Dienstag, 30. Juni 2015

Halbzeit der SUPERBIKE*IDM auf dem Hungaroring

Vom 03. bis 05. Juli fahren die Piloten der SUPERBIKE*IDM zum ersten Mal auf dem Hungaroring um Punkte in der Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft. Zur Halbzeit geht es für die Fahrer auf der anspruchsvollen Grand-Prix-Strecke darum, die Weichen für die zweite Saisonhälfte zu stellen.
Bild:  Superbike*IDM

Reiterberger mit weiterem Zusatzgewicht

Wie kann Markus Reiterberger gestoppt werden? Offensichtlich nicht durch ein Vier-Kilo-Handicap. Das hatte der 21-jährige Pilot vom Team Van Zon-Remeha-BMW an den vergangenen beiden Rennwochenenden an Bord seiner BMW – und konnte dennoch drei Siege aus vier Rennen auf seinem Konto verbuchen. Jetzt steht daher die nächste Stufe der „Balance of Performance“-Regel an: Reiterberger muss auf dem Hungaroring mit insgesamt sechs Kilo Zusatzgewicht antreten. Abgesehen davon starten alle Superbike-Piloten unter denselben Voraussetzungen. Denn der ungarische Grand-Prix-Kurs ist neu im Programm der SUPERBIKE*IDM und somit auch Neuland für die Piloten. Der aktuelle Champion Xavi Forés vom 3C-Racing Team und sein Teamkollege Lorenzo Lanzi sind bereit, aufs Ganze zu gehen. Mit zweiten und dritten Plätzen geben sich die beiden Ducati-Piloten nicht mehr zufrieden. Auch der Australier Damian Cudlin vom Team Yamaha MGM ist alles andere als glücklich über seine bisherigen Ergebnisse, er will endlich aufs Podium. Cudlins Teamkollege Max Neukirchner muss allerdings auf seinen Start am Hungaroring verzichten. Der 32-Jährige brach sich bei einem Sturz auf dem Nürburgring den Oberschenkelhals. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist noch nicht absehbar. Reiterberger hat indes einen Rivalen in den eigenen Reihen zurückbekommen: Bastien Mackels kehrte auf dem Nürburgring nach längerer Verletzungspause ins Renngeschehen zurück und mischte gleich kräftig vorne mit. Für ihn war im zweiten Rennen Platz vier drin. Unterwegs mit der gleichen Maschine wie Reiterberger, hat Mackels auf dem Hungaroring eine reelle Chance auf seinen ersten Podiumsplatz und vielleicht sogar noch mehr. Auch wenn bislang kaum jemand an Markus Reiterberger vorbeikam – die Konkurrenz rückt definitiv immer näher.

Drei „Neue“ dominieren die Klasse Superstock 1000

Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service) scheint sich auf dem ersten Platz des Gesamtrankings der Klasse Superstock 1000 dauerhaft festzusetzen. Die dafür notwendige Ausdauer hat der aktuelle Endurance-WM-Champion zweifellos. Starkes Starterfeld hin oder her – der 26-jährige Franzose befindet sich auf direktem Weg Richtung Meisterschaftsgewinn. Doch noch stehen einige Rennen auf dem Programm und die Konkurrenz schläft nicht. Roman Stamm will, nachdem er in den vergangenen zwei Jahren zweimal den Vizemeistertitel in der Klasse Supersport 600 geholt hatte, endlich Meister werden. „In dieser Saison ist noch alles möglich“, sagte der Schweizer vom Kawasaki Schnock Team Motorex am vergangenen Rennwochenende. Recht hat er: Lediglich 19 Punkte trennen Stamm von Gines. Sein Ziel muss also keineswegs ein Wunschtraum bleiben. Viel drin ist in dieser Saison auch für Yamaha-Pilot Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing). Auf dem Nürburgring erzielte der aktuelle Champion der Klasse Supersport 600 seinen ersten Saisonsieg und steht im Gesamtranking mit 93 Punkten auf Platz drei. Das Erstaunliche: Alle drei Top-Fahrer sind neu in der Klasse Superstock 1000 dabei.

Hart umkämpftes Supersport 600-Podium


Die Piloten der Klasse Supersport 600 liefern sich jedes Mal aufs Neue enge Rennen. Der Ausgang ist nicht selten eine Überraschung. Konnten sich zu Beginn der Saison meist Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer) und Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha) gegen die Konkurrenz durchsetzen, mischten an den vergangenen Rennwochenenden Christian Stange (HPC-Power Suzuki Racing) sowie das Kawasaki-Duo Christian von Gunten und Jasha Huber (beide Kawasaki Schnock Team Motorex) kräftig vorne mit. Sowohl Stange als auch von Gunten fuhren in dieser Saison bereits Siege ein. Für von Gunten ist momentan jedoch eine Zwangspause angesagt. Auf dem Nürburgring stürzte der Schweizer per Highsider und brach sich dabei das Schlüsselbein. Auf dem Hungaroring erneut angreifen will dagegen sein Teamkollege Jasha Huber. Nachdem er bereits mehrfach in dieser Saison auf dem Podium stand und auf dem Nürburgring auf Platz drei und zwei landete, will der 21-Jährige auch einmal ganz oben stehen. Teamchef Rainer Schnock ist sich sicher: „Dieses Jahr ist Jasha noch reif für einen Sieg.“ Derzeit liegt Huber im Gesamtranking mit 117 Punkten auf Platz vier. Leader ist nach wie vor Lauslehto (153 Punkte), gefolgt von Bühn (135 Punkte) und Stange (130 Punkte).

SuperNaked: Der „Alte“ gegen den „Champ“


„Es war wie immer: Ich der Alte, Kjel der Champ“, sagte Michael Galinski (Team Yamaha MGM) nach den Rennen auf dem Nürburgring. Der einstige Superbike-Meister gibt mit der Teilnahme in der SuperNaked-Klasse ein SUPERBIKE*IDM-Comeback, das sich sehen lassen kann. Sein Lieblingsgegner ist Kjel Karthin (Team KARTHIN MSB Suzuki), mit dem sich Galinski jedes Mal aufs Neue einen heißen Fight liefert. Sein größter Rivale ist und bleibt aber wohl der Sonntag. Da ist Galinski als Chef des Team Yamaha MGM mit seinen Superbike-Piloten beschäftigt und lässt sein eigenes SuperNaked-Rennen meist ausfallen. Nur am vergangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring wurde Galinski zum Sonntagsfahrer und siegte prompt gleich doppelt. „Das macht wirklich Spaß. Wir sind leider zu wenige Fahrer, aber es gibt viele Interessierte. Ich glaube, für nächste Saison kann das richtig was werden“, sagte Galinski über die neue SuperNaked-Klasse. Im Gesamtranking kommt Galinski als Samstagsfahrer nicht besonders gut weg. Spitzenreiter ist Kjel Karthin (181 Punkte), gefolgt von Frank Behrje (101 Punkte) und Udo Reichmann (96 Punkte). Galinski liegt mit 75 Punkten auf Rang vier.

Die Nachwuchshoffnungen Nordeuropas in der Klasse Moto3

In der Moto3-Klasse messen sich die Nachwuchstalente Nordeuropas. Das Starterfeld besteht aus den zwei Wertungen Moto3 GP und Moto3 Standard. Erstere fahren nach Grand-Prix-Reglement, die anderen auf einheitlichen Honda NSF250R-Motorrädern. In der Moto GP-Wertung überzeugte bislang vor allem Jonas Geitner (Freudenberg Racing Team). Der 19-Jährige aus Wernberg-Köblitz in der Oberpfalz war ein Jahr in der spanischen Meisterschaft unterwegs. Jetzt ist er in der SUPERBIKE*IDM mit zwei Siegen aus zwei Rennen auf Erfolgskurs. In der Standardwertung stach bislang vor allem Tim Georgi (Freudenberg Racing Team) heraus. Nach seinem Durchmarsch im ADAC Junior Cup powered by KTM des vergangenen Jahres, liegt der Berliner nun in der Moto3 Standard-Klasse auf Platz eins des Gesamtrankings. Konkurrenz bekommt Georgi von Teamkollege Matthias Meggle und Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt). Im Gesamtranking Moto3 GP führt Geitner (50 Punkte) vor Sander Kroeze und Ernst Dubbink (jeweils 20 Punkte). In der Wertung Moto3 Standard führt Georgi (45 Punkte) vor Meggle (36 Punkte) und Freitag (29 Punkte).

Ein Sieg in der Klasse Sidecar kann alles verändern

In der Klasse Sidecar geht es eng zu – ein Sieg auf dem Hungaroring kann die Rangordnung auf den vorderen Plätzen völlig durcheinanderwirbeln. Im Moment führen Uwe Gürck und Manfred Wechselberger (Polizeisportverein Wels Gürck Racing) das Klassement an. Sie haben 15 Punkte Vorsprung zu den Verfolgern André Kretzer und Jens Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC). Kretzer/Lehnertz trennt wiederum nur vier Punkte vom Mixed-Team Mike Roscher und Anna Burkard (RSC Roscher/Burkhard). Auch der aktuelle Champion Josef Sattler (Sattler Motorsport) und sein neuer Partner Uwe Neubert wollen in der Meisterschaft vorne mitfahren. Doch zuletzt konnte das Team am Nürburgring aufgrund eines technischen Defekts nicht punkten und verlor dadurch den Anschluss an die Spitze. Zum jetzigen Zeitpunkt ist für die Teams aber noch alles möglich. Jetzt heißt es, in Ungarn topfit an den Start zu gehen. Weil auf dem Hungaroring zwei Sidecar-Rennen ausgefahren werden, können die Teams hier gleich doppelt punkten.

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