Dienstag, 5. Oktober 2021

BMW-Duo Schrey/Piana baut mit fünften Saisonsieg Tabellenführung aus

  •     Zwei BMW und ein Mercedes-AMG auf dem Podium am Sachsenring
  •     Théo Nouet gewinnt Junior-Wertung

Schrey/Piana bauen mit Sonntagssieg Meisterschaftsführung aus
Foto: Jens Hawrda


Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) gewinnen im BMW M4 GT4 das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring und bauen somit ihre Meisterschaftsführung weiter aus. Auf der anspruchsvollen Berg-und-Talbahn bei Chemnitz präsentierte sich die GT-Serie mit dem größten Feld der Saison und zeigte spannenden Motorsport bis zur letzten Sekunde. Mit knappen 0,315 Sekunden Rückstand belegten die Tabellenzweiten Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (19/FRA, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT4 Platz zwei vor dem BMW-Duo Marcel Lenerz (24/Ludwigsau) und Christopher Dreyspring (23/Nürnberg, beide Schubert Motorsport), die 1,764 Sekunden zurücklagen und erstmals in diesem Jahr den Sprung auf das Podium schafften. „Auf dem Sachsenring einen Sieg im BMW zu feiern, ist der absolute Wahnsinn. Damit hätte ich nie gerechnet und bin somit natürlich überglücklich“, jubelte Piana über den fünften Saisonsieg 2021 in der ADAC GT4 Germany.

Das Rennen hatte zunächst Tim Heinemann (23/Fichtenberg, W&S Motorsport) von der Pole-Position aus begonnen. Der Porsche 718 Cayman-Pilot setzte sich direkt nach dem Start auch vom Feld ab. Engste Verfolger waren BMW-Pilot Schrey und Christer Jöns (33/Ingelheim) im McLaren 570S von Dörr Motorsport. Nach wenigen Rennminuten sorgte Phil Hill (19/Mülheim an der Ruhr, Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche für eine rund zehnminütige Safety-Car-Phase, nachdem er durch das Kiesbett rutschte und in die Reifenstapel einschlug. Nach dem Re-Start blieben die Positionen an der Spitze unverändert. „Ich habe Tim Heinemann vorne wegfahren lassen. Denn ich wusste, dass er als Gaststarter keine Punkte sammeln kann. Somit konnte ich die Reifen für Gabriele ein wenig schonen. Dennoch habe ich mich etwas von den Anderen abgesetzt, um ihm eine Lücke zum Dritten, Vierten und Fünften mit auf den Weg zu geben. Das hat geklappt“, beschrieb Schrey seine erste Rennhälfte.

Beim dem Absolvieren des Pflichtboxenstopps übernahm Max Kronberg (34/Berlin) den führenden Porsche. Er konnte jedoch nicht das Tempo von Gabriele Piana gehen, der den zweitplatzierten BMW von Schrey übernommen hatte. Rund 22 Minuten vor Rennende holte sich Piana mit einem gekonnten Manöver die Führung. Wenig später fuhr auch Marcel Lenerz an Kronberg vorbei und sorgte für eine zwischenzeitliche BMW-Doppelführung. Im zweiten Rennabschnitt trumpfte aber auch Mercedes-AMG-Pilot Marschalkowski mächtig auf. Von Platz sieben kommend schloss er zum Rennende hin nicht nur zu Lenerz auf, sondern überholte den Schubert-BMW schließlich auch. In der letzten Runde attackierte Marschalkowski dann auch den führenden Piana, doch der Italiener behielt die Ruhe und fuhr zum knappen Sieg.

„Ich wollte nicht zu viel pushen, um die Reifen zu schonen. Somit fuhr ich sehr defensiv und habe mein Tempo nur sehr langsam gesteigert. Ich hatte alles im Griff. Zum Schluss hatte ich jedoch etwas Pech beim Überrunden. Somit büßten wir unseren Vorsprung noch ein und gewannen nur ganz knapp. Der Sieg ist einfach unbeschreiblich. Wir hätten vor dem Wochenende mit maximal einem Top-Fünf-Platz gerechnet“, erklärte Piana. Marschalkowskis Teamkollege Nouet konnte sich durch Platz zwei in der Gesamtwertung jedoch über den Sieg in der Junior-Wertung freuen.

Rang vier ging an den McLaren von Christer Jöns und Indy Dontje (28/NLD) vor den Dörr-Teamkollegen Andreas Wirth (36/Waghäusel) und Phil Dörr (20/Butzbach) im Aston Martin Vantage GT4. Es folgten Joel Sturm (19/Brühl) und Alexander Hartvig (18/DNK, beide Team Allied-Racing) im Porsche sowie die Samstagssieger Hugo Sasse (17/Aschersleben) und Mike David Ortmann (21/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) in einem weiteren Aston Martin. Max Kronberg wurde zusammen mit Tim Heinemann am Ende Achter. Christopher Rink (33/Frankfurt) und Philipp Stahlschmidt (28/München, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW sowie Leo Pichler (19/AUT) und Leon Wassertheurer (19/Stuttgart, beide Razoon - more than Racing) im KTM X-Bow GT4 komplettierten die Top Zehn. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an das Porsche-Duo Tom Kieffer (46/LUX) und Christian Kosch (44/LUX, beide Team Allied-Racing). Das nächste Rennen der ADAC GT4 Germany findet vom 22. bis 24. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg statt.

Weitere Stimmen zum Rennen

Jan Marschalkowski – Platz 2 auf Mercedes-AMG: 

„Es war ein verrücktes Rennen. Ich bin auf Platz sieben ins Auto gestiegen und hätte fast noch gewonnen. Théo hat mir gute Reifen hinterlassen, sodass ich ordentlich Druck machen konnte. Es war ein wahnsinniger Kampf. Ich konnte die Lücke zu Gabriele Piana noch schließen, jedoch gab es keine Möglichkeit mehr, um zu überholen. Es war insgesamt ein gelungenes Rennen.“

Théo Nouet – Platz 2 auf Mercedes-AMG: 

„Wir haben uns am Wochenende ein wenig schwer getan in Bezug auf unsere Pace – aber immer das Beste gegeben. Es war unser Plan, dass ich die Reifen für Jan schonen würde, damit er am Rennende angreifen kann. Das hat funktioniert und hätte uns sogar fast noch den Sieg beschert.“

Montag, 4. Oktober 2021

Dominik Fugel mit perfektem Heimspiel auf dem Sachsenring

  •     Der Chemnitzer Honda-Pilot gewinnt erneut und räumt 70 Punkte ab
  •     Luca Engstler wird Zweiter und führt weiter in der Gesamtwertung
  •     Hyundai Team Engstler mit drei Autos unter den ersten Vier

Perfektes Wochenende mit Doppelsieg für Dominik Fugel
Foto: Jens Hawrda


Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) hat mit einem weiteren Start-Ziel-Sieg sein herausragendes Heimspiel auf dem Sachsenring gekrönt. Im Honda Civic TCR gewann der 24-Jährige auch das Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany und verlässt die spektakuläre Berg-und-Tal-Bahn in der Nähe seiner Heimatstadt Chemnitz mit der Maximalausbeute von 70 Punkten. Zweiter wurde Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler), der die Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigte.

„Dieses Wochenende war perfekt, alles hat geklappt – ich bin glücklich und absolut zufrieden“, sagte Dominik Fugel, der in der Meisterschaft nun erster Verfolger von Engstler ist. Zwei Veranstaltungen vor Saisonende trennen die beiden 68 Punkte.

Fugel behauptete seine Führung beim Start, wurde aber wenig später mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. Sein Honda hatte sich bewegt, bevor die Ampeln von Rot umsprangen – das hielt den Chemnitzer aber keinesfalls auf. „Ich habe gewusst: Jetzt muss ich Gas geben. Und das hat zum Glück gut funktioniert“, sagte Fugel. Kontinuierlich baute er seinen Vorsprung aus und ließ sich auch nicht von einer kurzzeitigen Safety-Car-Phase aufhalten, nachdem Günter Benninger (60, Österreich, Wimmer Werk Motorsport) mit seinem Cupra Leon Competición von der Strecke rutschte.

Engstler, von Platz vier gestartet, hatte schon früh ein Duell von Nico Gruber (20, Österreich, Hyundai Team Engstler) und Marcel Fugel (21, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) genutzt und sich von Platz vier auf zwei verbessert. Dort hielt sich der 21-Jährige schadlos, dem hohen Tempo von Dominik Fugel konnte er aber nicht folgen. So setzte sich Dominik Fugel immer mehr von seinen Verfolgern ab, am Ende kam er nach 19 Runden mit 17 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Hinter Engstler kam Gruber als Dritter und zugleich bester Starter der Honda Junior Challenge ins Ziel, Martin Andersen (27, Dänemark) rundete als Vierter das starke Resultat für das Hyundai Team Engstler ab. Pech hatte Marcel Fugel, der an seinem 21. Geburtstag ausschied. Nachdem er lange das Podium im Blick hatte, musste er seinen Honda Civic TCR abstellen. Platz fünf ging an Robin Jahr (30, Blankenfelde, Roja Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai i30 N TCR, dahinter folgten Eric Scalvini (26, Italien, Wimmer Werk Motorsport) im Cupra und Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) in einem weiteren Hyundai.

Philipp Regensperger (23, Neumarkt St. Veit, Regensperger Racing) im Opel Astra TCR belegte Rang acht vor René Kircher (21, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR.

Bereits in drei Wochen geht es für die ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring weiter, dort beginnt mit den Rennen elf und zwölf die heiße Phase dieser sechsten Saison.

Weitere Stimme zur ADAC TCR Germany

Luca Engstler (Zweiter, Hyundai Team Engstler): 

„Im ersten Rennen hatten wir technische Probleme mit dem Getriebe, das war sehr, sehr ärgerlich. Da haben wir Platz zwei verloren, auch heute hatten wir große Probleme. Aber auch ohne diese Schwierigkeiten hätten wir Honda diesmal nicht schlagen können. Das ist okay, wir sind dafür in Hockenheim wieder dran.“

Lawson führt das Titel-Quartett wieder an - Auer gewinnt in Hockenheim das zweite Sonntagsrennen in Folge

 DTM steht am Norisring ein Herzschlagfinale bevor

  •     Österreicher gewinnt im Mercedes-AMG vor Liam Lawson und Maximilian Götz
  •     Nur ein Punkt für Kelvin van der Linde nach zwei Strafen, Wittmann geht leer aus
  •     Lawson geht mit 14-Punkte-Vorsprung zum Finale auf dem Norisring

Podium am Sonntag: Mauricio Morena (Mercedes-AMG Team WINWARD), Liam Lawson,
Lucas Auer, Maximilian Götz (l-r)  © DTM


Der DTM steht am nächsten Wochenende (08.-10. Oktober) ein Herzschlagfinale bevor: Vier Fahrer kommen vor den letzten beiden Saisonrennen am Norisring noch für den Titel in Frage. Während der Österreicher Lucas Auer mit dem Mercedes-AMG des Teams WINWARD am Sonntag in Hockenheim erneut siegte und damit seinen zweiten Saisonsieg feierte, verschaffte sich der erst 19 Jahre alte Neuseeländer Liam Lawson im Red Bull-Ferrari mit dem zweiten Platz einen 14-Punkte-Vorsprung im Titelkampf und liegt nun mit 206 Punkten in Front. Dritter in Hockenheim wurde der Uffenheimer Maximilian Götz im HRT-Mercedes, der mit nunmehr 180 Punkten seine Titelambitionen wahrte.

Der Südafrikaner Kelvin van der Linde, der im ABT-Audi am Samstag mit seinem vierten Saisonsieg die Tabellenführung zurückerobert hatte, musste sich am Sonntag nach zwei Fünf-Sekunden-Strafen mit Rang zehn und nur einem Punkt begnügen. Mit 192 Zählern ist van der Linde Tabellenzweiter, hinter Lawson und vor Götz. Marco Wittmann (GER) kam mit dem Walkenhorst-BMW außerhalb der Punkte ins Ziel, hat aber mit 165 Punkten theoretisch immer noch die Chancen, auf seiner Hausstrecke den dritten Titel einzufahren. Entschieden ist bereits die Hersteller-Wertung der DTM 2021, die Mercedes-AMG vorzeitig gewonnen hat. Leider kam es im Rahmen des Pflichtboxenstopps von Mike Rockenfeller zu einem Zwischenfall, bei dem sich ein Mechaniker des Teams ABT Sportsline an der linken Hand verletzt hat.

Stadtkurs in Nürnberg ist Neuland für Tabellenführer Liam Lawson

„Ich konnte Kelvin van der Linde schnell überholen und mich gleich etwas absetzen. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg. Wenn man einmal vorne ist, ist natürlich alles etwas einfacher“, berichtete Lucas Auer in der Sieger-Pressekonferenz. „Nach der Kollision am Samstag hat das Team wieder bis in die Nacht schrauben müssen. Danke dafür, es hat sich gelohnt. Ich freue mich sehr über den zweiten Sieg und den Hersteller-Titel für Mercedes-AMG.“ Mehr in die Rennaction involviert war Liam Lawson: „Es war ein ziemlich intensives Rennen! Kelvin van der Linde ist einmal hinten aufgefahren, dadurch war mein Auspuff krumm und hat ein Loch in die Verkleidung gebrannt“, erzählte der Neuseeländer. „Ich hatte den Vorteil, dass ich kein Erfolgsgewicht hatte, anders als Kelvin. Daher war mir ziemlich klar, dass er damit nur schwer vorbeikommen kann. Mit der Ausbeute an diesem Wochenende bin ich absolut zufrieden. Ich kenne den Norisring nicht, werde mich aber bestmöglich vorbereiten.“

Auch Maximilian Götz hatte einen Schlüsselmoment im Rennen: „Wir wussten, dass wir nach Samstag etwas anders machen mussten. Der Schlüssel war der sehr starke Boxenstopp. Nach dem Stopp konnte ich Kelvin in seiner Outlap überholen und damit aufs Podium fahren. Ich freue mich über den Titel für Mercedes-AMG und kann allen bei Mercedes-AMG nur für das große Engagement in dieser Serie danken.“ Für Götz ist das Rennen auf dem Norisring kein Rennen wie jedes andere. „Ich freue mich jetzt auf mein Heimrennen. Mit dem Titel wird es sicherlich schwierig, aber in der DTM ist alles möglich. Ich werde das ohne Druck angehen.“

Hinter Auer sorgten intensive Positionskämpfe für beste Unterhaltung

Anders als Samstag, als es in der ersten Runde zu einer Kollision kam, verlief die erste Runde am Sonntag ohne Zwischenfall. Nachdem Kelvin van der Linde im ABT-Audi wie schon am Vortag die Pole-Position erobert hatte, konnte er den Startplatz-Vorteil nicht über die erste Runde retten. Lucas Auer zog mit dem WINWARD-Mercedes in einem sauberen Manöver vorbei und konnte sich bis zum Ende der ersten Runde bereits etwas absetzen. Dahinter entbrannten zahlreiche intensive Duelle im gesamten Feld. Gerade das Duell zwischen van der Linde und Lawson hatte es in sich. Dabei touchierte der ABT-Audi einmal das Heck des Red Bull-Ferrari, den Lawson nur mit Mühe abfangen konnte. Van der Linde kassierte dafür eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, und weil er die nicht beim nächsten Boxenstopp absaß, bekam er eine zweite Fünf-Sekunden-Strafe dazu. Statt Sechster wurde es letztlich nur Platz zehn, für den es nur einen einzelnen Punkt gibt. Noch schlimmer traf es den vierten Meisterschaftsaspiranten Marco Wittmann, der im BMW nur Rang 13 im Zeittraining herausfahren konnte, ebenfalls eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte und am Ende eines unterhaltsamen Rennens letztlich außerhalb den Punkteplätzen ins Ziel kam.

Nur wenige Tage Zeit bleibt den Teams zur Vorbereitung auf das entscheidende Finale. Erstmals in der langjährigen Geschichte ist der nur 2,3 Kilometer lange Stadtkurs in Nürnberg Schauplatz des Saisonausklangs. Am Samstag und Sonntag stehen die letzten beiden Saisonrennen 15 und 16 der DTM 2021 auf dem spektakulären Kurs auf dem Programm. Eintrittskarten sind über den DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) erhältlich. Den Zuschauern steht auch in Nürnberg das Fahrerlager offen, inklusiv Pitwalk, Autogrammstunden und Fan-Village.

Gounon/Waliłko gewinnen am Sachsenring, Vorsprung der Tabellenführer Mies/Feller schrumpft

  •  Zweiter Saisontriumph für Mercedes-AMG-Piloten, Waliłko zudem bester Juniorfahrer
  •  Audi-Duo Feller/Mies behauptet Tabellenführung
  •  Pirelli-Trophy-Sieger Rolf Ineichen verpasst Podest nur knapp

Gounon und Waliłko jubeln über ihren zweiten Saisonsieg
Foto: ADAC-Motorsport


Hochspannung im Titelkampf der Deutschen GT-Meisterschaft: Vier Rennen vor dem Saisonende ist der Vorsprung der Tabellenführer Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 nach Platz Fünf im Sonntagsrennen auf dem Sachsenring auf zwei Punkte geschrumpft. Die heimlichen Sieger waren am Sonntag Luca Stolz (26/Brachbach) und Maro Engel (36/Monte Carlo, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT), die die zahlreichen Zuschauer mit einem starken Manöver in der letzten Kurve begeisterten, das ihnen Rang zwei und auch Tabellenrang zwei einbrachte. Mit ihrem vierten zweiten Platz in Folge komplettierten die beiden Mercedes-AMG-Werksfahrer einen Doppelsieg für ihren Arbeitgeber, denn ihre Markenkollegen Igor Waliłko (24/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing) fuhren von der Pole-Position zu einem ungefährdeten Sieg. Rang drei ging an das Porsche-Duo Thomas Preining (23/A) und Christian Engelhart (34/Starnberg, beide Küs Team Bernhard). „Ein wirklich toller Tag“, jubelte Sieger Gounon. „Ich liebe diese Strecke einfach. Hier habe ich 2016 meinen ersten GT3-Sieg geholt, das war der Startschuss für meine Karriere. Jetzt wieder hier zu siegen ist fantastisch. Es hat einfach alles gepasst. Pole, schnellste Runde und Sieg – besser konnte es nicht laufen. Wir sind jetzt die Außenseiter im Titelkampf“

Zakspeed-Duo dominiert

Das zehnte Saisonrennen des ADAC GT Masters begann turbulent: Während Pole-Setter Jules Gounon seine Spitzenposition vor Lamborghini-Pilot Franck Perera (37/F, GRT Grasser Racing Team) verteidigte, wurde dahinter der von Platz drei gestartete Tabellendritte Maximilian Buhk (28/Hamburg, Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) von Lamborghini-Werksfahrer Albert Costa Balboa (31/E, GRT Grasser Racing Team) umgedreht. Buhk wurde anschließend von einem anderen Fahrzeug getroffen und schied aus, Costa Balboa musste eine Durchfahrtsstrafe absolvieren. Auch Samstagssieger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, SSR Performance) war in der Startrunde mit seinem Porsche in eine Kollision verwickelt und fiel aus den Top 20. Nach dem Einsatz des Safety-Cars setzte sich Gounon an der Spitze ab und übergab mit knapp fünf Sekunden Vorsprung an Partner Igor Waliłko. Der Pole baute anschließend den Vorsprung weiter aus und sah mit einem Zeitpolster von fast 16 Sekunden als Sieger die Zielflagge. Gounon und Waliłko holten damit nach dem Lausitzring ihren zweiten Sieg in einem Sonntagsrennen hintereinander. Dies bedeutete für Waliłko zudem auch den zweiten Klassensieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

Spannend bis zum Schluss verlief der packende Kampf um Platz zwei. Rolf Ineichen, der von Franck Perera übernommen hatte, verteidigte bis in die Schlussrunde die Position, bis sich in der letzten Kurve noch Luca Stolz vorbeizwängte. Thomas Preining und Titelverteidiger Christian Engelhart schlüpften im besten Porsche ebenfalls noch an Ineichen/Perera vorbei und holten sich ihr erstes Podium der Saison, für die Lamborghini-Fahrer blieb nur der undankbare vierte Rang. Kleiner Trost für Ineichen: Der Schweizer gewann die Pirelli-Trophy-Wertung.

Die Tabellenführer Ricardo Feller und Christopher Mies lieferten sich in der zweiten Rennhälfte einen engen Kampf um Platz fünf mit den Audi-Markenkollegen Jusuf Owega (19/Köln) und Patric Niederhauser (29/CH, beide Phoenix Racing). Drei Runden vor dem Ziel setzte sich Feller schließlich durch und sicherte sich Platz fünf.

Florian Spengler (33/Ellwangen) und Markus Winkelhock (41/Zdiměřice, beide Car Collection Motorsport) kamen mit ihrem Audi auf Rang sieben vor ihren Markenkollegen Elia Erhart (33/Röttenbach) und Mattia Drudi (23/I, beide Rutronik Racing by Tece), die Achte wurden. Der neunte Rang ging an die Corvette C7 GT3-R von Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition).

Michael Ammermüller und Partner Mathieu Jaminet (26/F) kämpften sich nach dem Zwischenfall in der Startrunde noch auf Platz zehn nach vorn und liegen nun als Tabellendritte elf Zähler hinter den Spitzenreitern Feller und Mies.

Stimmen der Sieger

Jules Gounon: „Die Pole heute Morgen war schon fantastisch. Ich wollte in meinem Stint für Igor einen Vorsprung von fünf Sekunden herausfahren, das ist mir gelungen. Er hat das Rennen dann anschließend souverän kontrolliert. Mit 25 Punkten Rückstand sind wir jetzt im Titelkampf. Wir haben aber keinen Druck und schauen mal, was herauskommt. Danke an Mercedes-AMG und Zakspeed für das großartige Auto.“

Igor Waliłko: „Es fühlt sich großartig an, erneut am Sonntag zu gewinnen! Ich bin eigentlich nicht mit der Erwartung in diese Saison gegangen, so großartige Ergebnisse einzufahren. Ich habe versucht, die Reifen gut zu verwalten, keine Fehler zu machen und das Auto sicher nach Hause zu bringen. Ich lerne noch viel dazu, das ist meine erste komplette Saison in einem GT3-Auto. Zum Glück konnte ich heute vorne etwas mehr relaxen und musste nicht das Maximale aus dem Auto rausholen.“

Turbulentes Sonntagsrennen der DTM Trophy: Ben Green erobert mit viertem Saisonsieg die Tabellenführung zurück

  •     BMW-Pilot Green reist als Führender der Fahrerwertung zum Finale nach Nürnberg
  •     Verfolger William Tregurtha nach bravouröser Aufholjagd auf dem Podium
  •     Harte Zweikämpfe und wechselhaftes Wetter sorgen für Spektakel pur
  •     Finale der DTM Trophy am kommenden Wochenende auf dem Norisring

W.Tregurtha, B.Green, T.Oeverhaus (l-r) © DTM


Ben Green war der Mann des Tages bei der DTM Trophy auf dem Hockenheimring. Der britische BMW-Pilot von FK Performance Motorsport gewann ein spektakuläres Sonntagsrennen in der Nachwuchsserie der professionellen DTM-Plattform. Aufregende Rad-an-Rad-Duelle und wechselhaftes Wetter waren das Salz in der Suppe.

Green blieb über die gesamte Renndistanz von 18 Runden cool und kontrollierte das Geschehen von der Spitze aus. Auch ein schlechter Restart nach einer Safety-Car-Phase zu Beginn des Rennens brachte ihn nicht aus dem Konzept. Green verlor zwischenzeitlich zwei Positionen an den österreischischen KTM-Pilot Reinhard Kofler (True Racing by Reiter Engineering) und den BMW-Fahrer Theo Oeverhaus (GER, Walkenhorst Motorsport). Beide schnappte sich Green aber wieder innerhalb von einer Runde.

Später behielt Green auch nach einer Regen-Unterbrechung sechs Minuten vor Schluss den Durchblick. Auf Regenreifen gab er die Führung in der Endphase nicht mehr aus der Hand. Mit seinem vierten Saisonerfolg eroberte Green gleichzeitig die Tabellenführung von seinem Landsmann William Tregurtha zurück. Der Fahrer des Mercedes-AMG von CV Performance Group sah nach einer fulminanten Aufholjagd die Zielflagge als Zweiter. Nach Punkten steht es zwischen den beiden Briten nun 204:201 zugunsten von Green – das garantiert einen heißen Titel-Krimi bei den Saisonrennen 13 und 14 am kommenden Wochenende (08.-10. Oktober) auf dem Norisring in Nürnberg.

Tregurtha wurde in der Startrunde Opfer einer Kollision hinter ihm, durch die er in einen Dreher gezwungen wurde. Der Brite fiel bis ans Ende des Feldes zurück und machte erste Positionen wieder gut, als sein Teamkollege Matias Salonen aus Finnland Flüssigkeit verlor. Auf dieser Flüssigkeit drehten sich im Motodrom einige Fahrer. Der gestrandete Mercedes-AMG sorgte für die frühe Safety-Car-Phase. Nach dem Restart fuhr Tregurtha rasch in die Top fünf vor. In der Folge kämpfte er allerdings länger mit dem belgischen Toyota-Piloten Nico Verdonck (Ring-Racing) und Kofler um die dritte Position. Erst nach der Regen-Unterbrechung fand Tregurtha einen Weg an beiden vorbei. In der letzten Runde war auch noch Samstagsieger Oeverhaus fällig, der somit auf der dritten Position ins Ziel kam.

Verdonck und Kofler brachten die Positionen vier und fünf nach Hause. Dahinter kamen der Schweizer Audi-Pilot Lucas Mauron (Heide-Motorsport) und Verdoncks Teamkollegin Stephane Kox aus den Niederlanden ins Ziel. Kox war damit einmal mehr die schnellste Dame im Feld.