Freitag, 12. August 2016

Faszination Zandvoort – eine Perle des ADAC GT Masters

  • Ex-Formel-1-Strecke Austragungsort des vorletzten ADAC GT Masters-Events 2016
  • Circuit Park Zandvoort fahrerisch sehr anspruchsvoll
  • Urlaubsflair durch Nähe zum Nordseestrand
Foto: Jens Hawrda
Der Titelkampf im ADAC GT Masters 2016 geht in seine entscheidende Phase. Austragungsort der vorletzten Veranstaltung der „Liga der Supersportwagen“ ist Zandvoort (19. bis 21. August). Der ehemalige Formel-1-Kurs in den Nordseedünen ist nicht nur fahrerisch anspruchsvoll, sondern auch abseits des sportlichen Geschehens ein ganz besonderer Ort.

Wellen rauschen an den weißen Strand, Kinder bauen Sandburgen, die unverwechselbaren Strandbars laden zum Verweilen ein, zahlreiche Fischbuden frittieren Meeresfrüchte aller Art – das ist Zandvoort. Die niederländische Gemeinde in der Provinz Nordholland ist dank ihrer Lage direkt an der Nordsee ein echtes Urlaubsparadies. Von den knapp 17.000 Einwohnern arbeitet rund jeder zweite in der Tourismusbranche.

„Zandvoort bietet wirklich ein wunderbares Ambiente“, sagt Audi-Pilot Xavier Maassen (36, NL/Aust Motorsport). „Meine Freundin freut sich immer, wenn ich ein Rennen in Zandvoort habe. Dann kommt sie gar nicht mit an die Strecke, sondern biegt gleich Richtung Strand ab und macht ein Wochenende lang Urlaub. Es gibt in Europa viele Rennstrecken, die im wahrsten Sinne des Wortes im Nichts liegen. Da kann man abends nur froh sein, ins Hotel zu gehen. In Zandvoort hat man noch genug Möglichkeiten, seine freie Zeit anders zu verbringen.“

Zum Beispiel mit einem Besuch im drei Kilometer entfernten Bloemendaal. „Dort tummeln sich die jungen Leute. In den zahlreichen Strandbars kann man abends gut feiern“, sagt Maassens Landsmann, Lamborghini-Pilot Kelvin Snoeks (28, NL/HB Racing WDS Bau). Für einen Tagesausflug hat er noch eine weitere Empfehlung in puncto Unternehmungen: „Einfach in den Zug setzen und in das 30 Kilometer entfernte Amsterdam fahren. Das ist immer eine Reise wert.“

Zandvoort ist aber auch Motorsport mit Tradition. Der gerade einmal 350 Meter vom Nordseestrand entfernt gelegene Circuit Park Zandvoort wurde 1948 in Betrieb genommen. Zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren trug die Formel 1 30 Grand-Prix-Rennen auf der ursprünglichen Streckenführung aus. Nach einem Umbau wird heutzutage nur noch auf der aktuell 4,307 Kilometer langen Variante gefahren. 2012, 2014 und 2015 war der mitten in einem weitläufigen Dünengebiet gelegene Kurs Bestandteil des ADAC GT Masters-Rennkalenders. Auch 2016 trägt die „Liga der Supersportwagen“ zwei Rennen in Zandvoort aus. Insbesondere die niederländischen Lokalmatadoren freuen sich auf ihr persönliches Saisonhighlight.

„Ich habe in Zandvoort schon so viele Rennen mit so vielen unterschiedlichen Rennwagen bestritten – und es ist jedes Mal eine große Freude“, so Peter Hoevenaars (21, NL/Montaplast by Land-Motorsport). „Die Streckenführung ist einfach einmalig. Das ist ein richtiger Oldschool-Kurs mit rauem Asphalt, es geht bergauf und bergab, es gibt Kuppen, die man im Prinzip blind fahren muss. Die Strecke ist fahrerisch sehr anspruchsvoll. Wenn man schnell sein will, muss man sehr aggressiv fahren.

Es gibt aber noch eine weitere für den Circuit Park typische Tücke, über die die Rennfahrer keine Kontrolle haben. „Der Wind kann in Zandvoort eine ganz große Rolle spielen“, sagt Lamborghini-Fahrer Jaap van Lagen (39, NL/HB Racing WDS Bau), der 2014 zusammen mit Kévin Estre (27, F/KÜS TEAM75 Bernhard) beide Rennen in Zandvoort gewann. „Wenn er von der Nordsee pfeift, dann trägt er sehr viel Sand auf die Strecke. Gerade im ersten Freien Training ist es dann sehr rutschig auf dem Asphalt. Da muss man aufpassen. Wenn der Wind dreht, kann es sein, dass die Rundenzeit eine bis zwei Sekunden schneller oder langsamer wird. Das ist schon verrückt.“

Für die Niederländer im ADAC GT Masters-Starterfeld 2016 ist das Rennwochenende in Zandvoort ein echtes Heimspiel. Entsprechend groß ist auch die Vorfreude. „Ich bin dort in meinen Motorsport-Anfangsjahren unzählige Rennen gefahren – fünf oder sechs pro Jahr“, sagt Christiaan Frankenhout (34, NL/MRS GT-Racing), der einen Nissan GT-R steuert. „In letzter Zeit bin ich aber nicht mehr so häufig dort gewesen. Deshalb ist die Strecke für mich wieder zu etwas Besonderem geworden. Ich freue mich riesig und ich möchte meinen Freunden, meiner Familie und den Sponsoren natürlich eine gute Show bieten.“ Für die Fans hat Frankenhout noch einen Geheimtipp: „Auf einem Hügel bei der Slotemakerbocht hat man einen perfekten Überblick über die beiden Teile der Rennstrecke.“

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