Dienstag, 18. August 2026

Emil Frey Racing feiert mit Matteo Cairoli dritten DTM Saisonsieg

Der Nürburgring bescherte Emil Frey Racing beim sechsten Lauf der DTM-Saison 2026 ein Wochenende zwischen Triumph und verpasster Chance. Während Matteo Cairoli am Samstag mit einer makellosen Vorstellung seinen dritten Saisonsieg feierte, verhinderte am Sonntag ein technisches Problem beim Boxenstopp, was ein weiterer Sieg hätte werden können.


Rennen 1 – Samstag, 15. August 2026

Im Qualifying zum ersten Rennen am Nürburgring zeigte Matteo Cairoli eine bärenstarke Runde und sicherte sich die Pole Position mit einem Vorsprung von nur 0,036 Sekunden auf Thomas Preining im #91 Porsche. Teamkollege Thierry Vermeulen startete von Platz 14.

Matteo Cairoli behauptete beim Start souverän die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo und baute seinen Vorsprung auf Thomas Preining in den ersten Runden auf 3,25 Sekunden aus. Thierry Vermeulen arbeitete sich derweil kontinuierlich nach vorne und hatte sich vor dem Boxenstoppfenster bereits bis auf Platz 11 vorgearbeitet.

Als das Boxenstoppfenster öffnete, war Thierry Vermeulen einer der Ersten an der Box und wurde in guten 6,3 Sekunden abgefertigt. Matteo Cairoli kam zur Rennhalbzeit an die Box und kehrte nach einem Stopp von 6,2 Sekunden wieder auf die Strecke zurück. Thomas Preining stoppte ebenfalls in 6,2 Sekunden, war aber vor Matteo Cairoli an der Box gewesen. Dennoch behauptete der Italiener nach Abschluss der Stoppserie die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo, auch wenn Thomas Preining mit bereits aufgewärmten Reifen zunächst schneller unterwegs war als Matteo Cairoli auf noch kalten Gummis. Thierry Vermeulen setzte nach seinem Stopp auf frischen Reifen seine persönliche Bestzeit und klassierte sich auf Platz 13.

Matteo Cairoli hielt dem Druck stand, baute seinen Vorsprung auf 2,2 Sekunden aus und legte zudem die schnellste Rennrunde vor. Als der letzte Konkurrent schliesslich an die Box kam, führte Matteo Cairoli mit komfortablem Vorsprung von über sieben Sekunden. In der Schlussphase kämpfte Thierry Vermeulen mit Bastian Buus im #29 Porsche um Platz 11, verlor jedoch in der Anfahrt zur ersten Kurve die Position und belegte Rang 12. Was dann folgte, war schlicht unnötig: Christian Engelhart manövrierte den #19 Lamborghini in der allerletzten Schikane in den unschuldigen Thierry Vermeulen im #69 Ferrari und schickte den Niederländer ins Kiesbett. Ein vermeidbares Manöver in der letzten Runde, das Thierry Vermeulen wichtige Punkte kostete und auch in der Teamwertung Schaden anrichtete.

Matteo Cairoli fuhr derweil mit knapp zehn Sekunden Vorsprung einen souveränen Start-Ziel-Sieg heraus und feierte seinen dritten Saisonsieg. Zu Recht wurde er anschliessend zum Driver of the Day gekürt.

Rennen 2 – Sonntag, 16. August 2026

Nach seinem souveränen Sieg am Samstag ging Matteo Cairoli im #14 Ferrari 296 GT3 Evo von Startplatz 3 ins zweite Rennen, allerdings mit 20 Kilogramm Erfolgsballast an Bord. Teamkollege Thierry Vermeulen startete vom 17. Platz aus.

Thierry Vermeulen erwischte einen starken Start und arbeitete sich sofort nach vorne. Als kurz darauf Maro Engel, Kevin van der Linde und Luca Auer in einem Unfall verwickelt wurden, profitierte der Niederländer und verbesserte sich bis auf Platz 11. Das Safety Car wurde eingesetzt und dadurch die Renndistanz auf 55 Minuten plus drei Runden neu festgelegt. Matteo Cairoli behauptete währenddessen seinen dritten Platz. Beim Restart blieb der Italiener auf Position 3, während Thierry Vermeulen in Runde 4 Mirko Bortolotti im #63 Lamborghini überholte und sich auf Platz 10 schob. Kurz darauf fiel er wieder auf Rang 11 zurück.

Thierry Vermeulen kam als Erster an die Box und wurde in 7,3 Sekunden abgefertigt. Vor Matteo Cairolis Stopp lieferten sich die Spitzenfahrer enge Kämpfe um die zweite Position. Der Italiener war einer der Letzten, der die Box ansteuerte, und kam in der letzten Minute gemeinsam mit dem führenden Jules Gounon im #48 Mercedes herein. Doch es kam zu einem Problem hinten links, der Stopp dauerte 24,8 Sekunden. Matteo Cairoli fiel dadurch auf Platz 11 zurück, Thierry Vermeulen klassierte sich zu diesem Zeitpunkt auf Rang 14. Jules Gounon erhielt zudem eine Strafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse, was bedeutete, dass Matteo Cairoli bei einem reibungslosen Stopp die Führung hätte übernehmen können.

In Runde 17 sorgte Ben Dörr für eine Safety-Car-Phase, nachdem sein McLaren mit einem lockeren Rad langsam zum Stillstand kam und in der ersten Kurve zum Stehen blieb. Das Rennen wurde in Runde 20 wieder freigegeben. Matteo Cairoli kämpfte sich zurück und überholte in Runde 25 sowohl den #10 als auch Ricardo Feller im #90 Porsche und verbesserte sich auf Platz 9. Thierry Vermeulen kam in Runde 27 erneut als Erster zum zweiten Stopp, abermals in 7,3 Sekunden. Matteo Cairoli folgte in Runde 28, doch der Stopp dauerte diesmal ebenso länger, da die Feder erneut Probleme bereitete.

Am Ende klassierte sich Thierry Vermeulen auf Platz 12, Matteo Cairoli auf Rang 13. Nach dem grandiosen Sieg am Samstag ein herber Rückschlag, denn mit einem problemlosen Boxenstopp wäre an diesem Sonntag ein weiterer Rennsieg für den Italiener durchaus wieder möglich gewesen.

Fahrerstimmen zum Rennwochenende am Nürburgring

Matteo Cairoli (Italien)

„Auf der einen Seite ist es ein sehr gutes Gefühl, auf der anderen Seite ist es ein sehr frustrierendes Ende zu dem Wochenende, denn das Rennen heute hatte sehr viel Potenzial. Es ist einfach sehr schade, dass das Problem beim Boxenstopp passierte. Daran trägt auch keiner Schuld, es ist einfach nur schade – aber es ist noch alles offen und wir greifen wieder am Sachsenring an.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Ein sehr schwieriges Rennen und Wochenende für mich. Auch wenn ich mit dem Auto sowohl am Samstag als auch am Sonntag zufrieden war, konnte ich nicht an Matteos Pace herankommen. Ein schwerer Unfall am Samstag hinterlies grosse Schäden am Auto. Ein grosses Dankeschön an das gesamte Team, das die ganze Nacht gearbeitet hat, denn ohne diesen Einsatz wäre ein Start am Sonntag nicht möglich gewesen. Wir müssen nun analysieren, warum die Pace bei mir nicht vorhanden war."