Samstag, 15. August 2026

EuroMoto Supersport: Dirk Geiger spurtet von ganz hinten nach vorn

Dirk Geiger, Yamaha R 9 #60
Foto: Jens Hawrda

Von hinten nach ganz vorne. Sieg für Dirk Geiger im ersten Rennen der EURO MOTO Supersport in Assen. An dieser Heldentat gab es nichts zu rütteln. Aber mit der Drei-Sekunden-Strafe für Daniel Blin bekam alles einen faden Beigeschmack.

Dirk Geiger (Apreco-Yamaha) musste trotz Pole Position aus der Boxengasse starten, weil er den dritten Motor in Betrieb hat. Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) wurde wegen Überschreitung des Tempolimits drei Plätze zurückgesetzt. Gleiches betraf Luca Göttlicher (LJ Racing).

Somit besetzten Lennox Lehmann (Apreco-Yamaha), Marvin Siebdrath (MCA Honda) und Luca de Vleeschauwer (SWPN Yamaha) die erste Startreihe. Sie bekamen die Podiumsplätze auf dem Silbertablett serviert, aber keiner von ihnen griff zu.

Lehmann übernahm am Start die Führung. Blin und Göttlicher zogen durch. Göttlicher kam sogar in Führung liegend aus der ersten Runde zurück. Ein Fahrfehler im dritten Umlauf warf ihn bis auf den vierten Platz zurück. Es bildeten sich zwei kämpfende Duos. An der Spitze legten sich Lehmann und Blin an. Kurz dahinter beharkten sich Göttlicher und Luca de Vleeschauwer.

Es fühlte sich an, als ob Blin dem Yamaha-Fahrer näher kommt. Das wollte der Dresdner auf jeden Fall vermeiden. Noch zu frisch war die Erinnerung an den EURO MOTO-Event in Oschersleben, als sich der Pole in einem sehr beherzten Manöver in letzter Sekunden an ihm vorbei gepresst hatte. Heute wollte sich Lehmann den Genuss des ersten Saisonsieges nicht noch einmal entgehen lassen.

In der achten von 13 Runden wurde es noch interessanter. Geiger war von der Boxengasse aus durch das Feld gepflügt und schon Fünfter. Er fuhr als Einziger 1:41er-Zeiten und das machte sich auf Dauer bemerkbar. In der neunten Runde knickte Luca de Vleeschauwer ein und konnte das Tempo nicht mehr halten. Dahinter stürzte mit Freddie Heinrich der einzige Kawasaki-Pilot auf dem Weg zu einem Top 6-Platz aus dem Rennen.

Geiger befand sich mittlerweile schon auf Podiumskurs und an der Spitze rappelte es gewaltig. Lehmann unterlief ein Schaltfehler. Blin huschte am Sachsen vorbei. Plötzlich befand sich Blin im Abseits und Lehmann war wieder vorn. Dann der entscheidende Moment: Lehmann verlor in Führung liegend das Silbertablett und vergrub den ersten möglichen Saisonsieg im Kies.

Was in den letzten Metern bis zum Ziel passierte, war purer Nervenkitzel. Geiger war mit der Yamaha R9 durch das Getümmel durchmarschiert und kämpfte mit Blin und Göttlicher in haarscharfen Manövern um den Sieg. Am Ende war Blin mit elf Tausendstelsekunden Vorsprung als Erster vor Geiger und Göttlicher im Ziel. Die Wertung sah anders aus. Weil Blin im Kampf mit Lehmann in die Auslaufzone der Ruskenhoek-Kurve gekommen war und vor der Rückkehr auf die Strecke keine Sekunde verzögert hatte, wie es das Reglement vorschreibt, wurde ihm eine 3-Sekunden-Zeitersatzstrafe auferlegt. Für eine Long-Lap-Runde hatte die Renndistanz nicht mehr gereicht.

Geiger wurde zum Sieger des Rennens erklärt. Damit nahm er Blin die Führung in der Gesamtwertung ab. Göttlicher kam mit der MV Agusta auf den zweiten Platz und stieg als Dritter aufs Podium. Der Pole legte Protest gegen die Entscheidung ein.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (GER/Yamaha)

2. Luca GÖTTLICHER (GER/MV Agusta)

3. Daniel BLIN (POL/Ducati)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (NED/Yamaha)

5. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

6. Marvin SIEBDRATH (NED/Honda)

7. Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

8. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

9. Jorke ERWIG (GER/Ducati)

10.Max STAUFFER (AUS/Yamaha

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek