Mittwoch, 13. Oktober 2021

Vorschau Hockenheim: Starke Lokalmatadore wollen den Sieg in der Deutschen GT-Meisterschaft

  •     Local Heros Winkelhock, Asch, Marschall, Jahn und Trefz
  •     Heimrennen von Callaway, Rutronik und Küs Team Bernhard
  •     Schweizer Starter werden von Tabellenführer Ricardo Feller angeführt

Foto: Jens Hawrda


Ehemalige Meister, Rennsieger und Werksfahrer: Starke Lokalmatadore haben sich bei ihrem Heimspiel in der Deutschen GT-Meisterschaft in Hockenheim (22.–24. Oktober) viel vorgenommen. Beim Highlight in Hockenheim entscheidet sich, wer mit Titelchancen zum Finale fährt, und auch die starken Local Heros wollen beim vorletzten Rennwochenende der Saison vorn mitmischen. Auf ihr Heimspiel freuen sich unter anderem Ex-F1-Pilot Markus Winkelhock (41/Zdiměřice), Doppelchampion Sebastian Asch (35/Ammerbuch), Audi-Sport-Pilot Dennis Marschall (25/Eggenstein), aber auch die Corvette-Mannschaft von Callaway Competition und das Audi-Team Rutronik Racing. Fans sind auf den Tribünen und im offenen, fanfreundlichen Fahrerlager in Hockenheim willkommen. Tickets gibt es für ADAC Mitglieder unter adac.de/motorsport bereits ab 22,50 Euro (Nicht-Mitglieder 25 Euro), Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen.

Schwaben-Connection bei Car Collection Motorsport

Gleich mit zwei schwäbischen Piloten startet das Team Car Collection Motorsport. Den Audi R8 LMS teilen sich Ex-Formel-1-Pilot Markus Winkelhock und Florian Spengler (33/Ellwangen), der aktuell Führende der Pirelli-Trophy-Wertung. „Hockenheim ist für uns als Schwaben natürlich etwas ganz Besonderes“, so der gebürtige Stuttgarter Winkelhock. „Ich freue mich sehr auf das Wochenende und hoffe, dass wir an das Ergebnis vom Sachsenring anknüpfen können, wo wir zuletzt Siebte wurden. Ein Top-10-Ergebnis ist auf jeden Fall realistisch. Es ist toll, vor heimischem Publikum zu fahren. Die Atmosphäre im Motodrom ist immer einzigartig, die schöne Stimmung dort bekommt man auch als Rennfahrer mit, vor allem, wenn man auf die berühmte Sachskurve zufährt.“ Ein weiterer Schwabe im Starterfeld ist der zweifache Serienchampion Sebastian Asch, der zusammen mit dem 22-fachen ADAC GT Masters-Rennsieger und Meister von 2013 Daniel Keilwitz (32/Villingen) bei Aust Motorsport ebenfalls einen Audi pilotiert. Mit insgesamt vier Triumphen in Hockenheim ist Keilwitz auch dort Rekordgewinner. Mit Serienneuling und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Luca-Sandro Trefz (19, Montaplast by Land-Motorsport) aus Wüstenrot startet noch ein weiterer Lokalmatador auf dem Hockenheimring in einem R8 LMS.

Sportwagen-Star freut sich auf „zweites“ Heimspiel

„Hockenheim ist ein tolles Pflaster für uns und neben dem Nürburgring unser zweites Heimrennen. Ich habe dort selbst 2001 im Porsche Carrera Cup den Titel gewonnen, im ADAC GT Masters haben wir 2016 einen Sieg geholt“, erinnert sich Timo Bernhard, zweifacher Le-Mans-Sieger und Teamchef beim Küs Team Bernhard. Sein Rennstall setzt zwei Porsche 911 GT3 R ein, darunter ein Fahrzeug für Titelverteidiger Christian Engelhart (34/Starnberg) und Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (23/A). „Es werden viele Fans, Freunde und Mitarbeiter von uns kommen und uns anfeuern. Wir haben zuletzt die Platzierungen vier, fünf und drei eingefahren. Diesen Aufwärtstrend wollen wir gerne fortsetzen. Das Podium am Sachsenring war schön, aber wir wollen noch mehr.“

Einer der 2016 in Hockenheim siegreichen Fahrer ist David Jahn. Der 30-Jährige kommt gebürtig aus dem nur einen Steinwurf entfernten Speyer und fährt einen Porsche 911 GT3 R für Team Joos Sportwagentechnik. „Es ist immer schön, in Hockenheim und in der Heimat zu fahren. Ich bin schon mit acht Jahren im Kart auf der Strecke gefahren. Ich kenne dort praktisch jeden Stein, die Strecke macht viel Spaß und sollte auch unserem Auto liegen. Nachdem wir zuletzt auf dem Sachsenring zwei Mal unschuldig in Startkollisionen verwickelt waren, wollen wir jetzt zwei saubere Rennen. Das wäre für das ganze Team sehr wichtig. Ich möchte im Qualifying gerne wieder in die Top Sechs fahren und dann in den Rennen punkten, um nach den Nullern zuletzt wieder Plätze in der Meisterschaft gutzumachen.“

Rutronik Racing kehrt auf Erfolgsstrecke zurück

Rund 60 Kilometer reist Rutronik Racing by Tece von Remchingen zum Hockenheimring. Zum diesjährigen Fahreraufgebot zählt auch wieder Lokalmatador Dennis Marschall. Der Audi-Sport-Pilot eroberte in den Vorjahren jeweils eine Pole-Position auf der 4,574 Kilometer langen Strecke. Aktuell führt Marschall zusammen mit Partner Kim-Luis Schramm (24/Meuspath) die Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer an.

Callaway Competition siegte schon vier Mal vor der Haustür

Der Hockenheimring gilt auch als Heimstrecke von Callaway Competition. Das dienstälteste und mit 35 Rennsiegen auch erfolgreichste Team im ADAC GT Masters entwickelt und baut seine Corvette C7 GT3-R im ebenfalls rund 60 Kilometer von der Strecke entfernten Leingarten. Den bulligen US-Sportwagen des Rennstalls teilen sich Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern), die im Juni auf dem Red Bull Ring bereits einen Sieg holten. „Hockenheim ist die nächste Rennstrecke zur Schweiz, deswegen ist es mein Heimevent in Deutschland und mein Highlight im Kalender“, so Schmidt. „Wir haben zwar keinen Heimvorteil, aber durch den zusätzlichen Support sind wir noch ein, zwei Zehntelsekunden schneller. Marvin und ich wollen gewinnen. Das Team hat in den letzten Jahren so hart geschuftet und ist dafür selten belohnt worden. Wir wollen ihm jetzt etwas zurückgeben.“

Starkes Schweizer Aufgebot

Fahrer aus der nahen Schweiz sind im ADAC GT Masters stark vertreten und schnell, wie Tabellenführer Ricardo Feller (21/CH, Montaplast by Land-Motorsport) beweist. Feller und Partner Christopher Mies (31/Düsseldorf) liegen vier Rennen vor Saisonende mit knappen zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Bereits zwei Mal ganz oben auf dem Podium stand in Hockenheim Ex-Meister Patric Niederhauser (30/CH, Phoenix Racing), der in den vergangenen beiden Jahren jeweils ein Rennen in Hockenheim gewann. Ein Kandidat für vordere Platzierungen ist auch Rolf Ineichen (42). Der Schweizer gewann 2017 auf dem badischen Kurs und startet erneut in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo des GRT Grasser Racing Team. Die einzige Frau im Feld kommt ebenfalls aus der Schweiz: Porsche-Werksfahrerin Simona De Silvestro (33/CH) pilotiert einen 911 GT3 R von Precote Herberth Motorsport.

Dienstag, 12. Oktober 2021

Premierenfieber in Deutscher GT-Meisterschaft

 Neue GT3-Autos von BMW und Audi erstmals in Hockenheim zu sehen

  •  BMW präsentiert neu entwickelten M4 GT3
  •  Audi legt zweite Evo-Variante des R8 LMS nach
  •  Teams und Fahrer aus ADAC GT Masters wichtige Faktoren bei Fahrzeugentwicklung

  Sorgt für Aufsehen: der neue BMW M4 GT3 (Foto: BMW)

Blick in die Zukunft: Beim vorletzten Rennwochenende der Deutschen GT-Meisterschaft in Hockenheim gibt es vom 22. bis 24. Oktober schon einen Blick auf die Saison 2022. BMW und Audi schicken im kommenden Jahr neue GT3-Modelle ins Rennen, bei der Entwicklung haben Teams und Fahrer der Deutschen GT-Meisterschaft in den vergangenen Monaten eine wichtige Rolle gespielt. Beim ADAC GT Masters in Hockenheim sind der neue BMW M4 GT3 und der Audi R8 LMS GT3 evo II für die Besucher im offenen Fahrerlager ausgestellt.

Schubert Motorsport setzt auf neuen BMW

BMW bringt 2022 mit dem M4 nach dem Z4 und dem M6 das dritte GT3-Fahrzeug an den Start. Beim neuen Rennwagen handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung, die neben einem umfangreichen Testprogramm erste Renneinsätze absolviert hat. Mit dabei: BMW-Werkspilot Jesse Krohn (31/FIN). „BMW hat mit der Entwicklung des M4 GT3 sehr früh begonnen und dies merkt man als Fahrer sofort“, so der Finne, der in dieser Saison zusammen mit Nick Yelloly (30/GB) das Vorgängermodell M6 GT3 im ADAC GT Masters für Schubert Motorsport pilotiert. „Das Auto ist eigentlich praktisch fertig, aber es wird noch bei jedem Detail geschaut, ob man es noch verbessern kann. Für mich ist das Auto ein großer Schritt nach vorne. Wir haben dort das Beste vom M8 GTE aus der WEC und IMSA übernommen. Der M4 ist ein echter Allrounder und sollte auf allen Strecken stark sein. Ich würde mich sehr freuen, ihn 2022 im ADAC GT Masters fahren zu können. Ich glaube fest daran, dass er Rennen gewinnen wird und um den Titel kämpfen kann.“

Der langjährige BMW-Partner Schubert Motorsport plant, 2022 zwei M4 GT3 in der Deutschen GT-Meisterschaft einzusetzen. „Wir werden das erste Auto Anfang Dezember bekommen“, sagt Marcel Schmidt, Teammanager und Renningenieur beim Rennstall aus Oschersleben. „Wir wollen den M4 GT3 erstmals bei den 24 Stunden von Dubai im Januar einsetzen, um Erfahrungen und Daten zu sammeln. 2022 planen wir erneut im ADAC GT Masters anzutreten und führen dazu gerade Gespräche. Es sieht danach aus, dass wir mit zwei Autos an den Start gehen werden. Das erste soll ein Pro-Fahrzeug mit zwei Werksfahrern werden, um das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Im zweiten M4 GT3 würden wir gerne Juniorfahrer einsetzen, die den nächsten Schritt bei uns im Team machen und von den Werksfahrern lernen können.“

Schmidt hat hohe Erwartungen an das neue Auto: „Das Feedback, das wir von unseren Werksfahrern über den M4 GT3 bekommen haben, ist sehr vielversprechend. Sicherlich haben wir viel Arbeit über den Winter, aber ich denke, BMW hat einen guten Schritt mit dem Auto gemacht und wir werden nächstes Jahr in der Meisterschaft angreifen können.“

  Audi hat eine zweite Evo-Version des R8 LMS entwickelt (Foto: Audi)

Audi mit zweiter Evolutionsstufe

Audi ist bereits seit mehreren Jahren die Marke mit den meisten Fahrzeugen im Starterfeld. Auf entsprechend viele Exemplare der neuen Evo-Version dürfen sich Fans der vier Ringe im kommenden Jahr freuen, denn die aktuellen Fahrzeuge können mit einem Upgrade-Kit auf den neuesten Stand gebracht werden. Seit 2016 startet die zweite Generation des Audi R8 in der Rennserie, die sich seitdem als erfolgreichstes der aktuellen GT3-Fahrzeuge etabliert hat: 21 Siege sowie zwei Fahrer- und zwei Teamtitel lautet die Bilanz. Und auch aktuell führen mit Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) zwei R8-Piloten die Gesamtwertung an. Nach einer ersten Evo-Variante 2019 folgt nun die zweite Ausbaustufe. Dabei hat Audi Sport das Auto in den Bereichen Aerodynamik, Motorcharakteristik, Klimatisierung, Fahrwerk und Traktionskontrolle optimiert.

Neben einem umfangreichen Testprogramm hat der Audi R8 LMS GT3 evo II in anderen Rennserien bereits erste Einsätze absolviert. Eingesetzt wurde das Fahrzeug bei der Premiere bei einem 24-Stunden-Rennen in Barcelona vom Team Car Collection Motorsport, das in der Deutschen GT-Meisterschaft einen Audi an den Start bringt. Zu den Piloten zählte auch Audi-Sport-Fahrer Patric Niederhauser (30/CH, Phoenix Racing), der ADAC GT Masters-Champion von 2019. „Das neue Auto ist eine deutliche Weiterentwicklung“, so der Schweizer. „Dabei wurde vor allem darauf Wert gelegt, dass es angenehmer zu fahren ist. Der evo II liegt zum Beispiel beim Kurveneingang deutlich stabiler. Aber auch Punkte wie die Elektronik, das Lenkrad oder die neue Klimaanlage machen das Fahren komfortabler.“ Denis Ferlemann, Teammanager bei Car Collection, plant bereits für 2022: „Es ist für uns natürlich eine große Ehre, in die Entwicklung des Audi R8 LMS GT3 evo II eingebunden worden zu sein. Wir freuen uns, dass wir Audi dabei unterstützen können. Wir haben beim ersten Renneinsatz viele Kilometer zurückgelegt, man lernt dort oft mehr als im bloßen Testbetrieb. Die Fahrer gaben ein sehr positives Feedback zum neuen Auto. Das Fahrverhalten hat sich weiter verbessert, die Aerodynamik ist stabiler – was vor allem am neuen Heckflügel liegt. Wir wollen im Winter unsere aktuellen R8 mit dem Update-Kit umrüsten, damit wir im Januar in Dubai damit antreten können. Natürlich spielt danach auch das ADAC GT Masters wieder eine wichtige Rolle in unseren Planungen für die nächste Saison. Wir arbeiten gerade an verschiedenen Paketen für 2022 und wollen dort gerne zwei Audi einsetzen.“

Perfekter Tag für Ben Green

 Sieg und Meistertitel beim Finale der DTM Trophy 2021 auf dem Norisring

  •     Ben Green folgt auf Vorjahres-Meister Tim Heinemann
  •     Fünfter Saisonsieg des BMW-Fahrers am Sonntag
  •     Platz zwei reicht Herausforderer William Tregurtha nicht

Der neue Champion der DTM Trophy: Ben Green (GBR),
BMW, FK Performance Motorsport © DTM

Der Meister der DTM Trophy 2021 heißt Ben Green. Der Brite setzte sich in einem spannenden Finalrennen in der Nachwuchsserie der professionellen DTM-Plattform durch. Im BMW von FK Performance Motorsport errang Green mit seinem fünften Saisonsieg den Meistertitel. Seinem einzig verbliebenen Rivalen im Titelkampf, dem britischen Mercedes-AMG-Piloten William Tregurtha (CV Performance Group), blieb sowohl im Rennen, als auch in der Endabrechnung nur der zweite Platz.

Green nahm das letzte Rennen des Jahres vom fünften Startplatz auf und machte schon am Start zwei Positionen gut. Der Brite lag anschließend hinter seinem Markenkollegen Michael Schrey (Hofor Racing by Bonk-Motorsport) und dem von der Pole gestarteten Tregurtha auf dem dritten Rang. Das hätte schon hauchdünn gereicht: Zu diesem Zeitpunkt herrschte Gleichstand in der Gesamtwertung zwischen Green und Tregurtha. Green hätte in diesem Fall wegen der größeren Anzahl an Saisonsiegen die Nase vorn gehabt. Tregurtha verkürzte zuvor mit der Sonntags-Pole seinen Rückstand auf drei Punkte.

Etwas weiter hinten im Feld krachte es schon kurz nach dem Start, sodass für vier Autos das Rennen bereits in der ersten Runde beendet war. Die BMW-Piloten Gabriele Piana (ITA/Hofor Racing by Bonk-Motorsport) und Moritz Löhner (GER/FK Performance Motorsport), sowie Toyota-Pilotin Stephane Kox (NED/Ring-Racing), die im Qualifying mit dem dritten Startplatz überrascht hatte,  und KTM-Fahrer Reinhard Kofler (AUT/True Racing by Reiter Engineering) konnten ihre Fahrt nicht fortsetzen.

Nach einer langen Safety-Car-Phase setzte sich Schrey beim Restart an die Spitze, während dahinter Tregurtha und Green Rad an Rad um die zweite Position kämpften. Schon bald sollte daraus der Kampf um die Führung im Rennen werden: Schrey ging beim Neustart zu früh ans Gas und musste deswegen zu einer Durchfahrtsstrafe antreten. In der 21. von insgesamt 32 Runden fand Green schließlich einen Weg vorbei an Tregurtha. Der Mercedes-AMG-Pilot gab jedoch so schnell nicht auf und startete noch im selben Umlauf einen Gegenangriff. Green wehrte die Attacke erfolgreich ab und Tregurtha fiel noch hinter Walkenhorst-Motorsport-Pilot Theo Oeverhaus (BMW) auf den dritten Rang zurück.

In der letzten Runde eroberte Tregurtha den zweiten Platz zurück. Für einen Angriff auf Green reichte es allerdings nicht mehr. Der BMW-Pilot überquerte die Ziellinie als Sieger und als neuer Champion der DTM Trophy. Dritter wurde am Ende der belgische Toyota-Pilot Nico Verdonck (Ring-Racing). Er profitierte von einer 30-Sekunden-Zeitstrafe gegen Oeverhaus. Hinter Greens Teamkollegen Yann Zimmer aus der Schweiz und dessen Landsmann Lucas Mauron (Audi/Heide-Motorsport) kam Maurons Teamkollegin Sophie Hofmann als beste Dame im Feld als Sechste ins Ziel. Koflers österreichische Teamkollegin Laura Kraihamer wurde Elfte.

Maximilian Götz ist neuer DTM-Champion nach Herzschlagfinale auf dem Norisring

Mercedes-AMG als bester Hersteller geehrt

Foto: Mercedes-Benz AG


Mercedes-AMG feiert den DTM-Fahrertitel durch Maximilian Götz (GER), der beim Saisonfinale der DTM 2021 auf dem Norisring beide Rennen für sich entscheiden konnte. Am Samstag fuhr Götz mit dem Mercedes-AMG GT3 #4 vom Mercedes-AMG Team HRT souverän zum Sieg. Arjun Maini (IND) vom Mercedes-AMG Team GetSpeed machte mit dem zweiten Platz den Doppelsieg für die Performance- und Sportwagenmarke aus Affalterbach perfekt. Nach einem spannenden Final-Rennen am Sonntag krönte sich Götz mit seinem zweiten Sieg an diesem Wochenende erstmalig zum DTM-Fahrerchampion. Den Dreifachsieg für Mercedes-AMG in Rennen zwei machten Lucas Auer (AUT) und Maximilian Buhk (GER) perfekt. Bereits am Wochenende zuvor sicherte sich Mercedes-AMG den Titel des besten Herstellers in der diesjährigen DTM.

  •     Maximilian Götz vom Mercedes-AMG Team HRT ist neuer DTM-Champion
  •     Mercedes-AMG als bester Hersteller der DTM 2021 geehrt
  •     Rennen 1 & 2: Siege für Maximilian Götz vom Mercedes-AMG Team HRT
  •     Rennen 1: Platz zwei für Arjun Maini vom Mercedes-AMG Team GetSpeed
  •     Rennen 2: Platz zwei und drei durch Lucas Auer und Maximilian Buhk


Für das mit großer Spannung erwartete Saisonfinale machte die DTM in diesem Jahr Halt auf der einzigen Stadtstrecke der Serie. Der Norisring in Nürnberg ist mit seinen 2,3 Kilometern zwar der kürzeste Rundkurs, mit seinen Leitplanken und Mauern dennoch eine Herausforderung für das hochklassig besetzte Fahrerfeld. Für das erste Rennen am Samstag erarbeitete sich Lucas Auer mit Platz drei im Qualifying die beste Startposition mit dem Mercedes-AMG GT3. Allerdings dicht gefolgt von Arjun Maini, Meisterschaftsanwärter Maximilian Götz, Philip Ellis (SUI) und Daniel Juncadella (ESP) auf den Plätzen vier bis sieben in der Startaufstellung – allesamt aussichtsreiche Positionen für den ersten Lauf am Nachmittag.

Doch schon nach der ersten Kehre zu Rennbeginn sortierte sich die Spitze gänzlich neu: Ellis fand mit dem Mercedes-AMG GT3 #57 vom Mercedes-AMG Team WINWARD einen Weg durch das dichte Getümmel und schob sich auf den ersten Platz. Auch Götz machte eine Position gut und übernahm in Runde sieben den zweiten Platz, nachdem er den Meisterschaftsführenden überholen konnte. Drei Runden später passierte der gebürtige Franke auch seinen Markenkollegen Ellis und kontrollierte das Rennen auf seiner Heimstrecke fortan von der Spitze. Ellis, der an diesem Tag seinen 29. Geburtstag feierte, hatte nach einem Drittel der Renndistanz allerdings Pech: Auf Platz zwei liegend wurde sein Fahrzeug mit der Startnummer 57 von einem Kontrahenten getroffen, drehte sich und fiel um einige Positionen zurück.

Mehr Glück hatte Arjun Maini vom Mercedes-AMG Team GetSpeed, der nach dem obligatorischen Reifenwechsel nun boxenstoppbereinigt hinter Götz auf dem zweiten Platz lag, diesen bis Rennende erfolgreich gegen die Attacken der Konkurrenz verteidigte und damit den ersten Podiumserfolg überhaupt in der DTM für sich und das Team GetSpeed einfuhr. Ungefährdet und souverän indes überquerte Maximilian Götz nach 67 Runden auf der Rennstrecke am Dutzendteich die Ziellinie und feierte seinen zweiten Sieg in dieser Saison. Damit lag der Routinier auf Platz drei in der Fahrerwertung und verkürzte den Vorsprung auf den Meisterschaftsführenden vor dem Finaltag auf 19 Punkte. Mit einem Sieg am Sonntag blieb somit die Möglichkeit, sich unter Umständen noch zum DTM-Champion zu krönen. Lucas Auer (P6), Daniel Juncadella (P7), Maximilian Buhk (P9) und Philip Ellis (P10) rundeten mit ihren Top-10-Plätzen ein starkes Abschneiden der Mercedes-AMG Teams am Samstag ab.

Rennen 2: Dreifachsieg für Mercedes-AMG und DTM-Fahrertitel für Maximilian Götz

Für das letzte Rennen des Jahres am Sonntagnachmittag sicherte sich Lucas Auer mit Platz vier im Zeittraining zuvor erneut die beste Startposition aller Mercedes-AMG GT3. Es folgten Ellis, Juncadella und Maini auf Rang fünf bis sieben. Titelkandidat Götz musste sich mit dem achten Platz in der Startaufstellung zufriedengeben. Doch wie schon im ersten Rennen wurden bereits nach der ersten Kurve die Karten neu gemischt: Nachdem es an der Spitze des Feldes zu einer Kollision zwischen dem Meisterschaftszweiten und dem -führenden kam, fiel Letzterer weit zurück, der Kontrahent wurde mit einer 5-Sekunden-Strafe belegt. Mit einem Rennsieg bot sich nun die Chance auf den DTM-Fahrertitel für Götz, der sich nach dem Start auf Platz vier wiederfand und in Runde 17 zum Reifenwechsel an die Box kam.

An der Spitze des Feldes übernahm Mercedes-AMG nach der anfänglichen Hektik durch Auer und Ellis die Führung und kontrollierte das Geschehen. Nach 52 Runden dann begann die meisterschaftsentscheidende Phase: Der nun führende Titelanwärter kehrte nach seinem Boxenstopp und absolvierter 5-Sekunden-Strafe exakt vor Götz zurück auf die Strecke. Beide Piloten hätten einen Rennsieg benötigt, um sich den Titel zu sichern. Ein spannender Kampf um zunächst Platz drei war die Folge. In der 53. Runde setzte Götz zur Überholung an, dabei kam es zu einer vom Gegner verursachten Berührung, ein Reifenschaden des Kontrahenten war die Folge: Götz übernahm Platz drei. Vor ihm fiel Markenkollege Ellis durch eine Strafe zurück, von Auer übernahm Götz kurz vor Schluss die Führung und krönte sich nach 67 Runden zum DTM-Champion 2021. In der Abschlusstabelle der Fahrerwertung liegt Götz drei Punkte vor dem Zweitplatzierten. Den Dreifachsieg für Mercedes-AMG beim letzten Rennen des Jahres machten Auer auf Platz zwei und Buhk (Mercedes-AMG Team Mücke Motorsport) auf Rang drei perfekt.

Den Titel für den besten Hersteller der DTM 2021 hatte Mercedes-AMG bereits am Wochenende zuvor auf dem Hockenheimring für sich entschieden. Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing, nahm nun nach dem Saisonabschluss auf dem Norisring den Pokal für den besten Hersteller in Empfang. In diese Wertung fließen nach jedem Lauf die Ergebnisse der drei besten Fahrzeuge pro Hersteller ein. 18 Mal fuhr ein Mercedes-AMG GT3 in dieser Saison auf das Podium, darunter insgesamt sechs Mal zum Sieg.

Stimmen zum Rennwochenende:

Maximilian Götz, Mercedes-AMG Team HRT #4: 

„Unfassbar, ich bin DTM-Champion 2021 und Mercedes-AMG bester Hersteller der Saison. Ich kann es noch gar nicht glauben. Das ist der größte Moment in meiner Karriere bis dato, das werde ich in aller Ausführlichkeit genießen. Danke an Mercedes-AMG und das gesamte Mercedes-AMG Team HRT – ohne euch wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!“

Arjun Maini, Mercedes-AMG Team GetSpeed #36: 

„An den vergangenen Wochenenden wurde unser Speed immer besser, und hier auf dem Norisring hat sich das auch in ein zählbares Ergebnis umgemünzt. Der Boxenstopp war am Samstag der entscheidende Faktor. Ich freue mich unglaublich über diesen zweiten Platz! Es ist unfassbar, dass ich dort oben auf dem Podium stehen durfte.“

Montag, 11. Oktober 2021

Kelvin v.d. Linde im Audi R8 LMS bis zum Finale im DTM-Titelkampf

  •  Kelvin van der Linde aus dem Team ABT Sportsline wird Dritter
  •  Dreifacher Champion René Rast kehrt 2022 in die DTM zurück

Kelvin van der Linde Dritter der Meisterschaft 2021
Copyright: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH


Mit einem spannenden Finalwochenende und der Titelentscheidung erst im letzten von 16 Rennen ist die DTM-Saison 2021 auf dem Norisring zu Ende gegangen. Kelvin van der Linde feiert im Audi R8 LMS des Teams ABT Sportsline den dritten Gesamtrang, während der erste prominente Neuzugang für 2022 bereits feststeht: Der Audi-Fahrer und dreifache DTM-Champion René Rast kehrt zurück.

Nach zwei Jahrzehnten mit Klasse-1-Tourenwagen setzte die Serie erstmals auf GT3-Sportwagen wie den Audi R8 LMS. In einer komprimierten Saison von Mitte Juni bis Anfang Oktober mit 16 Rennen bei acht Events in Deutschland und dem europäischen Ausland begeisterte die DTM Fans an der Strecke und vor dem Fernseher. Der TV-Partner SAT.1 erzielte im deutschsprachigen Raum bei den Live-Übertragungen der Rennen Bestwerte mit Marktanteilen von bis zu fast zehn Prozent.

„Wir haben eine bis zum letzten Rennen spannende DTM-Saison gesehen, in der unser Audi R8 LMS eine der Hauptrollen gespielt hat“, sagt Julius Seebach, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH und verantwortlich für den Motorsport. „Glückwunsch an Kelvin van der Linde und sein Team für viele emotionale Momente sowie einen tapferen Fight bis zur letzten Runde um den Titel. Das Interesse der Fans, die zum Saisonende endlich wieder an die Strecke durften, und die starken TV-Zahlen zeigen die weiterhin große Beliebtheit der DTM.“

Einer der Protagonisten der Saison 2021 war Kelvin van der Linde. Der Südafrikaner aus dem Team ABT Sportsline erzielte vier Siege – so viele wie kein anderer Fahrer – und musste sich im Titelkampf erst im letzten Rennen geschlagen geben. Schon jetzt steht fest, dass der Youngster auch 2022 für die Allgäuer Mannschaft an den Start gehen wird. Auch van der Lindes Teamkollege Mike Rockenfeller stand in seiner letzten DTM-Saison für Audi auf dem Podium. Der DTM-Champion von 2013 verlässt Audi nach 15 Jahren und stellt sich neuen Herausforderungen. „Mike hat in Le Mans und in der DTM viele Erfolge mit unserer Marke gefeiert, an die wir gern zurückdenken. Wir bedanken uns herzlich für die gemeinsame Zeit und wünschen ihm von Herzen alles Gute“, sagt Julius Seebach.

Sophia Flörsch, dritte Stammpilotin im Team ABT Sportsline, punktete in ihrem Debütjahr ebenfalls, während der 2017er-Formel-E-Meister Lucas di Grassi in Hockenheim und am Norisring als Gaststarter erste DTM-Erfahrungen sammelte.

Das Team Rosberg aus Neustadt an der Weinstraße startete in der Saison mit zwei Audi R8 LMS für Nico Müller, den DTM-Vizemeister der Jahre 2019 und 2020, sowie den Amerikaner Dev Gore. Müller stand am Auftaktwochenende in Monza auf dem Podium und wird auch 2022 mit Audi in der DTM an den Start gehen.

Und noch eine Personalie für die 2022er-Saison steht fest: Der dreimalige DTM-Champion René Rast wird nach einem Jahr in der Formel E mit Audi in die Serie zurückkehren. „René Rast und Nico Müller gehören derzeit zu den besten Fahrern auf dem Markt – und ich freue mich sehr, dass wir mit beiden in die Zukunft gehen“, sagt Julius Seebach. „Neben ihrer Performance auf der Strecke haben sie auch alles, was es braucht, um ein Team nach vorne zu bringen. Es ist schön, René wieder in der DTM zu sehen.“

Mit der 2020 gegründeten DTM Trophy hat sich 2021 eine zweite Liga etabliert, die jungen Talenten als Sprungbrett dient. Seriennahe Sportwagen wie der Audi R8 LMS GT4 bieten kosteneffizienten Motorsport und eröffnen dem Nachwuchs die Chance, sich vor den Teamchefs der DTM für die nächsten Aufgaben zu empfehlen.