Sonntag, 27. September 2026

Euro Moto Superbike: 0,5 Punkte machen Tulovic zum Champion

Gold auf dem Helm, Gold auf dem T-Shirt. Das Team Triple M Racing Ducati Frankfurt
hatte alle Zutaten für die Titelverteidigung vorbereitet.
Foto: Michael Praschak

Es ist vollbracht. Anders als erwartet hat Lukas Tulovic auf der Ducati Panigale V4R den Titel in der Fuchs Silkolene EURO MOTO Superbike verteidigt. Der Baden-Württemberger fuhr im ersten Rennen beim großen Finale in Hockenheim nichts aufs Podium, sondern wurde Fünfter. Die Pokale räumten andere ab: Markus Reiterberger (BMW) gewann vor Marcel Schrötter (BMW) und Florian Alt (Honda).

Schrötter kam blendend am Start weg und übernahm die Führung im Rennen. Der Rookie mit WM-Erfahrung vom Team GERT56 war der einzige Rivale, der Tulovic den Titel noch hätte streitig machen können. Mehr als die Spitze zu übernehmen, konnte er aber nicht machen. Alles andere hing von der Ducati mit der Nummer „1“ ab. Eines war klar: Fährt Tulo von der neunten Startposition aus aufs Podest, ist der Kuchen gegessen und er ist vorzeitig Meister. Es kam ganz anders.

Nach zwei Runden hatten sich Schrötter, Reiterberger, Jan-Ole Jähnig (BMW), Florian Alt, Toni Finsterbusch (BMW), Leon Orgis (BMW) und Tulovic nacheinander aufgereiht. Nur wenig später sprengte Alt das BMW-Trio und zeigte sich auf der dritten Position. Mit seiner Honda Fireblade war er noch schneller als Training. Es war ziemlich klar, dass er die rote Honda mit der Startnummer “66“ mit allen Ehren und einem Podiumsplatz in den Ruhestand schicken will. Im nächsten Jahr gibt es neues Modell.

Zu diesem Zeitpunkt fehlten bereits vier Fahrer. Kevin Orgis (BMW) und Hannes Soomer (BMW) waren in der Startphase gestürzt. Milan Merckelbagh (BMW) und Balint Kovács (Ducati) kamen aus den nachfolgenden Runden nicht zurück. Tulovic dagegen blieb sitzen. Und das war an diesem Nachmittag vielleicht seine wichtigste Leistung.

Der erwartete Express-Durchlauf von Tulovic blieb stecken. Ein kleines, aber feines Top-Feld zeigte die Qualität der verblieben Fahrer, die sich nicht so einfach bezwingen ließen. Und nicht zuletzt hatte der Titelverteididiger den Rechenschieber im Kopf und er musste das bestehende Risiko etwaiger Auseinandersetzungen kontrollieren.

Aus eigener Kraft ging es irgendwann nicht mehr nach von, aber die Stürze von Martin Vugrinec (BMW) und Toni Finsterbusch erwiesen sich doch als Vorteil. Finsterbusch hatte es im Kampf mit Florian Alt übertrieben und war mit einem Vorderradrutscher von der Strecke geschlittert. Er konnte weiterfahren, kehrte aber erst hinter Tulovic ins Feld zurück.

Dem alten und neuen Meister reichte der fünfte Platz, um zum zweiten Mal Internationaler Deutscher Superbike-Meister zu werden. Er war sitzengeblieben. Das vorletzte Rennen einer verrückten Saison brachte also die Entscheidung. Schrötter kann ihn in der Gesamtwertung nicht mehr einholen. Nach der Zieldurchfahrt gab es für Tulovic kein Halten mehr. Die Tränen unter dem Helm ließen sich nicht zurückhalten. Er sagte: „Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich.“

Schrötter wurde am Ende von Reiterberger besiegt, der das Wochenende als eines der besten in der Saison bezeichnete. Zunächst hatte er nicht geglaubt, an Schrötter vorbeizukommen. „Marcel war stark. Ich dachte, ich habe gegen ihn keine Chance. Es tut mir leid, dass ich mit meinem Sieg jetzt die Tür für Marcel zugeschlagen habe, was den Titelkampf betrifft, aber wir sind Rennfahrer und wollen gewinnen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Supersport: Geiger siegt und ist der Meistershaft nah

Dirk Geiger hat die Meisterschachaft fast in der Tasche
Foto: Jens Hawrda

Bei Dirk Geiger passt eigentlich alles. Pole Position und Sieg im ersten Rennen der EURO MOTO Supersport in Hockenheim. Ihn trennen jetzt 32 Punkte von seinem Verfolger Daniel Blin. Rein rechnerisch könnte der Yamaha-Fahrer den Meistertitel bereits feiern. Macht er aber noch nicht.

Der Grund sitzt in Oschersleben. Ein Protest aus dem dortigen Rennen ist noch nicht endgültig geklärt. Sollte Blin (Ducati) seine aberkannten Punkte in der Berufung zurückbekommen, wäre Geigers aktueller Vorsprung plötzlich zu klein. Also verschiebt der 24-Jährige die Meisterfeier lieber noch. Erst sollen alle Zweifel beseitigt sein, bevor es in den Party-Modus geht.

Sportlich ließ Geiger heute keine Fragen offen. Der Mannheimer war nicht zu bremsen und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. 3,769 Sekunden betrug sein Vorsprung auf Blin im Ziel. „Der Speed von Dirk war heute auf einem komplett anderen Level“, musste sein einzig verbliebener Titelrivale anerkennen.

Geiger weiß allerdings auch, wem er das zu verdanken hat. Nach dem Rennen bedankte sich der Yamaha-YZF-R9-Fahrer brav bei seinem Apreco-Team und bei Yamaha Deutschland. Morgen soll auf seiner Heimstrecke der nächste Sieg folgen – und damit möglichst auch der endgültige Haken hinter der Meisterschaft.

Hinter Geiger ging es deutlich turbulenter zu. Blin, Luca de Vleeschauwer (Yamaha), Luca Göttlicher (MV Agusta) und Lennox Lehmann (Yamaha) bildeten zunächst die Verfolgergruppe. Als „Lucky Luc“ auf Rang drei vorgerückt war, bekam de Vleeschauwer bei einem Überholversuch allerdings eine harte, aber herzliche Abfuhr.

Im letzten Renndrittel verschoben sich die Verhältnisse. De Vleeschauwer und Lehmann fielen zurück, während sich Göttlicher an einem Manöver gegen Blin versuchte. Der Mut des 19-jährigen MV Agusta-Fahrers war zu groß. Er stürzte, stand wieder, fuhr weiter und kam noch als Neunter ins Ziel. Das Intermezzo brachte Lehmann auf den dritten Platz.

Weiter hinten gab es ebenfalls reichlich Action. Freddie Heinrich, einziger Kawasaki-Fahrer im Feld, hatte sich nach harten Kämpfen aus den Klauen von Max Stauffer (Yamaha) und den Honda-Teamkollegen Julius Caesar Rörig und Julius Ahrenkiel-Frellsen befreit und wurde Siebter.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Samstag, 26. September 2026

Euro Moto Superbike: Reiterberger auf Pole und Entsetzen bei Ducati

Markus Reiterberger fährt am Hockenheimring auf Pole
Foto: Jens Hawrda

Der frischgebackene Langstrecken-Weltmeister legt beim EURO MOTO Superbike-Finale in Hockenheim gleich nach: Markus Reiterberger startet von der Pole Position in die beiden Sonntagsrennen. Der BMW-Pilot aus Obing setzte sich in der Superpole 2 mit 1:24,198 Minuten an die Spitze und verwies Marcel Schrötter (BMW) um 0,144 Sekunden auf Platz zwei. Titelverteidiger Lukas Tulovic (Ducati) erwischte es dagegen kalt: Disqualifikation.

Für Schrötter ist die zweite Startposition mehr als nur eine gute Ausgangslage. Der BMW-Fahrer hält damit seine Titelchance am Leben. 34,5 Punkte liegt er hinter Tulovic, der seinen Vorsprung allerdings erst einmal ins Ziel bringen muss.

Der Ducati-Fahrer stürzte in der Superpole 2, schaffte es anschließend aber noch aus eigener Kraft zurück an die Box, um mit der Panigale V4R nach einem Reifenwechsel nochmals durchzustarten. Mehr als Startplatz sechs war nach dem Zwischenfall nicht drin. Nach der Session erfolgte die Disqualifikation. Tulovic hatte die Ducati 106 Umdrehungen pro Minute über dem zulässigen Drehzallimit bewegt. Erlaubt sind maximal 15.600/min. Eine Toleranz wird nicht eingeräumt.

Das Ergebnis der Superpole 2 wurde Tulovic demzufolge gestrichen und er wurde ans Ende des Superpole 2-Feldes gesetzt. Der Baden-Württemberger startet somit von Platz neun.

Tulos Vorsprung in der Meisterschaft ist sehr komfortabel, aber jetzt ist ein Druck entstanden, dem das Nervenkostüm des 26-Jährigen standhalten muss. Der Titel liegt nicht mehr auf dem Silbertablett.

Nur Tulovic, Schrötter, Jan-Ole Jähnig (BMW) und Milan Merckelbagh (BMW) sind bisher in allen Rennen ins Ziel gekommen und haben auch gepunktet. Jähnig steht dieses Jahr zum zweiten Mal in der ersten Startreihe und kämpft um den ersten Podiumsplatz in der Saison. Merckelbagh hat hingegen wenig Freude an seiner Position. Der Niederländer startet vom vorletzten Platz neben Tulovic.

Florian Alt nimmt als einziger Honda-Fahrer im Feld den vierten Startplatz ein. Nach den Nürburgring-Rennen war der dritte Performance-Checkpoint der Saison erreicht. Für Honda wurde nach der Analyse der Daten die Verwendung eines Kit-Nockenwellensets freigegeben, um in Hockenheim konkurrenzfähig zu sein. Teamchef Jens Holzhauer verzichtete auf das Angebot: „In der Kürze war das nicht umsetzbar.“

Hannes Soomer (BMW), Leon Orgis (BMW) und Balint Kovács (Ducati) hatten sich über die Superpole 1 für den Kampf um die besten Startplätze qualifiziert. Sie stehen geschlossen in der dritten Reihe.

Vielversprechend verläuft die Zusammenarbeit zwischen BCC-Teamchef Andreas Gerlich und Gastfahrer Martin Vugrinec (BMW). Aus der kurzzeitigen Affäre könnte 2027 eine permanente Verbindung entstehen. Die ersten Gespräche haben stattgefunden.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Sportbike: Bijman siegt und vertagt die Titelentscheidung

Ruben Bijman (Team Freudenberg Paligo Racing) 
Foto: Jens Hawrda

Ruben Bijman (Freudenberg Paligo Racing) hält den Titelkampf in der EURO MOTO Sportbike bis zum letzten Rennen der Saison offen. Der Niederländer gewann am Samstag das erste Rennen in Hockenheim vor seinem Teamkollegen und Meisterschaftsleader Stepan Zuda. Tobias Kitzbichler komplettierte das Podium. Vor dem großen Finale am Sonntag trennen Zuda und Bijman noch 23 Punkte.

Dabei erwischte zunächst Zuda den besseren Start. Von Position zwei zog der Tscheche an Polesetter Bijman vorbei und bog als Führender in die erste Kurve ein. Auch Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) zog mit und setzte sich zunächst auf Rang zwei. Doch Bijman sortierte sich schnell wieder direkt hinter Zuda ein. Die beiden Titelanwärter legten vorne eine hohe Pace vor und zogen das Feld langsam auseinander.

Bijman dreht auf

Für Bijman war der erste Teil des Rennens anders als erwartet. Sein Plan war es, schnell vorn weg zu fahren. Jedoch hatte Zuda etwas dagegen und hielt den Niederländer auf. „Der erste Teil des Rennens war nicht einfach, da Zuda sehr stark performte. Aber ab der Rennmitte konnte weiter an meiner Pace festhalten und erlangte in führungliegend meinen Rhythmus zurück. Das Bike ist im Moment richtig stark und ich fühle mich einfach nur richtig gut darauf“, sagte Bijman.

Im letzten Renndrittel drehte der Niederländer noch einmal den Hahn auf. Zuda blieb dran, musste mit Blick auf die Meisterschaft aber auch das Risiko im Auge behalten. Nach 13 Runden gewann Bijman mit 1,512 Sekunden Vorsprung und feierte seinen vierten Saisonsieg. Mit 1:31,717 Minuten fuhr er außerdem die schnellste Rennrunde.

Zuda nimmt wichtige Punkte mit

Zuda hatte zunächst versucht, das Rennen von vorne zu kontrollieren. Als die Reifen nachließen, wollte er jedoch nicht alles auf eine Karte setzen. „Ich wollte von Anfang an vorne bleiben und schauen, ob ich die Pace halten kann. Als die Reifen nachließen, wurde mir das Risiko irgendwann zu groß. Danach ging es darum, meine Pace zu halten und keinen unnötigen Fehler zu machen. Natürlich habe ich trotzdem gehofft, dass Ruben vielleicht noch einen Fehler macht“, erklärte Zuda. Mit Rang zwei zeigte sich der Tscheche zufrieden. Den Podestplatz widmete er seinem verstorbenen besten Freund Troy Beinlich. Vor dem letzten Saisonrennen am Sonntag führt Zuda die Meisterschaft nun mit 23 Punkten Vorsprung auf Bijman an.

Kitzbichler kämpft mit losem Visier

Kitzbichler hielt sich auf Rang drei und musste sich dabei nicht nur gegen Tom Kuil (RT Motorsports) wehren. Starker Wind und ein loses Visier machten ihm das Leben zusätzlich schwer. „Es war durch den Wind ein schwieriges Rennen. Mein Visier ist nicht richtig eingerastet gewesen, weshalb er offen stand. Dadurch konnte ich teilweise kaum richtig sehen. In der letzten Runde habe ich noch einmal alles gegeben und sogar meine beste Zeit gefahren. Ich bin sehr glücklich über den dritten Platz“, sagte der Österreicher.

Mit 1:31,724 Minuten gelang ihm tatsächlich in der letzten Runde seine persönliche Bestzeit. Kuil folgte knapp dahinter auf Rang vier. Daniel Mogeda (RT Motorsports Honda) brachte die Honda CBR600RR bei ihrem Testeinsatz auf Platz fünf ins Ziel.

Turbulenzen im Feld

Weiter hinten gab es mehrere Ausfälle. Jay-Jay den Hoed (Team SWPN) stürzte in Runde sechs und musste das Rennen aufgeben. Der Niederländer wurde anschließend im Medical Center untersucht und vorerst für unfit erklärt. Ob er am Sonntag wieder starten kann, ist damit zunächst offen.

In Runde neun kamen Maksymilian Palmowski (SP Race Project) und Kyano Schoo (Team SWPN) vor der Osttribüne zu Fall. Für beide war das Rennen ebenfalls beendet. Für das niederländische SWPN Team um Frank Brouwer hieß es Doppelausfall.

Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben) erhielt nach einem Frühstart zunächst eine Long Lap Penalty. Diese ignorierte er jedoch, weshalb er eine Durchfahrtsstrafe angezeigt bekam. Nachdem auch diese nicht absolviert wurde, bekam er die schwarze Flagge und wurde disqualifiziert.

Damit fällt die Entscheidung um den Sportbike Titel tatsächlich erst im allerletzten Rennen der Saison. 23 Punkte trennen Zuda und Bijman vor dem Finale am Sonntag, das um 12:20 Uhr ausgetragen wird und auch live im Stream verfolgt werden kann.

EURO MOTO Sportbike, Rennen 1

  1. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  2. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  4. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  5. Daniel MOGEDA (#G88/ESP), Honda CBR600RR
  6. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  9. Ty HENRIKSEN (#46/DNK), Aprilia RS660
  10. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS660
  11. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  12. Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DNK), Aprilia RS660

  • DNF: Kyano SCHOO (#G26/NLD), Yamaha YZF R7
  • DNF: Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  • DNF: Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
  • DNF: Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7
  • DNF: Lucas SØRENSEN (#18/DNK), Aprilia RS660
  • DQ: Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Supersport: Geiger steht schon mit einem Bein auf dem Podium

Dirk Geiger, Yamaha #60
Foto: Jens Hawrda

Er hat es wieder getan, obwohl er das erste Zeittraining ausgelassen hatte. Dirk Geiger steht im EURO MOTO Supersport-Finale in Hockenheim auf der Pole Position. Luca Göttlicher hatte es ihm gleichgetan. Die Begründung: „Zu kalt.“ Geiger wie auch Göttlicher konnten sich das Fehlen leisten. Als es im zweiten Qualifying um die Startplätze ging, waren sie zur Stelle und fuhren die schnellsten Rundenzeiten. Zwischen den beiden Spitzenreitern des Teilnehmerfeldes lagen knapp 25 Zehntelsekunden. Daniel Blin folgte mit einem Abstand von einer guten halbe Sekunde.

Für Geiger (Team Apreco-Yamaha) geht es heute allerdings um weit mehr als um den nächsten Sieg. Der 24-Jährige kann bereits im ersten Supersport-Rennen des Hockenheim-Finales den Titel klarmachen. Zwischen dem Favoriten und seinem einzig verbliebenen Rivalen Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) liegen in der Gesamtwertung 27 Punkte. Wenn sich Geiger keinen groben Patzer leistet und die Technik hält, hat der Mannheimer den Pokal heute im Kasten. Blin hofft dagegen, dass sich das Blatt noch zu seinen Gunsten wendet.

Während bei dem 24-jährigen Geiger die Gewissheit herrscht, dass er 2027 mit Yamaha in die Superbike-Klasse aufsteigt, ist die Lage bei Luca Göttlicher (LJ Racing) noch unübersichtlich und der 19-Jährige ist unentschlossen. Einerseits will er mit MV Agusta weitermachen, andererseits steht er unter Beobachtung bei Ducati-Teams. „Ich möchte dort fahren, wo der Weg in Richtung Weltmeisterschaft eingeschlagen wird“, setzt Göttlicher die Prioritäten – und zuvor noch am liebsten den ersten Saisonsieg nach Hause fahren.

Für Lennox Lehmann (Team Apreco-Yamaha) ging es nach der Führung im ersten Qualifying zurück auf Platz 5. Sein Optimismus wurde auch noch durch den schnelleren Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) eingebremst.

Teamchef Thomas Eder betätigt sich in Hockenheim als Gastfahrer. Für ihn ist an diesem Wochenende nicht nur die EURO MOTO Supersport-Saison zu Ende. Die beiden Rennen auf der Ducati Panigale V2 sind auch ein ganz persönliches Finale für Eder. Der Bayer sperrt sein Team zu. Die Tschechen Peter und Filip Feigl sowie Jorke Erwig gehen bereits in die Spur, um 2027 woanders andocken zu können.

Die Gastfahrer Maximilian Kofler (Ducati) und Max Enderlein (MV Agusta) stehen auf den Startplätzen 6 und 12. Der Österreicher war schon auf den Nürburgring mitgefahren. Der Sachse gab dagegen nach zwei Jahren Abstinenz sein Comeback im Rennsport und in der völlig abgeschirmten Box wurde ständig geschraubt. Im freien Training war der dreifache Supersport-Meister gestürzt.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek