- Ben Dörr gewinnt nach eindrucksvoller Leistung 14. Meisterschaftslauf
- Tabellenführer Thomas Preining baut Vorsprung mit Platz zwei aus
- Imposante Kulisse: 53.200 Besucher beim Rennwochenende am Sachsenring
Nervenstark und abgezockt – Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) hat am Sonntag auf dem Sachsenring seinen zweiten DTM-Sieg klargemacht. Bei schwierigen Bedingungen auf anfangs feuchter Strecke setzte sich der McLaren-Pilot in Runde fünf an die Spitze und ließ sich die Führung bis ins Ziel nicht mehr nehmen. „Mit den Mischbedingungen auf der Strecke zu Beginn des Rennens bin ich super zurechtgekommen. In der Schlussphase wurde es nochmal eng, als Thomas Preining mit frischen Reifen dicht hinter mir war. Insgesamt war es ein richtig starker Auftritt von uns und eines der besten Rennen meiner Karriere“, freute sich Dörr. Tabellenführer Thomas Preining (A/Manthey) fuhr als Zweiter zum sechsten Mal in Folge auf das Podium. Der Österreicher baute damit seinen Vorsprung vor dem Finale in Hockenheim auf 23 Punkte aus. Sein Teamkollege Ricardo Feller (CH) belegte Rang drei und stand zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem Treppchen. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) erlebte einen bitteren Nachmittag: Der Gesamtzweite erhielt nach dem Rennen eine 15-Sekunden-Strafe und blieb damit ohne Punkte. Zum vorletzten DTM-Wochenende am Sachsenring kamen 53.200 Besucher. Die Fans erlebten vor allem Sonntag ein turbulentes Rennspektakel mit zahlreichen Duellen und Positionswechseln.
Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 14 von 16
- Streckenlänge: 3.645 Meter
- Wetter: 18 Grad, bewölkt
- Pole-Position: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol, Mercedes-AMG GT3 #80), 1:26,307 Minuten
- Sieger: Ben Dörr (Dörr Motorsport, McLaren 720S GT3 Evo #25)
- Schnellste Runde: Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:19,414 Minuten
Vor dem Start zum 14. Meisterschaftslauf am Sonntag auf dem Sachsenring hatte die Reifenwahl höchste Priorität. Trotz teilweise nasser Fahrbahn entschieden sich die meisten Fahrer für den Pirelli-Slick – die richtige Entscheidung, wie sich nach kurzer Zeit herausstellte. Doch zu Beginn übernahm Bastian Buus (DK/Land-Motorsport), der von Position fünf aus mit Regenreifen ins Rennen gegangen war, die Führung. Es folgte Pole-Setter Engel vor Dörr, der einen Platz gutmachen konnte. In Runde fünf attackierte Dörr: Der McLaren-Pilot zog zunächst an Engel, dann an Buus vorbei, der anschließend auf abtrocknender Strecke zurückfiel. Hinter dem Führungsduo rückten Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), Preining und Feller auf die Plätze drei bis fünf vor. Vor dem ersten Pflicht-Boxenstopp hatte Spitzenreiter Dörr einen Vorsprung von über zehn Sekunden, den er danach weiter ausbaute. Porsche-Werksfahrer Preining kletterte auf Rang zwei, gefolgt von Feller und Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), der sich im Ferrari 296 GT3 Evo um zehn Positionen verbessert hatte.
Nach dem zweiten Reifenwechsel blieb Dörr souverän vorn, ehe das Safety-Car kurz vor Schluss gleich zweimal in kurzen Abständen ausrückte. Zunächst kollidierten Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) und Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) miteinander – beide mussten das Rennen vorzeitig beenden. Danach schob Engel den vor ihm auf Rang fünf liegenden van der Linde in den Kies, was für den Tabellenzweiten eine nachträgliche 15-Sekunden-Strafe zur Folge hatte. Obwohl Spitzenreiter Dörr durch den Safety-Car-Einsatz seinen großen Vorsprung einbüßte, blieb er nach dem Re-Start cool und wurde nach 39 Runden als Sieger abgewunken. Preining, Feller und Cairoli folgten auf den Positionen zwei bis vier. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) kämpfte sich von Rang acht auf Platz fünf vor.
Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) gelang eine eindrucksvolle Aufholjagd. Der BMW-Pilot machte zehn Positionen gut und wurde Sechster. Thierry Vermeulen (NL) kam im zweiten Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing auf Rang sieben ins Ziel. Als bester Lamborghini-Fahrer sicherte sich Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) Platz acht. Buus steuerte seinen Porsche 911 GT3 R auf Position neun. Maximilian Paul (TGI Team by GRT) zeigte an seinem ersten Rennwochenende nach seinem Unfall am Norisring eine starke Vorstellung. Als 18. gestartet belohnte sich der Dresdner mit Rang zehn.
Weitere Stimmen zum Rennen
Thomas Preining: „Nach einem durchwachsenen Qualifying so zurückzuschlagen, ist Weltklasse! Ich konnte mich schon im ersten Rennabschnitt bei schwierigen Mischbedingungen um mehrere Plätze verbessern. Dazu kamen zwei super Boxenstopps. In der Schlussphase wurde es nochmal hektisch, nach beiden Safety-Car-Phasen konnte ich aber meinen zweiten Platz verteidigen.“
Ricardo Feller: „Dieses Ergebnis tut nach einer schwierigen Saison für mich richtig gut. Wir haben über die Saison eine gute Entwicklung gemacht, konnten uns aber nicht mit Ergebnissen belohnen. Die Zuschauer auf den Tribünen haben ein spannendes Rennen gesehen. Das werde ich mir auf jeden Fall nochmal im Re-Live anschauen.“
Ergebnis, 14. Meisterschaftslauf, Sachsenring (Top-Five)
1. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport)
2. Thomas Preining (A/Manthey), +1,219 Sekunden
3. Ricardo Feller (CH/Manthey), +2,021 Sekunden
4. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +2,293 Sekunden
5. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +3,565 Sekunden
Fahrerwertung nach 14 von 16 Meisterschaftsläufen
1. Thomas Preining (A/Manthey), 197 Punkte
2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), 174 Punkte
3. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), 173 Punkte