Dienstag, 11. März 2014

Heute 30 Jahre DTM: Der Startschuss fiel in Zolder

11. März 1984, Zolder, Belgien: 70 Kilometer nordwestlich von Aachen beginnt eine neue Ära im Motorsport. Beim traditionsreichen Bergischen Löwen stehen 24 Tourenwagen verschiedenster Größen am Start. Es ist das erste Rennen der neu geschaffenen Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft, aus der zwei Jahre später die DTM hervorgehen wird. „Wir sind damals alle sehr aufgeregt nach Zolder gefahren. Ein großes Starterfeld mit klangvollen Namen, und ich war mit dabei“, erinnert sich Volker Strycek, der in einem BMW 635 CSi auf Anhieb den dritten Platz herausfährt und den Grundstein zu einer höchst erfolgreichen Saison legt. Am Ende des Jahres wird Strycek der erste Champion der DTM-Geschichte – dank seiner Konstanz sogar ohne einen einzigen Laufsieg.

der Grundstein für die moderne DTM liegt im Jahr 1984
Foto. Jens Hawrda
 
Die neue Rennserie trat in die Fußstapfen der renommierten Deutschen Rennsport-Meisterschaft, in der noch mit Sportwagen gefahren wurde. In der späteren DTM waren es seriennahe Gruppe-A-Fahrzeuge, noch dazu in verschiedenen Leistungsstufen. Ein ausgeklügeltes Handicap-Reglement mit Zusatzgewichten und Restriktionen bei den Reifenbreiten sollte dafür sorgen, dass große und kleine Fahrzeuge gleiche Chancen haben. „Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass die Idee der klassenlosen Gesellschaft recht gut funktioniert“, sagt Strycek: „Es entstand schnell eine Situation wie in der heutigen DTM: enges Feld, hohe Leistungsdichte, viele Autos. Die neue Serie war auf Anhieb faszinierend und enorm spannend.“
 
24 Fahrzeuge waren es beim ersten Rennen in Zolder. Noch im Laufe der ersten Saison wuchs das Starterfeld auf 40 Autos und 16 verschiedene Typen an. Im Alfa Romeo GTV6, den BMW-Modellen 323i und 635 CSi, dem Chevrolet Camaro, dem Ford Mustang, dem Rover Vitesse und dem Volvo 240 Turbo gab es gleich sieben Tourenwagen, die Siege holten.
Hans-Joachim Stuck mit seinem Audi V8 quattro (DTM 1991)
Foto: Audi-Motorsport
Den Auftakt prägen in Zolder noch die BMW 635 CSi. Lange Zeit führt der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Le-Mans-Sieger und DTM-Champion Hans-Joachim Stuck das Rennen an, bis er zwei Runden vor Schluss ein Vorderrad verliert. Vom Pech des heutigen DMSB-Präsidenten profitiert Markenkollege Harald Grohs, der sich bei einem BMW-Vierfacherfolg vor Udo Schneider den Premierensieg holt. Strycek wird nach einer Klasse-Aufholjagd Dritter. „Ich kam ja aus dem Renault-5-Pokal und das Arbeitsgerät und das Umfeld waren für mich völlig neu. Dazu bin ich dann noch umgedreht worden und weit zurückgefallen“, sagt Strycek: „Danach noch aufs Podium zu fahren, war für mich eine Riesensache – noch dazu im direkten Duell mit Rennfahrergrößen, die ich bis dahin nur angehimmelt hatte.“
 
Strycek war sofort infiziert „von dieser Droge Rennsport“ – und vor allem von der DTM, die er in verschiedenen Positionen – vom Rennfahrer über den Projektleiter bis zum späteren Opel-Sportchef – mehr als zwei Jahrzehnte lang begleitete. „Jede Epoche der DTM, die ich erlebt habe, hat neue Herausforderungen gebracht, neue Spannungsfelder und technologische Neuerungen“, sagt Strycek: „Ich bin immer noch ein Fan der DTM. Für mich ist sie die Formel 1 der Tourenwagen, Spitzensport auf allerhöchstem Niveau.“
 
Der Premiere in Zolder folgten bis heute 401 weitere Rennen; nach Volker Strycek gab es 18 weitere Champions – von Rekordsieger Bernd Schneider mit fünf Titeln bis zum aktuellen Champion Mike Rockenfeller. Auch in ihrer Jubiläumssaison, die am 4. Mai auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg beginnt, sorgt die DTM noch für Premieren: Zum ersten Mal in ihrer jetzt 30-jährigen Geschichte werden 2014 gleich sieben Champions in der Startaufstellung stehen – neben Mike Rockenfeller dessen Audi-Kollegen Mattias Ekström (Schweden) und Timo Scheider, Martin Tomczyk und der Kanadier Bruno Spengler (beide BMW) sowie die Briten Gary Paffett und Paul Di Resta (beide Mercedes-Benz).
 
 
 

 

Montag, 10. März 2014

Mercedes-Benz startet 2014 mit sieben Fahrzeugen in der DTM (Teil 1)


Der Mercedes-Benz Fahrerkader für die DTM-Saison 2014 ist komplett: Neben den DTM-Champions Gary Paffett und Paul Di Resta gehen in dieser Saison der frühere Formel 1-Pilot Vitaly Petrov sowie die letztjährigen Mercedes-Benz DTM-Piloten Daniel Juncadella, Christian Vietoris, Pascal Wehrlein und Robert Wickens für die Marke mit dem Stern in der DTM an den Start.

Beim Fitnesstraining im österreichischen Seefeld bereiteten sich alle sieben Fahrer eines DTM Mercedes AMG C-Coupés auf den Saisonstart am 4. Mai in Hockenheim vor. Im Fitnesscamp in Seefeld arbeitete die Mannschaft am letzten Feinschliff für die anstehenden Testfahrten und den Saisonstart in Hockenheim.

 
Saisonvorbereitung in Seefeld
Foto: Mercedes-Motorsport
 
 
Junge Wilde werden erwachsen
Vier Fahrer, denen in den vergangenen Jahren als Mercedes-Junioren der Sprung in die DTM gelang, sind auch in dieser Saison wieder für Mercedes-Benz am Start. Christian Vietoris beginnt am 4. Mai in Hockenheim bereits seine vierte DTM-Saison. Im vergangenen Jahr belegte Vietoris mit 77 Punkten den vierten Platz in der Gesamtwertung und war damit bestplatzierter Mercedes-Benz Pilot. „Ich habe im vergangenen Jahr mein persönliches Ziel einer Top-5-Platzierung klar erreicht“, sagt Vietoris. „Dabei stand ich vier Mal auf dem Podium, aber leider noch nie ganz oben. Das würde ich in diesem Jahr sehr gerne ändern. Daran werden mein Team und ich mit Volldampf arbeiten.“
 
Robert Wickens ist einer von drei DTM-Siegern im Fahrerkader. Der Kanadier gewann im Vorjahr beim Rennen auf dem Nürburgring sein erstes DTM-Rennen. „Mein Ziel für die vergangene Saison war es, konstant zu punkten und vielleicht sogar auf das Podium zu fahren – das habe ich mit drei Podestplätzen und meinem ersten DTM-Sieg sogar übertroffen“, sagt Wickens, der 2013 in der Gesamtwertung Platz fünf belegte. „Auf diesen Ergebnissen möchte ich 2014 aufbauen und mich weiter steigern. Am Nürburgring bin ich definitiv auf den Geschmack gekommen.“ 
Robert Wickens, 2013 drei Podestplätze, will 2014 mehr
Foto: Jens Hawrda
 
Vor einm Jahr debütierte Pascal Wehrlein als jüngster Fahrer der Geschichte in der DTM. Auch in diesem Jahr gehört der 19-jährige Mercedes-Junior zum Fahrerkader der Marke mit dem Stern. „Meine Debütsaison im vergangenen Jahr war in Ordnung, aber in dieser Saison möchte ich noch einen drauflegen und mich weiter steigern“, sagt Wehrlein, der 2013 drei Mal in die Punkteränge fuhr. „In diesem Jahr möchte ich regelmäßig punkten und vielleicht gelingt mir im Laufe der Saison ja auch die eine oder andere Überraschung.“ 
 
Wie Wehrlein startet auch Daniel Juncadella in seine zweite DTM-Saison. Sofern es sein Engagement in der DTM erlaubt, sammelt der Spanier außerdem Erfahrung als Testfahrer bei Sahara Force India-Mercedes in der Formel 1. „Die DTM hat für mich aber eindeutig Priorität“, betont Juncadella, der in seiner Debütsaison 2013 mit 21 Punkten den 16. Platz belegte. „Mein Ziel ist es, mich bis zum Saisonstart perfekt vorzubereiten, um in diesem Jahr meinen ersten Podestplatz in der DTM zu holen oder vielleicht sogar ein Rennen zu gewinnen.“
 

 

Sonntag, 9. März 2014

Nachgefragt bei ... Filipe Albuquerque

Filipe Albuquerque
Foto: Jens Hawrda

Sie sind aus der DTM in das LMP-Programm von Audi gewechselt. Was fasziniert Sie am meisten an den Langstreckenrennen und am Audi R18 e-tron quattro?

Es gibt zwei große Unterschiede: Das Auto erzeugt deutlich mehr Abtrieb und damit eine höhere Bodenhaftung als ein DTM-Tourenwagen. Und der größte Unterschied insgesamt ist das Ausmaß an Technologie. Es geht darum, die Technik unseres Audi R18 e-tron quattro in allen Situationen so zu nutzen, dass wir als Fahrer optimal unterstützt werden. Der R18 e-tron quattro fährt heute schon mit Technologien, die bei Audi in der Zukunft auch ihren Weg in die Serie finden könnten. Dafür steht Audi seit mehr als 30 Jahren. Wenn die Technik für die Kunden verfügbar ist, haben wir als Rennfahrer einen kleinen Beitrag dazu geleistet.

In dieser Woche ist verkündet worden, dass Sie die European Le Mans Series für das Team Jota Sport bestreiten werden, um sich auf die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC vorzubereiten. Was erwarten Sie in der ELMS?
Ich freue mich über diese Kooperation. Es ist eine Win-win-Situation. Ich will dem Team Jota helfen, um Einzelsiege und um den Titel zu kämpfen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie zu den besten ELMS-Teams zählt. Für mich persönlich geht es darum, meinen Fahrstil an Sportwagen anzupassen und mich gut durch den Verkehr zu bewegen. Bei den Sportwagen sind im Unterschied zur DTM verschiedene Rennwagenklassen in einem Feld unterwegs, Überholvorgänge sind die Regel. Man muss ein sehr gutes Gefühl für den Verkehr entwickeln, um nicht zu viel Zeit zu verlieren und effizient mit dem Kraftstoff umzugehen.

Ihre Saison hat bereits im Januar in der Tudor United SportsCar Championship begonnen. In Daytona sind Sie Fünfter Ihrer Klasse geworden. Am 15. März steht Sebring im Programm. Bei Flying Lizard fahren Sie mit Seth Neiman, Dion von Moltke und Alessandro Latif. Was wollen Sie in Florida im Audi R8 LMS erreichen?
Wir wollen aufs Podium fahren. Vielleicht können wir sogar ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Aber ganz ehrlich: Ein Ergebnis bei diesem schwierigen 12-Stunden-Rennen kann man überhaupt nicht vorhersagen. Die Strecke ist neu für mich und sie gilt in der Rennsportwelt als einzigartig. Ich fliege am Dienstag nach Amerika und freue mich schon sehr darauf.


Filipe Albuquerque startet in der ELMS

Filipe Albuquerque startet 2014 in der WEC und der ELMS
Foto: Audi-Motorsport
Der ehemalige DTM-Pilot und Audi-Werksfahrer Filipe Albuquerque geht zusätzlich zu seinen beiden Einsätzen in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC im Audi R18 e-tron quattro in diesem Jahr auch in der European Le Mans Series (ELMS) an den Start. Der Portugiese teilt sich in der LMP2-Klasse der Serie einen Zytek-Rennwagen des Teams Jota Sport mit den Briten Simon Dolan und Harry Tincknell. „Ich bin Audi Sport dankbar, dass diese Kooperation möglich ist und ich für die Einsätze mit Jota freigestellt worden bin“, freut sich Albuquerque. „So entsteht eine Win-win-Situation. Jota ist eines der besten Teams in der ELMS, wir teilen den Willen zum Sieg, und mir wird die Erfahrung helfen, mich auf die 6 Stunden von Spa und die 24 Stunden von Le Mans vorzubereiten.“

Samstag, 8. März 2014

Felix Baumgartner startet im Audi R8 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring


Extremsportler Felix Baumgartner stellt sich nach seinem Stratosphärensprung im Jahr 2012 auf der Nordschleife des Nürburgrings der nächsten großen Herausforderung. Der Österreicher erwirbt eine Rennlizenz und wird mit dem Team der Audi race experience auf der Nürburgring-Nordschleife zum Rennfahrer.

Felix Baumgartner startet bei 24h-Rennen auf dem Nürburgring
Foto: Audi-Motorsport
Die Audi race experience ermöglicht sportlich orientierten Kunden von Audi den Einstieg in den Rennsport. Doch noch nie hatte das Programm, das die Audi driving experience seit 2010 betreibt, einen so prominenten Fahrer. „Es ist fantastisch, dass sich in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit Felix Baumgartner ergibt“, freut sich Klaus Demel, Leiter der Audi driving experience. „Als Extremsportler hat Felix Baumgartner Millionen Fans auf der ganzen Welt mit seinen waghalsigen, ausgeklügelten und technisch extrem anspruchsvollen Aktionen begeistert. Nun führen wir ihn an unseren Sport heran, bieten ihm mit unserem Team ein professionelles Umfeld und sind schon sehr gespannt auf diese neue, gemeinsame Herausforderung.“
Felix Baumgartner bereitet sich mit der Audi race experience vor
Foto: Audi-Motorsport
Baumgartner hat als Gaststarter in Markenpokalen des Volkswagen-Konzerns in den vergangenen Jahren bereits sporadisch Rennerfahrungen gesammelt. Die großen Unterschiede in der Saison 2014: Mit dem Audi R8 LMS ultra steht ihm ein 419 kW (570 PS) starker, reinrassiger GT3-Rennwagen zur Verfügung. Der 44-Jährige bestreitet ein umfangreiches Vorbereitungsprogramm, bevor er am 21./22. Juni in das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring startet. Seine Teamkollegen sind nicht minder prominent: Der fünfmalige Le-Mans-Sieger Frank Biela (D), der dreifache Le-Mans-Gewinner Marco Werner (D) sowie der GT- und Sportwagen-Spezialist Pierre Kaffer (D) stehen ihm als Kollegen zur Seite.

„Diese Aufgabe ist total spannend und ich freue mich darauf, mit einem Audi Rennen zu fahren“, sagt Felix Baumgartner. „Bei ersten Testfahrten im straßenzugelassenen Audi R8 habe ich den Nürburgring kennengelernt, und auch im Audi R8 LMS ultra habe ich auf verschiedenen Strecken einige Kilometer gesammelt. Diese Aufgabe zähle ich zu den größten Projekten in meinem Leben. Das Umfeld ist perfekt, die Stimmung toll und ich fühle mich bestens bei der Audi race experience aufgehoben. Klar ist aber auch: Ich beginne im Grunde bei null, denn diese Sportart ist neu für mich.“
Felix Baumgartner lernt den Audi R8 auf dem Nürburgring kennen
Foto: Audi-Motorsport
Der frühere Profi-Rallyefahrer Josef „Sepp“ Haider, heute Sportlicher Leiter der Audi race experience, zählt zu den Instruktoren seines österreichischen Landsmannes. „Felix geht seine neue Aufgabe exakt so an, wie es einen Profi auszeichnet“, freut sich Haider. „Er ist lern- und wissbegierig, kann die physikalischen Bedingungen gut einschätzen und bringt eine hundertprozentige Motivation mit. Alle Teammitglieder haben ihn bei den ersten Tests zu schätzen gelernt. Ich freue mich schon sehr auf unseren gemeinsamen Weg.“

Das Team wird beim 24-Stunden-Rennen einen weiteren R8 LMS ultra einsetzen, dessen Fahrerbesetzung bereits feststeht. Schon im vergangenen Jahr bildeten Dominique Bastien (USA), Rahel Frey (CH) und Christian Bollrath (D) ein Team. Erstmals unterstützt Christiaan Frankenhout (NL) die Audi race experience als Fahrer.

Das Nürburgring-Programm 2014 von Felix Baumgartner:
21.–22.03. VLN, Probe- und Einstellfahrten
05.–06.04. Qualifikationsrennen 24 Stunden Nürburgring
26.04. VLN, 56. ADAC ACAS H&R-Cup
17.05. VLN, Adenauer ADAC Simfy-Trophy
21.–22.06. 24 Stunden Nürburgring