Freitag, 3. Juli 2026

Von Mercedes 190E bis Opel Astra V8 Coupé: DTM-Geschichte auf dem Norisring

  • Bunt gemischtes Feld an historischen Rennfahrzeugen
  • Toyota Supra MK3 DTM kehrt nach fast 40 Jahren zurück an den Norisring
  • Ex-DTM Pilot Gerhard Müller steuert legendären Audi V8


DTM-Geschichte erlebbar gemacht: Beim Saisonhighlight der DTM vom 3. bis 5. Juli auf dem Norisring in Nürnberg darf auch ein Streifzug in die bewegte Geschichte der Rennserie nicht fehlen. Bei Demofahrten von historischen DTM-Rennern an allen drei Veranstaltungstagen treffen legendäre Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen der DTM auf eine Strecke, die fest mit der Geschichte der Rennserie verbunden ist.

Die frühen, seriennahen DTM-Jahre repräsentieren unter anderem ein Mercedes-Benz 190E 2.3-16V, mehrere BMW M3 E30 sowie verschiedene Ford Sierra Cosworth. Einen BMW M3 E30 steuert dabei Herbert Wittmann, der Vater des zweifachen DTM-Champions Marco Wittmann, der hier sein Heimspiel feiert. Eine besondere Norisring-Geschichte bringt der Toyota Supra MK3 DTM von Jörg Schori mit: Der Exot aus Fernost trägt die gleiche Startnummer 50, mit der er bereits 1989 beim DTM-Rennen auf dem Norisring unterwegs war.

Die DTM der frühen 1990er-Jahre repräsentieren unter anderem ein Mercedes-Benz 190E Evo II, ein Opel Omega Evo 500 sowie ein Audi V8. Letzteren pilotiert der ehemalige DTM-Fahrer und Schwabacher Lokalmatador Gerhard Müller, der bereits selbst DTM-Rennen auf dem Norisring bestritten hat. Mit Sebastian Asch ist zudem der Sohn von DTM-Legende Roland Asch vertreten, der einen Mercedes-Benz 190E Evo I pilotiert.

Auch Nachwuchsfahrer Thomas Rackl kehrt an seine Heimstrecke zurück. Der letztjährige ADAC GT4 Germany-Fahrer aus Berching sitzt in einem BMW 320 STW aus dem Jahr 1994 und repräsentiert damit die Ära des Super Tourenwagen Cups.

Die jüngere DTM-Geschichte vertreten ein originales Opel Astra V8 Coupé DTM aus dem Jahr 2003, das einst von Joachim Winkelhock pilotiert wurde, sowie eine AMG-Mercedes C-Klasse DTM von 2006.

Wer die DTM-Klassiker erleben will, sollte sich noch rechtzeitig Tickets für die DTM am Norisring sichern. Die Showfahrten bieten eine seltene Gelegenheit, einige der bekanntesten Tourenwagen der vergangenen Jahrzehnte auf einer ganz besonderen Strecke noch einmal in Aktion zu erleben.

Die DTM Classic ist am Freitag von 13:20 bis 13:40 Uhr sowie von 17:40 bis 18:00 Uhr, am Samstag von 12:05 bis 12:25 Uhr sowie von 17:20 bis 17:35 Uhr und am Sonntag von 10:05 bis 10:15 Uhr sowie von 16:30 bis 16:50 Uhr auf der Strecke zu sehen.


Adrenalin-Kick am Norisring: Millimeterarbeit zwischen Mauern und Leitplanken

  • DTM startet auf Deutschlands einzigem Stadtkurs in Nürnberg
  • Spitzenreiter Cairoli wird vom Mercedes-AMG-Duo Engel und Auer gejagt
  • BMW-Pilot und Lokalmatador Wittmann freut sich auf sein Heimspiel


Rennspektakel statt Straßenverkehr: Der Norisring im Herzen Nürnbergs ist vom 3. bis 5. Juli Austragungsort des vierten Saisonstopps der DTM. Der einzige Stadtkurs in Deutschland erfordert von den Piloten höchste Konzentration. Die enge Fahrbahn zwischen Leitplanken und Mauern rund um die historische Steintribüne fordert von den Fahrern Millimeterarbeit und verzeiht keine Fehler. Tabellenführer Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) will nach seinem zweiten DTM-Sieg am Dekra Lausitzring seine Spitzenposition verteidigen – doch die Abstände sind minimal. Das Mercedes-AMG-Duo Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) und Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) folgt auf den Plätzen zwei und drei nur einen Punkt hinter dem Italiener. Tickets gibt es ab 74 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Alle Ticketbesitzer profitieren von einer kostenlosen Anreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. ProSieben zeigt die Rennen live im Free-TV. Die Übertragung beginnt am Samstag und Sonntag jeweils um 13 Uhr. Im kostenlosen Livestream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn, ran.de, ServusTV ON und auf dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen.

Keyfacts, Norisring, Nürnberg, Saisonrennen 7 und 8 von 16

  • Streckenlänge: 2.162 Meter
  • Layout: Vier Kurven (eine Rechts-, drei Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2025, Rennen 1: Jordan Pepper (TGI Team Lamborghini by GRT, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)
  • Sieger 2025, Rennen 2: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R)
„Neuland“ Norisring für Spitzenreiter Cairoli

Ferrari-Pilot Cairoli hat nach seinem Erfolg am Lausitzring als einziger DTM-Fahrer zwei Saisonsiege auf dem Konto und die Tabellenführung übernommen. Der Stadtkurs in Nürnberg ist für ihn jedoch nahezu Neuland. „Ich bin auf dem Norisring erst einmal gefahren und das vor elf Jahren“, verrät der 30-Jährige. „Ich weiß, dass man extrem spät bremsen und nach den Kurven sehr früh aufs Gas gehen muss, um auf den langen Geraden möglichst viel Speed zu haben. Zudem ist der Fahrbahnbelag speziell, da es sich um normale Straßen handelt. Es könnte ein heißes Wochenende werden, aber da hatten wir am Lausitzring ja die beste Vorbereitung. Ich werde bis zum Umfallen kämpfen.“ Das wird nötig sein, denn die Mercedes-AMG-Markenkollegen Engel, der 2024 und 2025 am Norisring auf dem Podium stand, und Auer werden den Italiener über die Straßen Nürnbergs jagen.

Eine ganz besondere Erinnerung verbindet Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) mit dem Stadtkurs. „Ich habe auf dem Norisring 2024 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Die Strecke ist ein absolutes Highlight und sorgt für einen Adrenalin-Kick im Cockpit. Für jeden Fahrer ist es ein Traum, dort zu fahren. Wir wollen für eine gute Show sorgen“, verspricht der Tabellensechste. Einen besonderen Stellenwert genießt der Norisring auch bei Thomas Preining (A/Manthey). Der Österreicher hat in Nürnberg Geschichte geschrieben: Vor vier Jahren holte Preining dort den ersten Sieg für Porsche in der DTM, inzwischen steht der Manthey-Pilot bei drei Norisring-Siegen. Der 27-Jährige gewann am vergangenen Wochenende zusammen mit seinem DTM-Teamkollegen Ricardo Feller (CH) sowie DTM-Rookie Bastian Buus (DK/Land-Motorsport) das legendäre 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und reist mit ordentlich Rückenwind an den Dutzendteich.

Heimspiel für Wittmann im „Fränkischen Monaco“

Der Stadtkurs in Nürnberg ist mit seinen schnellen Geraden und nur vier engen Kurven ein Härtetest für die Bremsen. Die Fahrzeuge bremsen von über 250 km/h auf 60 km/h herunter. Bodenwellen kurz vor den Kurven sorgen für zusätzliche Herausforderungen. An den Kurvenausgängen müssen die Fahrer die richtige Linie treffen, um dicht vorbei an den Mauern keinen Seitenspiegel zu verlieren. Mit großer Vorfreude geht Lokalmatador Marco Wittmann (Schubert Motorsport), der vor seinem Heimspiel als bestplatzierter BMW-Fahrer auf Tabellenrang vier liegt, in das Wochenende. „Die Stimmung am Norisring ist einmalig. Für mich ist es eine riesige Freude, vor meiner Familie, den heimischen Zuschauern und meinem Fanclub auf diesem einzigartigen Stadtkurs zu fahren“, sagt der Fürther.

Rahmenserien, historische DTM-Fahrzeuge und Party mit den Yellow Tones

Beim DTM-Wochenende auf dem Norisring erwartet die Zuschauer zusätzliche Rennaction in der ADAC GT4 Germany, im BMW M2 Cup und im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland. Dazu gibt es spektakuläre Showfahrten mit historischen DTM-Fahrzeugen, die die Fans mit auf eine nostalgische Reise durch die mehr als 40-jährige Geschichte der Rennserie nehmen. Am Freitag- und Samstagabend sorgt die Band „The Yellow Tones“ für beste Stimmung und bringt die DTM Fan Zone mit einem Hit-Feuerwerk zum Beben.