Dienstag, 25. November 2014

Nachgefragt bei ... Tom Kristensen

Tom Kristensen
Foto: Audi-Motorsport
Sie haben auf einer Pressekonferenz am Mittwoch letzter Woche das Ende Ihrer Profi-Karriere verkündet und dabei sehr entspannt gewirkt. Wie leicht ist Ihnen dieser Schritt gefallen?

Ich hatte ein inneres Empfinden, das in den vergangenen Monaten immer stärker geworden ist. Es war das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um meine Karriere zu beenden. Ich bin sehr glücklich und stolz auf das, was ich erreicht habe. Und ich fühle mich sehr privilegiert, denn ich durfte für großartige Teams und mit tollen Teamkollegen arbeiten. Natürlich ist das jetzt ein großer Schritt, aber ich bin immer meinem Gefühl gefolgt und es wird mich auch jetzt nicht täuschen. Allan McNish und Dindo Capello haben mir bestätigt, wie schwierig eine solche Entscheidung ist, aber zugleich bin ich glücklich und werde sicher meine Freizeit genießen können.

Haben Sie es bereits verinnerlicht, dass Ihre Karriere nach dem Finale der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC bereits in einer Woche vorbei sein wird?

Natürlich ist es nicht einfach, das Ende meiner Karriere wirklich zu begreifen, und ich werde es sicher vermissen, nicht mehr regelmäßig im Rennwagen zu sitzen. Aber mir war es wichtig, die Entscheidung zu treffen, solange ich in einer starken Position bin. Auch in der nächsten Zukunft fahre ich noch das ein oder andere Rennen, zum Beispiel das Race of Champions oder historische Veranstaltungen. Ich freue mich auch sehr auf meine neue Rolle bei Audi und mehr Zeit für Familie und Freunde. Ich hatte 35 fast perfekte Jahre im Motorsport, aber ich bin mir sicher, dass es im Leben auch noch andere schöne Dinge gibt.

Was waren die emotionalsten Bekundungen, die Sie erreicht haben?

Es war unglaublich, die vielen positiven Rückmeldungen zu sehen, und alle waren sehr mitfühlend. Die Nachricht zum Rücktritt auf meiner Facebook-Seite hat mehr als 45.000 „Gefällt mir“-Klicks und 3.500 direkte Kommentare bewirkt. Ich schulde vielen Menschen großen Dank, allen voran den Fans. Ich habe eine Flut an Bekundungen erhalten, die mich sehr berührt haben – von der Schulklasse meines Sohnes Oswald über Jacky Ickx und aktuelle Rennfahrerkollegen bis hin zu Politikern und Mitgliedern des Königshauses.

Jahr für Jahr sind Tausende Ihrer Landsleute nach Le Mans gepilgert, um Sie fahren zu sehen. Es gab ein eigenes Dänen-Camp an der Strecke, das Sie jedes Jahr besucht haben. Was wird nun daraus?

Meine Landsleute haben wirklich einen riesigen Enthusiasmus gezeigt. Aber ich bin mir sicher, dass sie sich auch in Zukunft stark engagieren werden. Ich werde sie auch in den nächsten Jahren in Le Mans besuchen, jetzt habe ich sogar viel mehr Zeit für sie und für alle Audi-Fans. Und es gibt noch viele andere dänische Rennfahrer in Le Mans, die ihren Applaus und ihren Zuspruch verdient haben.

Biela/Molina stark am Drücker

Frank Biela (l.) und Miguel Molina Platz zwei bei 24h Slotcar-Rennen
Foto: Audi-Motorsport
Starker Auftritt in Hamburg: Bei einem 24-Stunden-Rennen für Slotcars fuhren die Audi-Piloten Frank Biela und Miguel Molina mit ihrem Audi R8 LMS im Maßstab 1:24 auf Gesamtrang zwei. Den Sieg verpassten die beiden in einer der knappsten Entscheidungen in der Geschichte des Rennens um umgerechnet weniger als 60 Sekunden. Molina gelang bei seinem ersten Start in Hamburg auf Anhieb der Sprung auf das Podium. Biela hatte den seit 1991 ausgetragenen Langstrecken-Klassiker für Slotcars zuletzt fünfmal in Folge gewonnen.

Montag, 24. November 2014

Formel-E in Malaysia: Sam Bird siegt

Sam Bird hat den Sieg in Malaysia seinem Freund Jules Bianchi, der sich nach seinem schweren Unfall beim Formel-1-Rennen in Japan immer noch in kritischen Zustand befindet, gewidmet.
Sam Bird siegt im zweiten Rennen in Malaysia
Foto: Formel-E-Media
Bird (Virgin Racing) begann das Rennen von Startplatz zwei und zog mit einem hervorragenden Überholmanöver am Trainigsschnellsten Oriol Servia (Dragon Racing) vorbei um die Führung zu übernehmen. Sehr schnell konnte er einen komfortablen Vorsprung herausfahren, den er bis zum Ende des Rennen kontrollierte.

"Im ersten Stint war ich in der Lage, eine relativ große Lücke herauszufahren, da war dann schon klar, das wir das Rennen gewinnen können, wenn wir keinen dummen Fehler machen." sagte Bird nach dem Rennen.

Foto: Formel-E-Media
Sam Bird, war, wie alle Fahrer, voll des Lobes für die Arbeit, die bei der Schaffung des Putrajaya Stadtkurs geleistet wurde. 

Der Zweitplazierte Lucas die Grassi startete von Startplatz 18 und konnte sich im Laufe des Rennens bis auf Platz zwei vorarbeiten. "Von ganz hinten noch vorzufahren, ist unglaublich - auch für die Meisterschaft", jubelt er. Ähnliches gelang Sebastien Buemi, der von 19 noch auf Rang drei raste: "Von der Startposition aus war das echt das Bestmögliche", sagt der Schweizer. "Das ist nicht so schlecht, würde ich sagen."

Nach dem Sieg ist Sam Bird nun Zweiter in der Meisterschaft, drei Punkte hinter dem Audi Sport Abt Piloten Lucas di Grassi, der das Rennen in Putrajaya als Zweiter beendete. Das Abt-Team führt nun die Teamwertung der Formel-E-Meisterschaft an.
Antonio Felix da Costa belegt in seinem ersten Formel-E-Rennen Platz acht
Foto: Formel-E-Media
Für Nick Heidfeld (Venturi) endete auch dieses Rennen unerfreulich. Er wurde wurde nach dem das Rennen beendet war offiziell aus dem Rennen ausgeschlossen, weil einen Boxenstopp außerhalb der erlaubten Zone vorgenommen wurde. Nach einem Unfall mit Franck Montagny stieg der Deutsche kurzerhand in sein Ersatzauto. Das bedeutet, dass sein 19. Platz im Rennen am Ende des Jahres nicht als Streichresultat gewertet werden kann.
Foto: Formel-E-Media
Rennergebnis Malaysia (Top-Five):

1. Sam Bird   (Virgin Racing)
2. Lucas di Grassi   (Audi Sport Abt)
3. Sèbastien Buemi   (e.dams Renault)
4. Nicolas Prost   (e.dams Renault)
5. Jerome d'Ambrosio   (Dragon Racing)

Meisterschaftsstand nach zwei Rennen (Top-Five):

1. Lucas di Grassi       (Audi Sport Abt)     43 Pkt.
2. Sam Bird                 (Virgin Racing)       40 Pkt.
3. Frank Montagny      (Andretti)                18 Pkt.
4. Nicolas Prost           (e.dams Renault)   18 Pkt. 
5. Jerome d'Ambrosio (Dragon Racing)    18 Pkt.

Samstag, 22. November 2014

Für Jan Bühn endet die Motorradsaison in Spanien durch einen Unfall vorzeitig

Für Motorradrennfahrer Jan Bühn aus dem badischen Kronau begann die Motorradrennsaison mit einem guten neunten Platz beim Saisonauftakt Anfang April auf der Rennstrecke in Jerez de la Frontera/Spanien.
 

Motorradrennfahrer Jan Bühn aus Kronau möchte mit seinem Team 
um Mentor Georg Räth (zweiter von links) und Teamkoordinator Dario Giuseppetti (ganz links)
 auch 2015 in Spanien starten
Der 23-Jährige war nach seinem fünften Endrang 2013 (Supersport-Kategorie) von der Internationalen Deutschen Motorrad-Strassenmeisterschaft in die spanische Motorradmeisterschaft gewechselt und ging für das spanische H43 Blumaq Team von Ex-Rennfahrer Manuel Hernandez in der Moto2-Klasse an den Start. Bei der zweiten Veranstaltung Anfang Juni in Aragon fand Jan Bühn kein richtiges Setup für seine AJR-Rennmaschine und belegte im Training nur den 25. Platz in der Moto2-Kategorie. Im ersten Lauf verfehlte der Badener mit dem 19. Platz die Punkteränge, doch beim zweiten Rennen in Aragon kämpfte er sich nach vorne und holte mit dem 12. Platz erneut Punkte. Mitte Juni ging es dann weiter auf die Rennstrecke in Barcelona, dort wurde Jan nach einem 12. Platz im Training im Rennen nach wenigen Runden von einem Kontrahenten abgeschossen und stürzte. Beim nächsten Renneinsatz auf der Strecke in Albacete konnte sich Jan Bühn vom 14. Startplatz im Training auf den neunten Rang wie in Jerez verbessern, damit gelang ihm die zweite Top Ten-Platzierung. Zwischen dem Rennen in Albacete und der nächsten Veranstaltung in Navarra Anfang September gab es eine achtwöchige Sommerpause. Dies nutzte Jan zu einem kurzfristigen Einsatz auf der Aprilia 1000 ccm im Rahmen der German Speedweek-Veranstaltung in Oschersleben in der Nähe von Magdeburg. „Ich bekam vom Motorradhändler Zweiradtechnik-Grebenstein aus Gera einen Anruf ob ich Interesse hätte zu fahren, da sich der dritte Fahrer beim freien Training verletzte. Ich bin dann gleich mit dem Wohnmobil nach Oschersleben gefahren und es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir führten bis zur Hälfte des 8-Stundenrennens in der Open-Klasse,  bis uns zwei Defekte auf den dritten Rang zurück warfen. Es war ein tolles Erlebnis und gleich beim ersten Einsatz fuhren wir auf das Siegerpodest“, freute sich Jan Bühn. Nach Oschersleben standen Testfahrten für das nächste Rennen in Navarra/Spanien an, beim Training dort fuhr ihm der Tscheche Miroslav Popov in das Motorrad. Beim Sturz erlitt er einen vierfachen offenen Ellbogenbruch und damit war die Saison für den Kronauer vorzeitig beendet. Da der Ellenbogen langsam heilt konnte Jan Bühn erst Ende Oktober mit leichten Kraftübungen beginnen.

Beim Motorradfinale in Hockenheim schaute sich Jan Bühn mit einem Gipsverband um und führte Gespräche für die nächstjährige Rennsaison. „Ich würde gerne eine weitere Saison in Spanien fahren, mein Lehrjahr ist vorbei, ich kenne jetzt die Rennstrecken und möchte nun um Podestplätze kämpfen, aber dazu brauche ich eine Kalex oder Suter-Rennmaschine. Wir schauen uns auch in der IDM um, am liebsten würde ich dann in die Superstock-Klasse starten. Bei meinem Einsatz auf der 1000er Aprilia bin ich gleich gut zurechtgekommen. Ich möchte mich bei meinem ganzen Hernandez-Team und den Sponsoren bedanken, besonders bei meinem Mentor Georg Räth“, meinte der Badener. Obwohl Jan Bühn nur 5 von 10 Rennen bestreiten konnte belegte er als Zweitbester Deutscher Fahrer mit 18 Punkten den 20. Gesamtrang von 33 Piloten. Den Gesamtsieg in der Moto2-Klasse errang der Schweizer Jesko Raffin vor dem 18-Jährigen Deutschen Florian Alt aus Nümbrecht, die beide eine Kalex pilotieren. Über den Winter kann sich Jan Bühn wieder mehr seinem Studium zum Verkehrssystemmanagement an der Hochschule in Karlsruhe widmen. Wer Interesse an einer Verpflichtung von Jan Bühn hat, kann sich gerne über die Internetseite von Jan Bühn
www.jan-buehn.de mit ihm in Verbindung setzen.

Beitrag und Foto wurden zur Verfügung gestellt von Michael Sonnig

Freitag, 21. November 2014

Markus Reiterberger gewinnt BMW Motorrad Race Trophy

Markus Reiterberger gewinnt BMW Race Trophy
Foto: Jens Hawrda
Nach einer langen Saison spannenden Rennsports steht nun die Abschlusswertung der BMW Motorrad Race Trophy 2014 fest. Zu Beginn des Jahres rief BMW Motorrad Motorsport dieses neue und einzigartige Kundensportprojekt ins Leben, und das Interesse unter den BMW Motorrad Privatfahrern war auf Anhieb groß. Insgesamt haben sich in der Premierensaison 69 Teilnehmer angemeldet, die Rennen in 19 Ländern auf sechs Kontinenten bestritten haben. Sie konnten in 15 verschiedenen Meisterschaften und Straßenrennsport-Veranstaltungen Race Trophy Punkte sammeln. Alle Ergebnisse, die sie im Wertungszeitraum vom 15. Februar bis zum 16. November in ihren jeweiligen Rennserien erreicht haben, wurden in der Wertung berücksichtigt. Entsprechend dem Reglement wurden zudem Bonuspunkte vergeben für Polepositionen und Titelgewinne sowie für jene Fahrer, die mit dem „BMW Motorrad Motorsport“ Aufkleber an ihrem Motorrad an den Start gegangen sind.

Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Der erste Sieger der BMW Motorrad Race Trophy ist Markus Reiterberger (DE) mit 299,00 Race Trophy Punkten. Er bestritt in diesem Jahr die Internationale Deutschen Motorrad-Meisterschaft (SUPERBIKE*IDM), in der er mit Van Zon-Remeha-BMW drei Siege und zahlreiche Podiumsplätze feierte. Zudem holte er gemeinsam mit dem Penz13.com Team im Rahmen der FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) den Sieg in der Superstock-Klasse bei den 8 Stunden von Oschersleben (DE). Der zweite Platz in der BMW Motorrad Race Trophy geht an Emilien Jaillet (FR) mit 288,00 Punkten. Jaillet krönte sich mit fünf Saisonsiegen zum Meister in der Klasse European Bikes der Französischen Superbike-Meisterschaft (FSBK). Marco Nekvasil (AT) sicherte sich mit 254,65 Punkten den dritten Platz in der BMW Motorrad Race Trophy. Er gewann in dieser Saison sechs Rennen in der Superstock-1000-Klasse der SUPERBIKE*IDM und feierte damit den Titelgewinn in dieser Kategorie.
 
Die 15 bestplatzierten Teilnehmer der BMW Motorrad Race Trophy 2014 werden mit Trophäen und einem Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro ausgezeichnet.

Markus Reiterberger Sieger der BMW Race-Trophy 2014
Foto: Jens Hawrda
 
„Wir können mit Stolz auf die Saison 2014 zurückblicken“, sagt Berthold Hauser, BMW Motorrad Motorsport Technischer Direktor. „Einmal mehr waren unsere Kundenteams rund um den Globus erfolgreich. Es war toll mitzuerleben, wie sie Woche für Woche Rennsiege und Podiumsplätze gesammelt haben. Sie haben Siege und Titel bei internationalen Meisterschaften und Veranstaltungen ebenso gefeiert wie in zahlreichen nationalen Championaten wie in Frankreich, Spanien, Südafrika, Italien, Kanada und Brasilien. Wir freuen uns, dass wir durch unsere enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden unseren Beitrag zu diesen Erfolgen leisten konnten.“
 
„Wir blicken auf eine großartige erste Saison der BMW Motorrad Race Trophy zurück“, erklärt Udo Mark, BMW Motorrad Motorsport Marketing Direktor. „Unser Ziel war es, mit diesem Projekt die BMW Motorrad Motorsport Familie noch enger zusammenzubringen. Das Feedback, das wir aus aller Welt bekommen haben, zeigt uns, dass uns dies gelungen ist. Und die Tatsache, dass die 15 bestplatzierten Fahrer aus neun verschiedenen Ländern kommen und an sieben verschiedenen Meisterschaften teilgenommen haben, bestätigt, dass die BMW Motorrad Race Trophy für Privatfahrer aus der ganzen Welt ein attraktives Projekt ist.“

Unter den ersten zehn Fahrern sind allein fünf IDM-Piloten, das sagt auch einiges über die Leistungsdichte und Qualität der Superbike*IDM.


Platzierung der Superbike*IDM Piloten in den Top-Ten:


  1. Markus Reiterberger 
  3. Marco Nekvasil
  4. Bastien Mackels
  7. Lucy Glöckner
10. Dominik Vincon