Montag, 28. September 2026

Euro Moto Superbike: Schrötter holt den Sieg im letzten Saisonrennen

GERT56-Doppelspitze zum Schluss. Marcel Schrötter fährt vor Jan-Ole Jähnig
zum zweiten Saisonsieg.
Foto: Dino Eisele

Die EURO MOTO Superbike Ära endete beim Fuchs-Silkolene-Hockenheim-Finale mit einem Sieg von Vizemeister Marcel Schrötter (BMW). Zweiter wurde sein GERT56-Teamkollege Jan-Ole Jähnig. Florian Alt (Honda) verabschiedete sich als Dritter in den Winter. Der Viertplatzierte Lukas Tulovic (Ducati) hatte sich im ersten Lauf des Tages bereits den Meistertitel gesichert.

Schon vor dem Rennen stand fest: Egal, wie das Ergebnis aussieht, in der Reihenfolge bei den Erstplatzierten in der Gesamtwertung würde sich nichts mehr ändern. An den Positionen von Tulovic, Schrötter und Markus Reiterberger gab es nichts zu rütteln. Freie Fahrt war angesagt. Einfach Gas geben und sehen, was zum Schluss noch geht. Tulovic wünschte sich, einfach nur noch einmal Spaß zu haben. Den hat er bekommen.

Die drei BMW-Fahrer Markus Reiterberger, Marcel Schrötter und Jan-Ole Jähnig legten aus der ersten Startreihe heraus ordentlich vor. Reiterberger rauschte am Ende der Parabolica ins Kiesbett, wühlte sich aber wieder heraus und fand mit 18 Sekunden Rückstand den Weg zurück auf die Strecke. Den erhofften Doppelsieg musste er sich danach abschminken. Am Ende der ersten Runde führte Jähnig, der mit dem Pirelli SC2 als einziger einen härteren Reifen fuhr als der Rest, das Feld an.

Meister Tulovic hatte den Rechenschieber aus dem Kopf genommen und sich nach drei Runden vom neunten Startplatz auf die fünfte Position nach vorn gearbeitet. Vor ihm schnupperte Toni Finsterbusch (BMW) am Hinterrad von Florian Alt. An der Spitze passte kein Blatt zwischen dem weiterhin Führenden Jähnig und Schrötter.

Es war noch nicht Halbzeit, da hatte Reiterberger bei seiner Aufholjagd bereits den Teamkollegen Milan Merckelbagh aufgeschnupft. Der vierfache Meister landete nach 18 Runden trotz Cross-Einlage sogar noch in den Top Ten.

Als Finsterbuschs Motorrad kurzfristig streikte, verlor der Sachse wertvolle Meter und beendete das Rennen schließlich vorzeitig. Tulovic erbte seinen Platz und wurde dadurch Vierter. Alt verteidigte seinen dritten Platz vor dem aufsässigen Tulovic bis ins Ziel. Es war ein lebhaftes Abschiedsrennen mit der aktuellen Honda. Nächstes Jahr kommt ein neues Modell.

Und wie ging das Duell an der Spitze aus? Schrötter zockte Jähnig in der letzten Runde ab. Dieser hatte es geahnt, „aber ich wusste nicht, an welcher Stelle er angreift.“ Es dürfte aber ganz im Sinne des im Winter verstorbenen Teamchefs Karsten „KW“ Wolf gewesen sein, dass eine GERT56-Doppelspitze das Ende der Saison besiegelt.

Finsterbusch hat sich nach dem Rennen aus dem Team verabschiedet. Er wollte nach all den Jahren kein großes Tam-Tam um seine Person, dabei hätte er es wirklich verdient. Der 33-jährige BMW-Fahrer aus Leipzig holte mit dem Team den Le Mans-Sieg in der Langstrecken-WM 2020. Jetzt ist die Luft raus.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Supersport: Dirk Geiher ist endlich am Ziel

Supersport-Meister Dirk Geiger 
Foto: Michael Praschak

Dirk Geiger ist der Meister in der EURO MOTO Supersport. Im zweiten Lauf des Fuchs Silkolene-Hockenheim-Finales machte der Baden-Württemberger engültig Nägel mit Köpfen. Er hat so viele Punkte, dass keine Rechnungen mehr offen sind. Der Titel ist dem 24-jährigen Yamaha-Fahrer vom Team Apreco sicher.

Das letzte Rennen der Saison war eine Geiger-Galavorstellung vor heimischer Kulisse. Schon nach zwei Runden hatte sich der Titelfavorit vom Feld um 2,8 Sekunden abgesetzt, schaltete den Verwaltungsmodus ein und fuhr seinem achten Saisonsieg entgegen. Geiger hatte ein Ur-Vertrauen in die Yamaha YZF-R9 und packte in die Bremse wie kein anderer. Nach 15 Runden über 3,692 Kilometer war sein Traum zur Wirklichkeit geworden: Geiger ist der Supersport-Meister 2026.

Mit dem Titel in der Tasche schmeckt der bereits angekündigte Ausfstieg in die Superbike-Klasse noch besser. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, war der ansonsten redefreudige Dominator überwältigt. Geiger bedankte sich auch für die vielen Kämpfe mit seinem zuletzt einzigen Titelrivalen Daniel Blin (Ducati): „Zu Beginn der Saison hat er mich mächtig herausgefordert.“ Der Pole hatte die ersten vier Rennen vor Geiger gewonnen.

Blin wurde im letzten Supersport-Rennen des Jahres Zweiter und ist Vizemeister. Am Anfang musste er einen sehr beherzten Angriff von Luca Göttlicher (LJ Racing) verkraften, konnte jedoch kontern. Beim nächsten Angriff von Lucky Luc hatte Blin den Braten jedoch rechtzeitig gerochen und machte die Tür zu. Zusammen mit Lennox Lehmann (Yamaha) und Luca de Vleeschauwer (Yamaha) bildete sich eine interessante Vierergruppe.

Schließlich konnte sich Blin aus den Fängen von Göttlicher lösen, der in der elften Runde von Lennox Lehmann konsequent geschnupft wurde. Lehmann peilte am Ende auch noch Blin an, biss aber auf Granit. Lehmann hatte wieder ein Abonnement für den dritten Platz gebucht – zum achten Mal in dieser Saison. Der Dresdner war hoch erfreut, das Ergebnis aus eigener Kraft erreicht zu haben. Im Samstagsrennen hatte er es aufgrund des Sturzes von Göttlicher geerbt.

Dieser wiederum hat mit 19 Jahren eine glänzende Saisonvorstellung abgeliefert auf einem Motorrad, das als exotischer Farbtupfer im Feld in Kombination mit Göttlicher zu ungeahnter Form auflief. Der Bayer holte auf der MV Agusta drei Podiumsplätze.

Auch in der Gesamtwertung spiegelt sich das Ergebnis des Finallaufs wieder: Geiger hat den Titel vor Blin, Lehmann und Göttlicher gewonnen.

Luca de Vleeschauwer bemühte sich den Anschluss in der ersten Gruppe zu halten. Stattdessen vergrößerte sich die entstandene Lücke, wobei Gastfahrer Maximilian Kofler (Ducati) in der letzten Runde bis ans Hinterrad aufrückte. Aber es gab keine Veränderungen mehr.

Zuvor hatte sich Filip Feigl (Yamaha) an Freddie Heinrich (Kawasaki) vorbeigepresst und damit den siebten Rang ergattert. Bester Honda-Fahrer wurde Marvin Siebdrath auf dem neunten Platz. Exakt in den Top Ten brachte Max Enderlein bei seinem Comeback die MV Agusta ins Ziel. Ob er nächstes Jahr weitermacht? „Vielleicht.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Sonntag, 27. September 2026

Euro Moto Sportbike: Zuda holt den Titel, Bijman den Doppelsieg

Geschafft: Stepan Zuda krönt seine starke Saison in Hockenheim und ist der
erste Sportbike-Champion 2026 in der EURO MOTO.
Foto: Michael Praschak

Stepan Zuda ist der neue Champion der EURO MOTO Sportbike. Im letzten Rennen der Saison reichte dem Tschechen Rang drei, um den Titel endgültig einzutüten. Den Sieg holte sich erneut Ruben Bijman vor Gaststarter Daniel Mogeda. Gerade einmal 0,004 Sekunden trennten Mogeda und Zuda im Ziel. Tobias Kitzbichler wurde Vierter und sicherte sich damit Rang drei in der Gesamtwertung.

Zuda (Freudenberg Paligo Racing) erwischte zunächst den besten Start, wusste aber genau, dass er an diesem Sonntag nicht mit dem Kopf durch die Wand musste. Während Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) die Spitze übernahm und sofort die Pace hochhielt, fuhr der Meisterschaftsführende zunächst zurückhaltender. Für Bijman war die Ausgangslage einfacher. Er hatte nichts zu verlieren und musste All-in gehen. Zuda dagegen musste vor allem ins Ziel kommen.

Hinter Bijman mischten zunächst Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) und Daniel Mogeda (RT Motorsports Honda) kräftig mit. Das Feld lag eng zusammen und Zuda fiel zwischenzeitlich bis auf Rang sechs zurück. Zur Rennmitte fand er jedoch wieder seinen Rhythmus. „Am Anfang des Rennens habe ich erst einmal geschaut, wie sich die Gruppe verhält und wollte nichts überstürzen. Nach und nach habe ich meinen Rhythmus gefunden, konnte meine Pace wieder aufnehmen und mich schließlich aus der Gruppe lösen. Danach hat sich das Rennen für mich fast wie ein Märchen angefühlt“, erklärte Zuda.

Bijman macht den Doppelsieg perfekt

Vorne ließ Bijman nichts mehr anbrennen. Der Niederländer bestimmte das Tempo und gewann nach 13 Runden mit 2,506 Sekunden Vorsprung. Nach seinem Sieg am Samstag machte er damit den Doppelsieg in Hockenheim perfekt.

Gerade in der zweiten Saisonhälfte zeigte Bijman eine starke Form und machte auch beim Finale fahrerisch noch einmal den Unterschied. Für den Titel reichte es am Ende trotzdem nicht. „Vor allem nach der Sommerpause habe ich meinen Flow gefunden und konnte zeigen, was möglich ist. Stepan hat aber einen großartigen Job gemacht und über die gesamte Saison kaum Fehler gemacht. Ich bin sehr glücklich für diese Saison und freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr“, sagte Bijman.

Die schnellste Runde des Rennens ging allerdings an den neuen Champion. Zuda fuhr in Runde acht eine 1:31,441 Minuten. Bijmans schnellste Runde lag bei 1:31,546 Minuten.

Fotofinish um Platz zwei

Hinter Bijman wurde es auf den letzten Metern noch einmal richtig eng. Mogeda schnappte sich Zuda kurz vor dem Ziel und rettete Rang zwei mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,004 Sekunden über die Linie. Für den Spanier war es der gelungene Abschluss seines Testwochenendes auf der Honda CBR600RR. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende und mit dem Test auf der Honda. Es hat viel Spaß gemacht, hier zu fahren und Erfahrungen mit dem Motorrad zu sammeln. Ich bedanke mich bei meinem Team mich für die Möglichkeit, hier fahren zu dürfen“, sagte Mogeda.

Kitzbichler verpasste nach seinem Podium am Samstag als Vierter diesmal knapp die Top Drei. Dafür beendet der Österreicher eine starke Saison als Dritter der Gesamtwertung.

Mika Siebdrath (Freudenberg Paligo Racing) hatte bei seinem ersten Rennwochenende auf dem Hockenheimring einen schwierigeren Sonntag. Nach den ersten Runden konnte er die Pace der Spitzengruppe nicht mehr mitgehen und beendete das Rennen schließlich auf Rang sieben.

Zuda krönt seine Saison

Für Zuda war Platz drei am Ende mehr als genug. Nach einer Saison, in der er zwischenzeitlich auch mit einer Handverletzung zu kämpfen hatte, krönte er sich in Hockenheim zum EURO MOTO Sportbike Champion 2026. „Die gesamte Saison war großartig. Auch meine Handverletzung hat uns nicht davon abgehalten stetig wirklich stark zu sein. Ich blicke sehr dankbar auf dieses Jahr zurück und möchte mich bei allen bedanken, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.“

Damit endet die Sportbike Saison 2026 mit Zuda als Champion, Bijman als seinem stärksten Verfolger und Kitzbichler auf Gesamtrang drei.

EURO MOTO Sportbike, Race 2

  1. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  2. Daniel MOGEDA (#G88/ESP), Honda CBR600RR
  3. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  4. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  5. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  8. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Ty HENRIKSEN (#46/DNK), Aprilia RS660
  10. Kyano SCHOO (#G26/NLD), Yamaha YZF R7
  11. Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
  12. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS660
  13. Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
  14. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  15. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  16. Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DNK), Aprilia RS660
  17. Lucas SØRENSEN (#18/DNK), Aprilia RS660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Superbike: 0,5 Punkte machen Tulovic zum Champion

Gold auf dem Helm, Gold auf dem T-Shirt. Das Team Triple M Racing Ducati Frankfurt
hatte alle Zutaten für die Titelverteidigung vorbereitet.
Foto: Michael Praschak

Es ist vollbracht. Anders als erwartet hat Lukas Tulovic auf der Ducati Panigale V4R den Titel in der Fuchs Silkolene EURO MOTO Superbike verteidigt. Der Baden-Württemberger fuhr im ersten Rennen beim großen Finale in Hockenheim nichts aufs Podium, sondern wurde Fünfter. Die Pokale räumten andere ab: Markus Reiterberger (BMW) gewann vor Marcel Schrötter (BMW) und Florian Alt (Honda).

Schrötter kam blendend am Start weg und übernahm die Führung im Rennen. Der Rookie mit WM-Erfahrung vom Team GERT56 war der einzige Rivale, der Tulovic den Titel noch hätte streitig machen können. Mehr als die Spitze zu übernehmen, konnte er aber nicht machen. Alles andere hing von der Ducati mit der Nummer „1“ ab. Eines war klar: Fährt Tulo von der neunten Startposition aus aufs Podest, ist der Kuchen gegessen und er ist vorzeitig Meister. Es kam ganz anders.

Nach zwei Runden hatten sich Schrötter, Reiterberger, Jan-Ole Jähnig (BMW), Florian Alt, Toni Finsterbusch (BMW), Leon Orgis (BMW) und Tulovic nacheinander aufgereiht. Nur wenig später sprengte Alt das BMW-Trio und zeigte sich auf der dritten Position. Mit seiner Honda Fireblade war er noch schneller als Training. Es war ziemlich klar, dass er die rote Honda mit der Startnummer “66“ mit allen Ehren und einem Podiumsplatz in den Ruhestand schicken will. Im nächsten Jahr gibt es neues Modell.

Zu diesem Zeitpunkt fehlten bereits vier Fahrer. Kevin Orgis (BMW) und Hannes Soomer (BMW) waren in der Startphase gestürzt. Milan Merckelbagh (BMW) und Balint Kovács (Ducati) kamen aus den nachfolgenden Runden nicht zurück. Tulovic dagegen blieb sitzen. Und das war an diesem Nachmittag vielleicht seine wichtigste Leistung.

Der erwartete Express-Durchlauf von Tulovic blieb stecken. Ein kleines, aber feines Top-Feld zeigte die Qualität der verblieben Fahrer, die sich nicht so einfach bezwingen ließen. Und nicht zuletzt hatte der Titelverteididiger den Rechenschieber im Kopf und er musste das bestehende Risiko etwaiger Auseinandersetzungen kontrollieren.

Aus eigener Kraft ging es irgendwann nicht mehr nach von, aber die Stürze von Martin Vugrinec (BMW) und Toni Finsterbusch erwiesen sich doch als Vorteil. Finsterbusch hatte es im Kampf mit Florian Alt übertrieben und war mit einem Vorderradrutscher von der Strecke geschlittert. Er konnte weiterfahren, kehrte aber erst hinter Tulovic ins Feld zurück.

Dem alten und neuen Meister reichte der fünfte Platz, um zum zweiten Mal Internationaler Deutscher Superbike-Meister zu werden. Er war sitzengeblieben. Das vorletzte Rennen einer verrückten Saison brachte also die Entscheidung. Schrötter kann ihn in der Gesamtwertung nicht mehr einholen. Nach der Zieldurchfahrt gab es für Tulovic kein Halten mehr. Die Tränen unter dem Helm ließen sich nicht zurückhalten. Er sagte: „Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich.“

Schrötter wurde am Ende von Reiterberger besiegt, der das Wochenende als eines der besten in der Saison bezeichnete. Zunächst hatte er nicht geglaubt, an Schrötter vorbeizukommen. „Marcel war stark. Ich dachte, ich habe gegen ihn keine Chance. Es tut mir leid, dass ich mit meinem Sieg jetzt die Tür für Marcel zugeschlagen habe, was den Titelkampf betrifft, aber wir sind Rennfahrer und wollen gewinnen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Supersport: Geiger siegt und ist der Meistershaft nah

Dirk Geiger hat die Meisterschachaft fast in der Tasche
Foto: Jens Hawrda

Bei Dirk Geiger passt eigentlich alles. Pole Position und Sieg im ersten Rennen der EURO MOTO Supersport in Hockenheim. Ihn trennen jetzt 32 Punkte von seinem Verfolger Daniel Blin. Rein rechnerisch könnte der Yamaha-Fahrer den Meistertitel bereits feiern. Macht er aber noch nicht.

Der Grund sitzt in Oschersleben. Ein Protest aus dem dortigen Rennen ist noch nicht endgültig geklärt. Sollte Blin (Ducati) seine aberkannten Punkte in der Berufung zurückbekommen, wäre Geigers aktueller Vorsprung plötzlich zu klein. Also verschiebt der 24-Jährige die Meisterfeier lieber noch. Erst sollen alle Zweifel beseitigt sein, bevor es in den Party-Modus geht.

Sportlich ließ Geiger heute keine Fragen offen. Der Mannheimer war nicht zu bremsen und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. 3,769 Sekunden betrug sein Vorsprung auf Blin im Ziel. „Der Speed von Dirk war heute auf einem komplett anderen Level“, musste sein einzig verbliebener Titelrivale anerkennen.

Geiger weiß allerdings auch, wem er das zu verdanken hat. Nach dem Rennen bedankte sich der Yamaha-YZF-R9-Fahrer brav bei seinem Apreco-Team und bei Yamaha Deutschland. Morgen soll auf seiner Heimstrecke der nächste Sieg folgen – und damit möglichst auch der endgültige Haken hinter der Meisterschaft.

Hinter Geiger ging es deutlich turbulenter zu. Blin, Luca de Vleeschauwer (Yamaha), Luca Göttlicher (MV Agusta) und Lennox Lehmann (Yamaha) bildeten zunächst die Verfolgergruppe. Als „Lucky Luc“ auf Rang drei vorgerückt war, bekam de Vleeschauwer bei einem Überholversuch allerdings eine harte, aber herzliche Abfuhr.

Im letzten Renndrittel verschoben sich die Verhältnisse. De Vleeschauwer und Lehmann fielen zurück, während sich Göttlicher an einem Manöver gegen Blin versuchte. Der Mut des 19-jährigen MV Agusta-Fahrers war zu groß. Er stürzte, stand wieder, fuhr weiter und kam noch als Neunter ins Ziel. Das Intermezzo brachte Lehmann auf den dritten Platz.

Weiter hinten gab es ebenfalls reichlich Action. Freddie Heinrich, einziger Kawasaki-Fahrer im Feld, hatte sich nach harten Kämpfen aus den Klauen von Max Stauffer (Yamaha) und den Honda-Teamkollegen Julius Caesar Rörig und Julius Ahrenkiel-Frellsen befreit und wurde Siebter.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek