Dienstag, 3. September 2024

Jetzt ist Ilya Mikhalchik dem vierten Titel ganz nah

Ilya Mikhalchik könnte bereits am Nürburgring den Titel holen
Foto: Jens Hawrda

Mit seinem Sieg auf dem im ersten Rennen in der IDM Superbike ist Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) dem vierten Titelgewinn in Deutschlands höchster Motorradrennsportklasse wieder ein Stück näher gerückt. Wenn der 28-jährige Ukrainer im zweiten Lauf unter den ersten 13 Fahrern ins Ziel kommt, ist er heute schon vorzeitig Meister. Die Krone liegt auf dem Silbertablett. Mikhalchik muss nur noch zugreifen.


Nach fünf Jahren ist die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft auf den Nürburgring zurückgekehrt. Damals gab die Superbike-Klasse im Rahmen des Truck Grand Prix eine Kostprobe des hohen sportlichen Levels, auf der sie sich bewegt. Das Comeback verlief nicht ganz glatt. An zwei Tagen hatten alle Klassen stundenlang im Nebel gestochert und etliche Trainings fielen aus. Gegen das Eifelwetter ist immer noch kein Kraut gewachsen und es verfolgt eigene Gesetze.

Am heutigen Rennsonntag präsentiert sich der Himmel rund um die Nürburg glasklar und die Sonne strahlte mit aller Kraft. Wird das ein Traumtag für Ilya Mikhalchik, der vorzeitig zum Meistertitel greifen kann? Sein großer Kontrahent Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) hatte sich nach seinem verhängnisvollen Sturz vor zwei Wochen in Assen, bei dem er tiefe Fleischwunden in der rechten Hand erlitt, kaum noch Hoffnungen auf eine Verteidigung gemacht, wollte aber nicht kampflos aufgeben. Der 28-jährige Honda-Fahrer hatte im warm-up sechs Runden absolviert. Die getapte und geschiente Hand hielt durch, „aber wie es über 18 Runden und besonders in den letzten davon geht, weiß ich nicht“, meinte Alt und gab dann in der Startaufstellung sogar zu, „ich habe Schmerzen wie Sau, aber ich probiere es.“

Zwei Rennen stehen auf dem Plan. In Lauf 1 gab es in den ersten Kilometern nach dem Start das berühmte Gerangel um die vorläufigen Positionen. Als sich alles geordnet hatte, kam Mikhalchik vor Hannes Soomer (Enemat Enos Motorsport), dem GERT56-Trio Patrick Hobelsberger, Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig sowie Florian Alt und Maximilian Kofler (Yamalube Motorsport Kofler aus der zweiten Runde zurück.

Max Enderlein (Yamaha Racing by M32) und Oliver König (Hertrampf Racing Ducati)stürzten. Der Nürburgring ist keine einfache Strecke, zumal es sich um einen Autokurs handelt, auf dem jetzt auch die Trainingserfahrung fehlte. Auch Jähnig kam nur sechs Runden weit. Er war als Zweiter aus der ersten Startreihe losgefahren. Das Küken vom Team GERT56 hat zur Zeit eine Pechsträhne. In Assen war er zuletzt von der dritten Position in die Sonntagsrennen gegangen und in beiden Rennen gestürzt. Das Gute: Das Team steht felsenfest hinter dem Thüringer. Der 23-Jährige hat in diesem Jahr einen riesigen Schritt in der Entwicklung gemacht und muss und darf auch die Grenzen erfahren.

Was mittlerweile an der Spitze passierte, war Action auf allerhöchstem Niveau. Hannes Soomer kassierte Mikhalchik ein. Dahinter klebte Finsterbusch. Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt), der als Vierter ins Rennen gegangen und auf die neunte Position zurückgefallen war und sich dann wieder nach vorn gearbeitet hatte, überholte Alt. Finsterbusch konnte das Tempo des Führungsduos nicht mehr mitgehen, „in Richtung Hatzenbach bin ich zurückgefallen. Aber jetzt bin ich Dritter. Diesen Platz hatte ich noch nie. Ich war immer Zweiter. Jetzt fehlt nur noch der Sieg“, resümierte er später. Mikhalchik mochte Soomer am Ende nicht länger vor sich haben. Es ging hin und her zwischen den Beiden. Am Ende war der Ukrainer so clever und abgezockt, dass er den Esten mit seinem Überholmanöver doch noch überraschen konnte.

Das gab wieder 25 Punkte in die Kasse von Mikhalchik, der kund gab: „Nach den Stürzen dachte ich schon, es wäre Öl auf der Strecke gewesen und habe kurz nachgedacht. Aber dann hatte ich alles unter Kontrolle.“ Mit seinem achten IDM Superbike-Sieg in diesem Jahr hat sich der 28-Jährige in der Gesamtwertung noch weiter von seinem Verfolger Florian Alt entfernt. Der Abstand beträgt vor dem nächsten Rennen 72 Punkte. Alt kam trotz seiner lädierten Hand bravourös als Fünfter ins Ziel.

Was sonst noch aufgefallen ist: Der nach dem Qualifying ratlose Luca Grünwald kämpfte sich vom 18. Startplatz auf P10 nach vorn. Philipp Steinmayr stürzte und wurde mit dem Hubschrauber zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Es gab ein komplettes BMW-Podium, doch Zanetti, Alt und Kofler sorgten dafür, dass noch andere Marken in den Top Ten Einzug hielten.

IDM Superbike, 1. Rennen (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW
2. Hannes SOOMER (EST), BMW
3. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW
4. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati
5. Florian ALT (DEU), Honda

 Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Montag, 2. September 2024

Heißes Titelrennen: Schlägt Bortolotti auf dem Sachsenring zurück?

  •  Lamborghini-Fahrer und DTM-Spitzenreiter Kelvin van der Linde trennen nur sieben Punkte
  •  Lokalmatador Paul freut sich auf Heimspiel: „Der Sachsenring ist eine besondere Strecke“
  •  Neues Wochenendformat sorgt für noch mehr Action am Samstag

Mirko Bortolotti #92
Foto: Jens Hawrda

Der Sachsenring wird vom 6. bis 8. September zum Schauplatz für die sechste Runde im Meisterschaftskampf der DTM. Setzt sich dort der Schlagabtausch an der Tabellenspitze fort? Kelvin van der Linde (Abt Sportsline) eroberte zuletzt die Gesamtführung zurück und ist in Hohenstein-Ernstthal der Gejagte. Der Audi-Pilot aus Südafrika kann seinen schärfsten Konkurrenten Mirko Bortolotti (I) von Lamborghini-Team SSR Performance allerdings deutlich im Rückspiegel sehen. Für zusätzliche Spannung sorgen die Verfolger des Führungsduos, die mit Top-Ergebnissen am kommenden Wochenende die Spitze ins Visier nehmen wollen. Fahrer und Fans erwartet in Sachsen zudem ein neues Event-Format. Erstmals gehen die DTM-Stars am Freitag nur für ein Freies Training auf die Strecke. Die zweite Trainings-Session findet am Samstagmorgen vor dem Qualifying statt. Die Zuschauer erleben somit noch mehr Action an einem der beiden Hauptveranstaltungstage. ProSieben zeigt die DTM-Läufe vom Sachsenring am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live im deutschen Free-TV. Online sind die Rennen live bei Joyn, ran.de sowie dem YouTube-Kanal @DTM zu sehen.


Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 11 und 12 von 16

Streckenlänge: 3.645 Meter
Layout: 14 Kurven (vier Rechts-, zehn Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2023, Rennen 1: Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT, Mercedes-AMG GT3)
Sieger 2023, Rennen 2: Mirko Bortolotti (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2)

Wechselspiel an der Spitze

Van der Linde, Bortolotti und dann wieder der gebürtige Johannesburger – an den vergangenen beiden Rennwochenenden ging es an der DTM-Tabellenspitze hin und her. Mit einem knappen Sieben-Punkte-Vorsprung im Gepäck reist van der Linde an den Sachsenring. Für den 28-Jährigen spricht zudem, dass er nach einem schwierigen Saisonstart schnell seine Form fand und seitdem konstant Punkte holt. Bortolotti weiß allerdings genau, was er am Sachsenring zu tun hat. Im Vorjahr holte der Italiener dort einen Sieg und damit auch die Tabellenführung. „Letztes Jahr lief es richtig gut, aber das bedeutet nicht automatisch, dass ich wieder gewinne. In der DTM gibt es keine Garantien“, betont der 34-Jährige und ergänzt: „Wir sind als Team auf einem sehr hohen Niveau unterwegs und bestens vorbereitet für den Sachsenring.“

Nur fünf Punkte hinter dem Zweitplatzierten Bortolotti folgt Maro Engel (Monaco), der mit zuletzt drei Podiumsplätzen in Serie seine Titelambitionen unterstrich und großer Sachsenring-Fan ist. In seiner bereits achten DTM-Saison verbuchte der Routinier vom Mercedes-AMG Team Winward zwar noch keinen Sieg, fuhr aber bereits fünfmal unter die Top-Drei – öfter als jeder andere Fahrer. Mit Rückenwind kommt auch Sheldon van der Linde (ZA) von Schubert Motorsport an den Sachsenring. Der Champion aus 2022 markierte am Nürburgring den 100. DTM-Rennsieg für BMW und feierte damit erstmals seit rund einem Jahr wieder ganz oben auf dem Podium. Mit 40 Punkten Rückstand auf die Spitze muss der Tabellenvierte aber weitere Top-Resultate einfahren, um eine Aufholjagd zu starten.

Heimspiel für Lamborghini-Pilot Paul

Die DTM gastiert kommendes Wochenende erst zum fünften Mal auf dem verwinkelten Traditionskurs westlich von Chemnitz. Insgesamt 14 Kurven erstrecken sich über den 3,645 Kilometer langen Sachsenring. Ein maximales Gefälle von 12,8 Prozent ist Höchstwert im diesjährigen DTM-Kalender. „Wir freuen uns auf die Heimrennen“, sagt Maximilian Paul, der mit seinem Lamborghini-Rennstall Paul Motorsport aus Dresden kommt. „Nicht einsehbare Passagen sowie viele schnelle Kurven machen den Sachsenring zu einer besonderen und coolen Strecke. Entscheidend wird sein, die optimale Balance vom Fahrzeug zu finden.“

Prototypen, Porsche-Power und Elektro-Renner

Beim DTM-Wochenende auf dem Sachsenring erwartet die Fans ein abwechslungsreiches Programm. Während Le-Mans-Prototypen im Prototype Cup Germany an den Start gehen, erleben die Zuschauer beim NXT Gen Cup vollelektrische Rennaction. Rasante Unterhaltung verspricht zudem der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland, der beim DTM-Event seinen sechsten Saisonstopp austrägt. Beste Stimmung ist auch neben der Strecke garantiert: Am Samstagabend unmittelbar nach letzten Rennen steigt in der DTM Fan Zone die Sunshine Live After Race Party. Tickets für das DTM-Wochenende am Sachsenring gibt es ab 39 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.

Sonntag, 1. September 2024

Titelkampf durch Sprint-Sieg für BMW-Team FK Performance weiter spannend

  • Maxime Oosten und Leon Köhler mit dem dritten Saisonerfolg im ADAC GT Masters
  • Landgraf Motorsport behält Tabellenführung, Seppänen holt die „Road to DTM“-Wertung
  • Schweizer Team Fach Auto Tech triumphiert in der ProAm-Wertung


Ein wichtiger Sieg für Maxime Oosten (NL) und Leon Köhler (Erlenbach am Main) im BMW M4 GT3 von FK Performance: Auf der belgischen Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps verbuchte das deutsch-niederländische Duo im 40-minütigen Sprintrennen des ADAC GT Masters seinen dritten Triumph in der laufenden Saison. „Ich bin überglücklich, dass wir gewonnen haben. Durch den ersten Platz konnten wir einige Punkte auf die Tabellenführer aufholen und unsere Titelchancen deutlich verbessern“, sagte Oosten. Sein Teamkollege Köhler zeigte sich nach dem Rennen erleichtert: „Insgesamt war es ein schwieriges Wochenende für uns. Vor allem die Kupplung machte uns zu schaffen, aber am Ende haben wir gewonnen und darüber freue ich mich sehr.“ Das BMW-Team aus Bremen sah zwar auf der zweiten Position die Zielflagge, doch eine 15-Sekunden-Strafe für die ursprünglichen Rennsieger Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FIN/beide Landgraf Motorsport) machte die Truppe aus der Hansestadt eineinhalb Stunden später zum Gewinner. Rang zwei ging an Alexander Schwarzer (D) und Alexander Fach (CH) im Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech, vor dem Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Jonas Karklys (LIT) und Pablo Schumm (CH/beide Liqui Moly Team Engstler by NordVPN) auf dem dritten Platz. Für beide Teams war es das beste Saisonergebnis.

Der achte Meisterschaftslauf des ADAC GT Masters auf dem 7,004 Kilometer lange Circuit de Spa-Francorchamps begann voller Dramatik. In der ersten Kurve erwischte Kalender den Ferrari 296 GT3 des Pole-Setters Jean-Luc D´Auria (CH) am Heck. Der Schweizer fiel durch einen Dreher an das Ende des Feldes zurück und musste sein Fahrzeug während der Boxenstopps vor der Emil Frey Racing Garage abstellen. Durch diesen Vorfall übernahm Mike David Ortmann (Ahrensfelde) im Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport die Führung. Nach einer Safety-Car-Phase wegen der Bergung eines Fahrzeugs erhielt Ortmann für seinen Fehlstart eine Penalty-Lap, die ihn bis auf die achte Position zurückwarf. An der Spitze fuhr nun Kalender gefolgt von Köhler, die ihre Positionen auch nach den Boxenstopps behielten und in dieser Reihenfolge die Ziellinie überquerten. Allerdings erhielt Kalender für sein Manöver nach dem Start gegen D´Auria im Nachgang des Rennens eine 15-Sekunden-Zeitstrafe – der Sieg ging an Köhler.

In der Schlussphase entwickelte sich zudem auf den Gesamträngen drei bis fünf ein spannender Kampf um den Klassensieg in der ProAm-Wertung, den die Mannschaft von Fach Auto Tech am Ende für sich entschied. „Ich bin völlig überwältigt. Nachdem wir gestern unglücklich ausgefallen sind, stehen wir heute als Zweiter auf dem Gesamtpodium, es ist ein fantastisches Gefühl“, erzählte Alexander Schwarzer.

Auf der vierten Position kamen Benjamin Hites (CHL) und Tim Zimmermann in ihrem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 ins Ziel. Die Top-5 komplettierten Denis Bulatov (Köln) und Ortmann im Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport. Rang sechs stand am Ende für Seppänen und Kalender zu Buche. David Schumacher (Salzburg) und Salman Owega (Köln) im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team belegten den siebten Platz vor Jannes Fittje und Finn Wiebelhaus (Obertshausen/beide Haupt Racing Team) in einem weiteren Mercedes-AMG GT3 auf der achten Position. Auf dem neunten Rang landete der dritte Haupt Racing Team Mercedes-AMG GT3 von Max Reis (Ramstein) und Kwanda Mokoena (ZAF/beide Haupt Racing Team). Die zehnte Position sicherten sich Simon Connor Primm (Großschirma) und Jonas Greif (Coswig) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Team Paul Motorsport.

In der Fahrerwertung führen weiterhin Kalender und Seppänen mit 159 Punkten vor Oosten und Köhler mit 147 Zählern. Den Pokal in der „Road to DTM“-Wertung erkämpfte sich Seppänen, der in der Meisterschaft mit 182 Punkten vorne liegt. Auf dem Red Bull Ring in Österreich geht der Kampf um den Titel vom 27. bis 29. September in die nächste Runde. Auf der Strecke in der Steiermark bestreiten die Piloten die Meisterschaftsläufe neun und zehn.


D'Auria mit Premieren-Pole im ADAC GT Masters

Jean-Luc D'Auria (rechts) holt Pole für Emil Frey Racing / Ferrari 296 GT3
Foto: ADAC-Motorsport

Im zweiten Qualifying des ADAC GT Masters auf dem belgischen Circuit de Spa-Francorchamps war der Schweizer Jean-Luc D´Auria vom Team Emil Frey Racing der schnellste Fahrer. Mit einer Zeit von 2:16,423 Minuten bejubelte der Ferrari-Pilot am Sonntag seine erste Pole-Position. „Ich bin sehr glücklich, dass wir nach all der harten Arbeit endlich auf die Pole fahren konnten. Es bedeutet mir sehr viel und ich freue mich auch vor allem für mein Team Emil Frey Racing. Im Rennen gilt nun, alles zu geben, um auch den ersten Saisonsieg einzuholen“, sagte D´Auria, der sich den italienischen GT3-Boliden mit seinem Landsmann Alain Valente teilt. 

Mit einer sommerlichen Außentemperatur herrschte zum Start des Sonntag-Qualifyings optimale Wetterbedingungen. Nachdem die Piloten ihre Pirelli-Reifen auf Betriebstemperatur brachten, sahen die Zuschauer entlang der 7,004 Kilometer Ardennen-Achterbahn die ersten schnellen Zeiten. Der erste Fahrer, der eine Bestmarke setzte, war Nico Hantke (Hürth) im Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport. Diese Runde unterbot D´Auria im Ferrari 296 GT3 jedoch mit 0,047 Sekunden Abstand, bevor ein Einschlag im Bereich Blanchimont vom Filipino Eduardo Coseteng (FK Performance) fünf Minuten vor Schluss eine kurze Unterbrechung herbeiführte. Zum Re-Start der Session entfachte noch einmal Spannung um die Bestzeit. Mehrere Piloten versuchten in den letzten verbleibenden Minuten den Angriff auf den besten Startplatz für das achte Saisonrennen, doch die Top-Zeit des Schweizers erreichte niemand mehr – D´Auria holte somit die erste Pole-Position für Ferrari und Emil Frey Racing in dieser Saison. Auf dem zweiten Rang platzierten sich Chandler Hull und Hantke im Aston Martin, vor den Samstagssiegern Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FIN) im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport. Ein weiterer Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport erreichte mit Mike David Ortmann (Ahrensfelde) und Denis Bulatov (Köln) die vierte Position. Leon Köhler (Erlenbach am Main) und Maxime Oosten (NL/beide FK Performance) qualifizierten sich in ihrem BMW M4 GT3 auf dem fünften Platz. 


IDM SBK: Auf und ab im Qualifying, Mikhalchik auf Pole

Ilya Mikhalchik holt Pole am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Hauchdünne Abstände im Qualifying in der IDM Superbike haben für die Startaufstellung in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Nürburgring gesorgt. Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) wird auf der Pole Position anzutreffen sein. Der Ukrainer könnte sich morgen vorzeitig zum vierten Mal zum Meister in der Topklasse krönen lassen, wenn alles klappt.

Es war ziemlich schnell klar, dass in die Entscheidung um die ersten Startplätze wieder Ilya Mikhalchik und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) involviert sein würden. Dass sich so viele weitere Konkurrenten einmischten, war dagegen nicht zu erwarten. Die Qualifikation in Deutschlands höchster Straßenrennsportklasse wurde aber nicht nur ein Wettlauf um die schnellste Runde auf dem 3,618 Kilometer langen Kurs, sondern auch generell gegen die Zeit. Die kompletten Superpole-Einheiten waren gestern und heute dem Nebel zum Opfer gefallen. Dafür hatte es am Mittag ersatzweise ein drittes freies Training gegeben. In einem einzigen Qualifying, das abends nach dem regulären Betrieb auf der Rennstrecke angehängt wurde, kam es zur Ermittlung der Startpositionen. In 30 Minuten musste alles erledigt sein.

Ein Rennabbruch mit der roten Flagge grätschte gleich am Anfang dazwischen. Bálint Kovács (Champion Alpha Van Zon BMW) war unglücklich gestürzt. Die Unterbrechung währte nur kurz und bei der Fortsetzung war auch der Ungar wieder dabei. An der BMW war nur die Fußraste abgebrochen. Mikhalchik übernahm die Spitze, gefolgt von Alt. Der Deutsche fand sich nur ein paar Runden später auf dem vierten Rang wieder. Jan-Ole Jähnig (GERT56) und Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt) hatten seine Zeit getoppt. Der Italiener übernahm auch noch die Führung, Hannes Soomer (Enos Motorsport) gesellte sich hinter ihm dazu. Die Zeiten und Plätze gingen hoch und runter. Mikhalchik parkte sogar kurz auf dem vierten Platz, bevor es für ihn wieder an die Spitze ging. Dort steht er wie schon erwähnt auch morgen.

Der 28-Jährige BMW-Fahrer aus Kiev, der in Polen wohnt, hat schon sieben Saisonsiege auf dem Konto, die letzten vier davon in Folge. Sollten auf dem Nürburgring zwei weitere dazukommen, darf er sich als Meister feiern lassen. Er hat 58 Punkte Vorsprung zum Tabellen-Zweiten Florian Alt. Dieser startet von der sechsten Position und war über das Resultat gar nicht unzufrieden, obwohl einige Konkurrenten seinen Windschatten genutzt hatten, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Aber alle liegen haarscharf beieinander. Wenn man bedenkt, dass dem 28-jährigen Nordrhein-Westfalen eine Tausendstelsekunde (!) zum Fünftplatzierten Patrick Hobelsberger (GERT56) fehlte und 0,258 Sekunden zu Mikhalchik, dann ist für die Rennen am Sonntag noch einiges drin. Titelverteidiger Alt will bis zuletzt kämpfen und alles geben, auch wenn es in seiner verletzten rechten Hand schmerzhaft hackt. In Assen war er bei einem Highspeed-Highsider von seiner Honda abgeworfen worden, die direkt auf seiner Hand landete und tiefe Fleischwunden verursacht hatte.

Jan-Ole Jähnig und Hannes Soomer haben sich in Position gebracht und streben nach dem ersten Sieg in der IDM Superbike. Dem Thüringer vom Team GERT56 ist mittlerweile alles zuzutrauen und der ehrgeizige Este war schon ganz nah dran. Soomer war 2012 das erste und letzte Mal auf dem Nürburgring. Damals fuhr er im ADAC Junior Cup. Und er hofft, auf der Strecke jetzt gewinnen zu können. Auf sein Abschneiden in der Gesamtwertung kommt es ihm nicht mehr an. Er will einen Sieg.

In Bestform präsentiert sich auch Ducati-Fahrer Lorenzo Zanetti auf dem vierten Startplatz. „Wenn er in seiner schnellsten Runde keinen Fehler gemacht hätte, würde er auf der Pole Position stehen“, ist sein Teamchef Matthias Moser überzeugt. Zanetti gewann das Auftaktrennen im Mai auf dem Sachsenring und bescherte Ducati einen perfekten Einstand in der Superbike-Klasse. Er ist mit Honda-Fahrer Alt derjenige, der morgen die BMW-Armada aufmischen wird. Schnellster Yamaha-Mann ist Maximilian Kofler (Yamalube Kofler Motorsport). Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing), der erst seine dritte Veranstaltung absolviert, hat die beste Kawasaki platziert.

Ergebnis IDM Superbike, Qualifying (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW

2. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

3. Hannes SOOMER (EST), BMW

4. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati

5. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek