Freitag, 15. Juli 2016

Corvette-Pilot Gounon: Ich lebe im ADAC GT Masters meinen Traum

  • Newcomer Gounon: Zwei Siege in sechs ADAC GT Masters-Rennen
  • Sohn von Ex-Formel-1-Pilot und Sportwagen-Ass Jean-Marc Gounon
  • Franzose erst in der vierten Saison im Motorsport aktiv
Gounon/Keilwitz (Corvette C7 GT3-R)
Foto: Jens Hawrda
Ein Newcomer aus Frankreich startet im ADAC GT Masters durch: Nach nur sechs Rennen in der "Liga der Supersportwagen" hat Neuzugang Jules Gounon bereits zwei Siege gemeinsam mit Daniel Keilwitz in der neuen Corvette C7 GT3-R auf dem Konto. "Alles gut", entgegnete der Franzose auf dem Sachsenring nach seinem Debütsieg den Gratulanten. "Alles gut" - Das sind bisher die einzigen deutschen Worte, die der Franzose sprechen kann. Und in der Tat: Der Einstieg in das ADAC GT Masters lief für Gounon bisher perfekt.
 
Gounons Familienname verpflichtet: Ebenso wie die Titelverteidiger Luca Ludwig und Sebastian Asch ist er der Spross eines erfolgreichen Rennfahrers. Der Vater des Corvette-Piloten ist Jean-Marc Gounon, ehemals mit Minardi und Simtek in der Formel 1 unterwegs und anschließend unter anderem als Werksfahrer bei Mercedes-Benz und BMW in den 1990er Jahren einer der renommiertesten GT- und Sportwagenfahrer mit zwölf Starts bei den 24 Stunden von Le Mans. Die Motorsportkarriere seines Sohnes zögerte Gounon Senior aber lange heraus. "Ich wollte ihn nicht zu früh ins Cockpit setzen und habe ihm gesagt, dass er erst mit 16 Jahren mit dem Motorsport beginnen darf. Er war aber sehr ungeduldig und saß eines Nachts auf mir im Bett und hat mich gefragt, wann es endlich losgeht. Es war 3.15 Uhr Nachts, ich musste ihm versprechen, das er Kart fahren darf. Diesen Moment werde ich nie vergessen."

In der Folge stieg Gounon in den Kartsport ein und fand über Zwischenstationen in der französischen Formel 4 und Formel Renault sowie dem Porsche Carrera Cup Frankreich den Weg in das ADAC GT Masters. Im März 2016 fand er dann den Weg nach Deutschland: "Mein Vater hat mich mit dem Teamchef von Callaway Competition, Ernst Wöhr, bekannt gemacht. Dort war ein Platz in der neuen Corvette frei. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl bei der Sache, aber sie wollten mich natürlich erst einmal testen." Gounon überzeugt und erhält den Zuschlag. "Der Deal ist letztendlich ein paar Tage vor dem offiziellen ADAC GT Masters-Test in Oschersleben über die Bühne gegangen", so Gounon. "Viel Zeit zur Eingewöhnung hatte ich also nicht." Verblüffend: Bereits sein drittes Rennen in einem rund 600 PS starken GT3-Rennwagen konnte Gounon für sich entscheiden.

Nach dem Debütsieg auf dem, Sachsenring folgte der zweite Erfolg von Gounon und Keilwitz beim Motorsport Festival auf dem Lausitzring, vor dem nächsten Rennen auf dem Red Bull Ring (22. bis 24. Juli) liegt das Corvette-Duo auf Tabellenrang zwei mit drei Punkten Rückstand auf die Tabellenführer Connor De Phillippi/Christopher Mies. Gounon lässt sich von dem starken Saisonstart nicht irritieren und bleibt bodenständig. "Ich denke von Rennen zu Rennen und versuche, den Blick auf die Gesamtwertung zu vermeiden. Ich komme prima mit der Corvette zurecht. Ich habe ein tolles Team und einen schnellen Teamkollegen - ich lebe im ADAC GT Masters gerade einen Traum. Als ich zum ersten Mal die Starterliste gesehen habe, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Winkelhock, Abt, Mies, Sandström, Vanthoor - allesamt meine GT3-Idole. Ich war so aufgeregt. Und jetzt fahre ich tatsächlich gegen diese Jungs auf der Rennstrecke."

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