Montag, 23. Mai 2016

DTM: Drei Fragen an ... Timo Glock.

Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo, was bedeutet dieser Sieg in Spielberg für Sie ?

Timo Glock: "Natürlich ist dieser Erfolg sehr zufrieden stellend. Ich bin einfach so glücklich. Es war ein sehr, sehr gutes Wochenende. Die Geschwindigkeit im Rennen war gestern gut, obwohl der Splitter leicht beschädigt wurde. Die Rennen waren Lehrbuchreif. Wenn Sie eine perfekte Strategie auf ein leeres Blatt Papier geschrieben hätten, dann wäre Sie so gewesen wie unser Rennen. Wir verbessern unser Auto Schritt für Schritt über das Wochenende und ich muss mich dafür vor allem bei meinem BMW Team RMG bedanken. Hinzu kommt, Jens Marquardt Geburtstag hatte und wir ihm jetzt das perfekte Geschenk mit zwei Siegen und viele Punkte geben konnten".
 
Kann man sagen, dass Sie das Gefühl haben, beim BMW Team RMG zu Hause zu sein ?

Timo Glock: "Ja, es läuft sehr harmonisch im Team. Ich kenne viele im Team, einschließlich des Teamchefs, seit einer langen Zeit. Stefan Reinhold macht einen tollen Job, und meine Ingenieure sind fantastisch. Sie geben mir immer ein Auto, das von Anfang an Top ist. Dann ist in der Regel nur noch die Feinabstimmung erforderlich, um die kleinen Details zu verbessern. Alles passt einfach - und ich fühle mich total zu Hause ".
 
Was sind Ihre Ziele für die nächsten Rennen ?

Timo Glock: "Wir müssen jedes Rennen nehmen, wie es kommt. Wir wollen die Rennen genießen, und wir wollen natürlich diese Dynamik der letzten Rennen fortsetzen.  Ohne Zweifel werden auch wieder schlechtere Resultate kommen, die uns nicht passen werden, das wichtigste aber ist, das Beste aus jeder Gelegenheit zu machen. Hier in Spielberg haben wir das auf alle Fälle geschafft."

DTM - Nachgefragt bei ... Mattias Ekström

Der DTM-Star über sein turbulentes Wochenende bei der DTM in Spielberg und seine Erfolge in der Rallycross-Weltmeisterschaft.
Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Von Startplatz elf auf Rang zwei – das sieht man in der DTM nicht alle Tage ...

Das stimmt! Manchmal fühlt sich ein zweiter Platz an wie ein Sieg. Heute war das der Fall. Das Rennen war toll und hat jede Menge Spaß gemacht. Ich habe einige Gegner auf der Strecke überholt, wir hatten die richtige Strategie und einen extrem schnellen Boxenstopp – ich glaube, nur 2,6 Sekunden! Und das, obwohl meine Jungs nach dem Schlamassel in der ersten Kurve gestern bis spät in die Nacht gearbeitet haben, um mir wieder ein perfektes Auto hinzustellen.

Neuer Streckenrekord am Samstag, eine tolle Aufholjagd am Sonntag – warum lief es dagegen in den beiden Zeittrainings nicht so gut?

Im Qualifying zweimal um den zehnten Platz herum zu sein, ist einfach nicht gut genug, um in der DTM Rennen zu gewinnen. Am Samstag war der Startplatz verdient, denn ich war einfach das entscheidende Zehntel zu langsam. Aber am Sonntag war ich gut genug, um auf Platz drei bis fünf zu stehen – und dann fährt mir einer in den Weg! Den Qualifying-Wurm würde ich gerne knacken. Am Lausitzring müssen wir versuchen, in den Top Fünf zu stehen. Das würde sich schon wie ein Sieg anfühlen, denn in der modernen DTM ist das Qualifying alles. Auf manchen Strecken kann man das im Rennen noch reparieren – abhängig davon, ob die Pappnasen weit genug weg sind ...

Sie haben am Wochenende einige Ihrer Fahrerkollegen heftig kritisiert. Warum?

Ich kann fast mit jedem im DTM-Starterfeld. Aber es gibt zwei, drei Kandidaten, die haben noch immer nicht gerafft, wie die DTM funktioniert. Meiner Meinung nach sorgen sie fast in jedem Rennen für Schrott und Unfälle – das tut mir leid für die anderen Fahrer, die Teams, die Fans. Ich bin nicht in einer Position zu sagen, die gehören nicht hierher. Aber ihre Leistung im Rennen gehört nicht hierher. Das ist nicht das, wofür die DTM steht. Ich habe es an diesem Wochenende auch oft gesagt: Die zwei, drei Kandidaten sind supernette Menschen. Aber wenn sie ins Rennauto steigen, erkennst du sie nicht wieder.

Am kommenden Wochenende starten Sie wieder in der Rallycross-Weltmeisterschaft. Mit zuletzt zwei Siegen in Folge läuft es dort perfekt für Sie, oder?

Das Verrückte ist, dass ich mich sowohl in meinem Red Bull Audi RS 5 DTM als auch in meinem Audi S1 EKS RX quattro total wohlfühle. Aber in der DTM kämpfe ich im Mittelfeld, in der Rallycross-WM um den Sieg. Man braucht im Motorsport auch ein wenig Glück. Vielleicht hatte ich an den ersten Wochenenden im Rallycross zu viel Glück und in der DTM zu wenig. Aber ich hoffe, dass sich harte Arbeit in beiden Serien auszahlt. Aufgeben kommt für mich sowieso nicht in Frage. Das weiß jeder, der mich kennt. Ich werde kämpfen, so lange es möglich ist.

Sonntag, 22. Mai 2016

DTM: Rennen 2 Spielberg - Sieg für Timo Glock

  • überlegener Sieg  für Timo Glock (BMW)
  • zweiter Platz für Mattias Ekström nach taktischer Meisterleistung
  • dummer Fehler von Edoardo Mortara kostet ihm die Meisterschaftsführung
Sieg für Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Bereits kurz nach dem Start geht Timo Glock an seinem vor im liegenden Teamkollegen Antonio Felix da Costa vorbei auf Platz zwei. Er und der auf Platz ein liegende Jamie Green (Audi) können sich in der Folge vom Rest des Feldes absetzen. Dahinter kämpft Edoardo Mortara mit da Costa um Platz drei, den Costa dann auch an Mortara abgeben muss.
 
Schon in Runde zwei konnte Glock dann auch am bis dahin führenden Green (Audi) vorbei gehen und in der Folge seine Führung auf runde zwei Sekunden ausbauen. Glock kommt früh an die Box, während seine Verfolger lange mit dem Boxenstopp warten. Aber auch danach kann Glock seine Führung souverän behaupten.
 
Mortara lag zu diesem Zeitpunkt klar auf Kurs, mit einem möglichen Podestplatz die Meisterschaftsführung zu übernehmen. Er lies sich aber von da Coste provozieren und verlor alles. Zunächst hatte da Costa  Edoardo Mortara unter Zuhilfenahme eines kleinen Heckstuppsers überholt. Wer Mortara kennt ahnt das dafür eine Revanche fällig war, die folgte auf dem Fuße. Ein paar Runden später schob Mortara   da Costa von der Strecke, verlor dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug und landete im Kiesbett, wo sein Rennen endete.
später Boxenstopp sicherte Mattias Ekström Podestplatz
Foto: DTM-Media
Eine taktische Meisterleistung gelang Mattias Ekström, der bis dahin im Mittelfeld auf Platz elf unterwegs war und seinen Stopp so weit wie möglich hinauszog. Nach dem Stopp kam Ekström als Dritter hinter Green wieder auf die Strecke und schloss schnell auf um kurz vor Endes des Rennens scheinbar mühelos an Green vorbei auf Platz zwei zu gehen.
 
Im Ziel siegte Timo Glock (BMW) vor Mattias Ekström und Jamie Green (beide Audi).
dritter DTM-Sieg und nun im engeren Kreis der Titelkandidaten 2016: Timo Glock
Foto: DTM-Media
 
 

DTM: Qualifying 2 Spielberg - Jamie Green holt die Pole für Audi

Jamie Green holt Pole für Rennen zwei am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda
Nachdem am Sonntagmorgen im dritten Freien Training Audi dominiert hatte, war es im Qualifying zum heutigen Rennen dann ein anderer Hersteller der dominierte. BMW stellte sieben Fahrzeuge in die Top-Ten, die Pole aber holte Jamie Gren für Audi. Danach sah es aber bis kurz vor Schluss gar nicht aus. Bereits nach sechs Minuten fuhr Fèlix Antonio da Costa  mit 1:22,734 die schnellste Zeit und diese hatte lange Bestand.

Erst eine Minute vor Ende des Qualifyings gelang es Green mit einer Zeit von 1:22,680 Minuten die Spitze zu übernehmen. Hinter ihm reiten sich am Ende Félix da Costa, Glock, Martin, Mortara, Farfus, Spengler, Blomqvist, Rockenfeller und Wittmann ein.

Für Mercedes lief das Training desaströs, bester Mercedes-Pilot war am Ende Robert Wickens auf Platz 15.

Ergebnis Qualifying 2 Spielberg:

Bild: DTM Live-TV
 

DTM Drittes Freies Training am Sonntag von Audi dominiert

Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Erneut war es Edoardo Mortara, der als schnellster Audi-Pilot auch die Bestzeit des Trainings markierte. Seine Rundenzeit von 1:22.654 Minuten konnten weder Markenkollege Jamie Green (1:22.759 Minuten) noch das Phoenix-Duo Timo Scheider (1:22.805 Minuten) und Mike Rockenfeller (1:22.857 Minuten) unterbieten.

Als bester Mercedes-Benz-Pilot wurde der Gesamtführende Paul Di Resta auf dem fünften Platz gezeitet, der drei Tausendstel schneller war, als der beste BMW-Fahrer Tom Blomqvist (1:22.941 Minuten).
Während mit Blomqvist lediglich ein Akteur des Münchener Herstellers unter den zehn schnellsten Zeiten auftauchte, positionierte Audi dort sieben Autos. Mattias Ekström, Adrien Tambay und Nico Müller absolvierten den Kurs ein wenig schneller als DTM-Rookie Esteban Ocon, der die zehntschnellste Zeit setzte.