Donnerstag, 10. Juli 2025

GERT56: Keine Fehler machen den Unterschied in Oschersleben

Finsterbusch #56 vor Jähnig #14
Foto: Jens Hawrda

Im motorsportlichen „Wohnzimmer“ von GERT56 stand in der Motorsport Arena Oschersleben das vierte Event der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) an. Jan-Ole Jähnig und Toni Finsterbusch konnten dabei mit ihren GERT56-BMW M 1000 RR Maschinen Punkte sammeln, obwohl es einige Probleme gab. 

Im Qualifying hatte man noch kräftig auftrumpfen können: Jähnig sicherte sich Startplatz zwei, Finsterbusch Startplatz drei. Damit standen beide von RS Speedbikes vorbereiteten BMW M 1000 RR in der ersten Startreihe. 

In den Rennen ging man zum Teil eine andere Strategie, was die Reifenwahl anging, die sich aber nicht als grundlegend falsch erweisen sollte. Aber beide Piloten hatten ihre Mühen und mussten auch mit eigenen Fehlern kämpfen. So sprangen bei Jähnig am Ende die Ränge fünf und sechs – bei Finsterbusch elf und fünf heraus. 

Finsterbusch liegt auf dem vierten Tabellenrang und hat 101 Zähler auf dem Konto. Jähnig ist Sechster und hält bei 81 Punkten. 

Jan-Ole Jähnig 
Foto: Jens Hawrda
Jan-Ole Jähnig:

„Es war ein solides Wochenende – vielleicht nicht das, was ich mir vorgenommen habe. Der Freitag war etwas schwierig und durchwachsen. Da haben wir viel probiert und gearbeitet und sind dann auf eine solide Pace gekommen und das Motorrad hat gut funktioniert. Das Qualifying war dann Mega, der Speed war da echt super und Platz zwei war eine richtig gute Ausgangsposition. Wir hatten im FP3 auch schon eine richtig gute Pace für das Rennen. Aber die Rennen waren dann irgendwie schwierig. Ich hatte ganz schön mit den Reifen zu tun und von mir war es fahrtechnisch auch nicht einwandfrei. Anfangs konnte ich immer gut mithalten, aber hintenraus habe ich dann halt verloren. Ich sage mal so: Mit den Plätzen fünf und sechs konnten wir solide punkten. Das war zwar nicht das, was ich mir so vorgenommen habe, aber es war okay. Das Team hat einen super Job gemacht, dafür vielen Dank! Jetzt ist erst einmal Sommerpause und dann greifen wir in Assen wieder an. 

Toni Finsterbusch
Foto: Jens Hawrda
Toni Finsterbusch:

„Freitag lief alles nach Plan. Wir haben ein paar Sachen probiert und eigentlich ein gutes Setup gefunden. Samstag im Qualifying ist mir eine ganz gute Runde gelungen, auch wenn ich wieder ein paar Fehler eingebaut habe. Aber mit Startplatz zwei für JO und Startplatz drei von mir waren wir auf jeden Fall gut gerüstet für den Sonntag. Zu den Rennen muss man sagen, dass ich leider zu viele Fehler gemacht habe. Im ersten Lauf habe ich mich leider unnötig verschalten, als ich Mercado angreifen wollte und bin dadurch weit gegangen und musste noch mal durchs Kiesbett. Das war auf jeden Fall ärgerlich, weil es mein eigener Fehler war. Für Platz elf habe ich wenigstens noch ein paar Punkte mitgenommen. Im zweiten Rennen wollte ich das besser machen, hatte aber auch keinen sonderlich guten Start. Ich habe dann eine Weile hinter JO gehangen, ehe ich vorbei gekommen bin und konnte dann die kleine Lücke zu Alt wieder zufahren. Dann hatte ich aber einen üblen Hinterradrutscher, wo ich immer noch nicht weiß, wie ich da sitzen geblieben bin. Ich bin dann aber wieder hinter JO und Kovacs zurück gefallen. Da musste ich mich wieder zurück kämpfen, habe dann aber noch mal einen Fehler gemacht. Das Team hat perfekt gearbeitet und ich konnte mich wenigstens mit ein paar Punkten bedanken. Aber das muss beim nächsten Mal wieder besser werden.“

Quelle: gert.de

ADAC GT Masters beim Truck-Festival auf dem Nürburgring

  • ADAC GT Masters mit Endurance-Format beim ADAC Truck-Grand-Prix
  • Joos Sportwagentechnik in der Eifel zurück im ADAC GT Masters
  • Alle Rennen des Wochenendes live bei Sport1.de, Joyn, ServusTV ON und auf Youtube

Foto: Jens Hawrda

Tradition trifft auf Festival. Am Wochenende vom 11. bis 13. Juli startet das ADAC GT Masters auf dem legendären Nürburgring im Rahmen des Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix. Im vergangenen Jahr reisten 130.000 Zuschauer zum gemeinsamen Festival des ADAC GT Masters und der Trucks. Auch in dieser Saison gab es bereits ein gemeinsames Event beim Saisonauftakt am Lausitzring. Am Nürburgring wächst das Feld des ADAC GT Masters: Das Team Joos kehrt mit einem Porsche in die Serie zurück. Beide Rennen des Wochenendes starten um 16:10 Uhr und werden live auf sport1.de, Joyn, ServusTV ON und auf youtube.com/adacmotorsports gestreamt. Zudem sind beide Läufe zeitversetzt auf Sky Sport zu sehen.

Rückkehr zum Endurance-Format

Auf dem Nürburgring wird erneut ein Endurance-Wochenende ausgetragen. Beide Rennen auf der 3,629 km langen Kurzanbindung dauern 80 Minuten und beinhalten zwei Pflichtboxenstopps mit Fahrerwechseln. Die Siege in den beiden bisher einzigen Langstrecken-Läufen 2025 gingen an die aktuellen Tabellenführer Leo Pichler (23/AT)/Simon Birch (18/DNK/beide Razoon – more than racing). Sie liegen mit ihrem Porsche 911 GT3 R aktuell nur noch einen Zähler vor Tim Zimmermann (28/Langenargen)/Leyton Fourie (19/RSA/beide FK Performance Motorsport), die im BMW M4 GT3 Evo die Überflieger des zweiten Saisonwochenendes in Zandvoort waren.

„Wir haben gesehen, dass wir vorne mitfahren können. Jetzt, wo wir Platz eins in der Meisterschaft belegen, wollen wir dort natürlich bleiben“, sagte Pichler. „Für die anstehenden Endurance-Rennen fühlen wir uns sehr gut vorbereitet. Das haben wir im Griff und ich denke, das könnten wieder sehr gute Ergebnisse werden.“

Heimrennen für viele Piloten und Teams

Für zahlreiche Fahrer und Teams wird das Wochenende in der Eifel zum Heimspiel. Allen voran Nico Hantke (21). Der Hürther wohnt selbst weniger als 80 Kilometer vom Nürburgring entfernt. Er pilotiert den Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Scherer Sport PHX, die in Meuspath, im Gewerbegebiet des Nürburgrings beheimatet sind. „Ich freue mich schon riesig auf das Wochenende. Die Strecke selbst gefällt mir sehr gut und ich denke auch, dass sie unserem Audi liegen sollte“, erklärte Hantke. „Natürlich ist das Wetter immer ein entscheidender Faktor in der Eifel, aber ich bin überzeugt, dass mein Team Scherer allein durch die örtliche Nähe auf alle Eventualitäten vorbereitet ist.“

Die wohl kürzeste Anreise haben die Zwillinge Sandro und Juliano Holzem (21). Die beiden Piloten von Schubert Motorsport wohnen im Luftlinie 30 Kilometer entfernten Polch. Sandro Holzem erzielte 2023 am Nürburgring sein bisher bestes Ergebnis im ADAC GT Masters mit einem zweiten Platz. „Für uns ist dieses Wochenende eine Kombination aus Druck und Motivation. Natürlich wollen wir unser Bestes geben, gerade weil so viele Bekannte und die Sponsoren dabei sind. Gleichzeitig motiviert es umso mehr, in der Heimat ein Top-Resultat zu erzielen“, so Sandro Holzem. Sein Bruder Juliano ergänzt: „Wir wollen natürlich gewinnen, sonst wären wir nicht hier!“

Das Haupt Racing Team kann mit den drei Ford Mustang GT3 ebenfalls auf seinen Heimvorteil setzen. In Drees, unmittelbar neben dem Nürburgring, ist die Mannschaft beheimatet, die im vergangenen Jahr beide Rennen in der Eifel gewann – damals allerdings noch im Mercedes-AMG GT3. Mit dieser Marke versucht 2025 Moritz Wiskirchen das Publikum in seiner Heimat zu beeindrucken. Der 22-Jährige aus Euskirchen war schon als Kind mit seinem Vater am Nürburgring. „Nur weil ich direkt um die Ecke wohne, bin ich leider auch nicht öfter dort gefahren als die anderen“, sagte Wiskirchen. „Trotzdem bin ich optimistisch. Die Strecke sollte unserem Mercedes-AMG liegen und ich hoffe, dass wir mit meiner zusätzlichen Motivation in der Heimat ganz vorne mitfahren.“

Vizemeister kehrt ins ADAC GT Masters zurück

Das Team Joos Sportwagentechnik wird auf dem Nürburgring ein Gastspiel in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC geben. Als Piloten treten Teamchef Michael Joos (34/Vöhringen) und Neueinsteiger Felix Neuhofer (28/AT) im Porsche 911 GT3 R an. Das Team aus dem baden-württembergischen Vöhringen ist kein unbekanntes im ADAC GT Masters. In den Jahren 2021 bis 2024 bestritt die Mannschaft die ganze Saison und erzielte mit dem heutigen DTM-Piloten Ayhancan Güven und Christian Engelhart die Vizemeisterschaft in der Fahrerwertung.

Michael Joos nahm bisher an insgesamt zehn Rennen teil und gewann 2023 auf dem Red Bull Ring den zweiten Lauf. Teamkollege Neuhofer hat bereits viel Erfahrung im Porsche und war unter anderem im Porsche Carrera Cup Deutschland unterwegs. „Für mich ist das ADAC GT Masters-Debüt ein echter Meilenstein – aber ich komme nicht her, um nur dabei zu sein. Ich will zeigen, was ich kann, mitkämpfen, pushen, mich durchsetzen. Die Serie ist tough, aber genau das motiviert mich“, so der Österreicher. Teamkollege und Teamchef Joos ergänzt: „Der Start am Nürburgring ist erstmal ein einmaliger Start, aber wir hoffen, dass wir mit zwei guten Rennen Sponsoren und Partner anziehen können, die uns weitere Starts in der diesjährigen ADAC GT Masters-Saison ermöglichen können.“


Mittwoch, 9. Juli 2025

EastSide Motorsport kehrt zurück in die ADAC GT4 Germany

  • Rennstall bestreitet ab dem Nürburgring alle weiteren Saisonrennen
  • Mit Jan Philipp Springob und dem Norweger Storm Gjerdrum stehen beide Piloten fest
  • Ziel sind Plätze in den Top Fünf und die Fahrt auf das Podium

Der Aston Martin von COSY Racing by ESM bestreitet
ab dem Nürburgring alle Rennen der ADAC GT4 Germany 2025
(Foto: Maurice Grommes/MG Foto und Film)

Große Rückkehr von EastSide Motorsport in die ADAC GT4 Germany. Das erfolgreiche Team aus Crimmitschau in Sachsen wird ab dem Rennwochenende auf dem Nürburgring alle noch ausstehenden Läufe bestreiten und bringt mit einem Aston Martin Vantage AMR GT4 Evo noch mehr britisches Flair in die Serie. „Wir freuen uns natürlich sehr, wieder in der ADAC GT4 Germany anzutreten“, erklärt Team-Managerin Virginia Möckl. „Wir kennen die Serie gut und fühlen uns auf der Plattform extrem wohl. Highlight wird sicherlich unser Heimspiel Ende August auf dem Sachsenring.“

Eingesetzt wird der Aston Martin unter der Nennung „COSY Racing by ESM“. Auch die beiden Piloten stehen bereits fest. Dabei setzt das Team auf eine Mischung aus Erfahrung und Jugend: Jan Philipp Springob (24/Olpe) ist bereits seit 2019 in der ADAC GT4 Germany unterwegs. Sein Teamkollege wird der 15-jährige Norweger Storm Gjerdrum, der sein Serien-Debüt geben wird. Storms älterer Bruder Emil Gjerdrum startet 2025 im ADAC GT Masters und war in den beiden Jahren zuvor in der ADAC GT4 Germany unterwegs. Gemeinsam mit Springob bestritt Emil Gjerdrum 2024 das Rennwochenende auf dem Red Bull Ring.

„Ich freue mich riesig, wieder in der ADAC GT4 Germany an den Start gehen zu können. Es war natürlich schon ein merkwürdiges Gefühl, Oschersleben und den Norisring vom Sofa aus verfolgen zu müssen. Doch nun komme ich zurück“, so Springob. „Mit Storm Gjerdrum habe ich einen sehr jungen Teamkollegen. Wir kommen super miteinander aus und verstehen uns gut. Er wirkt auf jeden Fall älter als seine 15 Jahre und ist sehr schnell. Außerdem hat mich seine klasse Fahrzeugbeherrschung beeindruckt.“

Storm Gjerdrums Alter ist auch einer der Hauptgründe dafür, warum der Aston Martin erst beim Rennwochenende auf dem Nürburgring antritt. „Sein Geburtstag ist Mitte Juli und das Mindestalter für die ADAC GT4 Germany liegt bei 16 Jahren. Somit warten wir eben bis August für den ersten Rennstart“, klärt Team-Managerin Möckl auf. „Wir hatten zuletzt aber bereits Testfahrten unternommen und sind von seinem fahrerischen Können mehr als überzeugt.“

Für Jan Philipp Springob ist die Traditionsrennstrecke in der Eifel zudem ein gutes Pflaster. Dort holte er 2023 einen seiner zwei Laufsiege in der ADAC GT4 Germany. „Zu sagen, dass wir direkt gewinnen wollen, wäre vielleicht etwas ambitioniert“, bleibt Springob vorsichtig. „Doch im Verlauf der Saison möchten wir in den Top Fünf mitfahren und in Richtung Podium schauen. Das sollten wir auf jeden Fall hinbekommen.“

Das Einsatzteam EastSide Motorsport ist bereits seit 2022 in der ADAC GT4 Germany am Start. In dieser Zeit konnten drei Laufsiege und zwei zweite Plätze eingefahren werden. „Wir kommen mit dem Aston Martin sehr gut zurecht und konnten damit im letzten Jahr bereits auf dem Red Bull Ring das Sonntagsrennen gewinnen“, beschreibt Team-Managerin Möckl. „Vielleicht gelingt uns dieses Jahr ein ähnlicher Erfolg.“


IDM 2025: Oschersleben - Ein Platz an der Sonne

Startphase IDM Superbike
Foto: Jens Hawrda

Kämpfe um Tausendstelsekunden, Doppelsiege in zwei Klassen und blendendes Wetter entfachten in der Motorsport Arena Oschersleben am vergangenen Wochenende ein Feuerwerk der Emotionen. Für die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) war Saisonhalbzeit angesagt. Vor der Sommerpause gab es in der Serie noch unerwartete Wendungen in den Wertungen.

IDM Superbike: Neuer Tabellenführer zur Saisonhalbzeit

In der IDM Superbike gab es mit Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) auf der Ducati Panigale V4R einen überlegenen Doppelsieger. Der 25-jährige Bayer ließ schon nach dem Start des ersten Rennens keinen Zweifel daran aufkommen, diesen Triumph zum ersten Mal in seiner noch frischen Superbike-Karriere zu erringen. Hinter ihm spielte sich ein dramatisches Duell zwischen Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) und dem bis dahin Führenden in der Gesamtwertung, Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) ab. Es ging um den zweiten Podestplatz zwischen der roten Honda und der schwarz-gelben BMW. Zur Hälfte des Rennens presste sich Soomer an Alt vorbei, geriet dabei aber neben die Strecke und stürzte. Von all dem bekam Tulovic nichts mit. Er gewann mit der Startnummer „3“ das dritte Rennen in diesem Jahr. Sein Vorsprung auf Florian Alt betrug nach dem Schwenken der Zielflagge 3,916 Sekunden. Dritter wurde der Argentinier Leandro Mercado (Masteroil Alpha Van Zon BMW), der mit BMW die dritte Motorradmarke auf dem Podium repräsentierte. Florian Alt hatte zudem die Führung in der Gesamtwertung übernommen.

Den zweiten Lauf musste der gestürzte und entthronte Hannes Sommer aus dem Krankenhaus verfolgen. Seine rechte Hand war bei dem Crash im ersten Lauf schwer in Mitleidenschaft gezogen worden und nichts ging mehr. Lukas Tulovic holte sich in der Abwesenheit des Esten den zweiten Sieg des Tages und ging als großer Dominator des Wochenendes hervor. Als sich Florian Alt diesmal aus den Fängen von Leandro Mercado freigemacht und sich auf die zweite Position nach vorn gearbeitet hatte, musste er feststellen, dass die jetzt naheliegende Jagd auf „Tulo“ an der Spitze vergeblich sein würde. Dieser war mit seiner Ducati einfach schon zu weit weg. Stattdessen meldete sich Mercado wieder bei Alt zurück. Der Argentinier schickte den Deutschen in der letzten Rennrunde noch auf den dritten Platz. Auf der Ziellinie trennten die Beiden zwei Zehntelsekunden. In der Gesamtwertung ließ sich Alt jedoch nicht von seinem Platz verdrängen. Er führt die Tabelle mit 139 Punkten vor Tulovic (136), Soomer (112), Finsterbusch (101), Mercado (85) und Jähnig (81) an.

Kampf zwischen Andreas Kofler #19 und Dirk Geiger #60
Foto: Jens Hawrda

IDM Supersport: Bittere Pille für Geiger und Aufholjagd von ganz hinten

IDM-Supersportler Dirk Geiger (MCA Racing) hätte kurz nach seinem 23. Geburtstag in Partylaune sein müssen, stattdessen musste er eine bittere Pille schlucken. Die IDM-Techniker stellten fest, dass die Motorverplombung an seiner Honda nicht intakt war. Laut Reglement hatte das zur Folge, dass alle Rennen, in dem der Motor eingesetzt wurde, aberkannt werden. In Geigers Fall war es das erste Rennen bei der Veranstaltung im tschechischen Most. Geiger bekam also 25 Wertungspunkte von seinem Konto gestrichen. Dass er auch noch von ganz hinten starten musste, hatte einen anderen Grund. Nämlich, weil jetzt mit dem Einsatz eines vierten Motors über das Limit von drei Antrieben hinausgegangen wurde. Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) stand nach den Ereignissen bereits vor dem ersten Rennen als neuer Meisterschaftsführender fest. Mit einem Punkt vor Geiger.

Was dann kam, war einzigartig. Geiger fuhr vom 23. und damit letzten Startplatz aus zum Sieg. Schon nach der ersten Runde war er Neunter, in der neunten Runde übernahm er die Führung. Bis dahin hatten Andreas Kofler auf Yamaha und Ducati-Pilot Daniel Blin (AF Racing) die Hauptrollen an der Spitze gespielt. Sie folgten Geiger aufs Podest, der doppelt jubelte, denn auch die Meisterschaftsführung war nach diesem Ergebnis wieder in seinen Händen.

Im zweiten Lauf war Kofler vorgewarnt. Geiger zog trotzdem am Österreicher vorbei. In der vorletzten Runde fand Kofler diesmal zu seiner alten Stärke zurück, überrumpelte Geiger und hielt durch bis zur Ziellinie. Mit einem Vorsprung von 0,084 Sekunden ging der Sieg an Kofler. Und gleichzeitig die Führung in der Gesamtwertung. Er hat jetzt drei Punkte Vorsprung vor dem Deutschen. Dritter wurde nicht wie erwartet Daniel Blin. Der Pole machte am Ende Fehler und Luca de Vleeschauwer (Track and Trades Wixx Racing) holte sich den letzten Pokal. Der Belgier ist gleichzeitig Gesamt-Dritter.

IDM Sportbike: Oliver Svendsen

Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) zeigte eine Glanzleistung in der neuen Klasse. Der Däne sicherte sich in Oschersleben einen souveränen Doppelsieg und baute damit seine Meisterschaftsführung weiter aus. Im ersten Lauf am Samstag kämpfte sich Svendsen trotz zweier Long-Lap-Strafen zurück an die Spitze und verwies Petr Svoboda (WRP Racing) sowie Rick Kooistra (Pearle Gebben Racing), der erstmals auf dem Podium stand, auf die Plätze zwei und drei.

Auch im zweiten Rennen ließ Svendsen nichts anbrennen. Mit einem starken Start übernahm er früh die Führung und siegte mit über sieben Sekunden Vorsprung. Iñigo Iglesias (Wematik Racing) wurde Zweiter, Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13) fuhr als bester Deutscher auf Rang drei.

Svendsen geht mit einem komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung in die Sommerpause. Er hat 169 Punkte auf dem Konto. Petr Svoboda ist Zweiter mit 129 Punkten und Iñigo Iglesias ist mit 128 Punkten Dritter.

Mit dem traditionellen Pit-Walk, weiteren vier Klassen im Rahmenprogramm und viel Nähe hat die IDM am Wochenende erneut mitten ins Herz der Fans getroffen. Für Deutschlands höchste Motorradserie geht es jetzt in die Sommerpause. Die nächste Veranstaltung findet vom 15. bis 17. August 2025 in der „Cathedral of Speed“ im niederländischen Assen statt.


Dienstag, 8. Juli 2025

IDM Oschersleben: Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit Tiefschlag und Höhenflug

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es am vergangenen Wochenende weiter im Takt der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM. Treffpunkt war bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Motorsport Arena Oschersleben. Mit dem vierten Event des Jahres war die erste Halbzeit der Saison 2025 geschafft. Wieder mittendrin im Kampf um den Titel in der IDM Superbike das Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit dem belgischen Teamchef Werner Daemen. Sein Fahrer-Quartett war komplett am Start mit Hannes Soomer (Estland), Leandro Mercado (Argentinien), Bálint Kovács (Ungarn) und Milan Merckelbagh (Niederlande). Ein Wiedersehen gab es auch mit den BMW-Kollegen aus der Pro Superstock 1000 mit Ricardo Brink (Niederlande), Julius Ilmberger (Deutschland) und Ouri Bikkems (Belgien).

Hannes Soomer, BMW M 1000 RR verlor die Meisterschaftsführung durch seinen Sturz in Lauf 1
Foto: Jens Hawrda

Hannes Soomer hatte beim letzten IDM-Treffen in Most seine Führung in der Gesamtwertung ausgebaut. Doch der Este wusste, dass ihm die Konkurrenz, allen voran Florian Alt und Lukas Tulovic, dicht auf den Fersen ist. Nach dem Training stand der Este mit seiner BMW auf dem fünften Startplatz. Beim Start ins erste Rennen hielt er sich noch ein wenig bedeckt, drehte aber nach den ersten Runden ordentlich auf und zeigte ein paar spektakuläre Überholmanöver. Bis kurz nach der Halbzeit hatte er sich auf den dritten Rang vorgearbeitet und machte Jagd auf Alt. Auch da setzte er ein gekonntes Überholmanöver. Doch dann geriet er beim Weg in die nächste Kurve mit dem Vorderrad aufs Gras und flog ab. Seine Hand blieb beim dem Abflug unter dem Lenker klemmen. Er stand zwar rasch wieder auf, ein Besuch im Oschersleben-Medical-Center war trotzdem angesagt.

Von dort kamen dann schlechte Nachrichten für das Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW und Hannes Soomer. Teamchef Werner Daemen musste das vorzeitige Ende von Soomers Oschersleben-Wochenende verkünden: «Es sieht leider nicht gut aus. Er hat sich an der Hand verletzt und muss an den Fingern operiert werden. Ein Motorrad ist schnell repariert, aber ein Körper braucht da ein wenig länger. Aber ich weiß, dass Hannes ein starker Kerl ist und hoffe, dass er beim IDM-Lauf in Assen wieder dabei ist. Für die Meisterschaft ist das aus unserer Sicht natürlich richtig schlecht.» Nach der doppelten Null ging es für Soomer zurück auf den dritten Platz in der Tabelle. 

Leandro Mercado in Oschersleben zwei mal auf dem Podest
Foto: Jens Hawrda

Leandro Mercado musste nach der Most-Reise erst einmal seinen fiebrigen Infekt auskurieren und war gut erholt in die Motorsport Arena gereist. «Ich habe mit Oschersleben nach meinem Crash vom ersten Besuch noch eine Rechnung offen», stellte der Argentinier vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW klar. «Das ist das Ziel. Wir hatten schon beim Auftakt eine gute Basis und darauf bauen wir jetzt auf. Natürlich wird es etwas härter, da jetzt schon jeder mal dort gefahren ist. Wir müssen uns eben auf die Details konzentrieren. Auf jeden Fall fühle ich mich körperlich wieder viel besser als noch in Most.»

Nach der Superpole 2 war Mercado auf Platz 7 gelandet. So richtig toll fand er es da nicht und er machte sich in beiden Rennen sofort daran, seine Gegner einen nach dem anderen zu kassieren. «Es ist immer gut, auf dem Podium zu stehen», erklärte er, nachdem er sich im ersten Rennen den Pokal für Platz 3 abgeholt hatte. «Wobei ich für mich eigentlich mit einer besseren Pace gerechnet hätte. Wir hatten das ganze Wochenende damit zu tun, den Hinterreifen über die Distanz zu bringen. Daher startete ich konservativ ins erste Rennen, um den Reifen zu schonen. Doch es war am Anfang ein wenig zu viel bei dem Überholen der anderen Jungs. Als ich an den GERT56-Jungs vorbei war, versuche ich zu pushen. Aber ich war am Limit und versuchte, die Lage bis zum Ende zu managen. Am Ende kam Lorenzo Zanetti noch näher. Ich habe meinen Platz gerettet und bin happy, auf dem Podest zu stehen. Für Hannes Soomer tut es mir sehr leid, ich hoffe, er ist bald wieder zurück.»

Im zweiten Rennen ging es für Mercado nach einem klugen Schachzug gegen Florian Alt auf dem Podium noch eine Stufe höher. «Es ist wirklich sehr gut gelaufen, ich bin happy», bestätigte er nach Rang 2. «Ich habe nach genau dieser Performance gesucht. Vor allem nach dem Auftaktrennen hier, bei dem ich in Führung liegend gestürzt war. Aber alle Überholmanöver sind mir heute genau da gelungen, wo ich damals gestürzt bin. Das ist natürlich jetzt gut. Lukas Tulovic ist aktuell einfach sehr stark. Danke an mein Team und natürlich an meine Familie, die von zuhause aus zuschaut. Aber ich will mehr. Ich will gewinnen.»

Bàlint Kovàcs, BMW M 1000 RR #27
Foto: Jens Hawrda

Bálint Kovács kam mit großer Vorfreude beim Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW in Oschersleben an. «Das ist eine meiner Lieblingsstrecken», offenbarte er auch gleich. Kein Wunder, denn im Vorjahr schaffte er beim IDM-Meeting gleich zwei Mal den Sprung aufs Podest. Doch dieses Mal war die Aufgabe des Ungarn ungleich schwieriger. Denn schon beim Auftakt 2025 war die IDM-Konkurrenz in Oschersleben fleißig. Allerdings ohne Kovács. Der musste im Mai wegen des Bruchs seines Schlüsselbeins noch pausieren. Bis es ins erste Rennen ging, verlief der Ausflug für den Ungar auch ein wenig holprig. Die Laune ließ er sich aber nicht verderben. «Das erste Training habe ich wegen eines technischen Problems verpasst», sagte er. «FP2 lief dann gut.» Erstmals musste er im Kampf um die besten Startplätze den Umweg über die Superpole 1 nehmen. Mit Startplatz 9 für die beiden Sonntagsrennen war Kovács dann einverstanden: «Am Ende fehlten nur sechs Zehntel bis zu Rang 2, es geht eng her in der IDM Superbike.»

Genug hatte der Ungar damit aber noch lange nicht. In der Verfolgergruppe des ersten Rennens bekam er es mit seinem Landsmann Soma Görbe und dem Deutschen Leon Orgis zu tun. Doch er legte sich seine Gegner zurecht und ließ sie nach gekonnten Überholmanövern hinter sich. Mit Platz 6 und dem Blickkontakt zu den Podestplätzen war Kovács gut in den Rennsonntag gestartet. Noch näher dran, quasi schon mit einem Finger am Treppchen lief es in Rennen 2, das für den Ungar mit einem vierten Platz endete. «Ehrlich gesagt war es ein Up- und Down-Wochenende», meinte er nach getaner Arbeit. «Ich musste mich in den Trainings von hinten vorarbeiten. Samstag lief es besser und ich merkte, dass ich den Speed hatte. Im ersten Rennen war zwar der Start schlecht, aber mir war klar, dass ich die Pace hatte, sogar ums Podest zu kämpfen. In Rennen 2 lief der Start besser und ich konnte dann die Jungs vor mir einfangen. Nur drei Sekunden vom Podium entfernt. Nach meiner Verletzung geht es wieder aufwärts, obwohl meine Schulter noch nicht bei 100 Prozent ist.»

Milan Merckelbagh ist nach wie vor auf der Jagd nach seinem ersten Top-Fünf-Resultat.  Nach dem Most-Ausflug war die Truppe um den Niederländer im Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW wieder komplett. «Mein Mechaniker und Data-Mann ist in Oschersleben wieder dabei», erklärte der Niederländer. «Als ich in Most war, war er bei Testfahrten in Japan. In Oschersleben will ich vom Start weg schneller dabei sein. Vor allem in der Superpole-Session, da bin ich bisher immer ein wenig gestrauchelt.» Es klappte auf Anhieb mit dem Sprung unter die Top-12 und damit in die Superpole 2. Dort lief es im letzten Training nicht ganz nach Merckelbaghs Plänen und er landete auf Startplatz 15.

Am Freitag war er noch happy. «Angefangen hat es für mich zwar mit Fahrwerks-Problemen, als wir das im Griff hatten, konnte ich meine persönliche Bestzeit fahren. Am Samstag habe ich das dritte Training wegen eines technischen Problems verpasst und musste dann meine schnelle Runde in der Superpole 2 fahren. Das hat dann leider nicht so geklappt.»

In den Rennen landete er erst auf dem 12. Platz, im zweiten Lauf wurde es mit Rang 9 erneut ein Top-Ten-Ergebnis für den Niederländer. Ein hartes Wochenende mit einem guten Ende. «So sieht es aus», meinte Merckelbagh, für den im August das Heimrennen in Assen ansteht. «Es war ein Wochenende mit einigen Schwierigkeiten. Aber im zweiten Rennen lief es ziemlich gut. Bloß traurig, dass ich eine noch bessere Platzierung am Ende verpasst habe.»

Spannend wie immer ging es im IDM-Rahmenprogramm bei der Pro Supersock 1000-Klasse zu. Mittendrin die drei Piloten des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW. Nach den beiden Qualifyings durfte sich Ricardo Brink über seine erste Pole-Position des Jahres freuen. Die Freude war nach den beiden Rennen noch um ein ganzes Stück größer. Er konnte den Doppelsieg klarmachen. «Ein perfektes Wochenende», schwärmte er. «In jeder Session haben wir uns verbessert, ich war echt schnell. Mein Start ins erste Rennen war super und gerade am Anfang konnte ich gute Rundenzeiten fahren. Den Gap habe ich bis ins Ziel halten. Für Lauf 2 hatten wir das Bike noch verbessert, aber ich hatte einen schlechten Start. Moritz Jenkner an der Spitze war megaschnell, aber ich habe ihn eingeholt. Danach kam ich noch eine Sekunde weg. Das Team hat einen tollen Job gemacht. Ich bin happy.»

Julius Ilmberger holte sich in den Rennen die Plätze 4 und 9. «Rennen 1 war gut», erklärte er. «Ich hatte einen sehr guten Start und eine gute Pace, damit bin ich zufrieden. Im zweiten Rennen war der Start auch gut, ich konnte mich auf P5 einsortieren und eine gute Pace fahren. Sogar schneller als im Quali. Ende Start/Ziel habe ich mich aber leider verschaltet und musste durch den Kies. Ich konnte das Motorrad aber retten und mich auf Platz 7 wieder einsortieren. Der Fehler war leider sehr schlecht, aber ich habe dann das Beste daraus gemacht.»

Ouri Bikkems hatte sich erst über den neunten Startplatz gefreut, bekam die dicke Rechnung aber nach seinem Crash in Rennen 1. «Ich bin nach dem Sturz in die entgegengesetzte Richtung in die Boxengasse eingebogen», beichtete er. «Dafür bekam ich dann eine Strafe und habe das mit Rennen 2 dann gelassen.» Beim Sturz selbst blieb er unverletzt, gab aber zu, dass er noch am Sonntag heftig genervt war.

Für einen Großteil des Teams Masteroil-alpha-Van Zon-BMW ist nach der Reise zur Motorsport Arena Oschersleben erst einmal eine Verschnaufpause angesagt. Das nächste IDM-Event steht er vom 15. bis zum 17. August 2025 im Kalender. Für Teamchef Werner Daemen geht es schon am ersten August-Wochenende wieder los, wenn er mit seiner BMW-Mannschaft zur Langstrecken-Weltmeisterschaft nach Japan reist.