Donnerstag, 29. September 2016

Das sind die Titelkandidaten des ADAC GT Masters 2016

  • De Phillippi/Mies und Gounon/Keilwitz große Favoriten
  • Formstarker Porsche-Pilot David Jahn in Lauerstellung
  • Außenseiterchancen für zwei weitere Teams

Die zehnte Saison des ADAC GT Masters findet in Hockenheim (30.09.–02.10.) mit dem spannendsten Finale der Serienhistorie ihren Höhepunkt: Wer wird Champion 2016? Ein Audi-Duo und ein Corvette-Team sind die Favoriten im Titelkampf, doch dahinter lauert die Konkurrenz von Porsche und Mercedes-AMG auf ihre Außenseiterchance. Insgesamt können sich noch neun Fahrer zum Meister krönen. Ein Blick auf die Kandidaten.

Die Tabellenführer

Christopher Mies (l.) u. Connor De Philippi
Foto: Jens Hawrda
Connor De Phillippi (23, USA) und Christopher Mies (27, Heiligenhaus/beide Montaplast by Land-Motorsport), Audi R8, 146 Punkte

Bis zum Jahr 2013 fuhr Connor De Phillippi ausschließlich in den USA, wurde dann in das Porsche-Juniorenprogramm aufgenommen und startete zwei Jahre in Porsche-Markenpokalen. Sein Einstieg in das ADAC GT Masters 2016 war auch gleichbedeutend mit seinem Debüt in der GT3-Klasse. Christopher Mies ist dagegen ein Sportwagen-Routinier und -Vielfahrer. Im Vorjahr gewann er unter anderem das ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring. 2010 (Gesamtplatz zwei) und 2011 (Gesamtplatz drei) verpasste er den Titelgewinn im ADAC GT Masters nur knapp. Gemeinsam bilden De Phillippi und Mies ein kampfstarkes Team, das vor allen Dingen in den Rennen beeindruckte und manch schwächeres Qualifying-Ergebnis wettmachte. Im zweiten Nürburgring-Rennen feierte das Duo den ersten Saisonsieg und sorgte damit für den ersten Triumph des neuen Audi R8 in der „Liga der Supersportwagen“. Montaplast by Land-Motorsport hat in seiner ersten Saison im ADAC GT Masters als Tabellenführer die Chance auf den Gewinn der Teamwertung.

Die Verfolger

Jules Gounon (21, F) und Daniel Keilwitz (27, Villingen/beide Callaway Competition), Corvette C7, 144 Punkte

Auch das Team der Tabellenzweiten besteht aus einem Rookie und einem ADAC GT Masters-Veteran. Der Serieneinstieg von Jules Gounon war erst ein paar Tage vor dem offiziellen Vorsaisontest in Oschersleben fix. Dank seines Talents, das er von Vater Jean-Marc Gounon, einem ehemaligen Formel-1- und Sportwagen-Piloten, geerbt hat, gewöhnte sich der junge Franzose schnell ein, obwohl fast alle Strecken neu für ihn waren. Sein Teamkollege ist Daniel Keilwitz, mit 17 ersten Plätzen ADAC GT Masters-Rekordsieger. In Zandvoort trat er dem elitären Club der Piloten mit mindestens 100 Rennteilnahmen bei. Keilwitz fährt seit 2010 für Callaway Competition im ADAC GT Masters und holte mit dem Rennstall aus Leingarten seinen ersten Titel 2013. Schon beim zweiten Rennwochenende 2016 am Sachsenring sorgten Gounon/Keilwitz für den ersten Sieg der neuen Corvette C7. Gounon liefert sich in der Junioren-Wertung für Fahrer unter 25 Jahre mit De Phillippi ein zweites Titelduell. Callaway Competition hat auf Tabellenrang zwei zudem beste Chancen auf den Sieg in der Teamwertung.

Der mögliche Spielverderber

David Jahn (25, Leipzig/KÜS TEAM75 Bernhard), Porsche 911, 116 Punkte

Das von Sportwagen-Weltmeister Timo Bernhard und seinem Vater Rüdiger gemeinsam mit Rennfahrer und Teammanager Klaus Graf geführte KÜS TEAM75 Bernhard legte in seiner Debütsaison nach einer Anlaufphase eine beeindruckende Serie hin. Gemeinsam mit Porsche-Werksfahrer Kévin Estre (27, F), der aufgrund anderer Verpflichtungen bei den ersten drei Rennwochenenden fehlte, gewann David Jahn auf dem Red Bull Ring, auf dem Nürburgring und in Zandvoort jeweils das Samstagsrennen. Dank der steilen Lernkurve des gesamten Rennstalls, eines immer besser eingestellten Porsches unter der Ägide von Ingenieurs-Legende Roland Kussmaul und dem eingespielten Fahrergespann zeigte die Formkurve steil bergauf: Die meisten Punkte aller Teams in der zweiten Saisonphase katapultierten Jahn auf Gesamtrang drei der Fahrerwertung. Estre hat nur noch mathematische Titelchancen, kann realistisch aber nicht mehr Champion werden, da er sich das Cockpit mit dem in der Meisterschaft besser platzierten Jahn teilt. Das Finale ist für Jahn ein Heimspiel: Er arbeitet zwar als Instruktor bei Porsche in Leipzig, stammt aber aus dem wenige Kilometer von Hockenheim entfernten Speyer.

Die Titelverteidiger
Asch / Ludwig (Mercedes-AMG)
Foto: Jens Hawrda

Sebastian Asch (30, Ammerbuch) und Luca Ludwig (27, Bonn/beide AMG-Team Zakspeed), Mercedes-AMG, 104 Punkte

Die beiden Vorjahreschampions Sebastian Asch und Luca Ludwig erwischten 2016 mit zwei Siegen in den ersten drei Rennen einen Saisonstart par excellence. Nach einer Durststrecke zur Saisonmitte kämpfte sich das Duo im neuen Mercedes-AMG des AMG-Team Zakspeed mit zuletzt zwei dritten Plätzen wieder in die Tabellenspitzengruppe zurück. Sebastian Asch ist bisher der einzige Fahrer, der zweimal den ADAC GT Masters-Titel gewann: 2015 mit Ludwig und 2012 mit Maximilian Götz, jeweils in einem Mercedes SLS AMG. Zudem löste der Sohn von DTM-Legende Roland Asch dieses Jahr Toni Seiler als Rekordteilnehmer in der „Liga der Supersportwagen“ ab. Auch Luca Ludwig hat mit dem dreimaligen DTM-Champion Klaus Ludwig einen berühmten Vater. Der Spross besserte 2016 sein Konto auf sieben Pole-Positions im ADAC GT Masters auf und ist damit der erfolgreichste Fahrer aus dem aktuellen Starterfeld beim Kampf gegen die Uhr. In Hockenheim wird er sein 100. Rennen bestreiten.

Die Außenseiter


Robert Renauer (31, Jedenhofen) und Martin Ragginger (28, A/beide Precote Herberth Motorsport), Porsche 911, 98 Punkte

Die mathematisch geringste Chance auf den Titelgewinn im ADAC GT Masters 2016 haben Robert Renauer und Martin Ragginger. Nach einem starken Saisonauftaktwochenende in Oschersleben und dem ersten Saisonsieg auf dem Lausitzring mussten sie einige Rückschläge hinnehmen. Am Nürburgring und in Zandvoort meldete sich das Porsche-Duo mit vier Punkteresultaten in vier Rennen wieder zurück. Robert Renauer ist Porsche-Spezialist durch und durch. Bereits 2003 bestritt er mit seinem jetzigen Team Herberth Motorsport – Teamchef ist sein Zwillingsbruder Alfred – den Porsche Carrera Cup. Im ADAC GT Masters erreichte er 2013 mit Gesamtrang zwei sein bestes Resultat. Sechs Pole-Positions in 58 ADAC GT Masters-Rennen – Teamkollege Martin Ragginger ist ein echtes Ass im Zeittraining. Auch „Raggi“ ist seit 2007, als er ins Porsche-Junior-Team aufgenommen wurde, mit dem Zuffenhausener Automobilhersteller eng verbunden.

Jan Bühn fährt beim Finale in Hockenheim auf das Podium und wird Gesamtdritter

Foto: Hermann Rüger
Beim Finale zur Superbike*IDM hat sich Motorradrennfahrer Jan Bühn aus dem badischen Kronau mit den Plätzen vier und drei den dritten Gesamtrang in seiner ersten Saison in der Superstock 1000 IDM-Klasse gesichert. Auf dem 3,692 km langen Hockenheimring erzielte der Badener vom Van-Zon-Remeha-BMW Team im Training den zweiten Platz in der Superstock-Wertung und die viertschnellste Gesamtzeit. In der Superpole für die Startaufstellung fuhr Jan Bühn hinter dem Niederländer Danny de Boer (Yamaha) und dem Schweizer Dominic Schmitter (BMW) auf den dritten Startplatz. Im ersten Lauf lag Jan Bühn bis wenige Runden vor dem Ziel auf dem dritten Platz und wurde dann von seinem BMW-Teamkollegen Pepijn Bijsterbosch aus den Niederlanden überholt. Mit 20,986 Sekunden hinter dem Sieger Florian Alt (Nümbrecht/Yamaha) fuhr Jan Bühn als Vierter in der Superstock 1000-Wertung über die Ziellinie. Im zweiten Rennen hatte der gebürtige Heidelberger vor 13.460 Zuschauern einen besseren Start und belegte mit 14,366 Sekunden hinter dem neuen Superbike-Meister Marvin Fritz (Neckarzimmern/Yamaha) als bester BMW-Pilot den fünften Gesamtrang und dritten Platz in der Superstock 1000-Wertung. Mit seinem zehnten Saisonsieg ist der Niederländer Danny de Boer mit 350 Punkten Superstock 1000-Meister vor Luca Grünwald (Waldkraiburg/beide Yamaha) mit 265 Zählern. Jan Bühn holte in allen Rennen Punkte und stand sechsmal auf dem Podium, das beste Ergebnis war der zweite Platz in Zolder/Belgien. Als bester BMW-Pilot beendet der letztjährige Supersport-Meister die Saison mit 192 Punkten auf dem hervorragenden dritten Gesamtrang. Nach dem Finale war der Kronauer zufrieden: „Mit dem dritten Platz beim Finale hier bei meinem Heimrennen in Hockenheim bin ich super zufrieden. Es waren fast hundert Bekannte und Freunde da. Vor der Saison hatten wir eine Top-Fünf Platzierung angestrebt und nun bin ich als bester BMW-Pilot Gesamtdritter. Leider hatte ich im ersten Lauf Probleme mit dem rechten Unterarm und meine Muskulatur war verhärtet. Ich konnte dann nicht mehr so hart bremsen, dadurch ist mein Teamkollege näher gekommen und hat mich dann überholt. Vor dem zweiten Lauf wurde ich massiert und wir haben den Unterarm mit einer Wärmesalbe eingerieben, dadurch war es besser. Ich möchte mich beim ganzen BMW-Team bedanken und freue mich bereits auf die nächste Saison. Wir haben uns nach dem Rennen auf ein weiteres Jahr im Van-Zon-Remeha-BMW Team geeinigt.“ Weitere Informationen über Jan Bühn gibt es auf der Internetseite von Jan Bühn www.jan-buehn.de bzw. über die IDM unter www.Superbike-IDM.de .

Text  : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Superbike-Meister Marvin Fritz siegt auch beim Motorradfinale auf dem Hockenheimring

Foto: Herrmann Rüger
Der neue deutsche Superbike-Meister Marvin Fritz aus Neckarzimmern dominierte auch beim Motorrad-IDM Finale in Hockenheim. Der Yamaha-Pilot vom Bayer-Bikerbox-Lagenscheidt Team fuhr im Training die Bestzeit und hatte im ersten Lauf auch den besten Start vor 13.460 Zuschauern im badischen Motodrom. Doch in der 3. Runde rutschte dem Badener in der Sachskurve in Führung liegend das Hinterrad weg und er landete im Kiesbett. Der 23-Jährige hob seine Yamaha YZF-R1M wieder auf und jagte dem Feld dann als Letzter hinterher. Nach 18 Runden überquerte er mit 39,054 Sekunden Rückstand als Zehnter die Ziellinie, in der Superbike-Wertung stand er als Dritter bei seinem Heimrennen sogar noch auf dem Podium. Das erste Rennen auf dem 3,692 km langen Hockenheimring gewann Florian Alt (Nümbrecht) mit 1,426 Sekunden vor seinem Yamaha-Teamkollegen Lukas Trautmann aus Österreich. Im zweiten Lauf feierte Marvin Fritz einen souveränen Start-Ziel-Sieg mit 6,533 Sekunden vor seinem Yamaha-Markengefährten Florian Alt. Im Gesamtklassement der Superbike-IDM erreichte Marvin Fritz 297 Punkte vor Florian Alt, der mit 251 Zählern Vizemeister wurde. Für Marvin Fritz ist dies schon der zweite IDM-Titel, 2014 wurde er auf Yamaha Supersport-Meister. Mit zwölf Jahren hat Marvin Fritz bereits 2005 auch den ADAC Junior-Cup gewonnen. Weitere Informationen über die Superbike*IDM gibt es im Internet unter www.Superbike-IDM.de .

Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Mittwoch, 28. September 2016

Finale Superbike*IDM Hockenheim Rennen 2

Marvin Fritz holt im letzten Saisonrennen noch einen Sieg
Foto: Jens Hawrda
Das letzte Rennen der Saison war eine klare Sache für den Meister Marvin Fritz. Vom Start weg setze sich Fritz an die Spitze des Feldes gefolgt von Florian Alt und Danny de Boer. Die drei Führenden legten gleich ein paar Meter zwischen sich und die Verfolger. Die führte Jan Bühn an und hatte Luca Grünwald, Stamm, Max Neukirchner und Lukas Trautmann im Schlepptau.

Fritz konnte sich vom Feld absetzen. Alt und de Boer konnten das flotte Meistertempo nicht ganz mitgehen kämpftenhinter Fritz um Platz zwei. Nur noch zu zweit waren mit Bühn und Grünwald die Verfolger, denn auch die hatten sich von den Hintermännern absetzen können. Danny de Boer wagte sich als Superstock Meister auch an Alt ran, doch der konterte gleich wieder eine Runde später und de Boer verlor nach einem Schnitzer gleich einige Motorradlängen auf Alt.

Fritz hatte sich bis zur Halbzeit schon um über vier Sekunden abgesetzt. Dafür hatte de Boer plötzlich Grünwald und Bühn am Hinterrad kleben. Trautmann, Stamm und Neukirchner hatten mit drei Sekunden Rückstand klar distanziert.

Bis zur Zieldurchfahrt tat sich an den Positionen nichts mehr. Ein klarer Sieg ging an Marvin Fritz, die Plätze 2 und 3 holte sich das Yamaha-Duo Alt und Trautmann. Hinter Superstock-Sieger de Boer fuhren noch Grünwald und Bühn aufs Podium.

Finale Superbike*IDM Hockenheim Rennen 1

Sieg für Florian Alt
Foto: Jens Hawrda
Beim Saisonfinale am Hockenheimring herrschte bestes Rennwetter, welches die Rennfans zahlreich auf die Ränge lockte. Mit Marvin Fritz und Danny de Boer stehen die Meister der Klassen Superbike und Superstock 1000 bereits fest, trotzdem traten 30 Piloten zum Rennen an.

Nach dem Start zu Rennen eins übernahm Marvin Fritz sofort die Führung, stürzte aber in Runde drei konnte aber weiterfahren.Vorne sortierten sich Alt, Trautmann und de Boer auf den Podestplätzen ein. In der Verfolgergruppe waren Grünwald, Jan Bühn und Roman Stamm fleißig. Dahinter passierte über eine Sekunde lang nichts. Auf Gesamtplatz 9, aber Dritter der Superbike Wertung, tauchte Honda-Ersatzmann Damian Cudlin auf.

Alt, Trautmann und de Boer fuhren an der Spitze des Feldes, Fritz hatte sich zur Halbzeit des Rennens auf Gesamtplatz 19 vorgearbeitet. De Boer musste nach vorne abreissen lassen und konzentrierte sich darauf, den Superstock-Sieg sicher nach Hause zu fahren. Um den Sieg kämften danach nur noch Alt und Trautmann. Noch unklar war in der Schlussphase Platz 3. Daran waren erneut die BMW-Kollegen Bühn und Pepijn Bijsterbosch interessiert. In Runde 13 schied Damian Cudlin mit technischem Defekt aus und damit war Fritz zwar nur 14. im Gesamtergebnis, plötzlich auf Platz 3 der Superbike-Wertung.

Alt gewann mit schließlich knapp vor Trautmann. Marvin Fritz  erreichte trotz Sturz noch Platz 3. Die Podestplätze der Superstock-Klasse gingen an de Boer, Grünwald und Bijsterbosch.