Montag, 20. September 2021

Cupra-Pilot Eric Scalvini mit Sieg am Samstag in Hockenheim

  •  Mit Cupra, Hyundai und Honda drei Marken auf dem Podium
  •  Dritter Saisonsieg für Eric Scalvini in der ADAC TCR Germany
  •  Luca Engstler inoffizieller Halbzeit-Meister

 

Der Cupra Leon Competición TCR von Eric Scalvini
Foto: ADAC-Motorsport


Start-Ziel-Sieg und Rückeroberung von Platz zwei in der Meisterschaftstabelle der ADAC TCR Germany: Für den von der Pole-Position gestarteten Eric Scalvini (26, ITA, Wimmer Werk Motorsport) lief es am Samstag auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg perfekt. Hinter dem Cupra Leon Competición TCR-Piloten fuhr Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR auf Platz zwei und krönte sich somit zum Halbzeit-Meister der Saison 2021. Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) komplettierte im Honda Civic TCR das Podium. „Das alles ist einfach nur unglaublich. Das Auto war perfekt eingestellt. Alle im Team haben eine herausragende Arbeit geleistet, wofür ich mich wirklich bedanken muss. Ich bin heute richtig glücklich über den Sieg. Dazu kommt, dass ich auf dem Hockenheimring noch kein einziges Rennen bestritten habe“, jubelte Scalvini über seinen dritten Saisonsieg in der ADAC TCR Germany, nachdem er im Juni auf dem Red Bull bereits zweimal erfolgreich war.

Scalvini begann das Rennen schon von der Pole-Position aus, machte beim Start kurzen Prozess und setzte sich gleich an der Spitze des Feldes ab. Tabellenführer Engstler läutete auf Platz zwei direkt die Verfolgung des Cupra ein. Noch in der ersten Runde setzte sich der von Platz fünf losgefahrene Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR auf Platz drei. Einen Traumstart erwischte auch sein Bruder Dominik Fugel, der in der ersten Runde von Startplatz zehn bis auf die fünfte Position vor fahren konnte.

In den ersten Rennminuten setzte sich Scalvini an der Spitze des Feldes immer weiter ab und baute seine Führung kontinuierlich aus. Dominik Fugel machte weiter ordentlich Dampf und fuhr nach rund fünf Minuten am viertplatzierten Hyundai-Piloten Martin Andersen (27, DNK, Hyundai Team Engstler) vorbei. Wenige Augenblicke später überholte er auch noch seinen jüngeren Bruder Marcel und sicherte sich so die dritte Position.

Eine Kollision im Mittelfeld zwischen René Kircher (21, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR und Robin Jahr (30, Blankenfelde, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai führte wenig später zu einer Safety-Car-Phase zur Bergung des VW. Somit wurde das Feld wieder eng zusammen gebracht und neue Spannung kam auf. Nach rund sechs Minuten der Neutralisation gewann Scalvini auch den Re-Start und setzte sich abermals vorne ab. Hinter Engstler und Dominik Fugel ereignete sich dann ein sehenswerter Zweikampf zwischen Marcel Fugel und Andersen um Platz vier. Doch beim Einbiegen auf die langgezogene Parabolica rollte der Honda von Fugel ohne Vortrieb aus, da der Keilriemen gerissen war. Das brachte dem Dänen den vierten Platz ein.

An der Spitze blieb die Reihung bis zum Rennende gleich. Scalvini gewann nach 17 Runden mit 2,877 Sekunden Vorsprung vor Engstler und Dominik Fugel. Hinter Andersen fuhr Hyundai Team Engstler-Teamkollege Nico Gruber (20, AUT) im Hyundai auf Platz fünf und gewann somit die Honda Junior Challenge. Rang sechs ging an Jonas Karklys (32, LTU, NordPass) in einem weiteren Hyundai vor Markenkollege Roland Hertner (61, Heilbronn, Hyundai Team Engstler), der gleichzeitig auch die Trophy-Wertung für sich entschied. Achter wurde Peter Gross (51, AUT, Wimmer Werk Motorsport) im Audi RS3 LMS TCR vor Robin Jahr (30, Blankenfelde, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai. Die Top Zehn komplettierte Cupra-Pilot Christian Voithofer (43, AUT, Wimmer Werk Motorsport). Auf dem Hockenheimring folgt am Sonntag ab 13:30 Uhr noch das zweite Rennen der ADAC TCR Germany, welches auf adac.de/motorsport und auf youtube.com/adac im Livestream übertragen wird.

Stimmen zur ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring

Eric Scalvini (Wimmer Werk Motorsport - Sieger): 

„Wir haben bis in die Nacht am Set-up gearbeitet. Das hat sich heute ausgezahlt. Ich hatte einen grandiosen Start und gleich ordentlich gepuscht. Dann kam das Safety-Car heraus. Ich blieb beim Re-Start aber ruhig und konnte mich auch wieder etwas an der Spitze absetzen. Morgen im zweiten Rennen hier auf dem Hockenheimring will ich natürlich versuchen, wieder auf derselben Position einzulaufen. Wir bleiben auf jeden Fall fokussiert und werden sehen, was am Ende dabei herauskommt.“

Luca Engstler (Hyundai Team Engstler - Zweiter): 

„Ich habe mich heute mehr über Platz zwei gefreut, als über die Siege am Lausitzring, da wir sehr viel Gewicht im Auto hatten. Es macht mich stolz, so ein super Team hinter mir zu haben. Beim Re-Start war mir klar, dass ich keine Chance haben würde. Dominik ist hinter mir ein super Rennen gefahren. Wenn er am Sonntag von weiter vorne losfahren sollte, wird es auch gegen ihn eng. Morgen versuche ich, erneut auf das Podium zu kommen. Insgesamt konzentriere ich mich nicht auf die Gesamtwertung, sondern schaue von Rennen zu Rennen. Wir wollen kein Risiko eingehen und dann sehen wir, was beim Finale auf dem Nürburgring passiert.“

Dominik Fugel (Honda ADAC Sachsen - Dritter): 

„Ich bin heute ein wenig erkältet, weswegen ich nicht sonderlich feiern kann. Das Rennen war in Ordnung. Man will natürlich immer gewinnen, doch mehr war von Startplatz zehn einfach nicht drin. Die ersten zwei bis drei Runden waren auf jeden Fall super. Danach galt es, die Position zu verteidigen. Luca vor mir war zu schnell. Morgen möchte ich nochmals auf das Podium fahren.“

Sonntag, 19. September 2021

Lucas Auer fährt am Sonntag nach Pole zum Sieg in Assen

  • Österreicher Lucas Auer siegt am Sonntag vor Lawson und Wittmann
  • 19-Jähriger Lawson hat im Titel-Vierkampf die Nase vorn
  • Ausgelassene Stimmung bei den Fans auf gut gefüllten Tribünen
  • Großer DTM-Showdown mit Double-Header in Hockenheim und am Norisring

Podium am Sonntag in Assen: Liam Lawson, Lucas Auer, Marco Wittmann © DTM

Die Spannung in der DTM nähert sich vor dem großen Doppel-Finale in Hockenheim (01.-03. Oktober) und Norisring (08.-10. Oktober) dem Siedepunkt: Während der Österreicher Lucas Auer im WINWARD-Mercedes im niederländischen Assen seinen ersten Saisonsieg bejubelte, reist Liam Lawson erstmals als DTM-Spitzenreiter nach Hause. Der erst 19-Jährige aus Neuseeland, der am Samstag mit Rang drei im Red Bull-Ferrari die Tabellenführung vom Südafrikaner Kelvin van der Linde (Audi, ABT Sportsline) übernommen hatte, baute mit Rang zwei vor Samstag-Sieger Marco Wittmann (GER) im Walkenhorst-BMW die Führung in der Punktetabelle weiter aus.

Mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf Wittmann (165) reist Lawson (175) nach Hockenheim. Auch Kelvin van der Linde (160) und Maximilian Götz (155) zählen nach wie vor zum Favoritenkreis im Kampf um den heiß begehrten Titel der DTM 2021. Die Entscheidung fällt aber wohl erst auf dem nur 2,3 Kilometer langen Stadtkurs in Nürnberg, wo zum ersten Mal in der Geschichte der DTM das Finale ausgetragen wird.

„Vergangene Woche beim DTM-Talk auf der IAA in München habe ich noch gesagt, dass es wieder Zeit wird für einen Sieg. Vielleicht sollte ich so etwas öfters sagen. Es war beinahe ein perfekter Tag mit Pole-Position und dem Sieg, die ich beide größtenteils meinem Team zu verdanken habe. Nach dem Schaden vom Samstag haben sie lange arbeiten müssen und mir ein perfektes Auto gegeben“, sprudelte es aus dem 27-jährigen Auer heraus. Lawson berichtete von einem intensiven Rennen: „Ich war für 90 Prozent des Rennens im Tunnel – mehr geht nicht. Ich habe zum Schluss noch versucht, an Lucas Auer heranzukommen, aber er war einfach zu schnell. Trotzdem bin ich mit der Ausbeute an diesem Wochenende hochzufrieden. Führender in der Meisterschaft zu sein, ist eine tolle Sache.“ Auch Marco Wittmann war überaus happy: „Mir tut es leid für Daniel Juncadella, der ganz am Schluss wohl mit einem Reifenschaden ausgeschieden ist. Dennoch nehme ich das Podium und vor allem die Punkte gerne mit. Ich habe sehr hart dafür kämpfen müssen, zuerst mit den Ferrari und dann mit Kelvin van der Linde, der es mir mit wesentlich frischeren Reifen sehr schwer gemacht hat.“

Auer, Lawson und Wittmann erzählten in der Pressekonferenz von ihren Eindrücken während der letzten Runden, als sie die tolle Atmosphäre auf den Tribünen sehr deutlich in ihren Cockpits wahrgenommen haben. Die DTM begeisterte sowohl am Samstag als auch am Sonntag mit zwei erstklassigen Rennen das zahlreich erschienene Publikum, das vor allem die mit 1,1 Kilometer längste zusammenhängende Tribüne Europas bevölkerte. Ob beim Pitwalk und bei den Autogrammstunden oder während der Startaufstellung – die ausgelassene Stimmung ließ Erinnerungen an die Zeit vor der Corona-Pandemie wach werden. Fans wie Fahrer hatten ihre helle Freude am lautstarken Miteinander. Es herrschte Gänsehaut-Feeling in der DTM.

Anders als am Samstag, als es beim Start zu mehreren Auffahr-Kollisionen kam, absolvierten die 21 Piloten am Sonntag einen perfekten Start und eine saubere erste Runde. Auer setzte sich sogleich etwas von den Verfolgern ab, während sich Wittmann gegen das Ferrari-Duo wehren musste. Bereits in der fünften Runde stürmte ein Gros des Feldes früh zum Pflichtreifenwechsel an die Boxen, darunter auch Spitzenreiter Auer. Der fast komplette Rest holte sich in den folgenden zwei Runden neue Michelin-Reifen ab. Zu den Gewinnern der Boxenstopps zählten vor allem Lawson und Daniel Juncadella, die vor Wittmann auf die Strecke zurückkehrten. Wie am Samstag entschied sich ABT-Sportsline für einen späten Stopp für Kelvin van der Linde und Mike Rockenfeller. Der Südafrikaner stoppte in Runde 20 und sortierte sich zunächst auf Rang sechs wieder ein. Erst in der 33. Runde fasste Rockenfeller neue Pneus und machte den Weg frei für Auer und Co. Nicht nur im vorderen Feld gab es sehenswerte Überholmanöver und Rad-an-Rad-Duelle, die den Fans knackige Unterhaltung boten. Pech hatte letztlich noch Juncadella, der eine Runde vor Schluss ausrollte und seinen Podiumsplatz verlor.

Im Qualifying am Sonntagvormittag überraschte letztlich Lucas Auer mit der Pole-Position. Nachdem Sophia Flörsch (GER, Audi, Team ABT), die am Vortag ihre ersten DTM-Punkte bejubelt hatte, mit einem Ausrutscher ins Kiesbett für eine Unterbrechung mit der Roten Flagge gesorgt hatte, brannten die Weltklassepiloten der DTM in den verbliebenen knapp drei Minuten ein regelrechtes Zeiten-Feuerwerk ab. Für Auer war es die erste Pole-Position seit Oktober 2018 und die zehnte Pole seiner DTM-Karriere. Neben Auer ergatterte Wittmann den zweiten Platz in der ersten Statreihe, die zweite Reihe teilte sich das Red-Bull-Duo Liam Lawson und Alex Albon.


Samstag, 18. September 2021

Mit Schweizer Präzision: Lucas Mauron siegt am Samstag in Assen

  • Erster Saisonsieg für den Audi R8 in der DTM Trophy
  • Mit Audi, Toyota und BMW fahren drei verschiedene Marken auf das Podium
  • Ben Green baut als Dritter die Gesamtführung aus


Erster Saisonsieg für Lucas Mauron (SUI), Audi, Heide-Motorsport © DTM

Der Schweizer Lucas Mauron hat das Samstagsrennen der DTM Trophy auf dem niederländischen TT Circuit in Assen gewonnen. Im Audi von Heide-Motorsport gelang Mauron ein lupenreiner Start-Ziel-Sieg. Brenzlig wurde es für ihn nur am Start, sowie beim Restart nach der einzigen Safety-Car-Phase des Rennens, doch Mauron verteidigte die Führung in beiden Fällen erfolgreich. Die Entscheidung führte der Audi-Pilot gegen Rennmitte herbei, als er seine Verfolger endgültig abschütteln konnte. Nach 19 Runden betrug sein Vorsprung 6,180 Sekunden. Für ihn und Audi ist es der erste Erfolg in der Rennserie seit Lauf 1 beim Final-Wochenende 2020 in Hockenheim. 

Hinter dem Rennsieger wurde hart um die Positionen gekämpft. Der belgische Toyota-Pilot Nico Verdonck (Ring-Racing) und KTM-Fahrer Reinhard Kofler (True Racing by Reiter Engineering) aus Österreich lieferten sich mehrfach sehenswerte Rad-an-Rad-Duelle. Kofler bedrängte Verdonck rundenlang und fand im 15. Umlauf einen Weg vorbei. Bei diesem Versuch überschritt Kofler allerdings die Track-Limits, weshalb er die gewonnene Position wieder zurückgeben musste.

Anschließend behauptete Verdonck den zweiten Platz bis zum Schluss. Kofler kam als Dritter ins Ziel, fiel in der Wertung aber wegen einer Zeitstrafe von fünf Sekunden bis auf den sechsten Platz zurück. Stattdessen durfte der Gesamtführende, Ben Green aus Großbritannien, als Dritter auf das Siegertreppchen klettern. Der Pilot des BMW von FK Performance Motorsport baut mit den 15 Punkten für Rang drei gleichzeitig seine Führung in der Gesamtwertung aus.

Zwei Zeitstrafen verändern die Reihenfolge hinter Mauron und Verdonck

Sein schärfster Rivale im Titelkampf, CV-Performance-Group-Pilot William Tregurtha, wurde als Fünfter gewertet. Der Mercedes-AMG-Fahrer überquerte die Ziellinie ursprünglich auf Rang sieben liegend, gewann jedoch wegen 5-Sekunden-Zeitstrafen gegen Kofler und BMW-Pilot Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) noch zwei Positionen. Greens Teamkollege Moritz Löhner reihte sich in der Wertung zwischen den beiden Titelanwärtern auf Platz vier ein.

In der Gesamtwertung liegen nun nach neun von 14 Rennen 15 Zähler zwischen Green und Tregurtha. Der BMW-Pilot liegt jetzt bei 163 Punkten, Tregurtha bei 148. Greens Markenkollege Michael Schrey (Hofor Racing by Bonk Motorsport) nahm im heutigen Rennen als Elfter keine Punkte mit. Mit weiterhin 110 Zählern auf dem Konto haben sich die Titelchancen des Gesamtdritten weiter reduziert.

Im Dreikampf der Damen im Feld behielt Lokalmatadorin Stephane Kox die Oberhand. Die Teamkollegin von Verdonck sah die Zielflagge auf Rang 14. Ihre Landsfrau Sandra van der Sloot brachte bei ihrem Gaststart den BMW des Team Driverse auf Platz 15 über die Ziellinie, direkt gefolgt von Maurons Stallgefährtin Sophie Hofmann auf Position 16.Uhr. Das Rennen wird ab 15:00 Uhr live im Free-TV bei SPORT1, im Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) und auf dem offiziellen YouTube-Kanal der DTM übertragen.


DTM-Kracher in Assen: Wittmann mit zweitem Saisonsieg – Lawson neuer Tabellenführer

  • Zweimaliger DTM-Champion Wittmann gewinnt trotz Zeitstrafe vor Bortolotti und Lawson
  • Nur ein Punkt für Kelvin van der Linde – Liam Lawson neuer Spitzenreiter
  • Extreme Ausgeglichenheit: Fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen
  • Nächste Runde: Sonntag, 13:30 Uhr – live in über 60 Ländern und in SAT.1

Zweiter Saisonsieg: Marco Wittmann (GER), BMW, Walkenhorst Motorsport © DTM

Marco Wittmann feiert seinen zweiten Saisonsieg, Liam Lawson löst mit Rang drei Kelvin van der Linde an der Tabellenspitze ab – die DTM bot im niederländischen Assen vor zahlreichen Zuschauern ein brutal starkes und spannendes Rennen. Am Ende setzte sich der zweimalige Champion Marco Wittmann im BMW von Walkenhorst Motorsport durch, obwohl er mit einer Fünf-Sekunden-Strafe wegen Rempelns gegen Lawson belegt worden war. Gastfahrer Mirko Bortolotti erkämpfte sich mit einer beherzten Leistung und sehenswerten Positionskämpfen gegen Lawson Rang zwei vor dem Neuseeländer. Mit Maximilian Götz im Mercedes-AMG und Christian Klien im McLaren auf den Plätzen vier und fünf waren erstmals in der DTM 2021 fünf verschiedene Marken auf den ersten fünf Plätzen vertreten. Zudem holte Sophia Flörsch im ABT-Audi als Neunte ihre ersten DTM-Punkte, ebenso wie die Britin Esmee Hawkey im T3-Lamborghini, die als Elfte ins Ziel kam und zwei Zähler verbuchte, weil Bortolotti und Klien als Gaststarter keine Punkte erhalten.

Der als Tabellenführer angereiste Kelvin van der Linde führte das Feld bis zur vorletzten Runde an, musste dann jedoch zum späten Pflichtreifenwechsel an die Boxen und fiel bis auf den zwölften Rang zurück. Damit büßte der Südafrikaner die lange innegehaltene Tabellenführung ein, die Lawson mit 156 Punkten vor den nun mit 148 Zählern punktgleichen van der Linde und Wittmann übernahm.

„Beim Start war es etwas haarig, Maximilian Götz ist mir dabei schon aufs Auto aufgefahren. Da hätte mein Rennen schon zu Ende sein können“, erzählte Marco Wittmann. „Es gab spannende Situationen vor allem bei den Re-Starts. Ich wusste, dass ich eine Strafe hatte, deshalb war es entscheidend, so schnell wie möglich an Mike Rockenfeller vorbeizukommen. Das war ein wagemutiges Manöver, das ich durchgezogen habe. Hier in Assen erneut zu gewinnen, ist großartig. Ich bin unendlich stolz auf mein Team von Walkenhorst Motorsport.“

Gaststarter Mirko Bortolotti, der schon im Qualifying mit Startplatz drei überzeugt hatte, machte einige neue, gute Erfahrungen: „Das war ein turbulentes Rennen, ich habe viele spannende Aktionen erlebt. Zudem gab es für mich heute einige neue Situationen wie den Formationsstart. Ich habe das Rennen jedenfalls sehr genossen.“ Auch Liam Lawson hatte sichtlich Spaß: „Das war sehr hartes Racing, das aber großen Spaß gemacht hat. Zum Schluss bin ich nicht das volle Risiko eingegangen, weil ich wusste, dass Mirko Bortolotti keine Punkte bekommt. Er war am Schluss aber auch schneller als ich. Jetzt die Meisterschaft anzuführen, ist sehr schön. Jetzt freue ich mich auf das nächste Rennen am Sonntag.“

Die ersten Turbulenzen gab es schon vor dem Start, wo es im Gerangel um die besten Positionen zu dem einen oder anderen Auffahrunfall kam. Während Lawson, der seine zweite Pole-Position errungen hatte, an der Spitze zunächst auf und davon zog, war das Rennen für Daniel Juncadella, Arjun Maini und Vincent Abril bereits nach wenigen Metern beendet. Fünf Runden kreiste das Safety-Car vor dem Feld, bis alle Trümmerteile auf der Start-Ziel-Geraden entfernt waren. Der zweite Start lief besser. Wieder setzte sich Lawson ab, doch Gaststarter Bortolotti kämpfte sich mit seinem Lamborghini an den Ferrari heran und zog schnell vorbei. Die Zuschauer auf den gut besetzten Tribünen kamen sogar noch ein drittes Mal in den Genuss des atemberaubenden Startprozedere mit dem dichtgestaffelten Feld in Zweierreihen, als erneut Teile von der Strecke unter Einsatz des Safety-Cars entfernt werden mussten. Pech hatten dabei Kelvin van der Linde und Mike Rockenfeller, deren Strategie vorsah, spät an die Box zu kommen, die aber durch das Safety-Car ihren Vorsprung einbüßten.

Die Weltklassepiloten der DTM stimmten eine teils kampfbetonte, aber immer faire Gangart an. Auf dem 4,555 Kilometer langen Kurs mit seinen schnellen und mittelschnellen Kurven wurde um jeden Meter erbittert und teils auch unnachgiebig gekämpft. So fing sich Wittmann, von Startplatz zwei ins Rennen gegangen, auch die Fünf-Sekunden-Strafe ein, als es zum Kontakt zwischen ihm und Lawson kam. Doch der Franke reagierte mit seinem beherzten Überholmanöver gegen Rockenfeller auf die Strafe, fuhr dann Runde um Runde hervorragende Zeiten und sicherte sich so den Sieg. Entsprechend der brillanten Darbietungen der Piloten und den munteren Positionskämpfen herrschte auf den Tribünen eine hervorragende Stimmung, die nicht zu überhören war. Als das ABT-Duo Rockenfeller und van der Linde spät in die Boxengasse abbog, war der Weg frei für Wittmann, der genügend Abstand zwischen sich und Bortolotti herausgefahren hatte, um seinen zweiten Assen-Sieg nach 2019 zu feiern. Bester ABT-Audi war somit erstmals in dieser Saison Sophia Flörsch, die sich im Rennen schadlos hielt und mit kühlem Kopf sechs Zähler holte.

Schon am Sonntag setzt die DTM die Punktehatz fort. Das zwölfte Saisonrennen startet wie üblich um 13:30 Uhr (live in SAT.1 ab 13:00 Uhr). Die Situation im Titelkampf spitzt sich jedenfalls vor dem Double-Header mit Hockenheim (01.-03. Oktober) und Norisring (08.-10. Oktober) dramatisch zu.


Freitag, 17. September 2021

DTM in Assen: Nur Juncadella schneller als Tabellenführer van der Linde

  • Kelvin van der Linde am Trainingstag im Mercedes-AMG-Sandwich
  • Gastfahrer Mirko Bortolotti im Training auf Rang acht
  • DTM-Fahrer vom TT-Circuit Assen begeistert
  • DTM Trophy: Tregurtha vor Verdonck, Mercedes-AMG vor Toyota

Mirko Bortolotti (ITA), Lamborghini, T3 Motorsport © DTM

Vielversprechender Auftakt für Tabellenführer Kelvin van der Linde. Der südafrikanische Audi-Pilot aus dem Team ABT Sportsline musste sich am ersten Trainingstag des DTM-Wochenendes im niederländischen Assen nur Daniel Juncadella geschlagen geben. Der Spanier erzielte im Mercedes-AMG des Teams GruppeM in 1:33,353 Minuten die Tagesbestzeit auf dem 4,555 Kilometer langen TT-Circuit. Van der Linde lag nur 0,160 Sekunden zurück. Drittschnellster war der Meisterschaftsfünfte Philip Ellis (Schweiz) im WINWARD-Mercedes-AMG. Assen ist der sechste von acht Läufen zur DTM 2021. Karten gibt es noch für beide Renntage über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline 01805 – 99 11 66. Nach Assen folgt der Double-Header mit Hockenheim (01.-03. Oktober) und dem Finale am Norisring (08.-10. Oktober) innerhalb einer Woche. Die beiden DTM-Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr) werden in SAT.1 ab 13:00 Uhr sowie in über 60 Ländern live übertragen.

Im ersten Freien Training der DTM führte der Schweizer Philip Ellis mit einer Zeit von 1:33,684 Minuten im Mercedes-AMG des Teams WINWARD die Rangliste an, vor Landsmann Nico Müller im Rosberg-Audi, Red Bull-Ring-Doppelsieger Liam Lawson (NZL) im AF-Corse-Ferrari und dem Italiener Mirko Bortolotti, der am Wochenende im Lamborghini des Teams T3 Motorsport als Gastfahrer seine DTM-Premiere erlebt.

Am Nachmittag bestimmte in der zweiten Trainingssitzung mit Daniel Juncadella einmal mehr ein Mercedes-AMG-Fahrer das Tempo und fuhr die Tagesbestzeit. „Ein guter Trainingstag für uns“, bilanzierte der Spanier. „Wir hatten uns vom Saisonauftakt in Monza noch einen Reifensatz für Assen aufgehoben, da wir hier vorher nicht getestet haben. Die Chance haben wir genutzt, was mit ein Grund für die Tagesbestzeit war. Allerdings war auch das Auto sehr gut: Wir haben wichtige Fortschritte bei den Bremsen gemacht. Zuletzt hatten wir mit den Bremsbelägen viele Problemen, aber jetzt haben wir eine gute Lösung gefunden. Ich glaube, dass wir für morgen auf einem guten Weg sind.“

In der Addition der beiden Trainingssitzungen belegte Kelvin van der Linde im ABT-Audi den zweiten Platz, vor Philip Ellis mit seiner Zeit aus dem ersten Durchgang. Dahinter Nico Müller im Rosberg-Audi und ein Mercedes-Trio mit Lucas Auer (Team WINWARD), Arjun Maini (Team GetSpeed) und Maximilian Götz (Team HRT). Mirko Bortolotti (T3-Lamborghini), Vincent Abril (HRT-Mercedes) und Liam Lawson (AF Corse-Ferrari) komplettierten die Top Ten.

Aus der Pressekonferenz: Fahrer begeistert vom TT-Circuit

Mit Liam Lawson und Maximilian Götz nahmen der Zweit- und Drittplatzierte der aktuellen Fahrwertung an der Freitags-Pressekonferenz teil. Auch Sheldon van der Linde, der im vergangenen Jahr in Assen seinen ersten DTM-Sieg einfuhr, und Christian Klien, zum dritten Mal in dieser Saison als Gastfahrer mit dabei, beantworteten Fragen der Medien. Van der Linde und Götz kannten die Strecke in Assen bereits, für Lawson und Klien war der Kurs Neuland. Alle zeigten sich begeistert von der Anlage. „Die Strecke ist schnell und toll zu fahren, sie hat einen schönen Rhythmus“, sagte Götz. Klien sprach die ultraschnelle Boxeneinfahrt an: „Da werden wir nach dem Rennen wahrscheinlich alle einmal neue Unterwäsche brauchen“, lachte der Österreicher. „Die MotoGP-Fahrer müssen wirklich dicke Eier haben, wie die hier fahren!“

Götz und Lawson sprachen auch über den Titelkampf und den damit einhergehenden Druck. „Mit den beiden Siegen zuletzt auf dem Red Bull Ring habe ich natürlich wieder gute Chancen“, so Lawson. „Auch diese Strecke sollte unserem Ferrari liegen.“ Götz sagt: „Es liegt an uns, wie viel Druck wir an uns herankommen lassen. Dass das Finale jetzt mein Heimrennen auf dem Norisring ist, ist natürlich eine gute Sache.“ Sheldon van der Linde räumte ein, dass er selbst keine Rolle mehr im Titelkampf spiele, dafür aber seinem Bruder Kelvin als aktuellen Tabellenführer die Daumen drücke. „Im Vorjahr habe ich im Regen hier gewonnen, indem ich fast von ganz hinten nach vorne gefahren bin. Vielleicht soll ich wieder einen Regentanz aufführen!“

DTM Trophy: Tregurtha fährt im Mercedes zur Tagesbestzeit

In der DTM Trophy, die Serie für seriennahe GT-Sportwagen auf der DTM-Plattform, war der Brite William Tregurtha im Mercedes-AMG des Teams CV Performance Group Tagesschnellster. Im zweiten Freien Training umrundete er den 4,555 Kilometer langen TT-Circuit Assen in 1:45,462 Minuten. Zweitschnellster war der Belgier Nico Verdonck im Ring-Racing-Toyota, vor Theo Oeverhaus im Walkenhorst-BMW und Lucas Mauron im Heide-Motorsport-Audi, so dass einmal mehr vier verschiedene Marken auf den ersten vier Positionen vertreten waren.

Im ersten Training hatte der Österreicher Florian Janits im KTM des Teams True Racing by Reiter Engineering die schnellste Zeit herausgefahren, die ihm in der Addition der beiden Trainingssitzungen den siebten Rang einbrachte. Schnellste Fahrerin im Feld wardie Niederländerin auf Platz 14 fuhr Sandra van der Sloot, die am Wochenende in der DTM Trophy mit dem BMW des Teams Driverse Racing einen Gaststart absolviert.