Samstag, 12. September 2026

DTM: Wittmann holt erste Saison-Pole, Preining übernimmt Tabellenführung

Marco Wittmann holt Pole am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

Marco Wittmann greift im Titelkampf der DTM noch einmal an. Der BMW-Werkspilot von Schubert Motorsport fuhr am Samstag im ersten Qualifying auf dem Sachsenring mit 1:17,627 Minuten die schnellste Runde und steht beim 13. Meisterschaftslauf zum ersten Mal in dieser Saison auf Startplatz eins. Mit der 16. DTM-Pole schob sich der Fürther auf Tabellenplatz vier vor und liegt 23 Punkte hinter Thomas Preining, der mit Rang zwei im Qualifying die Tabellenführung übernahm.

"Als mein Ingenieur mir per Funk gesagt hat, dass ich auf der Pole stehe, konnte ich es gar nicht glauben. In den vergangenen Jahren hatten wir auf dem Sachsenring immer unsere Probleme. Schon am Freitag hat sich aber gezeigt, dass wir gut dabei sind. Das Qualifying war mit der roten Flagge etwas chaotisch, das hat uns vielleicht ein wenig geholfen", sagte Wittmann, der als Sieger des Pirelli Pole Position Awards drei Punkte einstrich.

Porsche-Fahrer Preining wurde mit einem Rückstand von 0,126 Sekunden Zweiter und übernahm damit Platz eins im Gesamtklassement. "Ein super Ergebnis! Bis zur Unterbrechung des Qualifyings hatte ich noch keine schnelle Runde gefahren. Daher war mir klar, dass ich in den letzten Minuten liefern muss. Sonst wären wir ganz hinten gelandet. Die erste Startreihe ist eine top Ausgangslage fürs Rennen", erklärte der 28-Jährige.

Platz drei ging an Jules Gounon im Mercedes-AMG GT3 Evo. Kelvin van der Linde belegte im zweiten Schubert-BMW Rang vier. Der bisherige Spitzenreiter Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Ravenol beendete das Zeittraining auf Position fünf. Allerdings wird der Routinier wegen des Verursachens einer Kollision im letzten Rennen auf dem Nürburgring um drei Startplätze zurückversetzt.

Das mit Spannung erwartete Qualifying startete am Samstagmorgen um 9:55 Uhr bei 15 Grad Celsius auf der Berg-und-Tal-Bahn in Sachsen. Doch als die Fahrer in den letzten fünf Minuten der Session die Bestzeiten anvisierten, sorgte ein Ausritt von Lucas Auer für eine rote Flagge und stoppte die Zeitenjagd. Der Österreicher verlor wegen einer gebrochenen Radnabe hinten rechts einen Reifen und schlug mit seinem Mercedes-AMG GT3 Evo ein.

Zu diesem Zeitpunkt hatte jedoch nur Mercedes-AMG-Youngster Tom Kalender mit 1:18,332 Minuten eine Topzeit erzielt. Dem Rest des Feldes blieben nur drei Minuten, um nachzuziehen. Wittmann ging als Erster wieder auf die 3,645 Kilometer lange Strecke und erzielte kurz danach die Bestmarke. Knapp eine Minute später fuhr Preining auf Rang zwei vor, Gounon sicherte sich in letzter Sekunde den dritten Platz.

Ergebnis Qualifikation, 13. Saisonlauf, Sachsenring (Top-Five)

1. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), 1:17.627 Minuten

2. Thomas Preining (A/Manthey), +0.126 Sekunden

3. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), +0.289 Sekunden

4. Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), +0.389 Sekunden

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0.569 Sekunden

Quelle: dtm.com

Bereit für den DTM-Titelendspurt: Preining Trainingsschnellster am Sachsenring

Thomas Preining, Schnellster im Freien Training am Sachsenring
Foto: Jens Hawrda

Thomas Preining (A/Manthey) ist bestens gerüstet für den Schlussspurt im DTM-Titelkampf. Der 28-Jährige fuhr am Freitag im Freien Training auf dem Sachsenring mit 1:18,148 Minuten die schnellste Runde. Damit unterstrich der Österreicher, dass er mit dem Porsche 911 GT3 R auf der 3,645 Kilometer langen Berg-und-Talbahn zu den Top-Favoriten gehört.

"Auf dem kurvigen Sachsenring geht es vor allem darum, in den richtigen Rhythmus zu kommen. Den musst du in den Trainings aufbauen, und das ist uns gelungen. Die Strecke liegt mir ziemlich gut, wir wollen angreifen und um Siege kämpfen", versprach Preining, den nur ein Punkt von der Tabellenspitze trennt.

Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) wurde mit einem Rückstand von 0,087 Sekunden Zweiter. Platz drei sicherte sich Ricardo Feller im zweiten Neunelfer von Manthey. "Das Jahr ist unglaublich schnell vergangen, plötzlich ist die Saison schon fast rum. Daher möchte ich dieses Wochenende unbedingt aufs Podium und dafür sind wir bestens vorbereitet", sagte der Schweizer, dem in der langsameren zweiten Trainings-Session mit 1:18,857 Minuten die schnellste Zeit gelang. Bester Mercedes-AMG-Pilot war Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) auf Rang vier. Tabellenführer Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) komplettierte die Top Fünf und zeigte sich zufrieden mit dem eigenen Programm, ohne den Trainingszeiten zu viel Gewicht beizumessen. Der Spitzenreiter: "Wir haben verschiedene Einstellungen ausprobiert, das Fahrzeug fühlt sich gut an. Wir schauen nicht auf die Konkurrenz, sondern konzentrieren uns voll auf uns."

Im ersten Freien Training hatte Preining früh die Bestzeit vorgelegt, wurde zwischenzeitlich aber von Engel und Gounon verdrängt – ehe er sich die Spitzenposition zwei Minuten vor Schluss zurückholte. Kurz danach schoben sich von der Linde und Feller noch auf Position zwei und drei vor. In der Nachmittags-Session stand dann weniger die Rundenzeit als die Rennabstimmung im Fokus: Die Teams feilten an der finalen Fahrzeugbalance und simulierten Long-Runs für die Meisterschaftsläufe 13 und 14 am Samstag und Sonntag.

Quelle: dtm.com


Donnerstag, 10. September 2026

Emil Frey Racing mit Vollgas zum vorletzten DTM-Lauf an den Sachsenring

Matteo Cairoli, Ferrarie 296 GT3 Evo #14
Foto: Jens Hawrda

Vom 11. bis 13. September 2026 gastiert die DTM am Sachsenring, und Emil Frey Racing geht dort mit dem #14 und dem #69 Ferrari 296 GT3 Evo an den Start. Der 3,671 Kilometer lange Kurs bei Chemnitz zählt mit seinen 13 Kurven und dem hügeligen, technisch anspruchsvollen Layout zu den besonderen Herausforderungen im DTM-Kalender. Überholen ist auf dem engen Sachsenring traditionell schwierig, weshalb eine starke Qualifying-Leistung und ein fehlerfreies Rennen entscheidend sein werden.

Die Geschichte und die Ergebnisse sprechen allerdings für das Team aus Safenwil: Im vergangenen Jahr fuhr das Team zwei Podestplätze ein, im Jahr davor feierten es sogar einen Sieg und ein weiteres Podestergebnis. Der Sachsenring war daher für die Schweizer Truppe stets ein Ort, an dem die Stärken des Teams besonders zur Geltung kamen.

Nach dem Wochenende am Nürburgring, das mit dem souveränen dritten Saisonsieg von Matteo Cairoli am Samstag einen Hochpunkt hatte, aber durch den unglücklichen Boxenstopp-Defekt am Sonntag einen bitteren Beigeschmack hinterliess, geht Emil Frey Racing mit Entschlossenheit in die Schlussphase der Saison. Das Team nutzte zudem vor knapp zwei Wochen die Testfahrten am Sachsenring, um sich bestmöglich vorzubereiten. Das Programm verlief planmässig und lieferte wichtige Erkenntnisse, insbesondere hinsichtlich des Reifenverschleisses auf dem abrasiven Belag. In der Teamwertung liegt das Team mit 197 Punkten auf dem vierten Rang, 34 Zähler hinter dem führenden Winward Racing. Bei noch zwei ausstehenden Rennwochenenden und insgesamt vier Rennen ist der Kampf um die vorderen Plätze noch offen.

Fahrerstimmen vor dem Rennwochenende am Sachsenring

Matteo Cairoli (Italien)

„Es war sehr spannend, nach neun Jahren endlich mal wieder zu den Testfahrten an den Sachsenring zu kommen. Die Strecke ist eigentlich eine gesamte Linkskurve und mit den Höhenunterschieden einfach spannend. Auch wenn wir zuletzt am Nürburgring etwas an Boden verloren haben, ist es ganz klar unser Ziel, in den verbleibenden Rennen alles zu tun, damit wir noch im Meisterschaftskampf dabei sein können.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Wir hatten einen sehr guten Test und ich freue mich schon sehr auf diese coole Strecke, mit ihren schnellen Kurven aber auch den langsamen, technischen Passagen im ersten Abschnitt. Der Test war der erste seit langem und wir konnten uns in einigen Bereichen Klarheit verschaffen, denn wir haben ganz viele verschiedene Dinge ausprobiert. Ich freue mich sehr auf das Wochenende und denke wir haben ein sehr gutes Gesamtpaket.“

Euro Moto Superbike: Für Soomers Arm war die Renndistanz zu viel

Hannes Soomer, BMW #38
Foto: Jens Hawrda

Hannes Soomer musste in den vergangenen Rennen der EURO MOTO Superbike zuschauen – und zwar vom heimischen Sofa aus. Per Livestream verfolgte der Este, was seine Kollegen auf der Strecke veranstalteten. Eine massive Schulterverletzung hatte ihn beim Abschlusstest für die Langstrecken-WM in Suzuka wochenlang außer Gefecht gesetzt. Am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, war er am zweiten und letzten offiziellen Testtag für die 8 Stunden von Suzuka gestürzt.

Auf dem Nürburgring war der 28-Jährige vom Team Masteroil-Alpha-Van-Zon-BMW wieder fit genug für ein Rennwochenende. Das Comeback war kein Spaziergang. Zu Saisonbeginn war der direkte Sprung in die Superpole 2 für Soomer schon Standard. Am Nürburgring blieb er dagegen in der Superpole 1 stecken. Startplatz zehn – dritte Reihe.

In den Rennen zeigte Soomer dann, dass die Rennfahrer-Software noch einwandfrei läuft. Zehnter im ersten Lauf, Zwölfter im zweiten. Keine Sensationsplatzierungen, „aber ich war zuallererst glücklich, wieder dabei zu sein“, meinte er und fügte hinzu: „doch ich war eben noch nicht zu hundert Prozent der Alte. Meine Knochen sind alle wieder zusammengewachsen, aber mein Körper ist noch nicht wieder ganz fit.“

Das erste Rennen lief für ihn überraschend gut. „Damit war ich echt happy.“ Nach dem zweiten Lauf war die Freude gedämpfter. Die BMW hätte noch gekonnt, aber Soomers Schulter hatte irgendwann andere Pläne. „Mein Arm hat ein wenig Probleme gemacht. So ein ganzes Wochenende war ihm dann wohl ein wenig viel. Es war eben doch eine schwerere Verletzung.“ Sein Team kennt sich nach dem Nürburgring-Event nicht nur beim Motorrad, sondern auch in Sachen Tape-Verband bestens aus. Zuhause in Estland bekommt Soomer Unterstützung vom Olympiastützpunkt. „Die haben sich toll um alles gekümmert“, erzählt er. „Von der Operation bis hin zur Reha.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Mittwoch, 9. September 2026

Zwei Sachsen, zwei Geschichten: Paul feiert DTM-Comeback, Primm seine Premiere

  • Dresdener Maximilian Paul kehrt zwei Monate nach seinem Unfall zurück
  • Simon Connor Primm aus Großschirma gibt auf dem Sachsenring sein Debüt
  • Audi-Youngster Primm sorgt für DTM-Comeback der Marke mit den vier Ringen

Heimspiel mit besonderen Vorzeichen: Beim DTM-Wochenende auf dem Sachsenring (11. bis 13. September) stehen zwei Lokalmatadore mit ganz unterschiedlichen Geschichten im Mittelpunkt. Der Dresdner Maximilian Paul (TGI Team by GRT) kehrt nur gut zwei Monate nach seinem Unfall am Norisring ins DTM-Cockpit zurück. Für Simon Connor Primm (Seyffarth Motorsport) aus Großschirma beginnt dagegen ein neues Kapitel. Der 21-Jährige feiert vor heimischem Publikum seine DTM-Premiere – und bringt dabei Audi mit dem R8 LMS GT3 Evo2 als neunte Marke zurück in die DTM.

Nach erfolgreicher Reha zurück in der DTM: Maximilian Paul
Foto: ADAC-Motorsport

Paul kämpft sich in Rekordzeit zurück

Nach seinem Unfall Anfang Juli auf dem Norisring mit Brüchen an Schien- und Wadenbein sowie am ersten Lendenwirbel arbeitete Paul intensiv an seinem Comeback. Der 26-Jährige saß nach erfolgreicher Operation und zahlreichen Reha-Einheiten beim DTM-Test auf dem Sachsenring Ende August erstmals wieder im Rennwagen und schaffte damit den entscheidenden Schritt auf dem Weg zu seinem Comeback.

„Mein Körper hat bei der Heilung extrem schnell mitgemacht. Ich habe die vergangenen zwei Monate gefühlt 80 Prozent der Zeit bei meinem Physio verbracht. Wir haben jeden Tag intensiv gearbeitet und unter anderem viel im Wasser trainiert“, verrät Paul. „Beim DTM-Test am Sachsenring war meine größte Sorge zunächst der Rücken, aber der hat super funktioniert. Das Bein hat noch etwas wehgetan, trotzdem konnte ich fahren. Jetzt freue ich mich einfach riesig, wieder im Auto zu sitzen und in der DTM anzugreifen, ohne mich eingeschränkt zu fühlen.“

Bereits 50 Tage nach dem Unfall saß der Dresdner beim offiziellen DTM-Test auf dem Sachsenring wieder im Lamborghini Temerario GT3 und absolvierte 98 Runden. Dabei übertraf Paul nicht nur die eigenen Erwartungen. „Im Team gab es dann sogar eine Wette, dass ich keine 15 Runden schaffe – die habe ich gewonnen“, erzählt er mit einem Lachen und ergänzt: „Natürlich zwickt es nach zwei Monaten hier und da noch. Aber wenn ich mich nicht wohlfühlen würde, würde ich nicht fahren. Die Motivation und die Lust aufs Rennfahren sind viel größer als die kleinen Schmerzen.“

Simon Connor Primm gibt am Sachsenring sein DTM-Debüt
Foto: ADAC-Motorsport

Vom ADAC GT Masters auf die große DTM-Bühne

Während Paul auf bekanntes Terrain zurückkehrt, wartet auf Primm eine Premiere. Der Youngster aus Großschirma tritt seit drei Jahren im ADAC GT Masters an und startet dort für HGL Racing. Auf dem Sachsenring setzt die Mannschaft unter dem Namen Seyffarth Motorsport einen Audi R8 LMS GT3 Evo2 ein. Damit ist Audi erstmals in diesem Jahr in der DTM vertreten. Das Starterfeld wächst beim vorletzten Saisonstopp auf neun Marken.

„Das ist eine einmalige Chance. Die DTM gehört für mich zu den besten Serien der Welt. Es war schon immer mein Traum, dort einmal zu fahren. Als ich vor ein paar Jahren Fahrer wie Marco Wittmann und Lucas Auer in der DTM verfolgt habe, bin ich selbst noch Kart gefahren“, sagt Primm. „Dass wir mit Audi antreten und die Marke in dieser Saison zurück in die DTM bringen, macht das Ganze noch besonderer.“

Ganz unvorbereitet geht Primm nicht in sein Heimspiel. In den vergangenen beiden Wochen konnte der Debütant zweimal mit einem GT4-Fahrzeug auf dem Sachsenring testen. Trotzdem bleibt Primm vor seinem ersten DTM-Wochenende realistisch: „Für uns alle ist das ein Sprung ins kalte Wasser. Deshalb ist das Wichtigste, einen sauberen und fehlerfreien Job zu machen und so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Ich will mich mit den Besten messen. Genau diese Herausforderung reizt mich.“