Mittwoch, 8. Juli 2015

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen: BMW Motorsport und die DTM zu Gast in Zandvoort

Foto: Jens Hawrda
Die DTM macht für das vierte Rennwochenende der Saison 2015 erstmals außerhalb Deutschlands Station. Vom 10. bis 12. Juli tritt BMW Motorsport im traditionsreichen „Circuit Park Zandvoort“ (NL) an. Am vergangenen DTM-Wochenende auf dem Norisring (DE) bewiesen die BMW Teams Kampfgeist und sammelten allesamt Punkte. Zudem konnte Bruno Spengler (CA) die erste Poleposition sowie mit dem dritten Platz im Sonntagsrennen den ersten Podesterfolg des Jahres für BMW feiern. Nun wartet mit den beiden Läufen im „Circuit Park“ an der Nordsee bereits die nächste Herausforderung.
 
In der vergangenen Saison standen gleich zwei BMW Fahrer in Zandvoort auf dem Treppchen: Der amtierenden DTM-Champion Marco Wittmann (DE) belegte Rang zwei, Martin Tomczyk (DE) wurde Dritter. Zudem konnte das BMW Team RMG vorzeitig den Gewinn der DTM-Teammeisterschaft feiern. Nach Platz sechs in einem turbulenten Rennen mit vier Safety-Car-Phasen war Maxime Martin (BE) auch der Titel „Rookie des Jahres“ nicht mehr zu nehmen.
 
In Zandvoort startet die DTM ihre diesjährige Europareise. Nacheinander stehen neben dem Gastspiel in den Niederlanden auch die Rennen in Spielberg (AT) am 1. und 2. August sowie die beiden Läufe in Moskau (RU) am 29. und 30. August auf dem Programm. Während der „Red Bull Ring“ und der „Moscow Raceway“ moderne Rennstrecken sind, ist der „Circuit Park“ ein Kurs alter Schule. Mit seinen Kuppen und Bodenwellen gleicht jede Runde einer Achterbahnfahrt. Speziell ist auch der Sand, der vom Küstenwind über die Fahrbahn geweht wird. Eine der besten Überholmöglichkeiten bietet die Tarzanbocht, die erste Kurve am Ende der Start-und-Zielgeraden. 2013 sicherte sich Augusto Farfus (BR) in Zandvoort mit dem 50. Sieg für den BMW M3 in der DTM einen Platz in den Geschichtsbüchern.

Nachtrag Suberbike*IDM Hungaroring: Moto3 und Sidecar

Moto3: Geitner und Georgi siegen auf dem Hungaroring

Im Rennen der Youngsters aus der Moto3-Klasse übernahm Jonas Geitner (Freudenberg Racing Team) vom Fleck weg die Führung und machte sich aus dem Staub. Dahinter kämpften Geitners Teamkollegen Tim Georgi und Matthias Meggle mit Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) um die Spitze in der Standardwertung. Freitag führte das Feld zwischenzeitlich an. Georgi ließ das aber nicht auf sich sitzen und holte sich die Führung zurück. Meggle ging schließlich ebenfalls an Freitag vorbei. Dicht hintereinander fuhr das Trio ins Ziel. Geitner siegte souverän in der Moto3 GP-Wertung.
 
Tim Georgi: „Es war brutal anstrengend. Ich bin am Limit gefahren. Dann bin ich Kampflinie gegangen, weil ich mir den Sieg auf keinen Fall mehr nehmen lassen wollte.“

Jonas Geitner: „Das Layout der Strecke ist super und wenn man in Fahrt kommt, läuft es richtig. Jetzt geht es für mich nächste Woche mit einer Wild Card zur MotoGP auf den Sachsenring. In der Moto3 werde ich alles rausholen und versuchen, unter die besten 25 zu fahren.“

Sidecar-Siege für Sattler/Neubert und Gürck/Wechselberger

Nachdem die Saison für Josef Sattler und Uwe Neubert (Sattler Motorsport) bislang noch nicht ganz rund lief, kehrte auf dem Hungaroring das Glück zum amtierenden Meister zurück. Sattler/Neubert dominierten die Trainings-Sessions durchwegs und starteten von der Pole-Position. Im ersten Lauf bekamen sie es gleich mit Gürck/Wechselberger (Polizeisportverein Wels Gürck Racing) zu tun, die nach einem – wie Manfred Wechselberger sagte – „Bombenstart“ von der dritten Position nach vorne schossen und das Feld zunächst anführten. Zwei Runden lang blieben sie Spitzenreiter, ehe Sattler/Neubert nach zwei starken Attacken sauber vorbeizogen und den Sieg holten. Auf Platz zwei landeten Uwe Gürck und Manfred Wechselberger vor Mike Roscher und Anna Burkard (RSC Roscher/Burkhard).
Sattler/Neubert
Foto: Superbike*IDM
Auch im zweiten Durchgang gingen Gürck/Wechselberger direkt in Führung. André Kretzer und Jens Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC) positionierten sich an zweiter Stelle, wurden in der fünften Runde aber von Sattler/Neubert überholt, die nur eine Runde später auch an Gürck/Wechselberger vorbei an die Spitze gingen. An vierter Position kamen Mike Roscher und Anna Burkard (RSC Roscher/Burkhard). Die vier Sidecars lagen dicht auf und lieferten sich Runde für Runde einen harten Kampf. Sattler/Neubert konnten die Führung gegenüber Gürck/Wechselberger nicht lange behaupten, attackierten aber weiter. Dahinter lauerten Kretzer/Lehnertz. Die drei Teams lagen innerhalb einer Sekunde. Drei Runden vor Schluss fielen Sattler/Neubert aufgrund von Kühlerproblemen auf Platz vier hinter Roscher/Burkard zurück. Vorne ging es zwischen Gürck/Wechselberger und Kretzer/Lehnertz heiß her. In der letzten Runde drückten die beiden Teams mächtig, um sich aneinander vorbeizuschieben. Kretzer/Lehnertz lagen nach einer harten Attacke schließlich vorn, fuhren in der nächsten Kurve aber zu wenig Kampflinie. Gürck/Wechselberger nutzten die kleine Chance und gingen innen vorbei in Führung. Dabei kam es zu einer Berührung der beiden Sidecars, bei der sich Jens Lehnertz verletzte. Gürck/Wechselberger fuhren die letzten Meter vor Kretzer/Lehnertz und Roscher/Burkard ins Ziel.
 
Sattler nach dem Sieg: „Die Strecke ist super für Gespanne geeignet und die flüssigen, langgezogenen Kurven machen Spaß. Mit Gürck/Wechselberger haben wir uns einen tollen Zweikampf geliefert und konnten in den technischen Passagen Boden gutmachen.“

Gürck nach dem Sieg: „Es war ein erfolgreiches Wochenende für uns. André ist ein knallharter Kämpfer und ein ebenbürtiger Gegner. Es tut uns sehr leid, dass sich Jens verletzt hat. An dieser Stelle gute Besserung.“

Nachtrag Superbike*IDM Hungaroring: Superstock 1000 und Supersport 600

Superstock 1000: Gines und Fritz ganz vorn

In der zweiten Startreihe des kombinierten Superbike/Superstock 1000-Feldes standen mit Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing), Stefan Kerschbaumer (Leitwolf.cc Racing) und Michal Filla (BMW Sikora Motorsport) drei Stockfahrer. Die bisherigen Favoriten Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service) und Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex) mussten von Position neun respektive 13 ins Rennen gehen. Fritz legte einen starken Start hin und führte das Superstock 1000-Feld an.

Stefan Kerschbaumer, viel Pech am Hungaroring
Foto: Superbike*IDM
Für den Trainingsschnellsten Kerschbaumer war das Rennen nach einer Kollision mit Matej Smrz schon in der ersten Runde zu Ende. In der sechsten Runde verabschiedete sich dann auch Michal Filla aus dem Rennen, Marvin Fritz rollte kurze Zeit später aufgrund einer defekten Zündspule an die Box. Jetzt war der Weg frei für einen Kampf um den Sieg zwischen Gines, Stamm und Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team). Stamm ging zwei Mal an Gines vorbei, musste aber jedes Mal durch ein eigenes „Missgeschick“, wie er sagte, die Führung abgeben. Die Hitze machte es den Fahrern schwer. Die besten Karten hatten die, die mit den schmierenden Reifen klar kamen. Am Ende entschied Gines das Rennen vor Stamm und Trautmann für sich.
Mathieu Gines (#41) vor Chris Burri (#34)
Foto: Superbike*IDM
Auch im zweiten Durchgang schoss Marvin Fritz am Start davon und bremste sich zwischenzeitlich sogar an Superbike-Pilot Lanzi vorbei auf Position drei des Gesamtfeldes. Fritz versuchte, mit den Superbike-Fahrern mitzuhalten. Nach ihm kam aus der Stocksport-Wertung lange niemand. Kerschbaumer stürzte in der fünften Runde erneut und konnte nach den perfekten Trainings-Sessions keine Punkte am Hungaroring mitnehmen. Mit Gines, Stamm und Filla bildete sich eine Dreiergruppe, die um den zweiten Platz kämpfte. Stamm schaffte es schließlich, an Gines vorbeizugehen und den zweiten Platz heimzufahren. Damit hatte der Schweizer sein Ziel erreicht, Punkte auf den Meisterschaftsführenden Gines gutzumachen. Für Fritz war es der zweite Sieg der Saison.
 
Mathieu Gines nach dem Sieg: „Es war ein sehr harter Tag für ein Rennen. Ich habe gebraucht, um mich an den Kurs zu gewöhnen. Aber jetzt hatte ich ein gutes Gefühl.“

Marvin Fritz nach dem Sieg: „Ich habe gebissen wie ein Idiot, um an den Superbikern dranzubleiben. Die Pace war das ganze Wochenende super und nach meinem Sturz am Freitag hat mein Team alles perfekt wiederhergestellt.“
 
Supersport 600: Bühn und Lauslehto erneut auf Platz eins

„Es wäre mal wieder an der Zeit für einen Sieg“, sagte Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha) nach dem Freitagstraining. Ihm liege das Layout des Hungarorings, die vielen Richtungswechsel kämen ihm zugute. Zudem war Bühn, der vergangenes Jahr in der Spanischen Meisterschaft unterwegs war, an die Hitze gewöhnt. Dass für ihn in Ungarn alles passte, bewies er im ersten Rennen eindrucksvoll. Bühn startete von der Pole-Position und konnte sich direkt vom Feld absetzen. Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer) wurde Bühn erst gegen Ende des Rennens nochmal gefährlich, machte aber im entscheidenden Moment einen Fehler und blieb an Position zwei zurück. Auf Platz drei fuhr Jasha Huber (Kawasaki Schnock Team Motorex), der sich gegen Konstantyn Pisarev und Christian Stange (HPC-Power Suzuki Racing) durchsetzen konnte.
Jahn Bühn Sieg im  ersten Rennen
Foto: Superbike*IDM
Auch im zweiten Lauf konnte Lauslehto nicht an Bühn dranbleiben. Der baute schnell den Abstand zu seinen Verfolgern aus. Dahinter lagen Lauslehto, Stange und Sarah Heide (Team Suzuki Laux ADAC Sachsen) dicht beieinander. Bühn, der schon einen komfortablen Vorsprung herausgefahren hatte, verlor in der siebten Runde unbedrängt die Kontrolle über sein Vorderrad und stürzte. Nach einer notdürftigen Reparatur der Maschine konnte er wieder raus auf die Strecke und jagte dem Feld hinterher. An der Spitze machte sich Lauslehto aus dem Staub. Stange konnte das Tempo nicht mitgehen und wurde schließlich von Pisarev überholt, der sich zuvor an Heide vorbeigedrückt hatte. Lauslehto gewann deutlich vor Pisarev, Stange und Heide.
 
In der Klasse SuperNaked holte Udo Reichmann (Völpker NRT 48) einen Doppelsieg auf dem Hungaoring.
 
Jan Bühn nach dem Sieg: „Das Wochenende verlief absolut reibungslos, ich konnte mich kontinuierlich steigern. Die zweite Qualifikation nutzten wir, um bei ähnlichen Temperaturverhältnissen das Rennen zu simulieren, das hat viel gebracht. Das neue Fahrwerk funktioniert einwandfrei und bringt Konstanz rein.“

Tatu Lauslehto nach dem Sieg: „Mein Start war ganz okay, aber Bühn war schneller als ich. Ich wollte aber nichts riskieren und keine Fehler machen. Als Bühn stürzte, spulte ich meine Runden ab. Die Hitze war für mich kein Problem.“
 

Dienstag, 7. Juli 2015

Audi kommt mit Doppelspitze zur DTM nach Zandvoort

  • Tourenwagen-Serie am 11./12. Juli zu Gast in den Niederlanden
  • Audi-Piloten auf den Plätzen eins und zwei der Fahrerwertung
  • Ekström mit vier Triumphen Rekordsieger auf Strecke bei Amsterdam
Audi kommt mit Doppelspitze nach Zandvoort
Foto: Jens Hawrda
Bei der Frage nach ihrer liebsten DTM-Rennstrecke geben die meisten Audi-Piloten dieselbe Antwort: Zandvoort. Der Kurs in den Dünen an der Nordseeküste bei Amsterdam ist am 11./12. Juli Schauplatz der nächsten beiden DTM-Rennen.

„Zandvoort ist eine coole Strecke mit einem tollen, natürlichen Verlauf“, sagt Audi-Pilot Jamie Green, der mit drei Saisonsiegen und 81 Punkten als Tabellenführer nach Holland reist. „Der Kurs hat Charakter und die schnellen Kurven sind für jeden Rennfahrer eine echte Herausforderung.“ Der Pilot des Audi Sport Team Rosberg feierte in Zandvoort einen der größten Erfolge seiner Karriere: 2004 sicherte sich Green auf dem Dünenkurs mit einem überlegenen Sieg vorzeitig den Titel in der Formel-3-Euroserie. Einer seiner härtesten Rivalen damals: Nico Rosberg. Heute startet Green in der DTM für das Team von Nicos Vater Keke Rosberg.

In der populären Tourenwagen-Rennserie ist Jamie Green bei zehn Starts in Zandvoort noch kein Podium gelungen. Sein bestes Ergebnis bisher: Platz vier. „Höchste Zeit, das zu ändern“, meint der DTM-Spitzenreiter. Im vergangenen Jahr hätte es schon klappen können: Green lag auf Platz zwei, ehe ein Safety-Car die Strategie durchkreuzte. „In diesem Jahr habe ich ein perfektes Auto. Auch die Gewichtssituation ist günstiger für uns als am Norisring.“

Elf Punkte hinter Green auf dem zweiten Tabellenplatz liegt Mattias Ekström. Der Schwede aus dem Audi Sport Team Abt Sportsline feierte 2002 in Zandvoort den ersten seiner bisher 20 DTM-Siege. Er ist dort mit vier Erfolgen Rekordsieger. „Ich war in Zandvoort bisher immer gut unterwegs“, sagt Ekström. „Der Kurs bietet eine tolle Kombination aus schnellen und langsamen Kurven. Der Belag hat viel Grip, die Reifen bauen deshalb im Rennen stark ab. Wenn man ein Auto hat, das über die Distanz gut funktioniert, ist das ein großer Vorteil. Mit unserem Audi RS 5 DTM sind wir gut aufgestellt.“

Für Audi war Zandvoort bisher fast immer ein gutes Pflaster. Seit dem werksseitigen Comeback in der DTM im Jahr 2004 holte die Marke mit den Vier Ringen siebenmal den besten Startplatz und genauso häufig den Sieg – zuletzt mit Mattias Ekström (2014), Edoardo Mortara (2012) und Mike Rockenfeller (2011).

„Audi ist in Zandvoort traditionell stark und die Strecke bei unseren Fahrern sehr beliebt“, sagt Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport. „Nach dem Stadtrennen in Nürnberg freuen wir uns wieder auf eine ‚normale‘ Rennstrecke, die zudem eine der anspruchsvollsten im DTM-Kalender ist. Wir wollen wieder ein geschlosseneres Bild abgeben als am Norisring. Das Ziel sind zwei Siege. Aber mit Mercedes ist immer zu rechnen. Die waren in Hockenheim und am Norisring stark und hatten nur in der Lausitz einen Durchhänger. Und die BMW dürfen noch immer deutlich leichter fahren als unsere RS 5 DTM. Mal sehen, wie sehr sich das auswirkt.“

DTM: Bruno Spengler macht Abstecher zum Golf

Bruno Spengler
Foto: Jens Hawrda
Mit Unterstützung von BMW fand in dieser Woche die „Open de France“ statt. BMW DTM-Pilot Bruno Spengler (CA) war auf Einladung von BMW Frankreich ebenfalls beim hochklassig besetzten Turnier der European Tour zu Gast und spielte eine Runde auf dem Championship Course in Paris (FR). „Ich liebe es, auf dem Golfplatz zu stehen. Und wenn man die Chance bekommt, auf einer so tollen Anlage wie hier zu spielen, dann ist das fantastisch“, meinte der DTM-Champion von 2012.