Ruben Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) ist der Mann des Wochenendes am Nürburgring. Nach seinem hauchdünnen Erfolg am Samstag legte der Niederländer am Sonntag nach und machte den Doppelsieg perfekt. Nach turbulenten ersten Runden setzte sich Bijman deutlich ab und gewann mit 4,671 Sekunden Vorsprung vor Tom Kuil (RT Motorsports). Meisterschaftsführer Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing) komplettierte das Podium.
Zunächst sah allerdings alles nach einem starken Rennen von Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) aus. Von Startplatz drei schoss der Österreicher direkt an die Spitze. Dahinter ging es ordentlich zur Sache und die Reihenfolge wurde mehrfach durcheinandergewirbelt. Kitzbichler fiel zwischenzeitlich zurück, kämpfte sich aber stark auf der Bremse innerhalb weniger Runden wieder an die Spitze. In Runde fünf folgte dann der Rückschlag: In Führung liegend stürzte der Österreicher und war damit aus dem Kampf um den Sieg.
Damit war der Weg für Bijman frei. „Am Anfang war es wegen der vielen Kämpfe nicht so einfach. Ich habe versucht, mich aus dem ganzen Tumult herauszuhalten. Als Tobias dann gestürzt ist, habe ich noch einmal eine Schippe draufgelegt und Gas gegeben. Danach bin ich einfach meinen Rhythmus bis zum Schluss gefahren.“
Und das mit Erfolg. Bijman setzte sich Runde für Runde weiter ab und fuhr in 1:30,782 Minuten auch die schnellste Rennrunde aller Fahrer, die das Rennen beendeten. Im Ziel hatte er sich einen für die Sportbike Klasse ungewöhnlich deutlichen Vorsprung von 4,671 Sekunden herausgefahren.
Kuil belohnt sich mit dem Podium
Hinter Bijman lieferte Kuil ebenfalls eine starke Vorstellung ab. Schon am Samstag hatte der Niederländer mit Platz fünf sein bis dahin bestes Saisonergebnis eingefahren. Einen Tag später setzte er noch einen drauf und brachte Rang zwei ins Ziel. Wie viel ihm dieses Ergebnis bedeutete, zeigte sich kurz vor der Siegerehrung. Seine Mutter, die an diesem Wochenende nicht am Nürburgring dabei sein konnte, rief ihn unter Freudentränen an, erzählte er im Sieger-Interview. „Es ist toll, endlich wieder auf dem Podium zu stehen. Das zeigt, dass wir uns Schritt für Schritt entwickeln und immer weiter verbessern. Natürlich wollen wir irgendwann auch Ruben einfangen. Dieses Gefühl nehmen wir jetzt mit nach Hockenheim und dort versuchen wir, genau so weiterzumachen“, sagte Kuil in bester Laune.
Zuda verteidigt Rang drei
Auch hinter der Spitze war einiges los. Mika Siebdrath erwischte keinen optimalen Start, zeigte such aber gut aufgelegt in der Verfolgergruppe und machte Druck auf seinen Teamkollegen Stepan Zuda. Gleichzeitig machte Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben) hinter Siebdrath Druck. In den letzten Runden versucht Siebdrath sich den Meisterschaftsführenden zu schnappen, doch Zuda konterte und holte sich Rang drei zurück. Am Ende wurde Siebdrath Vierter, van Kalkeren folgte nur 0,028 Sekunden dahinter auf Rang fünf. Stepan Zuda war erleichtert.„Ich hatte ein bisschen erwartet, dass ich hier am Nürburgring vielleicht nicht ganz so stark sein würde. Donnerstag und Freitag waren zwar sehr gut, aber ich war an diesem Wochenende einfach nicht zu 100 Prozent auf der Höhe. Das liegt auch noch an meiner Handverletzung, die ich mir bei meinem Gaststart in der Weltmeisterschaft zugezogen habe. Deshalb bin ich froh, trotzdem zwei Podiumsplätze eingefahren und wichtige Punkte mitgenommen zu haben. Jetzt liegt der volle Fokus auf Hockenheim und darauf, die Saison dort für mich zu entscheiden“, sagte der Tscheche vor der Siegerehrung.
Hinter den ersten Fünf belegte Alexander Weizel (Weizel Racing Team) Rang sechs. Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) wurde Siebter. Auch Ty Henriksen (Nordic Vikings) zeigte als Achter eines seiner stärksten Rennen der bisherigen Saison. Maksymilian Palmowski (SP race project) und Jay Jay den Hoed (Team SWPN) komplettierten die Top Ten.
Für Bijman könnte das Wochenende kaum besser gelaufen sein. Zwei Rennen, zwei Siege und 50 Punkte sind eine klare Ansage vor dem Saisonfinale in Hockenheim. Sein Rückstand auf Spitzenreiter Zuda ist damit auf nur noch 28 Punkte geschrumpft. Für den Tschechen ist das Polster weiterhin da, doch viel darf nun nicht mehr schiefgehen. Den heißen Atem von Bijman dürfte er beim Finale vom 25. – 27. September deutlich im Nacken spüren.
Für Freudenberg RoRa Paligo Racing gab es am Nürburgring zudem einen weiteren Grund zum Feiern: Nach einer starken Saison sicherte sich das Team vorzeitig die Markenmeisterschaft der EURO MOTO Sportbike Klasse.
EURO MOTO Sportbike, Race 2
- Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
- Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
- Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
- Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
- Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
- Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
- Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
- Ty HENRIKSEN (#46/DNK), Aprilia RS660
- Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
- Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7
- Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
- Lucas SØRENSEN (#18/DNK), Aprilia RS660
- Lucy MICHEL (#G16/DEU), Yamaha YZF R7
- Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
DNS: Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DNK), Aprilia RS660
Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann