Donnerstag, 16. Juli 2015

Highlights, Rekorde, Spannung: Halbzeit im ADAC GT Masters

  • Neue Bestmarke: Sechs verschiedene Supersportwagen siegen in acht Läufen
  • Asch/Ludwig mit Traumergebnissen zum Halbzeittitel
  • Porsche, BMW, Corvette und Bentley harte Verfolger von Mercedes-AMG
Foto: Jens Hawrda
Viel Abwechslung an der Spitze, neue Bestmarke und ein Duo, dem sich bisher nichts in den Weg stellen konnte: Die erste Saisonhälfte des ADAC GT Masters produzierte viele Sieger und neue Highlights. Sechs Fahrerpaarungen in sechs verschiedenen Supersportwagen fuhren bisher Laufsiege ein, so viel Abwechslung gab es in der Mitte des Siegerpodests in der ersten "Halbzeit" bisher noch nie. Noch spannender war es an der Spitze bei den acht Läufen mit insgesamt 19 Führungswechseln: Supersportwagen aller acht im Feld vertretenen Marken sammelten bisher Führungskilometer. Sebastian Asch (29, Ammerbuch) und Luca Ludwig (26, Bonn/beide Team Zakspeed) konnte das alles wenig irritieren. Die Mercedes-Benz-Piloten erleben eine Traumsaison. Bei allen acht Rennen fuhren die Rennfahrersöhne in die Top-Vier, das gelang zuvor noch keinem Duo. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit 120 Punkten liegt das Zakspeed-Duo zum Start in die Sommerpause souverän an der Spitze, mehr Punkte als Asch/Ludwig hatte noch kein "Halbzeit-Champion" auf dem Konto.

Ludwig/Asch: Meiste Rennerfahrung und meiste Punkte

Asch und Ludwig sind Tabellenführer und wissen als Duo mit der meisten kombinierten Rennerfahrung in der Serie genau, dass es bis zum Titel noch ein weiter Weg ist. "Wir müssen ganz besonders auf BMW aufpassen, denn mit dem Sachsenring und Zandvoort haben wir in der zweiten Hälfte zwei Strecken, auf denen BMW zuletzt immer gewonnen hat", sagt Ludwig und hat dabei besonders die zweifachen Saisonsieger Dominik Baumann (22, A)/Jens Klingmann (24, Leimen/beide BMW Sports Trophy Team Schubert) im Auge. "BMW sehe ich in der zweiten Saisonhälfte als unseren stärksten Gegner. Es sieht für uns gut aus, aber wir müssen kontinuierlich so gut arbeiten wie bisher."
Ludwig/Asch sind Halbzeitmeister der Saison 2015
Foto: Jens Hawrda
"Die erste Hälfte haben wir gut geschafft, jetzt müssen wir sehen, dass uns dies in der zweiten Hälfte auch gelingt", sagt Asch, der schon aus der Saison 2012 weiß, wie man den Titel im ADAC GT Masters gewinnt. Neben dem BMW-Duo Baumann/Klingmann war Porsche-Pilot Klaus Bachler (23, A/GW IT Racing Schütz Motorsport) bisher der engste Verfolger der Tabellenführer. Vier Mal hatten auch bisher Andreas Wirth (30, Heidelberg) und Daniel Keilwitz (25, Villingen/beide Callaway Competition) eine Hand am Siegerpokal. Doch das nach Siegen erfolgreichste Duo der Saison 2014 landete auf Rang zwei oder schied in ihrer Corvette kurz vor Rennende aus und brennt auf dem ersten Saisonsieg.

Bentley und Lamborghini beeindrucken

Ein fulminanter Einstand gelang Bentley. Der Continental fuhr zum Saisonstart in Oschersleben auf Anhieb zwei Mal auf die Pole Position - etwas, was noch keinem Neueinsteiger zuvor gelang. Es folgte gleich am ersten Wochenende der Debütsieg. Nach einem weiteren Podestplatz liegen die Bentley-Piloten Luca Stolz (19, Brachbach) und Jeroen Bleekemolen (33, NL/beide Bentley Team HTP) mit dem britischen Power-Coupé auf Tabellenrang fünf.
 
Das Comeback der ersten Saisonhälfte gelang Lamborghini: Nach einer Durststrecke von vier Jahren fuhren Tomas Enge (38, CZ) und David Russell (33, AUS/beide Reiter Engineering) auf Red Bull Ring zu einem weiterem Sieg mit dem Gallardo. Für Furore sorgte auch der erste Sieg des brandneuen Lamborghini Huracán bei einem Sprintrennen im zweiten Lauf in der Steiermark durch Mirko Bortolotti (25, A) und Adrian Zaugg (28, RSA/beide GRT Grasser Racing).

SPORT1 zeigt mehr ADAC GT Masters live im TV als je zuvor

Bestmarken gab es auch beim ADAC GT Masters Fernsehpartner SPORT1. Nie zuvor war die "Liga der Supersportwagen" so lange live im TV zu sehen. Bis zu 220 Minuten sendete SPORT1 live von jedem Wochenende, ergänzt durch eine umfangreiche Berichterstattung auf dem Digitalsender SPORT1+. Alle Rennen sind 2015 auch online im Livestream unter adac.de/gt-masters zu sehen.

Nach der Sommerpause Start in die zweite Hälfte auf dem Nürburgring

Viel Spannung verspricht die zweite Saisonhälfte, die auf dem Nürburgring startet und dann nach Gastspielen auf dem Sachsenring und in Zandvoort (NL) mit dem Finale in Hockenheim endet. Auf dem Nürburgring (14. bis 16. August) ist auch Bernd Schneider (50, Bottighofen/CH, HP Racing) wieder am Start. Im Mercedes-Benz SLS AMG sorgte der DTM-Rekordchampion in Spa-Francorchamps (B) für Furore und fuhr im Qualifying zur schnellsten jemals gefahrenen Runde im ADAC GT Masters.

Für die Tabellenführer Asch/Ludwig wird der Start in die zweite Saisonhälfte ein besonderes Highlight. Für den in Bonn lebenden Ludwig ist der Nürburgring seine Hausstrecke und Asch steht in der Eifel am Samstag vor seinem 100. Rennen im ADAC GT Masters. Das wird der Schwabe in jedem Fall an der Tabellenspitze beenden, dafür hat er in den letzten acht Rennen bereits gesorgt.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Nachgefragt bei … Mattias Ekström

Mit einer Aufholjagd vom 16. Startplatz mitten in die Punkte hat Mattias Ekström die DTM-Fans in Zandvoort begeistert. Der Audi-Fahrer im Kurzinterview.
Mattias Ekström mit Teamchef Hans-Jürgen Abt
Foto: Audi-Motorsport
Sie haben in Zandvoort viermal gewonnen, darunter war auch Ihr erster DTM-Sieg überhaupt. Können Sie sich über einen siebten Platz überhaupt freuen?

Normalerweise nicht, aber heute schon. Ich habe mein Bestes gegeben, im Laufe des Rennens neun Plätze gutgemacht und dabei einige tolle Zweikämpfe gehabt. Sechs Punkte klingen vielleicht auf den ersten Blick nach nicht viel, können aber in ein paar Monaten Gold wert sein. Zandvoort birgt mit seinen engen Kurven und vielen Zweikämpfen immer ein hohes Risiko. Wenn man sieht, dass drei Piloten aus den Top Fünf der Meisterschaft das ganze Wochenende ohne Punkte geblieben sind, dürfen wir ausnahmsweise ein kleines bisschen zufrieden sein.

Was erwarten Sie für das Wochenende in Spielberg in drei Wochen?

Für mich ist das Wochenende in Spielberg ein Heimspiel, denn ich habe neben den Rennen auch schon viele Events dort besucht. Ich mag die Strecke sehr. Ein Manko am Sonntag in Zandvoort war das Qualifying, was vielleicht auch daran lag, dass ich wegen eines kleinen Defekts das ganze Warm-up zur Vorbereitung verpasst habe. Wir werden uns noch mehr darauf konzentrieren, für beide Rennen eine optimale Startposition herauszufahren. Dann zwei harte, aber faire Rennen und maximale Punkte – das ist unser Plan.

Wie beurteilen Sie nach vier Wochenenden das neue DTM-Format mit zwei Rennen am Wochenende?

Mein Wunsch war es schon immer, so viele Rennen wie möglich zu fahren. Jetzt sind es 18 pro Saison, was eine tolle Anzahl ist. Das neue Format bringt eine Menge Druck für alle Mechaniker, Ingenieure und Fahrer. Aber ich gebe zu: Sich am Samstagabend nach einem verkorksten Tag ins Bett zu legen und zu wissen, dass man schon am nächsten Tag eine neue Chance bekommt – das hat schon was!

Sie bestreiten nicht nur die DTM, sondern mit Ihrem eigenen Team auch die Rallycross-WM. Wie gelingt Ihnen der Wechsel zwischen beiden Welten?

Für mich sind die Rallycross-Rennen aktive Erholung. Ich habe eine Menge Spaß, genieße den sportlichen Wettkampf und die Zusammenarbeit im Team und behalte gleichzeitig meine Angriffslust. Natürlich gibt so ein Sieg wie am vergangenen Wochenende in Schweden auch zusätzliche Motivation, allein schon durch die gute Laune. Ich bin in meiner Karriere schon viele andere Autos gefahren und habe noch nie eine lange Umgewöhnungszeit gebraucht.

Stimmen aus dem Mecedes-Lager zum zweiten Rennen in Zandvoort

  • Pascal Wehrlein (gooix Mercedes-AMG C 63 DTM) beendet das zweite Rennen in Zandvoort auf Platz sechs
  • Wehrlein nach acht von 18 Saisonläufen nur fünf Punkte hinter dem DTM-Tabellenführer
  • Christian Vietoris (Original-Teile Mercedes-AMG C 63 DTM) und Gary Paffett (EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM) ebenfalls in den Top-10
  • Ulrich Fritz: „Es wäre sicher mehr drin gewesen, aber zumindest konnten wir den Abstand zu Audi in der Fahrer- und Herstellerwertung verkürzen und unseren Vorsprung in der Teamwertung ausbauen.“
Mercedes-AMG Pilot Pascal Wehrlein (gooix Mercedes-AMG C 63 DTM) beendete den achten Saisonlauf der DTM vor 31.000 Zuschauern am Wochenende in Zandvoort auf Platz sechs. Der Sieger des Samstagsrennens auf dem Norisring machte damit wichtige Punkte in der DTM-Gesamtwertung gut. Mit 76 Punkten ist er nach acht von 18 Saisonläufen punktgleich mit dem Zweiten Mattias Ekström (Audi). Beide liegen nur fünf Zähler hinter dem Führenden Jamie Green (Audi).

Wehrleins Markenkollegen Christian Vietoris (Original-Teile Mercedes-AMG C 63 DTM) und Gary Paffett (EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM) fuhren als Achter und Zehnter ebenfalls in die Top-10. Mit drei Mercedes-AMG Piloten unter den ersten Zehn konnte Mercedes-Benz den Rückstand auf Audi in der Herstellerwertung verringern und den Vorsprung in der Teamwertung ausbauen.

Paul Di Resta (Mercedes-AMG C 63 DTM) und Maximilian Götz (Mercedes-AMG C 63 DTM) beendeten den zweiten Lauf des Wochenendes auf den Positionen 14 und 16. Robert Wickens (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM) und Lucas Auer (BWT Mercedes-AMG C 63 DTM) belegten die Ränge 19 und 20. Daniel Juncadella (PETRONAS Mercedes-AMG C 63 DTM) fiel nach einer Berührung mit einem anderen Auto aus.

Pascal Wehrlein 6. Platz
Team: gooix/Original-Teile Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: gooix Mercedes-AMG C 63 DTM
„Mit Platz sechs bin ich einigermaßen zufrieden. Unser Speed war gut und im Rennen war denke ich mehr drin. Mein Start war leider sehr schlecht. Wir haben in diesem Jahr viele Probleme mit der Kupplung und heute hat es wieder nicht geklappt. Meine Pace war gut, bis zu dem Duell mit Molina. Dabei wurde mein Auto so stark beschädigt, dass ich mich am Ende stark verteidigen musste. Ich hatte Angst, dass ich einen Reifenschaden davontragen würde. Meine Lenkung stand total schief und mir fehlten viele Aerodynamikteile. Es war Glück, dass ich das Rennen so beenden konnte.“
Christian Vietoris
Foto: Mercedes-Motorsport
Christian Vietoris 8. Platz
Team: gooix/Original-Teile Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: Original-Teile Mercedes-AMG C 63 DTM
„Platz acht ist okay für mich. Vielmehr war nicht drin. Ich lag lange hinter Pascal, der glaube ich, Probleme mit der Pace hatte. Mein Auto hat sich gut angefühlt und ich hatte einen guten Speed. Ich hätte die BMW vorne bekommen können. Aber es ist klar, dass wir Pascal die meisten Punkte überlassen. So gesehen bin ich einigermaßen zufrieden.“
Gary Paffett
Foto: Mercedes-Motorsport
Gary Paffett 10. Platz
Team: EURONICS/BWT Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team ART)
Fahrzeug: EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM
„Von Startplatz neun war es kein einfaches Rennen. Mein Start war nicht großartig, aber ich verlor nicht allzu viel. Leider hatten wir einen relativ langsamen Boxenstopp. Dadurch haben wir viel Zeit verloren. Die Pace des Autos war gut. Ich hatte einige gute Zweikämpfe und das Rennen machte insgesamt gesehen Spaß. Aber ich wäre gerne weiter vorne ins Ziel gekommen.“

Paul Di Resta 14. Platz
Team: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: Mercedes-AMG C 63 DTM
„Leider gibt es nicht viel zu sagen. Ich möchte mich noch einmal bei meinen Jungs dafür bedanken, dass sie das Auto für heute hinbekommen haben. Aber wir hatten Schwierigkeiten, das optimale Setup für das Qualifying zu finden. Von unserem Startplatz war es im Rennen sehr schwierig zu überholen, aber unsere Pace war wirklich stark.“

Maximilian Götz 16. Platz
Team: PETRONAS Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team Mücke)
Fahrzeug: Mercedes-AMG C 63 DTM
„Startplatz 14 war mein bislang bestes Qualifying-Ergebnis. Wenn man bedenkt, wie das Wochenende verlaufen ist, war ich damit echt happy. Im Rennen habe ich am Start einen Platz an Robert verloren. Danach konnte ich den 15. Platz gut halten. Ich bin vor meinem Boxenstopp sehr lange draußen geblieben und habe so sogar meine ersten Führungskilometer in der DTM gesammelt. Wenn wir ein bisschen früher gestoppt hätten, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Aber der Aufwärtstrend ist vorhanden – vor allem im Qualifying. Jetzt freue ich mich auf Spielberg. Dort möchte ich da weitermachen, wo wir hier aufgehört haben.“

Robert Wickens 19. Platz
Team: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM
„Es war ein schreckliches Rennen. Ich wurde innerhalb von zwei Runden von drei Audi-Fahrern berührt. So kann es meiner Meinung nach nicht gehen. Das war wirklich ein Wochenende zum Vergessen. Aber vielen Dank an das Team für die harte Arbeit an diesem Wochenende.“

Lucas Auer 20. Platz
Team: EURONICS/BWT Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team ART)
Fahrzeug: BWT Mercedes-AMG C 63 DTM
„Wie das gesamte Wochenende war auch das zweite Rennen sehr schwierig für mich. Wir müssen jetzt genau analysieren, was falsch gelaufen ist und uns dann verbessern. Das Gute an diesem Rennen war, dass ich viele Runden fahren und dabei viel Erfahrung sammeln konnte.“
Daniel Juncadella
Foto: Mercedes-Motorsport
Daniel Juncadella ausgeschieden
Team: PETRONAS Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team Mücke)
Fahrzeug: PETRONAS Mercedes-AMG C 63 DTM
„Ein enttäuschendes Ende für das Rennen. Ich habe in der Kurve vor der Berührung mit einigen anderen Fahrern gekämpft. Als es dann in den schnellen Abschnitt ging, lag Mortara hinter mir. Ich versuchte, ihm ein wenig Platz zu lassen. Aber er hat mich berührt und mich von der Strecke geschoben. Dabei habe ich mich am Rücken verletzt.“

Dienstag, 14. Juli 2015

DTM Zandvoort: Stimmen Audi Sport

Nach einem schwierigen Wochenende in Zandvoort führt Audi weiter die Fahrer- und die Herstellerwertung der DTM an. Die Stimmen nach dem niederländischen Gastspiel der DTM. Hier die ersten Stimmen der Audi-Piloten zum Wochenende in Zandvoort:

Mattias Ekström
(Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 13 / Platz 7:
„Wenn man in der DTM um den Titel fahren möchte, sind an manchen Wochenenden Punkte genauso wertvoll wie ein Pokal. Das war dieses Mal der Fall. Das Rennen am Sonntag war eines der härteren Sorte – bei vielen Zweikämpfen meiner Kollegen hatte ich einen Logenplatz. Ich selbst habe versucht, mich aus allem herauszuhalten. Das ist gut gelungen, denn mein Audi RS 5 DTM ist ohne einen Kratzer im Parc fermé angekommen. Die Meisterschaft verspricht spannend zu werden. Ich kann jetzt bei einigen Tagen Urlaub in Italien durchatmen und dann greifen wir in Spielberg wieder voll an.“
Mike Rockenfeller unzufrienden mit den Ergebnissen in Zandvoort
Foto: Audi-Motorsport
Mike Rockenfeller
(Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 8 / Platz 11:
„Wir sind mit einer anderen Erwartungshaltung angereist, zumal Zandvoort eine Strecke ist, die mir sehr gut liegt. Am Samstag habe ich mit Platz acht das in meinen Augen maximal Mögliche herausgeholt. Am Sonntag ist es bei Platz elf geblieben. Das lag zum einen ganz klar an dem Extragewicht, das unsere Autos an Bord hatten. Auf der anderen Seite müssen wir erst einmal versuchen, innerhalb der Audi-Familie an die Spitze zu kommen. Dafür müssen wir das Optimum aus dem Auto herausholen, was uns bisher noch nicht gelungen ist.“

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM #27) Platz 18 / Platz 9:
„Das Rennen am Sonntag hat eine Menge Spaß gemacht. Für mich war es ein Qualifying über 60 Minuten, ohne einmal durchatmen zu können. Natürlich gab es einige strittige Situationen, sodass die Fans eine Menge zu diskutieren haben. Das ist typisch für Zandvoort: Wer hier überholen möchte, der muss ein gewisses Risiko eingehen. Danke an meine Jungs für den schnellsten Boxenstopp im Rennen. Wir haben an diesem Wochenende zwar keine Pokale gewonnen, lassen uns davon aber nicht unterkriegen.“

Nico Müller (Audi Financial Services Audi RS 5 DTM #51) Platz 9 / Ausfall:
„Zandvoort ist eine coole Strecke und die Atmosphäre hier ist toll. All das wäre noch viel schöner, wenn man weiter vorn mitmischt. Die zwei Punkte am Samstag haben wir angesichts des hohen Extragewichts gern mitgenommen, am Sonntag war leider nicht viel drin. Ich hatte ein paar Feindkontakte, die meine Aufhängung weichgeklopft haben. Daher musste ich aufgeben. Das Positive: Wir können jetzt Gewicht ausladen und werden in Spielberg hoffentlich wieder um die großen und nicht mehr nur um die kleinen Punktezahlen kämpfen.“

Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Ausfall / Platz 12:
„Kein leichtes Wochenende für die Autos mit den Vier Ringen, aber das war uns mit einem Blick auf die Gewichtsverteilung natürlich schon vorher klar. Mein Zeittraining am Samstag war okay, das am Sonntag mit Platz fünf sehr gut. Auch das zweite Rennen lief lange gut, bis einige Kollegen die harten Bandagen und ein paar schmutzige Tricks ausgepackt haben. Das werden wir uns für die Zukunft merken.“

Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Ausfall / Platz 13:
„Ein Wochenende mit Ups and Downs. Am Samstag waren Zeittraining und Rennen bis zu meinem Fehler und anschließendem Dreher gut. Am Sonntag fühlte sich mein Audi sogar noch besser an, aber leider bin ich im Zeittraining im Verkehr stecken geblieben. Von Startplatz 18 ist es dann natürlich schwierig. Am Ende bin ich 13. geworden. Mit einem besseren Stopp wäre vielleicht sogar der Sprung in die Punkte möglich gewesen. Aber trotz der doppelten Nullrunde führe ich die Tabelle weiter an, das ist eine gute Ausgangslage für die kommenden Rennen.“

Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM #10) Platz 14 / Platz 15:
„Ich bin in beiden Rennen ins Ziel gekommen, das ist auch schon mit das Beste, was ich über das Wochenende in Zandvoort sagen kann. An beiden Tagen waren wir im Zeittraining zu schlecht. Wir müssen jetzt analysieren, woran das lag, um in den nächsten Rennen wieder angreifen zu können. Am Sonntag war zumindest mein Tempo im Rennen konkurrenzfähig. Leider kommt man auf dieser Strecke nicht einfach an den Gegnern vorbei, selbst wenn man teilweise sieben Zehntel schneller ist. Das ist schon frustrierend.“

Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Ausfall / Ausfall:
„Es war wie erwartet ein hartes Wochenende für uns alle. Trotzdem müssen und werden wir die positiven Dinge mitnehmen: Der Speed und die Konkurrenzfähigkeit sind grundsätzlich da. Jetzt gilt es, weniger Fehler zu machen und aus unseren Möglichkeiten das Maximale herauszuholen. In Spielberg starten wir in drei Wochen in die zweite Hälfte der Meisterschaft. Bei einem Blick auf die Tabelle sieht man, dass noch alles möglich ist: Ein Sieg und ich bin wieder da.“

Drei Fragen an... António Félix da Costa

António, in Zandvoort waren Sie mit einer Poleposition sowie den Plätzen zwei und eins in den Rennen der Mann des Wochenendes. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?
Antonio Felix da Costa
Foto: Jens Hawrda
António Félix da Costa: „Es ist ein großartiges Gefühl. Als ich vor eineinhalb Jahren in die DTM gekommen bin, hat sich alles einfach angefühlt. Das Auto war super, BMW war insgesamt sehr stark, und ich konnte von Beginn an vorne mitmischen. Dann bin ich jedoch etwas in Probleme gekommen. Es fiel mir plötzlich schwer, die Balance des Autos hinzubekommen, um BMW und der DTM zu zeigen, was ich zu leisten im Stande bin. Die zweite Saisonhälfte 2014 war wirklich hart. Im Winter habe ich dann aber einen großen Schritt gemacht und meine Situation sehr genau analysiert. Nach einigen Schwierigkeiten für alle BMW zu Beginn der Saison hat nun hier in Zandvoort alles gepasst – und ich stehe ganz oben. Das macht mich natürlich stolz.“
 
Welcher Lerneffekt war für Sie in den vergangenen Monaten am wichtigsten?

Félix da Costa: „Meine Kämpfe im Mittelfeld und die zahlreichen harten Rennen haben mich insgesamt zu einem besseren DTM-Fahrer gemacht. Diese Erfahrungen muss man machen, um danach gestärkt daraus hervorzugehen. Gleichzeitig habe ich nie daran gezweifelt, dass ich ein Rennen anführen und gewinnen kann, wenn alle Faktoren passen. Das war jetzt hier endlich der Fall. Und ich konnte beweisen, dass ich Wort halten und gewinnen kann.“
 
Jetzt haben Sie sich für immer in der langen Erfolgsgeschichte des BMW Team Schnitzer verewigt...

Félix da Costa: „Das bedeutet mir sehr viel. Es ist unglaublich, mit solch einer erfahrenen und traditionsreichen Mannschaft Erfolg zu haben – und noch dazu mit einem grandiosen Teamchef wie Charly Lamm. Immer, wenn ich in Freilassing bin, staune ich über die Pokale und die lange Geschichte, die dort allgegenwärtig ist. Jetzt bin ich selbst ein Teil davon.“