Montag, 6. September 2021

Duell zweier Briten in der DTM Trophy

Nach Ben Green am Samstag gewinnt William Tregurtha am Sonntag

  •     Auf dem Red Bull Ring: Mercedes-AMG-Pilot erzielt zweiten Saisonsieg
  •     BMW-Fahrer Ben Green behauptet mit Rang drei die Tabellenführung
  •     KTM-Pilotin Laura Kraihamer beim Heimspiel erstmals in den Punkten

William Tregurtha (Mercedes-AMG) gewinnt am Sonntag vor Michael Schrey (BMW) © DTM

Der Titelkampf in der DTM Trophy 2021 wird immer mehr zum Duell zweier Briten: Mercedes-AMG-Fahrer William Tregurtha aus dem Team CV Performance Group hat im Sonntagsrennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Damit hat Tregurtha in diesem Lauf wieder zehn Punkte vom Vorsprung des Tabellenführers Ben Green aufgeholt.  Der BMW-Pilot sah die Zielflagge als Dritter und verlässt Österreich mit zehn Zählern Vorsprung im Gesamtklassement. Es steht 148:138 nach Punkten. Den zweiten Platz im Rennen erzielte Michael Schrey (BMW, Hofor Racing by Bon Motorsport).

Tregurtha startete das Rennen alleine aus der ersten Startreihe, nachdem der Schnellste in der Qualifikation, Aston Martin-Fahrer Mike David Ortmann (PROsport Racing), leider nicht zum Rennen angetreten ist. Gleich zu Beginn wurde Tregurtha von Greens Markenkollege Philipp Stahlschmidt (Hofor Racing by Bonk Motorsport) überholt, der die Führung dank eines Raketenstarts eroberte.

BMW-Kämpfe hinter Sieger Tregurtha

Stahlschmidt behauptete sich jedoch nicht lange an der Spitze des Feldes. Das entscheidende Überholmanöver setzte Tregurtha bereits in der dritten von letztlich 20 Runden. Wenige Kurven später zog auch noch Stahlschmidts Teamkollege Michael Schrey vorbei und übernahm die zweite Position. Tregurtha und Schrey fuhren im Anschluss bei einem soliden Sechs-Sekunden-Abstand die Plätze eins und zwei ungefährdet nach Hause.

Dafür musste sich Stahlschmidt nach hinten orientieren. In der ersten Rennhälfte geriet er zusehends unter Druck des Schweizers Yann Zimmer im BMW von FK Performance Motorsport und Ben Green. In der elften Rennrunde kam es nach einem Überholversuch zur Kollision zwischen Stahlschmidt und Zimmer. Die Aufhängung am BMW des Schweizers brach, so dass das Rennen von Zimmer vorzeitig beendet war.

Stahlschmidt beendete das Rennen noch als Viertplatzierter hinter Green und vor Teamkollege Christopher Rink. Als schnellste Dame im Feld eroberte Lokalmatadorin Laura Kraihamer im KTM von True Racing by Reiter Engineering als Elfte ihre ersten beiden Punkte der Saison.

Die DTM-Trophy-Saison 2021 wird in zwei Wochen fortgesetzt. Dann steht die fünfte Station im Rennkalender, der TT Circuit im niederländischen Assen.


Lawson triumphiert in beiden DTM-Rennen auf dem Red Bull Ring

  •  Neuseeländer treibt seinen Red Bull-Ferrari am Samstag und Sonntag clever zum Sieg
  •  BMW-Pilot Wittmann erzielte seine 16. Pole-Position, wird Zweiter vor Götz
  •  Nur sechs Punkte, aber weiterhin Tabellenführer: Kelvin van der Linde im ABT-Audi
  •  DTM reist zur achten Station in die Niederlande: Assen vom 17. bis 19. September

Spektakuläre Positionskämpfe im Mittelfeld der DTM © DTM

Er ist der erste Pilot, der in der DTM 2021 beide Rennen an einem Rennwochenende gewonnen hat. Liam Lawson, mit 19 Jahren jüngster Pilot in der Traditionsserie, triumphierte auf dem Red Bull Ring in Österreich nach Samstag auch im Sonntagrennen. Im Ferrari des Teams Red Bull AF Corse hielt er in einem fulminanten Duell den zweimaligen Champion Marco Wittmann im BMW von Walkenhorst-Motorsport knapp aber erfolgreich auf Distanz. Hauchdünne 0,215 Sekunden trennten Lawson und Wittmann an der Ziellinie. Als Dritter kletterte einmal mehr Maximilian Götz im Mercedes-AMG des HRT-Teams auf Podium.

Nachdem Lawson zuvor am Nürburgring leer ausgegangen war, holte der Red Bull-Junior mit zwei Siegen auf dem GP-Kurs von Österreich zum Gegenschlag aus. Mit 135 Punkten katapultierte sich der dreimalige Saisonsieger auf den zweiten Tabellenplatz. Auf nur noch zwölf Punkte ist der Vorsprung des Südafrikaners Kelvin van der Linde (147) zusammengeschrumpft, der im Abt-Audi Sechster wurde. Dritter in der Punktetabelle ist Maximilian Götz (131) vor Marco Wittmann (121) und dem Schweizer Philip Ellis, der nach seinem vierten Platz im WINWARD-Mercedes-AMG nunmehr 99 Zähler auf seinem Konto addiert.

„Mit 25 Kilogramm Erfolgsgewicht vom Samstag war das kein einfaches Rennen“, berichte Lawson nach dem Rennen. „Das Team hat beim Boxenstopp einen super Job gemacht, das war der Schlüssel zum Sieg. Wir wussten, dass diese Strecke Ferrari entgegenkommt, aber so ein Ergebnis mit zwei Siegen ist natürlich ein Traum. Auch für die Meisterschaft haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht.“ Gemischte Gefühle offenbarte Marco Wittmann: „Es ist schade, dass Ferrari und Mercedes bei den Boxenstopps einen technischen Vorteil haben. Wenn man auf dem ersten Startplatz steht, hofft man auf einen Sieg. Mit der Pole-Position hatte ich eine gute Ausgangsposition, am Ende wurde es Platz zwei – ich bin mit den Punkten zufrieden, aber auch etwas enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat.“ Ohne Einschränkungen zufrieden war dagegen Maximilian Götz: „Ich bin sehr zufrieden, so viele Punkte geholt zu haben. Ich hatte keine Chance, näher an das Duo an der Spitze heranzukommen. Immerhin war ich zweimal auf dem Podium und bin in der Meisterschaft der bestplatzierte Mercedes-Fahrer.“

Vor einer stimmungsvollen Kulisse am Spielberg in der Steiermark – erstmals seit fast zwei Jahren waren auch im Fahrerlager wieder Fans zugelassen – erwischte Marco Wittmann mit dem Walkenhorst-BMW den besten Start heraus aus der immer wieder atemberaubenden Zweier-Formation, doch Liam Lawson folgte ihm fortan dicht auf. Schon in der zweiten Runde erwischte es den 22-jährigen Sheldon van der Linde, der in der Bergauf-Passage mit einem Reifenschaden hinten links plötzlich langsamer wurde, die Box ansteuern musste und später ausschied. Ein ähnliches Schicksal ereilte wenig später auch Alex Albon. Beim AlphaTauri-Ferrari-Pilot ging einem Reifen die Luft aus.

Nach Runde fünf schoss fast die Hälfte der 20 Starter zum Pflichtstopp in die Boxengasse. Der Kampf um Sekundenbruchteile um den schnellsten Reifenwechsel beherrschte für einen Moment den Wettstreit der besten GT-Rennteams. Die meisten anderen Fahrer steuerten einen Umlauf später die Boxengasse an. Auf dem 4,326 Kilometer langen Red Bull Ring zögerte derweil Vizemeister Nico Müller seinen Pflichtstopp lange hinaus und genoß zwischenzeitlich die freie Sicht an der Spitze des Feldes. Dahinter drückten Lawson und Wittmann aufs Gaspedal, als gäbe es kein Morgen mehr. Spektakulär und Motorsport Faszination pur, so dass das Publikum auf den Rängen seine helle Freude am hochkarätigen Renngeschehen hatte. Mal kam Wittmann wieder bedrohlich nahe, mal vergrößerte Lawson den Abstand – beide gönnten sich keine Verschnaufpause und reizten Technik und Reifen bis aufs Letzte aus. Lawson, trotz seines jungen Alters schon ziemlich abgebrühlt, brachte seinen dritten Saisonsieg letztlich sicher ins Ziel.   

Marco Wittmann eroberte im Qualifying am Sonntagvormittag seine zweite Pole-Position nach Zolder. Für den zweimaligen DTM-Champion war es bereits die 16. Pole seiner DTM-Karriere. Lange sah es sogar nach einer kompletten ersten Startreihe für BMW aus, doch am Ende quetschte sich Samstag-Sieger Liam Lawson noch vor Sheldon van der Linde (ROWE-BMW) auf den zweiten Startplatz vor.

Mit dem Beginn der zweiten Saisonhälfte am Red Bull Ring hat sich der Kampf um die Meisterschaft spürbar verschärft. Schon in zwei Woche geht die DTM 2021 in die sechste Runde, und zwar im niederländischen Assen; in der „Kathedrale des Speeds“ mit der längsten zusammenhängenden Tribüne in Europa. Und dann, weitere zwei Woche später, folgt der entscheidende Double-Header mit den letzten beiden Events, zunächst in Hockenheim und nur eine Woche später auf dem Norisring in Nürnberg.


Sonntag, 5. September 2021

DTM Trophy: Ben Green holt sich am Red Bull Ring die Führung zurück

  • Dreifacher BMW-Triumph: Green vor Zimmer und Oeverhaus
  • Bisheriger Tabellenführer William Tregurtha nach zwei Strafen punktelos
  • Achtes Saisonrennen am Sonntag – Start um 15:10 Uhr – live auf DTM Grid

Ben Green (GBR), BMW, FK Performance © DTM

Ben Green ist Halbzeitmeister der DTM Trophy. Im siebten von 14 Saisonrennen übernahm der Brite erneut die Tabellenführung. Im BMW von FK Performance Motorsport feierte der Brite im Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg seinen dritten Saisonsieg. Damit verdrängte Green seinen Landsmann William Tregurtha von der Tabellenspitze. Der Mercedes-AMG-Pilot aus dem Team CV Performance Group fiel nach zwei Strafen auf den 21. Platz zurück und ging somit leer aus.

Die Ziellinie überquerte Aston-Martin-Pilot Mike David Ortmann (PROsport Racing) nach souveräner Vorstellung als Erster. Eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen mehrfacher Missachtungen der so genannten Track-Limits ließ ihn jedoch auf Position vier abrutschen. Auf das Siegertreppchen schafften es dadurch auch Greens Teamkollege Yann Zimmer aus der Schweiz sowie Markenkollege Theo Oeverhaus im BMW von Walkenhorst Motorsport. Somit verbuchte BMW einen Dreifach-Erfolg in der DTM Trophy. Schnellste Fahrerin im Feld war Lokalmatadorin Laura Kraihamer im KTM von True Racing by Reiter Engineering. Sie wurde auf Position 14 gewertet.

Tolle Zweikämpfe hinter Ortmann und Green

Mike David Ortmann setzte sich am Start gegen seinen Teamkollegen Tim Heinemann durch und fuhr danach seinen Verfolgern davon, die in der Startphase in aufregende Zweikämpfe verwickelt waren. Titelverteidiger Heinemann musste zunächst Angriffe von Green, Tregurtha und dem Schweizer Audi-Fahrer Lucas Mauron (Heide-Motorsport) abwehren. In der dritten Runde fand Green einen Weg vorbei und lag damit auf Rang zwei. Bald schloss er die Lücke zum führenden Ortmann, für einen Angriff reichte es jedoch nicht.

Heinemann hingegen zog nach einigen tollen Rad-an-Rad-Duellen auch gegen Zimmer, Oeverhaus und Tregurtha den Kürzeren und lag nur noch auf Position sechs. Für die Szene des Rennens sorgte dabei BMW-Pilot Theo Oeverhaus: Der Deutsche machte sich einen Zweikampf zwischen Heinemann und Tregurtha zu Nutze und kassierte das Duo gegen Rennhalbzeit in einem Schlag. Kurz darauf lancierte Tregurtha einen Angriff gegen Oeverhaus in der letzten Kurve, doch dieser misslang und beide mussten in die Auslaufzone ausweichen. Tregurtha erhielt für dieses Manöver eine Durchfahrtsstrafe.

Danach waren die Positionen bezogen. Durch Zeitstrafen von fünf Sekunden gegen das Aston-Martin-Duo Ortmann und Heinemann wurde die Reihenfolge an der Spitze jedoch noch einmal durcheinander gewürfelt. Letztlich wurde das Duo auf den Plätzen vier und sechs gewertet. Dazwischen kam noch Moritz Löhner, Teamkollege von Green und Zimmer, als Fünfter in die Wertung.

Der Jüngste war erneut der Größte

Liam Lawson rast auf dem Red Bull Ring zum zweiten Saisonsieg


  • Im Red Bull-Ferrari siegt Lawson vor Maximilian Götz und Philip Ellis
  • Lawson vor Götz und Maini – das Samstag-Qualyfing am Red Bull Ring
  • Weitere Highlights durch DTM Classic DRM Revival und offenes Fahrerlager

Auf dem Weg zum Sieg: Liam Lawson im Red Bull-Ferrari
vor Maximilian Götz im HRT-Mercedes-AMG © DTM

Der mit 19 Jahren jüngste DTM-Pilot Liam Lawson macht in der DTM weiter Tempo. Beim neunten Saisonrennen der DTM eroberte der Neuseeländer zuerst die Pole-Position und triumphierte in einem spannenden Rennen als Sieger. Der Jüngste war damit wie schon beim Auftakt in Monza der Größte, als er gleich sein DTM-Debütrennen gewann. Der Deutsche Maximilian Götz aus dem Mercedes-AMG Team HRT erreichte das Ziel auf dem 4,326 Kilometer langen Red Bull Ring als Zweiter vor dem Schweizer Philip Ellis im Mercedes-AMG des WINWARD-Teams.

Hinter dem sehr engagiert kämpfenden Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari errang Kelvin van der Linde im ABT Audi den fünften Rang vor dem Inder Arjun Maini im GetSpeed Mercedes-AMG. Kelvin van der Linde verteidigte damit seine Tabellenführung mit 139 Punkten vor Götz mit 116 Zählern, Lawson kletterte mit nunmehr 108 Punkten wieder auf den dritten Rang. Nürburgring-Sieger Alex Albon (94) ist Tabellenfünfter vor Ellis (87).

„Das war ein wirklich gutes Rennen“, freute sich Liam Lawson. Auch Götz war happy: „Ich glaube, das war ein geiles Rennen! Ich war am Ende knapp dran, aber zum Vorbeifahren hat es nicht gereicht.“ Allerdings vermutete Götz, Lawson habe seinen Vorsprung verwaltet, doch dem widersprach Lawson vehement: „Ich wünschte, ich hätte es kontrolliert. Für mich war es nur Vollgas die ganze Zeit. Hier ein Red Bull-Auto zu fahren und dann zu gewinnen ist super, es ist unser zweites Heimrennen nach Monza mit Ferrari.“ Der Neuseeländer freute sich nicht nur über den Sieg, sondern auch darüber, dass die Fans erstmals nach knapp zwei Jahren wieder im Fahrerlager ganz nah ran an ihre Stars durften: „Es ist wirklich cool, dass die Fans wieder richtig nah ran können und im Paddock dabei sind. Auch Philipp Ellis war sichtlich erfreut über Platz drei: „Nach der Berührung mit Sheldon van der Linde war ich unsicher, ob das Auto hält. Die Action war mega, es war ein sehr hartes Rennen, und es war top, wieder Zuschauer im Fahrerlager zu haben.“

Der Start bei prächtigem Sonnenschein verlief bemerkenswert sauber. In der tückischen ersten Kurve, in der jeder möglichst viel Schwung für die Bergauf-Passage mitnehmen wollte, wurde es zwar eng, aber alles verlief glatt. Lawson war aus der Pole-Position bestens weggekommen und setzte sich bereits in der ersten Runde um eine Sekunde ab, dahinter folgten Maximilian Götz und der Inder Arjun Maini. Runde für Runde baute der Youngster seinen Vorsprung aus. Nach der achten Runde schoss Lawson in die Boxengasse, um neue Reifen montieren zu lassen. DTM-Vizemeister Nico Müller (SUI, Rosberg-Audi) setzte lange Zeit auf dem ersten Reifensatz das Rennen fort, genauso wie der Belgier Esteban Muth im Lamborghini. Der 19-Jährige kämpfte sich wieder einmal mit sehenswerten Manövern an Müller vorbei und sammelte fortan seine ersten Führungskilometer in der DTM.

Überaus lebhaft wurde mitten im Feld der 20 DTM-Rennwagen hart aber fair um jede Position gekämpft. Vor allem Alex Albon und Arjun Maini lieferten sich ein begeisterndes Duell um Platz acht. Nach 28 Runden kam Muth als Führender zum Reifenwechsel an die Box, zwei Umläufe später dann auch Müller, dessen Rosberg-Audi jedoch sofort in die Box geschoben wurde – der dritte Ausfall neben Teamkollege Dev Gore sowie Sheldon van der Linde. An der Spitze war nun der Weg für Lawson endlich wieder frei, mit einer knappen Sekunde Vorsprung auf Götz. Letztlich konnte Ellis die Angriffe von Albon erfolgreich abwehren und Rang drei ins Ziel bringen.

Bei besten Bedingungen schon am Vormittag gab Liam Lawson im Qualifying den Ton an. In 1:27,851 Minuten distanzierte der Neuseeländer die beiden Mercedes-AMG-Piloten Maximilian Götz (Team HRT) und Arjun Maini (Team GetSpeed) auf die Plätze zwei und drei, Vierter war Sheldon an der Linde im ROWE-BMW.

Die traditionsreiche Rennstrecke von Spielberg entpuppte sich als erwartetes Highlight im DTM-Kalender. Zur malerisch gelegenen Berg- und Talbahn in der Steiermark gesellte sich strahlend blauer Himmel. Und mehr noch: Erstmals seit dem DTM-Finale 2019 in Hockenheim durften Fans wieder ins Fahrerlager. Maßgeblich beim endlich wieder möglichen Pitwalk sorgten die Fans für die einzigartige Stimmung, die immer ein fester Bestandteil der DNA der DTM war. „Rennsport ist Emotion, und das geht nur mit Fans“, freute sich DTM-Boss Gerhard Berger.

Neben der DTM selbst begeisterte auch die DTM Classic mit dem Revival der Deutschen Rennsport-Meisterschaft mit Rennwagen aus den Siebzigern – allen voran mit Ex-BMW-Junior und Formel-1-Pilot Marc Surer im Gruppe-5-BMW 320 – die Fans am Spielberg.

Freitag, 3. September 2021

Red Bull-Junior Liam Lawson Tagesschnellster bei der DTM in der Steiermark

  • Jüngster Fahrer im DTM-Feld glänzt mit Trainingsbestzeit am Freitag
  • Starker DTM-Einstand von Gastfahrer Maximilian Paul im T3-Lamborghini
  • Positives Echo auf den vorläufigen Terminkalender für die DTM 2022
  • DTM Trophy: Tabellenführer William Tregurtha am Freitag der Schnellste

Liam Lawson Schnellster am Freitag
Foto: dtm.com

Die Weltklassepiloten der DTM hatten bei strahlendem Sommerwetter und umgeben von der herrlichen Berglandschaft der Steiermark sichtlich Spaß am Trainingstag auf dem schnellen Red Bull Ring. Tagesschnellster am Freitag war Liam Lawson im Red Bull-Ferrari des italienischen Teams AF Corse. Mit seiner Zeit von 1:29,275 Minuten umrundete der Neuseeländer die 4,326 Kilometer lange Berg- und Talbahn im Murtal und gab damit der Konkurrenz das Nachsehen. Dass die Fahrer nach der Bekanntgabe des vorläufigen DTM-Terminkalenders für 2022 mit neun Rennwochenenden in sechs Ländern sich in einer Pressekonferenz sogar zehn Läufe wünschten, unterstreicht ihren Spaß an der Traditionsserie.

Am Samstag und Sonntag steht jeweils ein DTM-Rennen auf dem Programm (Start an beiden Tagen um 13.30 Uhr, live in SAT.1 ab 13.00 Uhr). Erstmals sind Zuschauer nicht nur auf den Tribünen, sondern auch wieder im Fahrerlager zugelassen. Karten sind an den Tageskassen, online über den DTM Ticketshop (tickets.dtm.com) und telefonisch über die DTM Ticket Hotline (01806 99 11 66) erhältlich. Neben der DTM und der Nachwuchsserie DTM Trophy zählt auch die DTM Classic mit dem Revival der Deutschen Rennsport-Meisterschaft zu den Highlights.

Der 21-jährige Dresdener Maximilian Paul, der an diesem Wochenende den dritten Lamborghini aus dem Team T3 Motorsport fährt, fuhr im ersten Freien Training mit 1:29,520 Minuten die Bestzeit. Ihm folgten Nürburgring-Sieger Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari, Nico Müller im Rosberg-Audi, Arjun Maini im GetSpeed-Mercedes, Liam Lawson im Red Bull-Ferrari sowie Sheldon van der Linde im ROWE-BMW, so dass fünf verschiedene Marken auf den ersten sechs Positionen vertreten waren. Natürlich hatte Paul als Gastfahrer den Vorteil eines neuen Reifensatzes, aber ungeachtet dessen war seine Performance beim ersten Auftritt im DTM-Feld beachtlich. Sein Teamkollege Esteban Muth rangierte am anderen Ende der Rangliste: Wegen eines technischen Problems konnte der Belgier nicht in die Zeitenjagd eingreifen.

Im zweiten Freien Training ging es dann noch einmal schneller. Liam Lawsons Zeit von 1:29,275 Minuten war schließlich die Bestzeit des Tages. „Ein erfolgreicher Tag“, freute sich Monza-Sieger Lawson, mit seinen 19 Jahren der jüngste Fahrer im Feld. „Der Red Bull Ring ist schnell, was unserem Auto entgegenkommt. Aber es ist nur das Training. Da haben noch nicht alle ihre wahre Leistung gezeigt. Am Samstag wird die Konkurrenz sicherlich härter.“ Maximilian Paul bestätigte seinen starken Einstand mit der zweitbesten Zeit, gefolgt von den drei Mercedes-Fahrern Maximilian Götz, Vincent Abril und Philip Ellis. Marco Wittmann war schnellster BMW-Fahrer auf Platz sechs, Tabellenführer Kelvin van der Linde schnellster Audi-Fahrer auf Position zehn.

Aus der Pressekonferenz: “Toll, dass die Zuschauer auch wieder zurück im Fahrerlager sind!”

In der Pressekonferenz am Freitagnachmittag sprachen Lokalmatador Lucas Auer (Mercedes-AMG, Team WINWARD), Alex Albon, Dani Juncadella (Mercedes-AMG, Team GruppeM) und Esteban Muth über ihre Erwartungen fürs Wochenende. “Es ist toll, dass die Zuschauer jetzt auch wieder zurück im Fahrerlager sein dürfen”, sagte Auer, der das Rennen in der Steiermark als sein “persönliches Highlight des Jahres” betrachtet. “Es sind einige Familienmitglieder und Freunde hier, um mich zu unterstützen.” Alex Albon blickte noch einmal auf seinen Erfolg auf dem Nürburgring zurück und freut sich ebenfalls über das wachsende Interesse an der DTM in Thailand: “Schön, dass die Fans in Thailand mehr und mehr Gefallen an der DTM finden. Die meisten von ihnen haben zuvor nur Formel 1 geschaut, und die kann manchmal etwas langweilig sein. Die Fans mögen die Action in der DTM, da gibt es gute Unterhaltung.”

Daniel Juncadella erreichte mit Platz zwei auf dem Nürburgring auch sein bislang bestes Ergebnis der Saison – und das nach einer Operation am Daumen nach seinem Crash in Zolder. “Vielleicht hat das geholfen. Ich hatte auch mal eine Saison, in der ich kurz zuvor einen Schlüsselbeinbruch hattte, und dann lief es auch ganz gut”, so der Spanier. Er freut sich, wieder auf dem Red Bull Ring zu fahren: “Ich liebe diese Strecke!” Esteban Muth kommt ebenfalls immer besser in Schwung, wie sein fünfter Rang am Nürburgring zeigt. “Leider habe ich im ersten Freien Training aufgrund eines technischen Defekts nicht fahren können, aber wir haben ein starkes Auto und ich bin zuversichtlich, dass wir auch am Red Bull Ring gut abschneiden können.”

Fahrer hätten gerne zehn Rennen 2022, wünschen sich Monza, Macau und Zandvoort

Positiv äußerten sich die Fahrer vor allem über den vorläufigen DTM-Kalender für 2022, der am Eröffnungstag des DTM-Wochenendes in Spielberg veröffentlicht wurde. Gefragt nach ihren Wünschen, wenn es um die zwei noch nicht benannten Rennstrecken geht, sprachen sich viele für Macau und Zandvoort aus. Auch Monza wurde nach dem erfolgreichen Auftakt im Juni diesen Jahres positiv bewertet, andere Vorschläge waren Imola und Mugello. Auch eine Aufstockung von den geplanten neun auf zehn Veranstaltungen würden die Fahrer begrüßen.

DTM Trophy: Tabellenführer Tregurtha ganz knapp mit Tagesbestzeit

Im ersten Freien Training der DTM Trophy am Vormittag hatte Tabellenführer William Tregurtha im Mercedes-AMG des Teams CV Performance Group die Zeitenliste angeführt. Mit seiner Zeit von 1:38,710 Minuten war der Brite 0,222 Sekunden schneller als sein Landsmann Ben Green im FK-Performance-BMW. Hinter Greens Teamkollege Moritz Löhner fuhr Mike David Ortmann im PROsport-Aston Martin die viertbeste Zeit.

Die Zeit von Tregurtha war dann auch die Tagesbestzeit, denn die Rundenzeiten im zweiten Freien Training am Nachmittag, in der Christopher Rink im BMW des Teams Hofor Racing by Bonk Motorsport mit 1:38,722 Minuten die Zeitenliste anführte, waren insgesamt einen Hauch langsamer. Hinter Rink belegte Tregurtha den zweiten Rang, vor Michael Schrey, Ben Green und Philipp Stahlschmidt (alle BMW). Titelverteidiger Tim Heinemann fuhr im Aston Martin des PROsport-Teams auf Rang sechs. Lokalmatador Florian Janits, einer von zwei österreichischen Teilnehmern im Feld, fuhr im KTM auf Position sieben.