Donnerstag, 9. Mai 2019

Gaststart in Misano: MotoGP-Star Andrea Dovizioso gibt DTM-Debüt

  • Ducati-Werksfahrer tritt mit dem Audi RS 5 DTM in der Heimat an
  • 27 Jahre nach Johnny Cecotto wieder ein Motorrad-Weltmeister am Start
  • Gerhard Berger: „Das ist eine große Nummer“
Andrea Dovizioso
© Audi Communications Motorsport 
Der erste prominente Gaststarter der DTM-Saison 2019 steht fest: Andrea Dovizioso. Der MotoGP-Star aus dem Ducati-Werksteam wird beim dritten Event der Saison vom 7.–9. Juni im italienischen Misano von zwei auf vier Räder wechseln. Der 33-Jährige gibt beim Gastspiel der internationalen Tourenwagenserie in seiner Heimat in einem Audi RS 5 DTM sein DTM-Debüt. Zuvor wird sich „Dovi“, wie er in der MotoGP-Szene genannt wird, bei zweitägigen Testfahrten auf dem Kurs an der Adriaküste mit dem mehr als 600 PS starken Turbo-Auto vertraut machen.
Andrea Dovizioso, Audi RS 5 DTM.
© Audi Communications Motorsport
„Das ist eine große Nummer nicht nur für MotoGP-Fans. Ich freue mich, dass die Hersteller die Gastfahrer-Idee auch in dieser Saison verfolgen“, sagt Gerhard Berger, Vorsitzender der DTM-Dachorganisation ITR. Im vergangenen Jahr hatten EX-DTM-Champion Mattias Ekström (Audi/Hockenheim), der beinamputierte Italiener Alessandro Zanardi (BMW/Misano) sowie Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier (Mercedes/Spielberg) viel beachtete Gaststarts gegeben. Berger weiter: „Es wird spannend sein zu sehen, wie sich einer der besten Motorrad-Rennfahrer der Gegenwart, Andrea Dovizioso, schlagen wird.“

„Für jeden italienischen Rennfahrer ist Misano eine besondere Strecke“

Für „Dovi“ ist es nicht der erste Renneinsatz im Automobilsport. Ende 2016 nahm er beim Finale der Markenrennserie Lamborghini Super Trofeo im spanischen Valencia mit einem Lamborghini Huracán teil und beeindruckte mit schnellen Runden. „Ich freue mich sehr in so einer hart umkämpften Serie wie der DTM anzutreten“, sagt Dovizioso. „Für jeden italienischen Rennfahrer ist Misano eine besondere Strecke und der Ort, wo ich im vergangenen Jahr einen unglaublichen Sieg erzielt habe. Deshalb bin ich sehr gespannt und dankbar für diese Möglichkeit.“
Andrea Dovizioso, Audi RS 5 DTM
© Audi Communications Motorsport
Dovizioso, der 2017 und 2018 die MotoGP-Saison jeweils als Zweiter der Fahrerwertung beendete, gilt auch in dieser Saison als Titelkandidat. Der Ducati-Werksfahrer gewann im März den Saisonauftakt in Katar und liegt nach dem vierten Rang am vergangenen Sonntag im spanischen Jerez an dritter Stelle der WM-Wertung. Dovizioso hat bislang 13 Rennen in der MotoGP, der Königsklasse des Motorrad-Rennsports, gewonnen.

Damit ist nach Johnny Cecotto, der von 1989 bis 1992 für BMW in der DTM fuhr, erstmals wieder ein Motorrad-Weltmeister in der DTM am Start. Cecotto gewann 1975 den Titel in der 350-ccm-Klasse, Dovizioso war 2004 Weltmeister in der 125er-Kategorie.

Audi Sport Team Abt Sportsline mit gelungenem DTM-Saisonstart

  • Drei Podiums auf dem Hockenheimring und Führung in der Teamwertung
  • Robin Frijns auf Platz zwei der Fahrerwertung
Nico Müller, René Rast, Robin Frijns (von links)
Copyright: Audi Communications Motorsport / Malte Christians 

Null Punkte vor einem Jahr, dieses Mal 53 Punkte an zwei Tagen und die Führung in der Teamwertung: Dem Audi Sport Team Abt Sportsline ist auf dem Hockenheimring ein guter Start in die neue DTM-Saison gelungen.

„Mit drei Podiums war es ein starker Auftakt für uns“, sagt Thomas Biermaier, Sportdirektor von ABT Sportsline. „Glückwunsch an beide Fahrer und Glückwunsch an das Team, das extrem hart gearbeitet und drei wirklich gute Boxenstopps gemacht hat. Darauf lässt sich aufbauen.“

Der starke Auftritt in Hockenheim begann bereits mit einer Bestzeit von Nico Müller im ersten Freien Training am Freitag. Entsprechend groß war die Enttäuschung beim Schweizer, als er sich im Regen am Samstag mit Startplatz zehn und Rang acht im ersten der beiden Rennen begnügen musste. „Zum Glück konnte ich am Sonntag genau die richtige Antwort geben und mit Platz zwei ein Podium holen“, sagt der Schweizer. „Mit drei Audi-Fahrern auf dem Podium war es ein großer Tag für Audi und ein großer Tag für ABT.“

Müller gelang am Sonntag ein Blitzstart, mit dem er sich vom vierten auf den zweiten Platz verbesserte. Zwar musste er später René Rast vorbeilassen, der mit einer gewagten Zwei-Stopp-Strategie zum Sieg fuhr. Das Duell um Platz zwei gegen BMW-Pilot Philipp Eng entschied Müller aber auch dank eines schnelleren Boxenstopps seines Teams für sich.

Nur 0,262 Sekunden hinter seinem Teamkollegen überquerte Robin Frijns die Ziellinie auf Platz drei – nach Platz zwei im Regenrennen am Samstag das zweite Podium in Folge für den Audi-Fahrer. Während er sich am Samstag am Start vom fünften auf den zweiten Platz verbesserte, fiel Frijns nach seinem bisher besten DTM-Qualifying am Sonntag zunächst vom dritten auf den siebten Platz zurück. „Ich musste mich erst wieder nach vorn kämpfen – auch nachdem ich beim Boxenstopp etwas Zeit verloren hatte“, sagt Frijns. „Das Auto war richtig gut. Danke an Audi und die ABT-Jungs. So kann es weitergehen!“

Vor seinem „Heimspiel“ im belgischen Zolder am 18./19. Mai liegt Frijns nur drei Punkte hinter BMW-Pilot Marco Wittmann auf Platz zwei der Fahrerwertung.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Wechselbad der Gefühle für Audi Sport Team Phoenix beim DTM-Auftakt

  • Plätze zwei und fünf im Regen am Samstag
  • Zeitgleicher Ausfall beider Autos am Sonntag
Mike Rockenfeller, Loïc Duval, Robin Frijns (von links)
Copyright: Audi Communications Motorsport / Hoch Zwei

Bestes Audi-Team am Samstag, keine Punkte am Sonntag: Das Audi Sport Team Phoenix erlebte beim DTM-Auftakt auf dem Hockenheimring ein Wechselbad der Gefühle.

Am Samstag fuhren Mike Rockenfeller und Loïc Duval bei Regen und Kälte mit ihren beiden Audi RS 5 DTM auf die Plätze zwei und fünf und bescherten dem Team aus Meuspath insgesamt 30 Punkte. „Rocky“ startete neben Marco Wittmann im BMW aus der ersten Reihe, nachdem er die Pole-Position nur um 66 Tausendstelsekunden verpasst hatte. Im Rennen haderte er mit seinem ersten Reifensatz. „Anders als im Qualifying hatte ich kaum Grip“, sagt Rockenfeller. „Woran das lag, weiß ich nicht. Mit dem zweiten Reifensatz war wieder alles okay, aber zu diesem Zeitpunkt war der Sieg schon verloren. Es war trotzdem ein guter Saisonstart.“

Am Sonntag schien in Hockenheim zwar die Sonne, nicht aber für die Phoenix-Mannschaft. Für beide Piloten des Teams endete das Rennen fast gleichzeitig: Rockenfeller musste seinen Audi RS 5 DTM mit Ölverlust abstellen, Duval rutschte auf Platz sechs liegend ins Kiesbett der Sachs-Kurve. „Meine Räder haben nur ganz leicht blockiert“, sagt der Franzose. „An jeder anderen Stelle der Strecke wäre nichts passiert. In dieser Kurve fahren wir aber ganz dicht am Rand, deshalb war es ein kleiner Fehler mit großer Wirkung. Es tut mir vor allem sehr leid für das Team, denn heute wäre ein Podium möglich gewesen.“

„Es ist unglaublich spannend, wenn man nicht weiß, wie gut man mit der neuen Technik klarkommt und wie konkurrenzfähig man ist“, sagt Teamchef Ernst Moser. „Am Ende hat sich gezeigt, dass sich die ganze Winterarbeit gelohnt hat und wir sowohl am Samstag im Regen als auch am Sonntag im Trockenen konkurrenzfähig sind. Von daher war es ein positives Wochenende. Am Samstag haben wir beide Autos in guten Positionen nach Hause gebracht und am Sonntag genau das Gegenteil erlebt: In Runde acht war alles beendet und beide Autos raus. Es tat trotzdem gut, drei Audi-Piloten auf dem Podium stehen zu sehen. Es zeigt: Wenn wir alles zusammenbringen, können wir in diesem Jahr gewinnen. Das stimmt mich sehr positiv.“

Dienstag, 7. Mai 2019

Audi Sport Team Rosberg mit gewagter Strategie zum Sieg

  • René Rast siegt beim DTM-Auftakt in Hockenheim von Startplatz 16
  • Jamie Green punktet trotz Durchfahrtstrafe
Audi Sport RS 5 DTM #33 (Audi Sport Team Rosberg), René Rast
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Für das Audi Sport Team Rosberg schien es ein Wochenende zum Vergessen zu werden. Doch dank einer gewagten Strategie und einer starken fahrerischen Leistung holte René Rast beim DTM-Auftakt auf dem Hockenheimring am Sonntag den ersten Sieg des neuen Audi RS 5 DTM.

Das hätte schon im Regen am Samstag klappen können. Vom vierten Startplatz kämpfte sich der DTM-Champion des Jahres 2017 bei den nasskalten Bedingungen auf Platz zwei nach vorn und machte anschließend Jagd auf den Führenden Marco Wittmann im BMW. Der Audi-Pilot schien gute Karten zu haben, seinen siebten DTM-Sieg in Folge zu feiern, als er sechs Runden vor Schluss mit einem Defekt am Antriebsstrang seines Audi RS 5 DTM ausrollte – ein Sensor hatte sich gelöst und in der Folge einen Getriebeschaden verursacht.

Sonntagmorgen dann ein weiterer Rückschlag: Im Qualifying schwankte der Benzindruck, Rast fand sich auf Position 16 und damit in der vorletzten Startreihe wieder. Doch ein Safety-Car-Einsatz brachte den Audi-Fahrer wieder ins Rennen. Das Audi Sport Team Rosberg holte Rast zum Reifenwechsel an die Box. Der nutzte den Vorteil der frischen Reifen perfekt und kämpfte sich innerhalb von nur sieben Runden vom 15. auf den ersten Platz nach vorn.

„Wir hatten die Strategie schon vorher ausgemacht“, sagt Teamchef Arno Zensen. „René ist beim Indy-Restart auf den letzten Drücker in die Startaufstellung und danach einfach ein unglaubliches Rennen gefahren. Schon am Samstag war er zusammen mit Marco Wittmann in einer eigenen Welt. Schade, dass es da nicht funktioniert hat, sonst wären es saisonübergreifend der siebte und der achte Sieg hintereinander gewesen.“

Teamkollege Jamie Green verlor am Samstag die Chance auf Punkte durch ein Kupplungsproblem. „Am Sonntag waren wir viel stärker. Ich bin von Startplatz sieben gestartet und im Rennen trotz einer Durchfahrtstrafe noch auf Platz neun nach vorn gekommen“, sagt Green, dessen Sonntagsrennen auch Arno Zensen viel Freude bereitete: „Jamie ist wieder dabei. Die letzte Saison ist abgehakt. Wir haben zwei Eisen im Feuer, insofern bin ich happy.“

Fünf BMW M4 DTMs am Sonntag in Hockenheim in den Punkten

Fünf der sechs BMW Piloten beendeten im zweiten Rennen der DTM-Saison 2019 in Hockenheim (GER) die Punkte. Philipp Eng (AUT) wurde im ZF BMW M4 DTM Vierter, nachdem er zum zweiten Mal in seiner Karriere von der Pole Position gestartet war. Auf der Ziellinie folgten Bruno Spengler (CAN, BMW Bank M4 DTM), Timo Glock (GER, JiVS BMW M4 DTM), der Samstag-Sieger Marco Wittmann (GER, Schaeffler BMW M4 DTM) und Joel Eriksson (CATL BMW M4 DTM) ) an fünfter, sechster, achter und zehnter Stelle. Nur Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) verfehlte ein Top-Ten-Finish, nachdem er wie Wittmann von einem Rivalen Auto gedreht wurde. Der Sieg ging an Audi-Pilot René Rast. 
Bruno Spengler
Foto: Jens Hawrda
Das zweite Rennen des Jahres bestand aus einer frühen Safety-Car-Phase, nach der das Reifenmanagement eine Schlüsselrolle spielte. Zwei Rennen in die neue Saison führt der zweimalige Weltmeister Wittmann nach seinem Sieg und seiner Pole Position am Samstag mit 34 Punkten die Fahrerwertung an. In der Herstellerwertung liegt BMW derzeit mit 93 Punkten auf Rang zwei hinter Audi (110). Die DTM reist am 18./19. Mai zu den Rennen drei und vier der Saison 2019 nach Zolder (BEL). 

Reaktionen auf das zweite DTM-Rennen der Saison 2019 in Hockenheim

Bruno Spengler:
„Das war im Allgemeinen ein gutes Rennen. Leider erlitt ich einige Wheelspins, was bedeutet, dass ich einen schlechten Start hatte, aber ich konnte mich erholen. Ich hatte dann im ersten Stint ein gutes Tempo wie zu Beginn des zweiten Stint. Die Reifen begannen sich jedoch zu verschlechtern. Trotzdem war unsere Boxenstopp-Strategie genau richtig. Letztendlich war die Opposition spät im Rennen einfach stärker, und ich konnte sie nicht hinter mir lassen. Der fünfte Platz ist gut. Wir haben gestern und heute wertvolle Punkte für BMW erzielt. “ 
Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo Glock:
„Ich war nach dem Start Dritter und hatte ein gutes Tempo. Nach dem Neustart gab es Kontakt zu Bruno Spengler. Danach war das Tempo nicht mehr da. Vielleicht war die Strecke nicht mehr in Ordnung oder etwas war kaputt. Das ist schade, denn für uns gab es noch mehr. “ 

Marco Wittmann: 
„Ich habe keinen guten Start gemacht. Genau das, was wir angenommen haben, ist geschehen - der Wegfall der Handbremse hat den Start erschwert. Es hat gestern gut funktioniert, aber heute nicht. Ich habe früh ein paar Plätze verloren. Der Neustart war etwas chaotisch. Dann wurde ich in die Haarnadel gesponnen und landete zuletzt. Das war frustrierend. Wir haben uns für einen frühen Boxenstopp entschieden, um einige Positionen auszugleichen. Das ist uns dank unseres guten Tempos gelungen. Wenn Sie jedoch so früh aufhören, haben Sie am Ende keine Chance. Trotzdem habe ich es geschafft, den achten Platz zu erreichen und Punkte zu holen. Es ist eine Schande, denn wir hatten das Tempo, heute ganz oben zu sein. Insgesamt war es noch ein sehr guter Saisonstart. “ 

Philipp Eng: 
„Die Pole Position war sehr wichtig. Es hat dem gesamten Team nach den letzten zwei Tagen gut getan, was nicht einfach war. Ich wäre gerne auf dem Podium stehen geblieben, kam aber nur kurz heraus. Beim Boxenstopp hatten wir ein bisschen Pech, als Nico Müller, mit dem ich um Position kämpfte, uns überholte. 

Davon abgesehen war es jedoch ein fehlerfreies Rennen des gesamten Teams. “ 

Joel Eriksson:
“Es war heute nicht leicht. Ich hatte einen guten Start, aber die erste Runde war dann wieder hart. Dank des Safety-Cars konnte ich einige Positionen gutmachen. Im Laufe des Rennens hatten wir jedoch Probleme mit dem Reifenverschleiß. Wir haben ein paar Hausaufgaben zu erledigen, aber das wird von Zolder erledigt. “
Sheldon van der Linde
Foto: Jens Hawrda
Sheldon van der Linde: 
„Um ehrlich zu sein, bin ich überhaupt nicht glücklich. Ich glaube, wir hatten heute das Potenzial, wieder in die Punkte zu kommen. Ich wurde jedoch beim Neustart nach der Safety-Car-Phase von Jamie Green getroffen. Ich konnte absolut nichts dagegen tun. Unser Auto war danach beschädigt und wir hatten keine Chance mehr. “