Sonntag, 7. August 2022

Mercedes-AMG dominiert am Nürburgring im ADAC GT Masters

  • Jules Gounon und Fabian Schiller feiern auf dem Nürburgring zweiten Saisonsieg
  • Sven Müller und Joel Sturm krönen tolle Aufholjagd mit Platz drei
  • 23.500 Fans am Nürburgring sorgen für vierten Besucherrekord in Folge

Schiller (l.) und Gounon siegen am Sonntag am Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Das Drago Racing Team ZVO mit Jules Gounon (27/F) und Fabian Schiller (24/Troisdorf) hat am Sonntag einen spannenden achten Lauf im ADAC GT Masters auf dem Nürburgring gewonnen. Schlussfahrer Fabian Schiller überquerte im Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer 4 nach 42 Runden als Erster die Ziellinie und sorgte damit für den zweiten Sieg von Mercedes-AMG an diesem Rennwochenende des ADAC GT Masters. „Es war ein tolles Rennen. Unser Wagen lief fantastisch und wir hatten eine gute Pace. Am Samstag waren wir Dritter, jetzt der Sieg – ich bin total glücklich“, so der 24-Jährige. 23.500 Fans sahen spektakulären und spannenden Motorsport, erlebten actionreiche Rahmenserien und sorgten für einen weiteren Besucherrekord in der Deutschen GT-Meisterschaft am Nürburgring.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 8 von 14

Streckenlänge: 3.629 Meter

Wetter: 20,4 Grad, sonnig

Pole-Position: Maro Engel (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:25,621 Min.

Sieger: Gounon/Schiller (Drago Racing Team ZVO, Mercedes-AMG GT3 Evo #4)

Schnellste Rennrunde: Ben Green (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #10), 1:26,868 Min.

In der ersten Hälfte des Rennens sah es nach einer Kopie vom Samstag aus. Pole-Setter Maro Engel (36/Monte Carlo) lag wie Raffaele Marciello (27/I) am Vortag im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 vom Mann-Filter Team Landgraf in Führung. Jules Gounon hielt jedoch Tuchfühlung zu seinem Markenkollegen, der zweite Mercedes-AMG vom Mann-Filter Team Landgraf mit Frank Bird (22/GB) am Steuer folgte auf Platz drei. Auch nach dem Pflicht-Boxenstopp blieb diese Reihenfolge vorerst bestehen. Dann erwischte es den führenden Raffaele Marciello. Wegen Blockierens von Verfolger Schiller in der Boxengasse wurde der Mercedes-AMG-Werksfahrer mit einer Penaltylap bestraft und musste Fabian Schiller, der das Steuer von Jules Gounon übernommen hatte, vorbeiziehen lassen. Dieser kontrollierte an der Spitze das Rennen und fuhr nach einer fehlerlosen Vorstellung mit einem Vorsprung von 4,6 Sekunden den zweiten Saisonsieg für sein Team sicher vor Marciello nach Hause.

Joel Sturm (20/Brühl) von Allied-Racing krönte im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 22 erneut eine taktische Meisterleistung mit Platz drei. Sein Fahrerkollege Sven Müller (30/Bingen) hatte sich nach einem Blitzstart schon in der ersten Runde vom zwölften auf den fünften Rang vorgekämpft. Ein früher Boxenstopp und die Strafe des vor ihm liegenden Mercedes-AMG sicherten dem Porsche-Duo den letzten Podiumsplatz.

Des einen Glück war des anderen Pech. Auf Platz drei liegend erhielt Elias Seppänen (18/FIN), der das Cockpit des Mercedes-AMG GT3 Evo #84 mit Frank Bird getauscht hatte, wegen einer zu kurzen Boxen-Standzeit ebenfalls eine Strafe und musste sich schließlich mit Rang vier begnügen. Dagegen lief es für die Kombination Maximilian Götz (36/Uffenheim) und Ezequiel Perez Companc (27/RA) im Mercedes-AMG GT3 Evo #90 sehr gut. Das Duo von Madpanda Motorsport konnte neun Plätze gut machen und wurde Fünfter – das bisher beste Ergebnis für das Team aus Spanien im ADAC GT Masters. Beste Lamborghini-Piloten waren Konsta Lappalainen (20/FIN) und Mick Wishofer (22/A) von Emil Frey Racing auf Rang sechs. Dahinter kamen Kim-Luis Schramm (24/Meuspath) und Dennis Marschall (25/Eggenstein) von Rutronik Racing im schnellsten Audi R8 LMS GT3 Evo II als Siebte ins Ziel. Tollen Kampfgeist zeigten Franck Perera (38/F) und Arthur Rougier (22/F) von Emil Frey Racing, die mit ihrem Lamborghini Huracán GT3 Evo #19 zehn Plätze gut machten und den Sonntagslauf auf Platz acht beendeten. Auch die Paarung Jesse Krohn (31/FIN) und Nicky Catsburg (34/NL) von Schubert Motorsport zeigte Biss und kämpfte sich im BMW M4 GT3 #20 vom vorletzten Platz auf Rang neun vor. Die Top-Ten komplettierten Maximilian Paul (22/Dresden) und Marco Mapelli (35/I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 von Paul Motorsport.

Stimmen der Sieger

Jules Gounon: 

„Meine Karriere hat am Nürburgring begonnen. Deshalb ist es umso schöner, hier meinen insgesamt zehnten ADAC GT Masters-Sieg feiern zu können. Wir hätten lieber auf der Strecke im Zweikampf gewonnen, aber so ist Motorsport, da gibt es eben Regeln. Diesen Erfolg nehme ich gern mit.“

Fabian Schiller: 

„Natürlich war es für den vor uns liegenden Raffaele Marciello bitter, eine Strafe zu bekommen. Er ist vor mir aus der Box gefahren und sehr langsam geworden. Warum, weiß ich nicht, aber so etwas wird eben bestraft.“


Dritter Saisonsieg für Honda-Pilot Andersen

  • Andersen führt die Gesamtwertung mit 29 Punkten Vorsprung an
  • Kircher schnellster Junior, Radermecker bester Trophy-Pilot


Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) feiert auf dem Nürburgring das perfekte Wochenende. Nach zwei Pole-Positions und dem Sieg im Samstagsrennen, hat der Däne auch das ADAC TCR Germany Rennen am Sonntag gewonnen und seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut. Nach acht von 14 Rennen führt der 27-jährige die Tabelle mit 29 Punkten Vorsprung an. Zweite im Klassement ist Jessica Bäckman (24, Schweden, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau), die 1,944 Sekunden hinter Andersen als Zweite ins Ziel kam. Junior-Pilot René Kircher (21, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) komplettiert das Podest auf dem dritten Platz.

„Es war ein perfektes Wochenende, mehr geht nicht. Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht und das Auto war richtig gut“, freut sich Andersen über seinen dritten Saisonsieg. „Jessica hatte einen guten Start, aber ich bin wieder vorbeigekommen und konnte das Rennen kontrollieren. Es war ein wirklich guter Tag.“

Bäckman gewinnt den Start – Andersen schlägt zurück

Auf den ersten Metern war Bäckman die schnellere Pilotin und so schnappte sich die Schwedin Andersen noch vor der ersten Kurve. Der Däne ließ sich davon jedoch nicht beirren und holte sich seinen Platz nur eine Runde später zurück. Von da an kontrollierte der Führende der Gesamtwertung das Geschehen und fuhr seinem dritten Saisonsieg ungefährdet entgegen. Auch Bäckman auf Position zwei zeigte ein gutes Rennen, sodass sie ihren Hyundai Veloster als Zweite ins Ziel brachte.

„Das Auto fühlte sich heute besser an als gestern. Ich hatte einen guten Start, habe aber zu Beginn ein wenig nach dem Grip gesucht“, beschreibt Bäckman das Geschehen in den ersten Runden. „Ich bin glücklich mit den beiden Podestplätzen an diesem Wochenende. Auch wenn Martin nicht zu schlagen war, habe ich gute Punkte eingefahren.“

Weiter hinten war beim Start eine Menge los. Während Trophy-Pilot Roland Hertner (62, Heilbronn, LIqui Moly Team Engstler) beim Start zunächst stehen blieb, gab es zwischen Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) und Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) eine Berührung, die zu einem Dreher des Audi-Piloten führte.

Sing schnappt sich Jahr - Junioren müssen das Auto abstellen

In den folgenden Runden beruhigte sich das Renngeschehen ein wenig, aber dennoch blieb es weiterhin spannend. Hinter den besten drei steuerte Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) seinen Hyundai i30 als vierter ins Ziel. Für den Litauer war es ein insgesamt erfolgreiches Wochenende. Auf den Plätzen fünf und sechs ging es lange hin und her, ehe Patrick Sing vor der Schikane an Robin Jahr (31, Potsdam, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) vorbeizog und sich den fünften Platz sicherte. Jahr kam in seinem Hyundai Veloster als siebter ins Ziel.

Zwischen die beiden Hyundai-Piloten schob sich kurz vor Schluss noch Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR, der erneut bester Pilot der Trophy-Wertung war. Roland Hertner kam als neunter ins Ziel und Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) im Audi RS3 sah als neunter die Ziellinie.

Die drei Junioren Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) mit einem defekten Getriebe und Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) und Marco Butti (17, Italien, Elite Motorsport) mit defekten Antriebswellen kamen nicht ins Ziel.

Bereits ins zwei Wochen geht es in der ADAC TCR Germany weiter. Am Wochenende vom 19. bis zum 21. August gastiert die Tourenwagenserie des ADAC im Rahmen des ADAC GT Masters auf dem DEKRA Lausitzring.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

René Kircher (ROJA Motorsport by ASL Lichtblau, Dritter): „Der dritte Platz ist ein super Ergebnis. Es war ein hartes Rennen, da ich ein paar Probleme hatte die Reifen und die Bremsen zu managen, aber ich bin sehr zufrieden. Mit dem zweiten Platz von Jessica war es auch für das Team ein super Ergebnis.“

Maro Engel feiert erste Pole-Position im ADAC GT Masters

Maro Engel holt Pole für's Sonntagsrennen am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Doppel-Pole für die Mamba auf dem Nürburgring. Am Samstag war Halbzeitmeister Raffaele Marciello (27/I) vom Mann-Filter Team Landgraf mit einem neuem Qualifyingrekord Schnellster des Zeittrainings. Sein Fahrerkollege Maro Engel (36/Monte Carlo) holte sich am Sonntag im Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer 48 den Pirelli Pole Position Award. In der zehnten Runde gelang dem Mercedes-AMG-Werkspilot mit 1:25,621 Minuten die Bestzeit, die von keinem anderen Fahrer mehr getoppt werden konnte.

„Ich fühle mich auf dem Nürburgring einfach wohl und bin glücklich über diese Pole-Position. Das Auto läuft seit Donnerstag fantastisch, das Team hat einen tollen Job gemacht. Es war sehr eng an der Spitze, aber der Reifen hatte zum Schluss seinen Peak und ich konnte meine schnelle Runde fahren“, so Maro Engel, der damit die erste Pole-Position im ADAC GT Masters feierte.

Nur 0,075 Sekunden langsamer als der Pole-Setter war Ben Green (24/GB) von Schubert Motorsport. Mit dieser hervorragenden Leistung betrieb der junge Brite Schadensbegrenzung, denn wegen drei Verwarnungen wird der BMW M4 GT3 #10 um fünf Startplätze zurückversetzt. Nutznießer sind Jules Gounon (27/F) und Fabian Schiller (24/Troisdorf) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4 vom Drago Racing Team ZVO und das Duo Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (22/GB) vom Mann-Filter Team Landgraf in der Junioren-Mamba. Die Dritten und Vierten des Zeittrainings rücken je einen Platz auf. Auch Christopher Haase (34/Kulmbach), der sich kurz vor Schluss im Audi R8 LMS GT3 Evo II #28 von Montaplast by Land-Motorsport Rang fünf sicherte, konnte sich nicht über seine Platzierung freuen, sondern muss das Rennen wegen einer Strafe im Samstagslauf als Zehnter aufnehmen. Damit stehen Jan Marschalkowski (19/Inning) und Luca Stolz (27/Brachbach) im Mercedes-AMG GT3 Evo #8 sowie Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) im Lamborghini Huracán GT3 Evo # auf den Startplätzen vier und fünf.

Bei Streckentemperaturen von 18 Grad dauerte es am Sonntagmorgen auf dem Nürburgring mehrere Runden lang, ehe die Reifen angewärmt waren und die Zeitenjagd beginnen konnte. Ben Green setzte als erster Fahrer Akzente und fuhr nach der Hälfte des Qualifyings Spitzenzeiten. Danach wechselte die Führung mehrfach, ehe sich Maro Engel mit der Mamba endgültig die Pole-Position sicherte.

Quelle: adac-motorsport.de

Samstag, 6. August 2022

Andersen siegt und ist Halbzeitmeister der ADAC TCR Germany

  • Start-Ziel-Sieg für Honda-Pilot Andersen
  • Karklys und Bäckman komplettieren das Podium
  • Ladniak bester Junior, Radermecker schnellster Trophy-Pilot

Martin Andersen krönt sich zum Halbzeitmeister der ADAC TCR Germany
Foto: ADAC-Motorsport

Grund zur Freude bei Martin Andersen (27, Dänemark) und dem Liqui Moly Team Engstler. Der Vizemeister des Vorjahres hat das Samstagsrennen der ADAC TCR Germany auf dem Nürburgring gewonnen und sich zum Halbzeitmeister der Serie gekrönt. Der Däne führt die Gesamtwertung nach sieben Rennen mit 22 Punkten Vorsprung an. Bei strahlendem Sonnenschein setzte sich Andersen knapp gegen Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) durch, der 0,274 Sekunden hinter dem Honda-Piloten die karierte Flagge sah und das Rennen in seinem Hyundai i30 auf dem zweiten Platz beendete. Jessica Bäckman (24, Schweden, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) kam 2,023 Sekunden nach Karklys ins Ziel und machte das Podium der ADAC TCR Germany perfekt.

„Es war ein super hartes Rennen, da Jonas Karklys bis zum Ende alles gegeben hat. Wir mussten um jeden Zentimeter kämpfen, deshalb fühlen sich die 25 Punkte nochmal besser an. Wir haben den Speed und sind glücklich mit der bisherigen Saison“, freut sich Andersen über seinen zweiten Saisonsieg. „Am Ende haben meine Reifen etwas nachgelassen, weshalb Karklys immer näher kam und wir nochmal kämpfen mussten. Es war ein cooles Rennen.“

Andersen setzt sich ab – Bäckman kämpft gegen Ladniak

Vom Start weg war Martin Andersen der schnellste Pilot auf der Strecke. Dahinter konnte Jonas Karklys beim Start ein missglücktes Überholmanöver von Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) ausnutzen. Der Pole, der das Rennen als bester Junior auf P4 beendete, wollte seinen Teamkollegen Andersen angreifen, der aber wiederum die Tür zumachte. Karklys war der lachende Dritte und schob sich an Ladniak vorbei. Für Karklys war es der erste Podestplatz seit dem zweiten Saisonrennen in Oschersleben. Dementsprechend zufrieden zeigte sich der Litauer nach dem Rennen: „Ich hatte einen sehr guten Start und auch insgesamt ein gutes Rennen. Am Ende hatte ich die bessere Pace, aber ich wollte nichts riskieren. Der zweite Platz ist ein sehr gutes Ergebnis. Wir hatten zuletzt nicht die Pace, aber heute war sie da und wir können endlich wieder ganz vorne mitfahren.“

Hinter Andersen und Karklys kämpften Ladniak und Bäckman lange um den dritten Platz. Nachdem es sechs Runden lang hin und her ging konnte sich die Schwedin durchsetzen und machte Jagd auf die ersten zwei. Am Ende ging Bäckman jedoch die Zeit aus, sodass sie zwei Sekunden hinter der Spitze als Dritte ins Ziel fuhr. „Es war ein gutes Rennen. Ich hatte viele Duelle und musste viel kämpfen. Ich war am Ende sehr schnell, aber es war zu wenig Zeit übrig. Ich hatte auf ein paar Runden mehr gehofft, aber so funktioniert Racing nicht. Morgen will ich unbedingt ein besseres Qualifying fahren, sodass ich von Beginn an vorne mit dabei bin.“

Teamkollegen kommen sich in die Quere

Weiter hinten im Feld kam es zu einem Duell zwischen den beiden ROJA-Fahren Robin Jahr (31, Potsdam) und René Kircher (21, Hünfeld). Beide kamen sich im Zweikampf zu nah, was für das Team schlecht endete. Robin Jahr erhielt für den Zwischenfall eine Durchfahrtsstrafe und Kircher musste mit einem Platten an die Box. Jahr beendete das Rennen schließlich als achter, Kircher wurde Zwölfter.

Ein überzeugendes Rennen absolvierte Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) im Hyundai i30. Der 30-jährige, der bereits in den Trainingssession gute Zeiten fuhr, beendete das Rennen auf dem fünften Platz und fuhr damit sein zweitbestes Ergebnis der laufenden Saison ein. Hinter Sing kam Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR als sechster und bester Trophy-Pilot ins Ziel. Der siebte Platz ging an Junior-Gaststarter Marco Butti (17, Italien, Elite Motorsport) im Audi RS3. Hinter Robin Jahr auf dem achten Platz komplettierten Audi-Pilot Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) und Trophy-Pilot Roland Hertner (62, Heilbronn, Liqui Moly Team Engstler) die Top-10.

Erster Triumph in der ADAC GT4 Germany für Toyota

  • Start/Ziel-Sieg für Marcel Lenerz und Cedric Piro im Toyota GR Supra GT4
  • Mit Mercedes-AMG und Porsche zwei weitere Marken auf dem Podium
  • Aston Martin-Duo Ortmann/Sasse neue Tabellenführer

Großer Jubel: Cedric Piro (Mitte links) und Marcel Lenerz
Foto: ADAC-Motorsport

Die ADAC GT4 Germany ist auf dem Nürburgring mit einem packenden und actionreichen Rennen in die zweite Saisonhälfte 2022 gestartet. Vor vollen Tribünen und bei bestem Eifelwetter gab es einen souveränen Sieg für Marcel Lenerz (25/Ludwigsau) und Cedric Piro (24/Heusweiler, beide Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4. Für die Marke aus Japan war es zudem der erste Erfolg in der Sportwagen-Serie des ADAC. Rang zwei ging an Marcel Marchewicz (26/Schwetzingen) und Marek Böckmann (25/Lautersheim, beide Schnitzelalm Racing) im Mercedes-AMG GT4, die sich knapp gegen das Porsche 718 Cayman GT4-Duo Nicolaj Møller Madsen (29/DNK) und Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) durchsetzten. „Ich kann meine Gefühle nicht in Worte fassen, da ich einfach nur überglücklich bin. Das Team hat sensationell gearbeitet und uns ein super Auto hingestellt“, jubelte Lenerz, der zudem auch seinen 25. Geburtstag feierte.

Lenerz begann das Rennen schon von der Pole-Position und setzte sich souverän an der Spitze ab. Im vorderen Mittelfeld gab es beim Start jedoch eine Kollision mit mehreren Fahrzeugen, die auch das Aus für die bisherigen Tabellenführer Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin bedeutete. Hinter dem Toyota machten sich im weiteren Rennverlauf Møller Madsen im Porsche sowie Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, Prosport Racing) im Aston Martin auf den Plätzen zwei und drei breit. Während sich Lenerz mit kontinuierlich schnellen Rundenzeiten locker an der Spitze absetzte, musste Ortmann in der ersten Rennhälfte noch zwei Positionen abgeben und fuhr auf Platz fünf vor Böckmann im Schnitzelalm-Mercedes-AMG.

Zum Öffnen des Boxenstoppfensters hatte der führende Lenerz einen Vorsprung von über neun Sekunden herausgefahren. „Am Start war es ein wenig tricky, da musste ich mich kurz durchsetzen. Aber danach hatte ich den Tunnelblick und einfach nur noch Vollgas gegeben“, beschrieb Lenerz. Nach den Fahrerwechseln behielt auch Teamkollege Piro die Führung und fuhr mit einem Vorsprung von über 16 Sekunden zum souveränen Sieg. „Marcel hat mir das langweiligste Rennen aller Zeiten beschert“, schätzte Piro mit einem Zwinkern. „Ich musste nur noch konzentriert bleiben und den Vorsprung verwalten. Heute Abend werden wir im Team natürlich kurz auf den Sieg und das Geburtstagskind anstoßen, doch dann geht der Blick schon auf das Sonntagsrennen.“

Hinter Piro entwickelte sich derweil ein sehenswerter Kampf um die weiteren Positionen auf dem Podium. Protagonist war dabei Marcel Marchewicz, der den Schnitzelalm-Mercedes-AMG von Böckmann übernommen hatte. Nach einem guten Boxenstopp lag er bereits auf Rang vier. Rund 15 Minuten vor Ende zog er an Markenkollegen Robin Falkenbach (20/Niederkassel, Drago Racing Team ZVO) vorbei auf Platz drei. Die letzten zehn Rennminuten kämpfte er schließlich mit Porsche-Pilot Zulauf, der nach Møller Madsen in den AVIA W&S-Porsche stieg, um Platz zwei. In der vorletzten Runde setzte sich Marchewicz schließlich durch und feierte das beste Ergebnis seines Teams in der ADAC GT4 Germany. Für Finn Zulauf bedeutete Gesamtrang drei der Sieg in der Junior-Wertung.

Rang vier ging an Ortmann und dessen Teamkollege Hugo Sasse (18/Aschersleben), die somit auch die Tabellenführung übernommen haben. Fünfte wurden mit Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren Aston Martin die neuen Tabellenzweiten. Falkenbach, der erstmals zusammen mit Jan Philipp Springob (21/Olpe) fuhr, fiel noch bis auf Platz sechs zurück. Dahinter folgten Julian Hanses (24/Hilden) und Theo Oeverhaus (17/Osnabrück, beide CV Performance Group), Robert Haub (33/USA) und Gabriela Jílková (27/CZE, beide Drago Racing Team ZVO) sowie Lucas Mauron (24/CHE) und Ferdinand Winter (18/Schweinfurt, beide CV Performance Group - alle Mercedes-AMG). Die Top Zehn komplettierten die amtierenden Champions Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an das Porsche-Duo Axel Sartingen (57/Köln) und Daniel Schwerfeld (43/Düsseldorf, beide Black Falcon Team Textar).

Marek Böckmann - Platz zwei für Schnitzelalm Racing: „Ich musste auf dem Podium tatsächlich ein Tränchen verdrücken. Denn nach der Qualifikation habe ich nicht mehr mit Platz zwei gerechnet. Über die Distanz war unser Auto einfach klasse. Ich hatte in meinem Stint einen fairen Zweikampf mit einem Aston Martin. Marcel kam auf Platz vier aus der Box und hat ein phänomenales Rennen gefahren. Ich bin einfach nur glücklich über das Ergebnis. Alles ist super aufgegangen.“

Marcel Marchewicz - Platz zwei für Schnitzelalm Racing: „Nachdem das Jahr relativ schwierig begann, bin ich nun sowohl für mich und Marek, als auch für das Team happy. Das Auto war heute richtig gut abgestimmt und somit schnell. Mein Stint hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mir den Porsche in den letzten Minuten zurechtgelegt. Uns fehlte ein wenig der Topspeed, deswegen musste ich versuchen, in einer Kurve an ihm vorbeizufahren. Das hat dann am Ende geklappt.“