Donnerstag, 16. Juni 2016

DTM: Drei Fragen an Esteban Ocon

Esteban Ocon
Foto: Jens Hawrda
 
Drei DTM-Rennwochenenden liegen hinter dir. Wie fällt dein erstes Resümee aus?

Esteban Ocon: „Das erste Rennwochenende in Hockenheim ging eigentlich ganz gut los. Wir waren zufrieden mit unserer Pace, aber die Rennen waren dann zum Vergessen. Ich hatte überhaupt kein Glück und konnte keines der beiden Rennen beenden. So ein Debüt wünscht man sich natürlich nicht. In Spielberg und am Lausitzring waren wir dann nicht stark genug, um in die Punkte zu fahren. Aber wir arbeiten hart, um schnellstmöglich ein Level zu erreichen, dass es uns ermöglicht, um Punkte und Podestplätze zu fahren.“

Hast du dir die DTM so hart vorgestellt?

Esteban Ocon: „Absolut nicht. Ich dachte nie, dass es so hart ist, in der DTM zu fahren. Aber ich denke, ich verstehe die Serie jetzt immer besser. In der DTM ist Erfahrung einfach extrem wichtig. Du musst vertrauen in das Auto finden und dich an die Art des Racings gewöhnen. Die Zweikämpfe sind definitiv der größte Unterschied zum Formel-Sport. Ich lerne jedes Wochenende dazu und hoffe, bald meine ersten Punkte einzufahren. Wenn wir es schaffen, an einem Wochenende alles zusammenzubringen, dann ist ein gutes Ergebnis auf jeden Fall drin. Dafür arbeitet jeder im Team sehr hart.“

Zusammen mit deinem Job in der Formel 1 hast du bereits zehn Rennwochenenden in diesem Jahr hinter dir. Wie fühlst du dich allgemein?

Esteban Ocon: „Es macht mir immer noch unglaublich viel Spaß. Es ist fantastisch, die DTM und die Formel 1 zu kombinieren und überall dazu zu lernen. So eine Chance bietet sich dir nicht jeden Tag. Klar ist die Belastung hoch, aber ich kann mich wirklich nicht beklagen.“

ADAC TCR Germany kehrt nach Oschersleben zurück

  • ADAC TCR Race Weekend mit ADAC TCR Germany, ADAC Formel 4 und TCR International
  • Zweiter Auftritt der ADAC TCR Germany in Oschersleben
  • Target Competition wechselt auf Honda
Foto: Jens Hawrda
Die Frühsommerpause der ADAC TCR Germany ist vorbei: Nach sechs Wochen Pause kehrt die ADAC TCR Germany am kommenden Wochenende in der Motorsport Arena Oschersleben auf die Rennstrecke zurück. Vom 17. bis 19. Juni stehen in der Magdeburger Börde die Saisonrennen fünf und sechs für die neue Tourenwagenserie des ADAC auf dem Programm. Zuletzt hatten sich die Piloten Ende April/Anfang Mai auf dem Sachsenring spannende Duelle geliefert. Beim zweiten Auftritt der ADAC TCR Germany in Oschersleben in diesem Jahr ist im Rahmen des ADAC TCR Race Weekends neben der ADAC Formel 4 auch die TCR International Series am Start. Das erste von zwei Rennen überträgt SPORT1 am Samstag live ab 13.15 Uhr, Rennen 2 wird am Sonntag ab 11.40 Uhr bei SPORT1+ live übertragen. Online sind beide Rennen im Livestream unter www.adac.de/tcr-germany zu sehen.

 ls Spitzenreiter reist Seat-Pilot Harald Proczyk (40, Österreich, HP Racing) an. Nachdem in den ersten beiden Rennen in Oschersleben Josh Files (25, Großbritannien, Target Competition) die Nase vorn hatte, feierte der Österreicher Proczyk einen Start-Ziel-Sieg im ersten Rennen auf dem Sachsenring und beendete das Wochenende als Tabellenführer. Vor dem dritten Rennwochenende führt der Seat-Pilot in der Gesamtwertung mit 70 Punkten vor Josh Files (63 Punkte) und Benjamin Leuchter (28, Duisburg, Racing One, 58 Punkte), der einen Volkswagen Golf steuert. Verfolger Files und die Mannschaft von Target Competition nehmen das zweite Rennwochenende in Oschersleben mit veränderten Vorzeichen in Angriff. Der Brite und seine Teamkollegen Jürgen Schmarl und Lokalmatador Mike Beckhusen steigen am Wochenende vom Seat auf den Honda Civic TCR um.

„Beim Saisonauftakt in Oschersleben waren wir nicht unbedingt die Schnellsten. Mein Ziel wird es sein, so gut wie möglich abzuschneiden. Wenn wir nach den beiden Rennen in der Meisterschaft noch vorne sind, haben wir alles richtig gemacht“, sagt Proczyk, der sich auch über das Gastspiel der TCR International Series freut. „Ich bin ja nicht nur gerne Fahrer, sondern auch Motorsportfan. Von daher freut es mich immer, wenn links und rechts noch etwas zum Schauen ist, was wir ja in der Regel bei den ADAC-Events sowieso haben.“ Im Kampf um das Podest rechnet der Steiermärker mit den „üblichen Verdächtigen“. „Das Team Target ist ja auf den Honda gewechselt. Die werden sicher einen Top-Job machen, aber natürlich wird es interessant sein, wie ihnen die Umstellung auf den Honda gelingt.“

VW-Pilot Leuchter wartet zwar noch auf seinen ersten Sieg, punktete aber in den bisherigen vier Saisonläufen konstant. „Ich hoffe, dass wir an das Auftaktwochenende anknüpfen können. Hoffentlich geht’s noch einen Schritt auf dem Siegertreppchen nach oben, nämlich ganz nach oben“, so Leuchter. „Ich habe an mir gearbeitet, viel Fitnesstraining gemacht. Das Team hat am Auto gearbeitet und wir haben vom Set-up noch einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das Team ist super motiviert, alle ziehen an einem Strang. Jetzt müssen wir halt sehen, dass wir in Oschersleben genauso fleißig punkten wie bisher. Dann sieht es für die Gesamtwertung nicht schlecht aus.“
Tim Zimmermann (19, Langenargen, Liqui Moly Team Engstler) hat mit Oschersleben dagegen „noch eine Rechnung offen“ nachdem er beim Saisonstart unfallbedingt in beiden Rennen ohne Punkte blieb. „Ich war in Oschersleben ja schon einige Male im Formelsport auf dem Podium. Außerdem hat am ersten Rennwochenende vom Speed her alles gepasst. Ich lasse mich da jetzt nicht aus der Ruhe bringen und kehre mit einem guten Gefühl zurück.“

Zu den Favoriten zählen auch der Finne Antti Buri (27, LMS Racing), Sieger des zweiten Rennens am Sachsenring, und Routinier Steve Kirsch (36, Chemnitz, Team Honda ADAC). Beide haben bereits Podiumserfahrung und starten mit großen Ambitionen in das dritte Saisonwochenende. Buri wird neben den Rennen der ADAC TCR Germany für LMS Racing auch in den beiden Rennen der TCR International Series an den Start gehen.

Spannende Duelle sind auch in der Junior-Wertung zu erwarten, wo Deutschlands jüngster Tourenwagen-Pilot, Mike Beckhusen (16, Berlin, Target Competition), nur fünf Punkte hinter dem aktuell Führenden, Dominik Fugel (19, Chemnitz, Team Honda ADAC) liegt.

Die ADAC TCR Germany startet am Freitag mit zwei Freien Trainingseinheiten (13.10 und 14.45 Uhr). Spätestens am Samstagmorgen (08.30 Uhr) wird es dann ernst, wenn es im Zeittraining gegen die Uhr um die Startplätze für das erste Rennen (Samstag, 13.25 Uhr) geht. Auch die Startreihenfolge für das zweite Rennen (Sonntag, 11.45 Uhr) wird im Qualifying festgelegt. In diesem Lauf starten die zehn schnellsten Fahrer des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge – der Pole-Setter wird also von Rang zehn starten, der Zehnte wiederum von der Pole-Position. Die fünf Besten des Qualifyings erhalten zudem absteigend fünf bis einen Punkt für die Gesamtwertung.

Montag, 13. Juni 2016

DTM: Nachgefragt … bei Jamie Green

Der britische Audi-DTM-Pilot über den schwierigen Saisonstart in der DTM, seine Aufholjagd und das bevorstehende „Heimspiel“ von Audi Sport auf dem Norisring am 25./26. Juni.
Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Nach einem enttäuschenden Saisonstart haben Sie in den vergangenen drei DTM-Rennen so viele Punkte gesammelt wie kein anderer Fahrer. Wie erklären Sie sich den Durchbruch?

Ich würde es nicht als Durchbruch bezeichnen, sondern als Rückkehr zur Normalität. In den ersten Rennen hatte ich eine Menge Pech. In beiden Hockenheim-Rennen war ich unverschuldet in Unfälle verwickelt, im Zeittraining für das erste Spielberg-Rennen war ich mit einer nicht optimalen Abstimmung unterwegs. Im zweiten Rennen und am gesamten Lausitzring-Wochenende lief dann endlich alles problemlos, und so war ich in der Lage, meinen Job bestmöglich zu erledigen und gute Ergebnisse zu erzielen.

Sie haben nur 13 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Schielen Sie auf die Gesamtwertung?

Auf jeden Fall. Man schaut immer nach, wie es momentan aussieht. Je weiter oben man steht, desto besser fühlt es sich an. Wir befinden uns natürlich noch immer in einer frühen Phase der Saison. Es sind noch viele Rennen zu fahren und viele Punkte zu vergeben. Von daher gehe ich noch nicht volles Risiko. Aber wenn es so gut weiterläuft, dann rechne ich mir auch dieses Jahr aus, um den Titel mitkämpfen zu können.

Die nächsten beiden Rennen steigen in Ihrem „Wohnzimmer“, dem Norisring. Eine gute Chance, weiter aufzuholen. Warum sind Sie auf dieser Strecke so erfolgreich?

Der Norisring ist ein sehr enger Stadtkurs. Es kommt darauf an, sehr genau zu fahren, die Bremspunkte exakt zu finden. Das liegt mir. Gelingt einem das nicht, kann man an mehreren Stellen sehr viel Zeit verlieren – oder landet im schlechtesten Fall in der Streckenbegrenzung.

Am 18./19. Juni tritt Audi bei den 24 Stunden von Le Mans an. Werden Sie dieses Rennen verfolgen?

Auf jeden Fall. Es ist eines der bekanntesten Rennen im Motorsport. Jeder, der sich auch nur ein bisschen dafür interessiert, sollte es verfolgen. Als ich 2013 zu Audi gewechselt bin, war ich in Le Mans vor Ort. Eine sehr beeindruckende Veranstaltung. Ich drücke meinen Markenkollegen die Daumen.

DTM-Pilot Ekström in der Rallycross-WM erneut auf dem Podium

Foto: Audi-Motorsport
Mattias Ekström hat seine beeindruckende Serie von Podestplätzen fortgesetzt. Beim fünften Lauf der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft im norwegischen Hell fuhr Ekström auf Rang drei. Serienübergreifend ist der DTM- und Rallycross-Pilot damit an sechs Wochenenden in Folge auf das Podium gefahren. Mit dem neuerlichen Erfolg verteidigten Ekström und sein privates Team EKS die Führung in der Fahrer- und in der Team-Wertung der Rallycross-Weltmeisterschaft. Der sechste Lauf der Saison findet in Höljes statt. Bei seinem Heimspiel triumphierte der Schwede in den vergangenen beiden Jahren.

Samstag, 11. Juni 2016

DTM: Drei Fragen an Lucas Auer

Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas, drei Tage ist dein Rennsieg auf dem Lausitzring nun her. Wie fühlst du dich und was ist seitdem passiert?

Lucas Auer: „Ja, das Gefühl ist immer noch super. Aber ich habe wirklich noch einen Tag gebraucht, um das alles zu realisieren. Mein Telefon ist am Sonntag explodiert. Am Abend haben wir in Berlin noch zusammen gefeiert, aber am Montag bin ich vom Partymodus direkt wieder auf Vorbereitungsmodus Norisring umgeschwenkt. Gestern war ich in Affalterbach bei HWA und heute bei Mücke in Berlin. Die Arbeit geht also ganz normal weiter.“

Was hat denn dein Onkel Gerhard Berger am Telefon zu dir gesagt, als ihr telefoniert habt?

Lucas Auer: „Als erstes haben wir beide lachen müssen, weil ja jeder über das Telefonat gesprochen hat. Dann hat er mich gefragt, ob ich auch die schnellste Rennrunde gefahren bin. Aber ich glaube, da wollte er mich nur ein bisschen aufziehen. Es war auf jeden Fall sehr lustig. Er hat mir dann noch ein paar Fragen gestellt und das war es dann auch schon.“

Haben sich deine Saisonziele jetzt verändert?

Lucas Auer: „Nein, gar nicht. Ich will weiter versuchen, konstant in die Top-10 zu fahren. Es war ja auch in Anführungszeichen nur ein Rennsieg und nicht die Meisterschaft. Daher muss man schon am Boden bleiben.“