Samstag, 21. April 2018

Daniel Abt erstmals im neuen Audi e-tron FE05

  • Audi setzt in Spanien Vorbereitung auf neue Formel-E-Saison fort
  • Abt: „Fast wie in einem Science-Fiction-Film“
Daniel Abt und der neue Audi etron FE05
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Premiere für Daniel Abt: Unter der Sonne Spaniens ist der deutsche Audi-Pilot zum ersten Mal den neuen Audi e-tron FE05 gefahren, der in der nächsten Formel-E-Saison startet. Auch beim zweitägigen Test in Calafat sammelten die Ingenieure wichtige Daten für die Entwicklung des spektakulären, voll elektrischen Rennautos.

Rom, Calafat, Paris – diese Tage stehen für Daniel Abt ganz im Zeichen der Formel E. Zwischen den Läufen sieben und acht der aktuellen Saison testete der Deutsche in dieser Woche zwei Tage lang erstmals die nächste Generation des voll elektrischen Rennautos. Sein Teamkollege Lucas di Grassi hatte bereits Ende März die ersten Kilometer im Audi e-tron FE05 absolviert.

„Ich habe mich riesig auf meinen ersten Test gefreut und bin mit großen Erwartungen nach Spanien gekommen – und die wurden noch übertroffen. Das Fahren macht riesigen Spaß, das Auto ist in allen Bereichen ein großer Schritt vorwärts“, sagt Daniel Abt, der in Mexiko sein erstes Formel-E-Rennen gewonnen hatte und am vergangenen Wochenende in Rom das Podium mit Platz vier nur knapp verpasste. Besonders die Optik hat es Abt angetan: „Auf der Rennstrecke sieht der Audi e-tron FE05 noch spektakulärer aus als auf Bildern. Und wenn man zwischen anderen Autos unterwegs ist, fühlt man sich fast wie in einem Science-Fiction-Film.“

Daniel Abt während der Testfahrt im Audi etron FE05
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Teamchef Allan McNish freut sich über das positive Feedback seiner beiden Piloten: „Es ist ein gutes Zeichen, wenn Daniel und Lucas sich auf Anhieb in dem neuen Auto wohlfühlen und gut damit klarkommen. Hinter der ganzen Entwicklung steckt eine Menge Arbeit, nicht nur bei den Tests an der Strecke, sondern auch zu Hause in Neuburg. Auch wenn noch eine Menge Arbeit vor uns liegt, wissen wir, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Während die nächsten Testfahrten mit dem Audi e-tron FE05 im Mai geplant sind, geht es in der aktuellen Saison schon nächstes Wochenende weiter. Am 28. April starten Daniel Abt und Lucas di Grassi auf den Straßen von Paris.

Der Countdown läuft: Die IDM fährt in Oschersleben in die neue Saison

Foto: Jens Hawrda
Die Tage sind gezählt, die Spannung steigt, die Starterlisten sind gefüllt. Vom 27. bis 29. April 2018 gastiert Deutschlands höchste Motorradstraßenrennsportserie in der Motorsport Arena Oschersleben. Wenn sich insgesamt sechs Motorradhersteller in vier IDM-Prädikatsklassen um Punkte streiten, ist Action garantiert.

In der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft geht es prickelnd zu wie lange nicht mehr. Allein fünf Hersteller sind in der Klasse IDM Superbike 1000, dem Nonplusultra in der Szene, vertreten.  Die 1000 cm³-Motorräder kommen von BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Bei den Superbikes handelt es sich um käufliche 1000 cm³-Motorräder, die für die Meisterschaft hochgezüchtet werden. Das Reglement ist an die internationalen FIM Stocksport-Regeln angelehnt, hat aber noch ein paar Freiheiten mehr. Erlaubt sind zum Beispiel eine Kit-Elektronik oder Umbauten an der  Federgabel und im Bremssystem.  Um die Kosten nicht in schwindelige Höhen schießen zu lassen, sind die Preise für diese Teile gedeckelt. Für den Titelkampf lassen sich 2018 keine Prognosen abgeben. Während es im vergangenen Jahr mit Markus Reiterberger einen klaren Favoriten gab, sind die Karten nach dem EM-Aufstieg des Champions völlig neu gemischt.


An vorderster Front bleibt die Klasse die Spielwiese der Werksteams. Es wird ein MegaAufwand betrieben, um den Titel zu gewinnen. Wobei es dabei durchaus Überraschungen geben kann. Wie immer geht es auch 2018 äußerst international zu. Zu den Titelfavoriten zählt der Franzose Mathieu Gines auf Kawasaki. Yamaha verspricht sich viel von der Neuverpflichtung des Niederländers Danny de Boer, der vor einem Jahr als einziger Fahrer den damals so überragenden Markus Reiterberger schlagen konnte. Suzuki hat sich mit dem Ex-Superbike-WM-Piloten Dominic Schmitter einen Schweizer geangelt. Honda setzt weiter auf den Tschechen Jan Halbich, der so fit und so schnell wie noch nie ist. BMW hat neben Julian Puffe den schnellen Ukrainer Ilya Mikhalchik an Bord. Insgesamt haben sich 23 Teilnehmer permanent für die IDM Superbike 1000 eingeschrieben.    


Dennoch haben auch jede Menge Privatteams Chancen. Neben dem Erfolg gehört auch viel Glück dazu vorne mitzumischen. Vor zwei Jahren ließ mit Marvin Fritz ein Privatfahrer mit Mini-Team und Low-Budget alle Kollegen hinter sich.   Auf zwei Rädern wird zudem in den offiziellen Prädikatsklassen IDM Supersport 600 und IDM Supersport 300 gefahren. Die IDM Supersport 600 ist die bewährte Mittelklasse. Hier zeigt sich, wer das Potenzial hat, später den nächsten Schritt zu tun. Mit etwa 135 PS am Hinterrad erreichen die Fahrer Spitzengeschwindigkeiten um 270 km/h. Das Niveau an der Spitze ist hoch, denn es gibt nur geringe Leistungsunterschiede.


Die IDM Supersport 300 ist die Einstiegsklasse auf der internationalen Bühne. In Deutschland rollt sie in ihre zweite Saison. Im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft fährt sie bereits mit WM-Status. Die 300er-Klasse ist prädestiniert für die jungen Wilden. Das Einstiegsalter liegt laut FIM-Reglement bei 15 Jahren. Um zwischen den einzelnen Motorradmarken, die daran teilnehmen dürfen, Chancengleichheit herzustellen, die in der Nachwuchsarbeit oberste Priorität hat, gibt es Gewichts- und Drehzahllimits für die einzelnen Motorräder, die genau ausgeklügelt sind. In der kleinsten IDM-Klasse ist 2018 erstmals auch KTM als Partner vertreten. 

Und natürlich ist die IDM Sidecar auch wieder am Start. Anders als in der Weltmeisterschaft wird in der IDM mit 1000 cm³-Motoren gefahren. Auf höchster Ebene wurde abgerüstet und seit 2017 fahren in der WM ausschließlich 600erGespanne. Diese Änderung wollte die IDM-Fraktion aber nicht mitgehen, da die Kosten der Umrüstung in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Die FIM begründete die Leistungsreduzierung mit einem verminderten Unfallrisiko. Die deutsche Interessengemeinschaft Gespannrennen (IGG) widersprach dem jedoch vehement. Deshalb wird auch weiterhin mit 1000 cm³ Hubraum gefahren. 


Auch im Umfeld der IDM-Klassen geht die Post ab. Umrahmt wird das Programm von der Klasse Superstock 600, die für Fahrer mit B-Lizenz geöffnet ist und den Status eines Cups trägt, dem Suzuki GSX-R 1000 Cup und dem markenoffenen Twin-Cup.  


Die IDM wird sich 2018 gewohnt zuschauerfreundlich zeigen mit Preisen ab 19  Euro für ein Tagesticket und 35 Euro für ein komplettes Wochenende, inklusive Fahrerlagerzutritt, Autogrammstunden, PitWalk und öffentlichen Pressekonferenzen nach den Rennen. Special: Die Marken BMW und KTM präsentieren einige Highlights aus ihrer  Modellpalette im Fahrerlager und bieten interessierten Bikern Probefahrten an. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist der Eintritt ins Renn-Wochenende übrigens frei. So günstig und nah wie bei der IDM kommen die Fans den Helden der Rennstrecke sonst nur selten. 

Freitag, 20. April 2018

Stimmungsvolles Warmup von DTM und SAT.1

  • Timo Scheider ist der neue TV-Experte von „ran Racing“
  • Weltmeister und Olympiasieger feiern Startschuss zur DTM-Saison 2018
  • Rookie Eng tippt auf Glock als Meister
Das TV-Team von SAT.1 für die DTM - Übertragungen
Edgar Mielke, Timo Scheider (Rennfahrer und Experte), Andrea Kaiser, Matthias Killing (v.l.)
Foto: dtm.com
Der offizielle Startschuss ist gefallen. SAT.1 hat am Donnerstagabend in München im Café Reitschule in einem stimmungsvollen Rahmen das „ran-Racing“-Team vorgestellt. Neben dem Moderatoren-Duo Andrea Kaiser und Matthias Killing wird Timo Scheider an der Seite von Edgar Mielke als Experte die 20 Rennen an insgesamt zehn Wochenenden für den neuen Fernsehpartner kommentieren.

„Ich freue mich wirklich auf die Aufgabe. Wer meine Karriere verfolgt hat, der weiß, dass ich keine Angst vor der Kamera habe. Es geht am Ende des Tages um die Fakten, und die werde ich auf den Tisch legen. Mit 16 Jahren DTM-Erfahrung kenne ich auch das eine oder andere, das hinter den Vorhängen passiert. Jetzt kann ich auch mal die unangenehmen Fragen stellen, von denen ich mir als Rennfahrer immer gewünscht habe, dass ich sie nicht gestellt bekomme“, sagte Scheider, der zwischen 2000 und 2016 für Opel und Audi in der DTM antrat und 2008 und 2009 Champion wurde.

Am Englischen Garten gaben sich in dem Restaurant zahlreiche Prominente die Klinke in die Hand wie Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier, Ex-Boxer Axel Schulz oder die deutschen Wintersport-Asse Dajana Eitberger (Rennrodeln), Fritz Dopfer (Ski alpin, Slalom und Riesenslalom), Severin Freund (Skispringen) und Linus Straßer (Ski alpin, Slalom und Riesenslalom) waren dabei. Ebenfalls zu Gast: Mattias Ekström. Der Schwede feiert beim Saisonauftakt in Hockenheim ein Comeback im DTM-Cockpit. Audi setzt für Ekström einen siebten RS 5 DTM ein. Für seine Abschiedsrennen hat sich der DTM-Ruheständler „Eki“ einiges vorgenommen. Die fehlenden Test-Möglichkeiten im neuen Tourenwagen-Auto sind für ihn kein Nachteil: „Dafür habe ich die 17 Jahre davor in der DTM wahrscheinlich mehr getestet, als alle anderen Fahrer zusammen. Es macht Spaß, Erfolg zu haben. Ich bin noch nie Rennen gefahren, um nur teilzunehmen. Sollte ich aber seit dem Rennen in Hockenheim im letzten Jahr alles verlernt haben, dann werde ich verdient Letzter.“

Sehr kurzweilig war die Talkrunde mit den Fahrern Timo Glock, René Rast, Nico Müller, Pascal Wehrlein, Philipp Eng und Lucas Auer. Moderator Edgar Mielke kitzelte beim medialen Warmup gerade bei der Frage nach dem Meisterfavoriten schlagfertige Antworten aus den Fahrern von Audi, BMW und Mercedes-AMG heraus. „Wenn ich mein Geld setzen müsste, nur auf mich“, sagte Auer spontan. Wehrlein, der DTM-Rückkehrer aus der Formel 1, hielt sich zunächst bedeckt: „Alles was ich jetzt sage, ist blöd“, ließ sich dann aber doch noch locken: „Ich setze auf mich.“ Auch Nico Müller vergaß die sonst typische Schweizer Bescheidenheit: „Letztlich sind wir alle hier, um Rennen zu gewinnen. Wenn man das eigene Geld setzt, dann auf sich selber. Das ist doch logisch.“

BMW-Pilot Timo Glock wand sich in Schlangenlinien um eine konkrete Antwort: „Am meisten würde ich mich freuen, wenn Mattias und Mercedes-AMG im Jahr 2020 ankommen würden und sagen, das sie gerne wieder in der DTM mitmachen möchten. Wenn ich die Meisterschaft gewinnen würde, würde es mich aber noch mehr freuen.“ Rookie Philipp Eng animierte das bei seiner Vorhersage zu einer amüsanten Replik auf Glock: „Ich setze mein Geld auf den König des Understatements, Timo Glock.“

Die DTM startet vom 4. bis 6. Mai 2018 auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg in die neue Saison. SAT.1 berichtet ausführlich vom Saisonauftakt und zeigt beide Rennen live. 

Mittwoch, 18. April 2018

DTM: Abschiedsrennen für Ekström in Hockenheim

  • Audi-Werksfahrer verabschiedet sich bei DTM-Auftakt von den Fans
  • Zusätzlicher Audi RS 5 DTM für zweimaligen DTM-Champion im Einsatz
  • Mattias Ekström: „Jede Menge Gänsehaut-Momente“
 
Emotionaler Abschied nach 17 Jahren DTM: Mattias Ekström startet beim DTM-Auftakt auf dem Hockenheimring mit einem zusätzlichen Audi RS 5 DTM. Damit haben Motorsport-Fans einen Grund mehr, die Rennen am 5. und 6. Mai entweder vor Ort oder auf dem Bildschirm live zu erleben. 
Mattias Ekströms Audi-Design für sein Abschiedsrennen
Foto: Audi-Motorsport
Ende Januar hatte Mattias Ekström seinen Ausstieg aus der DTM bekannt gegeben. Er konzentriert sich in diesem Jahr auf das Engagement in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft mit seinem Team EKS Audi Sport. Für ihn eine schwere Entscheidung – auch weil er sich nach 17 Jahren in der DTM noch nicht in passendem Rahmen von seinen vielen Fans verabschieden konnte. Diese Möglichkeit gibt Audi dem in München lebenden Schweden nun beim DTM-Auftakt.
 
„Mattias hat im Winter entschieden, seine einzigartige DTM-Karriere zu beenden“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Er hat uns auch gesagt, dass er sich sehr gerne mit einer besonderen Aktion von den DTM-Fans verabschieden möchte. So ist die Idee des Abschieds-Rennwochenendes entstanden. Ich denke, es ist für ihn, für die DTM, für die Fans und natürlich auch für Audi eine tolle Sache, dass er beim Saisonauftakt in Hockenheim noch einmal an den Start geht. Es gab einige Hürden zu nehmen, aber wir haben den Einsatz eines siebten Audi RS 5 DTM möglich gemacht. Für unsere Mannschaft ist es ein ziemlicher Kraftakt. Gleichzeitig war jeder im Team sofort von der Idee begeistert und hat spontan seine Unterstützung zugesagt.“
 
Der 39 Jahre alte Schwede bestreitet in Hockenheim die beiden ersten DTM-Rennen der Saison 2018 außerhalb der Wertung. Darüber hinaus ist für die Fans eine ganze Reihe von Aktionen mit dem zweimaligen DTM-Champion geplant. „Vermutlich werde ich an diesem Wochenende mehr Autogramme schreiben als sonst in einer ganzen Saison“, sagt Mattias Ekström. „Aber das mache ich gerne. Es ist großartig, dass Audi mir das ermöglicht. Nach 17 tollen Jahren war es eine unheimlich schwere Entscheidung, nicht mehr in der DTM zu starten. Der Tag der Verkündung war einer der emotionalsten meiner ganzen Karriere. Ich bin sicher, dass es auch in Hockenheim jede Menge Gänsehaut-Momente geben wird. Ich freue mich schon jetzt megamäßig darauf.“

Mattias Ekström begann seine DTM-Laufbahn 2001 mit 22 Jahren im Audi-Kundenteam von ABT Sportsline. 2004 startete er erstmals als Werksfahrer und fuhr auf Anhieb seinen ersten DTM-Titel ein. 2007 folgte Titel Nummer zwei, einen weiteren Gesamtsieg verpasste er in der vergangenen Saison nur knapp. Insgesamt bestritt der Schwede in 17 Jahren bisher 195 DTM-Rennen. Mit den beiden Titeln, 23 Siegen, 20 Pole-Positions, 18 schnellsten Runden im Rennen und 1.219 Punkten ist er der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot aller Zeiten.
 
Auch seine beiden Abschiedsrennen bestreitet Ekström im Audi Sport Team Abt Sportsline. Sein Audi RS 5 DTM erhält ein besonderes Design seines langjährigen Partners Red Bull mit dem Hashtag #AdjöMattias. Ekström geht ohne vorherige Testfahrten an den Start und kann sich daher erst in Hockenheim an das aktuelle DTM-Auto mit der reduzierten Aerodynamik gewöhnen. Dennoch rechnet Audi-Motorsportchef Dieter Gass mit einem voll konkurrenzfähigen Schweden. „Mattias hat sich immer schnell an ein neues Auto gewöhnt. Ich bin sicher: Bei seinem Abschied wird er nicht spazieren fahren. Er wird seinem Motto ‚Go hard or go home‘ alle Ehre machen.“

Dieser Abschied von Audi gönnt wohl jeder dem sympathischen Schweden Mattias Ekström. Die Frage muss aber erlaubt sein, weshalb ein anderer DTM-Champion, der ebenfalls zwei DTM-Titel für Audi holte (2008/2009), gemeint ist Timo Scheider, im Jahr 2016 ohne eine nur annähernde Abschiedsveranstaltung geradezu abserviert wurde. Hier wird von Audi offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen und das wundert und schein nicht vom fairen Sportsgeist geprägt.
 


Montag, 16. April 2018

DTM Testabschluss in Hockenheim: Mercedes mit mehr als 7.000 Kilometer auf dem Weg zum Saisonstart

Die Wintertests sind vorbei: Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team knackt beim letzten Test in Hockenheim die 7.000-Testkilometer-Marke
Foto: Mercedes-Motorsport
  •  Viertägige Testfahrten in Hockenheim (09.-12. April)
  • Alle sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer im Einsatz
  • Pascal Wehrlein testete erstmals seit 2015 wieder in einem DTM-Auto, Daniel Juncadella nach seiner Verletzung wieder fit
  • Gary Paffett: „Es ist natürlich schön, den eigenen Namen an der Spitze der Zeitenliste zu sehen, bei Testfahrten ist das aber nicht von großer Bedeutung.“
  • Ulrich Fritz: „Wir sind an den vier Testtagen in dieser Woche 1.606 Runden respektive 7.346 km gefahren – das ist besonders wichtig, da jeder Kilometer aufgrund der geringen Anzahl an Testtagen in diesem Jahr enorm wertvoll für uns ist.“

Das letzte Kapitel in der 30-jährigen DTM-Geschichte von Mercedes-AMG Motorsport steht an: Kurz vor dem Beginn der Jubiläumssaison absolvierte das Team beim Abschlusstest in Hockenheim die Generalprobe für den Saisonstart an gleicher Stelle. Im Verlauf der vier Testtage legten die sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer 1.606 Runden respektive 7.346 km auf dem 4,574 km langen Hockenheimring zurück – die meisten aller drei Hersteller.
 
„Ich bin nach meinen beiden Testtagen zufrieden“, bilanzierte Team-Captain Gary Paffett, der am zweiten Testtag die Bestzeit markierte. „Das Wetter war schön und wir konnten viel im Trockenen fahren. Die Autos funktionierten gut, wir haben viele Dinge getestet und Kilometer abgespult. Damit bin ich zufrieden. Es ist nahezu unmöglich, die Pace einzuschätzen. Bei den Tests ist das nicht von Bedeutung, aber es ist natürlich schön, den eigenen Namen an der Spitze der Zeitenliste zu sehen. Das war gut, bedeutet im Moment aber sehr wenig. Wichtig ist, dass wir Veränderungen am Auto vorgenommen, eine bessere Balance gefunden und Fortschritte auf Short und Long Runs gemacht haben. Ich denke, dass wir das Auto gut verstehen und gut vorbereitet in das erste Rennen in Hockenheim gehen.“
 
Besonders wichtig war der Test für Daniel Juncadella. Der Spanier hatte sich gut eine Woche vor dem Abschlusstest in Hockenheim bei einem Fahrradunfall das Schlüsselbein angebrochen und kehrte in Hockenheim ins Cockpit zurück. „Es war großartig, in dieser Woche wieder im Auto zu sitzen“, sagte Daniel Juncadella, der an seinem Comeback-Tag auf Anhieb 121 Runden zurücklegte. „ Alles in allem lief es sehr positiv. Ich habe mein Programm absolviert und bin ohne Schmerzen viele Runden gefahren. Es ist klasse, dass ich nur zehn Tage nach meiner Verletzung schon wieder so fit bin. Das ist die wichtigste Nachricht dieser Testfahrten für mich. Jetzt kann ich das erste Rennwochenende kaum noch erwarten.“
 
Ähnlich ergeht es dem DTM-Champion von 2015, der am ersten Testtag der Woche zum ersten Mal seit seinem Meisterjahr in einem DTM-Auto Platz nahm. „Es hat mich gefreut, wieder im Auto zu sitzen“ , sagte Pascal Wehrlein. „Nach der langen Winterpause wurde es endlich mal wieder Zeit. Die Umgewöhnung von der Formel 1 auf die DTM funktionierte recht schnell. Man kann die Rundenzeiten bei den Wintertests immer nur schwer einschätzen, aber mein Gefühl war auf jeden Fall positiv. Wir haben viel dazu gelernt und es waren alles in allem zweieinhalb gute Tage für mich. Hockenheim kann definitiv kommen.“
 
Nach der langen Winterpause freute sich auch Edoardo Mortara darüber, endlich wieder in seinem Mercedes-AMG C 63 DTM auf die Strecke fahren zu dürfen. „Ich bin an meinen Testtagen viele Kilometer gefahren und konnte dabei viel Testarbeit erledigen“, sagte er. „Ich bin zu Beginn der Woche gefahren, entsprechend haben wir viel am Setup des Autos gearbeitet. Danach haben wir aber auch mit Blick auf das Qualifying und das Rennen getestet. Jetzt hoffe ich, dass wir zum Saisonstart konkurrenzfähig sein werden.“
 
Auch Paul Di Resta fand Gefallen an seinen ersten Runden im neuen Jahr. „Ich bekam ein Gefühl dafür, wie das neue Auto funktioniert“, sagte Paul Di Resta. „Wir haben die meisten unserer Punkte abgearbeitet und der Großteil unseres Testprogramm drehte sich darum, die Zeit bis zum ersten Rennen bestmöglich zu nutzen. Vielen Dank an das Team, das vier lange Tage hinter sich hat. Jetzt freue ich mich wieder auf Rennaction. Einfach Gas geben, aggressiv fahren und dieses Auto auf der Rennstrecke bewegen.“
 
Genau das lieben Rennfahrer wie Paul oder Lucas Auer an ihrem Beruf. „Die beiden Testtage waren sehr produktiv“, fügte Lucas an. „ Wir haben viele Teile getestet und ich bin wieder richtig gut in Schwung gekommen. Nach den Testfahrten wissen wir, in welche Richtung es geht und jetzt bin ich gespannt darauf, wie das Kräfteverhältnis beim ersten Rennen in Hockenheim aussehen wird.“
 
Die große Frage nach dem Kräfteverhältnis lässt sich nach den Wintertestfahrten natürlich noch nicht vollständig beantworten. „ Hinter uns liegt eine anstrengende, aber erfolgreiche letzte Testwoche vor dem Saisonstart an gleicher Stelle hier in Hockenheim“ , fasste Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz zusammen. „Wir sind an den vier Testtagen in dieser Woche 1.606 Runden respektive 7.346 km gefahren – das ist eine gute Ausbeute und besonders wichtig, da jeder Kilometer aufgrund der geringen Anzahl an Testtagen in diesem Jahr enorm wertvoll für uns ist. Das gesamte Team hat sehr engagierte und gute Arbeit abgeliefert und es war schön, nach der langen Winterpause wieder alle unsere Fahrer in Aktion zu erleben. Wie gut wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, werden wir beim Saisonauftakt Anfang Mai erfahren.“
 
Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team kehrt nun in die Fabrik nach Affalterbach zurück, um sich dort auf den Saisonstart vom 4.-6. Mai auf dem Hockenheimring vorzubereiten. Jetzt gilt es, die gesammelten Daten der Wintertestfahrten auszuwerten und den letzten Feinschliff an den Autos für die anstehende Saison vorzunehmen. Für die Fahrer und Teammitglieder geht es in den kommenden Wochen ebenfalls in die letzte Phase der körperlichen Vorbereitung. So stehen weiterhin Fitnesstraining und Boxenstoppübungen auf dem Programm. Das Ergebnis der harten Saisonvorbereitung zeigt sich dann am 5. Mai, wenn Mercedes-AMG Motorsport beim ersten Saisonlauf in seine Jubiläumssaison startet.