Samstag, 26. September 2026

Euro Moto Supersport: Geiger steht schon mit einem Bein auf dem Podium

Dirk Geiger, Yamaha #60
Foto: Jens Hawrda

Er hat es wieder getan, obwohl er das erste Zeittraining ausgelassen hatte. Dirk Geiger steht im EURO MOTO Supersport-Finale in Hockenheim auf der Pole Position. Luca Göttlicher hatte es ihm gleichgetan. Die Begründung: „Zu kalt.“ Geiger wie auch Göttlicher konnten sich das Fehlen leisten. Als es im zweiten Qualifying um die Startplätze ging, waren sie zur Stelle und fuhren die schnellsten Rundenzeiten. Zwischen den beiden Spitzenreitern des Teilnehmerfeldes lagen knapp 25 Zehntelsekunden. Daniel Blin folgte mit einem Abstand von einer guten halbe Sekunde.

Für Geiger (Team Apreco-Yamaha) geht es heute allerdings um weit mehr als um den nächsten Sieg. Der 24-Jährige kann bereits im ersten Supersport-Rennen des Hockenheim-Finales den Titel klarmachen. Zwischen dem Favoriten und seinem einzig verbliebenen Rivalen Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) liegen in der Gesamtwertung 27 Punkte. Wenn sich Geiger keinen groben Patzer leistet und die Technik hält, hat der Mannheimer den Pokal heute im Kasten. Blin hofft dagegen, dass sich das Blatt noch zu seinen Gunsten wendet.

Während bei dem 24-jährigen Geiger die Gewissheit herrscht, dass er 2027 mit Yamaha in die Superbike-Klasse aufsteigt, ist die Lage bei Luca Göttlicher (LJ Racing) noch unübersichtlich und der 19-Jährige ist unentschlossen. Einerseits will er mit MV Agusta weitermachen, andererseits steht er unter Beobachtung bei Ducati-Teams. „Ich möchte dort fahren, wo der Weg in Richtung Weltmeisterschaft eingeschlagen wird“, setzt Göttlicher die Prioritäten – und zuvor noch am liebsten den ersten Saisonsieg nach Hause fahren.

Für Lennox Lehmann (Team Apreco-Yamaha) ging es nach der Führung im ersten Qualifying zurück auf Platz 5. Sein Optimismus wurde auch noch durch den schnelleren Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) eingebremst.

Teamchef Thomas Eder betätigt sich in Hockenheim als Gastfahrer. Für ihn ist an diesem Wochenende nicht nur die EURO MOTO Supersport-Saison zu Ende. Die beiden Rennen auf der Ducati Panigale V2 sind auch ein ganz persönliches Finale für Eder. Der Bayer sperrt sein Team zu. Die Tschechen Peter und Filip Feigl sowie Jorke Erwig gehen bereits in die Spur, um 2027 woanders andocken zu können.

Die Gastfahrer Maximilian Kofler (Ducati) und Max Enderlein (MV Agusta) stehen auf den Startplätzen 6 und 12. Der Österreicher war schon auf den Nürburgring mitgefahren. Der Sachse gab dagegen nach zwei Jahren Abstinenz sein Comeback im Rennsport und in der völlig abgeschirmten Box wurde ständig geschraubt. Im freien Training war der dreifache Supersport-Meister gestürzt.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Sportbike: Bijman holt Pole und erhöht den Druck auf Zuda

Ruben Bijaman, Triumph Daytona 660 #17
Foto: Jens Hawrda

Ruben Bijman (Freudenberg Paligo Racing) macht beim Saisonfinale der EURO MOTO Sportbike am Hockenheimring genau dort weiter, wo er am Nürburgring aufgehört hat. Der Niederländer sicherte sich mit 1:31,228 Minuten die Pole Position für das erste Rennen am Samstagnachmittag um 15:55 Uhr. Direkt neben ihm startet Meisterschaftsleader Stepan Zuda. Für Spannung im Titelkampf ist damit gesorgt.

Bijman hatte bereits am Freitag mit der Bestzeit in den freien Trainings und Rang eins im ersten Qualifying vorgelegt. Im zweiten Qualifying am Samstag steigerte er sich noch einmal auf 1:31,228 Minuten. Zuda folgte mit 1:31,794 Minuten auf Rang zwei. Daniel Mogeda blieb mit seiner Zeit von 1:31,982 Minuten aus Q1 auf Position drei. Nur fünf Tausendstelsekunden dahinter landete Tobias Kitzbichler mit 1:31,987 Minuten auf Startplatz vier.

Bijman will die Pace hochhalten

Nach seinem Doppelsieg am Nürburgring liegt Bijman vor dem Finale noch 28 Punkte hinter Zuda und kann angreifen. Auf dem Motorrad fühlt er sich derzeit stark und auch im Kopf stimmt für ihn alles.

„Ich fühle mich einfach gut und stark auf dem Bike. Im Moment läuft alles und ich bin frei im Kopf. Ich kann mich voll aufs Fahren konzentrieren“, sagt Bijman. In den Rennen möchte er die Pace so hoch halten, dass seine Gegner entscheiden müssen, wie viel Risiko sie mitgehen wollen. Das gilt vor allem für Zuda.

Für Stepan Zuda (Freudenberg Paligo Racing) ist die Situation schwieriger. Er führt die Meisterschaft an, kann sich im Titelkampf aber kaum einen Fehler erlauben. Während seine Verfolger alles auf eine Karte setzen können, muss er genau abwägen, welches Risiko er mitgeht.

Mogeda stellt Honda in die erste Reihe

Daniel Mogeda (RT Motorsports) sorgte mit Startplatz drei für eine weitere starke Vorstellung. Der Gaststarter fährt an diesem Wochenende erstmals die Honda CBR600RR. Seine 1:31,982 Minuten aus Q1 reichten direkt für die erste Startreihe.

Eigentlich geht es für RT Motorsports an diesem Wochenende vor allem darum, Erfahrungen mit der Honda zu sammeln. Nach den bisherigen Zeiten ist für Mogeda aber auch sportlich einiges drin.

Kitzbichler stürzt erneut

Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) möchte seine starke Debütsaison unbedingt mit einem guten Ergebnis abschließen und macht sich dabei vielleicht etwas zu viel Druck. Bereits am Freitag kam er zu Sturz.

In der letzten Minute des zweiten Qualifyings erwischte es den Österreicher erneut. Anschließend musste er zur Kontrolle ins Medical Center. Seine 1:31,987 Minuten reichten dennoch für Startplatz vier. Nur fünf Tausendstelsekunden fehlten auf Mogeda.

Siebdrath kämpft sich zurück

Auch Mika Siebdrath (Freudenberg Paligo Racing) stürzte in der ersten Hälfte des zweiten Qualifyings. Er konnte seine Triumph selbst zurück an die Box bringen, wo die Crew das Motorrad wieder fit machte.

Siebdrath ging noch einmal auf die Strecke und steigerte sich auf 1:32,493 Minuten. Damit startet er von Position sieben.

Vor ihm stehen Tom Kuil (RT Motorsports) auf Rang fünf und Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) auf Rang sechs. Dahinter folgen Gaststarter Kyano Schoo (Team SWPN), Alexander Weizel (Weizel Racing Team) und Ty Henriksen (Nordic Vikings). Luis Rammerstorfer, der an diesem Wochenende kurzfristig für RT Motorsports fährt, startet von Position 16.

Um 15:55 Uhr wird es ernst. Bijman hat mit der Pole vorgelegt, während Zuda direkt neben ihm nicht nur das Rennen, sondern auch den Titel im Blick behalten muss.

EURO MOTO Sportbike, Ergebnis Qualifyings

  1. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  2. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  3. Daniel MOGEDA (#G88/ESP), Honda CBR600RR
  4. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  5. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  8. Kyano SCHOO (#G26/NLD), Yamaha YZF R7
  9. Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
  10. Ty HENRIKSEN (#46/DNK), Aprilia RS660
  11. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  12. Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7
  13. Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
  14. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  15. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS660
  16. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  17. Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DNK), Aprilia RS660
  18. Lucas SØRENSEN (#18/DNK), Aprilia RS660

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Sportbike: RT Motorsports testet Honda in Hockenheim

Daniel Mogeda und RT Motorsports sammeln beim Saisonfinale in Hockenheim die ersten   
Kilometer auf der Honda CBR600RR in der EURO MOTO Sportbike-Klasse.
Foto: Michael Praschak

Beim Saisonfinale der EURO MOTO Sportbike am Hockenheimring gibt es in der Box von RT Motorsports gleich mehrere Neuheiten. Mit Gaststarter Daniel Mogeda bringt das Team an diesem Wochenende erstmals eine Honda CBR600RR in der Sportbike Klasse an den Start. Für Teammanager Rob Vennegoor ist der Einsatz vor allem eines: ein Test mit Blick in die Zukunft.

Die Verbindung zu Honda ist nicht ganz neu. Vennegoor steht bereits seit dem vergangenen Jahr mit dem Hersteller in Kontakt. Für 2027 möchte er mit RT Motorsports gerne wieder den Weg in die Weltmeisterschaft einschlagen. Ob das tatsächlich klappt und ob Honda dabei eine Rolle spielen wird, ist aktuell noch offen. Gleichzeitig will Vennegoor weiterhin in der EURO MOTO an den Start gehen. Auch hier könnte Honda eine Option sein.

Erst testen, dann vielleicht aufs Podium

In Hockenheim geht es deshalb zunächst darum, Erfahrungen mit der CBR600RR zu sammeln und das Motorrad unter Rennbedingungen kennenzulernen. Nach den ersten freien Trainings darf der Blick aber durchaus schon ein kleines Stück weiter nach vorne gehen. „Das Ziel für dieses Wochenende ist eigentlich erst einmal nur, das Motorrad zu testen und Erfahrungen zu sammeln. Nach den ersten freien Trainings sieht es aber gar nicht schlecht aus und vielleicht haben wir sogar eine Chance auf das Podium. Wenn die Möglichkeit da ist, warum sollten wir sie nicht mitnehmen?“, sagt Vennegoor.

Mit dem 21-Jährigen Daniel Mogeda hat RT Motorsports für den Test einen Fahrer an Bord, der die Sportbike-Klasse bereits aus der Weltmeisterschaft kennt. Dort war der Spanier auf einer Kawasaki in der Supersport 300-Klasse erfolgreich unterwegs. Entsprechend groß ist für ihn die Umstellung auf die Honda. „Die Honda fährt sich ganz anders als die Kawasaki. Ich muss meinen Fahrstil neu anpassen und mich erst auf das Motorrad einstellen. Aber sie läuft gut und lässt sich gut fahren“, beschreibt Mogeda seine ersten Eindrücke.

Damit steht für RT Motorsports an diesem Wochenende zunächst das Sammeln von Daten und Erfahrungen im Vordergrund. Was daraus für 2027 wird, ist noch völlig offen. 

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Superbike: Große Party und ein Eintrag ins Goldene Buch

Held in Obing. Markus Reiterberger wurde nach dem
Gewinn des Weltmeistertitel auf der Langstrecke ausgiebig gefeiert.
Foto: Markus Reiterberger

Ein ganzes Dorf feiert Markus Reiterberger. In der Gemeinde Obing herrschte am Dienstag der Ausnahmezustand. 50 Jahre nach dem Erfolg von Seitenwagen-Legende Sepp Huber hat die bayrische Gemeinde erneut einen Weltmeister zu feiern: Markus Reiterberger. Vor knapp einer Woche holte der 32-Jährige mit dem BMW Motorrad World Endurance Team den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft.

Die Begeisterung auf dem Rathausplatz war gigantisch. Raketen stiegen in die Luft, das Bier ist geflossen, zur Live-Musik wurde abgebrockt. Als Reiterberger vom 24-Stunden-Rennen im französischen Le Castellet nach Hause kam, gab es für die Fans im 5000-Seelen-Ort kein Halten mehr. Für Ex-Rennfahrer Adi Stadler war es eine Ehrensache, den Champion persönlich durch den Ort zu chauffieren – stilvoll im Wehrmachtsgespann auf der Basis einer BMW R75, Baujahr 1942.

Eintrag ins Goldene Buch

Die Motorradfahrergemeinschaft Obing (MFG), sein Fanclub und hunderte Einwohner bereiteten dem 32-Jährigen einen Empfang, der einmal mehr zeigte, welchen Stellenwert der Motorradrennsport in seiner Heimat genießt. Vor allem: Bei der Feier durfte sich der frischgebackene Weltmeister auch im Goldenen Buch der Gemeinde verewigen.

Zum EURO MOTO-Finale nach Hockenheim ist der Fanclub von Reiti in einer Stärke von 30 Personen angereist. Die Logistik steht. Die Steiner Brauerei spendiert die Gertränke für den Ausflug, die Tankstelle in Obing den Sprit und die örtliche Bäckerei das Essen. Die Fans müssen gestärkt sein. Mit etwas Glück kann Reiterberger am Sonntag noch auf den dritten Platz in der Gesamwertung der EURO MOTO Superbike nach vorn rücken. Nach dem WM-Titel wäre das zwar nur noch die Zugabe – aber Obing hat ja offenbar eine gesunde Feierlaune.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Euro Moto Superbike: Jan Mohr gibt Rücktritt bekannt

Jahn Mohr #5 bestreitet am Hockenheimring sein letztes Rennwohenende
Foto: Jens Hawrda

Jan Mohr bestreitet beim großen Hockenheim-Finale seine letzten beiden Superbike-Rennen in der EURO MOTO. Der Österreicher vom Team Masteroil Alpha Van Zon BMW hat seinen Rücktritt bekanntgegeben.

„Ich habe viele Jahre versucht, in diesem Sport nach vorne zu kommen und ich muss erkennen, dass ich das Vorhaben nicht umsetzen kann“, erklärt Mohr seine Entscheidung. „Ich habe ein tolles Team hinter mir, ein gutes Motorrad und zum Glück keine Verletzungen gehabt in der laufenden Saison. Trotzdem bin ich weit weg von den Resultaten, die ich mir als Ziel gesteckt habe.“

Neun Jahre ist Jan Mohr in der Superbike-Klasse gefahren. Entweder auf BMW oder Yamaha. Highlight ist bis heute sein zweiter Platz auf dem Lausitzring im Jahr 2022.

In derselben Saison erlebte er aber auch den wohl schwierigsten Moment seiner Karriere. Im Juli stürzte er auf dem Schleizer Dreieck bei rund 250 km/h schwer. Damals war sogar offen, ob der heute 28-Jährige überhaupt noch einmal Rennen fahren würde. Er kämpfte sich zurück. Sein Bruder Ken hielt diesen harten Weg zurück an die Rennstrecke sogar in einem emotionalen Dokumentarfilm fest.

In der laufenden Saison war Mohr der einzige Österreicher in der höchsten EURO MOTO-Klasse – mit Ergebnisse, die seinen Ansprüchen nicht genügten. „Der Level in der Klasse liegt extrem hoch und es besteht kaum eine Chance, weiter nach vorne zu kommen. Ich bin schneller geworden, aber es reicht nicht“, sagt Mohr. Sieben Top-Ten-Plätze in zwölf Rennen, aber keiner davon in Podiumsnähe, stellen ihn nicht zufrieden.

Nun stehen noch zwei Rennen aus. Und die will der Österreicher aus Hohenems genießen: „Jetzt freue ich mich darauf, in Hockenheim noch einmal gemeinsam zu feiern und alles zu geben, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erreichen.“ Nach dem letzten Rennen möchte sich Mohr in der Sachs-Kurve von seinen Fans verabschieden.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek