Dienstag, 18. August 2026

TGI Team by GRT dreht DTM-Wochenende auf dem Nürburgring mit starker Aufholjagd in die Top-5

  • Mirko Bortolotti fährt im Sonntagsrennen in der Eifel von Startposition 16 auf Platz 5
  • Ersatzfahrer Christian Engelhart überzeugt beim Debüt im Lamborghini Temerario GT3 mit Pace
  • Gottfried Grasser: “Wir haben das Rennen mindestens genauso gut ausgeführt wie in Oschersleben.”

Mirko Bortolotti mit starkem Sonntag am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Für das TGI Team by GRT setzte sich die Achterbahnfahrt in der DTM 2026 am sechsten Rennwochenende vom 14. bis 16. August auf dem Nürburgring unvermindert fort. Auf dem Traditionskurs in der Eifel war das von Lamborghini Squadra Corse unterstützte Team aus der Steiermark wieder mit zwei Lamborghini Temerario GT3 am Start. Neben Mirko Bortolotti griff mit Christian Engelhart ein alter Bekannter als Ersatz für Maximilian Paul ins Lenkrad. Das Rennglück ließ am Nürburgring bei sommerlichen Bedingungen vor 81.000 Zuschauern jedoch auf sich warten. Nach einem turbulenten ersten Lauf rettete Mirko Bortolotti das Wochenende am Sonntag mit einer phänomenalen Aufholjagd von Startposition 16 auf Platz 5.

In den Trainings auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Layout zeigte sich früh, dass ein Top-Resultat am Nürburgring schwierig zu erreichen sein wird. In den beiden Qualifyings schaffte es Lamborghini als einziger Hersteller im 21 GT3-Fahrzeuge starken DTM-Grid nicht in die Top-10. Für das Samstagsrennen stellten Bortolotti und Engelhart die Startplätze 13 und 15 sicher. Christian Engelharts Vorstellung war mit einem Rückstand von nur 0,071 Sekunden auf den bestplatzierten Lamborghini im Feld besonders beeindruckend. Für ihn war die Veranstaltung seine Premiere mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3. Seine Leistung sprach für eine gelungene und vor allem schnelle Umstellung auf das ihm zuvor unbekannte Fahrzeug.

Das erste Rennen über eine Distanz von 55 Minuten plus eine Runde gestaltete sich für das Fahrerduo vom TGI Team by GRT schwierig. Mirko Bortolotti wurde bereits in der Startrunde mehrfach von der Rennstrecke gedrängt. Daraufhin verstopften Debris die Kühleinlässe seines Lamborghini Temerario GT3. Um Folgeschäden zu verhindern, musste er nach Runde drei an der Box abstellen. Christian Engelhart hielt sich im Mittelfeld schadlos und kämpfte um den Einzug in die Top-10. In der letzten Runde unterlief dem 39-jährigen Bayer jedoch ein Fehler und er kollidierte mit einem Konkurrenten. Er wurde daraufhin zwar noch auf Platz 14 gewertet, konnte aufgrund der dabei erlittenen Beschädigungen an seinem Auto am zweiten Rennen aber nicht mehr teilnehmen.

Den Sonntag nahm Mirko Bortolotti demzufolge erneut als einziger Fahrer für das TGI Team by GRT in Angriff. Vom 16. Startplatz zeigte der Lamborghini Factory Driver in einem hart umkämpften Rennen erneut seine ganze Klasse. In der Startphase gewann er vier Positionen, wegen einer Penalty-Lap für die falsche Position im Startkorridor fiel er wieder auf P16 zurück. In einem ereignisreichen Rennverlauf mit zwei Safety-Car-Phasen arbeitete sich Bortolotti wieder bis auf Platz acht vor. Aufgrund seines frühen Ausfalls am Samstag, konnte der 36-jährige Italiener auf zwei frische Reifensätze zurückgreifen. Beim Overcut während des zweiten Boxenstopp-Fensters nutzte er diesen Vorteil und fuhr vor seinem zweiten Pitstop die schnellsten Rundenzeiten im Feld. In einer engen Schlussphase überholte er noch zwei weitere Kontrahenten und wurde nach 39 Runden als Fünfter gewertet. Im Ziel hatte er mit insgesamt elf Positionen mehr Plätze als jeder andere Fahrer gutgemacht.

In zwei Wochen ist das TGI Team by GRT erneut auf dem Nürburgring am Start. Vom 28. bis 30. August findet mit einem 3-Stunden-Rennen die vierte Station im GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup statt. In der DTM geht es vom 11. bis 13. September mit dem siebten von acht Rennwochenenden auf dem Sachsenring weiter. Zuvor wird das Team bei Testfahrten mit Maximilian Paul eine mögliche Rückkehr des Stammfahrers ins Cockpit des Lamborghini Temerario GT3 mit der Startnummer 19 evaluieren.

Stimmen der Fahrer nach dem Rennwochenende am Nürburgring

Mirko Bortolotti: “Es war aus mehreren Gründen ein sehr anspruchsvolles Wochenende. Einen hart erkämpften und verdienten Sieg drei Wochen später und nur einen Tag vor dem Start eines weiteren Rennwochenendes zu verlieren, war eine bittere Pille. Hinzu kam, dass der Freitag für mich im Grunde genommen ein verlorener Tag war, da wir erst am Abend feststellten, dass es ein Problem mit dem Auto gab. Das bedeutete, dass wir etwas blind in den Renntag gingen. Angesichts all dieser Umstände bin ich froh, erneut einen Platz unter den Top-5 erreicht zu haben. Wir haben eine starke Leistung gezeigt und wieder einmal großartige Teamarbeit geleistet. Ich möchte mich auch bei allen Fans für die unglaubliche Unterstützung bedanken, die ich das ganze Wochenende über erhalten habe.”

Christian Engelhart: “Ich bin mit viel Freude und Motivation in dieses DTM-Wochenende gegangen. Die Voraussetzungen waren mit einem neuen Auto und ohne vorherige Testmöglichkeiten anspruchsvoll. Ich habe mich dieser Herausforderung mit vollem Einsatz gestellt. Wir hatten einen guten Start und konnten gemeinsam mit den Ingenieuren von Session zu Session unsere Performance steigern. Am Samstagmorgen haben wir nach nur zwei Trainings ein starkes Qualifying hingelegt – das war eine großartige Leistung für uns als Team. Auch das Rennen verlief bis zur letzten Runde solide. Eigentlich wollte ich nichts riskieren, aber als ich auf die letzte Schikane zufuhr, war ich sehr dicht hinter meinem Vordermann. Dann ging alles sehr schnell. Ich habe die Situation beim Anbremsen falsch eingeschätzt und es kam zur Kollision. Ich entschuldige mich beim gesamten Team von GRT und meinen Mechanikern, sowie bei Thierry und Emil Frey Racing. Abschließend möchte ich allen Beteiligten für ihren Einsatz danken.”


Quelle: grasser-racing.com