Samstag, 6. Juli 2013

DTM - Norisring Streckenvorstellung

Noch eine Woche, dann ist die DTM-Pause vorbei und es geht zum Stadtrennen nach Nürnberg. Grund genug euch den Stadtkurs kurz vorzustellen.

Streckenskizze Norisring
Der Norisring ist ein Stadtkurs in Nürnberg, was bedeutet, dass ein Rennen auf Straßen stattfindet, die sonst vom normalen Straßenverkehr genutzt werden. Der Name Norisring ist das Ergebnis eines Preisausschreibens im Jahr 1950. Noris ist ein Name für Nürnberg aus dem 17. Jahrhundert.

1947 fand erstmals ein Motorradrennen auf einer Strecke rund um die Steintribüne des ehemaligen  Reichsparteitagsgeländes statt. Bis 1957 standen vor allem Motorradrennen im Mittelpunkt der Veranstaltungen, aber bereits ab 1948 fanden auch Autorennen statt.

Bis 1973 und dann wieder von 1984 bis 1989 waren dies vorwiegend Rennen mit Sportwagenprototypen. Heute finden auf der Strecke jährlich ein Rennen der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft statt. Aufgrund der Charakteristik der Strecke als sog. Stadtkurs und des außergewöhnlichen Flairs rund um das Rennen wird der Norisring auch oft als Monaco Deutschlands bezeichnet.

Im Laufe der Norisringrennen seit 1947 kamen drei Autorennfahrer und zwei Motorradrennfahrer ums Leben. Prominentestes Opfer war der ehemalige mexikanische Formel 1 Fahrer Pedro Rodriguez. Rodriguez gewann zwei Formel 1 Rennen und 15  bedeutende Sportwagenrennen , darunter die 24 Stunden von Le Mans 1968 auf einen Ford GT 40. Eine Woche vor seinem Tod gewann er die 1000 km von Zeltweg auf einem Porsche 917. Das aussergewöhnliche an diesem Sieg war das Rodriguez von den 1000 Km  960 km am Steuer saß und einen Zwei-Runden-Rückstand auf Clay Regazzoni im Ferrari aufholte. 1970 gewann er, ebenfalls auf dem Porsche 917, die Sportwagen-Weltmeisterschaft.
Rodríguez, der 1970 und 1971 einer der besten Sportwagenfahrer der Welt war, starb am 11. Juli 1971 auf dem Norising in der zwölften Runde des Rennens zur Europäischen Interserie bei einem Unfall in einem geliehenen Ferrari. 
Am 24. Juni 1988 geschah der letzte tödliche Unfall. Beim ersten Training zum Formel-3-Rennen auf dem Norisring verunglückte Csaba Kesjar. Das Training war bereits abgewinkt; der ungarische Pilot Csaba Kesjár befand sich auf seiner letzten Runde. Auf dem Scheitelpunkt der Dutzendteich Kehre fuhr Kesjárs VW-Dallara ungebremst geradeaus. Er prallte mit 200 km/h in einen Reifenstapel und durchbrach die dahinter verlaufende Leitplanke. Kesjár war auf der Stelle tot. Die Umstände des Unfall wurden nie endgültig geklärt.

Über die Jahrzehnte wurde der Kurs mehrfach verändert, die Streckenlänge lag anfangs bei 2 km, später bei bis zu 4 km. Seit 1972 ist die Rundstrecke 2,3 km lang. Bei der DTM werden derzeit (2013) 83 Runden gefahren. Seit Juli 2005 besteht zwischen der Steintribüne und dem Zeppelinfeld ein Fußgängertunnel. Die Zuschauer können dadurch auch während der Rennen problemlos auf die andere Seite der Strecke wechseln. Für das Rennen 2008 wurde der Bereich der Boxengasse komplett umgebaut.

Die relativ kurze Strecke auf der viele Runden zu fahren sind  fordert eine gute Traktion zum Beschleunigen und standfeste Bremsen um die erreichten Spitzengeschwindigkeiten, z.B. am Ende der Start-und Zielgeraden von ca. 260 Km/h verzögern zu können.
Startphase bei Regenrennen 2012
Foto: DTM-Media
Immer ein Problem bei der Fahrzeugabstimmung ist der ständig wechselnde Asphaltbelag und die vielen Bodenwellen auf den sonst vom öffentlichen Verkehr genutzten Straßen.

Die ständige Konzentration und die vielen harten Bremsmanöver machen ein Rennen am Norisring zu einer anstrengenden Dauerbelastung für die Fahrzeuge und die Fahrer. Dazu kommen die oftmals heißen Temperaturen beim traditionellen Termin in den Sommermonaten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen