Es gibt nur eine einzige Yamaha im Superbike-Feld, aber genau diese fährt die Konkurrenz gerade in Grund und Boden. Der 22-jährige Niederländer Twan Smits gewann beim Öhlins EURO MOTO Superbike-Event das dritte Rennen in Folge. Marcel Schrötter (BMW) war zum Schluss der einzige Fahrer, der den Sieg in der Eifel hätte verhindern können. Titelverteidiger Lukas Tulovic (Ducati) wurde Dritter.
Die Entwicklungskurve von Twan Smits (Apreco-Yamaha) befindet sich im Höhenflug. Selbst der erfolgsverwöhnte Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) zollte dem Polesetter Respekt: „Twan gibt an diesem Wochenende das Tempo an.“
In punkto Meisterschaftsstand war Tulovic als Gejagter auf den Nürburgring gereist, aber in Sachen Rennablauf war er heute der Jäger. Vor einem Jahr waren dem Baden-Württemberger zwei dominante Rennsiege auf der Strecke geglückt, inklusive einer perfekt ausgeführten Long-Lap-Runde. Was würde heute für ihn herausspringen? Klappt es mit einer vorzeitigen Titelverteidigung?
Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes kündigte an, eine „volle Attacke zu reiten“, um die Entscheidung aufs Hockenheim-Finale in drei Wochen zu vertagen. Das ist alles, was er jetzt machen kann. Für den Supersport-WM-Dritten von 2023 ist der Titelkampf noch nicht abgehakt – auch wenn Tulovic mit 41,5 Punkten bei der Ankunft auf dem Nürburgring einen sehr komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung hatte und sich auch Fehler leisten könnte. Schrötters Antwort darauf: Im ersten Superbike-Lauf verkürzte er die Lücke zu Tulovic in der Tabelle auf 37,5 Punkte.
Titelkandidaten im direkten Duell
Smits gewann den Start. Schrötter bog hinter dem Niederländer ein und war der eigentliche Gewinner, da er vor seinem direkten Meisterschaftsgegner Tulovic in die erste Kurve einbog. Die Titelrivalen schenkten sich im direkten Duell nichts. In der dritten Runde war die Ducati vorn, in der vierten wieder die BMW. Für das Tempo waren die Platzwechsel nicht hilfreich. Smits versuchte an der Spitze die Flucht zu ergreifen. Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) fand von hinten Anschluss.
Leon Orgis (ORM Racing) scheiterte auf der fünften Position mit einem stempelnden Vorderrad an einer Bodenwelle. Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) musste fast stehenbleiben, um den wegrutschenden Orgis und Verkleidungsteile von der verletzten BMW nicht zu treffen. Finsterbusch kostete die unverschuldete Bremseinlage viel Zeit. Der Leipziger reihte sich als Sechster hinter seinem Teamkollegen Jan-Ole Jähnig und vor Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) ein.
In der zweiten Hälfte des 18-Runden-Rennens konnte Tulovic nicht mehr das Tempo von Smits und Schrötter halten. An der Spitze lief nun alles auf einen Zweikampf zwischen Smits und Schrötter hinaus. Doch einholen ließ sich der fast fehlerfrei gebliebene Yamaha-Fahrer nicht.
Drei Sekunden weiter hinten klebten Tulovic und Reiterberger bis zum Schluss zusammen. Reiti unterlief dabei ein grober Fehler, aber er kämpfte sich ans Hinterrad von Tulovics Ducati zurück. Eine Zehntelsekunde trennten den Zweiten und Drittplatzierten im Ziel. Oder genau gesagt: 0,118 Sekunden.
Tulovic war leicht überrascht, dass Schrötter mit Smits mithalten konnte. „Eigentlich wollte ich das auch. Ich hoffe, dass wir im zweiten Lauf einen Dreikampf daraus machen.“ Schötter war erst einmal erleichtert: „Nach den letzten Rennen, die nicht ganz glücklich gelaufen sind, war es jetzt ein mega Gefühl, wieder vorne dabei zu sein.“
EURO MOTO Superbike, Rennen 1
1. Twan SMITS (NED/Yamaha)
2. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)
3. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)
4. Markus REITERBERGER (GER/BMW)
5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)
6. Kevin ORGIS (GER/BMW)
7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)
8. Florian ALT (GER/Honda)
9. Hannes SOOMER (EST/BMW)
10.Martin VUGRINEC (CRO/BMW)
11.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)
12.Jan MOHR (AUS/BMW)
13.Milan MERCKELBAGH (NED/BMW)
14.Marco FETZ (GER/BMW)
15.Christoph BEINLICH (GER/BMW)
Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek