Montag, 15. September 2014

Reiterberger holt sensationellen Doppelsieg am Lausitzring

Vor 58.000 Zuschauern im Rahmen des DTM-Wochenendes am Lausitzring holte sich Markus Reiterberger seine ersten beiden Saisonsiege. Die Streckenbedingungen waren durch den Regen, vor allem im ersten Rennen extrem schwierig.

Doppelsieg am Lausitzring: Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Markus Reiterberger ist damit nach Damian Cudlin (Weber-Diener Racing Team, Kawasaki) der zweite Mann des Jahres, dem es gelang, die Ducati-Armada zu schlagen. Auf dem Lausitzring fuhr der Titelverteidiger im Rahmenprogramm der DTM zu einem grandiosen Doppelsieg. Im ersten Lauf hätte er theoretisch noch vom aktuellen Titelfavoriten Xavi Forés (3C-Racing Team) auf der Ducati 1199 Panigale R abgefangen werden können, doch der Spanier blieb in einem Pulk überrundeter Fahrer stecken. Reiterberger vor ihm machte es besser und zog mit aller Konsequenz an der Grupper der überrundeten Fahrer vorbei, was im dann auch einen deutlichen Vorsprung vor Forès brachte. Reiterberger siegte schließlich mit über acht Sekunden Vorsprung vor Forès dem weiter zehn Sekunden später Neukirchner auf Patz drei folgte.
 
Im zweiten Lauf verlor die Ducati-Mannschaft mit Forés und Max Neukirchner den Reifenpoker. Es war das erste Mal in der Saison, dass Ducati an einem Rennwochenende ohne Sieg blieb, auch wenn der Titel in jedem Fall an einen Fahrer der Marke gehen wird.   Die Ducati-Piloten hatten sich vorn für Regen, hinten für Intermediat-Reifen entscheiden, währen Reiterberger ganz auf Intermediat-Reifen setzte und damit letztlich bei immer mehr abtrocknender Strecke auch die richtige Wahl getroffen hatte.
 
Markus Reiterberger: „Endlich habe ich es geschafft, die Ducati-Jungs zu besiegen. Ich war schon so oft dran, aber es hat vorher nie geklappt. Heute habe ich mich sogar im Regen richtig wohlgefühlt und den habe ich sonst nie gemocht. Es war zwar ganz schön glatt auf der Strecke beim Beschleunigen und ich bin immer am Limit gefahren, doch nie so, dass ich in Sturzgefahr war.“
 
Lucy Glöckner (Wilbers-BMW-Racing Team) war die große Gewinnerin des ersten Laufes in der Kategorie Superstock 1000, welche in die Superbike-Klasse integriert ist, aber separat gewertet wird. Auch im zweiten Lauf sorgte die 24-jährige gebürtige Sächsin auf der HP4 für die Show, als sie sich mit ihrem seriennahen Motorrad rundenlang unter die Top 5 der Superbiker mischte, ehe sie in Runde zehn über das Vorderrad wegrutschte und einen Stutz nicht vermeiden konnte. Glöckner richtete die BMW zwar in Windeseile wieder auf und kehrte ins Geschehen zurück, doch der kurzfristige Bodenkontakt warf sie auf den 12. Platz im gesamten Feld zurück und auf den fünften Rang in der separaten gewerteten Superstock 1000-Kategorie. Dafür siegte Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer), nachdem er im ersten Lauf Zweiter geworden war. Titelfavorit Marco Nekvasil (Interwetten Racing by Fritze Tuning) kam in der Lausitz dagegen nur mühsam in die Gänge. Sein Vorsprung in der Meisterschafts-Gesamtwertung ist vor dem Finale am kommenden Wochenende in Hockenheim beträchtlich geschrumpft.
 
Der Auftritt der SUPERBIKE*IDM im Rahmen der DTM gab der Veranstaltung auf dem Lausitzring eine besondere Würze. Josef Hofmann vom SUPERBIKE*IDM-Promoter MotorEvents sagt: „Einer Fortsetzung der Zusammenarbeit sollte nichts im Wege stehen. Auch der DTM-Promoter hat sich uns gegenüber positiv zum Ablauf geäußert. Trotz der schwierigen Wetterbedingungen, oder vielleicht auch gerade deshalb, hat die SUPERBIKE*IDM den vorwiegend Auto-affinen Zuschauern auf den Tribünen eine tolle Show geboten. Aus Promotersicht gebührt unser Dank aber auch vor allem den Industriepartnern, die sich sehr stark auf der Fan-Meile für den Motorrad-Part der Veranstaltung engagiert haben. Mit Sicherheit haben wir an diesem Wochenende ein paar neue Fans dazugewonnen.

Podium erstes Rennen
Foto: Jens Hawrda
Ergebnis Rennen 1 Superbike (Top-Five):
 
1. Markus Reiterberger (BMW),
2. Xavie Forès (Ducati),
3. Max Neukirchner (Ducati),
4. Lorenzo Lanzi (Ducati),
5. Bastian Mackels (BMW).
 
Ergebnis Rennen 2 Superbike (Top-Five):
 
1. Markus Reiterberger (BMW),
2. Max Neukirchner (Ducati),
3. Xavie Forès (Ducati),
4. Bastian Mackels (BMW),
5. Damian Cudlin (Kawasaki).
 
Meisterschaftsstand Superbike (Top-Five):
 
1. Xavie Forès                 278 Pkt.
2. Max Neukirchner         252 Pkt.
3. Markus Reiterberger   232 Pkt. 
4. Bastian Mackerls        123 Pkt.
5. Stefan Nebel               111 Pkt.
 

Marco Wittmann vorzeitig DTM-Champion

Während der 19 Jahre alte Pascal Wehrlein (Mercedes-Benz) auf dem Lausitzring seinen Debütsieg bejubelte, kürte sich BMW-Pilot Marco Wittmann vorzeitig zum Champion der populärsten internationalen Tourenwagenserie. „Das ist sensationell, einfach unglaublich. Das war ein schwieriges Rennen, ich musste mich aus allen Rangeleien heraushalten. Das war am Ende der Schlüssel zum Titelgewinn. Die Emotionen muss ich erst noch verarbeiten“, sagte Wittmann zutiefst gerührt. Dem 24-Jährigen genügte in seinem BMW M4 DTM ein sechster Platz, um im achten von zehn Läufen den Titelkampf vorzeitig für sich zu entscheiden.
Marco Wittmann holt vorzeitig den Meistertitel
Foto: Jens Hawrda
Vor Wittmann hatten bereits Volker Strycek (DE, 1984), Eric van de Poele (BE, 1987), Roberto Ravaglia (IT, 1989) und Bruno Spengler (CA, 2012) in der DTM für BMW triumphiert. Markenübergreifend ist er der drittjüngste DTM-Champion aller Zeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte der „neuen“ DTM ab 2000 hat es ein Fahrer geschafft, bereits in seinem zweiten Jahr Champion zu werden. Nur Bernd Schneider (DE) war es 2001 gelungen, sich schon drei Rennen vor dem Saisonende den Titel zu sichern.
Marco Wittmann ICE-Watch BMW M4 DTM - Meister 2014
Foto: Jens Hawrda
Wittmann konnte zudem eine besondere Tradition fortsetzen: Wann immer BMW mit einem neuen Modell in der DTM angetreten ist, ging am Saisonende der Fahrertitel nach München (DE). Nach Stryceks Erfolg 1984 mit dem BMW 635 CSi war dies 1987 bei van de Poele und dem BMW M3 genauso der Fall wie 2012 beim Triumph von Spengler mit dem BMW M3 DTM. Nun bescherte Wittmann auch dem neuen BMW M4 DTM eine goldene Debütsaison.

Pascal Wehrlein nach Pole - Sieg am Lausitzring

Mercedes-Junior Pascal Wehrlein (gooix Mercedes AMG C-Coupé) erzielte bei schwierigen Wetterbedingungen auf dem Lausitzring seinen ersten DTM-Sieg. Damit ist Wehrlein der jüngste Sieger in der Geschichte der DTM. Am Samstag schrieb sich der 19-Jährige bereits als jüngster Pole-Setter der DTM in die Geschichtsbücher ein.

jüngster DTM-Sieger der Geschichte: Pascal Wehrlein
Foto: Jens Hawrda
Wehrlein münzte am Start seine erste Pole-Position in der DTM souverän in die Führung um. Kontinuierlich baute der 19 Jahre alte Worndorfer seinen Vorsprung auf die Verfolger aus. Eine Schrecksekunde erlebte der Youngster in der 16. Runde als er in Führung liegend von der Strecke rutschte. Wehrlein ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und fuhr den Sieg nach Hause. „Ein grandioser Erfolg für mich und das Team. Unsere Strategie war genau richtig heute. Danke an die gesamte Mannschaft, die diesen Sieg ermöglicht hat“, jubelte der Mercedes-Benz-Pilot.
 
Ein großer Stein fiel Timo Scheider vom Herzen. Der Audi-Pilot durchlebte eine lange Durststrecke und durfte sich in der Lausitz das erste Mal seit knapp einem Jahr wieder über einen Podesterfolg in der DTM freuen. „Das tut unheimlich gut. Wir haben die ganze Saison über sehr hart gearbeitet, nur leider blieb der Erfolg aus. Es ist schön, dass wir diesen Podesterfolg in der Lausitz geholt haben. Man merkt, wie sehr der Motorsport hier von den Fans gelebt wird“, sagte der Routinier erleichtert. Um ein Haar hätte der Gesamtsieger aus den Jahren 2008 und 2009 in der letzten Runde Christian Vietoris von der zweiten Position verdrängt.
 
Mattias Ekström, der Wittmann den vorzeitigen Titelgewinn vereiteln hätte können, erlebte ein Rennen zum Vergessen. Einem missglückten Start folgte in der dritten Runde ein Ausritt ins Kiesbett, der den Schweden weit zurückwarf. In der 27. Runde musste der zweifache Champion seinen Audi RS 5 DTM endgültig abstellen, nachdem sich am Auto ein Rad lockerte. „Man darf meiner Crew keine Vorwürfe machen, sie machen sonst immer einen perfekten Job“, erklärte der 36-Jährige.
 
Spannend bleibt der Kampf um den Vizetitel in der populärsten internationalen Tourenwagenserie. Große Hoffnungen darf sich Christian Vietoris (DTM Mercedes AMG C-Coupé) machen. Der Gönnersdorfer kletterte dank seines zweiten Platzes in der Lausitz von der sechsten auf die zweite Position in der Tabelle. Nach acht von zehn Läufen hat der Mercedes-Benz-Pilot 59 Zähler auf seinem Punktekonto. Die Audi-Piloten Mattias Ekström (56), Edoardo Mortara (56) und Mike Rockenfeller (54) liegen in Lauerstellung.
 
Das nächste Rennwochenende der DTM wird vom 27. bis 28. September im Circuit Park Zandvoort an der niederländischen Nordseeküste ausgetragen. Der Dünenkurs nördlich von Amsterdam bot in den letzten Jahren regelmäßig packenden Motorsport.
 
Podium vom Lausitzring
Foto: Jens Hawrda
Ergebnis Rennen Lausitzring (Top-Five):

1. Pascal Wehrlein (Mecedes),
2. Christian Vietoris (Mercedes),
3. Timo Scheider (Audi),
4. Daniel Juncadella (Mercedes),
5. Robert Wickens (Mercedes).

Meisterschaftsstand nach 8 von 10 Rennen (Top-Five):

1. Marco Wittmann (BMW),
2. Christian Vietoris (Mercedes),
3. Mattias Ekström (Audi),
4. Edoardo Mortara (Audi),
5. Mike Rockenfeller (Audi).
 

Samstag, 13. September 2014

Pascal Wehrlein holt Pole-Position

Die Bedingungen für das Qualifying am heutigen Samstag waren schwierig. Das erste und zweite freie Training am Vormittag musste ausfallen. Aufgrund der Witterung, konnte der Rettungshubschrauber nicht fliegen, also konnte auch nicht gefahren werden. Als die Bedingungen am Nachmittag besser wurden, blieb nur Zeit für ein freies Training von zwanzig Minuten, dann folgte das Qualifying. Keine leichte Aufgabe für die Teams und die Fahrer.


Pascal Wehrlein, der jüngste Fahrer in der Geschichte der DTM, der eine Pole geholt hat
Foto: Jens Hawrda
Am Ende holte der jüngste Fahrer im Feld die Pole. Pascal Wehrlein (gooix Mercedes AMG C-Coupe) steht morgen auf Startplatz eins vor Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM) und Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM).

Mattias Ekström steht zum Rennen morgen in Startreihe eins
Foto: Jens Hawrda
 
Die beiden BMW-Piloten Martin Tomczyk und Augusto Farfus wurden nach dem Qualifying mit einer Strafe belegt: Sie werden in der Startaufstellung zum DTM-Rennen am Sonntag um jeweils fünf Plätze zurückversetzt. Beide Fahrer hatten nach Auffassung der Sportkommissare im zweiten Teil des Qualifyings bei der Boxenausfahrt andere Piloten behindert.
Jamie Green komplettiert die Top Drei nach dem Qualifying
Foto: Jens Hawrda
 „Ich denke, das waren heute schwierige Bedingungen für uns alle. Im Training stand uns wenig Zeit für die Abstimmung zur Verfügung, was das Qualifying zu einer kleinen Lotterie machte“, sagte Marco Wittmann im Anschluss an das Qualifying. Ein vierter Platz würde dem BMW-Piloten am Sonntag genügen, um sich seinen ersten Gesamtsieg in der populärsten internationalen Tourenwagenserie zu erkämpfen. Der tabellenzweite Mattias Ekström hat noch Chancen, die vorzeitige Meisterfeier zu verhindern: „Ich gratuliere Marco erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Jetzt freue ich mich erst einmal über die zweite Startposition“, so der zweifache DTM-Champion aus Schweden. Ekströms Markenkollege Edoardo Mortara hat als Tabellendritter ebenfalls noch Titelchancen, kam aber nicht über Startplatz 13 hinaus.

die Trainingsschnellsten am Lausitzring Ekström, Wehrlein und Green (v.l.)
Foto: DTM-Media
Ergebnis Qualifying Lausitzring (Top-Five):
 
1. Pascal Wehrlein (Mercedes),
2. Mattias Ekström (Audi),
3. Jamie Green (Audi),
4. Timo Scheider (Audi),
5. Daniel Juncadella (Mercedes).

Freitag, 12. September 2014

DTM am Lausitzring – der Ort der Entscheidung

Wer wird Meister 2014, bringt das Rennen am Lausitzring bereits die Entscheidung ?
Foto: DTM-Media 
Die Ziellinie der DTM-Saison 2014 kommt so langsam in Sicht. Am kommenden Wochenende reist der Tross der populärsten internationalen Tourenwagenserie auf den Lausitzring, dem drittletzten Saisonlauf. Für die Zuschauer vor Ort und vor dem Fernseher wird es auf jeden Fall spannend. Sie werden entweder Zeuge, wie sich Marco Wittmann frühzeitig den Titel sichert oder wie seine Verfolger den ersten Matchball abwehren. Die Audi-Piloten Mattias Ekström und Edoardo Mortara liegen 64 Punkte zurück, Mike Rockenfeller 67 Punkte. Mit dem Rennen in der Lausitz werden noch 75 Punkte verteilt. Tickets gibt es an den Tageskassen noch vor Ort. Die ARD überträgt das DTM-Qualifying am Samstag, 13. September ab 16:40 Uhr sowie das Rennen am Sonntag, 14. September ab 13:15 Uhr live im Ersten.
 
Es wird eng für die Verfolger von Wittmann: Der junge Deutsche kann bereits auf dem Lausitzring den Sack zu machen und sich vorzeitig den DTM-Titel schnappen. Der 24-Jährige will zwar noch nicht an den Titel denken, muss aber zugeben: „Mittlerweile kann ich mich um diese Frage wohl nicht mehr rumschlagen. Es schaut gut aus, wenn wir so weiter machen und konstant bleiben.“ Bei einem Sieg von Ekström oder Mortara würde Wittmann immer noch ein vierter Rang reichen. Ekström hatte am vergangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring ein wenig den Anschluss an Wittmann verloren. Während der Schwede nach einem Unfall am Start ausfiel, konnte der BMW-Pilot seinen vierten Sieg einfahren. „Das Schlimmste war das Qualifying”, meinte Ekström, der nur vom 22. Startplatz losgefahren war. „Das war die Grundlage für das Rennen. Wir haben vielleicht ein paar Schritte nach vorn gemacht, aber am Ende war es ein Wochenende zum Vergessen. Der Ausfall war das i-Tüpfelchen.”
 
Die Frage, wer sich den Vizetitel holt, ist allerdings nicht so einfach zu beantworten – hier kämpfen fünf Piloten um jeden Punkt: Ekström und Mortara liegen punktgleich mit 56 Zählern auf Platz zwei und drei in der Tabelle. Markenkollege Mike Rockenfeller lauert mit drei Punkten Rückstand auf Rang vier. Mortara und Rockenfeller hatten am Nürburgring vom Ausfall Ekströms profitiert und mit den Punkten für die Positionen drei und vier auf den Schweden aufgeholt. Auch BMW-Pilot Bruno Spengler und Christian Vietoris (Mercedes) haben mit 42 bzw. 41 Zählern noch gute Chancen, sich den zweiten Tabellenrang zu sichern.
 
Auf dem Lausitzring wartet jedoch noch ein weiteres Highlight auf die Fans: Zum ersten Mal nach 20 Jahren teilen sich in Deutschland Motorräder und Autos eine Veranstaltung. Die SUPERBIKE*IDM ist zu Gast auf dem Lausitzring. Hier kämpft Lokalmatador Max Neukirchner gegen den Spanier Xavier Forés um den Meistertitel. Der Lausitzring ist die ideale Strecke, um die IDM ins Rahmenprogramm zu nehmen. Die nötigen Umbauarbeiten werden nur zwischen 15 und 20 Minuten dauern.