Sonntag, 30. August 2015

DTM: Stimmen nach dem Samstagsrennen von Moskau

Pascal Wehrlein übernimmt mit dem Sieg die Meisterschaftsführung
Foto: Jens Hawrda
Pascal Wehrlein (gooix Mercedes-AMG C 63 DTM, Sieger)
„Das war ein super Rennen und die richtige Antwort auf Spielberg. Mein Auto war heute einfach klasse. Dafür muss ich mich bei meinem Team bedanken. Ich habe von Anfang an gesehen, dass wir ein starkes Auto haben. Ich wusste, dass der Reifenabbau bei BMW meistens etwas höher ist. Somit musste ich ein wenig geduldig sein, um dann ein überlegtes Überholmanöver zu setzen. Es war trotzdem ein bisschen ein Überraschungsangriff, der mir gelungen ist. Marco hat sich mit allen Mitteln gewehrt, ist dabei aber sehr fair gefahren. Genau so sollte ein Zweikampf aussehen. Ich bin absolut happy mit dem Rennen.“
Marco Wittmann ist zufrieden mit Platz zwei
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann (BMW Team RMG, 2. Platz):
„Ich hatte einen guten Start und konnte meine Führung zunächst gut verteidigen. Dann habe ich es leider nicht geschafft, aus dem DRS-Fenster herauszufahren. Als Pascal Wehrlein begonnen hat, mich anzugreifen, war mir schnell klar, dass ich gegen ihn keine Chance haben würde. Auch als er an mir vorbeigegangen war, konnte ich ihn trotz DRS nicht halten. Deshalb bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden, auch wenn ich von der Poleposition natürlich lieber gewonnen hätte.“

Bruno Spengler holt dritten Platz in der letzten Kurve
Foto: Jens Hawrda
Bruno Spengler (BMW Team MTEK, 3. Platz):
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf des Rennens. In der letzten Runde konnte ich ganz nah an Jamie Green heranfahren, spät bremsen und ihn überholen. Dass so ein Manöver in der letzten Kurve klappt, ist natürlich großartig. Das hat Spaß gemacht. Besonders nach dem schwierigen Rennen auf dem Red Bull Ring verleiht der Erfolg mit dem Doppelpodium den Mechanikern und dem gesamten BMW Team einen Extraschub Motivation. Ich freue mich schon jetzt auf das Qualifying und das Rennen morgen.“

Samstag, 29. August 2015

Baumann/Klingmann wahren Titelchance bei BMW-Doppelsieg

  • Sachsenring-Sieger Dominik Baumann/Jens Klingmann übernehmen Tabellenrang zwei
  • Claudia Hürtgen/Uwe Alzen komplettieren BMW-Doppelsieg
  • Andreas Weishaupt siegt im Audi in der Gentlemen-Wertung
Baumann (l.) / Klingmann wahren mit Sieg Titelchancen
Foto: ADAC-Motorsport
Dominik Baumann (22, A) und Jens Klingmann (25, Leimen/beide BMW Sports Trophy Team Schubert) wahren ihre Titelchance im ADAC GT Masters und holten auf dem Sachsenring einen souveränen BMW-Doppelsieg an. Das BMW-Duo gewann mit knappen 0,126 Sekunden Vorsprung vor ihren Teamkollegen Claudia Hürtgen (43, Aachen)/Uwe Alzen (48, Betzdorf/beide BMW Sports Trophy Team Schubert). Mit dem dritten Saisonsieg übernehmen Baumann/Klingmann Tabellenrang zwei und sind fünf Rennen vor dem Saisonende die engsten Verfolger der Tabellenführer Luca Ludwig (26, Bonn)/Sebastian Asch (29, Ammerbuch), die im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Fünfte wurden. „Der Sieg hat uns im Titelrennen jetzt gut nach vorn gebracht“, jubelte Klingmann. „Wenn wir hier nicht vorn sind, sind wir nirgends vorn. Der Sachsenring ist für uns die beste Strecke im Kalender, hier müssen wir die maximale Punkteausbeute mitnehmen.“ Eine starke Leistung zeigte das Corvette-Duo Andreas Wirth (30, Heidelberg)/Daniel Keilwitz (26, Villingen/beide Callaway Competition), die von Startplatz 15 kommend Dritte wurden.
 
BMW fährt souverän zum Doppelsieg
 
Der BMW-Doppelsieg auf dem Sachsenring war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Nach dem Start setzte sich Hürtgen vor Teamkollege Baumann von der Pole an die Spitze und lag bis zum Fahrerwechsel 7,2 Sekunden vor dem Österreicher. Dann neutralisierte eine Safety-Car-Phase die Abstände, nachdem sich Rahel Frey (29, A/YACO Racing) im drittplatzierten Audi R8 von der Strecke drehte und Maximilian Buhk (22, Dassendorf/Bentley Team HTP) seinen Bentley Continental nach technischem Defekt abstellen musste. Nach den Fahrerwechseln und dem Restart blieb die BMW-Doppelspitze mit Alzen vor Klingmann unverändert. Drei Runden vor dem Rennende setzt sich Klingmann dann im teaminternen Duell gegen Alzen durch und fuhr zum dritten Saisonsieg.
 
 Klingmann: „Ich konnte gleich nach dem Boxenstopp Boden auf Uwe Alzen gut machen und er war auf der Bremse etwas schwächer als ich, so konnte ich gut an ihn ran kommen. Bei dem Überholmanöver hat Uwe fair mitgespielt.“„Claudia hat es in der ersten Rennhälfte richtig fliegen lassen, ihr Auto lag gut und so habe ich mich darauf konzentriert, Platz zwei zu halten und Jens ein gutes Auto für die zweite Rennhälfte zu geben“, sagte Baumann nach seinem siebten ADAC GT Masters-Laufsieg.
Wirth/Keilwitz zeigen sehenswerte Aufholjagd
Foto: ADAC-Motorsport
Corvette-Piloten Wirth/Keilwitz beeindrucken mit Aufholjagd
 
Eine sehenswerte Aufholjagd lieferten die Corvette-Piloten Wirth/Keilwitz. Von Startplatz 15 arbeitete sich erst Wirth durch das Feld nach vorn. Nach der Safety-Car-Phase und dem Fahrerwechsel zur Rennmitte fuhr Keilwitz dann innerhalb von acht Runden von Rang elf auf Position vier und erbte Rang drei, als Edward Sandström (36, S/kfzteile24 MS RACING) im Audi R8 in den Kies rutschte. Eine starke Teamleistung von Callaway Competition komplettierten Diego Alessi (43, I)/Patrick Assenheimer (23, Heilbronn) als Vierte. Assenheimer hielt seinem Teamkollegen Keilwitz in der zweiten Rennhälfte den Rücken frei und die beiden Mercedes-Benz SLS AMG von Ludwig/Asch und Hari Proczyk (39, A)/Andreas Simonsen (25, S/beide HP Racing) auf Distanz.
 
Nissan-Duo Jöst/Scholze neue Gentlemen-Tabellenführer
 
Andreas Weishaupt (42, Ulm)/Christer Jöns (28, Ingelheim/beide C.Abt Racing) belegten im bestplatzierten Audi R8 Rang sieben und feierten damit ihren dritten Saisonsieg in der Gentlemen-Klasse. Albert von Thurn und Taxis (32, Regensburg) belegte bei seinem ADAC GT Masters-Comeback im Lamborghini Gallardo mit Tomas Enge (38, CZ/beide Reiter Engineering) Rang acht. Martin Ragginger (27, A)/Klaus Bachler (24, A/beide GW IT Racing Team Schütz Motorsport) fuhren im Porsche 911 GT3 auf Rang neun, Bachler musste den zweiten Tabellenrang dadurch an die Rennsieger Klingmann/Baumann abgeben. Florian Scholze (42, München)/Dominik Jöst (36, Absteinach/beide MRS GT-Racing) eroberten als Zehnte im Nissan GT-R einen Punkt und die Tabellenführung in der Gentlemen-Wertung.
das Podium vom Samstagsrennen
Foto: ADAC-Motorsport
 Rennergebnis Rennen 1 (Top-Five):


1. Baumann/Klingmann (BMW Z4 GT3),
2. Alzen/Hürtgen (BMW Z4 GT3),
3. With/Keilwitz (Chevrolet Corvette Z.06R GT3),
4. Alessi/Assenheimer (Chevrolet Corvette Z.06R GT3),
5. Ludwig/Asch (Mercedes SLS AMG GT3).
 

Hürtgen erste Frau auf ADAC GT Masters-Pole

  • Claudia Hürtgen fährt mit BMW Z4 auf den ersten Startplatz
  • Erste Frau auf der Pole Position bei einem ADAC GT Masters-Rennen
  • Lokalmatador Philip Geipel startet im Audi aus der ersten Reihe

holt als erste Frau im ADAC GT-Masters eine Pole-Position: Claudia Hürtgen
Foto: ADAC-Motorsport
Premiere im ADAC GT Masters: Erstmals hat eine Frau Im Qualifying alle Männer hinter sich gelassen. Claudia Hürtgen (43, Aachen/BMW Sports Trophy Team Schubert) hat sich auf dem Sachsenring bei schwierigen Streckenbedingungen im BMW Z4 die erste Pole Position im ADAC GT Masters gesichert und geht gemeinsam mit Teamkollege Uwe Alzen (47, Betzdorf) am Samstag um 13:00 Uhr vom besten Startplatz ins Rennen. Lokalmatador Philip Geipel (28, Plauen) verhinderte eine reine erste BMW-Startreihe und fuhr mit seinem Audi R8 auf Startplatz zwei. Damit verdrängte Geipel BMW-Pilot Dominik Baumann (22, A/BMW Sports Trophy Team Schubert) aus der ersten Reihe. "Ich habe Regenreifen und Slicks ausprobiert. Die Entscheidung für Slicks die beste Wahl", sagte Hürtgen. "Ich habe schon einige Rennen im ADAC GT Masters gewonnen, aber auf der Pole stand ich noch nicht. Auf so einer anspruchsvollen Rennstrecke wie dem Sachsenring bei diesen Bedingungen auf den ersten Startplatz zu fahren, tut besonders gut". 
 
Qualifying-Krimi bei abtrocknender Strecke
 
Auf abtrocknender und bei minütlich fallenden Rundenzeiten wurde das Qualifying zu einem Krimi, bei dem 15 Mal der Spitzenreiter wechselte und die Rundenzeiten im Verlauf um zehn Sekunden sanken. Am Ende hatte Hürtgen die beste Strategie und fuhr 0,181 Sekunden vor Geipel auf den ersten Startplatz. "Ich freue mich ganz besonders für Schubert Motorsport, denn nach dem Unfall im Rennen am Nürburgring hat das Team unseren BMW in weniger als zehn Tagen komplett neu aufgebaut. Es ist das tollste Geschenk, das ich dem Team machen konnte", sagte Claudia Hürtgen.
 
Die zweite Startreihe teilt sich Baumann im BMW mit Clemens Schmid (25, A/Bentley Team HTP) im Bentley Continental GT3. Aus Reihe drei gehen die Audi R8 von Florian Stoll (34, Rickenbach/kfzteile24 MS RACING) und Stefan Wackerbauer (19, Landshut/C.Abt Racing) ins Rennen. Die Tabellenführer Luca Ludwig (26, Bonn)/Sebastian Asch (29, Ammerbuch/Team Zakspeed) starten im Mercedes-Benz SLS AMG als Zehnte, Titelkontrahent Klaus Bachler (24, A) geht mit Martin Ragginger (27, A/beide GW IT Racing Team Schütz Motorsport) im Porsche 911 von Startplatz 14 ins Rennen.
 

DMSB-Urteil: Ekström für Kollision mit Glock bestraft

Audi-Pilot Mattias Ekström wird beim DTM-Sonntagsrennen auf dem Moscow Raceway in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten strafversetzt.  Grund ist die Kollision zwischen dem Schweden und BMW-Fahrer Timo Glock in der elften Runde des Laufs am Samstag. Die Rennkommissare sahen es als erwiesen an, dass Ekström bei seinem Überholversuch zu optimistisch handelte und somit die Kollision verschuldete, die für beide Piloten das Aus bedeutete.

Das Video zum  Unfall seht Ihr hier (Klicken ins Bild):
https://www.youtube.com/watch?t=13&v=vjl-XqsQvGo
 

1.Rennen Moskau: Wehrlein schlägt in Moskau zurück – Ekström verliert Gesamtführung

Sieg für Wehrlein im ersten Rennen in Moskau vor Wittmann und Spengler
Forto: Mercedes-Motorsport
Es war nervenaufreibend bis zur letzten Sekunde. Der erste Lauf auf dem Moscow Raceway zeigte eindrucksvoll, was die DTM zu bieten hat: Harte Duelle zwischen den Herstellern, packende Zweikämpfe, bittere Ausfälle und einen neuen Führenden in der Fahrerwertung. Für Pascal Wehrlein lief das Rennen wie gemalt. Der Mercedes-Benz-Pilot überquerte nach 24 Runden als Sieger den Zielstrich und eroberte mit diesen Erfolg die Führung in der Gesamtwertung zurück. „Das war ein perfekter Tag. Ich bin selbst überrascht, wie gut das Auto über die gesamte Distanz funktioniert hat. Das war wirklich ein verdammt gutes Rennen“, sagte der strahlende Sieger. Nach hartem Kampf musste sich der Pole-Sitter Marco Wittmann in seinem BMW M4 DTM am Ende mit dem zweiten Rang vor seinem Markenkollegen Bruno Spengler begnügen. Der Kanadier meisterte in aller letzter Sekunde den Sprung auf das Podium und vereitelte Audi-Pilot Jamie Green die Rückkehr auf das Selbige. Es war nicht der einzige Rückschlag, den die Ingolstädter im Samstagsrennen hinnehmen mussten.
Rennentscheidende Szene: Wehrlein geht in Runde 20 an Wittmann vorbei
Foto: Mercedes-Motorsport
Die rennentscheidende Szene ereignete sich am Ende der 20. Runde. Immer wieder hatte Wehrlein zuvor versucht, an Marco Wittmann vorbeizuziehen. Immer wieder tauchte er an der Seite des 25-Jährigen auf, der sich aber bravourös zur Wehr setzte. Dann aber schlug Wehrlein zu, täuschte außen an und zog in der letzten Kurve vor Start-Ziel innen vorbei. „Ich wollte nicht das letzte Risiko eingehen, habe aber immer versucht, Marco heftig unter Druck zu setzen. Dann habe ich ihn mit einem Manöver überraschen können“, sagte Wehrlein. Mattias Ekström war der Grund, warum der junge Mercedes-Benz-Pilot zunächst das totale Risiko scheute. Der Führende der Fahrerwertung war nach elf Runden auf den BMW von Timo Glock aufgelaufen und setzte zum Überholvorgang im Kampf um Platz vier an. Glock aber machte die Tür zu, was einem heftigen Abflug und das Aus für beide Fahrer zur Folge hatte. „Ich war schneller und wollte gemütlich vorbeiziehen. Aber Timo hat keinen Platz gelassen“, sagte Ekström. Glock hingegen war fassungslos, schimpfte über den Funk: „Was zur Hölle hat der da gemacht?!“
 
Während die Autos von Ekström und Glock geborgen wurden, ging das Rennen zunächst hinter dem Safetycar weiter. Das kam in dieser Phase bereits zu seinem zweiten Einsatz. Denn der 40-minütige Lauf begann mit einem Knall. Kurz nach dem Start touchierte Miguel Molina in seinem Audi RS 5 DTM den schlecht gestarteten BMW von Tom Blomqvist. Während der Brite seine Fahrt fortsetzen konnte, drehte sich der Wagen des Spaniers. Wie durch ein Wunder gelang es nahezu dem kompletten Fahrerfeld dem außer Kontrolle geratenen Audi in der ersten Kurve auszuweichen – Christian Vietoris schaffte es nicht und konnte den Zusammenstoß aufgrund schlechter Sichtbedingungen nicht verhindern. Der Einschlag war heftig, beide Fahrer kamen jedoch ohne Verletzungen davon. Das Safetycar musste im Anschluss aufgrund der Aufräumarbeiten für sechs Runden auf der Strecke bleiben. Für das Rennen von Wittmann waren die langen Unterbrechungen in der ersten Hälfte des Rennens nicht förderlich: „Ich wollte gerade zu Beginn des Rennens eine Lücke zu meinen Verfolgern herausfahren. Das wurde mir durch das Safetycar natürlich unmöglich gemacht. Letztlich war Pascal einfach zu schnell. Ich habe mich mit allen Kräften gewehrt, hatte unter diesen Bedingungen aber keine Chance.“
 
Statt die Attacke von Wehrlein kontern zu können, geriet der Vorjahreschampion in den letzten Runden ins Visier des zu diesem Zeitpunkt drittplatzierten Jamie Green. Der Brite fuhr im Audi immer dichter an Wittmanns Heck heran und war drauf und dran, den BMW zu überholen. In der letzten Rennrunde sollte dann aber alles anders kommen. Auf der letzten Geraden vor Start-Ziel blies plötzlich Bruno Spengler zur Attacke und zog beinahe mühelos am Briten vorbei. Spengler: „Das war wirklich eine große Freude. Jamie hat in der letzten Runde einige Fehler gemacht, weshalb ich nah an ihn herankommen konnte. Vor der letzten Kurve des Rennens habe ich dann mein DRS genutzt und bin an ihm vorbei.“
 
Schon nach dem ersten Renntag in Moskau hat Wehrlein seine Ankündigung aus dem Vorfeld – er wolle sich die verlorenen Punkte aus Spielberg auf der Strecke wiederholen - wahrmachen können. Mit 119 Punkten führt der 21-Jährige nun die Fahrerwertung an. Zweiter ist Ekström mit 111 Zählern. Edoardo Mortara belegt nach seinem sechsten Platz im Rennen mit 106 Punkten den dritten Platz.


Rennergebnis Rennen 1 (Top-Five):


1. Pascal Wehrlein (Mercedes),
2. Marco Wittmann (BMW),
3. Bruno Spengler (BMW),
4. Jamie Green (Audi),
5. Daniel Juncadella (Mercedes).