Dienstag, 18. August 2026

Emil Frey Racing feiert mit Matteo Cairoli dritten DTM Saisonsieg

Der Nürburgring bescherte Emil Frey Racing beim sechsten Lauf der DTM-Saison 2026 ein Wochenende zwischen Triumph und verpasster Chance. Während Matteo Cairoli am Samstag mit einer makellosen Vorstellung seinen dritten Saisonsieg feierte, verhinderte am Sonntag ein technisches Problem beim Boxenstopp, was ein weiterer Sieg hätte werden können.

Matteo Cairoli, Ferrari #14
Foto: Jens Hawrda

Rennen 1 – Samstag, 15. August 2026

Im Qualifying zum ersten Rennen am Nürburgring zeigte Matteo Cairoli eine bärenstarke Runde und sicherte sich die Pole Position mit einem Vorsprung von nur 0,036 Sekunden auf Thomas Preining im #91 Porsche. Teamkollege Thierry Vermeulen startete von Platz 14.

Matteo Cairoli behauptete beim Start souverän die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo und baute seinen Vorsprung auf Thomas Preining in den ersten Runden auf 3,25 Sekunden aus. Thierry Vermeulen arbeitete sich derweil kontinuierlich nach vorne und hatte sich vor dem Boxenstoppfenster bereits bis auf Platz 11 vorgearbeitet.

Als das Boxenstoppfenster öffnete, war Thierry Vermeulen einer der Ersten an der Box und wurde in guten 6,3 Sekunden abgefertigt. Matteo Cairoli kam zur Rennhalbzeit an die Box und kehrte nach einem Stopp von 6,2 Sekunden wieder auf die Strecke zurück. Thomas Preining stoppte ebenfalls in 6,2 Sekunden, war aber vor Matteo Cairoli an der Box gewesen. Dennoch behauptete der Italiener nach Abschluss der Stoppserie die Führung im #14 Ferrari 296 GT3 Evo, auch wenn Thomas Preining mit bereits aufgewärmten Reifen zunächst schneller unterwegs war als Matteo Cairoli auf noch kalten Gummis. Thierry Vermeulen setzte nach seinem Stopp auf frischen Reifen seine persönliche Bestzeit und klassierte sich auf Platz 13.

Matteo Cairoli hielt dem Druck stand, baute seinen Vorsprung auf 2,2 Sekunden aus und legte zudem die schnellste Rennrunde vor. Als der letzte Konkurrent schliesslich an die Box kam, führte Matteo Cairoli mit komfortablem Vorsprung von über sieben Sekunden. In der Schlussphase kämpfte Thierry Vermeulen mit Bastian Buus im #29 Porsche um Platz 11, verlor jedoch in der Anfahrt zur ersten Kurve die Position und belegte Rang 12. Was dann folgte, war schlicht unnötig: Christian Engelhart manövrierte den #19 Lamborghini in der allerletzten Schikane in den unschuldigen Thierry Vermeulen im #69 Ferrari und schickte den Niederländer ins Kiesbett. Ein vermeidbares Manöver in der letzten Runde, das Thierry Vermeulen wichtige Punkte kostete und auch in der Teamwertung Schaden anrichtete.

Matteo Cairoli fuhr derweil mit knapp zehn Sekunden Vorsprung einen souveränen Start-Ziel-Sieg heraus und feierte seinen dritten Saisonsieg. Zu Recht wurde er anschliessend zum Driver of the Day gekürt.

Rennen 2 – Sonntag, 16. August 2026

Nach seinem souveränen Sieg am Samstag ging Matteo Cairoli im #14 Ferrari 296 GT3 Evo von Startplatz 3 ins zweite Rennen, allerdings mit 20 Kilogramm Erfolgsballast an Bord. Teamkollege Thierry Vermeulen startete vom 17. Platz aus.

Thierry Vermeulen erwischte einen starken Start und arbeitete sich sofort nach vorne. Als kurz darauf Maro Engel, Kevin van der Linde und Luca Auer in einem Unfall verwickelt wurden, profitierte der Niederländer und verbesserte sich bis auf Platz 11. Das Safety Car wurde eingesetzt und dadurch die Renndistanz auf 55 Minuten plus drei Runden neu festgelegt. Matteo Cairoli behauptete währenddessen seinen dritten Platz. Beim Restart blieb der Italiener auf Position 3, während Thierry Vermeulen in Runde 4 Mirko Bortolotti im #63 Lamborghini überholte und sich auf Platz 10 schob. Kurz darauf fiel er wieder auf Rang 11 zurück.

Thierry Vermeulen kam als Erster an die Box und wurde in 7,3 Sekunden abgefertigt. Vor Matteo Cairolis Stopp lieferten sich die Spitzenfahrer enge Kämpfe um die zweite Position. Der Italiener war einer der Letzten, der die Box ansteuerte, und kam in der letzten Minute gemeinsam mit dem führenden Jules Gounon im #48 Mercedes herein. Doch es kam zu einem Problem hinten links, der Stopp dauerte 24,8 Sekunden. Matteo Cairoli fiel dadurch auf Platz 11 zurück, Thierry Vermeulen klassierte sich zu diesem Zeitpunkt auf Rang 14. Jules Gounon erhielt zudem eine Strafe wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse, was bedeutete, dass Matteo Cairoli bei einem reibungslosen Stopp die Führung hätte übernehmen können.

In Runde 17 sorgte Ben Dörr für eine Safety-Car-Phase, nachdem sein McLaren mit einem lockeren Rad langsam zum Stillstand kam und in der ersten Kurve zum Stehen blieb. Das Rennen wurde in Runde 20 wieder freigegeben. Matteo Cairoli kämpfte sich zurück und überholte in Runde 25 sowohl den #10 als auch Ricardo Feller im #90 Porsche und verbesserte sich auf Platz 9. Thierry Vermeulen kam in Runde 27 erneut als Erster zum zweiten Stopp, abermals in 7,3 Sekunden. Matteo Cairoli folgte in Runde 28, doch der Stopp dauerte diesmal ebenso länger, da die Feder erneut Probleme bereitete.

Am Ende klassierte sich Thierry Vermeulen auf Platz 12, Matteo Cairoli auf Rang 13. Nach dem grandiosen Sieg am Samstag ein herber Rückschlag, denn mit einem problemlosen Boxenstopp wäre an diesem Sonntag ein weiterer Rennsieg für den Italiener durchaus wieder möglich gewesen.

Fahrerstimmen zum Rennwochenende am Nürburgring

Matteo Cairoli (Italien)

„Auf der einen Seite ist es ein sehr gutes Gefühl, auf der anderen Seite ist es ein sehr frustrierendes Ende zu dem Wochenende, denn das Rennen heute hatte sehr viel Potenzial. Es ist einfach sehr schade, dass das Problem beim Boxenstopp passierte. Daran trägt auch keiner Schuld, es ist einfach nur schade – aber es ist noch alles offen und wir greifen wieder am Sachsenring an.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Ein sehr schwieriges Rennen und Wochenende für mich. Auch wenn ich mit dem Auto sowohl am Samstag als auch am Sonntag zufrieden war, konnte ich nicht an Matteos Pace herankommen. Ein schwerer Unfall am Samstag hinterlies grosse Schäden am Auto. Ein grosses Dankeschön an das gesamte Team, das die ganze Nacht gearbeitet hat, denn ohne diesen Einsatz wäre ein Start am Sonntag nicht möglich gewesen. Wir müssen nun analysieren, warum die Pace bei mir nicht vorhanden war."


Montag, 17. August 2026

EuroMoto Superbike: Smits krönt das Wochenende mit dem zweiten Sieg

Twan Smits war auch im zweiten EURO MOTO Superbike-Rennen in Assen nicht zu schlagen. Der Yamaha-Pilot feierte auf seiner Heimstrecke den zweiten Sieg des Wochenendes. Marcel Schrötter wurde Zweiter, Lukas Tulovic komplettierte das Podium. Für Markus Reiterberger platzten dagegen die Siegambitionen im Kiesbett.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Schrötter hatte nach dem Qualifying zu den Podiumskandidaten gezählt. Mit dem Ausgang des ersten Rennens auf dem TT Circuit war der GERT56-Pilot allerdings nicht zufrieden gewesen. Platz zwei im zweiten Lauf war deshalb ein Schritt nach vorn – ganz glücklich war Schrötter damit trotzdem nicht.

Der Reihe nach. Smits zeigte sich nach dem Start schnell in Führung. Florian Alt preschte munter von der zehnten Position auf den vierten Platz nach vorne. Dabei presste er sich innen auf der letzten Rille an Schrötter vorbei.

In Runde zwei war das komplette Quartett der Motorradhersteller aus der EURO MOTO Superbike auf den ersten vier Plätzen vertreten: Twan Smits auf Yamaha vor Markus Reiterberger auf BMW, Lukas Tulovic auf Ducati und Florian Alt auf Honda.

In der achten Runde knöpfte Schrötter seinem Honda-Rivalen Alt die vierte Position ab. Jan-Ole Jähnig hatte dahinter einen Logenplatz, um das Battle der Beiden zu beobachten.

Währenddessen überschlugen sich an der Spitze die Ereignisse. Reiterberger klebte am Hinterrad von Smits und suchte nach einer Möglichkeit zum Angriff. Dabei kam der vierfache Champion von der Ideallinie ab, ratterte durch den Notausgang und fuhr ohne die vorgeschriebene Verzögerung wieder auf die Strecke. Die Konsequenz: eine Long-Lap-Strafe. Sie brachte Reiti völlig aus dem Konzept. Er fuhr ins Kiesbett. Zwar konnte sich der Bayer wieder ins Feld einreihen, aber der erhoffte Sieg zerplatzte wie eine Seifenblase.

Der Ausritt sprengte die Spitzengruppe. Smits gewann das Rennen souverän mit 5,701 Sekunden Vorsprung. Marcel Schrötter überholte in der Schlussphase Lukas Tulovic, der ein technisches Problem an der Panigale V4R bekam. Florian Alt führte die nachfolgende Dreier-Gruppe mit Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig an.

Doppelsieger Twan Smits fühlte sich wie im siebten Himmel. Schrötter freute sich über den zweiten Platz, hätte ihn aber lieber im direkten Duell erkämpft: „Ich habe den zweiten Platz erreicht, aber auf diese Art und Weise hätte es nicht sein müssen. Aber natürlich nehme ich ihn mit.“

Tulovic blieb in Assen bei allen Kontaktaufnahmen außerhalb der Ducati-Box auf Abstand. In der Meisterschaft bleibt der Titelverteidiger dennoch der Mann, den es zu schlagen gilt. Mit 46,5 Punkten Vorsprung auf Schrötter führt er die Gesamtwertung weiterhin deutlich an.

EURO MOTO Superbike, Lauf 2

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

3. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

4. Florian ALT (GER/Honda)

5. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

6. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

7. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Jan MOHR (AUT/BMW)

10.Kevin ORGIS (GER/BMW)

11.Milan MERCKELBAGH (NED/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT4 Germany: Sieg und Tabellenführung für Berndt/Robinson am Nürburgring

  • Zweiter Saisonsieg für Porsche-Duo in ADAC GT4 Germany
  • Gabriele Piana/Benjamin Sylvestersson mit Platz zwei im BMW
  • Marius Schmid im Mercedes-AMG bester Rookie

Die Tagessieger Denny Berndt (li.) und Lachlan Robinson
Foto: ADAC-Motorsport

Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) sind die großen Gewinner des Sonntagsrennens der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Mit einem souverän herausgefahrenen Laufsieg übernahm das Porsche 718 Cayman GT4-Duo nicht nur die Tabellenspitze im ADAC Championat, sondern auch die Favoritenrolle für die restlichen zwei Rennwochenenden der Saison. Gabriele Piana (39/ITA) und Benjamin Sylvestersson (19/FIN, beide FK Performance Motorsport) erkämpften im BMW M4 GT4 die zweite Position. Das Podium komplettierten beim Klassiker in der Eifel Alon Gabbay (22/ISR) und Maximilian Schreyer (17/Marburg, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche.

An der Spitze des Sonntagrennens ging es wieder einmal richtig bunt zu. Zu Rennbeginn lag zunächst Pole-Setter Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4 vorne, gefolgt von Berndt im Porsche und Hudson Schwartz (17/USA, CRT) im Toyota GR Supra GT4. Doch nach rund zehn Rennminuten überholten in direkter Abfolge sowohl Berndt als auch Schwartz den Aston Martin. Dahinter beendeten Porsche-Pilot Gabbay sowie Sylvestersson im BMW die erste Rennhälfte auf den weiteren Positionen.

Die Phase der Boxenstopps brachte dann die nächsten Positionsverschiebungen. Piana, der von Sylvestersson übernommen hatte, setzte sich direkt vor Gogolloks Partner Jan Philipp Springob (25/Olpe) und konnte im Anschluss sofort auch Lucas Cartelle (18/BEL) überholen, der für Schwartz in den Toyota gestiegen war. Auch Maximilian Schreyer, der Gabbay im Porsche ersetzt hatte, fand sich nach den Stopps vor Springob wieder. Wenig später holte der junge Hesse dann auch von Cartelle die dritte Position. Cartelle musste sich im weiteren Rennverlauf schließlich noch Springob im Aston Martin geschlagen geben.

Davon unbeeindruckt blieb Berndts Partner Lachlan Robinson in der zweiten Rennhälfte unangefochten in Führung und fuhr mit einem Vorsprung von über vier Sekunden zum Sieg, der auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete. Hinter Piana/Sylvestersson, Gabbay/Schreyer sowie Gogollok/Springob reichte es für Cartelle/Schwartz am Ende nicht für Rang fünf, da in der letzten Runde auch noch der BMW von Luis Moser (18/AUT) und Luca Link (22/Günzburg, beide FK Performance Motorsport) den Toyota überholte.

Siebte wurden Roman Fellner-Feldegg (24/Landsberg am Lech) und Marek Böckmann (29/Lautersheim, beide Prosport Racing) vor ihren Mercedes-AMG-Markenkollegen Marius Schmid (18/Tengen) und Alex Connor (22/GBR, beide BWT Mücke Motorsport). Schmid konnte sich somit auch über den Triumph in der Rookie-Wertung freuen. Die Top Zehn komplettierten Oskar Dix (20/GBR) und Egor Litvinenko (21, beide Wimmer Werk Motorsport, Porsche) sowie Gianni van de Craats (20/NED) und Victor Nielsen (19/DEN, beide FK Performance Motorsport, BMW). Der Erfolg in der PRO-AM-Wertung ging an das Porsche-Duo Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (20/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport).

Stimmen nach dem Rennen

Denny Berndt – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Unser nächster Sieg in der ADAC GT4 Germany ist wirklich ein tolles Resultat. Doch da wir direkt nachhause fahren, können wir nicht großartig feiern. Sicherlich ist die Tabellenführung ein super Zwischenstand, alles kann sich aber schnell wieder ändern. Wir schauen von Rennen zu Rennen und geben unser Bestes. Der Sachsenring kann also kommen.“

Lachlan Robinson – Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Der Sieg fühlt sich richtig gut an, insbesondere da der Tag gestern nicht so endete, wie wir es gewünscht hätten. Denny hat heute wieder einen klasse Job gemacht, somit musste ich das Auto eigentlich nur noch ins Ziel bringen. Das ist mir gelungen.“

Gabriele Piana – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Wir versuchen schon die ganze Saison, das Maximum aus unserem Paket herauszuholen. Doch zumeist ist ein Konkurrent schneller. Somit bin ich nicht sonderlich glücklich. Das Team hat aber eine perfekte Taktik in Bezug auf den Boxenstopp angewandt, sodass ich direkt auf meiner Outlap attackieren konnte.“

Benjamin Sylvestersson – Platz zwei für FK Performance Motorsport

„Mit Platz zwei konnten wir das Wochenende versöhnlich beenden. Wir haben unser Bestes gegeben. Mein Start war ganz gut, doch danach steckte ich etwas im Verkehr. Wir hatten einen guten Boxenstopp und konnten dadurch Positionen gewinnen. Gabriele hat das Rennen klasse zu Ende gefahren. Das Auto fühlte sich zudem richtig gut an.“

Alon Gabbay – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Ich freue mich sehr über das Podium. Ich habe in meinem Stint richtig Gas gegeben. Danach hat auch Maxi alles gegeben und den Toyota überholt. Ich könnte nicht glücklicher sein.“

Maximilian Schreyer – Platz drei für AVIA W&S Motorsport

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier auf dem Nürburgring auf dem Podium zu stehen. Das Team hat dafür mega hart gearbeitet. Auch Alon war heute super aufgelegt. Als ich ins Auto stieg, konnte ich direkt am Toyota vorbeifahren. Auf dem Sachsenring wollen wir an diese Leistung anknüpfen.“

EuroMoto Supersport: Doppelsieg und Luft in der Tabelle für Geiger

Dirk Geiger geht als Supersport-Dominator aus dem EURO MOTO-Wochenende auf dem TT Circuit Assen hervor. Der 24-jährige Hesse gewann auf seiner Apreco-Yamaha auch das zweite Rennen und machte damit den nächsten Schritt in Richtung Titel. Daniel Blin wurde Zweiter, Lennox Lehmann komplettierte als Dritter das Podium.

Dirk Geiger, Yamaha R9 #60
Foto: Jens Hawrda

Diesmal durfte Geiger von seinem Startplatz losfahren. Im ersten Rennen hatte er wegen des Einsatzes seines dritten Motors noch aus der Boxengasse starten müssen. Die entsprechende Regelung gilt für zwei Rennen. Das erste Mal hatte er schon vor zwei Wochen in Oschersleben abgearbeitet.

Von der Pole Position übernahm Geiger sofort die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Zunächst konnte Teamkollege Lennox Lehmann folgen. Der Yamaha-Fahrer hielt Ducati-Rivale Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) hinter sich. Nach drei Runden war die Ordnung an der Spitze jedoch hergestellt: Geiger fuhr vorne allein, dahinter entstand eine Lücke zwischen Lehmann und Blin.

Lehmann kämpfte trotz der Nachwirkungen seines spektakulären Sturzes vom Samstag standhaft weiter. Lange hielt er Blin hinter sich, doch der Pole setzte sich schließlich durch. Das Duell war nicht ohne Brisanz. Bereits im ersten Rennen hatte Blin den Kampf gegen Lehmann und auch gegen den späteren Sieger Geiger gewonnen – allerdings nur optisch.

Im Samstagslauf war der Ducati-Fahrer wegen eines Regelverstoßes mit einer Zeitstrafe belegt worden. Blin war in der Ruskenhoek-Kurve über die Auslaufzone gefahren und hatte bei der Rückkehr auf die Strecke die vorgeschriebene Verzögerung von einer Sekunde nicht eingehalten. Für eine Long-Lap-Runde war die Renndistanz bereits zu weit fortgeschritten. Blin verlor deshalb seinen Sieg und wurde als Dritter gewertet. Das Team protestierte gegen die Entscheidung. Diesem wurde nicht stattgegeben. Nun geht die Angelegenheit in die Berufung.

Geiger konnte Blin im zweiten Lauf nicht mehr einholen. Der Sieger fühlte sich jedoch bis zum Schluss vom Polen unter Druck gesetzt. In der Meisterschaft hat Geiger seine Führung weiter ausgebaut. Blin reist als Zweiter mit 13 Punkten Rückstand ab. Angereist war der Ducati-Fahrer noch mit einem Punkt Vorsprung. Seine Ansage für den nächsten Lauf am Nürburgring war entsprechend eindeutig: „Auf dem Nürburgring sehen wir uns wieder.“

Luca de Vleeschauwer (Team SWPN)musste sich im beherzten und langwierigen Battle mit Luca Göttlicher (LJ Racing) geschlagen geben. Göttlicher hatte zum Saisonauftakt gefehlt und arbeitet sich inzwischen in der Gesamtwertung immer weiter nach vorn. Bis auf einen Punkt ist er bereits an den viertplatzierten Marvin Siebdrath (MCA Honda) herangerückt. Für die MV Agusta-Truppe ist es eine echte Errungenschaft, mit Göttlicher jetzt Podiumsplätze zu holen oder knapp dahinter zu sein. Kawasaki-Einzelkämpfer Freddie Heinrich (Weber-Kawasaki) arbeitete sich im Rennen bis auf die siebte Position nach vorn. Im ersten Lauf war er gestürzt.

Assen gehört damit Dirk Geiger. Zwei Rennen, zwei Siege – und eine Meisterschaftsführung, die immer komfortabler wird.

EURO MOTO Supersport, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (GER/Yamaha)

2. Daniel BLIN (POL/Ducati)

3. Lennox LEHMANN (GER/Yamaha)

4. Luca GÖTTLICHER (GER/MV Agusta)

5. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

6. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

7. Freddie HEINRICH (GER/Kawasaki)

8. Marvin SIEBDRATH (GER/Honda)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Jorke ERWIG (GER/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

DTM – Stars and Stories vom Nürburgring

Beim DTM-Wochenende am Nürburgring ging es nicht nur um den Meisterschaftskampf – auch abseits der Traditionsstrecke war jede Menge los. Prominente Gäste aus Sport und Unterhaltung sorgten für Begeisterung: Tischtennis-Legende Timo Boll überreichte einen Pokal, Ex-Bachelor Felix Stein drehte eine Runde im Leading-Car von Cupra und Joey Kelly präsentierte den Kult-Bus der Kelly Family. Auch Olympiasieger wie Skicross-Star Daniela Maier und Kanu-Ass Ricarda Funk fieberten an der Strecke mit. Dazu kamen atemberaubende Stunts von Trial-Freestyle-Athlet Adrian Guggemos.

Joey Kelly begeistert die Fans mit Kult-Bus

Der legendäre rote Doppeldecker-Bus der Kelly Family war ein echter Hingucker beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Joey Kelly ließ es sich nicht nehmen, bei der Präsentation des kultigen Familiengefährts aus früheren Tourjahren persönlich dabei zu sein. "Der Bus war 28 Jahre eingelagert und ist unter der Aufsicht von Dekra aufwendig restauriert worden. In der nächsten Woche wird er offiziell zugelassen", erklärte der Musiker und Extremsportler. Kelly selbst ist Motorsport- und Nürburgring-Fan durch und durch: "Ich bin selbst drei Jahre lang in kleineren Klassen gefahren und war viermal beim 24-Stunden-Rennen dabei. Ich liebe die Nordschleife, der Ring ist mein Ding", verriet er mit leuchtenden Augen. Am Samstagmittag wurde Kelly auf der Start-Ziel-Geraden aktiv und schickte das Feld mit dem Schild "Drivers start your engines" in den elften Meisterschaftslauf.


Heiz-Harald Frentzen und seine Tochter besuchen die DTM am Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Frentzen-Familie zurück in der DTM

Heinz-Harald Frentzen blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück: 157 Rennen absolvierte er in der Formel 1 und wurde 1997 Vize-Weltmeister in der Königsklasse. Von 2004 bis 2006 startete der Mönchengladbacher mit Opel und Audi auch in der DTM. Am Sonntag war der 59-Jährige mit seiner Tochter Lea am Nürburgring zu Gast. Die beiden schlenderten durch das Fahrerlager und über das Grid – und sorgten für so manches Wiedersehen mit alten Weggefährten. "Zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Vater die DTM zu besuchen, ist ein besonderes Gefühl. Das Coolste ist für mich bei der DTM definitiv der Start, wenn alle Fahrzeuge zusammen in die erste Kurve fahren", sagte Lea Frentzen, die als Influencerin ihren Followern regelmäßig Einblicke in ihre Kindheit gewährt und ihre Fans hinter die Kulissen des Motorsports mitnimmt. "Mit Social Media habe ich vor drei Jahren angefangen, als ich in Silverstone erstmals bei der Formel 1 war. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie viele Fans mein Vater heute noch hat."

Tischtennis-Legende Timo Boll übergibt DTM-Pokal

Timo Boll besuchte die DTM am Nürburgring mit seinem Wohnmobil. Die Erfolge der Tischtennis-Ikone sind einzigartig: Boll war als erster und einziger Deutscher Weltranglistenerster, holte acht EM-Titel, war WM-Dritter und gewann mit der Nationalmannschaft mehrfach olympisches Silber. In der Eifel genoss der Hesse die besondere Stimmung am Ring und entdeckte Parallelen zwischen Motorsport und Tischtennis: "In beiden Sportarten muss man vorausschauend denken und Situationen richtig einschätzen. Außerdem spielt auch bei uns das Material – etwa der Grip des Schlägerbelags – eine große Rolle." Nach dem DTM-Samstagsrennen überreichte der Tischtennis-Crack dem Zweitplatzierten den Pokal. Schon vorher gestand Boll mit einem Augenzwinkern: "Früher habe ich Pokale empfangen, heute übergebe ich sie. Das mache ich aber sehr gern, denn jeder, der in der DTM auf dem Podium steht, hat Großes geleistet."

Olympiasiegerinnen Maier und Funk drücken Wittmann die Daumen

Zwei Olympiasiegerinnen waren auf Einladung von Schaeffler bei der DTM in der Eifel: Daniela Maier und Ricarda Funk. Die Skicross-Goldmedaillengewinnerin Maier hatte bereits als Kind erste Berührung mit der DTM. "Ich war bei meinem ersten DTM-Besuch ungefähr acht Jahre alt. Hier ist so unglaublich viel los, ein Highlight jagt das andere: Es ist ein mega Erlebnis, ein Rennwochenende mitzuerleben", erklärte Maier. Funk, in Bad Neuenahr-Ahrweiler nahe dem Nürburgring geboren und Olympiasiegerin im Kanuslalom, ist als Kind der Eifel mit der Geschwindigkeit groß geworden. "Ein DTM-Wochenende ist genau das Richtige für mich. Ich komme aus einer Actionsportart und bin auch schon aus einem Flugzeug gesprungen. Die Daumen habe ich Marco Wittmann gedrückt", verriet Funk.

Atemberaubende Stunts mit Trial-Freestyle-Star Adrian Guggemos

Adrian Guggemos begeisterte im Fahrerlager und vor den DTM-Rennen in Kurve eins mit einer spektakulären Live-Stunt-Show. Mit waghalsigen Manövern – darunter das Fahren auf dem Hinter- oder Vorderrad – trieb der 32-jährige Schorndorfer den Adrenalinspiegel der Zuschauer in die Höhe. Den Höhepunkt setzte er direkt vor den Tribünen: Dort sprang Guggemos zur großen Begeisterung der Zuschauer mit seinem Trial-Motorrad über das DTM-Safety-Car – einen Cupra Formentor VZ5.

"Cupra unofficial": Die dunkle Seite der Marke erobert den Eifelkurs

Als Official Car Partner führt Cupra auch 2026 das Starterfeld der DTM an. Am Nürburgring zeigte die Marke nun jedoch eine andere, ungewohnte Seite: Als "Unofficial Partner" machte der spanische Automobilhersteller seine dunkle Seite sichtbar – mit dem erklärten Ziel, eigene Limits zu verschieben, der Rennleidenschaft freien Lauf und sich nicht "ausbremsen" zu lassen. Passend dazu erhielten das Safety- und das Leading-Car am Nürburgring eine neue "Unofficial Livery", die über das bestehende Branding geklebt wurde. Zudem wurde an beiden Renntagen eine "Unofficial Zone" mit acht exklusiven Sitzplätzen direkt innerhalb der Kurve eins installiert – ein Ort, der normalerweise für Zuschauer nicht zugänglich ist. Ergänzt wurde die Aktion durch "Unofficial-Flags" mit den Aufschriften "Remember why you're driving", "Folge deinem Instinkt" und "Unofficial Partner".

DTM am Nürburgring überwältigt Bachelor Felix Stein

Felix Stein war am Samstag zu Gast beim DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring. Als Teil der "Unofficial Crew" von Cupra schwenkte der Bachelor 2025 aus der RTL-Datingshow im Leading-Car die Flagge bei der Fahrt ins Grid und sorgte für beste Stimmung bei den Fans. Der gebürtige Berliner zeigte sich restlos begeistert von der DTM-Atmosphäre: "Es hat nur zehn Minuten gedauert, da war ich schon ein Teil der DTM-Community. Der Sound der Fahrzeuge, die Stimmung auf den Tribünen und die Freundlichkeit der Leute – das alles ist überwältigend. Auch die Fahrt mit dem Leading-Car war einmalig. Ich wusste gar nicht, dass diese Autos schon so schnell fahren", sagte Stein.

Bob-Olympiasieger Georg Fleischhauer: "Diese DTM-Fahrzeuge sind der Hammer"

Georg Fleischhauer war am Wochenende nach langer Zeit wieder zu Gast bei der DTM – und sichtlich beeindruckt. "Das letzte Mal war ich vor über 15 Jahren bei der DTM. Deshalb habe ich mich riesig über die Einladung von Schaeffler gefreut", sagte der zweimalige Deutsche Meister im 400-Meter-Hürdenlauf, der heute als einer der stärksten Anschieber im Bobsport gilt. Gemeinsam mit Pilot Johannes Lochner wurde er Weltmeister und holte je eine Goldmedaille im Zwei- und Viererbob. Besonders die DTM-Boliden hatten es dem Athleten angetan: "Diese Autos sind der Hammer. Auch unsere Bobs sind Hightech-Geräte, aber diese Fahrzeuge sind schon etwas ganz Spezielles. Auch im Bobsport spielen Geschwindigkeit und die richtige Wahl der Linie eine entscheidende Rolle. Allerdings sind die Temperaturen bei uns doch ein wenig anders als hier auf dem Nürburgring", stellte Fleischhauer fest.

Ludwig, Scheider, Güven – drei DTM-Meistergenerationen am Nürburgring

Klaus Ludwig (1982, 1988, 1994), Timo Scheider (2008, 2009) und Ayhancan Güven (2025) – drei DTM-Champions aus drei Jahrzehnten trafen sich am Nürburgring. Während die beiden Routiniers Ludwig und Scheider längst zur DTM-Geschichte gehören, ist der aktuelle Titelträger Güven nach seinem Triumph in die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gewechselt. Umso mehr genoss der erste türkische DTM-Champion den Besuch an seiner alten Wirkungsstätte. "Es ist toll, wieder bei der DTM zu sein. Diese Atmosphäre im Paddock und im Grid, die tollen Fans sind einmalig. Ich würde hier allerdings am liebsten selbst in einem Rennauto sitzen und mitfahren", sagte Güven. Doch auch das Bad in der Menge bereitete ihm sichtlich Freude: "Ich komme mir vor wie ein Rockstar, so viele Selfies musste ich hier am Ring machen."

Mercedes-AMG Team Landgraf gewinnt Truck-Wettbewerb

Am Samstagabend wurde auf dem Nürburgring ein PS-starkes Spektakel ausgetragen: Beim traditionellen Wettbewerb "DTM-Trucks Go and Stop" traten die Zugmaschinen der DTM-Teams gegeneinander an – und deren Fahrer stellten ihr Können in Sachen Beschleunigung und Bremstechnik unter Beweis. Die Aufgabe: Auf der Start-Ziel-Geraden mit voller Power beschleunigen, um anschließend am Ende der Haupttribüne vor drei hintereinander aufgestellten Kegeln zum Stehen zu kommen. Nur der vorderste Kegel durfte umgestoßen werden. Eine Challenge, die ein feines Gefühl fürs Bremspedal verlangte. Im Finale setzte sich das Mercedes-AMG Team Landgraf gegen Emil Frey Racing durch. Svetoslav Koynov verriet mit einem Schmunzeln sein Erfolgsrezept: "Am Anfang das Gaspedal voll durchtreten, dann voll in die Bremse gehen. Und danach mit dem ganzen Team gemeinsam auf den Sieg anstoßen."

Tim Jarschel krönt sich am Nürburgring zum eSports-Champion

Er hat die Nerven behalten und das erste Onsite-Finale in der Geschichte der DTM eSports Championship gewonnen: Tim Jarschel entschied am Samstag im RaceRoom SimRaceCafé im Ring-Boulevard zwei der vier Finalrennen für sich und machte damit seinen zweiten Titel klar. Für Jarschel gab es nicht nur die Siegprämie von 5.000 Euro, sondern ein ganz besonderes Extra: einen Startplatz im BMW M2 Cup beim DTM-Finale in Hockenheim. Der frischgebackene Champion strahlte: "Das war ein Wahnsinnstag. Ich bin ein großer Fan der DTM. Hier meinen zweiten Titel geholt zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Nach dem Sieg habe ich ordentlich gefeiert und am Sonntag meinem Lieblingsfahrer Thomas Preining, die Daumen gedrückt."

Wilde Kart-Action in der Eifel

Das erste Rennen des DTM-Wochenendes wurde am Freitagabend auf der Ring-Kartbahn ausgetragen. Zwölf Teilnehmer gingen an den Start: Neben den DTM-Fahrern Ben Dörr und Tom Kalender griff auch Ford-Werkspilot David Schumacher ins Lenkrad. Zudem waren die Förderfahrer Elia Weiß und Oliver Goethe von der ADAC Stiftung Sport sowie Devin Titz (Mitglied des Mercedes-AMG F1 Junior Teams) im Einsatz. Medienvertreter und Kart-Nachwuchs-Asse komplettierten das starke Feld. Fabian Klatt, der vom Nürburgring eine Wildcard erhalten hatte, gewann den Kart-Grand-Prix nach 32 umkämpften Runden. Ehemaliger DTM-Pilot Schumacher belegte Platz sieben. Dörr kommentierte seinen achten Rang vor Kalender: "Ich habe lange nicht mehr in einem Kart gesessen. Umso schöner war es, sich mit den anderen Fahrern zu messen. Tom und ich haben uns am Schluss hart duelliert – das waren ein paar echt coole Fights." Bester Medienvertreter war Michael Bräutigam (Motorsport Aktuell) auf Position zehn.