) als Vierter.

Ausnahmslos alle Fahrer waren trotz körperlich erstklassiger Fitness ausgepowert bis zum Anschlag. Was bei Tulovic noch dazu kam: „Die zweite Rennhälfte bestand nur aus Schmerzen“, schilderte er den Tribut der Hitze, „der V4-Motor an der Ducati befindet sich genau an meiner Wade. Er war kochend heiß und es tat einfach nur noch weh.“

EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

5. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Supersport: Kein Ergebnis im zweiten Rennen nach Abbrüchen

Das zweite Rennen der EURO MOTO Supersport in Most endete vorzeitig und ohne Wertung. Nach zwei Rennabbrüchen entschieden die Verantwortlichen, keinen weiteren Neustart mehr anzusetzen. Damit wurden weder Punkte vergeben noch die bereits absolvierten Runden gewertet.

Für Dirk Geiger (Apreco-Yamaha) war das besonders ärgerlich. Nach seinem Sieg am Samstag hatte der Mannheimer die Gesamtführung von Ducati-Fahrer Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) übernommen und wollte seinen Vorsprung im zweiten Lauf weiter ausbauen. Alles sah zunächst danach aus: Geiger setzte sich sofort an die Spitze und verschaffte sich einen Vorsprung. Dann der Schock in Runde fünf. Der Schweizer Marcel Brenner (Automarket AF Racing Team) stürzte nach einem heftigen Highsider am Ausgang der letzten Kurve schwer. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen und Brenner ins Krankenhaus gebracht.

Für den Neustart wurde die Startaufstellung anhand des letzten vollständigen Rennumlaufs festgelegt. Geiger stand erneut auf der Pole Position. MV Agusta-Senkrechtstarter Luca Göttlicher fuhr neben ihm an die Linie und freute sich schon auf den nächsten greifbaren Podiumsplatz, nachdem er MV Agusta am Samstag aus der Starre erlöst hatte. Komplettiert wurde die erste Startreihe durch Luca de Vleeschauwer (SWPN). Dahinter lauerten Filip Feigl (Eder Racing) und Daniel Blin, der sich im ersten Rennabschnitt in nur vier Runden eindrucksvoll von Startplatz 16 bis auf Rang fünf nach vorne gearbeitet hatte.

Der Lauf wurde auf acht Runden verkürzt. Geiger und Göttlicher erwischten einen guten Start. Auch Blin war weiter hinten gut weggekommen und tauchte direkt neben de Vleeschauwers Yamaha YZF-R9 auf. Doch bevor sich das Rennen richtig entwickeln konnte, wurde erneut die rote Flagge geschwenkt: Rennabbruch. Mit Jindřich Škopek war einer der vier tschechischen Teilnehmer gestürzt und der Rettungswagen fuhr auf die Strecke. Das Rennen wurde kein weiteres Mal gestartet.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Zuda feiert Heimsieg, Siebdrath erstes Podium

Im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike-Klasse in Most gab es diesmal tatsächlich einen Sieger und ein offizielles Ergebnis. Anders als am Samstag, als das erste Rennen nach zwei Startversuchen aus Sicherheitsgründen abgebrochen und nicht gewertet worden war, ging es am Rennsonntag bei erneut großer Hitze diesmal bis ins Ziel. Den Sieg sicherte sich Stepan Zuda auf seiner Heimstrecke und das denkbar knapp.

Showdown an der Spitze bis zur letzten Kurve

Schon der Start verlief im zweiten Rennen deutlich ruhiger als noch am Vortag. Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing), von der Pole Position ins Rennen gegangen, setzte sich zunächst an die Spitze. Dahinter reihten sich Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) und Bruno Ieraci (RT Motosports) ein, der als kurzfristiger Ersatzfahrer für den verletzten Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) erneut eine starke Rolle spielte. Ruben Bijman und Mika Siebdrath (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) komplettierten zunächst die Top fünf.

An der Spitze entwickelte sich schnell ein enger Dreikampf. Zwischen Zuda, Kitzbichler und Ieraci ging es immer wieder hin und her, die Positionen wechselten mehrfach. Die Entscheidung fiel schließlich erst in der letzten Runde. Im direkten Duell mit Ieraci musste Zuda zunächst geduldig bleiben, weil sich keine Lücke auftat. Erst nach der letzten Kurve bot sich ihm die entscheidende Chance. Zuda nahm mehr Schwung mit, profitierte von einem Schaltfehler des Italieners und zog im Windschatten noch vorbei.

Mit gerade einmal einer knappen Motorradlänge Vorsprung rettete er sich als Sieger ins Ziel. „Unglaublich, dass ich das Rennen doch noch gewonnen habe. Nach meinem schweren Sturz bei meinem Wildcard-Einsatz in der Weltmeisterschaft hier in Most habe ich fast einen Finger verloren. Die Verletzung hat mich auch in Brünn noch stark behindert. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir ausgerechnet hier in Most wieder ganz oben auf dem Podium stehen“, sagte Zuda bei der Siegerehrung.

Mit dem Heimsieg übernimmt der Tscheche auch wieder die Führung in der Meisterschaft. Jakob Rosenthaler, der wegen seiner Beinverletzung nicht antreten konnte, musste damit zusehen, wie ihm die Tabellenführung wieder entgleitet.

Für Bruno Ieraci endete das Wochenende trotz des knapp verpassten Sieges ebenfalls stark. Der WM-Fahrer wurde mit nur 0,068 Sekunden Rückstand Zweiter. Nach seiner Schulterverletzung konnte er den Einsatz in Most damit sportlich sehr gut für sich nutzen.

Siebdrath jubelt nach schwerem Samstag

Eine besondere Geschichte schrieb auch Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Nachdem sein Rennsamstag mit dem Sturz in der ersten Schikane und dem Feuer am Motorrad von Jay-Jay Den Hoed  (SWPN) denkbar unglücklich verlaufen war, endete das Wochenende für den 17-Jährigen nun doch noch mit einem Highlight. Lange sah es im zweiten Rennen nicht nach einem Podiumsplatz aus, denn Siebdrath lag auf Rang fünf und hatte keinen Anschluss mehr an die Spitzengruppe. Doch dann rutschte Tobias Kitzbichler über das Vorderrad weg und riss dabei auch Ruben Bijman mit aus dem Rennen. Siebdrath erbte dadurch Rang drei und feierte seinen ersten Podiumsplatz in der EURO MOTO. „Ich bin sprachlos und überglücklich. Nach dem Desaster von gestern jetzt auf dem Podium zu stehen, ist einfach unglaublich. Meine Kondition hat am Ende nachgelassen, aber ich habe bis zum Schluss gekämpft“, sagte der Wildenfelser.

Weil Tobias Kitzbichler an diesem Wochenende keine Punkte mitnehmen konnte, rückte Siebdrath in der Gesamtwertung zugleich auf Rang drei vor. Für Ruben Bijman lief es dagegen erneut bitter. Der Triumph-Pilot hatte sich in Most viel vorgenommen und wollte endlich seinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse holen. Nach dem Zwischenfall mit Kitzbichler blieb er nun jedoch ebenfalls ohne Punkte.

Auf Rang vier kam mit Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) ein weiterer Niederländer ins Ziel. Für ihn war es zugleich das beste Ergebnis bislang in der Serie. Alexander Weizel  (AK Racing) belegte Platz fünf nach einem spannenden Duell mit Maksymilian Palmowski (SP Race Project), der am Ende Sechster wurde. Dahinter komplettierten Julian van Kalkeren, Rick Kooistra, (beide SRTD Pearle Gebben Racing) Jay-Jay Den Hoed und Tom Kuil (RT Motorsports) die Top 10.

Bemerkenswert war auch das Comeback von Jay-Jay Den Hoed. Sein Team SWPN um Frank Brouwer hatte nach dem Feuer am Samstag eine Nachtschicht eingelegt, um das Motorrad rechtzeitig wieder fahrbereit zu machen. Dabei musste das Feuerlöscherpulver sorgfältig aus allen Bereichen entfernt werden, wofür das Bike bis auf den Rahmen zerlegt werden musste. Auch Tom Kuil konnte nach seinem Sturz vom Samstag wieder antreten, nachdem er gründlich durchgecheckt worden war.

Weiter geht es für die EURO MOTO Sportbike-Klasse mit Runde vier. Nach einer kurzen Sommerpause steht das nächste Rennwochenende vom 31. Juli bis 2. August in der Motorsport Arena Oschersleben an.


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Superbike: Tulovic gewinnt die Hitzeschlacht über 16 Runden

Nach dem Doppelschlag vom Sachsenring hat Ducati-Spitzenreiter Lukas Tulovic auch das erste EURO MOTO Superbike-Rennen in Most gewonnen. Drei Motorradmarken waren auf dem Podium vertreten. Florian Alt war für Honda erfolgreich und Marcel Schrötter für BMW.

Die Hitze war fast unerträglich. Die Asphalttemperatur wurde mit 51 Grad Celsius angegeben. „Wenn Du im Pulk fährst, dann entsteht sofort ein brachialer Wärmestau am Motor“, hieß es in der GERT56-Box. Doch das war nicht das einzige Problem. Wie schon im letzten Jahr wurden in Most wegen der heißen Temperaturen andere Pirelli-Reifen ausgegeben. Die Erfahrungswerte mit dem Einheitsreifen D0922 halten sich in Grenzen, die Abstimmungsarbeiten an den Motorrädern gestalteten sich schwierig.

Um die Fahrer nicht zu lange der Hitze auszuliefern, kam vor dem Rennen das Quick-Start-Prozedere zur Anwendung. Sieben Minuten vor dem Start wurde die Boxengasse eine Minute lang geöffnet. Am Grid stand ein einziges Teammitglied. Keine Überprüfung mehr am Motorrad, kein Austausch – alles passierte ganz schnell. Superbike-Fahrersprecher Toni Finsterbusch hatte nach Rücksprache für die Quick-Start-Variante plädiert, aber nicht für eine Kürzung der Renndistanz. Es ging also über die kompletten 16 Runden.

Twan Smits (Team Apreco), der mit der Yamaha erstmal aus der ersten Reihe gestartet war, hielt in der ersten Runde Marcel Schrötter, Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) in Schach. Tulo, der in Brünn an der Technik der Panigale V4R gescheitert war und im ersten Lauf nur Siebter wurde, stand jetzt wieder vor einer neuen Aufgabe und musste sich sputen. Er war lediglich mit einem 5-Punkte-Polster auf Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) nach Most gereist. Genau mit diesem legte er sich nun kontaktfreudig an und brachte ihn aus dem Rhythmus. Schrötter musste sogar die Schikane auslassen, achtete aber darauf, dass er mindestens eine Sekunde vertrödelte, um auf die Strecke zurückzukehren und sich keinen Vorteil verschafft zu haben. So verlangen es die Regeln.

In der vierten Runde ging Tulo aufs Ganze, presste sich Smits vorbei übernahm die Führung. Der Niederländer verlor prompt den Schwung. Das nutzte Schrötter sofort aus und übernahm den zweiten Platz. Und dann kam Flo Alt ins Spiel, der zum Schluss noch dazwischen grätschte. Mit einem lupenreinen Manöver unter dem Orlen-Bogen zog der Honda-Fahrer in der vorletzten Runde an der Schrötter-BMW vorbei. Das war „Alt-Land“, und das ließ sich der Nordrhein-Westfale nicht nehmen.

„Wenn man man durchgereicht wird, ist das schon schwierig“, haderte der ehemalige Supersport-WM-Fahrer Schrötter mit dem Ergebnis.“ Aber heute war durch die Hitze alles anders und bekam völlig neue Dimensionen. Alt, der vom fünften Startplatz aufs Treppchen gefahren war, erzählte im Nachhinein, die Honda halbwegs komfortabel abgestimmt zu haben. „Und es war eines der heißesten Rennen, die ich in meiner Karriere bestritten habe.“ Bei der Langstrecken-WM in Suzuka seien die Temperaturen zwar ähnlich, aber es herrsche eine andere Luftfeuchtigkeit.

Tulo führte die Ducati Panigale V4R mit einem Vorsprung von 1,235 Sekunden zum dritten Saisonsieg. „Mein Start war eine Schwäche, die ich schon im letzten Jahr hatte. Aber ich wusste, dass im Anfang des Rennens die Pace habe, um nach vorn zu kommen. Nach den Rennen in Brünn vor vier Wochen waren wir ganz unten. Jetzt ist alles wieder gut.“

Toni Finsterbusch (GERT56) präsentierte sich stark auf der Bremse, arbeitete sich vom siebten auf den vierten Platz nach vorn, musste Twan Smits auf der letzten Rille aber doch noch vorbei lassen. Bei Masteroil Alpha Van Zon BMW schaute der erfolgsverwöhnte Teamchef Werner Daemen wenig amüsiert aufs Ergebnis. Seine Truppe hatte im heutigen ersten Lauf rein gar nichts mit dem Podium zu tun: Hannes Soomer auf P6, Markus Reiterberger auf P7, Milan Merckelbagh P9, Jan Mohr P10, Soma Görbe gestürzt.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

4. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

5. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

10.Jan MOHR (AUT/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek