Mittwoch, 30. September 2015

DTM: Stimmen der Mercedes Piloten zum 16. Rennen

Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul Di Resta (29 Jahre, Schottland) 2. Platz:
Team: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: Mercedes-AMG C 63 DTM
„Ich fühlte mich das gesamte Wochenende über sehr wohl im Auto. Leider habe ich gestern im Qualifying einen Fehler gemacht. Wir hatten schon gestern ein starkes Auto, konnten es jedoch nicht zeigen. Heute lief es hingegen gut. Allerdings war es Miguel Molinas Tag. Glückwunsch zu seinem ersten Sieg. Nach diesem Ergebnis gehen wir optimistisch zum Finale nach Hockenheim.“

Pascal Wehrlein (20 Jahre, Deutschland) 5. Platz:
Team: gooix/Original-Teile Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: gooix Mercedes-AMG C 63 DTM
„Ich hatte auch in diesem Rennen wieder einen super Start. Mit meinen Starts bin ich an diesem Wochenende sehr zufrieden. Ich habe jedes Mal Positionen gutgemacht. Meine erste Runde war ebenfalls gut. Danach hatte ich einen coolen Zweikampf mit Augusto, der sehr viel Spaß gemacht hat. Er ist immer sehr fair und deswegen wusste ich, dass alles hart, aber fair ablaufen würde. Genauso ist es auch gekommen. Ärgerlich war, dass ich beim Boxenstopp drei Positionen verloren habe. Aber letztlich war das heute eine super Teamleistung.“

Maximilian Götz (29 Jahre, Deutschland) 6. Platz:
Team: PETRONAS Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team Mücke)
Fahrzeug: Mercedes-AMG C 63 DTM
„Das war ein super Rennen. Schon das Warm-Up und das Qualifying heute Morgen verliefen gut. Im Rennen hatte ich dann einen guten Start und konnte eine Position gewinnen. Dann lag ich hinter Pascal, den ich mit einem guten Boxenstopp überholt habe. Danach hatte ich einen sehr guten Speed und bin erst einmal ein einsames Rennen gefahren. Gegen Ende kam Pascal immer näher. In so einer Situation muss man den Gedanken „One Team, one Vision“ einfach im Hinterkopf haben. Nachdem er mich überholt hatte, musste ich mich gegen Rockenfeller wehren, was mir gelungen ist. Mit Platz sechs bin ich zufrieden. Zwei gute Rennergebnisse auf dem Nürburgring bedeuten für mich ein tolles Wochenende.“
Daniel Juncadella
Foto: Mercedes-Motorsport
Daniel Juncadella (24 Jahre, Spanien) 10. Platz:
Team: PETRONAS Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team Mücke)
Fahrzeug: PETRONAS Mercedes-AMG C 63 DTM
„Mein Start und meine erste Runde waren sehr gut. Dann überholte ich Glock in Kurve neun und er lenkte in mich hinein. Dabei zerstörte er meine rechte Seite. Trotzdem konnte ich danach Max und Augusto überholen, weil sie gegeneinander kämpften. Somit lag ich vor dem Boxenstopp auf Platz sechs. Als ich auf Blomqvist aufholte, verlor ich wegen der Schäden am Auto leider an Grip. Gegen Ende hatte ich auch ein bisschen Schwierigkeiten mit meinen Bremsen. Ich gab alles und versuchte, noch in den Punkten zu bleiben. Es war ein harter Kampf gegen all die Jungs, aber es ist mir gelungen, noch einen Punkt mitzunehmen.“

Christian Vietoris (26 Jahre, Deutschland) 14. Platz:
Team: gooix/Original-Teile Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: Original-Teile Mercedes-AMG C 63 DTM
„Das war ein schwieriges Wochenende, das dritte hintereinander. Eine Chance haben wir in dieser Saison noch beim Finale in Hockenheim. Dort wollen wir noch einmal angreifen. Ich hoffe, dass ich dann zum Saisonabschluss noch einmal punkten kann.“

Lucas Auer (21 Jahre, Österreich) 19. Platz:
Team: EURONICS/BWT Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team ART)
Fahrzeug: BWT Mercedes-AMG C 63 DTM
„Mein Start war okay, ebenso die erste Runde. Ich bin gut durchgekommen. Aber bevor es richtig losging, musste ich an die Box, weil mein Getriebe zu hohe Temperaturen hatte. Danach bin ich mein eigenes Rennen gefahren und konnte einige Dinge ausprobieren.“

Gary Paffett (34 Jahre, England) ausgefallen:
Team: EURONICS/BWT Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team ART)
Fahrzeug: EURONICS Mercedes-AMG C 63 DTM
„Wir hatten am Vormittag einen Motorschaden. Deswegen mussten wir den Motor wechseln. Das war viel Arbeit in einer kurzen Zeitspanne. Die Jungs haben großartig gearbeitet, um das Auto wieder zusammenzubauen. Aber danach fehlte uns auf den Geraden einfach die Power. Wir wissen noch nicht, woran das gelegen hat.“

Robert Wickens (26 Jahre, Kanada) ausgefallen:
Team: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG (Mercedes-AMG DTM Team HWA)
Fahrzeug: SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG C 63 DTM
„Ich qualifizierte mich als Siebter und rechnete mir für das Rennen einiges aus. Leider wurde ich dann aber in der ersten Kurve getroffen. Ich fuhr in der Mitte der Strecke, als mir jemand in die Seite fuhr und damit mein Rennen ruinierte. Das war es. Mein Jahr schien zuletzt besser zu werden, jetzt ist es aber wieder wie zuvor. Mein Fokus liegt jetzt auf Hockenheim.“

Jan Bühn wird Deutscher Supersport-Meister

Das Finale zur Internationalen Deutschen Motorradstraßenmeisterschaft in der Supersportklasse war an Spannung kaum zu überbieten.
Lokalmatador Jan Bühn (Kronau/Yamaha) feiert den Meistertitel in der Supersport-Klasse mit
seinem Vater Harald (links) sowie Teamchef Diego Romero
Foto: Hermann Rüger
Der 24-jährige Jan Bühn aus dem badischen Kronau hatte vor den letzten zwei Läufen acht Punkte Rückstand auf den Suzuki-Piloten Tatu Lauslehto aus Finnland. Auf dem 3,692 km langen Hockenheimring fuhr Jan Bühn die zweitschnellste Zeit und startete damit als einziger Pilot bei allen Saisonrennen aus der ersten Startreihe. Lauslehto ging als Achter in das Rennen über 17 Runden, die Bestzeit im Training holte sich Gaststarter Kevin Wahr (Nagold/Yamaha), der 2013 Deutscher Meister in der Supersport-Kategorie war.
 
Lokalmatador Jan Bühn gewann am Samstag beim ersten Rennen den Start und ging vor Kevin Wahr in die erste Kurve, doch dann übernahm Wahr die Führung. Jan Bühn lag bis zur 7. Runde auf dem zweiten Platz und führte eine Gruppe von sechs Fahrern an. Gegen Ende des Rennens hatte Jan Bühn nicht mehr so ein gutes Gefühl für das Vorderrad und ließ die Gegner passieren, da in der Gruppe vier Gaststarter waren, die keine Meisterschaftspunkte erhalten. Die letzten Runden kam der Meisterschaftsführende Tatu Lauslehto immer näher heran und überholte Jan Bühn drei Runden vor Schluss. Die beiden Titelkontrahenten überholten sich gegenseitig, doch Jan Bühn konnte in der letzten Runde erneut an seinem Widersacher vorbeiziehen und belegte mit nur 0,194 Sekunden vor Lauslehto den sechsten Rang im Ziel. In der IDM-Punktewertung war es der zweite Platz und damit verkürzte der Yamaha-Pilot vom Räth-Romero-Team den Vorsprung auf nur noch vier Zähler vor dem entscheidenden Rennen am Sonntag.
 
Der zweite Lauf fand bei strahlendem Sonnenschein vor 14.000 Zuschauern statt. Vom Start weg setzte sich Kevin Wahr vor Jan Bühn an die Spitze. Wie im ersten Lauf führte Jan Bühn die Verfolgergruppe bis zur 12. Runde an und ging kein Risiko ein. Kevin Wahr feierte mit 4,143 vor dem Österreicher Marco Nekvasil (Kawasaki) einen Doppelerfolg. Mit dem fünften Platz wurde Jan Bühn erneut Zweiter in der IDM-Wertung, damit waren nun beide Piloten mit 275 Zählern punktgleich. Da beide vier Rennen gewannen entschieden die zweiten Plätze zu Gunsten von Jan Bühn. Bühn wurde sechsmal Zweiter, Lauslehto nur zweimal.
 
Nach der Zieldurchfahrt strahlte Jan Bühn: „Ich kann es noch gar nicht glauben, die letzten Runden wurden immer länger. Wir haben gegenüber dem ersten Rennen noch etwas vorne an der Gabel geändert, ich hatte dadurch mehr Gefühl für das Vorderrad. Da mein Motorrad wie eine Bombe ging konnte ich Tatu am Samstag in der letzten Runde nach der Parabolika überholen, dies war das entscheidende Überholmanöver.  Zuerst möchte ich mich bei meiner Familie und beim ganzen Team von Diego Romero bedanken. Sie haben mich super informiert, ich bin wegen den Gaststartern kein Risiko eingegangen. Ich habe dann das Tempo herausgenommen, weil ich wusste dass ich nur vor  Lauslehto ins Ziel kommen muss. Ich hatte konstant fünf Sekunden Vorsprung auf ihn. Schade, dass mein Förderer Georg Räth nicht dabei sein konnte, ihm gebührt großer Dank. Auch bei Yamaha und Pirelli sowie allen meinen Sponsoren bedanke ich mich für die Unterstützung. Ich war dieses Jahr zweimal in der IDM-Punktewertung vorne, zuerst nach dem Auftaktsieg am Samstag auf dem Lausitzring und jetzt nach dem Finale; das ist am wichtigsten. Ich glaube in der Geschichte der Motorrad-DM gab es dies noch nie, dass zwei Fahrer punktgleich waren und dann die zweiten Plätze entscheiden mussten, da wir beide vier Rennen gewonnen haben. Ich bin bei zehn von 15 Läufen vor Tatu ins Ziel gekommen, er hat mir fair gratuliert. Es ist auch super, dass hier beim Heimrennen in Hockenheim alle meine Freunde und Bekannten bei der Titelentscheidung dabei sein konnten, wir waren fast 100 Leute und konnten schön feiern. Der Titel bleibt in Baden-Württemberg, nach Kevin Wahr bin ich nun Nachfolger von meinem ehemaligen Teamkollegen Marvin Fritz. Wir wohnen ja alle nicht so weit auseinander. Abends kam noch mein Mechaniker vom Vorjahr aus der spanischen CEV-Meisterschaft mit dem letztjährigen Superbike-Meister Xavie Forés in unserer Box vorbei.“
 
Dieser Gastbeitrag wurde vom Michael Sonnick zur Verfügung gestellt.

Dienstag, 29. September 2015

DTM: Stimmen der BMW-Piloten nach dem Rennwochenende am Nürburgring

Ein Sieg, ein dritter Platz und viele Punkte im Kampf um den Titel in der Herstellerwertung: BMW Motorsport hat am achten Rennwochenende der DTM-Saison auf dem Nürburgring (DE) gute Ergebnisse erzielt und sich dadurch vor dem Finale in Hockenheim (DE) in eine gute Ausgangsposition gebracht. Mit 554 Punkten liegt die Marke vor den beiden abschließenden Rennen mit 51 Zählern vor Mercedes an der Spitze.

Das Samstagsrennen sah in Maxime Martin (BE) einen dominanten Sieger, der seinem BMW Team RMG einen umjubelten Heimsieg in der Eifel bescherte. Sein Teamkollege Marco Wittmann (DE) als Siebter und António Félix da Costa (PT) als Neunter sammelten ebenfalls Punkte. Am Sonntag errang Bruno Spengler (CA) als Dritter seinen sechsten Podestplatz der Saison. Direkt hinter ihm wurde Rookie Tom Blomqvist (GB) Vierter. Auch Augusto Farfus (BR) und Martin Tomczyk (DE) kamen als Achter bzw. Neunter in die Top-10. Tomczyk gelang dabei vom letzten Startplatz eine eindrucksvolle Aufholjagd.

Lesen Sie hier was die acht BMW DTM-Fahrer nach dem achten Rennwochenende auf dem Nürburgring zu sagen hatten:
 
Bruno Spengler
Foto: BMW-Motorsport
Bruno Spengler (BMW Team MTEK, So.: 3. Platz, Sa.: DNF):
„Das war ein tolles Rennen. Mich freut es vor allem für meine BMW Team MTEK Mechaniker, dass ich heute als Dritter Punkte sammeln konnte. Nach meinem Unfall gestern war mein Auto stark beschädigt. Aber meine Jungs haben einen super Job gemacht und das Auto bis zum Rennen heute wieder repariert. Der BMW Bank M4 DTM hat sich fantastisch angefühlt und war in allen Phasen auf der Strecke sehr stark. Ich bin super-happy mit meinem Podestplatz. Jetzt freue ich mich auf das Saisonfinale in Hockenheim in drei Wochen.“

Tom Blomqvist (BMW Team RBM, So.: 4. Platz, Sa.: DNF):
„Natürlich wäre ich gerne auf das Podium gefahren – aber meine Pace war verglichen mit Bruno und den anderen auf den ersten drei Plätzen nicht gut genug. Ich hatte einen guten Start und wäre fast in Führung gegangen. Leider hatte ich die Nase in der ersten Kurve nicht ganz vorne und musste zurückstecken. Auch bei meinem Boxenstopp ging es sehr eng zu. Insgesamt war es ein tolles Rennen, und ich bin sehr glücklich über meinen vierten Platz. Ich freue mich auf Hockenheim und das große Finale. Hier schließt sich für mich der Kreis. Im Vergleich zum Saisonauftakt werde ich mit viel mehr Erfahrung und Selbstvertrauen nach Hockenheim reisen.“
Augusto Farfus
Foto: BMW-Motorsport
Augusto Farfus (BMW Team RBM, So.: 8. Platz, Sa.: 18. Platz):
„Mehr als der achte Platz war heute einfach nicht drin. So ist das in der DTM. Beim Rennen am Samstag war das Auto fantastisch, und wir hatten die nötige Pace. Die hat uns heute leider gefehlt. Trotzdem haben wir gepunktet. Nach dem Boxenstopp konnte ich mich noch einmal nach vorn kämpfen, aber für mehr Punkte hat es nicht gereicht. Jetzt freue ich mich auf ein großes und vor allem aufregendes Finale in Hockenheim.“

Martin Tomczyk (BMW Team Schnitzer, So.: 9. Platz, Sa.: DNS):
„Ich kann an diesem Wochenende BMW und meinem BMW Team Schnitzer für die harte Arbeit an meinem Auto gar nicht genug danken. Ich hoffe, mit meinem Rennen am Sonntag konnte ich allen etwas für ihre Mühen zurückgeben. Für mich hat sich heute die Maxime bestätigt, dass man im Motorsport niemals aufgeben darf. Nachdem ich am Samstag nicht starten konnte und am Sonntag vom letzten Platz ins Rennen gehen musste, ist diese Aufholjagd bis in die Punkteränge ein ganz besonderer Lichtblick für mich. Ich habe tolles Racing auf der Strecke in einem fantastischen Auto erlebt. Darüber freue ich mich sehr.“

Maxime Martin (BMW Team RMG, So.: 13. Platz, Sa.: 1. Platz):
„Ich habe an diesem Wochenende gesehen, wie schnell sich die Dinge in der DTM ändern können. Nach meinem Sieg am Samstag hatte ich am Sonntag keinen Grip und kam mit den Reifen, die einen Tag zuvor noch perfekt funktioniert haben, gar nicht zurecht. Da würde ich mir mehr Konstanz und Berechenbarkeit wünschen. Alles in allem war das aber natürlich ein sehr positives Wochenende für mein Team und mich.“

António Félix da Costa (BMW Team Schnitzer, So.: 15. Platz, Sa.: 9. Platz):
„Das Fahrzeug hat sich das ganze Wochenende über nicht perfekt angefühlt. Ich habe mich sehr schwer getan, schnelle und konstante Runden zu drehen. Dann beging ich im Sonntagsrennen beim Boxenstopp auch noch einen Fehler und habe dadurch Zeit verloren. Das waren zwei harte Rennen am Nürburgring. Jetzt werden wir alles geben, um in Hockenheim ein gutes Saisonende zu erleben.“
Marco Wittmann
Foto: BMW-Motorsport
Marco Wittmann (BMW Team RMG, So.: 18. Platz, Sa.: 7. Platz):
„Das Rennen heute lief für mich überhaupt nicht nach Plan. Bereits in der ersten Kurve wurde ich zwei, drei Mal hart getroffen. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt schon stark beschädigt. Danach hatte ich auch noch einen platten Reifen. Ich bin das Rennen trotzdem zu Ende gefahren – man weiß ja nie, was passiert. Aber im Grunde habe ich mit stumpfen Waffen gekämpft. Gestern konnte ich immerhin Punkte sammeln, mein Team hat den Sieg geholt. Deshalb war es allen in allem ein einigermaßen versöhnliches Wochenende für uns.“
Timo Glock
Foto: BMW-Motorsport
Timo Glock (BMW Team MTEK, So.: 20. Platz, Sa.: 16. Platz):
„Ich war am Sonntag immer im Verteidigungsmodus und hatte einige gute Zweikämpfe – vor allem mit Mattias Ekström. Dann war Edoardo Mortara hinter mir und hat auf die harte Tour versucht, vorbeizukommen. Leider haben wir uns danach dann noch mal berührt. Alles in allem muss ich dieses Wochenende abhaken und in Richtung Hockenheim blicken. Dort gilt es, diese Saison positiv abzuschließen.“

Traumfinale der SUPERBIKE*IDM auf dem Hockenheimring (Teil 2)

Die SUPERBIKE*IDM 2015 geht mit einem fantastischen Wochenende auf dem Hockenheimring zu Ende. 14.000 Zuschauer kamen an die Traditions-Rennstrecke, um bei sonnigem Wetter den Kampf der Piloten um die letzten Punkte in der internationalen deutschen Meisterschaft mitzuerleben.

Jan Bühn ist deutscher Supersport 600-Meister

Vielleicht war es sein Fanclub, vielleicht das gute Zureden seines Team, oder einfach die Tatsache, dass am Sonntag alles zusammengepasst hat. Im zweiten Rennen der Klasse Supersport 600 verdrängte Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha)  zum ersten Mal in dieser Saison seinen Kontrahenten Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer) vom ersten Platz der Gesamtwertung. Der Local Hero sicherte sich mit Punktegleichstand, der gleichen Anzahl an Siegen, aber mehr zweiten Plätzen als Lauslehto über die Saison hinweg den deutschen Meistertitel 2015. Dementsprechend glücklich war Bühn, der nach dem Rennen von einer Horde Fans empfangen, umarmt und bejubelt wurde. Das Rennen selbst war für den Kronauer erneut eine Zitterpartie. Konnte er zunächst noch mit Gaststarter Kevin Wahr, der das Feld anführte, mithalten, büßte er im Laufe des Rennens Geschwindigkeit ein. Vier Runden vor Schluss zog schließlich Marco Nekvasil (LSG Racing) an Bühn vorbei. Lauslehto lag an sechster Position. In den letzten Runden gingen auch Bryan Schouten und Dominic Schmitter (beide Gaststarter) an Bühn vorbei. Bühn lag nun an vierter Position direkt vor Lauslehto. Doch der Abstand des Finnen war mit ca. sechs Sekunden zu groß, als dass er noch an Bühn herankommen und den Meistertitel retten konnte. Wahr gewann erneut souverän vor Nekvasil, Schouten und Schmitter. Jan Bühn belegte vor Tatu Lauslehto den fünften Platz und entschied damit die Meisterschaft äußerst knapp für sich.

Jan Bühn:
„Ich kann es noch gar nicht glauben. Das gibt’s einfach nicht, dass es noch gereicht hat. So knapp! Ich wollte Kevin hinterher und auf keinen Fall in die Gruppe hinter mir geraten. Aber es hat geklappt, das Rennen sicher heimzufahren. So ein Wahnsinn!“

Kevin Wahr:
„Heute musste ich mich richtig anstrengen. Es war ein schönes Wochenende, haufenweise Gäste sind hier, eine tolle Atmosphäre. Nächstes Jahr will ich mindestens am Hockenheimring wieder dabei sein, evtl. auch bei mehr Rennen. Ich könnte mir sogar vorstellen, wieder in der SUPERBIKE*IDM zu fahren. Natürlich will ich in der WM bleiben. Aber ich bin da offen. Hier ist Qualität am Start. Die SUPERBIKE*IDM wird oft unterschätzt.“
Ralf Waldmann siegt überlehen in Rennen zwei
Foto: Superbike*IDM
Ralf Waldmann siegt zum ersten Mal im letzten SuperNaked-Rennen

Es hat doch noch geklappt: Ralf Waldmann (Triple M by Barni / Ducati Frankfurt) steigerte sich seit seinem ersten SuperNaked-Start kontinuierlich. Erst Dritter, dann Zweiter – und jetzt krönte der Routinier die Saison mit dem ersten Platz. Kjel Karthin (Team KARTHIN MSB Suzuki) erwischte im zweiten Rennen auf dem Hockenheimring keinen guten Start, rutschte anfangs ziemlich und verlor den Anschluss. Waldmann legte sich unterdessen mit einigen Supersport 600-Piloten an. Am Ende gewann er überlegen vor Kjel Karthin. „Ich bin stolz auf dieses Ergebnis. Schließlich war ich dieses Jahr nie trainieren und bin direkt in die Rennen eingestiegen. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder was“, sagte Waldmann nach seinem SuperNaked-Sieg. Gefeiert wurde auf dem Hockenheimring aber auch Kjel Karthin, der seinen Titelgewinn auf dem Hockenheimring mit einem ersten und einem zweiten Platz veredelte.

Matthias Meggle macht den Moto3 Standard-Vizemeistertitel fix


Matthias Meggle (Freudenberg Racing Team) hatte mit der Pole-Position beste Voraussetzungen geschaffen, um sich beim Finale auf dem Hockenheimring den Vizemeistertitel in der Klasse Moto3 Standard zu sichern. Er startete zudem mit einem Vorsprung von 16 Punkten in der Meisterschaft ins Rennen. Dennoch – es bestand die Chance, dass Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) ihm den zweiten Gesamtrang noch abspenstig machte. Die Folge war ein unerbittlicher Zweikampf zwischen den beiden. Und nicht zum ersten Mal. Immer wieder zeigten Meggle und Freitag während der Saison ihre Ebenbürtigkeit. Auch beim Finale überholten sich die Youngster unzählige Male gegenseitig. „Wir haben nicht mitgezählt“, sagten sie später. Am Ende war es Meggle, der zuerst die Ziellinie überquerte und damit als Vizemeister in der Klasse Moto3 Standard feststand. Auf den dritten Platz fuhr Sven Grevink, der damit sein bestes Saisonergebnis erzielte. Am Rennen nicht teilnehmen konnte Meggles Teamkollege Tim Georgi, der sich bei einem Sturz im Training starke Prellungen zuzog, den Meistertitel aber bereits in Oschersleben fix machte. „Ich wusste, dass ich nur durchkommen musste, um den Vizemeistertitel sicher zu haben. Aber ich wollte trotzdem gewinnen und freue mich jetzt riesig“, sagte Meggle. Freitag war dagegen enttäuscht. „Es war wirklich eine coole Saison, aber es fehlt einfach der Sieg. Vielleicht habe ich manchmal zu wenig riskiert. Das Niveau hier ist sehr hoch. Ich hoffe, dass nächstes Jahr mehr Starter von der Sorte kommen.“

Gürck/Wechselberger krönen den Sidecar-Meisterschaftsgewinn

Spektakulär. Das ist und bleibt das beste Wort, um zu beschreiben, was in der Klasse Sidecar passiert. Die Teams hatten sich während der ganzen Saison gemessen und alles für den Sieg gegeben. Beim Finale auf dem Hockenheimring waren es erneut vier Teams, die um die Spitze kämpften. Als Pole-Setter führten Andre Kretzer und Jens Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC) das Feld in die erste Runde. Hinter ihnen lagen drei weitere Top-Teams auf der Lauer: Vorjahreschampion Josef Sattler mit Beifahrer Uwe Neubert (Sattler Motorsport), Uwe Gürck und Manfred Wechselberger (Polizeisportverein Wels Gürck Racing) sowie Mike Roscher und Anna Burkard (RSC Roscher/Burkard). In dritten Runde attackierten Gürck/Wechselberger ihren Rivalen Sattler/Neubert in der Sachskurve, konnten aber nicht vorbeigehen. Das Manöver gelang aber schon eine Runde später an gleicher Stelle. Sattler/Neubert lagen nun an der dritten Position und hatten Roscher/Burkard am Heck kleben. Und genau dieses Duell war entscheidend für den Vizemeistertitel. Denn Gürck/Wechselberger standen bereits als Meister fest. Zwischen Sattler/Neubert und Roscher/Burkard lag hingegen nur ein halber Punkt Differenz. Kretzer/Lehnertz konnten ihre Spitzenposition nicht lange halten. Nachdem zunächst Gürck/Wechselberger vorbeigingen, taten es ihnen später Sattler/Neubert gleich. In der achten Runde ging der Vorjahreschampion sogar erneut in Führung, während Roscher/Burkard weiterhin an der vierten Position lagen. Drei Runden vor Schluss kämpften sich Gürck/Wechselberger wieder an die Spitze und ließen Sattler/Neubert keine Chance mehr auf den Sieg. Das Rennen endete wie die Meisterschaft: Es siegte Gürck/Wechselberger vor Sattler/Neubert, Roscher/Burkard und Kretzer/Lehnertz. „Für uns war es ein krönender Abschluss mit harten, aber fairen Kämpfen“, sagte Uwe Gürck. „Das war ein geiles Rennen“, ergänzte Josef Sattler. „Wir wollten eigentlich nur vor Mike und Anna ins Ziel kommen. Aber der Rennverlauf war so klasse, dass wir dann doch um den Sieg gefahren sind.“ Roscher/Burkard waren enttäuscht über den verlorenen Vizemeistertitel. „Natürlich haben wir jetzt ein weinendes Auge. Aber es war ein gutes Rennen und hat Spaß gemacht.“

DTM: Drei Fragen an... Maxime Martin

Maxime Martin
Foto: Jens Hawrda
Maxime, was bedeutet Ihnen Ihr zweiter DTM-Sieg?

Maxime Martin: „Natürlich bedeutet mir dieser Erfolg sehr viel. Es war schon toll, in meiner Rookie-Saison 2014 in Moskau zu gewinnen. Aber es in dieser harten Serie noch einmal zu schaffen, ist für mich eine tolle Bestätigung. Zu Beginn des Jahres lief es für uns alle nicht besonders gut. Meine Wochenenden waren eher durchwachsen. Umso schöner ist es, dass es hier wieder mit einem Sieg geklappt hat. Das ist ein super Gefühl.“

Und dann auch noch am Nürburgring, beim Heimspiel vom BMW Team RMG...

Martin: „Ja, das war natürlich das i-Tüpfelchen. Es hätte wohl kaum einen besseren Ort für meinen zweiten DTM-Sieg geben können. Die Jungs haben hier viele Freunde und Verwandte mit dabei gehabt und alles gegeben. Ihnen als Dankeschön einen Triumph zurückgeben zu können, ist fantastisch.“

Jetzt geht es in Hockenheim unter anderem um den Herstellertitel. Schweißt dieses gemeinsame Ziel alle Fahrer zusammen?

Martin: „Auf jeden Fall. Wir wollen in Hockenheim die nötigen Punkte einfahren, damit es mit dem Titel klappt. Und wir wissen, dass es dabei fast egal ist, welcher Fahrer diese Punkte holt. Wir wollen als großes Team gewinnen. Dieser Teamgeist zeichnet BMW Motorsport aus. Deshalb freue ich mich schon jetzt riesig auf das Finale.“