Freitag, 29. Januar 2016

Timo Bernhard: Wollen KÜS Team75 Bernhard langfristig im ADAC GT Masters etablieren

  • Interview mit Timo Bernhard zum Start des KÜS Team75 Bernhard im ADAC GT Masters
  • Sportwagen-Weltmeister über den Start seines Teams im ADAC GT Masters
Timo Bernhard
Foto: Porsche-Motorsport
Ein Neuzugang sorgt für viel Furore im ADAC GT Masters: Das KÜS Team75 Bernhard von Sportwagen-Weltmeister Timo Bernhard und seinem Vater Rüdiger startet mit Kévin Estre und einem Porsche 911 GT3 R erstmals in der „Liga der Supersportwagen“. Im Interview erklärt der Porsche-Werksfahrer die Hintergründe zum Start seines Teams im ADAC GT Masters.
 
Sie haben als Porsche-Werksfahrer ein umfangreiches Programm, warum engagieren Sie sich darüber hinaus mit einem eigenen Team im Motorsport? 
Timo Bernhard: „Für mich ist es eine große Freude als Teambesitzer tätig zu sein und ich bin Stolz darauf, was wir aufgebaut haben. Ich versuche mir mit dem Team etwas für meine Zukunft aufzubauen und denke, es ist für mich der richtige Schritt. Das alles wäre aber nicht möglich ohne ein perfektes Team, das hinter mir steht und mich unterstützt. Das ist in erster Linie mein Vater, ohne den meine bisherigen Erfolge nicht möglich gewesen wären. Meine Mutter unterstützt das Team in der Organisation und mit unserem Teammanager Klaus Graf bin ich auf einer Wellenlänge. Auf das gesamte Team kann ich mich perfekt verlassen, denn ohne die tollen Leute in meiner Mannschaft würde es nicht funktionieren.“
 
Warum haben Sie und ihr Vater sich dazu entscheiden, neben dem Porsche Carrera Cup Deutschland auch noch ein Programm im ADAC GT Masters zu starten?

„Wir haben das Team in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt entwickelt. Das Team existiert bereits seit 1975, daher kommt auch der Name Team75. Damals hat es mein Vater das Team gegründet und ist bei Rallyes gestartet. Nach verschiedene Rallye-Einsätze engagieren wir uns seit drei Jahren im Porsche Carrera Cup. Der Cup ist eine wichtige Meisterschaft und eine sehr gute Basis. Auf das ADAC GT Masters haben wir schon seit zwei, drei Jahren ein Auge geworfen. Unser Engagement nun auszuweiten, paßt optimal zur Entwicklung des Teams. Wir haben uns Schritt für Schritt gesteigert und der neue Porsche 911 GT3 R war nun die willkommene Gelegenheit, in das ADAC GT Masters einzusteigen.“
 
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft FIA WEC sind Sie für Porsche weltweit im Einsatz, wie kombinieren Sie das mit dem Job als Teamchef?

„Innerhalb der laufenden Saison konzentriere ich mich natürlich auf die Sportwagen-Weltmeisterschaft, aber vor und nach der Saison engagiere ich mich stark im Team. Wenn immer mein Terminkalender es möglich macht, bin ich natürlich auch beim ADAC GT Masters vor Ort. Mit meiner Motorsporterfahrung denke ich, dass ich dem Team eine gute Unterstützung bin, auch wenn ich nicht bei jedem Rennen dabei sein kann.“
 
Im ADAC GT Masters startet Kévin Estre für ihr Team, bei Porsche ist er als Werksfahrer ihr Kollege. Das ist eine sehr ungewöhnliche Situation.

„Wir hatten vor zwei Jahren schon eine ähnliche Situation, als Earl Bamber für unser Team im Porsche Carrera Cup gefahren ist. Er ist dann im vergangenen Jahr dann zum Porsche-Werksfahrer aufgestiegen und hat Le Mans gewonnen, so gesehen haben wir damit gute Erfahrungen gemacht. Ich schätze Kévin extrem hoch ein. Generell zählen die Porsche-Werksfahrer zu den besten Fahrern in der Szene. Es ist auch ein tolles Signal von Porsche, das er für uns fährt.“
 
Könnten Sie sich vorstellen selbst zusammen mit Kévin im ADAC GT Masters zu fahren?

„Das ist nicht geplant, denn mein Programm mit dem Porsche 919 Hybrid in der Sportwagen-Weltmeisterschaft hat natürlich Priorität. Ich werde es mir aber ganz sicher nicht nehmen lassen, den Roll-Out mit unseren neuen Porsche selbst zu fahren.“
 
Wer wird denn Teamkollege von Kévin Estre im ADAC GT Masters?

„Das ist momentan noch nicht entschieden. Wir haben nach der Ankündigung des Programms aus allen Teilen der Welt ein tolles Feedback und viele Anfragen bekommen. Unser Ziel ist es, eine homogene Fahrerkombination zu haben, mit der wir an der Spitze fahren können. Wir haben aber keine vermessenen Ziele und wissen, dass wir viel lernen müssen und im ADAC GT Masters gegen eine sehr gute und erfahrene Konkurrenz antreten. Wir wollen einen guten Job machen, denn unser Engagement im ADAC GT Masters ist langfristig angelegt und beschränkt sich nicht auf eine Saison.“
 
Bis zum Saisonstart in der Motorsport Arena Oschersleben vom 15. bis 17. April sind es noch gut drei Monate. Wie sieht ihre Vorbereitung bis dahin aus?

„Wir erwarten die Auslieferung des neuen Porsche im Februar und werden voraussichtlich im März mit unserem Testprogramm starten. Kévin ist in den kommenden Wochen schon viel im Einsatz und fährt in den USA in Daytona und in Sebring. Das ist ein großes Plus für uns, denn zum Saisonstart des ADAC GT Masters hat er dann bereits einige Renneinsätze hinter sich und ist gut im Training.“
 
Beim Saisonstart des ADAC GT Masters treten am gleichen Termin in der Sportwagen-Weltmeisterschaft FIA WEC in England an. Verfolgen Sie die ADAC GT Masters-Rennen dann im weltweit frei empfangbaren Online-Livestream?

„Ich schaue mir sicherlich die Ergebnisse an und halte mich informiert, schon alleine weil Sie mich als Racer interessieren. Aber ich werde voraussichtlich selbst zu sehr eingespannt sein um die Rennen zu schauen. Bei allen Wochenenden, an denen es mir zeitlich möglich ist, komme ich natürlich selbst zum ADAC GT Masters.“
 
Zeitgleich zu ihrem Weltmeistertitel ist im vergangenen November ihre Biographie erschienen. Ist das nicht verfrüht, wenn nun Erfolge als Teamchef im ADAC GT Masters folgen könnten?

„Ich freue mich sehr über das Buch, es ist toll geworden und ich habe schöne Reaktionen darauf bekommen. Nun liegt es an mir, weiterhin als Fahrer und als Teamchef so erfolgreich zu sein, das wir in einigen Jahren noch ein zweites Buch machen können.“

Donnerstag, 28. Januar 2016

DTM auch in Zukunft in der ARD – neuer Vertrag unterzeichnet

Erfreuliche Nachrichten für die Fans der populärsten internationalen Tourenwagenserie: Alle Rennen werden auch künftig live und exklusiv im Ersten zu sehen sein. Ein entsprechender Vertrag, der die Rennsaisons 2016 und 2017 umfasst, wurde zwischen der ARD und der ITR abgeschlossen.
Foto: Jens Hawrda
„Die langfristige Partnerschaft mit der ARD ist ein wichtiger Faktor des Erfolgs der DTM. Es freut mich, dass die Fernsehzuschauer in Deutschland auch in Zukunft uns aus der ersten Reihe zuschauen können“ erklärt Hans Werner Aufrecht, Vorstandsvorsitzender des DTM-Vermarkters ITR. „Das neue Konzept mit zwei Rennen pro Wochenende und verständlicheren Regeln hat auch bei den Fernsehzuschauern positive Reaktionen hervorgerufen. Diesen Weg wollen wir gemeinsam weitergehen.“

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: „ Wir freuen uns den Motorsport begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern die DTM auch weiterhin live im Ersten präsentieren zu können. Die geplanten Änderungen im Reglement sowie technische Neuerungen versprechen einen spannenden Saisonverlauf.“

Die neue DTM-Saison beginnt am 7. und 8. Mai in Hockenheim und umfasst wiederum 18 Rennen an neun Wochenenden. Auch 2016 wird jeweils am Samstag und am Sonntag ein Rennen ausgetragen und live im „Ersten“ übertragen. Die Qualifyings werden erneut als Live-Stream auf dtm.com und sportschau.de zu sehen sein und neu auch auf Einsfestival.

DTM-Piloten beim Renndebüt des BMW M6 GTLM und BMW M6 GT3 bei den 24h Daytona

Genau 40 Jahre nach dem ersten Sieg für BMW bei den 24 Stunden von Daytona 1976 feiern gleich zwei neue BMW GT-Fahrzeuge ihre Rennpremieren. Das BMW Team RLL setzt den BMW M6 GTLM in der GTLM-Klasse ein, Turner Motorsport startet mit zwei BMW M6 GT3 in der GTD-Kategorie. Die beiden neuen Fahrzeuge lösen den BMW Z4 GTLM bzw. den BMW Z4 GT3 ab, die beide zahlreiche Siege in Nordamerika gefeiert haben.

Das BMW Team RLL geht in seine achte gemeinsame Saison mit BMW Motorsport. Es wird ein historisches Jahr, das nicht nur im Zeichen der Premiere des BMW M6 GTLM, sondern auch des 100-jährigen Jubiläums von BMW stehen wird. Als Hommage an diesen außergewöhnlichen Geburtstag wird einer der beiden BMW M6 GTLM mit der Startnummer 100 in die neue IWSC-Saison gehen. Er wird – genauso wie das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 25 – ein spezielles Jubiläums-Design erhalten, das am 27. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz in Daytona vorgestellt wird.
Foto: BMW-Motorsport
Um das neue Fahrzeug schnellstmöglich an die Spitze des mit den Herstellern BMW, Chevrolet, Ferrari, Ford und Porsche hochkarätig besetzten Starterfelds in der GTLM-Klasse zu bringen, setzt das BMW Team RLL auf Kontinuität bei den Fahrern. Die Stammbesetzungen der beiden BMW M6 GTLM bleiben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Das Cockpit der Startnummer 25 teilen sich Bill Auberlen (US) und Dirk Werner (DE). Sie werden in Daytona von den beiden BMW DTM-Piloten Augusto Farfus (BR) und Bruno Spengler (CA) unterstützt. Im zweiten Fahrzeug mit der Startnummer 100 kommen wie 2015 John Edwards (US) und Lucas Luhr (DE) als Stammfahrer zum Einsatz. Ihnen stehen in Daytona Graham Rahal (US) und der einzige Neuzugang im Fahreraufgebot, Kuno Wittmer (CA), zur Seite.

Turner Motorsport geht mit zwei neuen BMW M6 GT3 in der GTD-Klasse ins Rennen. Im BMW M6 GT3 mit der Startnummer 96 wird BMW Werksfahrer Jens Klingmann (DE) gemeinsam mit Bret Curtis (US) die komplette Saison bestreiten. In Daytona wird das Duo von Ashley Freiberg (US) und BMW DTM-Fahrer Marco Wittmann (DE) unterstützt. Die Startnummer 97 teilen sich im Saisonverlauf wie im Vorjahr Michael Marsal (US) und Markus Palttala (FI). An ihrer Seite kommen auf dem Daytona International Speedway BMW DTM-Fahrer Maxime Martin (BE) und BMW Motorsport Junior Jesse Krohn (FI) zum Einsatz.

Die BMW Teams und Fahrer fiebern nicht nur dem Rennen entgegen, sondern freuen sich auch darauf, den im Rahmen des Projekts „Daytona Rising“ umfassend modernisierten „Daytona International Speedway“ unter Rennbedingungen zu erleben. Die 24 Stunden von Daytona starten am Samstag, 30. Januar, um 14.40 Uhr Ortszeit (20.40 Uhr MEZ).

Augusto Farfus (BMW M6 GTLM, Startnummer 25):

„Es ehrt mich, ein Teil des BMW Teams RLL zu sein und das Renndebüt des BMW M6 GTLM bestreiten zu dürfen. Das Team hat beim letzten Test einen sehr guten Job gemacht, und das Fahrzeug hat sich stark angefühlt. Auch wenn bei einem 24-Stunden-Rennen alles passieren kann, werden wir einen guten ersten Eindruck hinterlassen, denke ich.“

Bruno Spengler (BMW M6 GTLM, Startnummer 25):

„Das wird mein zweiter Start in Daytona und mein dritter bei einem 24-Stunden-Rennen sein. Der BMW M6 GTLM ist zwar neu, aber meiner Meinung nach absolut konkurrenzfähig. Nach unserem guten letzten Test bin ich voll motiviert für das Rennen.“

Mittwoch, 27. Januar 2016

Interview mit Marco Wittmann vor seinem Debüt bei den 24h Daytona

Ende des Monats wartet eine Premiere auf BMW Werksfahrer Marco Wittmann (DE): Am 30./31. Januar wird er zum ersten Mal an den 24 Stunden von Daytona (US) teilnehmen. Bei dem Langstreckenklassiker, der den Saisonauftakt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship (WTSCC) bildet, wird der DTM-Champion von 2014 das Team von Turner Motorsport verstärken. Die Mannschaft setzt in der GTD-Klasse zwei BMW M6 GT3 ein. Wittmann wird gemeinsam mit BMW Werksfahrer Jens Klingmann (DE), Bret Curtis (US) und Ashley Freiberg (US) das Fahrzeug mit der Startnummer 96 pilotieren. Es ist nicht nur Wittmanns Premiere bei den 24 Stunden von Daytona, sondern auch sein erstes Rennen in den USA überhaupt. Am vergangenen Wochenende absolvierte er mit Turner Motorsport beim „Roar before the 24“ auf dem Daytona International Speedway (US) Testfahrten mit dem neuen BMW M6 GT3. Der neu entwickelte BMW GT-Rennwagen wird in Daytona seinen ersten Renneinsatz bestreiten. Turner Motorsport setzt in der GTD-Klasse die GT3-Version ein, das BMW Team RLL schickt in der GTLM-Klasse zwei BMW M6 GTLM an den Start.
Foto: Jens Hawrda
 
Marco Wittmann im Kurzinterview:
 
Marco, wie zufrieden sind Sie mit dem Test beim „Roar before the 24“ in Daytona?
 
„Wir sind mit einem positiven Gefühl nach Hause gereist. Bei diesem Test sind wir mit dem BMW M6 GT3 zum ersten Mal gemeinsam mit der Konkurrenz auf die Strecke gegangen. In erster Linie ging es darum, das Auto kennenzulernen und eine gute Balance für das Fahrzeug zu finden. Es ist toll, Teil eines solchen neuen Projekts und beim ersten Rennen des BMW M6 GT3 dabei zu sein. Und wenn man sieht, wo wir angefangen haben und wo wir jetzt stehen, kann man bestätigen, dass gute Entwicklungsarbeit geleistet wurde. Nun müssen wir sehen, wie gut wir im Rennen im Vergleich zur Konkurrenz sind. Zudem ist natürlich in einem 24-Stunden-Rennen auch die Haltbarkeit ein Thema, vor allem bei einem neu entwickelten Fahrzeug. Doch wir gehen guter Dinge ins Rennwochenende. Es waren drei gute Testtage, an denen wir viel gelernt haben.“
 
Sie sind in der DTM „zuhause“ – was macht für Sie den Reiz eines 24-Stunden-Rennens aus?
 
„Es ist einfach eine andere Art von Rennen. In der DTM fährst du einstündige Sprintrennen, bist mehr oder weniger auf dich allein gestellt, gibst immer 110 Prozent und fährst immer am absoluten Limit. Bei einem 24-Stunden-Rennen ist das anders. Man teilt sich das Cockpit mit anderen Kollegen. Von daher muss man schon bei der Fahrzeugabstimmung Kompromisse eingehen, denn das Auto muss für alle, nicht nur für einen Piloten, fahrbar sein. Zudem gehst du im Rennen nicht unbedingt immer ganz ans Limit. Du musst darauf achten, das Material zu schonen. Da verschiedene Klassen gemeinsam auf die Strecke gehen, spielt auch das Verkehrsmanagement eine wichtige Rolle. Dies sind alles Dinge, die den Unterschied zur DTM und den Reiz eines 24-Stunden-Rennens ausmachen. Und natürlich macht es unheimlich viel Spaß, bei Klassikern wie den 24 Stunden von Daytona oder auf der Nürburgring-Nordschleife an den Start zu gehen.“
 
Für Sie ist es die Premiere bei den 24 Stunden von Daytona. Fiebern Sie dem Rennwochenende bereits entgegen?
 
„Definitiv! Ich habe schon sehr viel über das Rennen gehört. Auch die ganze Atmosphäre und das Drumherum in Daytona sollen einmalig sein. Für mich wird es das erste Mal sein, dass ich ein Rennen in den USA bestreite. Ich bin gespannt, wie es sich im Vergleich zu Europa anfühlt. Die Vorfreude ist groß – und natürlich wäre es ein Traum, das erste Rennen mit dem BMW M6 GT3 zu gewinnen.“

DTM-Pilot Adrien Tambay bei Eisrennen auf dem Podium

Foto: Audi-Motorsport
DTM-Pilot Adrien Tambay hat eine weitere Herausforderung in der Trophée Andros gemeistert. Beim fünften Lauf in Lans-en-Vercors belegte der 24 Jahre alte Franzose in seinem A1 quattro in beiden Finalrennen der Elite-Pro-Klasse den dritten Platz. Auch in der Gesamtwertung liegt der Pilot vom Belgian Audi Club Team WRT auf Rang drei.