Freitag, 21. Oktober 2016

DTM-Drei Fragen an: Ulrich Fritz

Die DTM-Saison 2016 endete am vergangenen Wochenenden mit einem Erfolgserlebnis für das Mercedes-AMG DTM Team. Nachdem Robert Wickens das DTM-Jahr mit einem zweiten Platz im Auftaktrennen eröffnet hatte, fuhren Christian Vietoris und Paul Di Resta im letzten Saisonlauf gemeinsam auf das Podest. "Ein Doppel-Podium zum Abschluss der Saison, das ist was wir uns gewünscht haben", sagte Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. 15 Mal stand ein Mercedes-AMG DTM-Pilot in der Saison 2016 auf dem Podium, darunter vier Siege durch drei verschiedene Fahrer. Gleich fünf unterschiedlichen Piloten gelang in den 18 Saisonrennen der Sprung auf das Podium: Robert Wickens (fünf Mal), Paul Di Resta (vier Mal), Lucas Auer, Christian Vietoris und Gary Paffett (je zwei Mal). Im verregneten Samstagsrennen in Moskau gelang Mercedes-AMG sogar ein Vierfach-Sieg. Mit Lucas Auer gab es in der zurückliegenden Saison auch einen Debütsieger, der sich mit seinem Erfolg auf dem Lausitzring zum ersten österreichischen Sieger in der Geschichte der DTM krönte.

Uli, die Saison 2016 ist zu Ende. Wie lautet dein Fazit?

Ulrich Fritz: „Das war sicher eine Saison mit gemischten Gefühlen. Wir haben zwar keinen Titel gewonnen, dennoch bin ich unheimlich stolz auf die Leistung des Teams. Wir sind dieses Jahr mit einer neuen Silhouette unseres Mercedes-AMG C 63 DTM an den Start gegangen, durften aber unterhalb der Designlinie nichts ändern. Unter diesen Vorzeichen ein konkurrenzfähiges Auto zu haben, war eine Herkules-Aufgabe, die das Team unfassbar gut gelöst hat. Schaut man sich die gewichtsbereinigten Zeiten über die Saison hinweg an, hatten wir sogar über weite Teile das schnellste Fahrzeug im Feld.“

Was war dein Highlight der Saison?

Ulrich Fritz: „Neben der schon angesprochenen Teamleistung und unserem Auto, würde ich die Rennen in Moskau, das Samstagsrennen in Zandvoort und den Sieg von Lucas am Lausitzring nennen. Moskau und Zandvoort waren beides Strecken, auf denen wir in der Vergangenheit nicht wirklich gut aussahen. Und dann holst du in Moskau unter schwierigen Bedingungen im Regen einen Vierfachsieg – das war schon richtig gut. Der Sieg von Lucas am Lausitzring war auf jeden Fall einer der emotionalsten Momente. Es war gleichzeitig der erste Sieg von Peter Mücke und seinem Team in der DTM. Zu sehen, wie sich die Jungs gefreut haben, war grandios.“

Warum hat es in diesem Jahr nicht mit einem Titel geklappt?

Ulrich Fritz: „Da spielen natürlich immer viele Faktoren eine Rolle. Vielleicht war es einfach eines dieser Jahre, in denen der Renngott nicht auf unserer Seite war. Rob hat am Norisring und in Zandvoort viele Punkte unverschuldet verloren. Dennoch waren wir bis zum Nürburgring in einer guten Position. Dort war dann der Unterschied zwischen unseren Autos einfach zu groß. Lucas ist zweimal auf Pole gefahren, aber die anderen konnten seine Pace nicht mitgehen. Als wir dann die Gewichte ins Auto bekommen haben, war uns schon klar, dass in Budapest kaum was zu holen sein würde – und so war es dann ja auch. Unterm Strich würde ich von einer Verkettung unglücklicher Zufälle sprechen. Wenn ich aber sehe, wie motiviert das Team trotz all dieser Rückschläge ist, und wie sehr sie sich jetzt schon auf die neue Saison freuen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr noch stärker zurück kommen. Ein tolles Beispiel für die Arbeitsmoral der Truppe war gerade das letzte  Rennen in Hockenheim. Am Samstag waren wir noch nirgendwo und die Jungs schafften es über Nacht, den Fahrern ein Auto hinzustellen, mit dem wir ein Doppelpodium erzielen konnten. Hut ab.“

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