Dienstag, 2. Juni 2015
Nachgefragt bei ... Jamie Green
Der Lausitzring-Doppelsieger und DTM-Tabellenführer über sein perfektes Wochenende.
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| Foto: Jens Hawrda |
„Wohlgefühlt habe ich mich schon lange bei den Vier Ringen, aber ich fahre jetzt das zweite Jahr beim Team Rosberg, kenne die Arbeitsweisen, meine Mechaniker und Ingenieure mittlerweile aus dem Effeff. Das hilft im Zusammenspiel mit Audi Sport, das Optimum aus dem Audi RS 5 DTM herauszukitzeln und perfekt auf meine Bedürfnisse abzustimmen. All das sind wichtige Bausteine des aktuellen Erfolgs.“
Ist Ihr nochmals intensiviertes Fitnessprogramm im Winter ein weiterer Erfolgsfaktor?
„Ich bin nicht nur körperlich fitter, sondern auch mental stärker aus dem Winter gekommen. Außerdem haben wir uns viel mit dem Auto beschäftigt, um es besser zu verstehen. So kommt eins zum anderen und plötzlich surft man auf der Welle des Erfolgs.“
... direkt Richtung Meisterschaft?
„In der vergangenen Saison hätte ich nach drei Siegen in vier Rennen vielleicht mit einem leicht zögerlichen ‚Ja‘ geantwortet. Aber jetzt haben wir nach vier Rennen nicht annähernd Saisonhalbzeit, sondern stehen noch am Anfang des Jahres. 14 Rennen sind noch offen, ein ganz langer Weg, auf dem noch sehr viel passieren kann. Ich schiele noch nicht nach dem Meisterpokal, sondern fokussiere mich auf das jeweils nächste Rennen.“
Und das ist in vier Wochen das Lieblingsrennen des „Königs vom Norisring“ ...
„Wie eigentlich jeder in der DTM freue ich mich auf den Saisonhöhepunkt, der zudem das Heimspiel von Audi darstellt. Wir reisen nach den Triumphen der vergangenen Wochen allerdings mit viel Erfolgsgewicht an Bord unserer Audi an. Das hält uns aber nicht davon ab, alles für einen weiteren Erfolg zu geben.“
DTM-Tests auf dem Lausitzring verschoben
Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Testfahrten auf dem Lausitzring wurden verschoben. Gemeinsam mit dem DMSB und der ITR einigten sich die in der DTM vertretenen Hersteller am Sonntagabend auf dieses Vorgehen. Der Hintergrund dafür ist, dass der derzeit eingesetzte Reifen in seinem Verhalten bei einer Vielzahl der Teams von bekannten Erfahrungswerten abweicht.
Montag, 1. Juni 2015
Reiterberger siegt trotz Handicapgewicht am Sonntag
BMW-Pilot Markus Reiterberger gewinnt das zweite Superbike-Rennen vor Max Neukirchner (Yamaha) und Xavi Forés (Ducati). Die Klasse Superstock 1000 dominiert weiterhin Mathieu Gines (Yamaha). In der Klasse Supersport 600 siegen Christian Stange (Suzuki) und Christian von Gunten (Kawasaki). SuperNaked-Pilot Kjel Karthin holt fünften Sieg in Folge.
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| Reiterberger siegt am Sonntag und verteidigt Meisterschaftsführung Foto: Jens Hawrda |
Superbike: Markus Reiterberger baut Führung trotz Handicap weiter aus
Mit Startposition zwei und dem Sieg vom Vortag im Rücken hatte Max Neukirchner (Team Yamaha MGM) wohl die besten Voraussetzungen für das Superbike-Rennen am Sonntag. Polesetter Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW) war etwas verunsichert. Während sein Motorrad in den vergangenen Rennen perfekt auf ihn eingestellt war, gab es dieses Wochenende noch Abstimmungsprobleme. Den besten Start in das Rennen legten die Ducati-Piloten Xavi Forés und Lorenzo Lanzi vom 3C-Racing Team hin. „Die sind davongeschossen wie V1 und V2“, sagte Neukirchner später beeindruckt. Champion Forés führte das Feld in die erste Kurve, gefolgt von Reiterberger, Neukirchner und Lanzi. Drei Runden behielt der Spanier die Führung, ehe Reiterberger nach mehrmaligem Attackieren an ihm vorbeizog. Als Forés sich in Runde sieben verbremste, ging auch Neukirchner vorbei. Dahinter lieferten sich Neukirchners Teamkollege Damian Cudlin und Lanzi einen Zweikampf. Neukirchner gab Gas und kam zeitweise dicht an Reiterberger ran. In Runde 16 ging Lanzi wieder an Cudlin vorbei, der konnte die Pace des Italieners nicht mitgehen. Reiterberger gab alles, fuhr den Sieg nach Hause und war danach sichtlich erleichtert. „Forés war in den ersten drei Runden eine harte Nuss. Ich bin froh, dass ich dann an ihm vorbeikam. Wir haben das ganze Wochenende über etwas am Motorrad verändert, heute hat es gepasst. Die vier Kilo Handicap machen sich doch mehr bemerkbar als erwartet. Aber ich hoffe, dass es noch mehr werden“, sagte Reiterberger, der nach der kommenden Veranstaltung am Nürburgring unter Umständen zwei weitere Kilo Handicap aufladen muss, falls er weiterhin vorneweg fährt. Im Gesamtranking führt Reiterberger mit 145 Punkten vor Neukirchner (101 Punkte) und Forés (100 Punkte).
Superstock 1000: Vierter Sieg in Folge für Mathieu Gines
Der Endurance-Champion ist auch in der SUPERBIKE*IDM auf Titelkurs: 140 Zähler hat Yamaha-Pilot Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service) mittlerweile auf seinem Punktekonto. Dabei zeigte sich die Übermacht in den Qualifyings nicht so deutlich. Auf dem besten Startplatz der Superstock 1000-Piloten stand Max Fritzsch, der nach einer gelungenen Unterarm-Operation wieder voll im Renngeschehen mitmischen wollte und sichtlich auch konnte. Im Rennen verlor der Kawasaki-Pilot vom Weber-Diener Racing Team gegen Gines aber doch recht schnell an Boden. Gines platzierte sich in der dritten Runde vor Fritzsch an der sechsten Position des Gesamtfeldes. Bald darauf rutschte Yamaha-Pilot Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team) das Vorderrad weg und er stürzte. Der Salzburger rappelte sich wieder auf und jagte dem Feld hinterher. Allerdings war beim Sturz die linke Fußraste abgebrochen, sodass Trautmann wenig Halt und Probleme beim Schalten hatte. Letztendlich war für ihn nach dem dritten Platz vom Vortag nun lediglich noch Rang 14 drin. In Lap 14 fuhr Max Fritzsch raus an die Box. Von hinten kamen Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Lucy Glöckner (Wilbers-BMW-Racing Team) immer dichter an den Spitzenreiter Gines heran. Während dieser vorneweg sein eigenes Rennen fuhr, kämpften Stamm und Glöckner um Platz zwei. Die einzige Frau im Feld machte einen sehr guten Job, kam aber nicht an Stamm vorbei. Mit dem ersten Podiumsplatz der Saison war die 24-Jährige dennoch sehr zufrieden: „Ich bin happy ohne Ende. Ich habe richtig gekämpft, aber am Schluss ist mir dann die Puste ausgegangen.“ Mathieu Gines freute sich über den vierten Sieg in Folge. „Dieses Mal war es wirklich schwer, weil ich ganz allein fuhr und mich an niemandem orientieren konnte.“ Mit 140 Punkten führt Gines nach wie vor das Gesamtranking an; auf ihn folgen Stamm mit 110 und Trautmann mit 76 Punkten.
Neukirchner siegt am Samstag zum ersten Mal auf dem Lausitzring
Yamaha-Pilot Neukirchner nutzt seinen Heimvorteil und holt sich den ersten Saisonsieg in der SUPERBIKE*IDM 2015. Reiterberger wird auf BMW mit Vier-Kilo-Handicap Zweiter vor Ducati-Pilot Forés. In der Klasse Superstock 1000 gewinnt Yamaha-Pilot Gines vor Stamm (Kawasaki) und Trautmann (Yamaha).
Vor der DTM-Kulisse fuhren die Piloten der Klassen Superbike und Supersport 1000 am Samstag auf dem Lausitzring ihr erstes Rennen. Nachdem es am Morgen noch regnete, starteten die Piloten in der Mittagszeit bei besten Bedingungen.
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| Neukirchner siegte erstmals am Lausitzring Foto: Jens Hawrda |
Auch wenn Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW) in dieser Saison schon vier Siege eingefahren hat – von der Pole-Position startete der Bayer zum ersten Mal in diesem Jahr. Für das Rennen brachte ihm das zunächst wenig. Den Start gewannen die Ducati-Fahrer: Xavi Forés und Lorenzo Lanzi (beide 3C-Racing Team) führten das Feld in die erste Kurve. Doch schon in der ersten Runde erkämpfte sich Reiterberger die Führung zurück. Max Neukirchner (Team Yamaha MGM) ging in der dritten Runde ebenfalls an den Ducati-Piloten vorbei und jagte Reiterberger hinterher. Im Gegensatz zu den vergangenen Rennen konnte sich der BMW-Pilot jedoch nicht absetzen – Neukirchner blieb an Reiterbergers Heck und ging in Runde fünf an ihm vorbei. Während sich die beiden einen harten aber fairen Fight um die Spitze lieferten, rückte Forés immer näher. Dem Ducati-Pilot fehlte am Ende jedoch der Speed, um in den Kampf an der Spitze eingreifen zu können. Am Ende war es der dritte Platz, knapp vor Teamkollege Lorenzo Lanzi, und eine starke Vorstellung des Spaniers. Im Kampf um die Führung behielt letztendlich Max Neukirchner die Oberhand und konnte bei seinem ersten SUPERBIKE*IDM-Sieg auf dem Lausitzring bis zum Zielstrich noch gut sechs Sekunden Vorsprung vor Reiterberger platzieren.
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| Podium vom Samstagsrennen Foto: Jens Hawrda |
Markus Reiterberger: „Das Motorrad lief das ganze Wochenende noch nicht so perfekt, heute aber schon. Den Ausschlag für den zweiten Platz haben dann vielleicht die Reifen gemacht, die habe ich gleich am Anfang ziemlich verschließen.“
Xavi Forés: „Ich denke, das war bislang mein bestes Rennen, ich bin näher an Markus und Max rangekommen. In der Mitte des Rennens war ich schnell unterwegs, später fiel es mir dann wieder schwerer, dranzubleiben und ich musste viel Risiko beim Bremsen eingehen.“
Gines fährt dritten Saisonsieg in Folge ein
Zweimal Zweiter, zweimal Erster – die Bilanz von Superstock 1000-Pilot Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service) in der Klasse Superstock 1000 konnte sich bereits vor diesem Wochenende sehen lassen. Am Lausitzring startete er nun von Position sieben des Gesamt-Starterfeld und von der zweitbesten Superstock 1000-Position ins Rennen. Den besten Startplatz der Superstock 1000-Fahrer sicherte sich in der Superpole zuvor Max Fritzsch. Für das 18-jährige Nachwuchstalent lief es bislang noch nicht ganz rund, somit sorgte seine Leistung in den Qualifyings sowie in der Superpole für Aufsehen. Im Rennen konnte er Mathieu Gines aber nicht lange hinter sich lassen, der Franzose übernahm in der dritten Runde die Führung der Superstock 1000-Piloten. Die stets starke Konkurrenz ließ auch in Form von Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex) nicht lange auf sich warten. Der Schweizer kämpfte sich vom zehnten Gesamt-Startplatz an seinen Kontrahenten Gines und Fritzsch vorbei an die Spitze. Hinter dem Führungs-Trio machte Yamaha-Pilot Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team) ordentlich Druck. Der Salzburger war aufgrund seines Abschlusses an der Handelsschule für Leistungssport erst am Freitagabend in die Lausitz gereist und musste beide Trainingsläufe sausen lassen. Der 18. Startplatz im Rennen war die Folge und somit hatte Trautmann ein hartes Stück Arbeit, sich wieder an die Spitze des Feldes heranzukämpfen. Boden gutmachen konnte er vor allem durch das späte Bremsen. In der 13. Runde ging er an Max Fritzsch und Chris Burri (Kawasaki Schnock Team Motorex) vorbei und sicherte sich einen Podiumsplatz. Vorne lieferten sich Gines und Stamm einen fairen Kampf auf Augenhöhe mit ständigen Positionswechseln. Am Ende war es Mathieu Gines, der sich durchsetzen konnte und als Erster des Superstock 1000-Feldes über die Ziellinie fuhr. Roman Stamm lag gut eine Sekunde hinter ihm zurück, an dritter Stelle konnte sich Trautmann vor Fritzsch behaupten.
Mathieu Gines: „Es war ein hartes Rennen und ein enger Fight mit Roman. Ich hatte zwei sehr gute letzte Runden, das hat den Unterschied gemacht.“
Roman Stamm: „Mathieu war am Schluss zu schnell. Er hat das Rennen besser gefahren und somit verdient gewonnen. Trotzdem haben wir einen riesen Schritt gemacht, das Motorrad fühlt sich viel besser an als noch beim ersten Rennen in der Lausitz.“
Lukas Trautmann: „Mir haben die zwei Trainingseinheiten gefehlt, wir hatten noch etwas Probleme mit dem Bike. Den Start habe ich dann auch noch vollkommen verkackt. Dafür hatte ich beim Bremsen im Kurveneingang mehr Vertrauen.“
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