Montag, 31. Oktober 2016

DTM - Nachgefragt bei ... Mike Rockenfeller

Am vergangenen Montag feiert Mike Rockenfeller seinen 33. Geburtstag. Am vergangenen Freitag saß er bei Testfahrten in Oschersleben am Steuer eines Audi-Testträgers für die DTM-Saison 2017.
Mike Rockenfeller
Foto: Jens Hawrda
Wie lief der Test in Oschersleben?

Es war sehr spannend für mich, zum ersten Mal die verschiedenen Reifenmischungen zu fahren, die für die Saison 2017 zur Auswahl stehen. Auch das Auto war nicht mehr das, das wir beim Saisonfinale gefahren sind, sondern ein Zwitter. Es war noch nicht das finale Auto für die Saison 2017, hatte aber schon einige Sachen vom nächsten Jahr. Es war spannend zu sehen, wie sich die Reifen und das Auto verhalten. Oschersleben ist auch eine gute Strecke, das Material hart ranzunehmen – das ist in diesem Stadium sehr wichtig, weil es darum geht, die neuen Teile auf Haltbarkeit zu testen und freizufahren. Aus meiner Sicht war es sein sehr guter Test.

Entwickelt sich die DTM in die richtige Richtung?

Grundsätzlich ja. Der Reifen geht ganz klar in die richtige Richtung, wenn er so kommt. Auch vom Auto her wird es spannender. Aber der Reifen wird den Hauptunterschied ausmachen. Auch ohne Heizdecken zu fahren, ist in der DTM eine neue Herausforderung, die ich schon aus anderen Rennserien kenne und die einen großen Unterschied ausmachen wird. Es gibt im nächsten Jahr viele neue Herausforderungen, durch die sich die DTM meiner Meinung nach positiv entwickeln wird.

Wie fährt sich ein DTM-Auto ohne vorgeheizte Reifen?

Es war zu dieser Jahreszeit in Oschersleben natürlich sehr kühl. Da muss man in der ersten Runde aus der Box heraus sehr vorsichtig sein. Andererseits musst du im Rennen aber sofort pushen. Die Balance zu finden, keinen Fehler zu machen und nicht zu viel Zeit zu verlieren, das wird die große Kunst sein.

Nach drei Jahren mit einem nahezu unveränderten Auto steht in diesem Winter viel Entwicklungsarbeit mit dem Nachfolger des Audi RS 5 DTM auf dem Programm. Freuen Sie sich darauf?

Auf jeden Fall, das ist eine spannende Phase. Seit dem Wegfall der Optionsreifen gab es in der DTM eigentlich keine Veränderungen mehr. Im Winter stand nur Detailarbeit an. Jetzt gibt es wieder einen großen Sprung und mehr Spielraum. Das ist immer spannend, denn als Fahrer kann man sich da mehr einbringen. Ich glaube insgesamt, dass der Fahrer in der DTM im nächsten Jahr stärker in den Fokus rücken wird.

Es ist nun amtlich, dass 2017 statt 24 Autos nur noch 18 an den Start gehen werden. Sehen Sie das ähnlich negativ wie einige Medien?

Überhaupt nicht. Klar hat jeder Fahrer und jeder Fan am liebste so viele Autos wie möglich im Starterfeld. Aber ich glaube, der Fokus liegt in den Rennen ohnehin meist auf dem vorderen Drittel. Entscheidend ist, dass es spannende Rennen mit vielen Überholmanövern und faszinierenden Autos gibt. Und da ist die DTM auf dem richtigen Weg.

Sonntag, 30. Oktober 2016

DTM: Edoardo Mortara wechselt zu Mercedes

Edoardo Mortara
Nun ist offiziel was bereits seit Wochen vermutet wurde, Edoardo Mortara startet in der Saison 2017 für Mercedes.


„Es ist toll, dass wir endlich bestätigen können, dass Edoardo Mortara zu Mercedes wechselt. Edo und wir waren uns schon seit einiger Zeit einig, wollten aber aus Respekt vor unseren Audi Kollegen vor Saisonende nicht bekanntgeben, dass ihr Titelaspirant zu Mercedes wechselt“, kommentierte Ulrich Fritz, Mercedes-AMG DTM-Teamchef den Wechsel. „Mit Edo haben wir nicht nur einen erfahrenen Piloten für unser Team gewinnen können, sondern auch einen richtig guten Typen, der auch charakterlich super in unser Team passt. Wir freuen uns schon sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm."

Edoardo Mortara hat seit dem 01. Mai 2011 isgesamt 76 DTM-Rennen für Audi bestritten,dabei erzielte er 29 Potestplätze, vier Pole-Positions und acht Siege.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Audi mit neuer Motorsport-Strategie: Formel E statt WEC

  • Neuer Fokus auf elektrische Rennwagen in FIA Formel E
  • Audi-Chef Stadler: „Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus“
  • DTM-Engagement unverändert, Jobgarantie für Motorsport-Mitarbeiter
Audi richtet seine Motorsport-Strategie neu aus. Die Premiummarke beendet mit Ablauf der Saison 2016 ihr Engagement in der FIA WEC und damit auch bei den 24 Stunden von Le Mans. Stattdessen engagiert sich Audi werkseitig in der rein elektrischen Rennserie Formel E.
Audi steigt voll in die Formel-E ein
Foto: Aidi-Motorsport
Vor rund 300 Mitarbeitern der Motorsport-Abteilung stellte Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler am Mittwochmorgen die strategische Entscheidung in den Zusammenhang der aktuellen Belastungen für die Marke. Es sei jetzt wichtig, auf das zu fokussieren, was Audi in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig halte. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, das Audi-Engagement im Langstrecken-Motorsport zu beenden. Die Kompetenz der Motorsport-Experten aus Neuburg und Neckarsulm wird Audi künftig teilweise im Motorsport, teilweise in der Serien-Entwicklung nutzen.

„Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus“, sagt Stadler. „Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein.“ Die erste rein elektrische Rennserie passe perfekt zur Strategie, ab 2018 im Jahrestakt rein batterie-elektrische Modelle anzubieten. Audi befinde sich in der größten Transformationsphase der Unternehmensgeschichte. Der Einstieg in die FIA Formel E startet bereits 2017. Sie gilt als Rennserie mit dem größten Potenzial für die Zukunft. Deshalb intensivierte Audi in der laufenden Saison 2016/2017 die bestehende Partnerschaft mit dem Team ABT Schaeffler Audi Sport. Auf dem Weg zu einem vollen Werkeinsatz steigt der Hersteller nun aktiv in die technische Entwicklung ein.

Unangetastet bleibt das Engagement in der DTM, wo Audi 2017 mit dem Nachfolger des Audi RS 5 DTM antritt. Erst Mitte Oktober gewann die Premiummarke die Hersteller- und Teamwertung. 2013 hatte Mike Rockenfeller zuletzt den Titel des DTM-Champions für die Vier Ringe nach Hause geholt.

Noch nicht final entschieden ist das zukünftige Engagement in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft (World RX). DTM-Werkpilot Mattias Ekström holte dort mit seinem Audi S1 EKS RX quattro in der laufenden Saison 2016 gegen zahlreiche Werkteams vorzeitig den Weltmeistertitel. Bisher hat sich Audi auf eine Unterstützung des privaten Teams EKS beschränkt. Die Marke bewertet aktuell eine mögliche Ausweitung des Engagements, denn auch im Rallycross-Sport steht das spannende Thema Elektrifizierung auf der Agenda.

Mit dem Ausstieg aus der World Endurance Championship (WEC) endet eine erfolgreiche Ära. 18 Jahre lang engagierte sich die Marke bei den Le-Mans-Prototypen. Dabei gelangen 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und zahlreiche technische Meilensteine: Audi holte in Le Mans den ersten Sieg eines TFSI-Motors (2001), den ersten Erfolg eines Rennwagens mit TDI-Motor (2006) sowie den ersten Triumph eines Sportwagens mit Hybridantrieb (2012). Bei bisher 185 Renneinsätzen erzielten die Le-Mans-Prototypen von Audi 106 Siege, 80 Pole-Positions und 94 schnellste Rennrunden. Zweimal gewann Audi mit dem Hybrid-Rennwagen Audi R18 e-tron quattro die FIA-Langstrecken-WM. Von 2000 bis 2008 sicherte sich Audi zudem neunmal in Folge den Titel in der American Le Mans Series (ALMS), der in dieser Zeit weltweit bedeutendsten Rennserie für Le-Mans-Prototypen.

„Nach 18 für Audi außergewöhnlich erfolgreichen Jahren im Prototypen-Rennsport fällt uns der Abschied extrem schwer“, sagt Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. „Das Audi Sport Team Joest hat die WEC in dieser Zeit geprägt wie kein anderes Team. Ich möchte mich bei unserer Mannschaft, bei Reinhold Joest und seinem Team, den Fahrern, Partnern und Sponsoren für diese extrem erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken. Das war eine tolle Zeit!“ Durch das LMP-Engagement habe Audi Vorsprung durch Technik demonstriert und viel für den Serieneinsatz gelernt. 

Dienstag, 25. Oktober 2016

Vorbereitung für DTM-Saison 2017

Foto: Jens Hawrda
Während die DTM-Saison mit dem Rennen in Hockenheim zuende gegangen ist bereiten sich die drei Hersteller bereits für die Saison 2017 vor. Ab heute Dienstag bis Freitag dieser Woche testen Audi, BMW und Mercedes in Oschersleben die neuen Fahrzeuge für 2017. Von außen unterscheiden sich die Testfahrzeuge kaum von den Autos dieser Saison. Die Fahrwerkskomponenten werden hingegen neu sein, auch neue Einheitsbauteile für die Aerodynamik werden getestet.

Jeder Hersteller setzt beim Oscherslebentest ein Auto ein. Für BMW fahren Meister Marco Wittmann und sein Teamkollege Timo Glock, für Mercedes Lucas Auer und Felix Rosenqvist und für Audi Mattias Ekström und Mike Rockenfeller.

In Oschersleben soll auch wieder der neue Reifen für 2017 erneut getestet werden. Der neue Reifen soll stärker abbauen, dabei aber auch haltbar sein. Damit sollen die Rennen in zukunft deutlich spannender werden, da der Fahrer den Reifenverschleiß stärker beachten muss.

Freitag, 21. Oktober 2016

DTM-Drei Fragen an: Ulrich Fritz

Die DTM-Saison 2016 endete am vergangenen Wochenenden mit einem Erfolgserlebnis für das Mercedes-AMG DTM Team. Nachdem Robert Wickens das DTM-Jahr mit einem zweiten Platz im Auftaktrennen eröffnet hatte, fuhren Christian Vietoris und Paul Di Resta im letzten Saisonlauf gemeinsam auf das Podest. "Ein Doppel-Podium zum Abschluss der Saison, das ist was wir uns gewünscht haben", sagte Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. 15 Mal stand ein Mercedes-AMG DTM-Pilot in der Saison 2016 auf dem Podium, darunter vier Siege durch drei verschiedene Fahrer. Gleich fünf unterschiedlichen Piloten gelang in den 18 Saisonrennen der Sprung auf das Podium: Robert Wickens (fünf Mal), Paul Di Resta (vier Mal), Lucas Auer, Christian Vietoris und Gary Paffett (je zwei Mal). Im verregneten Samstagsrennen in Moskau gelang Mercedes-AMG sogar ein Vierfach-Sieg. Mit Lucas Auer gab es in der zurückliegenden Saison auch einen Debütsieger, der sich mit seinem Erfolg auf dem Lausitzring zum ersten österreichischen Sieger in der Geschichte der DTM krönte.

Uli, die Saison 2016 ist zu Ende. Wie lautet dein Fazit?

Ulrich Fritz: „Das war sicher eine Saison mit gemischten Gefühlen. Wir haben zwar keinen Titel gewonnen, dennoch bin ich unheimlich stolz auf die Leistung des Teams. Wir sind dieses Jahr mit einer neuen Silhouette unseres Mercedes-AMG C 63 DTM an den Start gegangen, durften aber unterhalb der Designlinie nichts ändern. Unter diesen Vorzeichen ein konkurrenzfähiges Auto zu haben, war eine Herkules-Aufgabe, die das Team unfassbar gut gelöst hat. Schaut man sich die gewichtsbereinigten Zeiten über die Saison hinweg an, hatten wir sogar über weite Teile das schnellste Fahrzeug im Feld.“

Was war dein Highlight der Saison?

Ulrich Fritz: „Neben der schon angesprochenen Teamleistung und unserem Auto, würde ich die Rennen in Moskau, das Samstagsrennen in Zandvoort und den Sieg von Lucas am Lausitzring nennen. Moskau und Zandvoort waren beides Strecken, auf denen wir in der Vergangenheit nicht wirklich gut aussahen. Und dann holst du in Moskau unter schwierigen Bedingungen im Regen einen Vierfachsieg – das war schon richtig gut. Der Sieg von Lucas am Lausitzring war auf jeden Fall einer der emotionalsten Momente. Es war gleichzeitig der erste Sieg von Peter Mücke und seinem Team in der DTM. Zu sehen, wie sich die Jungs gefreut haben, war grandios.“

Warum hat es in diesem Jahr nicht mit einem Titel geklappt?

Ulrich Fritz: „Da spielen natürlich immer viele Faktoren eine Rolle. Vielleicht war es einfach eines dieser Jahre, in denen der Renngott nicht auf unserer Seite war. Rob hat am Norisring und in Zandvoort viele Punkte unverschuldet verloren. Dennoch waren wir bis zum Nürburgring in einer guten Position. Dort war dann der Unterschied zwischen unseren Autos einfach zu groß. Lucas ist zweimal auf Pole gefahren, aber die anderen konnten seine Pace nicht mitgehen. Als wir dann die Gewichte ins Auto bekommen haben, war uns schon klar, dass in Budapest kaum was zu holen sein würde – und so war es dann ja auch. Unterm Strich würde ich von einer Verkettung unglücklicher Zufälle sprechen. Wenn ich aber sehe, wie motiviert das Team trotz all dieser Rückschläge ist, und wie sehr sie sich jetzt schon auf die neue Saison freuen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr noch stärker zurück kommen. Ein tolles Beispiel für die Arbeitsmoral der Truppe war gerade das letzte  Rennen in Hockenheim. Am Samstag waren wir noch nirgendwo und die Jungs schafften es über Nacht, den Fahrern ein Auto hinzustellen, mit dem wir ein Doppelpodium erzielen konnten. Hut ab.“