Sonntag, 1. September 2024

D'Auria mit Premieren-Pole im ADAC GT Masters

Jean-Luc D'Auria (rechts) holt Pole für Emil Frey Racing / Ferrari 296 GT3
Foto: ADAC-Motorsport

Im zweiten Qualifying des ADAC GT Masters auf dem belgischen Circuit de Spa-Francorchamps war der Schweizer Jean-Luc D´Auria vom Team Emil Frey Racing der schnellste Fahrer. Mit einer Zeit von 2:16,423 Minuten bejubelte der Ferrari-Pilot am Sonntag seine erste Pole-Position. „Ich bin sehr glücklich, dass wir nach all der harten Arbeit endlich auf die Pole fahren konnten. Es bedeutet mir sehr viel und ich freue mich auch vor allem für mein Team Emil Frey Racing. Im Rennen gilt nun, alles zu geben, um auch den ersten Saisonsieg einzuholen“, sagte D´Auria, der sich den italienischen GT3-Boliden mit seinem Landsmann Alain Valente teilt. 

Mit einer sommerlichen Außentemperatur herrschte zum Start des Sonntag-Qualifyings optimale Wetterbedingungen. Nachdem die Piloten ihre Pirelli-Reifen auf Betriebstemperatur brachten, sahen die Zuschauer entlang der 7,004 Kilometer Ardennen-Achterbahn die ersten schnellen Zeiten. Der erste Fahrer, der eine Bestmarke setzte, war Nico Hantke (Hürth) im Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport. Diese Runde unterbot D´Auria im Ferrari 296 GT3 jedoch mit 0,047 Sekunden Abstand, bevor ein Einschlag im Bereich Blanchimont vom Filipino Eduardo Coseteng (FK Performance) fünf Minuten vor Schluss eine kurze Unterbrechung herbeiführte. Zum Re-Start der Session entfachte noch einmal Spannung um die Bestzeit. Mehrere Piloten versuchten in den letzten verbleibenden Minuten den Angriff auf den besten Startplatz für das achte Saisonrennen, doch die Top-Zeit des Schweizers erreichte niemand mehr – D´Auria holte somit die erste Pole-Position für Ferrari und Emil Frey Racing in dieser Saison. Auf dem zweiten Rang platzierten sich Chandler Hull und Hantke im Aston Martin, vor den Samstagssiegern Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FIN) im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport. Ein weiterer Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport erreichte mit Mike David Ortmann (Ahrensfelde) und Denis Bulatov (Köln) die vierte Position. Leon Köhler (Erlenbach am Main) und Maxime Oosten (NL/beide FK Performance) qualifizierten sich in ihrem BMW M4 GT3 auf dem fünften Platz. 


IDM SBK: Auf und ab im Qualifying, Mikhalchik auf Pole

Ilya Mikhalchik holt Pole am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Hauchdünne Abstände im Qualifying in der IDM Superbike haben für die Startaufstellung in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem Nürburgring gesorgt. Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon BMW) wird auf der Pole Position anzutreffen sein. Der Ukrainer könnte sich morgen vorzeitig zum vierten Mal zum Meister in der Topklasse krönen lassen, wenn alles klappt.

Es war ziemlich schnell klar, dass in die Entscheidung um die ersten Startplätze wieder Ilya Mikhalchik und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) involviert sein würden. Dass sich so viele weitere Konkurrenten einmischten, war dagegen nicht zu erwarten. Die Qualifikation in Deutschlands höchster Straßenrennsportklasse wurde aber nicht nur ein Wettlauf um die schnellste Runde auf dem 3,618 Kilometer langen Kurs, sondern auch generell gegen die Zeit. Die kompletten Superpole-Einheiten waren gestern und heute dem Nebel zum Opfer gefallen. Dafür hatte es am Mittag ersatzweise ein drittes freies Training gegeben. In einem einzigen Qualifying, das abends nach dem regulären Betrieb auf der Rennstrecke angehängt wurde, kam es zur Ermittlung der Startpositionen. In 30 Minuten musste alles erledigt sein.

Ein Rennabbruch mit der roten Flagge grätschte gleich am Anfang dazwischen. Bálint Kovács (Champion Alpha Van Zon BMW) war unglücklich gestürzt. Die Unterbrechung währte nur kurz und bei der Fortsetzung war auch der Ungar wieder dabei. An der BMW war nur die Fußraste abgebrochen. Mikhalchik übernahm die Spitze, gefolgt von Alt. Der Deutsche fand sich nur ein paar Runden später auf dem vierten Rang wieder. Jan-Ole Jähnig (GERT56) und Lorenzo Zanetti (Triple M Racing Ducati Frankfurt) hatten seine Zeit getoppt. Der Italiener übernahm auch noch die Führung, Hannes Soomer (Enos Motorsport) gesellte sich hinter ihm dazu. Die Zeiten und Plätze gingen hoch und runter. Mikhalchik parkte sogar kurz auf dem vierten Platz, bevor es für ihn wieder an die Spitze ging. Dort steht er wie schon erwähnt auch morgen.

Der 28-Jährige BMW-Fahrer aus Kiev, der in Polen wohnt, hat schon sieben Saisonsiege auf dem Konto, die letzten vier davon in Folge. Sollten auf dem Nürburgring zwei weitere dazukommen, darf er sich als Meister feiern lassen. Er hat 58 Punkte Vorsprung zum Tabellen-Zweiten Florian Alt. Dieser startet von der sechsten Position und war über das Resultat gar nicht unzufrieden, obwohl einige Konkurrenten seinen Windschatten genutzt hatten, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Aber alle liegen haarscharf beieinander. Wenn man bedenkt, dass dem 28-jährigen Nordrhein-Westfalen eine Tausendstelsekunde (!) zum Fünftplatzierten Patrick Hobelsberger (GERT56) fehlte und 0,258 Sekunden zu Mikhalchik, dann ist für die Rennen am Sonntag noch einiges drin. Titelverteidiger Alt will bis zuletzt kämpfen und alles geben, auch wenn es in seiner verletzten rechten Hand schmerzhaft hackt. In Assen war er bei einem Highspeed-Highsider von seiner Honda abgeworfen worden, die direkt auf seiner Hand landete und tiefe Fleischwunden verursacht hatte.

Jan-Ole Jähnig und Hannes Soomer haben sich in Position gebracht und streben nach dem ersten Sieg in der IDM Superbike. Dem Thüringer vom Team GERT56 ist mittlerweile alles zuzutrauen und der ehrgeizige Este war schon ganz nah dran. Soomer war 2012 das erste und letzte Mal auf dem Nürburgring. Damals fuhr er im ADAC Junior Cup. Und er hofft, auf der Strecke jetzt gewinnen zu können. Auf sein Abschneiden in der Gesamtwertung kommt es ihm nicht mehr an. Er will einen Sieg.

In Bestform präsentiert sich auch Ducati-Fahrer Lorenzo Zanetti auf dem vierten Startplatz. „Wenn er in seiner schnellsten Runde keinen Fehler gemacht hätte, würde er auf der Pole Position stehen“, ist sein Teamchef Matthias Moser überzeugt. Zanetti gewann das Auftaktrennen im Mai auf dem Sachsenring und bescherte Ducati einen perfekten Einstand in der Superbike-Klasse. Er ist mit Honda-Fahrer Alt derjenige, der morgen die BMW-Armada aufmischen wird. Schnellster Yamaha-Mann ist Maximilian Kofler (Yamalube Kofler Motorsport). Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing), der erst seine dritte Veranstaltung absolviert, hat die beste Kawasaki platziert.

Ergebnis IDM Superbike, Qualifying (Top-Five)

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR), BMW

2. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), BMW

3. Hannes SOOMER (EST), BMW

4. Lorenzo ZANETTI (ITA), Ducati

5. Patrick HOBELSBERGER (DEU), BMW

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Samstag, 31. August 2024

Meisterlicher Auftritt führt Landgraf zum dritten Saisonerfolg

  • Kalender und Seppänen feiern Start-Ziel-Sieg im Endurance-Rennen
  • Emil Frey Racing mit erster Podiumsplatzierung in dieser Saison
  • Endurance-Format auch in Spa-Francorchamps ein voller Erfolg

Die strahlenden Rennsiege rElias Seppänen und Tom Kalender
Foto: ADAC-Motorsport

Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FIN) von Landgraf Motorsport waren am Samstag auf dem belgischen Circuit de Spa-Francorchamps das Maß aller Dinge: Im zweiten Endurance-Rennen des ADAC GT Masters ließen die Mercedes-AMG-Piloten keine Zweifel über ihre Titelambitionen aufkommen und überquerten den Zielstrich nach einer überzeugenden Leistung als Sieger. Dadurch bauten sie zudem ihren Vorsprung in der Meisterschaft weiter aus. „Ich hatte einen guten Start und war sofort in der Lage, mich vom Feld abzusetzen. Die Strategie ist voll aufgegangen und das Auto war optimal abgestimmt. Ich hoffe, wir können am Sonntag genauso weitermachen“, sagte Seppänen nach dem siebten Meisterschaftslauf. Mit dem zweiten Platz sicherten sich die beiden Schweizer Alain Valente und Jean-Luc D´Auria (beide Emil Frey Racing) im Ferrari 296 GT3 ihr erstes Podium in dieser Saison. Rang drei belegten Denis Bulatov (Köln) und Mike David Ortmann (Ahrensfelde) im Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport.

Bei sonnigen Bedingungen und einer Außentemperatur von 22 Grad Celsius starteten die GT3-Boliden ins Rennen auf der prestigeträchtigen und eindrucksvollen Ardennen-Achterbahn. Zu Beginn gelang es Seppänen einen Vorsprung von zwischenzeitlich 4,6 Sekunden auf den Ferrari von Emil Frey Racing herauszufahren. Ein Unfall des Schweizers Grégory de Sybourg (FK Performance Motorsport) innerhalb der ersten Viertelstunde verursachte jedoch eine Safety-Car-Phase und rückte das Feld wieder enger zusammen. Beim Re-Start behielt der Landgraf-Pilot an der Spitze die Oberhand, marschierte erneut vorweg und steuerte auf der ersten Position die Box an. Dort übergab der Finne den Wagen an Kalender, der durch die unterschiedlichen Strategien der Teams auf dem siebten Platz zurück auf die Strecke ging. An der Spitze fanden sich nun Alexander Schwarzer (D) und der Schweizer Alexander Fach im Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech wieder. Nach einigen Runden schob sich allerdings Finn Wiebelhaus (Obertshausen) im Mercedes AMG-GT3 vom Haupt Racing Team an Schwarzer vorbei und übernahm die Führung. Durch ein zu frühes Anfahren der Box zum zweiten Stopp musste Wiebelhaus eine Runde später die Pitlane erneut ansteuern. Dadurch verlor er sowohl Zeit als auch einige Plätze. Kalender kämpfte sich in der Zwischenzeit bis auf die dritte Position vor: „Elias war zu Beginn pfeilschnell und brachte unser Auto in eine aussichtsreiche Lage. Als ich an der Reihe war, musste ich mich im Mittelfeld gegen einige Konkurrenten behaupten, wobei ich sehr viel Spaß hatte.“

Nach dem zweiten Stopp war es erneut Seppänen, der das Tempo an der Spitze bestimmte und den Mercedes-AMG souverän über die Ziellinie manövrierte. Auf Rang zwei bejubelte das Team von Emil Frey Racing sein bestes Saisonergebnis. „Unser Rennspeed war super. Wir haben alles gegeben und sind mega happy mit unserem ersten Podiumserfolg“, berichtete D´Auria über den Samstagslauf. Ortmann als Dritter, fasste sein Rennen wie folgt zusammen: „Leider war der Start nicht ideal, aber mit einer super Strategie und einem starken zweiten Stint konnten wir einige Plätze aufholen und endlich wieder auf dem Podium stehen. Im Sprintrennen am Sonntag wollen wir nochmal richtig Attacke machen.“

Als Vierter sahen Maxime Oosten (NL) und Leon Köhler (Erlenbach am Main) in ihrem BMW M4 GT3 von FK Performance die Zielflagge. Die Top-5 komplettierten Chandler Hull (USA) und Nico Hantke (Hürth/beide Walkenhorst Motorsport) im Aston Martin Vantage GT3, die sich zudem über den Sieg in der ProAm-Wertung freuten. Als Sechster platzierten sich die Zwillinge Sandro und Juliano Holzem (beide Polch) im Audi R8 LMS GT3 von Land Motorsport vor dem zweiten Zwillingsduo Michael und Johannes Kapfinger (beide Passau/Team Joos by TwinBusch). Der Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vom Grasser Racing Team mit dem Chilenen Benjamin Hites und Tim Zimmermann beendete das Rennen auf Position acht. Die US-Amerikanerin Taylor Hagler und der Österreicher Gerhard Tweraser (beide Grasser Racing Team) ordneten sich auf dem neunten Platz vor Fittje und Wiebelhaus auf Rang zehn ein.


Mirko Bortolotti über engen Titelkampf: „In der DTM gibt es keine Garantien“

  • Lamborghini-Pilot von SSR Performance liegt nur sieben Punkte hinter Kelvin van der Linde
  • Bortolotti möchte zurück an die DTM-Spitze: „Fahren top vorbereitet an den Sachsenring“

Mirko Bortolotti
Foto: Jens Hawrda

Vier Podiumsplätze, zwischenzeitlich Tabellenführer und aktuell nur sieben Punkte von der Tabellenspitze entfernt: Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti mischt im Titelrennen der DTM voll mit. Eine Situation, die der Italiener von SSR Performance bestens kennt. „Ich bin das dritte Jahr in Folge konstant vorne dabei“, sagt Bortolotti. Diese Saison soll es für ihn mit der DTM-Krone endlich klappen. Die nächste Runde im Meisterschaftskampf steigt vom 6. bis 8. September auf dem Sachsenring. An die Traditionsstrecke in Hohenstein-Ernstthal reist Bortolotti mit besten Erinnerungen – vergangenes Jahr holte der 34-Jährige dort einen seiner drei Saisonsiege, dieses Jahr möchte er sich die Tabellenführung von Audi-Pilot Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline) zurückholen.

Den bisherigen Saisonverlauf bewertet der Tabellenzweite positiv. „Mir bedeutet es viel, auch dieses Jahr in der DTM vorne mitzufahren und mich auf höchstem Niveau mit den Besten zu messen“, sagt Bortolotti. Dass er in der laufenden Saison noch kein DTM-Rennen gewinnen konnte, nimmt er gelassen hin. „Am Ende zählen die Punkte. Wie du die holst, ist eigentlich ziemlich egal. Vergangenes Jahr hatte ich die meisten Siege im Feld“, führt Bortolotti an und verweist damit auf seine starke Bilanz aus 2023, als er im Duell mit Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (A/Manthey EMA) den DTM-Titel knapp verpasste.

Vor allem im Qualifying zeigt Bortolotti dieses Jahr, dass er den Speed für ganz vorne hat. Neben seiner Pole-Position in Oschersleben platzierte er seinen Lamborghini Huracán GT3 Evo2 vier weitere Male in der ersten Startreihe. Damit liegt der Wahl-Wiener zumindest im Zeittraining voll auf Titelkurs – 13 Punkte im Qualifying sind Bestwert. Eine Qualität, die am Sachsenring besonders wichtig werden könnte. „Im Rennen ist es sehr schwer, zu überholen“, sagt Bortolotti über die verwinkelte Strecke mit großen Höhenunterschieden und blinden Kuppen. „Für die Pole-Position brauchst du eine nahezu perfekte Runde. Im Qualifying dort alles auf den Punkt zu bekommen, wird nicht leicht.“

Wie man am Sachsenring gewinnt, weiß Bortolotti aus vergangener Saison. Damals feierte die Lamborghini-Speerspitze einen Start-Ziel-Sieg. „Letztes Jahr lief es gut, aber in der DTM gibt es keine Garantien. Du kannst an einem Tag stark sein, kurz darauf bist du im Niemandsland“, stellt Bortolotti fest. Trotzdem blickt er selbstbewusst auf das Rennwochenende in Sachsen: „Wir sind auf einem hohen Niveau unterwegs, voll fokussiert und fahren top vorbereitet an den Sachsenring. Natürlich gibt es immer auch Dinge zu verbessern. Aber wenn ich die verrate, würde ich der Konkurrenz mögliche Schwachstellen nennen.“ Ansagen macht Bortolotti lieber in sportlicher Form auf der Rennstrecke – die nächste soll am Sachsenring folgen.


Freitag, 30. August 2024

IDM: Die Eifel ruft zum Comeback mit Brisanz

Foto: Jens Hawrda

Nach fünf Jahren Pause gibt die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) am kommenden Wochenende ihr Comeback auf dem Nürburgring. Gleichzeitig werden in der Eifel die Weichen für den Endspurt in der höchsten deutschen Motorradrennserie gestellt. Gewinnt Ilya Mikhalchik hier vielleicht sogar vorzeitig den Titel in der Top-Klasse Superbike oder kann Florian Alt die Entscheidung bis zum Finale Mitte September auf dem Hockenheimring vertagen? In insgesamt drei Prädikatsklassen wird Rennsport auf höchstem Level zelebriert. Diverse Cups runden das Programm vom 30. August bis zum 1. September 2024 am Fuße der Nürburg ab.

Kann Florian Alt (Honda) aus Engelskirchen noch etwas gegen den Titelgewinn von Ilya Mikhalchik (BMW) unternehmen? Nach dem verhängnisvollen Sturz des Deutschen in Assen, bei dem er sich schwer an der Hand verletzte, trennen ihn in der Tabelle 58 Punkte vom Ukrainer, der in den Niederlanden beide Rennen gewann. „Die Meisterschaft ist für uns so gut wie verloren“, macht sich Alt, der den Titel verteidigen will, jetzt nichts vor, „aber ich möchte nicht einfach aufgeben. Wir haben immer das Maximum gegeben und das will ich bis zum Schluss so fortführen.“ Seine verletzte Hand mit tiefen Fleischwunden wird aller zwei Tage medizinisch versorgt. Florian Alt ist auf der Honda der einzige Fahrer im Feld, der es ernsthaft mit der BMW-Armada aufnehmen kann, von der er in der Gesamtwertung eingekesselt ist. Vor ihm hat der dreifache Champion Ilya Mikhalchik seine  Hand zum vierten Titel ausstreckt, den er auf dem Nürburgring vorzeitig holen kann. Hinter Alt hat sich Patrick Hobelsberger (BMW) positioniert. Lorenzo Zanetti (Ducati), Leandro Mercado (Kawasaki) und Maximilian Kofler (Yamaha) vertreten auf den Rängen fünf, neun und elf die weiteren Marken in der Topklasse, in der die Motorräder mehr als 200 PS haben und über 300 km/h schnell sind. Zwei Rennen werden auf dem 3,629 Kilometer langen Nürburgring ausgetragen, der zu den meist befahrenen Rennstrecken der Welt gehört. Der Asphalt ist top und die Strecke bietet auch im Regen Grip, was bei den Wetterkapriolen in der Region durchaus Sinn macht. Aber Entwarnung: Die Prognosen stehen auf ein sonniges Wochenende.

In der etwas kleineren IDM Supersport spiegelt sich die Markenvielfalt gleich an der Spitze des international besetzten Feldes wieder. Andreas Kofler (Yamaha) aus Österreich kommt als Tabellen-Erster nach Rheinland-Pfalz, gefolgt vom Belgier Luca de Vleeschauwer (Triumph) und dem Polen Daniel Blin (Ducati). Vierter ist Lennox Lehmann (Yamaha), Sechster Dirk Geiger (Honda). Es herrscht viel Bewegung in der Klasse, in der es zwischen Sieg und Niederlage oft um Tausendstelsekunden geht. Kofler hat schon gemerkt, dass er sich trotz seines 35,5-Punkte-Vorsprungs im Hinblick auf den Titelgewinn nicht in Sicherheit wiegen kann. Ein kleiner Fehler und der Traum kann vorbei sein.

Dass der Titel in der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 an einen Fahrer aus dem Freudenberg KTM-PALIGO Racing Team geht, daran geht kein Weg vorbei. Mit Oliver Svendsen, Ruben Bijman und Philipp Tonn haben die Teamchefs Michael und Carsten Freudenberg aus dem sächsischen Bischofswerda geballt ihre Talente mobilisiert. Es fragt sich nur, wer von ihnen wird am Schluss der Erste sein. Und wie spontan funkt der Niederländer Dylan Czarkowski auf Yamaha in den Rennen dazwischen? Er gibt den Rennen mit seiner Hartnäckigkeit eine besondere Würze und schnappte den KTM-Jungs erst vor zwei Wochen einen Podiumsplatz weg.

Die Region wird vom kommenden Freitag bis Sonntag pünktlich um 08:30 Uhr mit den ersten Sessions auf dem Nürburgring geweckt. Dann geht es Schlag auf Schlag. Die IDM-Klassen wechseln sich ohne Pause mit diversen Cup-Klassen ab, die haarscharf zur Sache gehen. Es gibt kaum Zeit zum Luft holen. Und nicht vergessen: Am Sonntag, dem 1. September 2024, findet um 12:50 Uhr der begehrte IDM Fan Walk statt, bei dem von den Fahrern persönliche Autogramme geschrieben werden und Zeit für ein Selfie mit ihnen ist. Die IDM ist und bleibt trotz des extrem hohen sportlichen Levels eine Serie zum Anfassen.