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| Ruben Bijmann, Triumph Daytona 660 #17 Foto: Jens Hawrda |
Was für ein erstes Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa Paligo Racing) feierte vor heimischem Publikum seinen ersten Sieg. Gaststarter Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) machte das Rennen zusätzlich spektakulär. Der Niederländer startete vom letzten Platz und führte schon nach der ersten Runde. Am Ende fehlten ihm gerade einmal 0,035 Sekunden zum Sieg. Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) meldete sich mit Rang drei auf dem Podium zurück.
Dabei gehörte die erste Runde ganz klar Buis. Weil er die Qualifikationsvorgabe am Samstagmorgen nicht erfüllt hatte, musste der WM Fahrer vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Was dann folgte, überraschte selbst ihn. Buis erwischte einen Blitzstart, lag schon nach der vierten Kurve auf Rang vier und kam nach der ersten Runde tatsächlich als Führender zurück. 16 Plätze in nur einer Runde.
„Ich war selbst überrascht, nach dem Start so schnell von ganz hinten nach ganz vorne zu kommen. Das war eine verrückte erste Runde“, sagte Buis. Einfach wurde es danach allerdings nicht. „Auf den Geraden hatte ich mit der Suzuki nicht so viel Power, dafür konnte ich in den Kurven immer wieder aufholen. Das war richtig gut.“
Vorne bildete sich schnell eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Buis, Bijman, Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb), Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und Rosenthaler. Vor allem Bijman zeigte sich stark auf der Bremse und hielt bei den Attacken immer wieder dagegen. Die Führung wechselte mehrfach. Nach Buis übernahm zunächst Bijman, zur Rennhälfte lag Zuda vorne und wenig später setzte sich Kitzbichler an die Spitze.
In den letzten Runden rückten die fünf Fahrer noch einmal eng zusammen. Zwei Runden vor Schluss schob sich Buis an Zuda vorbei. Auch Rosenthaler machte noch einmal Druck und brachte sich in Position für das Finale.
Dann kam die letzte Runde. Bijman setzte die entscheidende Attacke gegen Kitzbichler und ging vorbei. Buis versuchte ebenfalls sein Glück. Kitzbichler hielt dagegen, bremste spät und sein Motorrad schaukelte sich auf. Der Österreicher konnte einen Sturz verhindern, musste allerdings über den grünen Bereich neben der Strecke ausweichen und fiel auf Rang fünf zurück.
Bijman nutzte die Chance und brachte seinen ersten Sieg in der Sportbike Klasse mit gerade einmal 0,035 Sekunden Vorsprung vor Buis ins Ziel. „Es hat sich richtig gut angefühlt, einen großen Teil des Rennens vorne zu fahren. Ich habe mich auf dem Motorrad sehr stark gefühlt und schon ab der dritten Runde gemerkt, dass heute wirklich etwas drin ist. Am Ende wurde es noch einmal ein richtig harter Kampf. Umso schöner ist es, dass es endlich mit meinem ersten Sieg geklappt hat und dann auch noch hier zu Hause in Assen“, freute sich Bijman.
Rosenthaler wieder auf dem Podium
Hinter den beiden Niederländern meldete sich Rosenthaler zurück. Der Österreicher setzte in der Schlussphase noch einmal alles daran, wichtige Punkte im Titelkampf mitzunehmen und überquerte die Ziellinie als Dritter. Gerade einmal 0,425 Sekunden fehlten ihm auf Buis. Zuda folgte nur elf Tausendstelsekunden dahinter auf Rang vier. Damit kamen die ersten vier Fahrer innerhalb von weniger als einer halben Sekunde ins Ziel.
Für Rosenthaler war das Podium nach den vergangenen schwierigen Wochen besonders wichtig. „Es ist keine leichte Zeit, nach der Verletzung wieder zurück zu meiner alten Stärke zu kommen. In Oschersleben hatte ich noch viel mit Schmerzen zu kämpfen. Leider ist auch dieses Wochenende mit den zwei Stürzen nicht optimal gestartet. Jetzt trotzdem wieder auf dem Podium zu stehen, ist endlich wieder Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Österreicher.
Meisterschaftsführer Zuda verpasste das Podium als Vierter zwar knapp, sammelte aber weitere 16 Punkte. Kitzbichler rettete nach seiner Schrecksekunde in der letzten Runde noch Rang fünf. Die schnellste Rennrunde ging ebenfalls an ihn. In Runde fünf fuhr Kitzbichler eine 1:45,447 Minuten und war damit der schnellste Fahrer im Rennen.
Dahinter setzte sich Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) im niederländischen Kampf der Verfolger durch und wurde Sechster vor Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben) und Tom Kuil (RT Motorsports). Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) fuhr über weite Strecken allein auf Rang neun und brachte diese Position auch ins Ziel. Er war mit dem Ergebnis weder zufrieden, noch hatte er im Rennen überhaupt ein Gefühl für sein Vorderrad und sein Bike, erklärte nach dem Rennen. Maksymilian Palmowski (SP Race Project) komplettierte die Top Ten.
Pech hatte Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa Paligo Racing). In Runde neun kam es zur Kollision mit Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben). Beide konnten weiterfahren, verloren aber viel Zeit. Kooistra wurde 14., Rammerstorfer kam auf Rang 17 ins Ziel. Nach dem Rennen folgte für Rammerstorfer noch eine Strafe: Die Stewards bewerteten sein Manöver als zu ambitioniert. Im zweiten Rennen am Sonntag muss er deshalb zwei Long Lap Penalties absolvieren.
EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)
- Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
- Jeffrey BUIS (#G6/NLD), Suzuki GSX 8R
- Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
- Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
- Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
- Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
- Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
- Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
- Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
- Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann
